MneLckungSgebührr
Die 7gefpalten« Petitzeile oder deren Nanni 20 Pfg. tat Reklameteil die Zeile 50 Pfg.
_
ztotationSdruck und Verlag der Buchdruckerei der verein, ev. Waisenhauses in Hanau.
General-Anzeiger
Amtliches Organ fit Ändt- and Landkreis Kn^n
BerNgSpreiS:
LierteljShrlich 3.15 ML, monatlich 1.05 ML, für $* bezug vierteljährlich 2.70 Mk., monatlich 90 $U>
Die einzelne Nummer kostet 5 Pf,.
Verantwortlicher Redakteur: Gustav Schrecker,
Erscheint täglich mit Ausnahmeder Sonn- und Feiertage, mit Unterhaltungsbeilage. fürAnzeigen ».Reklamen: AugustBrodl, beide m Hamm.
Sr. 40
Fernjprechanjchl «ß
Redaktion 646 — Erpsoition 28t
Montak den 17. Februar
Fernjprechaaschlvß Redaktion 64ß — Expedition 2S8
1919
Fochs neue Bedingungen.
I Nach hartem Ringen gegen seine klüger denkenden und klarer in die Zukunft blickenden Bundesgenossen hat Narschall Foch in Paris die Summe der Bedingungen durchgesetzt, die unsere Unterhändler sich soeben gezwungen sehen, entgegenzunehmen. Es ist immer noch genug, was dem deutschen Volke da auferlegt wird. Wir erhalten ,zwar eine Verlängerung des Waffenstillstandes — und man höre und staune — sogar auf unbestimmte Zeit. Über die Abmachung kann jederzeit binnen drei Tagen gekündigt werden, wenn es der Gegenpartei gefällt, uns aus irgendeiner angeblichen Unterlaffungsgründe einen Strick zu drehen. Der Zentrumsabgeordnete Gröber hat in Weimar von der Rednertribüne aus der Nationalversammlung und mit ihr in der ganzen Welt zugerufen: „6s ist die unerhörte Tatsache der Weltgeschichte, daß ein Volk vier Monate lang um Frieden bittet, ohne auch gut einer Antwort gewürdigt zu werden.« Nun auch dieenial verlautet von einer Antwort an das Volk, bas den Frieden ersehnt, noch nichts. Es heißt weiter »arten. Die Ententeberichterstatter wissen der staunenden Welt zu erzählen, daß Präsident Wilson mit sehr vergnügten Herzen nach Amerika gefahren ist. Sie bringen zugleich Einzelheiten über den angeblich bereits fertig« gestellten Entwurf der Völkerbundsverfassung. Nichts sehnen auch wir so sehr herbei als diesen Völkerbund, Iber auch hier hat man uns nicht gefragt, und es ist noch immer zweifelhaft, ob die Größe der ursprünglichen Wilsonschen Idee den endgültigen Sieg über den Machthunger der anderen davontrug. Zweifelhaft ist es noch immer, ob wir mit, wenn auch verschlagenen, doch immerhin noch lebensfähigen Gliedern, oder »6 wir gänzlich zerbrochen, eine wandelnde Leiche, in den Kreis der Vâlkerbünd7er wanken sollen. Sehr viel Hoffnung, daß es ander» fein wird, vermögen wir auch heute nicht zu hegen, wenn wir un» auf der Karte die famose Demarkationslinie anleben, die das Gebot des französischen Marschalls uns als östliche Grenze mitten durch Deutscbland gezogen hat. Tief hinein nach Schlesien und nach Posen reickt von heute ab das unbeschränkte Machtgebiet der polnischen Soldateska, während wir mit gefesselten Händen gezwungen sind, jede Offensivbewegung hier oder sonstwo gegen bie Enaeiichaar der unschuldigen Polen aufzugeben. Den Bestimmungen de» endgültigen Friedensvertrages soll da. mit, wie es heißt, nichts vorweg genommen werden. Wenn die deutsche Waffensiillstandskommtssion auch in diese neue Demütigung eingewilligt hat, dann ist doppelt anznnehmen, k«ß sie den Feinden gegenüber das in diesen Tagen ostmal» witderhvlte Wort der deutschen Staatsmänner unterstrichen ht: es gibt für ein zusammen gebrochenes Volk Dinge, iV>er Kit es nicht verhandeln kann, Grenzen, die der Feind nicht überlebtesten darf, ohne es für immer unversöhnlich zu machen. Wahrlich, es ist die höchste Zeit, daß im gegnerischen Lager bis Vernunft den vollen Sieg erringt, sonst wird der euro» tzâische Erdteil nur ein neuer, unter der Asche glühender Herd von Haß und Sehnsucht nach Rache. Das mögen sich such die Schützlinge des französischen Marschalls, die Polen, ««sagt sein lassen. Wenn sie auch heute triumphieren, sie lriumphieren sicher zu früh.
