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Fernsprechanschl «ß

Nsdaktion 64» Expedition 280

Dicnstlig den 11. Februar

Fernsprechanschluß

Rshattion 640 Erpeditton 230

1919

Kommen wir durch?

3« der Europäischen Staats- und Wirtkchastsz-iftnig veröffent» licht der Staatssekretär des Demobilmackunqsanites. Dr. Koettz einen Artikel:Kommen wir durch?" Er spricht darin folgende Warunnqrn auS:Die alte Disziplin der Dienenden und Aohängic:eu ist zer­brochen ; aber die, freie Selbsidiszivlin Unabhängiger, ihrer Verant­wortung vollbewilßter Männer ist noch nicht erreicht. Statt ihrer herrscht vielfach ungebärdiger Eigenwille, der sich durchsetzt, und fei ! £ auf einem Trümmerhaufen. Früher hat der Kohlenarbeiter fein I Tagüverk vollbracht, weil er bei Lâisigkeit Entbehrung und Hunger k fürchtete, später wird er vielleicht auch deshalb leisten, was er zu I leisten vermag, weil er wissen wird, daß nur, wenn er schafft, ( Millionen anderer. Hände sich rühren, Millionen anderer Volksgenossen i erwerben können, was sie brauchen Heute kennt er den ersten An­trieb nicht mehr, den zweiten noch nicht. Ob er nun feiert, um bie i Aurzablung immer neuer Hundertmarkscheine zu erzwingen, oder um L zu zeigen, daß ihm Aenderungen der Wirtschaftsordnung, die er s wünscht, nicht schnell genug vorgeuominen werden, das Resultat I ist gleich furchtbar nub verhänzuisvott. Es ist Arbeftslosizkeit, Zu- i jammen bruch wichtigster Erzeugun^r-wcige, Gesährdung der Ernährung, s letzten Endes Bürgerkrieg, Verzweiflung, Ruin.

Zwilchen der entsetzlichen Not, in die uns der Krieg und vor i allem die Niederlage gebracht bat, und den durch die Revolution ge- 1 Weiften an sich verständlichen Wünschen der Arbe'br nach breiterer Lebenriühning, stärkerer feirtfcbaWcber ^ew-anugssreiheit, Lockerung Mr Arb-itsdisziplln klafft ein iranischer Widerspruch. Soll jene Not überwunden werden, soll sie nicht zum Untergang führen, so müssen ; Wir ken Weg opfervoller Selbsibesckieidnug zu harter eiserner Disziplin i wrücffinben. Können wir das nicht, so werd-n wir aus dem ku^zm Revolntionstraum in schlimmster Elenddlklaverei erwachen, werden wir Entbehrungen und Demüliguugen zu ertragen haben, von denen üch die meisten heute kaum eine Vorstellung zu machen vermögen.

, Ich habe, vorhin vom Kohlenarbeiter gesprochen. In seinen Händen ruht _ jetzt da? Schicksal Deutschlands; wo immer man ber« sticht, die Wirtschaft zu beleben, die Vrodnkiion erneut in Gong zu Srinaen überall scheitert man am Kohlenmangel. Der Rückgang der Koblenprodukt'on bedroht unsere ganze Wirtschaft mit der Starre des Todes. DaS ist keine Floskel, keine Uebertreibung, sondern bie fürchterliche_ Wahrheit. Nur bei rascher Selbstbesinnung ist noch Rettung möglich. Nur wenn bie Streiks aufhören und wenn der Bemmann wieder seine volle Tagesleistung schafft, werden wir im-

Die neue Reichsr^i-erung.

