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tztafisnsbnick und Verlag: Waisenbaus-Buchdruckerei »ab »Buchhandlung in Hanau.
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Redaktion 64» — Erpsditto» IN
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Hmfsori r^ngenrrlbom
Mmtnmchnttgm des Biirgermeisteraints.
Bekanntmachung.
Beto. Ablieferung von HeereSgut.
Alle Einwohner bei denm noch Heeresgut irgend welcher Ar «nimliegt, welches von durchziehenden Truppen zurückgelassen oder fcnftoie in ihren Bentz gekommen ist (wie Wagen, Feldküchen usw.) Heu dies bei der Polizei anmelden oder selbst ablirfern.
-----—— —— ft.,
Detr. Abholung von Getreidegeld.
,, Elke Landwirte, welche bis zum 1. März Getreide abgeliefert kkai' können ihr Geld Sonntag den 9. März, mittags 1 Uhr, ben Unterkommissionaren Hamburger und Blumenthal in Empfang Minen.
Betv. Deckung der Pfeude.
, Jus dir Bekanntmachung des Landrats im Anzeiger Nr. 54 vom J. Mrz, betreffs Deckung der Pferde wird wiederholt hingewiesen. Langenselbold den 8. März 1919.
Der kam. Bürgermeister. Hafner.
Bete. Zahlung der Staats- und Gemeindesteuern,
. .^s die Zahlung der Staats- und Gemeindesteuern 4. Quartal Hirb mertmt nochmals- erinnert.
Som 1A März 1919 ab erfolgt zwangsweise Beitreibung. i Langenselbold den 8. März 1919.
Die Gemeindekaffe. Ditzel.
^us ^ansienstl-üld niib Umsitstend.
»irchttch- Rachvkchren für Sattlfenfrlbsld
Evangelischer Gottesdienst.
Conntag den 9. f
WitagS 10 Uhr: Gottesdienst.
ttags 2 Uhr: Betstunde.
Nationalversammlung.
WB. Weimar, 7. März 1919.
Langenselbold, 8. März.
* Gesangverein Eintracht. Heute abend punkt 8 Uhr Se« mmdc im Vereinslokal bei Wilh. Köhler.
* Tonristen-Berein „Glück auf." Die Probe des Theaters Sonntag mittag von 2-4 Uhr statt. Von 7 Uhr ab im I Vereinsabend. Alle Damen und Herren sind herzlich eingeladen. Lckützenklub Antertaud. Heute abend 8 Uhr Versamm- 9 bei Kamerad Grebe. Erscheinen sehr erwünscht.
Verständigung.
Sie Kluft in unserem Volk ist manchen wohl erst durch die PirSterlichen Ereignisse der letzten Zeit blitzähnlich klar ge» ttotten. Vielleicht ist diese Kluft durch Beseitigung von Argwohn und Mißtrauen zu überbrücken. Wir nehmen oft für Haß Mb Wen L iL«n der Legner, was im Grunde lauteren Absichten entspringt, denn der furchtbare Krieg mit seinen Leiden Mb Aengsten hat unser Seelenleben erschüttert. MiHverstand- »rr hat zu allen Zeiten und in allen Ländern mehr Unglück et» ^6t als Bosheit und Verbrechen.
Die überwältigende Masse der Arbeiterschaft, die sich herauf, stritt pft hat, v LnsSt nichts sehnlicher, als den inneren grie» M, die Rückkehr aus dem Lhaos zur Ordnung, freie Arbeit auf ‘Niet, nicht an das Ausland versklavter Scholle. Mit Ungeduld hortet man den Augenblick, da von der anderen Seite frei Mb offen erklärt werde, daß „Reaktivnsgelüste" nicht bestehe». ’W ist es, daß man in allen Ständen — ob leichteren oder Lereren Herzens, ist innere Angelegenheit und ohne entschei- Bedeutung — das Geworbene endgültig anerkennt. Der danke, das Atte gewaltsam wieder herzustellen und damit ^®61 geprüftes Vott in neue, endlose Kampf« zu ver. ' besteht nirgends mehr.
Durch ten Krieg wurden die schlechtesten Instinkte erweckt , boben eine ungeheuerliche Schädigung des allgemeinen I M k ^ens ^ ^ochl und Gesetzlichkeit verursacht. Mögen alle , "blmeinmden zusammenwirken, um dieses Empfinden neu zu - ,.e e ’eit- Das ist eine Losung, auf die sich alle Parteien einigen wtinen.
les.
