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Verantwortlicher Redakteur: Gustav TchreLgt, für Anzeigen «.Reklame»: August Brodt, beide « Hauau.

ft. 52 Redaktion «ä Trv^ US» Montag »den 3. März 0 hA Redaktion 648 Erv^iition 888 191»

Mahnung an die Arbeiterschaft.

E PDP. Berlin, 3. März. Der Vorstand der sozialdemo­kratischen Partei Deutschlands und die sozialdemokratische Fraktion der Nationalversammlung fordern imBor- garts" die Arbeiter auf, sich gegen die Tyrannei zur Wehr ß setzen, mit der sie zum politischen Massenstreik gezwun­gen werden. Wahnsinn und Verbrechen so heißt es in dem Aufruf jagen durch deutsche Land«. Wird dem Wen Wüten nicht Einhalt getan, so gräbt sich die deutsche Irbeèterklasse ihr eigenes Grab. Seit den entscheidenden ovembertagen hat der politische Massenstreik als Kampf- ittel der Entrechteten jeden Sinn verloren. Was als Ziel r wilden, zügellosen Bewegungen hingestellt wird, ist M erreicht oder wird in nächster Zukunft gesetzlich fest- gelegt werden. Die Soldatenräte verschwiriden nicht. Die Krbeiterräte verschwinden ebensowenig. Sie müssen in Ketnebsräte umgewandelt werden. Politisch ist auch die ^irtschafUiche Demokratie der Arbeiter gesichert, voraus« Netzt, daß sie einig und geschloffen auf dem Wege der Demokratie wandeln und jede Tyrannei zügelloser Ele­mente von sich abschütteln. Die Sozialisierung wird eben­stes in dem Maß und mit der Eile, die volkswirtschaftlich nur irgend möglich ist, vorgenommen. Die sozialdemokra- De Fraktion bereitet einen Initiativantrag vor, der die Sozialisierung der Bergwerke vorsieht. Andere Soziali- slsrungsmaßnahmen sind in intensiver Vorbereitung. Um bie demokratischen und sozialistischen Ziele der deutschen »rbeiterfchaft durchzuführen, braucht kein einziger Arbei- Kr in den Streik zu treten. Dafür bürgt die Fraktion, die ernt sozialdemokratischen Wählern und Wählerinnen in die ^üoffalVorsainmlung entsandt worden ist. Der politische ^^Mreik nutzt heute nicht den deutj.

nur den deutschen Kapitalisten. In dieser Zeit der öèrtschaftslähmung und des Rohstoffmangels kann ihnen ichts willkommener sein, als daß die Arbeiter geschloffen e Betriebe verlaffen. Der politische Maffenstreik stärkt fußerdem die ausländischen Imperialisten und Annexio- isten, die danach trachten, die deutsche Wirtschaft zu er­drosseln, die deutschen Arbeiter zur Auswanderung zu ingen und dadurch in ihre Sklavpn zu verwandeln, eder politische Maffenstreik verschärft die feindliche ockade, verschärft unseren Hunger, vermehrt unsere Ent- Hrungen und schleudert Tausende Deutscher ins Elend, llt ihr das? Nein und tausendmal nein! Setzt euch M Wehr! Laßt euch nicht von wenigen bewaffneten Fana- ikern aus den Betrieben mit Gewalt oder durch Heuchle- ische Betörungen herauslocken, stellt ihrem schädlichen Bs- innen planvollen Widerstand entgegen.

