GinriiSungSgebührt
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Verantwortlicher Redakteur: Gustav Schretzk«^ für Arteigen «.Revamen: August vrodi, beide m H««^
ft. 58
Fernjprechanschl «H
Redaktion 646 — Expedition 886
Montag den 10. März
FernsprechanschluH Redaktion 846 — Expedition 881
1914
Berlin, Weimar, Spaa.
Gin Rad greift ins andere. Berlin, Weimar und Span, ék im8 die Namen sind für die Hauplorte politischen Ge- Gehens, stehen in inniger Wechselwirkung zueinander. Berlin: ia8 sind die Arbeitermassen mit ihren Forderungen an b;e junge Republik, Berlin: das ist das Pulverfass, angefüllt mit Zündstoff gefährlichster Art, das ist die Oeffnung des VuikanS, dessen Glut unter dem gesamten Boden Deutsch» MS verdeckt ist. Und nun Weimar: Ort der National» »ersammliing, Ort der Regierung, Ort aller Plänemacher für die neue Zeit und Ort der Regulierung der Unzufrieden« ^itsventiie, Sitz der Besonnenheit und der Ueberlegung, der fast allzu großen Ueberlegung. Aber erst in Spaa sitzen die Minner, die über unser Schicksal entscheiden, die verhindern sinnen, was in Weimar geplant wird, um endlich an die tot, an den Wiederaufbau Deutschlands zu gehen, die die Unruhe und den Gärstoff in.Berlin noch vergrößern können, i» bie große Explost an herbeiführen können, die, wenn sie tinmal wirklich kommt, nicht nur Berlin und Deutschland, sondern auch die Männer in Spaa vernichten wird.
Die Krisis der Generalstreikes in Groß-Berlin ist über» »unden. Zwecklosigkeit, Planlosigkeit und Gewalttätigkeit mißten sein Ende herbeisühren. Hoffentlich sieht nun der nchige Teil der arbeitenden Bevölkerung Berlins am grauen Sireikaschermittwoch ein, wie sinnlos dieser Generalstreik
»ar. Nicht alle Früchte des radikalen Flügels find gereift. Es bedurfte erst wahnwitzigen Antrages auf Ausdehnung dkS Streikes auf die GaS», Wasser- und Elektrizitètswerke, m einem Teil der Arbeitervolkes die Augen vollends zu
Wen. Sie haben nun gesehen, wohin die Reise gehen sollte, M* von der übrigen Welt i ’Hyj"^ bereit sein, U^Lw^ MtoJ ES&i,^^
Mts« die Reise rm zwniesmal mitzumachen. Schlimmer ei^E^Mch^wp^. wü «ver als der Streik war der militärische Aufstand, war der Die Lffemtliche Meinung in Deuts
Nigerkrieg, den die Volksmarine-Diviston, diese Eiterbeule dkS Bolschewismus, im Verein mit den ganz Radikalen führte. Uns gelüftet ei nicht mehr nach Schlachtenschilderungen, nicht »sch gefährlichen Sensationen, aber wa» sich in dieser Woche in Berlin am Alexanderplatz abspielte, war der Bürgerkrieg in seiner schlimmsten Form. Man muß btei grausige Blut» llkkgießcn von dem Generalstreik als solchem zu trennen versuchen, wenngleich ein Zusammenhang zwischen beiden nicht iu leugnen ist. Auch der Ministerpräsident Scheidemann »urde in seiner Erklärung, die er vor der Rationalversamm- ümz über die Lage in Berlin gab, dieser Trennung gerecht. Mr er fand auch Worte für die tatsächliche Stimmung und Willensrichtung in der Arbeiterschaft. Man kann wohl einen «uistand mit Bajonetten niederschlagen, aber man kann nicht dauernd auf Bajonetten sitzen bleiben. Aber vor allem dies: Wir müssen arbeiten! Sonst haben die in ibpaa Grund, uns Brot und Fleisch vorzuenthalten. Dazu dürfen wir es uicht kommen lassen, sondern wir müssen den Unterhändlern des Be bandes in Spaa die Verantwortung für ihre finn- wskn Forderungen zuschieben können. Wenn sie dann in ^krliu und Weimar die deutsche Zukunft zertrümmern, sollen 'lc fich wenigstens darüber klar sein, daß sie dann auch ihr kliknes Grab gegraben haben. R.
