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General-Anzeiger

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M. 60

Fernsprechanschlȧ

Redaktion 640 Expedittan 180

Mittwoch den 12. März

Fernfprechanschlutz

Nedaktton 646 Expedition 288

1919

I Völkerbund und Entmannung.

; Ammer mehr und mehr rückt der Entente das Gespenst W Bolschewismus auf den Leib. In den Miljtürlagcrn Mait die Unzufriedenheit zu, vor allem die Truppen aus m-ziischtn Tochterstädten wollen heimhefSrdert sein, weil lp( nicht kinsehen, wozu solange nach Beendigung bei Krieges Ißn weitere Rnwcienßeit in Europa noch nötig ist. So rötlich sprechen alle diele Tatsachen, daß selbst die Chan« k »iitisitnpresie in den feindlichen Ländern el schließlich mit |to Kuqi! l'tloinmen hat und auf einen schleunigen Abschluß ihr FriebenSverhandlungen dringt. Endlich, und viel zu ist den Herrichaften rm anderen Lager bie ungeheure kMMng des herrischen Kampfes um die Ordnw.'g, gegen lim WelibolschemjSmnS aulgegangm. Sie sind nun allo iMibar geneigt, die Lebenkmittelversorgunq bei deutschen löffel zu übernehmen tutb geruhen allergnüdigst ganz UM ist auch das noch mcht gegen gute Bezahlung und km ihnen benötigte Gegenwerte, Mehl, Fett und dergleichen |iit den Ausmaße zu liefern, daß wir in den nächsten Mo­llien die furchtbare Liste derer, die von Tag zu Tag am billiger sterben, etwas verringern können. Trotzdem also ktistzedrungen selbst die Ent-nle die entscheidende Rolle an- l «keimen muß, die Deutschland als die Wacht der Welt Igegen die östliche Gefahr in ihrer neuen Form spielt, zankt ßt sich auch heute noch darum, ob man dem unterlegenen Ätitfi überhaupt die Mittel zur Sicherung der Ordnung im .innern und vor allem zur Sicherung der Grenzen gegen !iir kommunistische Weltqefahr lassen soll. Einig ist man sich ' st schon darüber, die deutsche Kriegsflotte zu verschachern, zu versenken oder aufzuteisen und damit auch unsere Ostsekküsten gegen jeden Angriff wehrlos zu machen. Aber noch mehr: snch.baS deutsche Heer soll auf einem Faste aufgebaut wer­ft«, das tmgefâhr den Ledensnotwendigkeitm von Nicaragua ober sonst einem Lillputstaat entspricht. Der vielgerühmte Silfetfiunb soll auch in Zukunft die volle und ««widerruft sHe Entscheidung darüber haben, ob Deutschland ein paar Rekruten mehr zugestanden oder ein paar entzogen werden föSen. Man will darüber hinaus so groß ist noch immer die Angst vor der deutschen Bolkskraft! die Mu­nition 8» und anderen Kriegsgerâlesabriken unter internationale Aufsicht zu stellen, so daß von der Souvrrân'tät des deutschen Se'fel kaum viel mehr all ein schöner Schein übrigbleiben muß, da ihm nichts mehr zur Verfügung stehen wird, um seinen Willen durchzusetzen, als eben die Gnade eines Völker- tundeS, der ans seinen heutigen Gegnern besteht und sein Dasein damit beginnt, das Mitglied Deutschland vollkommen ivchrls« zu machen. Wenn eine der vielen, jetzt über unsere Grenzen geworfenen Zeitungsnachrichten richt g ist, dann soll i« dieser militärischen Entmannung auch noch die finanzielle kommen. Für die Dauer von nicht weniger als 50 Jahren- litt daS Reich jährlich 8 Milliarden Kriegsentschädigung Men. Die Zahl der Verbrechen, die vor allem die fran« züsijchtn Knockout-Politiker auf sich geladen haben, übersteigt lamii jedes Maß. Sie mögen es nicht vergessen: el gibt auch einWehe dem Sieger 1*

Nationalversammlung.

WB. Weimar, 11. März.