. W-imnr, 10. Febr. Nach langen Verhandlungen ist heute ^dcnd über bie Befttzung des Kabinetts eine Verständigung zwischen her Soz aldemokratie, der Deutsch-Demokratischen Partei und dem Z-*tn!M erzielt worden, nachdem heute mittag die Mebrbeitssszml- demok aten auf b--n Posten des Präsidenten der Nationalversammlung mguuffeu des Zentrums verzichtet hatten. Gerade «uf diesen Posten pa te das Zentrum besonderen Wert gelegt, und cs hat darüber in een mteiKaktianelleu Besprechungen der letzten Tage mehrfach Diffe­renzen gegeben, die die Kabinettsbildung in Frage stellten. Nunmehr in folgendes festaelegt worden: ReichSvräsident wird der bisherige Bslksbcauftra^te Ebe"t werden. Zum Ministerpräsidenten ist Scheibe« «tonn auser cbcu. Außerdem erhalten von den Sozialdemokraten noch Noske das ReichSverteidigungSamt, Landsberg das ReicbSiustiz- amt, Bauer das NeichSarbeitsamt, Müller das Aeichswirt- schaftSamt, Wissest und Dr. Dav'd bekommen Staats- 'kMtariate ohne Portefeuille, und zwar ist Dr. David ins- hfionbere für die Mitwirkung beim FriedenSsck' an'erseb-n. Von der Tevtskken Temokratijân Partei werben besetzt: das neubeemt des Innern, das der Staatssekretär Dr. Preuß et« holten hat, das Arswärtioe Amt, das dem Eramn Brockdorff- Rantzau Zvfällt, und das Reichsschatzamt mit Schiffer. Vom Reickschatzamt soll ein Amt für Sozialisierung?ftagen abge- trennt werden: auch dieses Ressort ist der Deutschen Demokrati- men Partei vorb-cbolten. Ferner soll ein Mitglied der deutsch- demokratt^chen Fraktion an Stelle des bisherigen Untsrftaats-

CES

. Weimar.

Wieder sind, wie dermaleinst vor 100 Jahren zu Gselbes Zeiten, die Blicke Deutschland?, ia ganz Enrovas bin nach der stillen, ver- tninmtea thüringischen Mus-nr-sidenz Weimar gerichtet, wo in d c'en cksalsschweren Februartagen an geweihter Stätte Deutschlands britische Neuordnung vollzogen wird. Wobl kaum hätte eine glück- limere Wahl getroffen werden können, a's jene heiligen Flnrcn am Jlmgestade, auf denen unsere größten Dichter und Denker, Schiller, und Goethe, Herder und Wic'and, in sinniger Betrachtung Hub r« Englich?? denkend und wirkend geweilt und dann in jenen nnschein- Häusern ihre unsterblichen Ideen zu Papier gebracht baSen. Nichts erinnert hier ans Weimars geweihtem Bod<n an ira-ndwelcke ^tierische Traditi-n, wie sie zum Beispiel etwa der NamePotsdam"

alle Zeiten verkörpert. Im Gegenteil, Kunst und Wissen'chaft hatten hier von jeder eine sichere Zufluchtsstätte gehmben, seit der «w Zweig der alten wettinischen Fürst-nbansts nach dem nnhei!- iwllen Ans ang der Sebmalkaldischen Krieges seine Refften, an» Wittenberg hatte hierher verlegen müssen. Hier birgt rn umchein» »arc? Grab auf dem alten St. Jakobs-Friedhof bie letzten Reste von Lukas Cranach, der seinem fürstlichen Freunde auch in der Ve bon- stung die Treue gehalten, hier lebte von 184? bis 1861 der nm bie Aufführung d Waguersch-u Opern hochoci d ente und durch feine ^lltnen Koinvositionen weltbe'anu e Dran, Liszt, der dann ja auch der Schwiegervater Richard Magners wurde, und hier schlummert wdlich Ernst von Wildenbruch, der Dichter der Hobenzolltrn unb be« «euen BiSmarckschen Deutschlands der Auferstehung entgegen, ganz tu schweigen von den Geistesgrößen der tlaisiichen Epoche Weimars rob den vielen anderen, die von bem stillen Junalben aus sich um die künstlerische Entwicklung unseres deutschen Volkes verdient gemacht.

