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General-Anzeiger
Organ für Stubb und Landkreis Kanan
Verantwortlicher Redakteur: Gustav Schrecker, Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit Unterhaltungsbeilage, für Anzeigenu. Reklamen: AugustDrovt, beide «Hanau.
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Vierteljährlich 3.15 Mk., monatlich 1.05 Mb, f6r P»D» bezug vierteljährlich 2.70 MH, monatlich SO Pf^
Die einzelne Nummer kostet 5 Pfg.
Ar. 28
Fernsprechanschi« st
Redaktion K1g — Erv?^ 'on 289
Montag den 3. Februar
Fernsprechanschlust Redaktion 148 — Erpedition 231
1919
AmNI«,«
Die auf dem Gehöft Wilhelmshof bei Sprendlingen, Kreis Hssenbach, s. Zi. ausgebrochene Maul- und Klauenseuche ist erloschen.
Hanau den 27. Januar 1919. L. 183
Der Landrat. J. V.: Delgmann, Kreissekretär.
Da die Entente an Zurttchhakmna ihrer Kriegs- und Zivilae- s«««enen in Deutschland glaubt, werden Aer'tckommilsionen und Dele- Me der Entente alle ehemaligen und etwaigen jetzig-n Arbeitsstellen »ab Ansentbaltrorte von krieg?- imd zivilgetangenen ^ranzoien, Vel- |iOT, Enoländern, Serben, Italienern, Portugiesen, Japanern, Amen- stnern, Montenegrinern, Griechen und Brasilianern bereisen. Ihn Wustellen, welche Gesonnenen der Alliierten sich noch in Deutsch- hmb befinden, hat sofort eine Zählung der Gesonnenen der Alliierten stattrufinden. Diese Gefangenen sind in einer Liste auszu- «bmcn, die enthält: Name, Vorname, Nummer und Regiment, getrennt nach Nationen in obiger Reihenfolge, unterschieden nach Kriegs- md Z'vllgesangenen.
Die Liste, evtl. Fehlanzeige ist mir umgebend, spätestens aber taten 3 Tagen, vorzulegen.
Hanan den 8. Februar 1919.
Der Landrat. 3. V.: Delgmann, Kreisiekretär.
Am Mittwoch den 8. Februar, nachmittags 2 Uhr, sollen im ehemaligen Kesselstädter Gemeindewald Distrikt 1, Wolfsloch und Distrikt 2, an der Hochstädterlandstraße, 1100 Stück Reisigwellen öffentlich meistbietend an Ort und Stelle gegen Bezahlung versteigert werden.
Das Brennholz wird nur an hiesige Haushaltungen mit einer Höchstmenge bis zu 40 Stück Wellen abgegeben.
Zusammenkunft am Bahnhof Wilhelmsbad.
Hanau bett 31. Januar 1919.
Der Magistrat. Ehrich.
Kleinkinderberatung.
. Für Kinder von 2—6 Jahren Beratungsstunde jeden ersten Dienstag im Monat. Nächste Baratungsstunde Dienstag den 4. Februar, nachmittags 3% Uhr, Marktplatz 17,1 Treppe.
Hanau dem 3. Februar 1919.
Der Magistrat. Hild.
Außer den bereits am 31. Januar 1919 veröffentlichten Geschäften haben noch folgende Geschäfte für den Monat Februar 1919 Petroleum erhalten:
Firma: L. Blum, Salzstraße; Eg. Dott, Gustav Adolfstraße; Jakoby, Freigerichtstraße; Kahlmeyer, Gärtnerstratze; Lins, Vorstadt; Jul. Müller, Römerstraße; K. Sattler, Nürnbergerstraße; Schweisgut, Hahnenstraße; Theis, Körnerstraße; Körbol, Hauptstraße.
Die Firma Kilb & Thiele, Salzstraße, verkauft Petroleum nur gegen Abgabe der Heimarbeitermarken.
In diesem Monat werden auch die Aftermieter beliefert.
