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General-Anzeiger
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Fernfprecha^fchtist
Redaktion 640 — Expes' ion MN
Ludendorff u. das Waffenstillste- dsangebol.
I Vom Wolffs cheyLelegraphen-BSrea« wird folgende Dol iePMg verbreitet: j Zn einer in den Blattern veroffent idjiétt Unterredung hat General Ludendorff sich auch über die Entstehung des deutschen Waffenstillstandsu .geLvts vom Oktober 1918 geäußert. An diesen Aeutzèrunge; ist zunächst von allergrößtem Werte das Eestündni d Zenerals, daß er selber « Spätsommer 1918 ab r t a'c Kraft für einen Friedensschluß eintrat. Danrit wirr -wn berufener Seite fest- gestellt, daß die Oberste H istitung selbst es gewesen ist, die die Initiative zu unsere letzten Friedensschritt ergriff. Was die Geschichte des Waffenstillstandes im ein- zclnLN betrifft, so find aut 'rund einer demnächst erscheinenden amtlichen Denkschrift )m Stadien in ihr zu unter- Heiden: 1. Ende September und in den ersten Tagen des Oktobers drängte 'S es erd Ludendorff auf sofortige Her- âwgdbe eines FriedensrngeluM. Man möge „nicht erst D zur Bildung einer ^utit Regierung warten, die sich Aerzögern könne", Herre -hielte die Truppe noch, wir feien joch in einer würdig . Lage, es könne aber jeden Augen- M der Durchbruch erfolgen. (Im Auftrag Ludendorffs zergangene Telegramme b« Legationsräte v. Grunau und I Lersner aus den Großen Hauptquartier vom 1. Oktbr.) „General Ludentn f e lärte mir, daß unser Angebot so- ârt von Berli« aus nach Washington weitergehen müsse. iS Stunden könne oie Armee nicht noch warten, er bäte, Mes zu tun, damit das Angebot auch auf die allerschwerfte pfeife durchkämt? (Telegramm des Logationsrats v. Lers- ßer am gleichen Tage.) Daraufhin wurde bekanntlich Wer dem *i*>r^ Mfderstreben des Prinzen Max das WMnsanp.x u- b .. eândung M dKM WüMW- indsangedot eviaffen. 2. Am 17. Oktober kam General «dendorff s einer Kabinettsfitzung zu Berlin zu folgen- em Votum: Die deutsche Front habe bester gehalten, als : vor zwei Lochest gedacht habe. Wenn man ihm mehr WchMersntz ul Aussicht stelle, so glaube er, den Krieg ntsühren zr können. Er vertraue dabei freilich mehr auf sin Soldare: gbm ; eine Garantie dafür, daß wir bei Fort- Hünq des Kt reges militärisch und politisch bester dastehen »iirden. könne er richt geben. Die politische Reichsleitung ch nach angehenden Beratungen in einer solchen Fort- Atzung des Krieges ein Hasardspiel. Der Menschenersatz, er in Aussicht gestellt werden konnte, war quantitativ und Mlitati» unzureichend. Trotz einzelner heroischer Sei» wißen wir mit einer Festigung der deutschen Westfront ei der IctU^ steigenden technischen und numerischen Mebevlegenheit des Feindes nickt zu rechnen. Sicher war Wut, daß Leid, Elend und Zerstörung nicht nur über roei- Dre Teile Belgiens und Nordfrankreichs, sondern später auch in dc eigene Land hineingetragen werden würden. Woher brach die politische Reichsleitung die Gespräche mit Washington lickt ab, sondern verhandelte weiter auf der Grundlage der Wilsonschen Bedingungen. Auch in diesem Wtadium der Entwicklung hat übrigens General Luden- Wrff nietete klipp und klar den Abbruch der Verhand- Wngen «erlangt. 3. Das dritte Stadium trat ein, als Warschau Fock seine Bedingungen für den Waffenstillstand Überreicht«. Diese überschritten das erwartete Maß um W^k vielfaches, trotzdem gab im Einverständnis mit der ' E RrichÄeitung Eeneralfeldmarschall v. Hinden- Murg seine Weisungen dahin., daß zu unterzeichnen sei, auch E^n intern e erringen niè erreicht würden. Es ist dies ^chbäi Reichsminister Erzberger jüngst in der Rational- Mrfammlung verlesene Schreiben vom 10. Rovemâr. Die Mkenntnis der Niederlage hatte inzwischen die Zerrüttung Wes Heeres seit 17. Oktober beendet. — Zusammengefaßt: ZÈ A' forderung des Waffenstillstandes war schwer, noch
■ r; war seine Unterzeichnung. Beides wurde durch ^' Oberste Heeresleitung selber gefordert und gebilligt, umt die politisch notwendig gewordene Konsequenz Muserer militärischen Lage.