Die Lebensmittelversorgung.
Der Standpunkt der Alliierten.
l,.^- Paris, 9. März. Der größte Teil der gestrigen Sitzungen «ihm tlFn Rates der Alliierten war der Prüfung der Lage ge- Jj*®*» die durch die Unterbrechung der Verhandlung in Spaa an t*\« ââ- Es wurde beschlossen, ar Deutschland eine Note in E^' ’n der darauf hingewiesen wird, daß Deutschland die iiüflu ' ~ des am 16. Januar in Trier unterzeichneten Woffen-- ^^^^'«tzobkommens aufgestellten Bedingungen erfüllen yJr ®'®i«r Artikel lautet bekanntlich folgendermaßen: Um die de^k^V Deutschlands mit Lebensmitteln zu sichern, wird die r>.^v egierung alle Maßnahmen treffen, um während der die & ^ Waffenstillstandes die deutsche Handelsflotte unter . ^«urolle und unter die Flagge der alliierten Mächte sowie ^re.n^en Staaten, denen ein deutscher Delegierter beige- L^ ?. • W stellen. Diese Abmachungen präjudizieren in keiner
V oje endgültigen Verfügungen über die Schiffe.
liiki^» Endpunkt der Alliierten geht nun dahin, daß es unzu- ^-L 'ist daß Deutschland, nachdem es der Ablieferung der Han- IniiJt e ^WfHmmt hat, heute ihre Uebergabe an BedinMngen („2, ®1®- Die Alliierten sind bereit, die Versorgung Deutsch- Stp ^" Lebensmitteln in vernünftiger Weise vorzunehmen. L^^^^en jedoch, daß Deutschland ihnen die hierfür erforder- Materialien verschafft, indem es die Handelsflotte übergibt.
Zunehmende Sterblichkeit in Deutschland.
8. März. Ueber die durch die Hungerblockade bedingte ^/'^ Sterblichkeit und Verschlechterung der Eesundheitsve-r- , mpe Deutsckffands wird bekannt, daß die Sterblichkeitsquote ^telb«k 1918 ^^ des Jahres 1917 noch erheblich übersteigt. Aus intJrf 4 Reichsgesundheitsamtes erfahren wir, daß besonders ist int 1 ®f<n Seit die Sterblichkeit der Kinder rapid angewachsen Ajit. "'M dür fehlenden Milch und der schlechter Ernährung der ^, ^"-.Die Kinder kommen anscheinend gesund zur Welt, ge« «ch« sehr bald in Verfall.
Graf Bernstorff über unsere Ziele.
