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Die Vorgänge in Lichtenberg. Ueber die Lichtenberger Verhältnisse äußerte sich der Bürgermeister Ziethen dem Berichterstatter derFrankf. Ztg." gegenüber folgender­maßen: Die Nachrichten von der Ermordung der Lichten­berger Polizeibeamten sind nicht zutreffend. Wenn behaup- jtet wird, daß von den Spartakisten 60 oder 70 Mann er. schoflen worden seien, so spricht dagegen allein schon die Tatsache, daß an dem fraglichen Tage nur etwa 40 bis 50 Beamte im Präsidium gewesen sind. Im ganzen sind fünf Beamte getötet, und es steht nicht einmal fest, oft man diese bedauernswerten Männer an die Wand gestellt hat oder ob sie bei den vorhergegangenen Kämpfen gefallen find. Es sind zwar Beamte von den Spartakisten wegge- schkeppt worden, doch hat man sie später wieder laufen lassen. Augenblicklich besteht keine Polizeibehörde in Lich­tenberg, da der Polizeipräsident nicht anwesend ist und die Beamten nicht zum Dienst kommen konnten, da sie zweifel­los von dem Mob verhindert worden wären. Auf die Frage, aus welchen Elementen sich dieVerteidiger Lichtenbergs" zusammengesetzt haben, erwiderte der Bürgermeister: Don den Leuten, die den Putsch in Berlin inszeniert haben, den Matrosen und den Angehörigen der Soldatenwehr, sah man nur sehr wenig. In Lichtenberg hatte sich hauptsächlich Gesindel bewaffnet und hälbwuchsige Burschen, denen der Aufstand nur als Vorwand zu Plünderungen diente. Diese Elemente haben die Lebensmitteldepots und Geschäfte aus- geraubt. Sie haben unübersehbaren Schaden angerichtet, indem sie auf dem Euterbahnhof Hunderte von Wasons plünderten, die mit Lebensmitteln für den Grenzschutz im Osten abgehen sollten.

Der Aketteftenan-schufi der Natirnalversammlunn be­schloß in seiner ««sirizen Sitzung dem Pause vonuschlesen, nach Verabschiedung bei Sozialisierung«- und Koblengesetzer am Dvnn«r»» tag abend die Sitzungen bis zum Dienstag den 25. März zu ver» tagen. Damit wird den in Betracht kommenden Regierungtzmit­gliedern die MSglickkeit gegeben, an der Tagung der preußischen Rationalverlammlun, teilzunebmen. Bitz zum Wiederzusammentritt wird der Notetat mit den Steuervorlaaen sertiggestellt sein und zur Beratung kommen können. Der VerfgffungtzauSschuß foff während der Dause weitertagen, wenn möglich feine Arbeiten abschließen. Die mit der Priiluna der Verordnungen beauftragten Ausschüsse werden ihre Tätigkeit ebenfalls während der Pause fortfeien.

«in« AOp!t«lr«ntenfte*er? Wie die ,Tägl. Runtzsch." von zuverlässiger Seite erfährt, wird der Entwurf einer Kapitalrentensteuer demnächst der Nationalversammlung vorqelegf werden. Die Steuer von 10 Prozent ist danach auf alle Kvuvons, Dividendenscheine und auch auf alle privaten Schulden zu bezahlen.

Girre Ääwmerelfnffe «rrr» beraubt. Am Montag wurde in Liebenwerda die im städtischen Ratbaule untergebrackte Kämmerei- kaffe von mehreren unbekannten Männern ausgcraudt. Der Rendant wurde durch Schlâae auf den Kovs betäubt und geknebelt. Den RSudrrn fielen 60000 Mk. in die HSude.

AusHanauStadtnnd Land.

Hana«, 13. März.

Forderungen der Landwirte.

