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Genkral-Auzkiger
Amililisks Organ für AM- und Landkreis Hanan
Verantwortlicher Redakteur: Gustav Sichre»«.
Erscheint täglich mit Ausnahmeder Sonn- und Feiertage, mit Unterhaltungsbeilage, für Anzeigen u.ReSam«: AugnstBrsdt,beid«i»H«a«.
ü?r. 36
Fernsprechanfch!«ß
Redaktion sey — Ervew ion 289
Mittwoch den 12. Februar
Fernsvrechanfchlvtz
Redaktion 646 — Erveditkon 291
1919
ßebensmitteUicfenmn und Waffenstillstands- fragen.
I Co erfreulich der soeben abgeschlossene Vertrag mit den Legierungen des V rbandes über die Lieferung von Lebens- ^itttln an Deuikchland für bett ersten Augenblick auch aus- iMt nforetn als es fick um Lieferung von Lebensmitteln fandest, die « r für unser ausgehungert 8 Volk dringend ^iiiq haben, so stellt doch dieser Vertrag nicht im mindesten sine Men ckensreiindlichk--ft des Verbandes bar. Der Ver» band weiß sehr wo Hs, daß wir bei der feigen eff-kliven M-ckade glatt dem Hunger nuägei’efert roerben und daß die Schuld für e n neue? großes Sterben ihm allein zuiallen »ssrde, deshalb benutzt er d>e>e günstige ^'kleqn'hei', um unftr «rtschgiilickes Leben noch fester in seine Gemalt zu be» kommen, als es b sher schon der Fall ist. Das Speisefett, Weizenmehl und die kondensierte Mitch werden die teuei ften Ofâhnmolmittef fein, die wir jemals gekauft haben; den» mir waren gezwungen, unsere- feit« die Bezahlung durch Geld w'b fremde W-rtvopiere stcherzustellen. Dabei soll allerdings der Hanvtgegenwrrt in Wertpapieren gezahlt werden. Bei der Bezgh'unq in Gold soll es sich nur um einen relativ zeünoen B'lrgq handeln, sodaß eine weirvtlicke Scktvâckling des Goldbestandes der R-ichsbank nicht e nfreten robb. Wichtiger ist aber die Tatsache, daß wir immer noch nicht »bue weitere« mit der Lebensmittel 'e^e'iing rechnen können, sondern daß sie abhängig ist von der Negelung des Finanz- vnd Scktffabitsaekommen^, jenes ckikanö en Fiitanzabkommen«, das unsere gesamte Ausfuhr und Einfuhr unter die Kontrolle der Ent-nte stellt, und von dem selbst noch sagte, daß r$ eigentlich gar n cht zum Gebiet der Waffenstillstan'»s^e- b-naunaert geböre. Das Schiffah lsabkommen verlangt in fchönen Worte» die M-tiv iLuug »er »tu-
in der Wellschiffahrtsgemem'ckaft. Mori müßteHie Ausdrucks «eis« des Verbandes nicht kennen, um hier den Pferdefuß nicht gleich h ransiu^üblen, unb um nickt zu wissen, daß dadurch das selbständige Deslehen unserer Handelsflotte auf das 66meiste gefährdet ist.
Wie der Geist der Verlönlichkeit anssieht, den der Verband unb insbesondere die Franzosen gegen uns hegen, geht aus den ^Aeußerungen der Bläner hervor, b e der französischen Regiklung nahestehen, und die neue Forderungen zur Berlängerung des Waffenstillstandes aussprecken. Die französische Presse sieht in ihrem sinnlosen Haß den alten Jmve» ralismus Deuischlauds schon wieder aufs neue erstehen. Die Deiit'chen v°rluchten sich den Folgen des Krieges zu ent» ziehen und Haß unter die Verbündeten zu iâen. Es wird eine derartige Faffiinq der Waffenstillstandsdedingungeu g fordert, daß die Lage des Verbandes gegenüber Deutschlands e n für allemal geklart wird, d. h. al o, daß nflht m t der jetzig N Erdroffellung Deutschldnds immer noch nicht trieben ist. Man will das Werk vollenden. Die neuen Forderungen sollen »"^ den Rest geben. Die französischen Blättern foi dern eine Zirückziehiiuq der deutschen Truppen hinter bie Krenzen ■WBra«^;KT,£Wi^i^^M-i>3^r>..re,V7:y™-^^^
Franz Staffen.
Zu seinem 5». Geburtstage. Don Günther Holstein.