WB. Berlin, 9. März. Bei der Eröffnung des demokratischen Klubs hielt Graf Bernstorff im Hotel „Bristol" eine Rede, in der er betonte, daß die mächtige Belebung des demokratischen Gedankens in Deutschland einer der wenigen bedeutungsvollen Posten sei, die wir bei der Bilanz des Weltkrieges an die Kreditseite verbuchen können. Diesem Gedanken möchte der Redner, ohne dem Ausland nachahmen zu wollen, in dem Sinne aufge- faßi haben, in welchem ihn der Westen versteht, nämlich, daß die Demokratie eine Regierung des Volkes durch das Volk bedeut«, während man im Esten unter der Demokratie vielfach an eine einseitige Klassenherrschaft denke. Sollten unsere Feinde bei der Weigerung beharren, die Schuldfrage gemäß dem deutschen Vorschläge einer neutralen Kommission zu unterbreiten, wären wir zu der Annahme berechtigt, daß sie das Urteil einer solchen Kommission zu fürchten hätten. Die Deutschland auferlegten Waffon- stillstandsbedingungen seien weit härter als die Zumutungen, die von der ehemaligen deutschen Regierung an Rußland gestellt wurden. Zu einer moralischen Entrüstung hätten unsere Feinde keinen Grund mehr, nachdem sie die deutschen Kriegsgefangenen weiter marterten und durch die Aufrechterhaltung der unmenschlichen Blockade gegen ein wehrloses Volk Greise, Frauen und Kinder morden. Auf seine Frage, weshalb wir für unsere Niederlage verantwortliche Entscheidung für die Aufnahme des uneingeschränkten U-Boot krieges und damit gegen die Friedensver, mittlung Wilsons erfolgt sei, sei ihm in Berlin regelmäßig geantwortet worden, daß die öffentliche Meinung in Deutschland eine andere Lösung nicht geduldet hätte. Bernstorff schließt hierauf auf die Macht, die der öffentlichen Meinung schon damals zugesprochen wurde, und bemerkte: Eine elementare Bewegung zu Gunsten des Friedens würde demnach der Wilsonsche „Frieden ohne Sieg" herbeigeführt haben, sowie die Versöhnung der Völker nebst einem wirklichen Völkerbund« gegründet auf der Gleichberechtigung aller Nationen. Die öffentlich« Meinung, welche in Zukunft der eigentliche Souverän Deutschlands sein werde, dürfe sich nicht von der übrigen Welt und deren Idealen sowie Empfindungen absperren wollen. Bernstorff erinnerte daran, daß die
, ... __________wie die Deutschen in der Heimat. Die öffentliche Meinung in Deutschland habe sich also wohl nicht genügend über di« DerhältnisssWir der übrigen Welt aufzuklären gesucht. Zukünftig müßten wir es uns angelegen sein lassen, die Psyche anderer Völker zu verstehen. Die Hauptarbeit habe aber im Inneren zu geschehen, damit unser Haus wieder wohnlich werde. Unserem neuen Staat sollen alle Deutschen angehören, aber wir wollen keine Fremden zwingen, in unserem rueuen Heim
M wohnen. Wie Faust fassen wir unsere Ideale zusammen in das Wort: „Auf freiem Grund mit freiem Volke stehen."
Die dauernde Entwaffnung Deutschlands.
Demütigung.
WB. Paris, 9. März. Die gestrigen Befprechungsr am Quai d'Orsay befaßten sich hauptsächlich mit den Bedingungen auf dem Gebiete der Flotte. England und Amerika stimmen jetzt in dieser Frage überein und um ihren Standpunkt mit demjenigen, den Frankreich und Italien einnehmen, ixt Uebereinstimmung zu bringen, ist es möglich, daß einige Schiffe Frankreich unb Italien Angewiesen werden.
Eine wichtige Frage war die, ob bie Bedingungen für das deutsche Heer und die deutsche Flotte einen zeitlichen oder mehr oder weniger einen dauernden Eharakter haben müßtsn. Der Vorschlag im Sinne der letzteren Auffassung nahm eine endgül. tige Form an, da dies ein Mittel ist, um Deutschland für immer im Zwang zu halten. Einige Bedingungen enthalten Bestimmungen bezüglich der Kontrolle über bie Entwaffnung und zwar für eine beträchtlich längere Zeit, als der Krieg dauerte. Dieser Umstand eröffnete wiederum für die englischen und amerikanischen Delegierten bie Aussicht auf eine mögliche Verpflichtung zur Teilnahme an der Besetzung Deutschlands und der Kontrolle für unbestimmte Zeit über die deutschen Angelegenheiten. Ebenso wurde hierbei die heikle Frage zur Sprache gebracht, inwieweit eine geschlagene Ration für immer die Berechtigung, ihre eigenen Angelegonheiten zu regeln, verlieren darf; man beriet gestern über diese Frage, aber man ist noch nicht zu einem De» schlutz gekommen. — Die
Sebingungew
bie gestern behandelt wurden, können folgendermoßem zusammen, gefaßt werden:
Deutschlands Heer wird auf 200 000 Männ herabgesetzt, die durch das Los gewählt werden und ein Jahr lang bienen müssen. Keine Aushebung darf die Zahl von 18 000 Mann überschreiten. Offiziere müssen 25 Jahre und Unter affigiere 15 Jahre dienen. Die Menge der Waffen und bet Munition wird auf die von dieser Streitmacht benötigte Menge herabgesetzt. Es werden Garantien für die vollständige DurWihrung dieses Planes geschaffen. Die Bedingungen für die Flotte enthalten Bestimmungen für eine entsprechende Herabsetzung der deutschen Flotte, die künftig nur hinreichend sein wird, ' um den Polizei- und Verteidigurgs- zweân zu genügen; sie wird nicht mehr zu den Flotten ersten oder zweiten Ranges gerechnet werden können. — Die Bedingungen für die deutschen Luftstreitkräfte setzen die Zahl der Flugzeug herab. Das Personal des Flugdienstes wird aus 1000 Mann bestehen. Es wird die Aufgabe haben, bis zum 1. Oktober Minen zu suchen; danach wird der ganze Dienst aufgehoben werden.