Präsident Fehrenbach eröffnet bte Sitzung nm 10.20 Uhr teilt mit, daß die Beerdigung bei in Halle getöteten Oberstleut- uants b. Klüber beute nachmittag 3 Ubr daselbst stattfindet. Die Natwnalvcrsammluns wird durch eine Abordnung bei der Beisetzung »treten sein r»H surch diese einen Kranz »n Ehre» der Verstorbenen "'»erlegen Reffen. Die Nationalversammlung hört die Worte der nnerkenunug und bei DankeS für den in bestialischer Weise Hingt- v»rd<en Phend an.

Auf bet Tagerordnung stehen zunächst

Anfrage«.

Aus die Frage deS Mg, Kahmann (Soz.), war die Regienrng restlesen Erfassung der auf dem Lande vielfach verborgen gehal» Kartoffelbestände zu tun gedenke, erwidert

ErnährungSminister S ch m i d t, daß die zuständigen Behörden wiederholt zu scharfer Bewachung aufgeiordert wurden und daß die «aniborte bei Eintritt frostfreien Wetters in verstärktem Maße wieder ausgenommen werden wurden.

Abg. Sollniann (Soz.) fragt, ob die Regierung in der Lage die schleunige Aushebung des Verbot» des Oberstkommandierenden «cr Alliierten zu erwirken, im besetzten Gebiet Neuwahlen zu den Ge- «nndkvertretnnge« vorzuuchmen.

. Staatssekretär Albert: Auf eine Anfrage der deutschen Re­gierung hat General Nudant erwidert, die Besatzungsarmeen hätten Interesse baren, daß die gegenwärtig im Amte befindlichen Kom- mnnalbchörden vorläufig noch bleiben. Die Erfüllung dieser Forde- 'ung sei aussichtslos.

Es folgt die Interpellation Arnstadt und Genossen über das Berftältnis von Staat und Kirche.

Als Abg. Mumm (Deutscknat.) da» Wort zur Begrüuduug Mmen will, erklärt Präsident Fehrenbach, es sei kein Vertreter bei Ministeriumr des Innern da zur Beantwortung. ES Hobe daher nnen rechtni Sinn, die Interpellation weiter zu behandeln. Ihm werte setzt gesagt, die Antwort sei formuliert und werde verlesen werden. Nach längerer Geschästeordnnngsdebatte, in der Kolonial- ^"f^er Dr. Bell Namen» der Regierung erklärt, daß der Vorwurf ** ALctkcktSlofiükcit der Regierung gegenübor dem Znterpânten

unangebracht sei, die Jntervellation sei im Kabinett eingehend be­sprochen worden, wurde schließlich beschlossen, weiter zn verhandeln.

Abg. Mumm (Deutschnat.) zur BegrüudnRg: ES ist daS Empfinden weitester Volkskreise, daß wir an der Schwelle eines neuen Kulturkampfes Reben. Unser arme» Vaterland braucht im Innern Ruhe und Frieden, aber die Herren Ebert und Scheidemann haben ihm diesen Frieden nicht gegönnt. Eine ihrer ersten Taten war, den Sprecher der freireligiösen Gemeinde, Herrn Adolf Hoffmann, an die Spitze bei preußischen Kultusministeriums zu stellen. Redner er­örtert dann bie von dem sächsischen Volksbeaustragten Hug erlass men Verordnungen über das Verhältnis von Kirche und Staat. Hug habe die Eimultanschule dnrchgeführt, ohne irgendwie für den konfessionellen Religionrunterrickt zu sorgen. Ebenso sei in Hamburg die Brand­fackel des religiöse« Zwistes in die Bevölkerung hineingeschlendert worden. In Braunschweig hätte man sich nicht einmal damit anfae- halten, Verordnungen zu machen. Die Eckulkinder der Hauptstadt seien hier von dem sogenannten DokkSkommiss« zn einer christliche« Weihnackttfeier im Dom zusammengebrackt warben, bei der e» gerade­zu unglaublich zugegangen sei. In Mecklenburg planten die Gewalt« Haber die konfessionslose EmheitSsckule. Wir rufen der Regierung M: Keinen Schritt weiter auf dem Wege der gesetzlichen Verordnungen.

Wir fordern Mr unsere Kinder die christliche Schule «nd den christliche« Religionsunterricht.

Wie positiv zu »erfahren ist, zeigt Württemberg. Die Dentschnatio- nale VolkSpartei sümpft für die Erhaltung der christlichen Grundlage in Staat, Familie und Sckule.