- Was will Spartakus?
n '! Berlin, 4. März. Die „Deutsche Tageszeitung" . ^ In einer dem „Vorwärts" zugegangenen Zuschrift I s «rbeiierrats von Gelsenkirchen über die dortigen Un» •Wf- bergt es: Auf eine Anfrage eines Mitgliedes der V^iSiiMtei, wie sich die Spartakisten die Umwälzung »VinEutschlDld dachten, erklärte der Führer der Sparta- Schumacher: „Wir wollen, daß die Zustände schlim- »^-Iocrden! als in Rußland. Die Betriebe sollen betriebs- ^ ^'6 gerächt werden. Wenn die Bevölkerung halb ver- sbau^"! ^' ^^^^ wollen wir auf den Trümmern neu auf- L ^ Angesichts solcher Aussprüche muß man sich fragen, t ^Cn 63 mit Wahnsinnigen oder Verbrechern zu tun : ^ ’ 7"zu bemerkt die „Deutsche Tageszeitung": Das ist L ®Qyte Bild des Bolschewismus, das ein Teil seiner Füh- I **ute noch durch verlogene Phrasen zu verschleiern jucht.
Diknstlia den 4. März
Der innere Wirrwarr.
AuS Berlin bringt der Draht Meldungen über die Proklamierung de» K eneralstreik». Wir lasten die Telegramme hier folge«:
WB. Berlin, 8. März. In her heutigen Sitzung her Berliner Arbeiterröte wurde der Antrag der KommuniÜen zur Erklärung de» Keueralüreiks durch Unterstützung der Unabhängigen mit knapper Mehrheit gegenüber den geschlossenen Stimmen der MebrbeitS- kozialisten und Demokraten in sehr tumultuarischer unübersichtlicher Versammlung angenommen.
Berli«, 3. März. Die Vollversammlung der Berliner Arbeiterräte hat mit unaeläbr zwei Dritteln Mebrbeit den Generalstreik beschlossen. Er lass am heutigen Mend beginnen. Sodann wurde sestaeleqt, welche BerulSgntppen am Streik nicht teilnehmen dürfen: die Lebensmittelbrsnche, die Feuerwehr, da» gesamte Sanitätrwesen, die Gaswerk«, Beerdigungrinsiitute, Krankenkassen und Kewerkschalt». ornanisation-'n. In den Senerglktreik treten u. a. «in: die Verkehrsmittel mit einer kleinen Einschränkung, Elektrizitätswerke, Doss vnd Telegraph, Gaüwirtschalten und Hotel», Dienstboten und Presse. Sodann wird über die Streilsorderungen beraten. Die von den A.» lmd S -Räten ausgestellten Richtlinien, über deven Ausgaben, werden hierbei al» Grundlagen behandelt. In politischer Beziehung wird arundsätzlich die Anerkennung der A.- nnd S.-Räte gefordert. Die von der .Roten skabne" hrärisierten Forderungen werden mit Zwei- drittel-Mebrbeit abgelebnt. Die sieben „Hamburger Punkte", die bei dem Rätekonarest im Dezember beschlossen wurden, werden mick al» Reichssorderungen aneenommen. • Werner wird verlangt : Freilassung asser politischen Gefangenen, bes»uders die von Ledebour >md Radek; AnssSsung der Standgericht«; Wiederaufnahme der politischen und Wirt- schgftlichenBeziebungen zu Russland; sssortigeAnflösunaderffreiwilligen- korps; Umwandlung der besiebenden Gerichte in D^lkSgerichte. Daraus wird über die Einzelkorderungen, die die „Rote Iabne" erhoben hat; dass eine Anzahl führender Männer der alten und de» ietzige« SustemS von einem RevolutionSgericht abgeurteilt werden sollen, nach längerer Debatte getrennt abaestimmt. Der erste Teil, wonach die beiden Hobenzollern, Hindenburg und Ludendorff abzuurteilen waren, wird angenommen, der zweite Tess, der Ebert, Gchezdemann -»«sâLLe.HèttW, eOot^L erheben hiergegen Protest: e» wird also nochmals zur Abstimmung geschritten und da» erste Resultat bestätigt. Schssesslick wird beschloffen, die Mörder von Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht und anderen Revolutionropfern in der gl ichen Weise vor ein RevolutionSgericht zu stellen.
