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AlMchts Organ für Stadt- and Landkreis Hanan.
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Redaktion 646 — (ErpebHon IN
gttitna den 14. März
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Redaktion 849 — Einedition ttt
1919
Frühlingsahnen.
Nauer Himmel und Sonnenschein. Der Winter unseres kMißvergnü enS ist im Schwinden. In Licht und Luft [ßnbigt sich der nette Frühling an. Noch krachen im Der- I ter Offen die Schüsse, um Verbrech erqesindel, hlt dunklen Feinde des Lichte« niederzuwerfen. Noch sind in |06trWefien und im Ruhrgebiet Gegner des politischen k Frühlings an der Arbeit, um das junge Sprossen der wieder« t Itijinntnben wirtschaftlichen Lebens zu vernichten. Aber stärker 6 «14 da« ist in diesen Tagen in uns die Hoffnung: el mutz i Iod Frühling werden. Wir müssen heraus aus dem winter« milden Drucke, der seit beinahe 5 Jahren auf unserem Volke j lastet, wir lassen uns unseren Frühling auch nicht rauben, durch die Gegner, die in Haß und V"rb!endunq uns den l Platz an der F'ühlingssonne nicht gönnen wollen. Wir hissen, daß der Kampf um die Herrschaft de? Frühling« noch «ndauert, wr wissen, daß wir noch Märzenstürme, Aprilschauer und Maienfröste zu überstehen haben, aber der Glaube an das deutsche Volk, der Glaube an die deutsche Heimat
0t diese Kraft, die nötig ist, um auch die letzten schweren Monate zu überwinden.-
prfert den Boden. Sie ISorge um La- warme \ nehmende TageShelligkeit ! Mn ihrer Schwierigkeit.
Die zunehmende Kraft der Sonne läßt in den grossen Städten die Zimmer kleiner werden. Die zu- nimmt der Beleuchtuna-fraqe viel
DaS mag manchem als Kleinigkeit f «scheinen im Gegensatz zu den Sorgen, die unsere Industrie belasten. Aber wir wollen unS dieser Kleinigkeiten doch schon ? freuen, wollen aber darüber hinaus auch das Große nicht »ergeben: der Dau unseres Reiches nimmt immer
8 f^ere Formen an, wachsende Gesetzlichkeit erhoffen wir vom Frühling. Nun müssen aber auch alle jungen Kiste ans Werk. Die Rezep e ««urruwer GrM ^Lunrn. » Uliè allern nicht vorwärts bringen, die Eisdecke, die über 1 unserem Lande und unserem Volke lag, ist verschwunden, I h^ wollen wir unS der jungen Freiheit freuen. Deutsche I Frühlingspolitik darf n'cht in ein Fe Ischen und Handeln aus- I H^r Jie muh ganze Arbeit hm, muß klare Ziele haben, die I iBm Licht führen. Dann wird auch viel von den schroffen k Ctgeniätzen verschwinden, die eine Folgg deS fünfjährigen Winters sind. Dann wird der Gedanke der Versöhnung »schwerden, der Gedanke einer Versöhnung zwischen den - 851fern und zwischen den eigenen Volksgensffen. Wunden I ^kkden^ sich schließen, die der grausigste aller Kriege schlug. I Mörzensonne liegt über dem weiten Lande. Schon steigt »er Saft in die Bäume. Nicht wie ein Geschenk fällt uns ver Frühling in den Schoß, wir müssen gerüstet sein für die kmmenbe Zeit. Die ArbeitSmöglichkeilen mehren fick, die Zeit der Frühjahrsbestellung naht, das Land ruft: ich brauche taufenb und abertausend fleißge Hände, wer ernten will, muß säen. Wer Früchte der Zukunft «langen will, muß arbeiten. Da« ist der Frühling «ruf, der Weckruf, der wie ein Mäzsturm durch »v« Land braust! keine Hand darf länger feiern I Alle Mann an die Arbeit! Regt eS sich allerorten, vernimmt man überall diese Mahnung, dann werden wir auch wahrhaftig den neuen deutschen Frühling erleben.
Bedingungen für Deutschland.