Die neuen Waffenstillstands-Bedingungen.
Da» SufM^abtommen.
WB. Trier, 15. Febr. DaS Zusatzabkommen für die Verlange- tung de, Waffenstillstandes ist: m ,
1. Die Deutschen müssen alle Offensivbewegungen gegen tue Polen •ufaeben und ihre Truppen bürten folgende Linie nicht überschreiten : Von der russischen Grenze westlich Lmsenfelde — westlich Großnenderf, südlich Brzoza — nördlich Schubin — nördlich
— südlich Samotschin — südlich Ebodziesen (Kolmar) — nördlich Carnikan - westlich Iala — westlich Birnbaum-westlich Ventsckcn — westlich Wolfstein — nördlich Lina —nördlich Niern- chow bis zur schlesisch-russischen Grenze. .
,2. Der Waffenstillstand wird auf unbefristete Zeitdauer mit brei» lästiger Kündigungsfrist verlängert. ,
3. Die Ausführung der früheren Waffenstlllstandsbcdlngungc« wird fortgesetzt und zum Abschluß geführt.
Unter Protest.
= Weimar, 16. Febr. Die Foch'schen Bedingungen sind heute Sorgen um 3 Uhr in Weimar eingetroffen. Unmittelbar darauf trat, l»ut Frkf. Ztg/, das Kabinett zu einer Sitzung zusammen, m der
Fragen eingehend besprochen wurden. Bei dem Ernst der Lage wurde der Wunsch laut, die Nationalversamustung bet der Entscher- 'ung Mitwirken „i lassen. Da aber bis heute nachmittag der Bor- lchende der Waffenstillstandskommission, Minister Erzberger, im Besitz Entschlüsse der deutschen Reichsrcgicrung sein mußte, weil Fock °" Frist nur bis heute abend 6 116r verlängert hatte, so griff man y bem AuSbilssmittel, die Parteiführer zu der Beratung zuzuziehen.