Unter den Künstlern der Gegenwart, die in entschlossener Ab- teht vom Taxesstreben und in "bewußter Weiterbildung urtümlich deutscher 'Kunstsibung neue Wege suchen, steht Franz Stassen deut in vorderster Reihe Der Maler, der Graphiker, der Buch- mnstler hat sich seinen gesicherten Platz erworben; die zielsichere Eilergie seiner Linienführung, die Leuchtkraft seiner Farben und me willensnäßiae Beseelung des Ausdrucks drücken allem, was °us seiner Hand'hervoroeht, den Stempel einer innerlich reichen und klaftrell-irännlich-rn Persönlichkeit auf.
Man pflegt Stassens Namen Oft gemeinsam mit dem Richard ioagners zu nennen. Darin liegt mehr als eine nur äußerlich zu- faui^ Gemeinschaft. Wie der Musiker Wagner mehr ist als nur “n Schöpfer tönend bewegter Form, so geht auch der Maler fassen weit über das Schaffen des bloßen Sinnenkünstlers Yinaus. Von Anfang an ist in ihm ein faustisches Element wirksam, «as um die letzten philosophischen und religiösen Urproblem« mit Leidenschaft ringt. Das zeigte sich schon in dem Werk, mit dem er, “^als noch im Kreise der jung aufltrebenden Berliner Se- Mon, zum ersten Mal den Blick der weiteren Oefientlichkcft auf lenkte, dem monumentalen Kohle-Zyklus „Totentanz", der ’m dem ganzen Ungestüm dcs Erstlingswerkes, wenn auch in den MisssiSen Mitteln oft noch nicht zur vollen Sicherheit aus- ^reift. sein Thema über alle zeitlichen und räumlichen Trenn- ^"Sen der abendländischen Kulturepocken hinweg abwandelt. Dazu kommt noch ein zweites. Dem Kind seiner hessischen Heimat, Hanau der Märcken-Brüder Grimm, wurde die Märcken- M Sagenwelt seines Volkes schon früh zum Erlebnis; sie führte feranircdfeitben dann von selbst in die innige Vertraut- 'nit der deutschen Dichtung hinein. Beide geben feinem Stre- j« länger, je mehr die innere Sicherheit einer wcsensbewuß- ’^ Volks- und persöulichkeiisbetonten Entwickelung, sie führen chn auch schließlich zu dem gleichen Kulturideal einer typisch Mwoni'cken Synthese von Heldentum und Chrisientum, wie es greise Sd öpf« des Parsisal feinem Volk als letztes Ver- niadfnic hinterlieh.
So wurde Stassen zum Zeichner Richard Wagners. Zeichner ss^ftick nickt im Sinne des Ivuflroiors. Was Stassen ,zibt. ist yp völlig Neues. Sein Zyklon zum Parsiial. zum Tristan, zum 5lP9 sind völlige Neuschöpfungen des seelischen und mythischen ^alts der Dramen mit den Mitteln der graphischen Kunst, sind
Preußi'ch-Polrns und Ostpreußens, iowiedie Peisgabe von Danzig. Neben der Be etznna der Kruppschen Werke in Essen sollen sämtliche Fabriken Deutschlands unter die Kontrolle des Verbands gestellt werden und weist mit dem Verband arbeiten. Außerdem sollen weitere Loksmttiven und landwirtschaftliche Maschinen geliefert werden. Im Siéte bieder Forderungen, die von der Verblendung emgegeben stnd. muß auch das Lebensmittelobkommen betrachtet werden. Wir können nichts tun, als an das Wort E^er.s erinnern, der Verband m5qe uns nicht zwingen zwischen dem Hunger und der Schmach zu wählen.
Nationalversammlung.
(Schluß der Sitzung vom 10. Februar.^
Vslkèbeauftragter LanbSbera: Die Frage, ob unter Beamten auch Soldaten nt vergeben sind, ist strittig. Nach Ansicht der Regierung gehört der Soldat zu den Beamten. Die Souveränität der Versammlung erbe-scht e«, daß jeder ihrer Abgeordneten daran teiln-hmen kann, ohne daß die NnterkwdmmaSverhältnisse iraend welcher Art auf d>e Rechtsstellung der Abgeordneten einen Emfiiiß haben. Die Rechrregieruna wird im Sinne ihrer Auffassung darauf binwirken, daß jedem gewählten Soldat die Beteiligung an der Nationalverianimlung ermöglicht wird, ohne barc er nm Urlaub nach» W suchen braucht. Die zur Nationalversammlung gewählten Soldaten sind tatsächlich in d'n Stand geletzt worden, ibr Mandat auSzuübe». Deshalb erübrigt sich em solcher Antrag.