^a ^'tz^L wurde um 3 Uhr 25 Min. eröffnet. Die Inter« l tith V11 ^w. bie Sicherstellung der Ernährung Deutschlands
- L am Montag beantworten.
^ Beratung des Sozialisierungsgesetz
5 Wn!5 knister Wissel: Die Regierung mutz unerfüllbaren I ,„ ” gegenüber hart fein. Die politische Umwälzung gab I a^. ^kiatigen Volk die Zuversicht, es werde in naher Zukunft I x„, i^ue wirtschaftlichen Zukunftsideale verwirklicht sehen. I Viss^ ^^ ^^ge Volk will jetzt Taten sehen und schreitet überall i Uns, Ju "^^”- Cd;eit droht die Anarchie/ die zu Tod und Ilin^ ^^"ll,führt. In dieser Wirrnis hält es die Reichsregie, Ittit/’Hniutig für ihre Pflicht, durch die Gesetzgebung dem sozia- te ' 1, streben ein legales Feld der Betätigung zu eröffnen. Auv «^ Is^^a Zeit kann nicht nur Freiheit bringen, sie mutz J Pflicht«» auierleaen. Dem entspricht das Recht auf Arbeit
Gencral-Anzeiger
Amtliches Organ für Stabt« nnb FanLüreis Kans», ©tf^eint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit Unterhaltungsbeilage.
Samstilg den 8. März
unb die Pflicht der Gesamtheft, arbeitswilligen Arbeitslosen den nottrenbigen Unterhalt zu gewähren. Dem Gesetz über die Kohlenwirtschaft wird unmittelbar eines über die Kaliwirt« schart folgen.
Abg. $ u é (Soz.s: Die wilde Sozialisierung in einzelnen Betrieben ist das Gegenteil vom Sozialismus. Das Privat- lutereffe muß sich dem Gemetmintereffe beugen.
Abg. Dr. V r a u -a s (Ztr.): Als Gegenströmung gegen den Gerst des Mawwonismus ist eine gewiffe Sozialisierung durchaus berechtigt. Die Sozialisierung'bedeutet jedoch für den Arbiter nicht nur eine Geldfrage, sondern der Mensch wM als ick er ceadtet werden im Produktionsprozeß.
Abg. Kempkes (Deutscknat.): Wir können uns von der Sozialisierung für die Produktion wie für die Arbeiter wesentliche Vorteile nicht versprechen. Mit dem Mantelgesetz wird der erste Schritt auf einer Bahn getan, von der wir nicht wissen, wohin sie führt. Das Gesetz ist eine Kapitulation der Regierung gegenüber den stürmenden Massen drautzen.
Reichsminister Wissel: Unbegründeten und unerfüllbaren Forderungen wird mit aller Entschiedenheit entgevengetreten werden. Die Regierung hat das Gesetz aus eigenen Antrieb eingebracht.
Abg. Dr. Dernburg (Demokrat): Dorr der Mitarbeit der Arbeiter in den Selbstverwaltungskörpern erwarten wir sehr Gittes Sozialisiert werden können jedoch nur die hierzu geeigneten Betriebe.
Weiterberatung Samstag vormittag 10 Uhr. Schluß 7% Uhr.
Die Vorgänge in Berlin.
Kräftiges Vorgehen der Regisrungstruxpen.