I PP?. Haag, 13. März. Während die meisten der der Entente I •xinuiefernben Handelsschiffe Ententebesadnnaen erhalten werden, I , urde setzt beschlossen, einen Teil dieser Schiffe mit deutschen De- I £J“n«n zu versehen, wenn sich deutsche Ölatrefen hierzu melden. m schiebt dies mit Rücksicht darauf, daß die Zahl der verfügbaren -Wotrofen der Handelsmarine höchüwabrscheinllch nicht genügen würde. I . PHP. Kaun, 13. März. Aus London wird gemeldet: Der. Va- I Sorrefponbent der „TimcS" meldet, daß bei der Begegnung der v "^enstillstands'ommission beute die alliierten Regierungen neuerlich I Absicht zu erkennen geben werden, Deutschland Nabnmg»mittel und daß diese Quantitäten, die sie zu liefern beabsichtigen, Wil 300 000 Tonnen Getreide und 70 000 Tonnen Fett bestehen «erden. Die Lieferungen sollen bis mm 1. September erfolgen. Die ^ezahinng dieser Waren soll durch Schiffsraum, Kredite in neutralen « », "' Verkauf von ausländischen Werten und das Eigentum im «Hlaitb sowie durch Gold erfolgen. Die deutsche Kauffahrtteiffotte ' w ben Assoziierten »Hne' irgend welche Beschränkung fibergeben «erden.
Englische Drohung.
. ®pP. Bern, 13. März. Die Entsendung bei Admirals Wyma» irgend welchen weiteren Sachverständigen nach Brüssel mr «nterrebuno mit Deutschlands Bevollmächtigten wegen der Handel». !?'„,^d mit der Drohung begleitet, daß England die internierten Krieg»schiffe zur gewaltsamen Abbolnng der deutschen Handelsschiffe verwenden würde. Im Gesamtbild der gegenwärtigen labert teilt diese Drohung noch vor dem gleichzeitigen Hinweise auf b L Vereitwilligkeit der Entente, Deutschland mit Lebensmitteln zu .sorgen, beachtet zu werden. Es wird versichert, HooverS Organisation ^ ^ sofortige Versorgung Deutschland» sei völlig fertig, doch werde ” PP? bon englischer Seite betont, daß die nahrungsleidenden Bunde», d«nm ^^ Alliierten auch bei der Belieferung mit NabruugSmitteln in" m°rrnufl vor Deutschland haben müßten; außerdem wird sogar wi» ^â>i gezogen, die deutschen Schiffe zum Transport von pol- -Uche« Truppen au» Frankreich nach Danzig zu verwende».
Die Friedensverhandlungen.
iWR Rotterdam, 14. Märfl. Dem „Nieuroschen Ncârd. Gourctif' zufolge meldet die Time? aus Paris: Es erscheint jetzt möglich, dvß die deutschen Pevollmâchtigien vor Ende des Monats nach Paris komme>i. Der Korrespondent der „Temps" erfährt, doß die fünf houptsää licksten Delegierten her alliierten Eroßm achte allein mit ihnen verhandeln werden, ohne daß der M-gPer des Ausrvärtigen dabch cruwesend sein lverde. Ferner erfabtt er, doß die Bedingungen der Alliierten let dieser Gelegenheit den Deutschen mit geteilt werden würden, und daß den deutschen Delegierten, wenn sie es für nötig erachten würder, Zeit gelassen werden würde, mit ihren Regierungen Rücksprache zu pflegen.
WB. Amsterdam, 14. Mkrz. Wie das Niederländische P-reffe- büro „Radio" meldet, schreibt die Newyorker „World", daß Wilson und die Wortführer der Alliierten in Paris erklären werden, daß der Friede als zustande gekommen betrachtet werden soll, sobald die Deutschen den Friedensvertrag unterzefchnet haben. Es soll nicht erst aus die Aestötigung durch den Senat in Mashingiton oder durch die ratifizierenden Körperschaften der Alliierten vewvrtel werden. Dasselbe Blatt meldet weiier, daß der Frieden svertrag keine Bestimmung über den Völkerbund enthalker werde.
Die steierische Landesverfammlunq Mr den Anschluß an das deutsche Reich.