Heute schweigt allerdings in der alten Musenstadt der Cdor der ?"Us-n, leit Wochen wurde in den sonst so sollen Straßen Weimars 1196 Unterste zu oberst gekehrt, allerdings nutzt, w'e ängstliche Gemüter anfangs glaubten, um Schützengräben für einen etwaigen SuarlnknS- Angriff von Ersnrt oder Hal!'', den Hochburgen der Unabhängigen °us, an'ul-gen, sondern um do» Telephon- und Telegravh-un-tz den Ziiwervältuissen -nisprechrnd auszubauen, dank dessen nun heute das 1 der Nationalversammlung g-iprochene Wort sofort strablenföim g * alle Winde brnauSgetragen werden taun. Unb noch waren biete

sekretärs Dr. David in das Auswärtige Amt als Unterftaats- fekretär berufen werden und ein weiteres Mitglied Ministerial­direktor im Reichsarbeitsamt werden. Es ist möglich, daß für die Teutsche Temokratische Partei auch noch ein Unterstaats- sekretarstrt geschaffen wird, dem die Verwaltung der Kolonien obliegen soll. Dem Zentrum werden zufallen: das Reichspost­amt und das Reichsernährungsamt, an béffen Spitze wahrschein­lich der Abgeordnete Steaerwald treten wird. Erzberger soll ein Staatrseèreiariat ohne Porteseuille erhalten. Das wichttgste Zugeständnis, das dem Zentrum gemacht worden ist, ist die Be­setzung des Präsidentensitzes der Nationolversammluna. Das bisherige Temobâlmachungsarwt, das bis jetzt von dem Staats­sekretär Dr. Köth geleitet wird, soll in Zukunft kein Staats- sekretariat mehr sein. Insgesamt erhalten also die Sozial­demokraten sieben Ministern osten, die Deutsche Demokratische Partei und das Zentrum zusammen ebenfalls sieben, sodatz die Cesamtzahl der Reichsmiuifdersiellen vierzehn beträgt.

Nlüionalversammlung.

Präsident Dr. David eröffnet die Sitzung um 3.25 Uhr

mit folgender Mitteilung: Einige Mitglieder des Haufes haben mich gebeten, um den wilden Cerüchten über Ereignisse, die an­geblich in Leipzig stattgesunden haben, eutKegsnZUtretem und Beruhigung zu schaffen, eine Mitteilung verlesen zu lasten. Die

Mitteilung lautet:

Die unterzeichneten Abgeordneten aus Leipzig erfahren so­eben, daß in Weimar und auch in den Kreisen der Abgeordneten der Nationalversammlung Gerüchte über einen Aufruhr in Leip- ' zig verbreitet sind. Tffe> Gerüchte behaupten, daß

in Leipzig Aufruhr

herrsche, daß dort mit Masch>inen Gewehren geschossen werde und daß der OLerbüraermeifter verhaftet sei. Die Unterzeichner, die erst heute um 11 Uhr vormittags Leipzig verlasten haben, teilen mit, daß davon kein Wort wahr ist, daß weder Aufruhr herrscht, noch gefchrffen wird, noch der Oberbürgermeister verhaftet ist. Tatsache ist, daß die Leipziger Schutzleute und Feuerwehrleute streiken, weil der Stadtrot eine Aufbesserung ihrer Löhne, die für einzelne Kategorien noch monatlich 160 Mark betragen, ablehnt. Aus diesem Grunde ruht der Betrieb im Leipziger Rathaus. Dr. Gener und Genossen.

Auf der Tagesordnuna steht die zweite und event, dritte Ve-

Entwurfs eines Gesetzes über die vorläufige ReichsgeivE Zur zweiten Lesung ist eine Reihe von Anträgen einyegangen, deren Drucklegung noch nicht erfolgt ist, und die der "Präsideut deshalb zur Berle^ung bringen läßt. Es handelt sich um eine Reihe von Anträgen der Teutschnationalen Volkspartei (Arn­stadt und Genosienl und der Unabhängigen Sozialdemokraten (Frau Agnes und Cenoffen).

Bayerischer Gesandter Dr. v, P r a e g e r: Im Auftrage der Regierung von Bayern und gleichzeitig von Württemberg und Baden habe ich zu erklären: Die genannten Regierungen gehen von der Voraussetzung aus, daß durch Annahme des vorliegen­den Cefetzentmrrfes Entscheidungen über die Sonderrechte der einzelnen Freisiaa-ten nicht vorweg genommen werden.