An der -Hanvtnerlamnckana der ^PereiMaten KändSirie von Frankfurt a. M. und Umgegend"' wurden folgende Entschließungen angenommen: »Die cm» Hessen-Nassau und Hessen zahlreich besuchte Hauptversammlung der »Vereinigten Landwirte von Frankfurt a. M. und Umgegend" ist der Ansicht, daß der Landwirtschaft im zukünf­tigen Nirtfchasttzleben Deutschland» ein großer Raum gewährt werden wird. Deshalb ist ei notwendig, daß die alle Schaffensfreudigkeit er­tötende Zwangswirtschaft teils beseitigt, teils a bg e> baut wird, um möglichst bald wieder zu dem freien Verkehr zu kommen Die verlammlnng ist weiter der Ansicht, daß die heute alleutbalben herrschenden höbe« Preise eine Selbsttäuschungde» Werte erzeugenden Volke« barftellen, sie fordert deshalb die maß- gebenden Stellen ans, alsbald einen gleichmäßigen Abbau aller Preise einzuleiten, der sich auf alle Gebiete zu erstrecken hätte." »Die au» Hessen-Nassau und Hessen zahlreich besuchte Hauptversamm­lung derVereinigten Landwirte von Frankfurt a. M. und Um­gegend" empfiehlt als einziges Mittel, die Schwarzlchlèchterei wirksam zu bekämpfen, solange nicht mit einem allgemeinen Ab­bau der Preis« begonnen ist, eine Erhöhung der Schlachtviehpreise, da daS Mißverhältnis zwischen den gesetzlichen Preisen uns dem Schleich- Handelspreise geradezu her (Seieeeiübèrtretuna Veranlassung gibt. ®cj gebenenfa» sind die UebcrschS.sse auS de« Viehhandelsverbänden zur Erhöhung der Echlachtviehpreise zu verwenden."

Kultusminister, Elternhaus Md Schule.

Bemerkungen zum Ministrrial-rlaß über die Einrichtung v»nSchul­gemeinden" unde^ilerritex" von einem Oberlehrer.

Der von Minister Hänisch verantwortlich unterzeichnete und von dem SÄulreformer Dr. Wyneken verfaßte Erlaß bei preußischen Ministerium» für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung über bie Ein­richtung vonSchulgemeinden" undSchülerräte«" an den höheren Lehranstalten ist in der Oeffentlichkeit lebhaft und nicht immer ohne Gehässigkeit besprochen worden. Auch die folgenden Au»sâhiungc« beschäftigen sich mit ihm und wollen einige Punkte, die sonst leicht im Zwielicht bleiben, sine ira et stedio beleuchten, wobei jedoch die Frage, ob der Grundgedanke bei neuen Erlasst« richtig »der falsch ist, nicht erörtert werden soff.)

War ist an dem Erlaß zu loben? 4 Dinge verdienen, meint ich, allgemeine Anerkennung. Der Minister findet zunächst sehr weihevolle Worte für den Heldentod, den so viele Schüler höherer Lehranstalten auf den Schlachtfeldern bei Weltkrieges erlitten haben. Doch darf nicht unerwähnt bleibe«, daß er sich widerspricht, wenn er in eisern gleichzeitigen Erlaß an die Lehrer der höheren Lehranstalten von der Heranbildung einer neuen Geschlechte»von hohem Opfermut" redet. Ferner warnt der Minister da» lebende Schültzrgeschlecht davor, die ihm zugedachte «rößere Freiheit durch Nachäffung studentischen Getue» zu mißbrauchen. Wer mit H. Heine der Ansicht ist, daß der studen­tische Trinkkomment eigentlich ix den legos barbarorum verzeichnet werden müsse, wird e» billigen, daß der Minister den Alkoholmißbrauch unter den Schülern ausrotten will. Den Alkoholgenuß überbauvt scheint er übrigen» nicht zu verdammen; denn den gelegentlichen Genuß eines Glase» Bier ober Wein kann man doch nicht gut al» Durchseuchung" der Schülergeselligkeit mit dem Zltobohimui be­zeichnen. Man wird jedensaü» in seinem Urteil über diesen Punkt zurückhalten müssen, bi» der Minister die von ihm hierüber in Aus­sicht gestellte Aufklärung gegeben hat. Weiterhin ist e» erfreulich, wenn er den Kampf gegen die Läge ausnehmen will, und endlich hat er jedem Deutschen, der den Ernst der Stunde begreift, mit dem Satz bei Erlasse» au« dem Herze« gesprochen, der da heißt:Unermüdliche Arbeit und strengste Pflichterfüllung ist da» Gebot der Zeit auch im Lebe«»- nnd Wirkungskreis der Jugend."