Al» Streiklettung wird der Vollzugsrat bestätigt. Sodann wird eingehend darüber debattiert, auf welchem Wege die S'reikseitung zu verstärken sei. Die Kommunisten scheiden au» der Streikleitung aus und prollamieren eine eigene Streikleitung. Da hierdurch da» Gleichgewicht innerhalb de» VollzugSratS gestört würde, vre-testierten die Unabhängigen gegen die im Streits omitee vertretenen Demokraten und verlangten deren Austritt; die Demokraten traten schließlich freiwillig zurück.
WB. Berlin, 3. März. Nachdem auf Antrag der Kommunisten die Erklärung des Generalstreik» für Berlin angenommen war, haben sich sofort an verschiedenen Stellen der Stabt spartakistische Unruhen gezeigt. , So kam es zu Ansammlungen auf dem Alexander- platz und zu kleinen Schießereien, die leider auch bereit» einige Tote als Opfer gefordert haben. Auch in der Brunnenstraße, Invalidenstraße, Anklamerstraße und Weinmeisterstraße haben spartakistische Putsch« eingesetzt. Soldaten und Polizeibeamte wurde angehalten und mißhandelt. Vier Polizeirevier« in der Nähe der Jnvalideu» straße wurden gestürmt, Telephonleitungen wurden durchschnitte«. Der Angriff auf den Nordbahnhof ist von der militärischen Besatzung abgeschlagen worden. Am Alexanderplatz wird geplündert. Alle» deutet darauf bin, daß, die SvartaknSleute Berlin wie im Januar terrorisieren wollen. Sie werden an dem festen Willen der Regierung, die sofort den Belagerungszustand verhängt hat und Ruhe und Ordnung unter allen Umständen aufrechterhalten wird, unüberwindlichen Widerstand finden-
WB. Berlin, 3. März. Um die Mehrheit der werktätigen Be- völkernng Groß-Berlin» vor terroristischen Anschlägen einer Minderheit zu schützen und v«r Hungersnot zu bewahren, hat da» preußische Staatsministerin« für den Landbezirk Berlin, für Spandau und Teltow und Niederbarnim den Belagerungszustand erflärt. Die vollziehende Gewalt geht auf den Oberbefthlshaber in den Marken, Reichswehrminister Roske, über, der zur Ausführung des Belagerungszustand«» btsondere Verordnungen erläßt sowie an die Bevölkernng eine Warnung vor Verbrechen und Ausschreitungen mit Hinweis auf die Einsetzung außerordentlicher Kriegsgerichte richtet.
Di« Hatt««- der Beamtemschaft.
WB. Berlin, 3. März. Auf Grund eine» Beschlusse» der Bor- stände der im deutschen Beamtenbunde zusammengeschlossenen Beamtenverbände (darunter die Verbände der Effeubahn- und Postbeamten) lehnt dir devtsche Beamtenbund den Eintritt in den allgemeinen Be- amtenstreik al» Gegenmaßnahme geg«« den Generalstreik der Arbeiter ab. Auch tritt der deutsche B«amteub»nd nicht in den Streiken: Anschluß an einen etwaigen Bürgerstreik. Ein besonderer Ausschuß bei deutschen BeamteubundeS ist ermächtigt, etwaige writ«re Maßnahmen zu treffen.
^ Zur Lage in Leipzig.