Berlin, 7. März. Mit der Eroberung des Polizeipräsidiums haben die StrvßeukLmpfe in Berlin noch nicht ihr End« gefun, den, vielmehr leben an einzelnen Stellen der Stadt kleinere und größere Gefechte auf, die starke militärische Sicherungen notwendig wachen. Im Laufe der heutigen Nacht sind alle gefährdeten off entliefen Gebäude, Bahnhöfe, Lebensmittelstellen usw. burd Regiern rgstrupren besetzt worden und zwar in einer Stärke, daß spartakislische Angriffe von vornherein ausgeschlossen ^TTFfrnreTr**®^ Viertel am Alexanderplatz bedarf gegenwärtig -^rar-^ba’ry Uiiiti^ lEÜM.UajnK^, -<w »rt^.tiajl^^- ^!'f--n ftA Swi'.tM versteckt halten. Am heutigen Vormittag wurden die Dachbämpfe in der Neuen KLvigstratze, Landsbergerstrahe und Alexanderstraße wieder reckt lebhaft. Der Verkehr mußte deshalb abgesperrt werden. Jeder Häuserblock wird jetzt von Ra- gieruvgetruppen umstellt und die einzelnen Häuser burdsucht. Es wurden etwa 20 Gefangene gemacht, die man mit der Waffe in der Hand betroffen hat. Im Laufe des heutigen Vormittags wurde die weitere Umgebung der städtischen Sparkasse am Köll- nischen Fisckmartt abyesperrt. Sämtliche Zufahrtsstraßen und Brücken wurden mit Maschinengewehren und Revolverkanonen besetzt. Dabei kam es zu Ausschreitungen von Demonstranten auf dem Spittelmartt. Einige Mann des Korps Lüttwitz wurden auf dem Platz entwaffnet und von der Menge schwer mißhandelt. Sofort hinzugerufene Verstärkungen brachten die Täter in sicheren Gewahrsam Zu einem Kampf zwischen einem Teil der Vollsm ariue-Division und der Brigade Reinhardt kam es am Freitag T orgen auf dem ELterbahnhof in Moabit. Der Gvtterbahnhof war von den Matrosen besetzt, wobei die Gefahr sntsiand. daß die dort auf gestapelten Güter und Lebensmittel von Kommunisten bescklagnahmt werden würden. Di« Brigade Reiuhardt ferterte die Matrosen auf, den Bahnhof freiwillig zu räumen. Da dies verweigert wurde, kam es zu einem sehr
von Kommunist
Reinhardt forderte die Matrosen aus M räumen. To btes verweigert trtir'__,_____ „ „.. ........ Heftigen Gefecht, in dessen Verlauf die Matrosen entwaffnet und in Gewahrsam gebrockt wurde-n. Der Bahnhof ist von der Sri» fiC'te Rcivhardt besetzt worden Die Angehörigen der Volks- n arire-T ivision und der republikanischen Soldatenwehr, die bei den Kämpfen der letzten Tage mit der Waffe it der Hand von den Regierungetruppen gefangen genommen worden sind, sollen vor ein Kriegsgericht gestellt werden. Die republikanische S^ldateuwehr dürfte ebenso wie dies bei der Dolksmarinedivi- sion geschieht, sofort aufgelöst werden. Die Spartakisten haben sich bei den letzten Kämpfen gegenüber Gefangenen bestialische dlnmen'chlichkeiten zu schulden kommen lassen. In einem Sanitätsamt wurde die Leiche eines von den Spartakisten gefangen Mncwmercn Soldaten eingeliefert, die im Lager der Spartakisten arfoefunden worden war. Sie war vollkommen unbr-
kleidet Aus der Wunde ist ärztlicherseits festgestellt worden, daß der Mann durch Handgranaten getötet wurde. Die Besatzung des Scklesisâxn Bahnhofs ist Leute von Truppe-» der Brigade Reinhardt festaenowmen worden. Die Bewachung des Personen- und Lüterbahnhois hatten 50 Mann der repubttka- ni'chen Soldotenwchr auszuführen. Im Laufe der letzten Nacht ist nun auf den Bahnhofsanlaaen Sabotage getrieben worden, einige Weichen sind zerstört und Schienen teilweise ganz von den Schwellen losgesckraubt worden. Die Mannschaften der republikanischen Soldatenwehr, deren Aufgabe es gewesen wäre, derartige Vorkommnisse zu verbäten, sind verbüßtet und nach Moabit übergeführt worden. Heute Vormittag wurde ein Lebensmitteltraneportwaae-n bei Negierungstruppen, der den Truppen eines Korps Verpflegt» gsmittel bringen sollte, in der Hannoverschen Straße von Mannschaften btt republikanischen Soldatenw ebr aufgehalten und der Kutscher gezwungen, nach dem in der Nähe gelegenen Wachtlokal der republikanischen Sol. datenwebr zu fahren. Aus die Meldung von dem lleberfall er, schienen Mamnsckaste-,! der Brigade Reinhardt und entwaffneten 100 Mann der republikanischen Soldatenwehr in ihren Unter» kunftsräumen. Die aestoblenen Lebensmittel wurden unversehrt er ff es tonten. Auf Befehl der Regierung ist heute der anarchistische Schriftsteller und Herausgeber der „Aktion". Franz Sfemfert in seiner Wohnung verhaftet worden. Pfemfert stand in dem Verdacht, den letzten Butsch mit vorbereitet und organisiert zu haben. In feiner Wohnung wurden bolschewistische Pro« paaandafchristen sowie belastendes Aktenmaterial auftefunden.