An dem Erlaß, der jedem Schüler nach Hause mitgegeben wurde, ist aber auch einige» auszusetzen. 1. Etz ist auffallend, daß der

*) Die Erfahrungen aus dem Schulleben, bie hier zur Sprache , lammen, find nidtt in Hanau gesammelt.

fenmerttn*

Vollversammlung des Arbeiterrates.

Arbeitslosenfrage. Trostlose Aussichten unserer künftigen Milchversorgung wie noch der Lebensmittelversorgung.

Gasfrage.

Gestern abend 7 Uhr hatte sich der hiesige Arbeiterrat zu einer weiteren Vollversammlung im Stadtverordneten­saale eingvfunden. Nach einigen Begrüßungsworten seitens des Herrn I. Hofmann sprach Herr Schmidt über die Arbeitslosenfrage, deren glückliche Lösung bei der ständig steigenden Zahl der Erwerbslosen immer schwieriger zu werden droht, eines der schwersten Probleme, die während der Demobilmachung gelöst werden mußten. Die starke Stei­gerung der Zahl der Arbeitslosen findet ihre-Erklärung in dem ständigen Abbau der Rüstungsindustrie, die wäh­rend des Krieges ein Heer von Männern, Frauen und Kin­dern beschäftigt hat, wie Herr Schmidt ganz richtig aus­führte. Um nur einige Beispiele herauszugreifen, sei be­tont, daß vor der Revolution nach gemachten Aufnahmen in der Pulverfabrik 4890 Personen, im Verlaufe des Krie­ges ca. 26 000 Personen Beschäftigung gefunden hatten, heute dagegen sind nur noch rund 1015 Personen in Arbeit, die übrigen also fallen der ErwerbslosenunterstuHung zur Last. Nach dem Bericht betrug der Stand der Erwerbslosen im Monat Dezember 513 Personen, davon waren 241 männ­liche, 174 weibliche und 98 jugendliche. Diese Zahl erhöhte sich in der dritten Woche des gleichen Monats auf 607, in der vierten Woche erreichte sie die stattliche Zahl 647. Die Vermittlung war nur gering, dieselbe konnte sich im we­sentlichen nur darauf beschränken, Kriegsteilnehmer ihren ehemaligen Betrieben zuzuführen. Im Monat Januar und in der ersten Hälfte des Monats Februar hielt diese Stei­gerung noch an, ab 21. Februar war eine Minderang der Arbeitslosenzahl zu beobachten. Der Referent betonte wei­ter, daß im allgemeinen die Zahl der erwerbslosen Frauen bedeutend höher sei als diejenige der Männer. Die Erklä­rung hierfür sei in der Einstellung einer großen Anzahl Erwerbsloser als Notstandsarbeiter zu suchen. So hätten durch Vermittlung des Stadtbauamts für Arbeiten im Steinbruch 105, Straßenbau 50, Straßenreinigung 12 und im Friedhofe 83 Leute Beschäftigung gefunden. Um den weiblichen Erwerbslosen die Möglichkeit einer Betätigung zu geben ist eine Koch- and Flickschule eingerichtet worden, in der erwerbslose Mädchen unter Wei­terbezug der Erwerbslofen-Unterstützung Ausbildung erhalten sollen. Für jugendliche Arbeitslose ha-t man durch Aufnahme in die Gewerbeschule gesorgt. Red­ner wies noch darauf hin, daß viele Mädchen, die früher in der Hauswirtschaft tätig und im Kriege vor­übergehend in der Rüstungsindustrie Arbeit gefunden hätten, heute verlangten, in Fabriken beschäftigt zu werden. Wie eifrig der Demobilmachungsausschutz seit dem Waffen­stillstand bemüht war, deren Arbeitslosenelend durch Unter­bringung in Betrieben zu steuern, erhellt aus nachstehen­den Aufzeichnungen. Darnach waren bei Ausbriah der Re­volution beschäftigt im N. E. P. 440, heute 884 Personen, Bekleidungsamt 181, heute 510 Personen, Proviantamt 90, heute 160 Personen. Diese Zahl müsse unbedingt gehalten werden, damit die Zahl der Arbeitslosen keine weiteren Steigerungen erfährt. Bei Entlassungen dürfe nur nach in Verordnungen festgelegten Richtlinien verfahren wer­den, in militärisch wichtigen Betrieben dürften von vorn­herein keine Entlassungen stattfinden. Die Hauptaufgabe sei die Festsetzung eines auskömmlichen, menschenwürdige« Lohnes für die Notstandsarbeiter. Hier müßten Mindestsätze geschaffen werden, damit die Privatunternehmer diese auch zu zahlen hätten. Die für die Notstandsarbeiter fcftznlegrn- den Mindestlöhne müssen de« Privatbetrieben als Richt­schnur diene«, maßgebend sein. Herr Schmidt schlug vor, die Löhne wie folgt festzusetzen und sie der demnächst zusammen­tretenden Stadtverordnetenversammlung zwecks Zustim­mung vorzulegen: Für Jugendliche von 1618 Jahre«