DDP. Leipzig» 3. März. Die Streiklage in Leipzig hat sich verschärft. Dein OLerbürgermeister der Stadt Leipzig wurde gemeldet, daß bei weiterem Ausbleiben der Kriegsund Erwerbslosenuntersâtzung die Auszahlung durch den Arbeiter- und Soldatenrat bezw. die Streikleitung erfolgen werde. Das erforderliche Geld werde man sich zu verschaffen wissen. Ebenso soll bei Fortdauer der Betriebs- ernstellung in der Mehlverteilungsstelle die Verteilung durch die Streifleitung erfolgen. Für die Spartakfften und Kommunisten ist der Streik insbesondere auch infolge des Einrückens der Regierungstruppen in Halle zu einer Prestigefrage geworden. Sie rüsten zu Abwehrmaßregeln. Auf allen Landstraßen sind Posten, zum Teil auch Zivil, aber mit Waffen und scharfer Munition ausgerüstet, auf- gestellt.
FernsprechanschluH Redaktion 640 — Expedition 280
1919
S9
r Der Streifbeginn in Spandau.
DDP. Berlin, 4. März. Die „Tägliche Rundschau" meldet: Die ersten Anzeichen des Generalstreiks habe« sich gestern in Spande^ bemerkbar gemacht. In den Artilleri» Werkstätten Süd und Nord, sowie in der Munitionsfabrik haben die Arbeiter die Arbeit niedergelegt. In Privat» und städtischen Betrieben hat sich in Spandau die Streik- bewegung nicht bemerkbar gemacht.
StimmMgsbild aus Weimar.
Rede« in Weimar.
Während das gange Reich vor schwere« Grschütterunge« ficht, hält man in Weimar unbekümmert seine Berha»dlnng«n ab, schwingt man große Reden, die stundenlang dauern und achtet nicht scharf genug auf die Erscheinungen beS Tage«. Die Samrtagrsitzung fmß zwar wirkungsvoll dadnrch an, daß sämtliche Frauen der Nationalversammlung aus allen Parteien vor her ganzen Welt Einspruch erhoben, gegen die schmachvolle Hungerblockade der Feinde, die immer noch anhält. Hoffentlich findet der Ruf Widerhall in hex Ländern her Gegner, wo eS doch schließlich auch noch Menschen geben muß. Eine weitere gemeinsame Kundgebung, von her sich allerdings die «u- abhängigen Sozialdemokraten ausschlossen, forderte unter Berufung auf da» Wilsonprogramm die Rückgabe unserer Kolonien, bie uns widerrechtlich vorenthaltcn werden. Hierbei nahm der neue Kolonial- minister Dr. Bell Gelegenheit, sich dem Hause vorzustellen. Zugleich wie» er die feindlichen Behauptungen, als ob unsere Koloniälpolitik rücksichtslos und brutal gewesen wäre, mit Entschiedenheit an bet Hand von unwiderlegbaren Beweisstücken zurück.
Ein Reihe von kleinen Dorlagrn aller Art wurde erledigt. Heftige Auseinandersetzungen gab es bei der Frage, ob alle Verordnungen der Velksbeauftragten aufrecht erhalten werde« sollen. Es wurde beschlossen, die angefochtenen nachznprüfen.
Am M o u t a $ ist die VersaffungSauSsprache weitergefâhrt Word«. Der Präsident widmete vorerst deu heimgckchrten OstafcikLneru »arme Worte btt Dankbarkeit.
Nationalversammlung.
WB. Weimar, 3. März.
BormtttasSfitz«ng.