Abg. Dr. Cohn (lt S.): Landsberg kann nicht für die künftige Regierung sprechen und es ist auch sraalick, welche Krâ te die Regierung gegenüber den militärischen Kommandostellen hat und später haben wird. Diese Kraft mag jetzt noch seht groß fein. (Na, na bei den Unabhängigen.) Aber niemand weist, wie e» in drei Monaten sein Wwd. Die Erfahrungen, die wir und ich selbst mit dem alten Militarismus in biefer Beziehung gemacht haben, nötigen mich, um Annahme biete? Antrages zu bitten.
Aba. Löbe lSoz/»: In der Sache wollen wir alle da« gleiche.
Antrag zu stimmen. ,^^^^^^^^^^^^
Die Abgg. Payer (Demokr.) und Dr. Mayer- Kaukbruren (Zentr.l erklären, daß ihn Fraktionen gleichfalls dem Anträge ju» stimmen werden.
Paragraph 6 handelt vom Reichspräsidenten.
Abg. Haase (U. Soz.) beantragt den Abschluß von Geheim- Verträgen schon jetzt unmöglich zu machen. Das würde einen guten Eindruck machen.
Staatssekretär bei Innern Dr. Preuß: Hoffentlich werden beim Völkerbünde Geheimverträge nicht abgeschlossen. Aber niemand kann in die Zukunft sehen. Es liegt nicht im Interesse des Deutschen Reiche«, wenn wir unl von vornherein selbst schlechter stellen, all die anderen Staaten. Das Deutsche Reich erllârt seine Bereitwilligkeit, sich genau denselben BedinZimgrn zu unterwerfm, wie affe andern Staaten, aber es will nicht unter Sonberbestimmungen gestellt werden.
Abg Haase (ll. Soz.): Der Staotssekretär will sich also den Abschluß von Gebei«verträgen Vorbehalten.
Staatssekretär bei Auswärtigen v. Brockdorff-Rantzau: Vom Standpunkte meinet Ressorts kann ich erklären, daß ick nicht die Absicht habe, Getzeimverträge abzuschlieben. Im übrigen teile ich durchaus den Standpunft der Staatssekretärs Dr. Preuß.
Die Anträge der Unabhängigen werden abgelehnt. Nach § 7 wird der Reichspräsident von der Nationalversammlung mit einfacher Stimmenmehrheit gewählt. Um Zweifel anszuschließen, wird beschlossen, zu sagen • Mit absoluter Stimmenmehrheit.
Griffelphantassen freischaffenden Künstlerwillens über die vom Musiker gegebenen Themen. Das Motiv, bas der Dramatiker im Einzelnen gibt, wird in dem eigentlichen Bildteil des einzelnen Blattes stark unb voll angeschlagen; dann aber erfaßt es die Phantasie des Zeichners, schlingt Fäden zu Vergangenem und Zukünftigem, stellt in Mit- und Gegenspiel Gleichartiges und Verwandtes gegeneinander, spinnt ein ganzes Rankenspiel fabulierender Gebauten um das Vild, um in allen Wetterführungen und Abwandlungen immer wieder zum alten Motiv zurückzu- finben — eine reichquellende Fülle von Gedanken, Linien unb Fvrmenwerk die aber doch immer von einem überlegenen künstlerischen Willen gebändigt bleibt. Charakteristisch dabei ist, wie ähnlich der dramatischen Technik Wagners, auch beim Zeichner bestimmte zeichnerische Leitmotive, als seeliscke Ausdrucksformen und innere Bindeglieder, die einzelnen Blätter des Zyklus stilistisch zur Ein bett macken. Die ersten beiden Zyklen, Par- f i f a I, der biblifde Passion und Viihnenweihßestspiel in tiefsinniger, red felfeitiger Ausdeutuna in einanderstellt, und die leiber'tf afltiirdfli’teien Trista n-Vlättor. ein Hohelied auf das glutvolle Zueinandermüssen zweier adliger Menschenleibor, sind noch in der Form der Federzeickmung gehalten; in dH MMenwelt des Rings bedient sich Stassen der reicheren Mittel der Steinzeichnung Als ihre erste Folge, die Rheingold-Mappe erschien (inzwischen ist die Hälfte der Walküren in Stein gezeichnet. der Rest der hundertblättrigen Folge in großen Pastell- entwürfen vollendet worden), brach sich rasch die Ueberzeugung Bahn, daß mit ihr ein absoluter Höhepunkt der modernen Graphik erreicht sei. Schon in rein technischer Hinsicht. In ihr ist Stassen für die Steinzeicknung das geworden, mag Klinger für die Radierung war; mit ihm hat sie eine Fülle künstlerischer WirkunasmöglickUtten erreicht, an die vorher niemand zu denken wagte; die Verbindung malerischer und zeichnerischer Elemente, die für ihre Art charakteristisch ist, steigert sich hier zu einer letzten Höhe. Das Gleiche gilt vom Gehalt des Werkes. Was sockst nur vereinzelt ar gestrebt wurde (am schönsten wohl von Thoma in einzelnen Mandbildern seiner Karlsruher Kapelle) ist hier zum ersten Mal in vollem Um fang erreicht : e ine völlike bildnerische Neuschöpfung des Renraniftben Mytbos. Und die charakteristische Wettereytwickelung gern-an Uder Sch wiidfer men in den Um» rahwuroen der Blätter zeigen wie Stassen auch hierin ein Hourttrager der germanischen Renaiffancr ist.