Fraktionen wurden dazu eingeladen und entsandten ihre Ser» ^ter. Es fehlte nur der Abgeordnete Haast von den Unabbangigcn, von Weimar abwesend war, und der Deutschuatianale Dietrick, °™ die Einladuiig wobl nicht angetroffen hat. In Gegenwart der Urieisüdrer besprach man dann die Folgen der Annahme oder der ^lr'mung und man war sich dabei völlig klar, daß es nickt möglich «>n würde, die Foch'schen Bedingungen zu erfüllen, ohne Deniickland dem Ruin zuzutreibe». Wenn man sich trotzdem unter Zu-
**s>uug aller Parteiführer, als» auch de» Abgeorducicu Heinze vo»
der Deittschen Dolkrpartei, für die Annahme der Bedingungen aus- 9 sprach, so tat man er in dem Bewußtsein, daß das deutsche Volk nicht | über Nacht in eine verzweifelte Lage gebracht werden könne. Unter Protest entschied man sich für die Annahme der Bedingungen und es wurde an den Vorsitzenden der deutschen WaffeuftillstandSkommisfion Minister Eiberger folgende Note abgesandt:
Bitte Abkommen rznterzeichnen, aber vorher Marschall Foch folgende schriftliche Erklärung übergeben:
„Die deutsche Regierung ist sich der Schwere der Folgen bewußt,. die sowohl die Annahme wie die Ablebnung der Abkommen» nach sich ziehen müßte. Wenn sie ihre Delegierten angewiesen hat, zu unterzeichnen, so geschieht dies in der Ueberzeugung, daß die alliierten und assoziierten Regiernngen jetzt ernstlich bestrebt sind, innerhalb der kurzen Frist, für die sie den Waffenstillstand verlängert haben, der Welt den ersehnten Frieden zu geben. Die deutsche Regierung ist aber ge- nöticst, ihren Standpunkt zu den drei Bedingungen des Abkommens durch folgende Bemerkungen klarzustellen:
1. DaS Abkommen ignoriert die au» dem Volk-willen in geordneten Form hcrvergegangene Regierung. Er legt den Deutschen üt Form schärfster Befehle und Verbote zu Gunsten der aufständischen Polen die Pflicht auf, eine Anzahl wichtiger Plätze, darunter^Birn- baum und Bentscken, ohne weiteres zu räumen. Diese Plätze sind in deutscher Hand, überwiegend deutsch besiedelt und von wesentlicher Bedeutung für den Verkehr mit dem deutschen Osten. Dabei leisten die alliierten und assoziierten Mäckie nicht einmal die Gewähr dafür, daß die Polen es ihrerseits unterlassen, neue Angriffe zu unternehmen oder vorzubereiten, daß sie die deutsche Bevölkerung, auf deren Schutz wir verzichten sollen, menschenwürdig behandeln, daß sie die deutschen Geiseln fteigebe«, deren Festhaltung jetzt jeden Sinn verliert und daß sie den bisherigen Lebensmittelverkehr nach dem Westen hin aufrecht erhalten. Wenn wir anch bereit sind, jede militärische AngriffSband- lung in Posen und anderen Gebieten einzustellen und die ^gegenwärtige militärische Lage dort als Basis anzuerkeruren, so müssen wir doch erwarten, daß auch die aufständischen Polen die Demarkationslinie einhalten, andernfalls müsse« wir befugt sei«, un» mit Waffengewalt zur Wehr zu setzen.
2. Deutschland darf darauf Hinweisen, daß es sich bis zur völligen Erschöpfung seiner militärischen Kiärke und bis, zur Zerrüttung seiner Verkehrsverhältnisse bemüht hat, den Waffenstillstauds- verhiittÄtNen nachzukommezt. w vtci^.^ auch jetzt, dw P««ür zu erfüllen, in denen ihm die Durchführung bisher nicht gelungen ist. Dabei darf eS aber annehmen, daß seine Verpflichtungen nicht in einer Weise ansgelegt werden, die mit den beiderseits anerkannten Grundsätzen des Präsidenten der Vereinigten Staaten unvereinbar ist und den Gedanken der Rechtsfriedens im voraus zunichte macht. Ob wir die in Aussicht gestellten Weisungen der alliierten Obersten Heeresleitung in vollem Umfange zu befolgen in der Lage sind, müssen wir abwarten.
3. Wenn Deutschland jetzt anstelle bestimmter Fristen des Waffenstillstandes, die cs gestatteten, sich aus die Erfüllung der Bedingungen einznrichten, eine kurze unbestimmte Frist mit einseitiger dreitägiger Kündigung gewährt wird, die geeignet ist, die Ruhe und Ordnung in Deutschland in hcckem Maße zu gefährden, io bedeutet das eine un- gerechtfertigte Erschwerung unserer Lage. Wir vermögen die Hoffnung «icht auszugeben, daß die alliierten nnd assoziierten Regierungen es für tunlich halten, unter Verlängerung des Waffenstillstandes bis zum Präliminarfrieden in Verhandlungen über die deutschen Gegenvorstellungen einzutretcn. Scheidemann.