Reickskokomalminister Dr. Bell: Der Minister des Innern, der in dringlicker Reicksangelegenheit nach Berlin berufen wurde, hat leider der Verkehrsschwierigkeiten wegen nicht rechtzeitig hier erscheinen können. Ich habe im Namen der Reichsregierung folgende Erklärung abzugeben:

Das Reich Seflstt se«rnwSrtig keine Zuständigkeit auf dem Gebiet des ttnteerichtswcscns.

Die Regienma kann deshalb nicht gegen etwaige gliedstaatllche Ein­griffe in die Rexelung bei Religionsunterricktes Stellung nehmen. Inwieweit in die Reichsverfassung Normativbestimmungen über das Unterrichtswesen aufzimehmen find, wird bei Beratung der Rcich»- verftlflung zu prüfen sein.

Abg. Hellmann (Soz.): Bei der Behandlung der Angelegen­heit von Kirche nub Staat hat sich die ganze Ueberhebung und HerrschstE der kirchlichen Kreise gezeigt. Die Kirche selbst hat Schuld daran, daß so große Teile bei Volke» ihr feindlich gesinnt sind. (Lärm und Widerspruch recht» und im Zentrum). Wir geben aber ohne weitere» zu, daß die einzelstaatlichen Eingriffe in den Religicmrunter- richt taMch unklug und vielfach auch taktlos waren. Sie waren auch undemokratisch, weil sic der deutschen und den einzelstaatlichen Nationalversammlungc« vorgriffen. Diese einzelstaatlichen Eingriffe entspringen letzten Endes den Klagen und der schweren Gewissensnot weiter Kresse. Die reiigionslose Schule soll nicht religionSfeindfich sein, nttr kirchensrei. Unser Ideal ist die duldsame Menschheit von LesfingS Nathan. Aber el ist unmöglich, die religiöse Unterweisung mit einem Scklage zu beseitigen und deshalb haben bie Revolution»- regierungen falsch gehandelt. Eine Uebergang»zest ist notwendig.

Abg. Dr. H a u » b a ch (Ztr.): Wir haben ein tiefernstes Bild von den Mißgriffen einiger Gliedstaaten erhalten. Wir wollen, daß der Religionsunterricht unter Aufsicht der Kirche ein Teil 'des Lehr­plans der Volksschule sei. Da» Reich ist allerdings nicht zilstândig, aber eine freundnachbarliche Einwirkung wäre möglich. Wir müssen Gewicht darauf legen, daß die Sicherstellung der staatsbürgerlichen Reckte des einzelnen nnd die Gewissens- nub Religionsfreiheit in der Reichsverfassung festgelegt werden. Da» Beispiel anderer demokratisch regierter Staaten zeigt, daß bei religiöser Freiheit der Friede der Konfessionen und die bürgerlich« Wohlfahrt am besten gedeihen. Eine Kirchen- und Schulpolitik Adolf Hoffmann» würde Deutschland dem vollen Untergang entgegenführen. Geficktspnnkte de» inneren und äußeren Friedens mahnen tut! in der Kirchen- und Schulftage zu großer Vorsicht.

Hierauf werden die Verhandlungen ans 3 Uhr nachmittag» vertagt.

Nachmittagssitzllng.

Abg. Weiß (Demokrat): Die Regierung bat recht, wenn sie sich für unzuständig erklärt. Wir wollen die Fragen in möglichst religionsfreundlichem Sinn gelöst haben. Die Stellung und Be­deutung des NeligiouSunterrichts in der Schule hängt ab von der Auffassung über die Staatsschule. Wegen der Menge bei Religion»* unterrichts kann man streiten, aber man soll deshalb den Religions­unterricht nicht au» der Schule herausnehmen, sondern barax arbeiten, um eine durchgreifende innere Reform bet Religionsunterrichts berbei­zuführen. Ein woblreformierter Religionsunternckt ist ein wesent­liche» und organische» Stück im Lehrplan der Schule.

Oh«« religiöse! Bekenntnis und Erlebnis dürfen wir die J«gcnd nicht laff««.

Gerade der Gedanke der Einheitrschule würde sehr darunter leiden, wenn die religionslose Schule viele Eltern nötigt, ihre Kinder in religiöse Privatschulen zu schicken. Möge ein feste», männliche», frei« gesinnte», aber auch fromme! Geschlecht berangezogen werden, welche» da» Erforschbare erforscht und das Unertorschliche ruben läßt. (Bei­fall bei den Demokraten, recht» und im Zentrum. Der Redner wird von vielen Abgeordneten, darunter auch von Mumm, beglücktvünscht.)