Selten ist das tHYcn aerwani der Religiosität tiefer erfaßt und schöpferischer verlebendigt treiben, als in Stassens Ring- blättern. Wie sie ganz aus Naturlebon geboren, von Naturweben
Neu angefügt wird ein 8 10: Diele» Gesetz tritt mit seiner Annahme durch die Nationalversammlung in Kraft. Bon diese« Zeitpunkt an kommen Gesetze und Verordnungen, die nach de« bilden»« Reichsrecht der Zustimmung des Bunde»rat« und des Reichstags da» dürfen, nur gemäß § 4 diese« Gesetze» zustande.
Damit ist die zweite Lesung beendet. Er folgt sogleich die dritte.
Abg. W a l d st e i « (Demokr.) stellt fest, daß dem Präsidenten der Nationalversammlung die Anfgabe obliegt, die Autentizität kl Gesetze« festzusteklen.
Präsident Dr. David stellt das Tmvcrständni» bei Haufe» b* mit fest.
VolkSbeaustragter Landsberg: Um feint Segendenbildung aitffommen zu lassen, stelle ich fest, daß wir durchaus für Abschaffung der Gebcimverträge sind. Die Tage der Geheimdiplomati« müssen gezählt sein.
Abg. Dr. Dernburg: Unter den Umständen, unter denen Wsir uni befinden, können wir gar nicht» anderes akzeptieren al» die Erklärung bei Staatssekretär». Auch wir sind Gegner der Seh««» bertraae.
Abg. Zöphel (Demokr.): Niemand will Geheiulvertrige in diesem Hanse. Sie sind ja auch praktisch un«öglich, da kein Vertrag ohne die Nationalversammlung möglich ist.
Nach weiterer Aussprache wird der Gesetzentwurf unverändert in dritter Lesung angenommen. (Lebhafter Beifall.) Der Präsident wird ermächtigt, das Gesetz zu unterzeichnen, damit eS in Kraft tritt.
Bolksbcauftragtrr Scheidemann: Nachdem die vorläufig« Der astung angenommen worden ist, ist die geschichtliche Mission, die uns all vorläufiger Regierung gefallen war, beendet. Wir lege» die Diacht, die wir von der Revolution erhalten haben, hiermit in Ihre Hände zurück! (Bestall.)
Abg. v. Payer (Demokr.): Ohne Regierung können wir nicht sein. Ich schlage vor, daß wir die Regierung ersuchen, ibr Amt weiterzuführen bis der Reichspräsident und ein Reichsministerium gewählt sind. (Beifall.)
Volksbeauftragter Scheidema««: Wir find dazu bereit.
Das Haus erklärt sich mit dem Vorschläge einverstanden.
Stächst« Sitzung Dienstag 3 Uhr. Wahl bei Reichspräsidenten.
Sitzung vom 11. Februar,
Wahl bee Reichs prSfidente«.
Die Wah! Pird durch bimM-ettel voyzoaen.Der MmMsaub ruf beginnt mit dem Buchstaben E. Der Zufall will, bog das Mitglied Volksb«oustrggter Ebert als Erster der STuftretu fetten feinen Zettel dem Schriftführer übergibt. der ihn in die Urne legt. Nachdem das Wahlergebnis durch die Schriftführer ermittelt worden ist, wird es durch den Präsidenten Dr. D a v i d verkündet. Es sind abgegeben worden 379, ungültig sind 51. es bleiben übrig 328 Stimmen. Die absolute Mehrheit beträgt 165. Von gültigen Stimmen lauten auf Ebert 277, auf Graf Posa- dowsky 49, aus Scheidemann 1, auf Erzberger 1.
