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Die Alliierten haben zu wiederholten Malen von Deutsch­land di« Niederkämpfung des Bolschewismus gefordert. Dies ist aber nur möglich, wenn den deutschen Truppen alle erforderliche Unterstützung zuteil wird. Hierzu gehört, daß in gewissem Umfange von der See aus Schutz für die Häfen und unter Umständen auch für die Transporte ge­währleistet wird. Angesichts dieser Lage ist von Admiral Browning der Antrag gestellt worden, einige Kriegsfahr­zeuge, die infolge des Artikels 23 des Waffenstillstands­vertrages haben abrusten müssen, wieder ausrüsten und in Dienst stellen zu dürfen, um in Libau geringe Streitkräfte ständig stationieren zu können. Diese Anträge sind bisher abgelehnt worden. Infolgedessen wird nunmehr der Oberste Kriegsrat der Alliierten gebeten, anzuordnen, daß die alliierten Seestreitkräfte ständigen Aufenthalt in Libau nehmen und gegebenenfalls zum Schutz der Küstenplätze gegen bolschewistische Angriffe mit den Waffen eingreifen oder von dem bisherigen durch Admiral Browning über­mittelten Standpunkt abzugehen und die Indienststellung geringer deutscher Streitkräfte zuzulassen. Es werden zu­nächst ein Kreuzer und vier Zerstörer genügen.

Wiederholt ist von feiten des alliierten Oberkommandos der deutschen Regierung und der deutschen Obersten Heeres­leitung der Vorwurf gemacht worden, Deutschland bekämpfe den Bolschewismus nicht, sondern fordere ihn sogar. Diese Vorwürfe sind stets als nicht den Tatsachen entsprechend energisch zurückgewiesen worden. Der Kampf der deut­schen Truppen in den baltischen Ländern erbringt den Be. weis für die deutsch« Haltung. Durch eine den deutschen Vorschlägen zustimmende Entscheidung würde das alliierte Oberkommando zeigen, daß es den Abwehrkampf, den Deutschland im eigenen Interesse und im Interesse der Welt gegen den Bolschewismus führt, praktisch zu unter­stützen gewillt ist."

In Bremen.

WB Bremen, 7. Febr. RoeSmann» Dnrea« meldet» Bislang baden die Nesiierungstruppen 10 schwere Maich nenaewebre, 9 leichte Maschinengewehr«, 1 Feldkanone und eine Anwbl Gewebre und Sei» tennewehrr erbeutet. Die Verinffe der NeqiernnaStnwven bezogen bei der dritten Landes sch ätze »brizade 7 Tote und 27 Verwundete, bei der Matrosenbrinade 8 Tote und 11 Verwundete, von Freiwilligen» KorpsSafari* 4 Tote und 19 Verwundete, insgesamt 19 Tote und 57 Verwundete.

WB. Bremen, 7. Febr. Die Betriebsleitungen der Hans». Llovdwerke, der Llond-Thnamowerte und der Norddeutschen Waggon­fabrik haben beschlossen, ihre Betriebe bis auf Weitere» still zu legen, da die Arbeiter die Aufnahme der Arbeit von der Freiloflung ihrer in den Kämpfen am Dienstag und später fellgenommenen Genossen abhängig wachen, eine Forderung, deren Bewilligung nicht in der Hand der Betriebsleitungen liegt.

Auch in Mülheim wieder Ordnung.

MÄblsteim «. R«hr, 5. Febr. Eine Konferenz der Mülheimer Beamtenschaft ,md der ihr ange chlossenen Arbeiterorganisationen der Post, Eisenbahn und der Stadt mit Mitgliedern der A.» und S.« Rate», die in Gegenwart der Regierungsrate» Egart von der Eiken- bahndirekion Essen heute abend von 69 Ukr im Rathauie llattfand, ° führte tm wrr

den streikenden Beamten. staatlichen und städtischen Arbeitern die Arbeit wieder ausgenommen wird. Die besetzten Schulen sollen teil» morgen, teils in den nächsten Tagen geräumt werden, sobald über das Schicksal der Kaserne entschieden ist. Die Neuwahl beS Arbeiterrates, der aus 60 Personen bestehen soll und allen Bürognippen Sitz und Stimme gibt, sobald sie auf sozialistischem Standpunkte sieben, findet morgen nachmittag 4 Nbr statt. Die Sicherheit»,»«»»schäften erhielten stritte Anweisung, sich künftighin jeglichen Eingrst» in technische Betriebe der Eb en bahn zu enthalten. Die städtischen Beamten bleiben im Amt, auch soll die Stadtverordnetenversammlung n cht angetastet werden. (Also auch hier voller Rückzug de» Arbeiterrate» und voller Erfolg bef Beamtenftreits.)