Obwohl die Einzelheiten dieser Bedingungen noch näher besprochen werden müssen, werden sie in der Hauptsache zweifellos unverändert bleiben.
Stimmungsb'w aus Weimar.
Soiialifimtne.
Die Nationalverfammlu «g ist nun damit beschäftigt, tue Soziale sterung in die Praxis umzuketzen. Er ist kein Zweifel, daß die Berliner Vorgänge den Wille« der Regierung zur Verstaatlichung beschleunigt haben. Zunächst soll der Bergbau sozialisiert werde«. Di- wichtigen Kohlenschâtze sollen bet Allgemeinheit dienstbar gemacht werden. Die Bergherren, die bisher ein gewichtiger Faktor im öffentlichen Leben waren, weil jeder Haushalt ihnen Zins zahle« mußtet sie werden jetzt ihrer Macht entkleidet, wenn sie auch für die 8er- Mögenseinbuße Entschädigung erhalten. DaS wertvolle Gut, bW Sohlt, sie wird nun von Reichs wegen verwaltet werden, und mm hoffentlich nicht mehr den Preisschwankungen unterworfen fein, di«; die Kaffen der Kohlenkontors füllten. Einzelheiten der Sozialisierung sind natürlich noch nicht festgelegt unb bleiben der ReichSregierung Vorbehalten. Hier wird tatsächlich ein Werk begonnen, auf dar bie ganze Welt mit Anteilnahme blicken muß. Ein ungeheuer schwieriger Werk, denn es handelt sich darum von einer Wirtschaftsweise z» Ätzers völlig neuen überzugehen. Daß dabei nicht ohne weiteres alt Hemmungen vermieden werden können, liegt auf der Hand. Am schärfsten wehren sich dagegen natürlich die Vertreter der interessierte« Kreise, die da« Ende der deutschen Vollswirtschaft voraussage«. Da» kam auch in der Sam8tagfitz»«g in Weimar zum Ausdruck. Der Wortführer der Gegner war hier besonders der frühere Kruppsch« Generaldirektor Hugenberg. Mit dem Ministervräsidcnte« Scheidemann griffen eine ganze Anzahl Reichsminister temperamentvoll «nd redselig, tote diese Herren alle zu fein scheinen, in die Verhandlungen ein. Trotz aller Protestkundgebungen der Rechten fand die Boriage, tote ja vorauszusehen war, eine große Mehrheit für sich.
Grausamkeiten und Brutalitäten.