WB. Graz, 14. März. In der gestrigen Sitzung der steierischen Landesversammlnng gelangte ein Antrag zur Annahme, in dem der Anschluß Deutsch-Oesterreichs an daS deutsch« Reich au» vollem Herzen begrüßt wurde. Die Landesversammlnng von Steiermark behält sich vor, den selbständigen Anschluß an daS deutsche Reich, ober an einen seiner Bundesstaaten zu suchen, falls ein Anschluß ganz Deutsch-Oesterreich» auS irgend einem Grunde nicht zustande komme.
Aufaehobener BelaqerMgszustaud.
WB. Düsseldorf. 14. März. Der BelagerungsMtand ist heute
Die Strekklaqe in Oberschlesien.
WB. Benthe«, 14. März. Die Streiklag« auf den ober- schlesische« Gniben erfuhr heute eine wesentliche Verminderung. E» sind nur noch 12 Gruben auiftänbig. Der gestrige Tag ist in ganz Oberschlesien ruhig verlaufen.
Amerika
und die Bekämpfung des Bolschewismus.
DDP. Genf, 13. März. Nach Meldungen ans ben Vereinigten Staaten bereitet sich ein Umschwung bezüglich der Haltung gegenüber Rußland vor. Nach einer Meldung de» New-Porker Berichterstatters des „Petit Parisien* hat der Bericht des früheren amerikanischen Botschafter» Franchia in der UntersucKungrkommisfion bei Senate! über die bolschewistische Propaganda große Sensation bervorgerufen. Man hält el für wahrscheinlich, daß dieser Bericht Einffuß auf die Fried«n»konfcrenz im Sinne einer Intervention in Rußland haben würde.
DDP. ^«ag, 13. März. AuS New-Dork wird gemeldet: Die Kommission für Bekämpfung des Bolschewismus hat eine Gesetzes- Vorlage tittgereicht, die darauf hinaus geht das Hissen der Roten Fadne«, da» Halten aufrührerischer Reden und sämtliche bolschewistische Propaganda künftig mit schwerer Haft zu bestrafen. Die cxtremini- stischen Elemente in den Vereinigten Staaten widersetzen fick diesem Vorschlag. E? wurden bereits Streik» im westlichen Teile bei StaateS Virginia angesagt, falls biefe Vorlage zu Stande kommen sollte. Die Kommission zur Bekämpfung des Bolschewismu» hat auch neuerlich Belege erhalten, daß eine aufrührerische Bewegung der Exttemisten vorbereitet werde, besonders in der Stadt Buffallo ist die Lage sehr ernst. 61 werden Truppe» bereit gehalten.
Die neue Karte von Deutschland.
DDP. Rotterdam, 18. April. „Daily Mail" veröffentlicht eine Karte bei zukünftigen Deutschlands. Da» ganze linke RhG,- ufer ist nicht mehr deutsch, ebenso zwei Drittel von Sch'erwig-Holsâ, auch fehlt die Ostbälfte von Schlesien, der größte Teil von Posen und Westpreußen, einschließlich Danzigs, und ganz Ostpreußen.
Der polnische Kriegsminister.
WR- Warschau, 14. März. (Havas). General LewinSky, der sich bei Lemberg verdient gemacht hat, wurde zum polnischen Kriegsminister ernannt
Aus Ludendorffs „Geschichte des Krieges".