Die deutschen Guthaben und Werte.

nach Formen kultureller Gleichberechtigung findet in ihm seinen Ausdruck. Nur, wer das versteht, wird ohne Hatz und Furcht dem Drängen der Arbeitermassen gerecht wer­den. Demokratie und soziale Gerechtigkeit vereint, werden das deutsche Gemeinschaftsgefühl zum deutschen Land und ' zum deutschen Volk mächtig erstarken lassen.

Zum deutschen Land und zum deutschen Volke gehört bis : zur Stunde auch Elsaß-Lothringen. Zu unserem Bedauern müssen wir feststellen, daß dort die Wahlen zur Deutschen Nationalversammlung verhindert worden sind. Wir sen­den dem elsaß-lothringischen Volke unseren Gruß und wer­den nicht aufhöre« zu fordern, daß auch ihnen das Recht ö«r Selbstbestimmung über seine nationale Zugehörigkeit gewahrt wird, wie es in den Wilsonschen Grundsätzen aus­gesprochen ist. (LeLh. Beifall und Händeklatschen.) Und zu diesem deutschen Land und Volk gehört auch der deutsch- österreichische Bruderstamm. lDeifall und Händeklatschen.) Die Begeisterung, mit der alle Kundgebungen zu einem Wiederanschluß hier ausgenommen worden sind, legt Zeug­nis ab, wie sehr diese Wiedervereinigung dem ganzen deut­schen Volke Herzenssache ist. Ich gebe mich der Hoffnung hin, die Vertreter Deutsch-Oesterreichs in n^t allzu ferner Zeit als Kollegen in unserer Mitte willkommen heißen zu dürfen. (Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Die Arbeit der Nationalversammlung soll die Freude unseres Volkes an seinen politischen und sozialen Einrichtungen er­höhen. Die Nationalversammlung sek das weithin sichtbare Zeichen des Willens der Erneuerung im Innern und des Willens zur kraftvollen Geltendmachung des Lebensinhalts «uferes Volkes nach außen. (Beifall.)

Möge sodann von Weimar eine Flamme ausgehen, die sie Herzen unseres Volkes erwärmt und seine Seele erleuch­tet in dieser dunkelsten Zeit nationalen und persönlichen Neides, um mit Lebensmut und neuer Kraft aus dem fin­steren Tal der Gegenwart den Aufstieg zu finden zu einer lichteren und glücklichere» Zukunft. (Lebhafter Beifall «nd Händeklatschen.)

Es folgt di« Wahl von drei Vizepräsidenten mit glel- lhen Rechten.

Dbg. Gröber (Ztr.): Ich schlage vor, alle drei Vize­präsidenten in einem Wahlgang zu wählen. Da ferner eine Verständigung unter den Parteien erzielt ist, so schlage ich por, die Wahl durch Zuruf vorzunehmen.

Dbg. Haase (U. Soz.) widerspricht diesem Vorschlag, Sodaß die Wahl durch Zettelabgabe erfolgen muß.

Das Ergebnis der Wahl ist, daß zu Vizepräsidenten ge- Eählt werden: Dbg. Fehrenbach (Ztr.) mit 374, Abg. »autzmann (Dem.) mit 374 und Dietrich (Deutsch- ational) mit 356 Stimmen. 25 Stimmzettel waren «n» gültig. Die gewählten Abgeordneten erklären, daß sie die Wahl annehmen. Es folgt die Wahl von acht Schrift­führern. Die WaA findet ebenfalls durch Stimmzettelab-- tzabe statt.

r Der Präsident bittet des Haus um die Ermächtigung, das Ergebnis der Abstimmung nach Schluß der SMnssrr- Aitteln zu lassen. Di« Ermächtigung wird erteilt.

Nächste Sitzung Samstag 3 Uhr: Entwurf eines Ge- chtzes über die vorläufige Regferungsgewalt. Schluß nach 5H6 Uhr.

Die Bekämpfung des Bolschewismus.