Bescheid.
WB. Berlin, 15. Febr. Auf daS, wie bereits mitgeteilt, durch die Verzögerung in der Uebermittliing der neuen Bedingungen veranlaßte Gesuch der deutschen Reichsregierung um Fristverlängerung für die Antwort, ließ Marschall Foch am Samstag nachmittag um 6 Uhr entgegnen: „Der Waffenstillstand läuft am 17. Februar, morgens 5 Uhr ab. Die letzte Stunde also, um eine Verlängerung zu unterzeichnen, ist 6 Uhr nachmittags am 16. Februar, damit Zeit bleibt, den Truppen die Befehle zu übermitteln. Wenn zu dieser letzten Stund« das Abkommen nicht unterzeichnet ist, bin ich genötigt, Trier zu verlassen. nnb der Waffenstillstand wird am, 17. Februar morgens 5 Uhr nicht mehr in Krall seiu. Die vorläufige Antwort der deutschen Waffeustillstandrkommission auf Focks in der Eröffnungssitzung am Freitag überreichte Note, welche die oben erwähnten Ententevorschläge für die Verlängerung des Waffenstillstandes enthalten hatte, war bereits in der Nacht von Freitag auf Sonnabend erfolgt. Sonnabend vormittag richtete der Reichsminister Erzberger zwei weitere Schreiben an Fock. In dem ersten präziseste er den deutschen Standpunkt zur Bereitstellung der deutschen Handelsflotte für die Lcbensmittelverstrgung der Welt mit Einschluß Deutschland?. Er ließ keinen Zweifel darüber, daß das Schiffahrtsabkommen mit dem LebenSmittelabkommen und' dem der Bezahlung der LebeuSmrttel gewidmeten Finanzabkommen ein einheitliches unzertrennbares Ganzes bilden und daß namentlich das _ Schiffahrtsabkommen nur dann verwirklicht werden könne, tvenn die Lebensmittelversorgung Deutschlands völlig geklärt und gesickert wäre. Ueber diese letzten Fragen wurde im Laust der Freitag und EamSiag im Ratbau? in Trier zwisch'en einer größeren Anzahl von deutschen und alliierten Sachverstäudigeu aus den verphicdensten SleffortS und BerufSkreifen unter dem Borsitz de» Unterstaatèsekrctar? Freiherrn v. Braun vom ReichSernâhrnngSamte eingehend verbandelt. Diese "Souderverbandlungen, welche den Hauptverhnndlungeu des WaffenstillstdndcS parallel' feufen, werden morgen SamStag ihren vor- läufisen Abschluß finden.. Eine Versorgung Deutschlands oi« zur neuen Ernte ist durch dieick Verwindlung-n nock «icht pchcrgesicllt. In dem zweiten Schreiben der Pstich,Ministers Erzberger an Fock wurde die endgültige Zustimnmng oder Ablehnung Vorbehalte« und es mürbe eine Recke deutscher ® -aenforberungen ausgestellt, darunter die Freigabe unserer Kriegsgefangenen, die AufrechttiHaltung der Verlehr;. freiheit, insbesondere der wirtschaftlichen, sowohl im besetzten Gebiet, als auck im Osten in den von den Polen besetzten Teilen Deutsch- laud«, Wahrung der deutschen Hoheitsreckte in Ost und West. Lvicder- bolurn der Forderung, daß niemand wegen Kauf! oder Berkau iS von ans Belgien und Frankreich wcggesührten Maschinen in Nuiersuckung aefoaen oder bestrast werden darf, Freigabe der Küstenschiffahrt, bessere Behandlung der deutschgesinnten Bevölkerung Elsak-LotbruigenS. Marschall Foch erwiderte Sarustag abend in dem oben bereits er» wäbuten Brief auf die deuischen Wegeniorderungen: Der Text des Ab'omnienS, der Ihnen gestern übernnttelt wurde, ist von den verbündeten und assoziierten RegierungschttS feftgefegt worden. Ick kann ihn weder ändern, noch erweitern. Es muß betont werden, daß an den Verhandlungen in Paris über bieit Festsetzung der Waffensilll- ftaubSbtbinnungen auch Präsident Wilson teilgenomme« hat.