Zu einer schönen Kundgebung gestaltete sich da Segnm bet heutigen Sitzung, als Präsident Fehrenbach unseren heimgekehrten Ostaftikanern den Gruß der Heimat entbot. Das _ ganze Han» mit Ausnahme der beiden im Saal anwesenden Unabhängigen exhob fich, um auf diese Weise Ehre und Dank der tavferen Heldenschar zu «r- vxisen, die, wie der PrâsideE auSsührte, ein feuchtende» Beispiel gab, was ein fester Zusammenhang unb treue Brüderlichkeit auch in den schlimmsten Lagen zu leisten vermag. Der Beifall, den das Hau» den Worten de» Präsidenten spendete, wurde auch von den Tribünen begeistert ausgenommen. Hierauf wurde die unterbrochene Beratung bes VerfassnngSgesetzes fortgesetzt. Reichsminister deS Jnaem Dr. Pr eu 6 ergriff als erster das Wort, um auf die von hex Rednern der verschiedenen Partei« gegen den Entwurf erhobenen Bedenken einzugebrn. Seine Darlegungen, die er nur vor i hr schwach besetztem Hause zum Vortrag brachte, gipfelten in der Bekenntnis, daß die einzig mögliche imd tragfähige Gnrndlage für die Verfaffimg die demokratische Selbstbestimmung des Volke» sei. Abg. Alper», her namens der Welieu sprach, wandte fick in längeren Ausführungen gegen hex preußiscken Zentralismus. Er forderte das freie Selbst- bemmmimgSrecht für da» ganze hannoversche Voll, konnte aber mit seiner Prophezeiung, daß sich bei einer beantragten Volksabstimmung eine gewaltige Mebrbeit für da? freie Hannover entscheiden werde, nur geringen Beifall im Hause finden. Diese Ausführungen gaben dem preußischen Justizminister Heine Vrranlassung, vor einer Zerschlagung Preußens eindringlich zu warnen. Die einzige Möglichkeit, ans all den bestrhenden Schwierigkeiten herauSzukommen, sei und bleibe die Einheit Dentichlandk, für die aber eine Zerreißung VrtutzenS ein schlechtes Beispiel sei. Nackdem noch der sozialdemokratische Abgeordnete V o g e l ans die Unmöglichkeit der sofortigen Umstellung der bestehenden GesellschastSerdnuxg biugewiesen hatte «»d eine schrittweise Sozialisierung befürwortete, wurde die Beratung vertagt.
Nachmittagsfitzttng.
Mg. Dr. B«perle (Zentr.k: Wir wollen in der Daperisch« Vollspartei gegenüber den unitari'cken Bestrebungen die Auftechter- erhaltung der gliedstaatlichen Jnterefsen gewabrt wiffen. Der Parti- kulariSmür Wurzeft nicht in Reichsgcgnerschaft, sondern in dem Festhalten «n der Eigenart der eigenen Laude». In dem vorliegend« Entwurf erscheinen ims zu westgebende Zngeständn ffc an dem Uni- tariSmuS. DaS bayerische Voll ist für den UnitariSmuS nicht zu hab«, weil es darin immer die Gefahr einer Verpreußung wittert. Die Aufrechterhaltung deS bisherigen preußischen Besitzstände» läßt fick nicht mehr rechttettigen.
Mnister Preuß widerspricht der Grundtendenz dieser Rede.
Abg. Düringer (deukschnational): Gegen etwaige ZerstückeluLgS- verfncke Preußens erheben wir schärfsten Einspruch. Wir verlangen eine Sicherstellung der christlichen Kirche durch Aufnahme von Normativbestimmungen in die Verfassung. Möchten unserem armen schwergeprüften Volke nach diesen unglücklicken Jahren bald Männer he- schieden sein, die Deutschla»d einer glücklichen Zukunft entgegenfübren.
Dr. Schicking (Demokrat): Für das Volk bedeutet da» Der- faffungrwerk die Wiedergeburt au wahrhaft deutschem Geist. Di« dreijährige Legislaturperiode für die Reichstagswahlen möchten wir auf 5 Jahre verlängert wissen. Das gesamte Schul- und Unterrichts- wesen muß einheitlich aufgebaut werden. Ebenso müssen wir im Verkehrswesen noch zu größerer Sinbeitlichkeit kommen. .
Abg. Dr. Del»Horn (Welfe) verlangt die Selbständigkeit Hannovers.
Preußischer JnsiizmiNster Heine: Dem Wunsche eines Teile» der hannoverschen Bevölkerung nach einem selbständige» Staat steht die viel größere Masse bet sozialdemokratischen Arbeiter als Segnet gegenüber. — Weiterberatung Dienstag nachmittag 3 Uhr.
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WB. Weimar, 3. März. Nach den Beschlüssen de» fliestet« ansschuffe» wird b«S Han» morgen, Dienstag, dir rrpe Lesung bei VersaffungSgesetzes beenden und darauf eine Paus« in den Sol« sitzungen eintreten lassen, um den größeren Kommissionen, vor allem der Verfassnngrkammstsion Zeit zu ihren Beratungen zu geben. D« Präsident wird die Ermschtigimg erhalten, die nächste Vollsitzung «m» gnberufen, sobald die Sozialisierungsvorlage dem Hause gugegangen ist. Es wird damit gerechnet, daß die nächste Vollsitzufi- baäil E Blontaa der kommende» Woche stattüudm wird»>. - *