WB. Berlin, 7. Febr. Ueber die Lag« in den baltischen iProvinzen und die damit im Zusammenhang steheiHe Be­kämpfung des Bolschewismus wurde in Spaa am 6. Febr. Algende Note übergeben:

Die Lag« der in den -Mischen Provinzen des ehe­maligen russischen Reicher gegen die Bolschewisten kämpfen- iden freiwilligen deutschen und baltischen Truppen hat sich weiter verschlechtert. Di« Hafenstadt Windau (nördlich sLlbau) ist nach hier vorliegenden Nachrichten von bolsche­wistischen Truppen besetzt worden. Gelingt es nicht, die bolschewistische russische Welle bald zum Stehen zu bringen, so brandet sie über dl« Grenzen nach Deutschland hinein.

WB. D rlln, 6. Febr. Die Vertreter verschiedener Entente- Staaten wirkten in den neutralen ©i anten, teils durch Mitteilungen an deren Regierungen, teils durch Aufforderungen an die Banken selbst, auf die Sperrung deutscher Guthaben und Werte hin. Sie beriefen sich dabei auf die in Trier am 12. Dezember 1918 getroffenen Admachun-en, gaben jedoch, tote in einigen Fällen bekannt wurde, nicht deren genauen W rtlaut, sondern lediglich eine willkürliche und irreführend« Kürzung de» Textes wieder. Sie erweckten davurch den Eindruck von beu schen Zngestäadn ffen, die in dem behaupteten Ilm»

fange nicht gemacht worden sind und in deren Einräumung^, deutschen Unterhändler auch nicht ermächtigt gewesen wäre». deutsche Nrgierung bat gegen dieser Vorgehen bei der Wassens, standSkommisfion in Spa nachdrückliche Vorstellungen erheben lgff und zugleich die deutschen A»»l«ndsvertretungcn mit den durch w Sachlage gebotenen Weisungen versehen.

Kleine Nachrichten.

Neichsverfassnng Kreditvorlage. Bereits am Gatn* tag soll die von der Reichsregierung im Einvernehmen mit den einzelstaatlichen Regierungen einasbrachte Vorlage über eine vorläufige Reichsverfassung en bloc ohne weiter, Verhandlungen gleich in allen drei Lesungen verabschiedet werden. Im Verlauf der nächsten Woche wird Staats, sekretär Schiffer eine große Kreditvorlag«, man spricht vo» 25 Milliarden, einbringen. Ferner wird der Rat bef Volksbeauftragten, ehe er sein Mandat in die Hand der Nationalversammlung zurücklegt, um Indemnität für di, bisherige revolutionäre Verwaltung nachfuchen Daz Reichskabinett soll außer dem Reichskanzler aus 15 vereng wörtlichen Ministern bestehen, die vermutlich nicht mehr den Titel Staatssekretär, sondern Reichsminister führen werden.

Hindenburg bringt seinen Dank bei Auflösung der Feld post in einem Schreiben an den Feldoberpostmeister gum Ausdruck, in welchem er die aufopfernde Pflichterfüllung sämtlicher Beamten anerkennt und hofft, daß die ausschei­denden Angehörigen der Feldpost den Geist straffer Ord nung und opferwilliger Dienstfreudigkeit mit in ihre« bürgerlichen Beruf hinübernehmen werden.

Zeitunpsluftpost. Der Verlag Ullstein hat von bet Deutschen Luftreederei Johannisthal ein Flugzeug gechar, tert, um regelmäßig dieV. Z." und dieVsssische Zeitung* nach Weimar und Leipzig zu bringen.

Das preußische Staatsministerium hat wegen der von handenen großen nationalen Gegensätze die Wahlen zu de« Kommunaftzarlamenten in Posen, Westpreußen und m Kreise Oppeln auf drei Monate ausgesetzt.

Zum «ngarifchen Gesandten bei der deutschen Volk» republik würd« der Tafesrichter Johann Juncker ernannt

Das Zentrum tritt in die Negierung ein. Wie dH Doss. Ztg.* btM, hat die Zenlrmnsftakuon Donnersi«; nachmiiiaq bcfdjteffen, in die Regierung einzutreten und dieß« E,ilfch! den anderkn Frakiionn« mitvtleilm.

Tle deutsche Handelsflotte verloren 7 DemBlin Enropapreß" wird ans London gemeld t: In den $f fprechunpen «wichen den Delegierten in Paris wurde eine vollständig Einigung darüber erzielt, daß die deutschen Handelsschiffe nicht mehr an Deutschland zurückgegeben werden. Die Konferenz werde v»4 dem Prinzip Tonne um Tonne handeln, so daß Deutschland feint ganze Handelsflotte werde opfern müssen, um die versenkte Tonnag' zu decken.