Die Waffenstillstandskommission, s Sitzungsbericht vom L März in Spaa. ^L

WB. Berlin, 2. März. Wie bekannt, hatte Reichsmini- Erzberger bei den Verhandlungen zur Verlängerung Waffenstillstandes in Trier am 18. Februar folgende Ergänzung zu dem Abkommen vorgeschlagen: Zu Artikel 4, sofortige Freigabe der deutschen Kriegs- und Zivilgefange- «on; zu Artikel 5, Straflosigkeit der Deutschen wegen An­kaufs von Maschinen und Material aus den ehemals be- sttzten Gebieten; zu Artikel 6, Indienststellung einiger deutscher Kriegsschiffe zur Unterstützung des Kampfes Uen den Bolschewismus; zu Artikel 7, Freigabe der Küstenschiffahrt; zu Artikel 8, Rechtsgarantien für die deutschgesinnte Bevölkerung in Elsaß-Lothringen; zu Ar­tikel 9, Verkehrsfreiheit zwischen dem besetzten und dem ttlcht besetzten Gebiet; zu Artikel 10, niedrige Bemessung «« Unterhaltungskosten der Besatzungstruppen. Marschall »och hatre es abgelehnt, diese Punkte als Ergänzung in . " Waffenstillstandsvertrag aufzunehmen. Er hatte sich lusch bereit erklärt, die deutschen Vorschläge den feind-- ilchen Regierungen alsbald zur Beschlußfassung zu unter- Werten. Die deutsche Waffenstillstandskommission hat bis Nute keine Antwort auf ihre Vorschläge erhalten, die ^gerdem noch in einem Schreiben des Reichsministers ^zberger an Marschall Foch vom 15. 2. niedergelegt sind. £tc deutsche Kommission erinnerte daher heute in einer ., an die Zusage des Marschalls Foch und bat um bal- Uebermittelung einer Antwort der alliierten und asso- ^'ttten Regierungen auf die deutschen Vorschläge. Gene- ar Lndant teilte der deutschen Kommission mit, die fran- ^ische Regierung habe beschlossen, zum Studium der Lebensmittelversorgung Deutschlands unter Führung von Nenn Hoguenins eine aus vier bis fünf Personen be­gehende französische Mission nach Berlin zu entsenden. Von ^mmerstein begrüßte diesen Schritt der französischen Re- »lerung, erhob jedoch Einspruch gegen den Ausdruck der Zuteilungdie französische Regierung hat beschloffen".

e- ^slrage imnLöUcherseits» ob die Entsendung der

Mission genehm wäre, hätte der Mlichen FSrm mehr ent­sprochen. Die hessische Regierung hatte durch ein Dekret vom 16. Januar für die Provinz Rheinhessen einen neuen Landesgerichtspräsidenten ernannt. Das französische Ober­kommando ersuchte den neuen Präsidenten, ihm das Dekret vorzulegen und teilte dem Präsidenten, nachdem dies ge­schehen war, mit, daß er nunmehr zur Ausübung seiner Befugnisse ermächtigt sei. Der Vertreter der deutschen Re­gierung legte nachträglich Protest ein gegen dieses Vor­gehen des französischen Oberkommandos. Er wies darauf hin, daß das Verhalten des Oberkommandos mit dem Ar­tikel 5 des Waffenstillstandsvertrages unvereinbar ist, nachdem das Oberkommando nur das Auffichtsrecht über den laufenden Gang der Landesverwaltung hat. Die Kreisdirektoren Loftetter und Albrecht, sowie der Rech- nungsrat Friebel in Diedenhofen sind von den Franzosen anfangs Februar verhaftet worden. Die deutsche Kom­mission ersuchte um ihre Freilassung. Auf den Vorwurf Nudants, die deutsche Kommission erhebe zuweilen Be­schwerden, die sich bei näherer Untersuchung als unbegrün­det herausstellten, wandte der deutsche Vorsitzende ein, daß die eingehenden Beschwerden, soweit dies möglich sei, sorg­fältig nachgeprüft würden. Dies sei jedoch nicht leicht, da bekanntlich der Verkehr mit dem besetzten Gebiet erschwert und mit Elsaß-Lothringen überhaupt unmöglich sei. Er bat Nudant um Angabe eines Weges, der die genaue Prü­fung der Beschwerden ermögliche. Solange dies nicht ge­schehe, müsse er alle Fälle, in denen die vorliegenden An­gaben wahrscheinlich sind, mit der Bitte um eingehende Prüfung der interalliierten Kommission weitergeben. -

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WB. Berlin, 2. März. Marschall Foch läßt der deutschen Waffenftillüandskommisston in Spa« am 2. März-durch eine Note mètkeilen, daß die alliierten Vertreter für die Verhand­lungen über die Lebensmit elverforgung Deutschland» und die damit zusammenhängende Finanzfragen und Schiffshrtsiragen am 4. März in Spaa eintreffen würden. Ihre erste Zu­sammenkunft mit den deutschen Delegierten sei für Diens­tag den 4. März, nachmittags 6 Uhr, vorgesehen.

Protest der bayerischen Mitglieder - der Nationalversammlung.