Die end-Älti»«« BedinHANgt«.
WB. Bern, 16. Febr. Da» „Petit 5ommal' will wissen, daß die definitiven Waffenstillstanbrbedingungen in etwa 6 Tagen k» deutschen Delegierten vorgelegt merken könne«. — I« Pari« sind am Freitag deutsche Delegierte eingetroffen, die der französische« Rcgiernxg eine beträchtlich« Menge von Wertgegenständen und Wertpapiere« «Ml dem besetzten Gebiet zurückerstattet haben.
Die Unterzeichn«-.
WB. Berlin, 16. Febr. Der Abschluß über die Verlängerung des Waffenstillstandes ist heute abend 6.30 Uhr in Trier im Salonwagen des Marschalls Foch nach Ueberreichung einer Protosterklärung der Reichs« regierung unterzeichnet worden. Die endgültig« Fassung weist noch einige kleine Aenderungen i* der Demarkartionslinie auf.
Ein RücktrittSgerücht.
WB Berlin, 17. Febr. In später Nachtstunde wird der „Voss. Ztz." beruhtet, daß nach Meldungen au» Weimar Graf Brockdorfft Rantzau zurâckgetreten sei. Eine Bestätigung dieser Nachricht liegt bis jetzt «och nicht vor.
Nationalversammlung.
WB. Weimar, 15. Februar 1919.
Präsident Fehrenbach eröffnet die Sitzung um 2 Uhr 20 Minuten. Es stad eine Reihe weiterer Depeschen und Adressen eingegangen und werden zur Verlesung gebracht. Au? der Tagesordnung steht zunächst die Besprechung der ^zn^r- pellkttion Dr. Heinze und Genossen (Deutsche Volksparttei)^betreffs Vorlage einer Denkschrift über die bisher von der Wgffep.- stillfla^>slom7nifsion gepflogenen Verhandlungen. Auf die ^rage des Präsidenten, ob und wann die Interpellation beantwortet werden wird, erklärt der Präsident des Reichsminifte^mms Scheidemann: Die Reichsleitung ist bereit, die Znter- pellotion in den nächsten Tuven zu beantworten.
Das Haus fetzt darauf die Pejprewuug der ertu ung be® Reiflsrepierung fort in Verbindung mit der ersten und ewnti. zweiten Beratung des dritten Nachtrags zum Reichshaushalts, plan für 1918.