Die Ausgabe der Petroleummarken erfolgt nur gegen Bor. zeigung des blauem Petroleum ausweises.
Hanau den 1. Februar 1919.
Der Magistrat. Hild.
Der Pulverarbecker Wilhelm Peter in Großauheim hat dal Recht seiner Ehefrau Wilhelmine Peter, geb. Breitenbach in Groß- auheim, innerhalb ihres häuslichen Wirkungskreises seine Geschäfte für ihn zu besorgen und ihn zu vertreten, ausgeschlossen. 1961
Eintrag des Amtsgerichts 5 in Hanau vom 28. Januar 1919
Beschluß.
Der auf den 7. Februar 1919 bestimmte Termin zum Zweck« der Zwangsversteigerung des in der Gemarkung Hanau belegenen, ins Grundbuche von da Band 18 Artikel 1079 in Abteilung I unter Nr 1 auf den Namen des MetzgerS Wilhelm Karl Vertin Ludwig Bott in Hanau eingetragenen Grundstücks:
Krtbl. Nr. 40 Vorstadt, Haus Nr. 16. 1,21 Ar,
Bebauter Hokranm, 790 Mk. jährlicher Nutzungswert,
Geb.-Steuer-Rolle Nr. 1599, wird aufgehoben. 1979
Hanau den 31. Januar 1919.
Amtsgericht, Abt. 2b.
Die Spartakusbewegung.
Gegen den Terror.
Die Anwendung der Reichsexekutive gegen die terroristische spartakisti che Minderheit bat, wie verschiedene Blätter berichten, in Bremen, Hamburg und Wilhelmshaven heilsam -»wirkt. Seit der Ankunft der Trunyen in der nächsten Umgebung von Bremen ist an der Wasserkante Ruhe ein« zetreten. Man gibt sich der Hoffnung hin, daß das Gin« tznd Auslaufen der Lebensmittelschiffe gesichert wird. Zant KeiiungSmeldungen sind nUe-bingS bte spartakistisch gesinnten Arbeiter nach wie vor entschlossen, den Kampf mit den Re* -ßrungstruvven aufzunehm n. Mehrere Führer der Sparta- hstenbewegung in B> ernen haben sich nach Bremerhaven beleben. Sie verbresteten ein Flugblatt, in welchem anfge» sordert wird, alle bürgerlichen Zeitungen schonungslos zu vnterdrücken. Sie wollen die Svartakistenbewegung in Bremerhaven organisieren. Neber Verhandlungen zwischen beiden Parteien wird folgendes berichtet:
Bremen, 1. Febr. Von verschiedenen Soldatenräten Nord- tvrstdentschlands wurden Telegramme an die Reichsregierung gerichtet mit dem Ersuchen, die Expedition zurückzuüeben, um das drohende . ungeheure Blutbad zu vermeiden In Bremen weilte «estern eine Abordnung der Division Gerstenberg: die Verhandlungen verliefen ergebnislos, werden aber heute fortgesetzt. Vorher soll von beiden Seiten nichts unternommen werden. Wie verlautet, setzen sich die Solditenräte des 9. Armeekorps für dst Eut- ivaffnung der Arbeiter ein. Der Bahnverkehr nach Hannover und Lerlin ist durch Aufreißeu der Schienen unterbrochen worden.
Mit der Entwaffnung der Arbeiier würde eine der Haupt- ferberunjen der Reichsregierung erfüllt sein.
In dieser Frage ist nun auch neueren Nachrichten gu« Wge eine Vereinbarung erzielt worden, wie aus der nach- stthtnden Meldung des Wolfischen Bureaus heivorgebt:
Briese aus Weimar.
Don Paul Schweder.
SH. Weimar, 1. Februar 1919.
I.