Der New-Porker Korrespondent der „Times" meldet: Nack de» „New Park American" behauptet Ludendorff in dem demnächst erscheinenden Buche, daß das deutsche Obcrkoma,ando nicht von der Absicht bei Präsidenten Wilson, zu Anfa'g des Jahre« 1917 Friedeus- Verhandlungen zu eröffnen, wußte. Der deutsche Kaiser, so sagt Ludevdorff, faßte im Januar 1917 den Entschluß zur Führung bei unbeschränkten U-Boot-Kriege-, und da» deutsche Oberkommando hatte ben Befehlen bei Kai er» zu gehorchen. Nach der Niederlage der Deutschen im August 1918 gab Ludendorff alle Hoffnung auf, und Mitte August warnte er die Regierung, daß seine Aussicht mehr auf ben militärischen Steg bestände. Er gab den Rat, sofort die Frie- denrverlandlunken zu eröffnen, aber man tat nichts. Die Regierung unterrichtete nicht einmal die Parteiführer und hielt seinen Rat geheim. Anfang September hob das Oberkommando nochmal« nachmals nachdrücklichst hervor, daß es notwendig fei, Frieden zu schließen. Die Regierung schien auch dafür zu fein, aber sie tat nicht». Nachdem Bulgarien uu» int Stiche gelassen hatte, sagt Ludendorff, machte ich allen, mit denen ich in ^^^^^^^^^ kam, klar, daß bie Fortsetzung bei Kampfes nutzlos sei. Ich schrieb, baß bie Lage schlecht sei und die Aussicht bcsliude, daß der Feind burd) die beuifeten Linie« breche. Aach Emu fang von Wil'on» zweiter Note begann Ludendorff Maßnahmen für bie Fortsetzung bei Dcscnsivlampfe», und all di« brüte
Note bei Präsidenten eintraf, da zog er e» vor, bi» pm bittere» Ende durch zu kämpfen, in der Meinung, daß, wenn man noch einige Monate standhalten konnte, man bessere Bedingungen erlangen würde. (Wir werden im übrigen auf die Behauptungen Ludendorff ptröck- kommen, sobald das Buch vorliegen wird. Die Red.)
Nationalversammlung.
WB. Weimar, 13. März
Dräfident Fehrenbach eröffnet die Sitz»«- nt K> Uhr II Minuten.
Vor Eintritt in die Tagesordnung führt
Reichswehrminister Noske bezüglich der Berliner Vorgänge enl: Nachdem die Schlacht mit allen ihren Schrecken eine Woche lang getobt hat, kann der Aufstand als niedergeschlagen gelten. Nur in einzelnen Vororten ist bie SäuberungSaktion noch vorzunehme». Es müsse vrrsucht werden, die Entwaffnung so weit all möglich durch zu- führen. Daß er in Berlin zu dem wahnwitzigen Kampf, zu Mord und Plünderung kam, sei zum größten Teil auf bal bchnldkonto einiger Blätter, voran der „Roten Fabne' und der „Freiheit^ z« schm. (Der Abg. Haale wird vom Präsidenten zur Ordnung gerufen, weil er in einem Zuruf Noske als unverschämten Gesellen bezeichnet hatte.) Monatelang 'hätten diese Organe die Berliner Bevölkerung aufgeputscht. Redner zitiert bte „Rote Fahne" vom 5. März ausführlich, in der er, Noske, beschuldigt wird, die proletarischen Leider in Deutschland haushoch getürmt zu haben und worin die sozialistisch« Regierung all Massenbenker des deutschen Proletariat» hingefielll wird. Wir hören, daß die Mitglieder der Unabhängigen Fraktior (mit erregter Stimme und wiederholt mit der Faust ans de» Tisch schlagend)
alle diese Gemeinheiten und Schamlofigkeite« sich zu cieen machen.
(Großer Lärm bei den U. S.) Die große Masse der Berliner Arbeiter sind selbstverständlich anständige Menschen, aber wie bei allen großen Massenbewegungen, so drängen sich auch bei diesem politischen Generalstreik allerlei unsaubere Elemente unter die ehrlichen und besonnenen Arbeiter. Diese Hyänen der Revolution haben mit ihrem Treiben begonnen, ehe der Belagerungszustand verhängt war und eh« er auch nur einen Mann habe nach Berlin einmarschieren lassen. Die Marinedivision habe dar abgeschlossene Abkomme« gebro^eÄ, indem sie zahlreiche Waffen an die Zivilbevölkerung apigtgeben ha»«. Diese Bolk»marine-Division, die Berlin G unendlich viel Mühe verursacht habe, bestände nicht mehr. (Stürmischer Beilall.l Ich sie- denke tief erschüttert der Männer, die in bieten Schrecken-tagen ihr Leben gelassen haben. (Hier wird Frau Zietz (Unabb.) wege« ihrer Zurufe» „Amokläufer* zur Ordnung gerufen). Fast «ine ganze Woche lang habe er verhandelt und mit der Anwendung der Gewalt gezögert. Die Behauptung, der Bürgermeister von Lichtenberg habe an ihn geschrieben und ihn um Zurückziehung der Tnrpven gebeten, sei unwahr. Der Reich»wehrminister fährt dann fort: Schweren Herzens und in höchster Not habe ich mich am 9. März abend» zu der Anordnung bei Standrechts entschlossen, aber ich durfte da» Ab- schlachten von einzelne« Soldaten nicht weiter dulden. Steife schneßn Mögen die Rasenden, die das Reich jetzt zerstören, Meder zur Ver- nunft kommen, damit ein normaler Rechtszustand bald wuder ein» treten kann.