WB. Weimar, 1. März. Die in Weimar anwesenden bayerischen Mitglieder der deutschen Nationalversamm­lung von der sozialdemokratischen Partei, der bayerischen Volkspartei, der Deutschen Demokratischen Partei und dem Bayerischen Bauernbund einigten sich auf eine in deren Auftrag von Hans Vogl (Soz.) und Dr. Quidde (Demo­krat) gezeichnete Erklärung, die sie dem bayerischen Gesandten in Berlin v. Preger zur Uebermittelung an die derzeitigen Machthaber in München zustellten. Die Er­klärung wendet sich gegen die Behinderung des Landtages infolge der Gewalttaten fluchwürdiger Verbrecher und da­gegen, daß bis auf weiteres ein provisorischer Nationalrat, gewählt von den örtlichen Arbeiter-, Bauern- und Sol- datenräten, die Aufgaben des Landtages übernehmen und insbesondere ein neues Ministerium einsetzen solle.Der Rätekongreß", fährt die Erklärung fort,miß kein Mini­sterium, das sich auf die Mehrheit des Volkes stützt, sondern nur ein von ihm abhängiges Scheinministerium. Eine auf diese Weise zustande gekommene Regierung würde, wie uns auf Anfrage von zuständiger Seite erklärt wurde, niemals die Anerkennung der Reichsregierung finden. Die Ver­treter Bayerns im Staatenausschuß müßten daher gemäß der provisorischen Reichsverfassung in dem Augenblick aus­scheiden, in dem über die Neufeststellung des Verhältnisses Bayerns zum Reich und seiner Sonderrechte entscheidende Beschlüsse gefaßt werden. Aber auch darüber hinaus würde eine verschleierte Errichtung der Räterepublik, wie sie in dem Beschlusse des Rätekongreff« liegt, die unheilvollsten Wirkungen für Bayern haben. Auch unsere Feinde wür­den eine derartige Regierung niemals anerkennen, sie würden vielmehr den Zwiespalt, der zwischen Bayern und dem übrigen Reich darüber entstehen müßte, auszunutzen wissen, um dem deutschen Volke, mit dem wir Bayern eins sind, eins bleiben wollen und eins sein müssen, zusammen­gekettet jetzt im Unglück noch mehr als im Glück, noch furcht­barere Waffenftillstandsbedingungen auszuerlegen, als wir sie jetzt schon haben und erdulden müssen. Die Loslösung, wozu letzten Endes die Beschlüsse des Rätekongresses führen müßten, wäre die größte Wahnsinnstat. Sie würde nid# das Reich, sondern Bayern zu Grunde richten. Gerade die schaffende Bevölkerung unseres Landes würde dadurch am schwersten getroffen. Hinter dem Beschlusse des Rätekon« grosses steht nur eine verschwindende Minderheit des baye­rischen Volkes. Die große Masse des arbeitenden Volkes in Stadt und Land will von einer Regierung, die sich auf eine derartige Minderheit stützt, nichts wissen. Mr als j

die vom ganzen bayerischen Volk erwählten Abgeordnete^ Bayerns zur deutschen Nationalversammlung erklären des«! halb den Beschluß des Rätekongreffes und die von ihm ge­bildete Regierung nicht als Ausdruck des Dolkswillens an* erkennen zu können. Nur der bayerische Landtag ist be­rufen, eine neue Regierung zu bilden, ihm muß Gelegen­heit zur ungestörten von Terror freien Tagung .gegeben, werden."

Amerika und der Völkerbund.

Wie aus Washington gemeldet wird, teilte Wilson dem Kongreß im Verlaufe der Besprechung über den Völker­bund mit, daß eine Konstitution des Völkerbundes von England vorgeschlagen sei, aber nicht diejenige, die Smuts entworfen habe. Die von den Vereinigten Staaten, Frankreich und Italien vorgelegten Entwürfe seien ver­worfen worden. Die Ansichten der Republikaner änderten sich anscheinend nach der Konferenz nicht. Wilson stellte in Abrede, daß der Völkerbund in das Recht des Kongresses, den Krieg zu erklären, eingreife und sagte: Die Stärke des Völkerbundes beruhe auf der Freundschaft zwischen Ame­rika und Großbritannien und Frankreich, Italien und Ja­pan, unter denen ernste Schwierigkeiten urrdenkbar seien. In einer zwanglosen Besprechung mit den Mitgliedern der Ausschüsse für auswärtige Angelegenheiten des Senats und des Repräsentantenhauses, die rm Weißen Hause statt« fand, gab Wilson auf eine Frage, ob der Beitritt zum Völkerbund für die Vereinigten Staaten zur Folge haben würde, daß sie sich eines Teiles ihrer Souverämtät begeben müßten, aber zu, seiner Ansicht nach würden die Vereinig­ten Staaten einen Teil ihrer Souveränität aufgeben müssen; jede andere Ration im Völkerbund würde dasselbe Opfer bringen müssen, das aber zum Nutzen der Welt sei. Wilson stellte fest, daß der Paragraph über die Abrüstungs- frage keineswegs die Aufgabe des Rechts des Senats, die Rüstungen der Vereinigten Staaten festzusetzen und zu be­schließen, bedeuten würde. Der Präsident erAärte, die. Staatsmänner in Paris stimmten darin überein, daß der Völkerbund notwendig sei, um einen neuen Ausbruch des jetzigen Krieges und eines zukünftigen Krieges, wenn mög­lich, zu verhindern. Wenn die Vereinigten Staaten dem Völkerbund nicht beiträten, würde ein unbeschreibliches Ehaos in ganz Europa die Folge sein.