lFrkf Ztg.s
WB Berlin, 7. März. Die Berichte der an den Straß en- 'ämpfen beteiligten Trupuen ergeben folgende Tarfhflirnq: Die Regierung übertrug den Schutz der Hauptstadt der Eardckavrlle- wie-Schützondivision und den ihr unterstellten freiwilligen Trup- ven. Das Polizeipräsidium wurde von Schutzleuten und Teilen
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Redaktion 849 — Expedition 23»
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bes Alexanberregimonts verteidigt. Am 5. März, abends 10 Uhr, eröffneten die Aufruhrer das Feuer auf das Gebäude aus Feldgeschützen. Minenwettern und Maschinengewehren. Bis zum 6. März, 4 Uhr nackwittags, erfolgte Angriffe wurden abgeschlagen. Die Gardekavallerie-Echützendivision hatte den Gegenangriff der Marinebrigode, dem Sturmdetachement Heuschkel und Teilen der deutschen Schutzdiviston übertragen. Am 6. März.'
2 Uhr 30 Min. nachmittags, drängten die Freiwilligen im Gegenangriff gegen ten Alexanderplatz und die umliegenden Straßen die Spartakusleute überall zurück. Den Kern der Spartak ideu bildeten die Volksmarinedivision und große Teile ber republikanischen Soldolenwehr. Die Spartakiden gaben de» Angriff auf das Polizeipräsidium auf und räumten den Alexanderplatz unter Zurücklassung zahlreicher Toter und Verwundeter. Di« Barrikaden wurden zerstört und dem Gegner mürbe nach Osten und Südcsten nachgedrängt. Die Volksmarinedivision verwandelte ihr Ouartier im Marinehaus an der Ianowitz- Èrüde unter Verwendung von Artillerie, Minenwerfern und Maschinengewehren in eine Festung. Nach kurzem Wirkungs- ichieße-n mit schweren Feldhaubitzen erhielt das Haus drei Treffer. Unter der Besatzung brach eine Panik aus. Sie warf die Waffen in die Spree und versuchte zu entkommen. Jedoch würd« der größte Teil der Verräter gefangen genommen. Um die Besatzung im Realgymnasium in der ENsabethstratze auszurau- chern, zündeten di« Aufrührer vor den Türen und Fenstern groß» Feuer an. Gerade zur rechten Zeit entsetzten die Verfolgaags-i kommandos die Verteidiger. Auch hier hatte Spartakus schwerstes Verluste. In Neukölln schaffte das Neserveregiment 64 Ordnung.^ Gegen 4 Uhr nachmittags ist die Cesamilage etwa folgendes Die Spartakisten, bestehend aus Angehörigen der Volksmari we- division, die republikanisch« Soldatenwehr und allerer licht, scheues Gesindel, zogen sich auf die Gegend der Köpenicker und Großen Frankfurter Straße zurück. Die Verluste der Spariakus- wänner sind sehr groß. Wenn auch der letzte Widerstand noch nicht niedergeschlagen ist, dürfte doch die Krisis überwunden sein.)
Das Ende des Streiks.
WB. Berlin, 7. Mörz. 7 Uhr abends war be tatsächlich beendet. Die Untergrundbahn nahm den Verkehr gleich wieder auf. Di« Setzer und Drucker kehrten alsbald an ihrs Arbeitsstätten zurück." Das Telephon wurde für den Primärer kehr freiregebem. Ein formeller, Abschluß des Streite liegt -$ur dcet iwil# nicht- vor,.weil ein ' " beiterrats von Groß-Berlin noch nicht veröffentlicht worben ist. Immerhin beginnen die Straffen .ihr gewöhnliches Aussehen- wieder anzunehmen.
Ihre Vepmcfhlung beehren sich anzazeigen^ ' - J
Friedrich Roth -
102681t'
Minna Rolli- M Scherer.
Langenselbold den 9. Märe 1919,
MIA £üUlnie!e LüWllWâ
Programm
für Sonntag den 9. März 1919:
DMAM-ekFWiiMllWM
Drama in 4 Akten. Die Mimiirâ
In der Harrptrolle Henni Porten. 4375g.
N fckmrLiags 4 Hüt Kiudervorftellttng.
Absuds Tb Uhr für Erwachsene. 'Der Unternehmer: Häfner.
Heute abend 8 Uhr findet im Vereinslokal unsere diesjähriat
MutacrläiMitad statt, wozu alle Mitglieder, dringender Angelegenheiten halber, erscheine», müssen. Unkntschuldigtes Fehlen wird besttast. 4137g
Der Barsiand.
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auf Wunsch auch noch altes, hat sofort aSzugeben
4877t
Friedrich Winterstein
Langenselbold, Feldstraße 14.
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