Fünfzehn Stunden und mehr braucht man heute zur Fahrt ’M Weimar, das in Friedeuszeiren kaum fünf Stunden von «"lin entfernt war. Man munkelt zwar etwas von einem vonderzug. der kurz vor der Nationalversammlung nach 33ei= ta fahren und dann täglich in fünf Stunden hin und zurück »«kehren soll. Aber gerade darauf können die Zeitungsbericht- «Itatrer am allerwenigsten warten, da sie schon vorher am ^chouplatz des großen Ereignisses weilen müssen. Man könnte P auch mit dein Flugzeug nach Ilm-Athen reisen, und mein Nachbar, der bekannte Rclrrüflieger Otto Linnekogel, will mich seiner Rumplertaube inncrhclb einer guten Stunde nach Goethestadt tragen. Aber die kleine Schreibmaschinistin triftet! sich standhaft, auf dem Auspuff Platz zu nehmen, und 1° greift man zu einer List. Der alte Eisenbahnpraktikus weiß, M der jetzige bayerische Miaisterpräsident Eisner genau wie «las Hertling, der auf diese Weise immer seine hübschen Ham- Mpakete schnellstens in Berlin hatte, auf eine gute V-Zugver- Mung zwischen Berlin und München Wert legte. Diese D= Me aber gehen über Jena-Saalfeld und halten in der alten ^lversiAit-stadt, von wo man in einer knappen Stunde nach Weimar hiiiüberwechseln kann. Auf diese Weise ist man, unter Wgehuug der sensterlosen und ungeheizten Bummelzüge schon einem halben Tage in Weimar und hat sogar noch Zeit, sich wenig in Jena umzusehen, wo die Erinnerung an so man- “)es, darunter auch an die letzten sozialdemokratischen Partei- wach wird.
. Dann kommt man nach Weimar. Der neue Bahnhof ist trotz »« unfretwilligen Mithilfe englischer, französischer und belgi- Mi Kriegsgefangener noch immer nicht fertig, zumal einer Wen Eisenbühndirektion zunächst daran gelegen war, den steinen Empfangsbahnhof für den verflossenen Großherzog fer- ,'Wstrllen. Nun dient er den Mitgliedern der Nationalver- "'"mlvng als Empsangs- und Auskunftsraum und hat somit ™er Zweck nichr ganz verfehlt. Ob auch die Bolksregierung M ihrem Eot:derzuge hie oder mitten unter der gemeinen ^enge auf dem Hauptbahnhos landen wird, steht noch dahin. ^&; ^«k,-« Nnknb<is-;nl«u slankieren einiae mäßige Hotels.
W. Bremen, 2. Febr. Ueber das Ergebnis der am 2. Februar, 3 Uhr morgens, gepflogenen Verhandlungen zwischen den Bremer Dolksbeauftragten, Vertretern des Bremer Soldatenrats, der Bremer Mehrheitssozialisten, Vertretern der Division Gerstenberg, Vertretern des Obersten Soldatenrats von Eroß- Hamburg, des A.- u. S.-Rats Oldenburg und des Korps-Soldatenrats des IX. A.-K. unter dem Vorsitz des Genossen Lampl, 1. Vorsitzender des Obersten Soldatenrats von Groß-Hamburg wird folgender Bericht veröffentlicht: Die Volksbeauftragten Bremens sind bereit, auf Verlangen der Reichsregierung zurück- zutreten. Die bewaffnete Arbeiterschaft Bremens ist bereit, an den Korps-Soldatenrat des IX. A.-K. alle Waffen und Munition '^^B.B W'&IIÉB- vow Mstz-Hamchura und der Korps-Soldatenrat des IX. A.