Volkcbeeuftragter Ebert: Anknüpfend an diese Erklärung möchte ich mitteilen, daß die Reichsregierung dieser Auffassung hustimmt. Das Gesetz hat in allen seinen Teilen nur prsvisorijchen Charakter und greift der endgültigen Regelung der Dinge nicht vor. (Beifall.)

Abg. Löbe (Soz.): Namens meiner Partei babe ich folgende Erklärung abxugeben: Die sozialdemokratische Fraktion ist von der Notwendigkeit einer raschen Verabschiedung des Ge'etzes über bie vorläufige Reick«gemalt durchdrungen. Dies« Notwen­digkeit ist begründet durch die äußere und innere Politik. Es bedarf der Schaffung einer vom Minzen Volke gut geheißenen vorläufigen Reicktoidnuug, einmal im Hinblick darauf, daß der Waffenstillstand mit der Entente, der am 16. bs. Mts. abläuft, verlängert werden wuü. sowie daß in kurzer Zeit die Friedensver-

Kab-stegungsarbeften nicht vollendet, da rückte bereits von Berlin a 8 bie zum Schutze ber Nst onalver^ammlunr bestimmte bewaffnete Mach! in die Stadt ein und gab den sonst so Mkl-n, sri-dlichen Straßen ein, wenn auch nur schwach 8 ketzerisches G-Vräge Unb mit ihr Fame« so rach und nach di- etwa 1500 eigentlichen Gäste der Naffonal- berfammhtng, 400 Äßgeordnekc a«« allen b'ufftheil Gan-n, 200 Re- giernngsmitglieder, 400 Pr-si-ve^tr-trr und 500 B-omte, für die alle in bem nur -two» über 80 s-00 Gcmtoofmer zi-hl-nden Städtchen UtOerfunft s-'chafft (»erben mußte. Da kam indessen ber alten Stufen« stabt ihre frühere Jnternat'onaijtät zunutze. Tausend- usb aber Tausende Fremder an8 aller Herren Länder, selbst von jenseits des Ozean», waren ja in fernen schönen FricdenStagen alljährlich nach Weimar gAommen, um sich die beseh ibenen Stätten mit eigenen Sinnen anzusiben. «n beiten die Großen unserer d-ntsch-n Literatur gelebt und geworben. Dank biete« moUoManifierten regen Fremden­verkehrs ist es auch jetzt gelungen, die 1500 Göste zur National- Ver'ammlun» fast restlos in W-imar selbst unterzu» bringen. Die Mitglieder her Reichsrrgiernng haben ihr Heim in den ausged-hnten Räumen des ehemaligen groß- h-rz»c>lichen Nesid'nzschlrsses, der in den Jabren von 1789 bi« 1803 erbauten Karlsburg, aiUge^Tagen , wädr-nd berErbprinz" den Deut'ch-Aotiouol-«, derEl«sa"t" der Deutschen Volksbartei. da» HansCt-ennntiuS" der Christlichen AolkSvartei und den Medrheits- Gzial'.sten ^a« Volksdau» al» Versammlungsort zugewi-sen ist.

D!e Nationalversammlung selbst tagt im Ratianafth-ater, dem für die jetzige Benutzung seitens der R-ichSregi-rung für jeden Tag 700? Mk. Entschöbflung geteilt werden. Sel'-stderständlich kommt bie R-chrre-iernng auch für bie mancherlei Kosten der Umänberungen auf, denen sich ber vrächti e Pau für »en neuen, uagewshntcu Zweck hat unterziehen müssen. Da mußten Verbindungen bisher getrennter Räume gelassen und-rdi-s bie nötigen ÄrbeitS- und Schreib« zimmer für die Abseordneteu h-rg-st-llt werden. Sluch der ehemalige Zuichanerraum ist umgebaut und nach Möglichkeit mit allerlei keinen Bequemlichkeiten versehen worden. Die frühere Holloge dient als Zubörerra m. Das Präsidium der lltationalversammliing ist aus her Bâhnc nnt-rzebracht. Vor ber dann auf bem erhöhten Orchester das Rednerpult 'einen Platz <!-st,nden. 3nr Unterbrinenng ber mancherlei Büros und anderer Aiishilf-stätten ist außer dem schönen Rotier bei Nationalthearers das 17 4 von der Landschaft erbaute unb ièoin Landtag seit 1816 al» Versammlungsraum benutzte Fürstenhau» in