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Die Krieaswahlfahrtspfleqe der^Laudes- rersicherungsattslalterr.

«0 Million-« bis Ende 1917,

Zur Bekämpfung der infolge des Kriege» drohenden gestrndheib lichen und wirtschaftlichen Schädigungen der BevSlkeriing haben dir Verficherungrträger im Jahre 1917 auf Grund des 8 127L der Reichst vrrsichernngSordniing insgesamt 12 Mill. Mt. anfgewcndet. Darm entfallen u. a.: 24 000 Mk. auf das Zentralkomitee der Dentkcha Vereine vom Roten Kreuz in Berlin, 276 000 Mk. auf Provinzial» vereine, LandeSauSfchüsse ulw, 448 650 Mk. auf die Beschaff»»« neu warmer Unterkleidung und sonstigen Liebesgaben für da» Feldbett, 3^6400 Mk- auf Unterst Übungen an Versicherte unmittelbar, 1283 200 Mk. ans Unterstützungen an Gemeinden und Ärciit, 922 000 Mk. auf Unterstützungen an Vereine und Einrichtungen der KrieoSwohlrahrttpssege, 307 400 Mk. auf die Förderung der Kriegst berrubentuo, 3 813l»M Mk auf Ehrengaben an Hiitterblie''cne vo« Kriegsteilnehmer», 3 095 300 Mk. auf Kosten der Bereitstellung v« Heilstätten für Zwecke der Krieg-krankenpflege nach Abzug der Ersap leiftungeu, 242 3E> Mk. auf die KnegSbeschüdizteujürsorgc, 896 M Mk. auf konstige KcicgSwohlfahrtrzwecke.

Unter Einrechnung deS Aufwande» der Jahre 1914, 1915 und 1916 (7,8 u. 20,2 «. 18.7 Mill. Mk.) haben die Bersi.herungSträgN bis Ende 1917 69,4 Mill. Mk. für die KciegSmohlsahrtspflege auf» geweudK.

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Das Ende der Bagdadbahn.

Don Paul Schweder.

rginbet. Nachdr. verb.) SH. Berlin, 4. 1919.

Wie in den letzten Tagen bekannt wurde, hat England (ein langersehntes Ziel erreicht. Die von der Anatolisch«n Eisenbahngesellschaft unter stärkster finanzieller Mitwir­kung der Deutschen Bank erbaute Lagdadbahn ist der Tür­kei abgenommen und in den Besitz Englands übergegangen. Damit ist der alten Türkei nicht nur das wirtschaftliche ^rat ausgebrochen und Deutschland ein Millionen- jchaden zugefügt, es erscheint auch der Traum der Ueber- (anbuerbinbung von der Nordsee bis zum Persischen Golf, der Deutschland ungeheure wirtschaftliche Möglichkeiten versprach, für alle Zeiten ausgeträumt. Der fast gleich­zeitig mit dem Uebergang der Bagdadbahn in englischen Besitz bekanntgegebene Rücktritt des Generaldirektors der Deutschen Bank, des Herrenhausmitgliedes v. Gwinner, scheint in ursächlichem Zusammenhang mit dieesm bedauer­lichen Ereignis zu stehen. Denn Herr v. Gwinner war es, der die Schaffung und den Ausbau der Bagdadbahn als feine Lebensaufgabe betrachtete und der seit Jahrzehnten in Wort und Schrift das Interesse des deutschen Volkes für das Riesenunternehmen im fernen Orient zu wecken suchte.

Kaum in einem anderen Lande der Welt sind die Vor­bedingungen für einen Eisenbahnbau so ungünstige wie gerade in der Türkei, wie der wiederholte Zusammenbruch verschiedener Eisenbahnunternehmungen in Kleinasien vor dem Beginn bet Anatolischen und der Bagdadbahn be­weist. Die Gründe hierfür liegen in der mangelnden mirt- ßchaftlichen Erschließung der türkischen Provinzen wie des anschließenden Kolonialgebiete in Arabien und Mesopo­tamien. Dazu kommt die geringe Unternshmungs- und «eiselust des Türken, weshalb alle neueren türkischen Bah- X tuir auf der Basis -Mandelommen konnten, daß der