Abg. K o e l t s ch (Deutschnational): Die Erklärung der Re­gierung war für uns m keiner Weise genügend. Wir fordern die christliche Volksschule und den christlichen Unterricht in der Volksschule. Man soll den Religionsiinterricht auch nicht de« kirchlichen Gesell- schäften nehmen. Versuchen Sie nur hineinzudringen in die Tiefe« bei Volkslebens, und Sie werden spüren, daß da» Religiöse für die weitesten BolkSkreise immer noch das Heiligste und da» Teuerste ist, da» anzutasten niemand sich unterfangen sollte. Wenn wir herau»- kommen wollen aus dem furchtbaren Elend unserer Zeit, aus dem Blutsuntpf, ix dein wir waten, so kann das nur geschehen von innen heran! durch innere Werte, vor allen Dingen durch bie Religion. Schön wäre e8, wenn in der Reichöverfassung ein Gesetz für Kirche und christliche Schule, für Religion und Christentum niedergelegt werden könnte und wenn die Reginung für diese Fragen ein größeres Interesse, und zwar ein wohlwollendes, finden sonnte.

Abg. Dr. Rnnkel (Deutsche Volkspartei): Ich kann die letzte Aeußerung des Vorredner» nur uuterze.chue«. Die Religion darf nie und nimmer zu einer Parteiische derabsinken. Die Religion ist das größte und heiligste Volksgut, das el gibt. Der Religionsunterricht soll hu erster Stelle m der Bolkrickul» Scheu» Wir wolle«

Gewiff««sfre1htlt für be« Lehrer ««b das Kt«b

und dann fordern wir Freihest der Sckule dem der geistliche« Au^ ficht. Eia Grauen des Entsetzens packt uni alle über die heutige Verrohung; aber wir heben die Sittlichkeit «icht durch Parlament»« Beschlüsse und Kommaudobefehl«, sondern nur durch rrligi-s« <h* ziehung.

Ministerpräsident Schcideman«: Mr Warr« für brate vor­mittag auf die Fortsetzung der Soziakificrungrdebatte eingerichtet, be< her kommt er daß Reichsminister Preuß nicht zur Stelle war. Wir haben nicht im geringsten bie Absicht, etwa Obstruktion zu machen. Wenn Sie damit einverstanden sind, daß diese Fragen zur Zuständig­keit der ReichSregieruag gehören sollen, bau« finden Sie meine wie Zustimmung.

Abg. Fran Zietz (llnabh.): Die Revolution hat krast ttgraew Recht» in einzelnen Bundesstaaten die Verweltlichung der Schul» durchgesetzt. Wir verlangen die Einheitsschule, die eine weltliche ni* Arbeitsschule sein soll. Wir stellen der Religion die große ideale Weltanschauung de» Sozialitmu» entgegen. Wir denken nicht daran, bantit irgend einen Gewissenszwang auSzuSden oder bie Gewissens­freiheit antasten zu wollen. Wollen die Eltern ihren Kindenr Religionrunterricht geben lassen, so kann daS außerhalb ber Schul« geschehen.

Nächste Sitzung Mttwoch 2 Uhr. ko»iakfieruug»gts«tz ttnb Kohlenwirtschaftsgesetz.

Schluß */,6 Uhr.

Waffenstillstand und Vorsriede.

TeleMnnm desHawaucr Anzeigers".

WB. Berlin, 12. März. Aus Paris wird gemeldeit Man darf hoffen, daß der Abschluß des allge­meinen Waffenstillstandes in 14 Tagen statt­finden wird und daß der Vorfriede wahrscheinlich Ende April unterzeichnet werden wird.

Die Vorgänge in Berlin.

Ueber 150 Personen standrechtlich erschossen.

Berlin, 12. März. (Privaâl^gramm.) Die Zahl der stand« rechtlichen E-rschiestunFLU in Berlin im Verlaufe der beiden erste« Tage des Standrechts hat gestern abend 150 überschritten. In der letzten Nacht ist wieder schweres E e s ch u tz f e u e r im ganzen Osten Berlins aufgelebt, llnu-ntsrbrochea mar der Einschlag der Geschosse zu hören. Auch die BeAnnuhigu-ng bet übrigen Stadtviertel durch die Spar, takisten setzte wieder ein. Im Tiergarten versuchten Spartakisten mit Geschützen einen Vebers all der Depots der Regierunzs- truppen in der Haeudelstraße; der Kampf dauerte eine halbe Stunde. Die Mwschinengewehrkämpie im Charlottenburger und Moabiter Stadtteile waren gegen Mitiernachi besonders lebhaft.