Handlungen beginnen müssen, ferner weil es gilt, den Grund z«m demokratischen Aufbau unseres Landes unverzüglich zu legen. Der vorliegende Gesetzentwurf ist vom Geiste der Demokratich getragen. Indessen enthält er in den §§ 2 und 4 Abs. 3 Be­stimmungen, gegen die wir erhebliche Bedenken haben. Lediglich die Notwendigkeit, den Gesetzentwurf so schnell wie möglich za, verabschieden, zwingt uns, diese Bedenken Zurückzustellen, nach­dem wir uns haben überZeugen müssen, daß wir unsere Ansichten, wenn überhaupt nur nach harten Kämpfen und unter Ueberwin­dungen hefttoen Widerstandes zum Siege verhelfen könnte«. Nach unserer Auffassung ist

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die verfassunggebende Nationalversammlung allein souverän.

(Beifall.) Nur unter dem Zwang der Verhältniste und um den Wiederaufbau des Reiches nicht schwer zu gefährden, haben wir uns dazu verstanden, in eine Einschränkung dieses Grundsatz«! zu willigen. Wir stimmen dem Entwurf zu, verwahren uns ane. dagegen" daß aus unserer Haltung Schlüste auf unsere Stellung in der Zukunft gezogen werden und behalten uns für bie Ver­handlungen über den Entwurf der endgülttgen Verfastung volle Freiheit der Entschließung vor. (Beifall bei den Sozialdemokrat^ Zuruf bei den Unabhängigen: Volle Freiheit bes Rückzuges!)

Abg. v. Payer (Demokrat) : Namens der Fraktion der Deutschen demokratischen Partei habe ich folgende Erklärung ab­zugeben: Das deutsche Volk hat die ihm zustehende Souveränität ausgeübt durch die Wahl der Nationalversammlung und diese mit"der weiteren Ausübung der Souveränität beauftragt. Die Nationalversammlung hat diesem Auftrage sofort nachzAkominen.> Sie hat ein Vorbild an Arbeitswillen zu geben. Darum soll, ihr Reden zum Handeln werden. Sie muß eine verfassungsmäßige Regierung bilden, der es nicht an der gesetzlichen Macht fehlt, stark zu sein. Die Voraussetzung und Grundlage der Negierung?- gewalt muß also zumal in der Demokratie und in der Republik, die Verfassung sein. Da aber für dieses unter Hauptwerk die Her­stellung gesetzliffer Regierungen im Reich wie in den Einzel- staaten unentbehrlich ist.

müssen wir vorweg eine Verfassung schaffen.

Meine Freunde erkennen diese Notwendigkeit an, ebenso daß diese Februar-Verfassung sofort in Wirksamkeit treten und darum nur das Notwendigste enthalten soll. Wir behalten uns vor, alle die großen Gesichtspunkte und Bedenken, die ein Verfassungswerk von diesem Umfang und von dieser Bedeutung in einem so außer­ordentlichen Zeitabschnitt aufrent, die aber bei einem Provi­sorium aus aervichUigen pelttii&en ErL-ägpMW Ä-N^L â«Ä' gestellt werden könnest und muffen, bei der in futter Artis be­ginnenden Beratung der Verfassung selbst nl 'e Rücksicht auf unsere Parteien zu erörtern. Dann erst unb richt heute wird auch der Tag getarnten sein, an dem wir ehrlich und in aller Ruhr», an die Prüfung der Fragen. Über die die Meinunaen heute nsch weit auseinaubergef;en und gehen muffen, herantreten können, nämlich wie zum Heile des Ganzen d-e überra'enbe Forderung der Reich-einheir mit der Rücksicht auf das Historiichgecoordene auf die Eigenart der deut-cken Stämme und auf die verschiedene« Anschauungen über straffere aber losere Zusammen faffung bet einzelnen Kräfte unseres Volkslebens am besten vereinigt wer­den können. Unsere feste Zuversicht ist, daß der Verfuch rechter und vernünftiger Ausgleichung über die Schwierigkeit staats­rechtlicher Forderungen und fioatsmännüch er Erwägungen Herr werden wird. Verständige? und gegenseitiges 9iaibgeben haben uns zu dem vorläufigen Entwurf, der nicht leicht Zustande ge- komtznen ist. verhelfen, rcrffänbicer und ehrlicher Wille. _bem Vaterlands zu dienen, wird uns auch eine endgültige V"rfaffvng schaffen, die uns Zusammenhalten, die Bewegungsfreiheit im Innern geben unb gegen außen