Staat eine Mindesteinnahme für das Jahr und den Kilo­meter garantierte, die naturgemäß nach der Schwierigkeit der einzelnen Strecken verfchiüien waren. Und gerade di« Bagdadbahn hatte eine Fülle solcher Schwierigkeiten bei ihrem Bau aufzuweisen. Während die Anabolische Eisen­bahn, die in Konstantinopel bezw. Haidar Pascha ihren Anfang nimmt und ungefähr der alten syrischen Handels­straße folgt, wegen der landschaftlichen Schönheiten und der Handelsmöglichkeiten mit den alten Kulturstätten Eski- schehier, Angora und Kenia einige Aussichten bot, mußte die bei Konia anschließende Bagdadbahn zunächst durch die Wildnis des Taurus geführt werden, deren ungeheure Tunnel-, Viadukt- und Brückenlmuten allein schon ein Mil­lionenkapital verschlangen, ehe die wirtschaftlich ergiebige Adana-Lben« mit ihren Vaumwvll-, Reis- und Tabak­kulturen sowie der Anschluß an die Hedschasbahn bei Aleppo erreicht werden konnte. Dann aber felgte eine Hunderte von Kilometern lange Strecke durch die syrische Wüste bis zum Euphrat, der mächtige Brückenbauten ver­langte. Ueber Mossul sollte die Bahn den Tigris er­reichen und dann an dessen rechtem Ufer abwärts über Te- krit nach 1700 Kilometer Bahnfahrt Bagdad erreichen. Von hier aus durfte die Bagdadbahngefells^rfi nach dem eng­lisch-türkischen Abkommen von 1913 noch das Stück bis Basra (585 Km.) bauen; während den Rest Basra-Koweit, zirka 120 Km., und den Ausbau der Häfen von Basra und Koweit England sich vorbehalten hatte. Es beherrschte mit seiner Flotte den ganzen Persischen Golf und sah nur mit wachsendem Reid den stückweisen Ausbau des rissigen Lcrhnnetzes vor sich gehen, dessen endgültige Fertigstellung einen guten Teil des indischen Handels auf den Ueberland- weg gelockt haben würde. Nur auf diese Weise aber konnte das gewaltige Unternehmen sich rentieren.

Am 3. März 1903 kam zwischen bet Türkei und der Deutschen Bank der Vertrag über den Bau der Bagdadbahn zustande. 1904 waren bereits "<> ersten 200 Kilometer bis

jenseits Eregli beendet, 191112 weitere 93 Kilometer bst Karu Vunar auf der Höhe des Taurus, 140 Kilometer vo« dessen Südabhang bis zum Westabhang des Amanus und 203 Kilometer n.-w. und n.-ö. von Aleppo eröffnet. Dar schwierige Zwischenstück auf dem Taurus, der Amanusübci« gang, die Strecke westlich vom Euphrat bis Helif (1063 Kilometer von Kenia) sind im Bau, seit 1912 auch dar Endstück Helif-Dagdad (685 Kilometer) und die Abzwei­gung nach Alexandrett«. 1916 fasste man bereits die ganze Bahn in Betrieb nehmen zu können. Aber dann kam der Weltkrieg, der alle Hoffnungen zunichte machte. Die Ban- kosten betrugen für die Anatolische Bahn 300, für die Dag- dadbaihn bis Aleppo allein z irka 200 Millionen Mark. - Man war sich von Anbeginn darüber klar, daß die Bah« internationalem Interesse diene und daher auch internatio­nalen Charakter tragen müsse. Unmittelbar nach der 6» langung der Konzession suchte man deshalb englische N* nanzkreise für das Unternehmen zu interessieren. Die bri­tische Regierung selbst verhielt sich zwar nicht ablehnend, aber die englische öffentliche Meinung nahm so scharf da­gegen Stellung, daß die englischen Finanzinstitute ihre Mitwirkung zurückziehen mutzten. A«hnlich war es mit den Franzosen, di« für das Unternehmen anfänglich eingenoin- men waren, ihm dann aber durch politische Machenschaft^ ebenfalls entfremdet wurden, sodaß die deutsch« Kraft M auf sich selbst gestellt sah. Der Typ der Bahn, deren Aus­führung der Firma PH. Holzmann L Co. in Frankfurt am Main übertragen worden war, und vielen deutschen schweizerischen Ingenieuren und Arbeitern lohnende M- schästigung brachte, war im Gegensatz zu den bis dahin der Türkei gebauten Schienenwegen der der preußis-h^ Vollbahn. Sie führt über ein Hochplateau, aus dem ein­zelne Gebirge hsrvorragen. Das ganz« Eebi«t ist bis «ul den Tiurus wälderlos, woraus sich im Zusammenhang wit der Höhenlage auch große klimatische Erschwernisse ergeben. So gibt es Gegenden, in deven das Thermometer im Eoin-