-K. verbürgen sich für die Durchführung der Entwaffnung und für Wiederherstellung geordneter Zustande in Bremen. Die Mehrheitssozialisten Bremens und sämtliche Vermittler erbitten von der Reichsregierung die sofortige Zurückziehung der Division Gerstenberg, da deren Auftrag restlos erfolgt ist. Die Division Gerstenberg erklärt, im Laufe des 2. Februar in die Stadt Bremen und in Hemelingen nicht einzumarschieren f 'Hs kein Truypenzuzug von außen nach Bremen erfolgt. Die Genossen Rusch (Siebener-Ausschuß Erotz-Hamhurgs, Wrede (Siebener-Ausschuß Groß-Hamburg) und Groeger (Arbeiterrat Oldenburg) werden der Kommandantur zur Kontrolle beigeordnet und leiten die Verbindung mit der Division Gerstenberg aufrecht. Genosse Lampl vom Zentralrat und Leutnant von Pritzelwitz (letzterer als Vertreter der Division Gerstenberg) überbringen dieses Abkommen der Reichsregierung. Lampl (Hamburg), K. Er- tinger, I. Drettmann, Frasunkiewicz vom Rat'der Volksbeauftragten Bremens, Waigand, Schindelbauer und Scheiter als Vertreter der Mehrheitssozialisten, Eraeger kÄrbeiterrat Oldenburg), Rusch (Soldatenrat (Groß-Hamburg), Libertin und Frese (Soldatenrat Bremen), Pool (Korps-Soldatenrat des DL A.-K.), Behrens, Landtagsabgeordneter, Oldenburg, Hauptmann Danner und Leutnant.». Pritzelwitz von der Division Gerstenberg.
W. Bremen, 2. Febr. Zwischen der Division Gerstenberg und der Regierung von Bremen wurde bis Sonntag Nacht 12 Uhr Waffenstillstand geschlossen. Inzwischen werden mit Berlin Verhandlungen gepflogen.
Der Kenner flüchtet in die innere, noch etwa eine Viertelftund« entfernte Stadt. Die dahin führende Sophienstraße senkt sich in das Asbach-Tal. An ihrem Ende stehen rechts und links die hellen und luftigen Gebäude des Realgymnasiums und der Sophier.fchule, in denen die militä:ifck)<en Kräfte für den Schutz der deutschen Nationalversammlung untergebracht sind. Die Meldung, daß dazu Truppen des Berliner Freiwilligen-Regi- ments Reinhardt herangezogen worden seien, ist ein Märchen. Die Weimarer Truppen reichen dazu vollkommen aus. Es ist gewiß Hilf t uninteressant, daran zu erinnern, daß es das Weimarische Landsturm reaiment war, dem durck die Kriegsjahre der Schutz des kaiserlichen Hauptquartiers in Chcrrleville anvertraut war/
Zu Häupten des Asbach-Tales steht das Museum Weimars mit den berühmten Prellerschen Wandgemälden der Odyssee- Landschaft und idem Cchwindschen Aquarell 'zu den „Sieben Raben und der treuen Schwester". Während linkerhand die liebliche Ilm mit den dahinter aussteigenden Höhen sichtbar wird, die Goethes Gartenhaus, das Eoethe-Schiller-Archiv, das Marie Seebach-Stift für alte Schauspieler und Schauspielerinnen mit seinen zahllosen Künstler- und anderen Erinnerungen an die große Zeit Ilm-Athens tragen, wandert man gemächlich in den ältesten Teil Weimars, vorüber an der Hofkirche, wo Goethes Gattin, Lukas Cranach und bet Märchendichter Mu- säus schlummern. Auch an Schillers erster Grabstätte führt der Weg hinüber zum Karlsplatz, dem Mittelpunkt alles Weimarischen Lebens und Treibens, den heute die Weimarischen Backfische, Schüler und eisgraue Pensionisten säumen, da jeder Augenblick ein neues und interessantes Bild bietet. Die Straße vor'dem Hauptpostamt ist aufgerissen, da man eine große Anzahl Telegraphen- und Telephonleitungen neu einbauen muß. Ein greise Arbeiterheer ist angestrengt tätig, Weimar mit direkten Verbindungen nickt nur nach Berlin, sondern auch nach allen übrigen größeren Städten des deutschen Reiches zu versehen, nackfdem die Mu^ensiadt bisher deu Vorzug solcher unmittelbaren Verbindungen überhaupt nicht besaß, sondern auf dem Umwege über Erfurt Apolda, Jena und Halle telephonieren mußte.