un'ere Stellung in der Welt verbürgen soll, die uns gebührt und die uns endgültig niemand vorenthalven kann. (Beifall.) Heute aber wollen wir uns die Grundlage be­reiten, um morgen arbeiten und Politik machen zu können.(Beif.), Unser Volk, bas sich aus der Oxa er wart durch die Verwirk­lichung von Zukunftshclfnungen erlösen will und der Feisid, bet uns den Frieden grausam rorentbölt, sie sollen uns trotz der ge«

Gebrauch genommen worden, dar durch die Erinnerung an Karl August und die hochsinnig- Großherzogin Luise für ewige Zeiten ge­weiht ist. ,

Draußen vor dem K-dände der National^eriammlung grutzt bie Sendboten de» deutschen Volkes aus weithin sichtbarem Postamt das allbekannte schöne Dopvelstandbild Schillers und Goethes, 1857 von Rietschels Meisterhand vollendet. Möge es die Umgestalter des Deut­schen Reiches in dielen entscheidungsvollen Tagen immer und immer wieder daran gemahnen, daß nur der Geist versöhnender Liebe, der dereinst gerade hier in Weimar lebendig ausstammte und heute aufs neue die Gemüter mst unwiderstehlicher Gewalt packt, allein neuauf- richten und schaffen kann, daß alle anderen materiellen Grun lagen wirkungslos versagen, wenn sie nicht getragen sind von jenem idealen Geist, den gerade die Dichtersiadt Weimar in nahezu einzigartiger Weise versinnbildlicht. ^'

Frankfurter Theater.

OPernstanS. Dienstag, 11.Februar, abends 7 Uhr: ..Da» Rhein­gold'. - Mittwoch, 12, 7 Uhr: »Tanzabend von Niddy Impekoven'. »Klein Ida» Blumen". Donnerstag, 13., halb 7 Uhr:Die Gezeichneten" Freitag, 14., 7 Uhr; Die Entführung aus dem Serail". Kein Kartenverkauf. Samstag, 15., 7 Uhr: »Hannerl". Sonntag, 16., halb 4 Uhr:Die Rose box Stambul". 7 Uhr:Josef und seine

Brüder".

SchausvierhauS. Kadale und Helm Test'.

Di-ustag, 11. Februar, abend? halb 7 Uhr: Siebe". - Mittwoch, 12., halb 3 Uhr: .Aib 7 Uhr:Durchs Ohr". »Die Hasenpfotr'. Donnerstag, L% 7 Uhr:Nachtasyl". Freitag 14» halb 7 Uhr:Kabale und Liebe". Samstag, 15., 7 Uhr: Alt-Heidelberg". Sonntag, 16., 3 Uhr: »Jugend*. 6U$r: Die Räuber".

Ne«es Theater. Dienstag, den 11. Februar. abends 7 Uhr. Nechtbrltiichtung". Mittwoch, 12 7 Uhr: »Jud küßV Donnerstag, 13., 7 Uhr: »Nachtbelcuchtung'. Freitag 14, 7 Uhr:Gas'. Samttag, 15., 7 Ubr: Zvm erstatt Mal-:Der ?inbere". Sonntag, 16» 3 Uhr: ,Pr»f.L«0»tz harbi". 7 Uhr: »Der Andere".