Reichsminister des Reichsschatzamts Schiffer:
Die Vorlage, die ich als erste der Nationalverjlnnmlung zu unterbreiten habe, sieht einen Strebst von 25 M iUfa eben und 300 Millionen Mark vor. Megen der 300 Millionen Mark, die für Lau- und Mohnungszwecke hergegeben werden sollen, mit ich auf die Begründung verweisen. Auf Wunsch wird der Reichs- arbeitsminifter noch Ergänzungen geben. Im Oktober v. ^s. stand das Reich vor der Erschöpfung seiner Aèi-itel. Da nur der Weg des Kredits offen war, wurde eine neue Kreditvorlage ausgearbeitel, vom Bundesrat angenommen und dem .Hetaiv^ag übersandt. Lie 15 Milliarden forderte. Unmittelbar vor der Er- lèdiaung kam die Revolution, und der Entwurf wurde nicht verabschiedet da die Reichsschuldönverwaltung unter Berufung auf den Soadereid dieser Behörde es aLlshnte, ohne gefetzlich« Grundlage dem Reich Unterstützung zu gewöhnen. Da wir diese Gewissenhaftigkeit nicht antasten wollten, mutzte ein ander» Weg oeftmtden werden und dieser hat sich gefunden. Das Reich bot der Reichsbank seine Woch-fel an und diese honorierte sie und gab auf Grund davon Banknoten aus im onentlichen Giroverkehr Die gesamte Vorlage zerfällt danach, soweit es sich um die 25 Milliarden handelt, einmal in 15 Milliarden, die tatsächlich flüssig gemacht worden sind, und in 10 Milliarden, Die neu gefordert werden. Obgleich der Weg, den wir,bezüglich der 15 Milliarden beschritten haben, juristisch einwandrrei «t, glaube ich doch nickt. Ihrer nachträglichen Zustimmung entraten zu dürfen, da jede Finanzgebarung darauf an-gewteten ist, wenn möglich, in zweifelsfrei rechtlicher und unangreifbarer Weise die Gesetze zu führen. Bezüglich der Ausgaben die vmi d.e er» Krediten schon geleistet worden sind, ist es ja jelbstverstanduch, daß sie Ihrer Zustimrnung bedürfen, weil sie der geheMchen Grundlage entbehren, jo lange sie Ihre Zutimnrung nicht erteilt haben. Weikn ich mich nunmehr zur materiellen Seite der Frage wende, so werde ich bei dem Bilde, Las tat zu entwerfen hâ, dem vom Abgeordneten Gröber verlangten Grundsatz gerecht werden,
rückbaltlos offen darzulegen, was ist.
(Bravo!) Diese Offenheit und Wahrheit darf sich meine: Meher, lewanuig nach nickt beschränken aus die Finanzpolitik nach nwiner Ansicht ist'Offenheit und Wahrheit üb-rbaupt d,e Grundlage für untere gesamte Politik —. (2ehr richtrg.) 3^ h ’ zu dieser Auffassung nicht etwa aus der OpportunUatserwagung heraus gekomm^/daß wir zu einer heimlichen Arbettspo ttr offenbar sehr wenig latent haben, denn wrr hoben »'s letzt wenig Glück damit gehab:, («ehr richtig ) Wir braua-cn Wahrheit und Offenheit, um überhaupt iu der Welt bestehen zu können. Las gilt insbèsenderc für die Finanzpolitik, die ick nach außen zu führen gedenke. Auch hier werde ick federtet Heimlichkeiten vornehmen, sonoern ick werde unzere starten, no wem unsere Lücker offen auslegen, ich werde hakeln wie ern «yr- licher und anständiger Kaufmann, der auch nichts weiter tut,, als daß er jagt, das bade ich, nun seht zu, wie ich überhaupt weiter- kommen kann. Allerdings werde ich auch iusorern dem anständigen und reellen Geschäftsmann folgen, daß ich nur oorfteUe, daß ein solcher Mann auch nichts unterichreibt, was er zu halten nicht in der Lage ist. Wenn ick gut die e Weise arKrte, so sehe ich darin das einzige Mittel, Los Mißtrauen, das nun Ginnte, gegen uns vorhanden ist, zu beseitigen. Gegon^ern jo. .es Miß Lauen hilft kein Beschwören, hilft keine Lcersicherui^, daß es nicht gerechtfertigt sei, sondern dagegen hilft ^» ^cnah^ das diesem Mißtrauen jeden Loden entzieht. Was aber unseren Gegnern rockt ist. Las mutz unterem Bolle gegenüber billig stm. Zwischen Regierung und Volk muß auch in der Lezâmg Offenheit. Lahrhest und rückhaltloses. Vertrauen herrschen Wenn man sagt, daß das Volk mündig ist, te bedeutet das, dop dieses Volk auch fähig und bereit ist, die Truge zu ^en, wie sie sind, auch wenn sie noch so ernst fb urbsguem ftno. (Ser- faC.) Deshalb werde ich mit unbefchiänkter Okteoheit zu ^hm«^