Eine weibliche Bestie,
WB. Berlin, 9. März. Die heutige Nacht verlief tue affige» meinen ruhig. In der Gegend Deutzel- und Türmstra&e fandet Ansammlungen von Spartakisten statt, bte durch energische« Z«» greifen des Freiwilligen-Regiments Reinhardt, unterstützt d«rch
Auch in Neukölln kamen Zusammenrottungen bewaffneter Avi» listen vor, die durch freiwillige Detachements zerstreut werbe«. Die systematische Säuberung des Ostens von Berlin schreitet planmäßig fort. Die Spartakisten lassen sich im Gefühl ihrer Ohnmacht zu bestialischen Roheiten gegen die Regierung!^ truppen hinreißen. Ein mit bewaffneten Soldaten besetztes Aut« des Detachements Küntzel wurde von Spartakisten in der Särri schauerstraß« überfallen und bie Besatzung von sieben Mann erschlagen. Ebenso wurde in der Gegend der Großen Frankfurter Allee ein Lastauto des freiwilligen Marineregiments überfallen. Mit dem Tode der elf Mann starken Besatzung mutz leider -gerechnet werden. — Gestern wurde eine Spartakisten verhaftet, die nach dem Zeugnis einwandfreier Zivilpersonen an der Tötung von mindestens 20 Mann Soldaten aktiv beteiligt war. Die Spartakisten führen zur ZeÄ ihre Absicht aus, sich In Lichtenberg zu verschärftem Widerstand festzusetzen. Das Polizeipräsidium wurde von ihnen gestürmt. Sämtliche Bea. wohn er mit Ausnahme des Sohnes des Polizeipräsidenten wurden auf viehische Weise nieder gemacht. Neuerdings verwenden die Spartakisten auch Flugzeuge zum Angriff auf friedliche Bürger Berlins. Flugzeuge der spartakistisch gesinnten Fliegerrck- teilunq in Kottbus haben außerhalb der im Kampf befindliche« Stadtgegenden Bomben auf Ansammlungen von Zivilisten abgeworfen und erhebliche Verluste verursacht. Die Garde-Kavalier ie-Schützendivifion, ihre freiwilligen unb sonst unterstellte». Verbände werden sich durch das Treiben der Spartakisten i» ihrem zielbewußten Vorgehen nicht irre machen lassen. Sie müssen bie Schuld weit von sich weisen, wenn auf diese Weise die Kämpfe immer brutalere Formen annehmen. Von Seiten der Führung wird alles getan, um die nur zu verständliche Erregmg, der Freiwilligen gegen ihre unmenschlichen Gegner niederzuhalten.
Standrecht in Berlin.
WB. Berlin, 9. März. Der Oberbefehlshaber in den Markey Reichswehrminister Noske, erläßt heute folgende Bekanntmachung: Die Grausamkeit und Brutalität der gegen uns kämpfenden Spartakisten zwingt mich zu folgendem Befehl: ^be Person, bte mit der Waffe in der Hand kämpfend gegen Re- gierungstnlppen angetroffen wird, ist sofort zu erschießen. Roske,
Vereitelter Mordanschlag auf König Mbert«
DDP Genf, 9. März. Nach einer Meldung des Büros „Europa Trust" aus Brüssel, wurde anläßlich eine» BemcheS des belgisch« KSnigspaare» in Lö wen auf König Albert ein Mordanschkaz versucht, der durch die Wachsamkeit eines Polizeibeamtm vereitelt würbe. Bei der Vorbeifahrt versuchte ein Mann die Sperre ju durchbrechen und zielte mit einem Revolver auf den König. Ein Polizist konnte im letzten Augenblick den Mann überwälttgen, wobei der Polizist durch einen Revolverschug selbst verletzt wurde.
Ein Hetzversuch.
DDP Nmsterbam, 9. März. Einem hiesigen Blatt zufolge er» fährt der Pariser Korrespondent der „Pall Mall Gazette" v»n unter« richteter Seite, daß eine Kommission internationaler Finanzleute, in der naturalisierte Amerikaner, Deutsche und treudeutsche Elemente bü Mehrheit haben, sich bemühte, eine Milderung der von den assoziert« Mächten Deutschland aufzuerlegenden Bedingungen durchzusctzen. @1 heißt, daß diese Finanngruppe von Deutschland große kommerziell« Vorrechte für ihre pekuniäre und anderweitige Unterstützung verlangen werde. Tak ganze läuft auf einen gegen den englischen Handel und die Wiedcrhersrellung der französischen Judussric gerichteten Wunsch hinan«. — Die Pariser Quelle keunzeichllet bie Absicht. Di« Reb.