Minister darin nicht da» geringste W»rt der Anerkennung für die Leistungen der höheren Lehrerstandes gefunden hat. In seinem gleichzeitigen Lebrererlaß gibt er zwar zu, daß von den Ledrernviel treue, hingehende uxb gewiß auch fruchtbare Arbeit geleistet worde« ist." Diese Worte gehörten aber erst recht in den Erlaß an die Schüler, da mancher von ihnen so viell«icht zu dem Ge­danken kam, bie preußische Oberlehrerschaft sei eine Masse blind­wütender, rückständiger und engherziger Thranne«. Der Minister darf sich jebenfaffi nicht wundern, wenn er sich durch biete Unterlassung manche Sympathie verscherzt hat.

2. Ueberdaupt ist bis ungemein gehässige Form zu bean­standen, in der der Minister von den Zuständen auf btn Oberen Schulen spricht, obwohl er sich doch sagen könnte, daß mit Ausnahme der Schullüge bet, wa» er tadelt, heute nur in ganz verschwindend menigex Anstalten Vorkommen kann. Er tut aber so, als ob überall bie Jngend alt eineunreife und unmündige Masse" behandelt werde, die überall unter einemveralteten und toten System der Unfrei­heit .. . hungern, kranken und verkrüppeln" muß, bie überall leidet untersinnlosen und verrotteten Resten einer überlebten Zeit." Diese groben Uebertreibungen, die keine feinen Nadelstich«, foxbern derbe Faustschlsge find. samt man nur damit entschuldigen, daß der Herr Minister offenbar selbst in feiner Jugend üble Erfahrungen in einer Zeit gemacht hat, wo zweifellos im Ser* hâltni» von Lehrern und Schülern mancher der Verbesserung bedurfte. ES ist benx auch anzuerkennen, daß er nachträglich in einer Berliner Versammlung den Ton seines Erlasses bebauert hat. Zu wünschen wäre aber, daß er dieses Bedauern auch alle» den Schülern mitteilte, denen er seinen ersten Erlaß aushändigen ließ. Die» ist jedoch bis jetzt nicht geschehen.

8. Auf der zwar nicht befohlenen, aber warm empfohlenen .Schul­gemeinde" seien Lehrer und Schüler gleiche» Stimm­recht haben. ES würde natürlich dem Grundgedanken der Neueln- richtun«, der, wie gesagt, hier nicht erörtert werden soll, geradezu in» Gesicht schlagen, wenn bei der Abstimmung der Schulgemeinde immer die Lehrer siege« müßten. Genau so widersinnig aber ist es umge­kehrt, da» Stimmrecht von Lehrern uxb Schülern so zu gestalten, daß immer di« Schüler allein den Lusichlag geben können. Tue» ist jedoch der Fall, wenn jeder Schüler je eine Stimme hat wie der Lehrer. D'« Schüler haben dann nicht etwa da« gleiche, sondern da« 2040. fache Stimmrecht, und schon sehr wenige ooyouttonlluftige in jeder Klasse einer (leinen Anstalt genügen, um alle, wenn auch noch so gut gemeinten Bnträge der Lehrer nifbenit stimmen. Jeder, her unpar­teiisch diese Steile det Erlasse« betrachtet, wird nichc nur den Mangel de» Abstimwuilgsverfahren«, fertber« auch die ministerielle Ueber« schätzung der UrteilSfätngleit der Jugend zugeben müssen.