Präsident Dr. David: Der Abgeordnete und seitherige Dolksbeaustragte Fritz Ebert ist somit zum Präsidenten des Deutschen Reiches gewählt. (Lebhafter Beifall.) Ich frage ihn, ob er die Wahl amnimmt
Abg. Ebert: Ich nehme die Wahl zum Reichspräsidenten mit Dank an. (Lebhafter Verfall.)
Präsident Dr. David: Zum erstenmal hat sich das deutsche Volk ein überhaupt aus freier Selbstbestimmung gewählt. Der neue Reichspräsident ist der Erkorene der großen Mehrheit des deutschen Volkes (Lebh. Beifall und starker Widerspruch bei den Unabhängigen.) Die einzige Quelle seines Rechtes ist der Wille des Volkes. (Lebh. Beifall.) Auf ihm allein beruht die Macht und die Würde seiner Stelluna. Somit hat das Reick zum erstenmal ein Oberhaupt, das nach der Art seiner Berufung berechtigt ist, im Namen des deutschen Volkes zu sprechen und zu handeln. (Lebh. Beifall.) Verschwunden ist die Figur aus ererbtem
erfüllt sind, so läßt Stassen auch seine Götter gestalten aus nwtur- haftem Untergrund organisch hervorwachsen. Don selber formen sich aus dem Spiel der fließenden Rheiuwasser die feuchten Glieder der Rheintöchter, entwächst dem roten ElLhnebel gebirgiger Felsklüfte Alberich, der Herr der Finsternis, enttaucht leuchtend und hell, von leichten Wolken umspielt, Walhalls ragenbe Burg felsklippenerwachscn der sternübersäten Nacht,, wird der silberne Dust der Frühlingsnackt, die in Hundings Hütte hineinjauchzt, zum göttlichen Gefdnrifterpaar-. Und wie germanische Religion Tatreligion. Heldenglaube ist, so werben auch Stassens Götter zu ins Uebermenschliche gesteigerten Bildern heldischen Menschentums. Nie ist das Ideal germanischen Menscl-entums machtvoller, überzeugender zum Ausdruck gekommen als in den kraftgeschwell- ten, kampfgeftählten Gliedern dieser herrlichen Akannesleibcr; fast blitzartig springt die Grundstimmung des Heroischen auf bew Bescharrer über. Nickt nur energiegezeugte, noch mehr energie- zeugende Kraft lebt in diesen Blättern; hat man den innigen Thoma wohl mit dem schönen Namen des Malers der deutschen Seele geehrt, so versieht man es, wenn man den herben Stassen mit dem gleichen Reckt den Scaler des deutschen Willens genannt hat. In wundervoll einheitlichem Aufbau feiat der ganze Zyklus vor uns empor; der von Blatt zu Blatt wechselnde farbige Grund« ton des Steines gibt nicht nur die Grun ist immunst, aus dem das Naturha ft -Lan d' ckoftliche wie das Mythi'ch-Saqenhatte entwachsen ; er gibt auch rein ästhetisch dem Auge in dem starken Gegeneinander der Farbwirkungen fortdauernd neue Erlebnisse und sinnliche Eindrücke, die in bew. Nacheinander des gesamten Zyklus mit fortdauerndem Wechsel auch fortdauernde neue Steigerungen ermöglichen
Die gleiche kraftvolle Eioevg^ rum der ' ' 4 .
der Maler Stassen. Er ist auch hier seine besimde^n A' ' gangen. Von der impressionistischen Zerlegung der, farbigen Fläche hat er sich früh abgewandt; wie den festen Strich, so hat er auch die kräftigen ungebrockeiren Farbtöne der alten deutschen Meister, wie sie unserem bedeckteren nordischen Himmel gemäß ist, roeiterfo-rtgeh ilbet. Mit dem Groteffionismus teilt er wohl die lleberzeueung vom Wesen der Kunst als Seelischen Ausdruck und bas nadbriidlide Stilbcwußtscin. Aber Stil ist ihm nicht, einem rein auf erst den Willen zum Stil", die mechanische und anorganische Vereinfachung der Diesseitigen Lebensformen, bi« Tchltehlid logisch in Dr-ieck, Kubus und Kreis endet, sondern bie felbstverständlicke f manation der in sich geschlossenen Persönlichkeit in ihrem Willen zum bewußten Leben. Und wenn er Seele zu Seele sprechen lassen will, tut er es nicht in der torunahafte«