Irland werde, wie Wilson erklärte, keine Stimme im Völkerbund erhalten, wenn es sich auf eigene Faust selbst­ständig machen sollte. England werde die irische Frage von sich aus lösen. Die Liga der Nationalisten beruhe auf der Freundschaft der alliierten fünf Großmächte und könn« nicht dulden, daß die Interessen einer derselben van irgend ^tmr Seite, angegriffen werden.

D 5 ^ Unsere Feinde und wir.

* ... WB. Bern, 2. März. Die Lyoner Blätter gebot' brüte nt einer Pariser Meldung eine Grundlage der Bedingungen, die von bent alliierten Aurichs der Pariser Konferenz für die Verlängerung der Waffenstillstander zu Grunde gelegt toorten find. Die deutschen Heere»- bestände dürfen bann* 200 000 Mann nicht âberststge«. Den i« Deutschland im Betrieb erhaltenen KrieHAverktzâtten wird ein Höchst- matz der Produktion vorgeschriebm. Ein interalliierter Inivektion«- ausschutz wird eine ständige Kontrolle der Truppen und Fabriken, durchführen. Die deutsche Flotte, erscheinend die Kriegsflotte, tote völlig bescklagnahnit, sowohl die internierte wie die im Bau befindlich«.^ Alle VerteidigunoSanlaaen an der Oftsceküste müssen zerstèrt werd«. Die Uebcrseekabel deutscher Gesellichafteir geben in dm Besitz bet Alliierten über. Deutschland hat auf die Dauer von 3050 Jahr« jährlich eine Summe von 1015 Milliarden an einen interalliierten Finanzausschuß zu zahlen, der die Modalitäten der Zahlungsweise zu regeln hat. Vorauisickelich werden besondere Steuern zur Ab­tragung der Schuld Deutschlands berangezogen merdm nnd außerdem di« Erträgnisse der deutschen Zölle. Die augenblickliche Besatzuug am Rhein wird während dieser Zeit voll aufrecht erhalten bleiben. Eiue aus ethischen und strategischen Erwägungen festgesetzte Demarkations­linie wird D«ztschla»d und Polen sowie Deutschland nnd Oesterreich trenne«. V '

H' Keine Abrüstnng.

Holland rüstet jetzt noch nicht ab., In der zweiten Kammers klärte der Kriegsminister, er halte den Augenblick für die VermmderuN» der KüRunaen «och nicht gekommen. Die Entwickelung der VerhälMiffq nach dem Friedensschluß müsse abgekartet werden. Abrüstungen sei« auamblicklich gefährlich. Holland »rüffe sei« Heer gegen jeden Ber-I such, Landesteile loSzureisen, bereit halten. Maßregeln seien ge* troffen, um eine etwaige zweite Mobilmachung mehr zu beschleunig«^ Die teilweise Demobilmachting wolle noch nicht besagen, daß Holland sich Limburg und Serländisch-Flandern ohne weiteres wegnehmen lasse.

Auch Serbien zögert mit der Demobilisierung. Central Misrail« Rasic, serbischer Kriegsminister, erklärte, er könne die Verantwortung sär die sofortige Abrüstung der serbischen Armee »icht übernehm« Unter den Holdatm feien »ach sieben Jahren Krieg bolschewistisch« Idee» aufgespeichert, die bei der £entobi! tRenutg in da» Volk ge» tragen würden und die Revolution beraufbeschwöre» könnten, gegen! die die Regierung ohne Armee kein Mittel zur Verfügung, hätte. >

Kleine Nachrichten. v

Arier» Befinden. Aus München, 8. Mär», tote 8e^ richtet: In AuerS Befind« ist eine leichte Besserung eingetreten, doch bat der Schwäche,»stand des Patient« bot geplanten »pâatibat Ein­griff noch nicht gelassen. ,