noch Eltern, die bat Sitzenbleiben ihrem zwar fleißiger gabtex Sohn als die größte Familienschaxde binftcHen. gebliebener Sextaner ließ sich deshalb vor Jahren bot

____Mär,

1 Mark pro Stunde, von 1821 Jahren 1.20 Mark Stunde, über 21 Jahre 1.50 Mark pro Stunde. Kind^ lagen für je 1 Kind 3 Mk. bis zur Höchstsumme von sodaß hiernach ein Familienvater mit 4 Kindern ei» Wochenlohn von 84 Mark zu verzeichnen hatte. Dich setzung werde sich natürlich je nach den Verhältnissen^ ändern. In seinen Schlußworten bat Herr Schmidt m tatkräftige Mitarbeit aller Arbèitsklaflen imt Arbeite^ Herr Craß stimmte der vorgeschlagenen Lohnreg»,^ zu, Herr König empfahl zur Abhilfe der Arbeitslosen^ Verkürzung der Arbeitszeit auf wöchentlich 40 und beantragte Erhöhung der Löhne nach der oben führten Staffelung nach Alter auf 60, 70 und 90 Matt L Woche. Herr Wittmann vom HandlungsgehilsenU Land bittet auch bei der Entlohnung der Handlung^ Hilfen einen Mindestlohn als maßgebend anzusetzen. Schnabrich fordert die Mldung einer Kommission, die Lohnsätze ausarbeiten und den hier vorgetraAy Wünschen Rechnung tragend festsetzen soll. (Die Kommis wurde gewählt und besteht aus den Herren Schmidt, Atz mann, Schramm, König, Borst, Hütwohl und Frau ^ gärtner.) Herr Eisendreher und Borst fordern Einstellung Einheimischer in hiesigen Betrieben, Schramm sprach sich für eine'gesetzliche Verankern^ Arbeiterräte aus und betonte die Notwendigkeit der U arbeit aller arbeitenden Korporationen in der Mitte Arteiterrates. Kriegsbeschädigter Hütwohl fa^ die Einstellung von mindestens zwei KriegsbeschjidiM in Betrieben mit über 20 Angestellten. Demgegenüber % sprach Herr Schm idtin weitgehendstem Maße seine Atz merksamkeit zu schenken. Sodann gab Herr Pense ^ kurzen, aber von

traurigen Aussichten begleiteten Bericht über die Wh Versorgung

unserer Lungenkranken, Kinder und stillende« Mütter, U Stadt sei trotz aller Vorrichtungen (Kuh- und Mil^ statt) kaum noch, bald wohl überhaut nicht mehr im Staub, die Milchversorgung in der gesetzlich festgelegten Wch sicherzustellen. Täglich seien 3415 Liter Milch nötig, ai$ liefert werden nur 2800, es ergebe sich täglich ein 3M von etwa 415 Liter. Die Ablieferung aus dem Ländlich sei sehr schlecht, nach seinen Erfahrungen werde z. B, i, Wachenbuche« der Liter Milch im Schleichhandel für 2 M verkauft, bezeichnend für diese Tatsache sei noch, dah in städtischen Kühe täglich 5 Liter, während die Kühe, die iii Stadt auf dem Lande in Pension habe, nur 3 Liter tägllf lieferten. Die Unterhaltungskosten für die städt. MWch wirtschaft seien ungeheuer, weitere Milchkühe aufzukM scheitern an der bestehenden Unmöglichkeit, FuttemM zu beschaffen. In der Milch- wie auch Lebensmittel»» sorgung sei in den nächsten Wochen das Schlimmste ji befürchten. Was er nächste Woche an Lebensrnitteln pi! Verteilung bringen solle, ^fei ihm heuie noch ein RW die für diese Woche zur Ausgabe gelangende ButtermP sei überhaupt noch nicht eingetroffen, die Aussichten hieH seien nach Auskunft von Caflel nicht besonders günstig. $it Mtlchration für Lungenkranke muß von VA Ltr. auf % Lil, eventl. auch auf % Ltr. reduziert werden. In der Mil- ferungspflicht der Selbstversorger, ti h. der Art und SM wie diese vereinbart ist, bestehen noch große Ungerechty keiten, die ganze Sache ist derart eingerichtet, daß die Studi die Arbeit und Unkosten, Nutzen aber nicht daran hat. Kontrolle über die Ablieferung der Milchmengen sei nW durchgreifend zu kontrollieren, i« Zeiten des Las^niir Frhrn. Laur sei es sogar verboten worden, die Mich- erzeuMug im Landkreise zu koutrsllieren. Jedenfalls M den wir vor einer großen Milchkataftroyhe, die in erst« Linie Kranke und Elende in Mitleidenschaft z^ehe «nd ^ fei einzig nxd allein das Werk des ^Schleichhandels", & wieder gute Früchte treibe. Hier mühten energische Mch nahmen durchgeführt werden. Herr P e n s e erklärte M