Was geschieht, verantworte ich vor dem Staat, vor dem Lande und dem Bott.
Ich scheue das Urteil der Nation nicht. (Stürmischer Beifall bei bet Mehrheit. Zischen bei den Unabh.) . ,
Es folgt die Debatte über den Gesetzentwurf über russische Zahlungsmittel. .
Abg. Haas« (Unabh.) wendet sich gegen bal Gesetz, das neue Feindseligkeit gegen die Sowjetrepublik barfteCe. .
Reichsfixanzminister Schiffer: Der Rubel rollt m Leutsch- land und zwar aus politischen Gründen. Wir müssen un» gegen diese Vergiftung mit «estechungsgeldern wemden. .
Der Gesetzentwurf wird in allen drei Lesungen mit einem Anttage der MehrheitSpatteim auf Anmelde. Pflicht der Bestände an russischen Zahlungsmittel« angenommen. «1 folgen die
Abstimmungen über das Sozi«list«ru»gsgesetz»
DaS Gesetz wird, nachdem ein Antra, der Unabhängigen, ffir den auch die Mehrheitssozialdemokraten stimmen, mit 163 gegen 135 Stimmen abgelehnt worden war, in der Ausschußfassung angenommen. Bei § 2 wird der Antrag Auer, der die Entschädigungspflicht he» seitiaen will, mit 136 gegen 92 Stimmen angenommen, »al un ganzen Hause große Bewegung und Unruhe hervorruft. Es freut ftaj schließlich heraus, daß eine Anzahl Stimmzettel nicht mttgezahtt worden war. Nach der endgültigen Auszählung ist der Antrag mit 165 gegen 135 Stimmen abgelebnt. § 2 wird hierauf m namens sicher Abstimmung in der KommrsionSsassung mit 246 gegenW Stimmen bei einer Stimmenthaltung angenommen, ebenso unter lehniinq aller Abänderungsauträge der Rest des Gesetzes.
Er folgt die zweite Beratung des Kohlenwirtschairkgesetzek. siegen verschiedene »bânderungranträge vor. Außerdem beantragt bte Kommission eine Entschließung, wonach der Nationalversammmn- mit möglichster Beschlennigmig der Gesetzentwurf über bie .Irbeiterrate vorgeltgt werden soll. . -
Abg. Wieland (Demokrat): Im Reichskohlenrat müssen alle Reichsteile berücksichtigt werden. Die Bergarbeiter bitte ich nun, da» '^^Abg.^Graf Posadowski (Deutschnational): Tausende von selbständigen Existenzen werden durch dieser Gesetz zu Agente« bei Staates derabgedrückt. „ . ,.
Um 1 Uhr wird bie Beratung bis um 2 Uhr ausgesetzt.
Rachmitta-sfitzung.
Abg. Henkt (Unabh. Soz.): Da, Gesetz enthält nm er bin*» liche Surrogate von dem, wa» die Arbeiter gefordert naben. Wer lehnen es ab. . _ . . .
Abg. O st e r r o t h (Soz.): Die Unabhängigen find gegen da« Gesetz, weil el die Arbeiter beruhigt. (Abg. Cohn: Frechheit. Abg. Cohn wird zur Ordnung gerufen.) Die Bergarbeiter wissen aber jetzt, was sie von den Unabhängigen zu erwarten haben. Wir betrachten das Gesetz all eine Etappe auf dem Wege zur BerstaM- lichung des Bergbaues. Hätten die Herren von der Rechten »eh» Jahre früher den Wert der Gewerkschaften gewürdigt, W hätten sie sich viel SpartaktSmuS erspart. Die Bergarbeiter Taten sehe«.