--- Berlin, 11. März. Heute mittag wurde von dcn Truppen der Garde-Kavallerft-SchStztn-Dwifion am Frankfurter Tor ein Be­waffneter Spartakist festgenommrn, in dessen Besitz Juwelen :m Wel^e ton 800 000 Mark gefunden wurden. Derselbe wurde sofort staub« rechtlich erschossen.

Trauerfeier für kn ermordeten Oberstleutnant Klüber.

WB. Halle a. S^ 11. März. Nach der Rede des Earnisvimiefft- liâ-n legte bei der Trauerftier für best hie: ermord eien Overft- lieutniartt Klüber der Vizepräsident der Rai ionalversammluag Hauptmann einen Lorbeerkranz im Auftrage der Deu«hchen Na­tionalversammlung mit den Worten nieder: Nani-ens der dwir. leben NationalversammLttig lege ich einen QorLeerkranz auf die­sen Sarg. Lbevstleutncmt v. Klüber, der kurz vorh-er Deutschland hervorraaemde Dienste Mleiftet hat, war persönlich berufen und bea UTtroigt worden, die ireuti dje N ativ nal rers anvm lung zn Witzen, als diese in Weimar zujaniM-eätt. Er hat diesâ Schutz. mrsteriüii gesthafsen uwb geleitet. Er hct den Mitgliedern des verfassungsgebenden Dersanirelnug das freie Gefühl der Suber» fest gegeben und dadurch bte Freiheit ihrer Beratungen und Be. schlösse gewährleistet, die ihr die äuhcve und innere Kraft ver. leiht. Er hat, als die volksfeindlichen Plane ins Werk gesetzt wurden, Weimar vom Verkehr abzuschneiden, um die National« versEM-lung zu sprengen, persönlich sich mit an bie Spitze ge, stâ, tum diesem Cerraltaki zu verhindern und zu brechen, um dem aus tausend Wunden blutenden Vaterland den verbrech^ riscken Bürgerkrieg zu ersparen, in den Wahnsinn und noch ^Schlimmeres die Arbeiter von Halle zu reihen suchten. In welch tapferer und selbst aufopfernder Weise er auch dem neuen Vater­land Dienste geleistet hat, bas zeigt die Wut d^ Häfsns, der ihn sinnlos und verbreä-erifch erschlagen hat. Die Sßoufteuimg kann in Deutschland sich nichts Graueichvfteres vorstellen als diese Untat, die den deutschen Namen uneNhort beßleate.^ Dw Täter, die den Wehrlo sen vergewaltigt, ertrankt und meuchlerisch erschossen haben, find verurterlt, im Wachen und im Traum das Kainabzeiche n zu fuh­ren, das sie sich auf die Stirn gebrannt haben. Dem Vaterland, - der Nationâeriamaâng und den Sei treu ist ein ausgezeich, dreier Mann entrissen worden, dessen Namen die deutsche Ge­schichte aufzeichnet, denn er ist gefallen als ein Opfe r leu ch. tender Vaterlandsliebe im Dienste der deut, s che n R e p u b l i k, des deutschen Volkes und der veriossuny- gebenden Rati on alversammlung. Die Tragik fernes Mvnfchenschicksals ist unlöslich verschlungen mit der 'grausamen Tragik des Schicksals der Nation. Die deutsche Nation alver, .sammlung legt ihren tiefen Dank mit diesem Lorbeerkrany nie­der. Der Cara umsckchiestt einen Helden, den Deutschland nicht vergessen wird, treil es nur durch ihn und seinosgleicheir ge­rettet werden kann.

^luch die Wenden meiden stch.

WB. Berlin, 12. März. Die Morzenblättrr melden ail» Dreibex > Die Wenden beanspruchen die gaxje nördliche Oberlaiisitz, bie preußis^e Lausitz und einige kleinere Kreise von Preußen, im ganzen eixOkbeet voll über einer Milli»« Einwohner.