4. Bedenklich erscheint es, daß die Schulgemeinde nur gültig ' keineanerbneube und gesetzgebende Befugnis" habe« soll. De Minister denkt also offenbar daran, ihr später biefe Befugnis I« v" leihen. Hier klafft eine besonders große Lücke. Was ist unter m L Buchstabenu. s. w." zu verstehen, wen« es im Erlaß heißt, M die Schulgemeindeüber Angelegenheiten der Schulleben», der w

zipli«, der Ordnung n. f. W." beraten und Entschließungen W darf? Soll die Schulgemeinde etwa in einigen Jabren berechtigt W über den Lehrstoff, den Stundenplan und ben An«fast de« Unterm» zu befinden? Diese» Recht dürfte doch ben in der Schulgemeinde d^ einigten Schülern und Lehrern nicht einznrâumcn sein. W Schwierigkeite« würden sich, um von anderem zu schweigen, für Schüler erheben, dessen Vater versetzt wird, wenn die Kchiilgemei«» feiner bisherigen Anstalt bex Lehrstoff ander» verteilt bat al» M Schulgemeinde der Schule, deren Zögling er nunmehr wird! M wird sagen: So hat der Minister es auch nicht gemeint. Sm1" entbehrt dann aber an biefer so wichtigen Stelle der sonst ft 1861 reiche Erlaß der wünschenswerten Klarheit? .

5. E« ist unumwunden zuzugestehc«, daß die SchuNüge, »« Minister bekämpfen will, besteht. Dar Abschreiben der ^auSarbtiW da» Ucberschreibc« fremdsprachlicher Terte, da» Benutz;» verbot«» Uebersttzungen u. a. erscheint vielen Schülern gar nicht al» anst^» Vielleicht bat sich einiges auch hier schon mit der Zeit gebessert. W daß die Schullüge immer noch da ist, ist unbestreitbar. Sie wird am nie ganz aussterben. Denn beb Schüler mogelt von der pa» logischen Lüge rede ich nicht ». T. au«S e g u e m 1 141 wenn er von einem guten Freund di« Hausarbeit abschreibt, da »i bequem ist, sie au» eigner Kraft anzuferligen, obwohl er eS tonn Solche bequemen Schüler wird e» geben, solange die Schule AuM stellt, zu deren Bewältigung Arbeit nötig ist Die Bcquemlichlt» lüge ist benn auch keineswegs nur in der Schule zu finden, son» , überall, w» ein Zwang aulgeübt wird. Auch der Soldat bemale bisweilen feinen Vorgesetzten unv ebenso der Kolonialneger, der do« eine Schule gesehen hat, den Farmer, bei dein er in Diensten ' Andere Schüler mogeln au« Angst. Es gibt leider '^L noch Eltern, die bat Eitzendleiben ihrem zwar fleißigen, aber gabtex Sohn als die größte Familienschaxde binfteffen. Ein 15 gebliebener Sextaner ließ sich deshalb vor Jahren von dem » bahnzug überfahren, weil (ein Vater ihm am Tage vor der Berit» i drohte, er werbe ihn totidjlagcn, wenn er nicht auf rüde, und euu ist es tatsächlich vorgclomm^», daß ein Sextaner deshalb von fti unverstS»digkN Bat«r eine schwere Tracht Prâ?«l bezog, weil er der ersten lateinischen Massenarbeit nur bie NoteGut uift n Sehr gut" bekommen hatte. Man sage also nicht, bie »cy mogelte» nur aus Angst vor dem vielleicht allzu strenge» Lehr«,