Da das bisherige Hauptpost I den Ansprüchen der Natio- nalüerfan n lrna bei weitem nickt genügt, so ist das Sophren- stift, eine vielbesuchte Höhere Tockterschule hinter dem früheren Hoftheater, zu einem eigenen Postamt für die Nationalver- fan n lang bestimmt worden. Die Beamten hierfür sowie die Fernspreckgehilfinnen sind der Elite des Berliner Dienstes ent-
Regierungstruppen gegen die Spartakisten in Düsseldorf.
Die Spartakusanhänger in Düsseldorf haben mit der Festnahme hervorragender Bürger begonnen. Man erwartet in Düsseldorf einen baldigen Angriff von auswärtigen Regierungstruppen auf Düsseldorf. Die Verhafteten sollen als Geiseln dienen. Spartakus setzte bereits die öffentlichen Gebäude, Bahnhofsanlagen und die Vorstädte in Verteidigungszustand. Die Verwendung von Regierungstruppen gegen Düsseldorf hat, wie Spartakus in Flugblättern behauptet, die Zustimmung der Alliierten zur Voraussetzung, da Düsseldorf zur neutralen Zone gehört. ,
Der Attschurtz Deutsch-Oesterreichs au Deutschland.
Die Frage des Anschlusses Deutsch-Oesterreichs an Deutschland wird nun aus dem Stadium der Erörterungen herausgesnbrt zur nahenden Entscheidung. Der deutsch-österreichische Nationalrat bot einen Gesetzentwurf über den Anschluß Deutsch-Oestexreichs an Deutschland einstimmig angenommen. Er wird alsbald der Nationalversammlung zur Beschlußfassung zugebcn. Näheres über den Inhalt des Gesetzentwurfes ist noch nicht bekannt.
Die Auffassungen in den amtlichen Kreisen Deutsch-Oesterreichs kommen in einer bemerkenswerten Aussprache des Staatssekretärs Renner zum Ausdruck, die er mit dem Wiener Vertreter bet „Morningpost" hatte. Staatssekretär Renner erklärte, daß in Wien eine große Mehrheit für die Vereinigung sei und nur eine Minderheit dagegen, teils aus Liebe zur Stadt Wien, die sie nidje ihre Rolle als Hauptstadt des Reiches verlieren sehen möchrm, teils aber aus besonderen wirtschaftlichen Interessen. Jude?. 2Bien sei nicht Deutsch-Oesterreich und das Land als Ganzes hege einen glühenden Wunsch nach der Vereinigung mit Deutschland. Auf die Einwendu g des Sorrewenbenten, daß die Wiener Presse anderer Meinung zu sein scheine, erwiderte Renner: die große Bourgeosieprcsse stehe überall unter dem Einfluß der Kapitalistenklafse der Banken und Großkauf- leute, sowie Fabrikanten, die einen Teil ihrer Einrichtungen oder mindestens die Märkte über das ganze Land verteilt hätte» und von einer Vereinigung mit Deutschand wirtschaftliche Verluste befürchteten. Aber die Ansicht des Volkes fei ganz anders. Ein Donaustaatenbund wäre möglich gewesen, wenn
«>»U«>I>»»WE>» M^'UI 1B'!nmSgie^W.L^lJWME2a£BMgUM»tKX:aHMM^'»' IWMt
I nommen worden, weshalb man auf eine pünktliche und reu bunHslose Abwickelung des gewaltigen Post- und Telegraphen- betrtebes für die Tagung rechnen darf.
II.
Rund um den Knrlsplatz ziehen sich die Parteilager der D« motrat eit, des Zentrums und der Mehrheitsfozialdemokratie hin. Die Ersteren haben das bekannte Gejchästsreise-itdenhotel Cbem- nitius mit BeschjGg belegt, neben dem sich der einzige größere Eaalbau Weimars, die „Erholung", erhebt. Hier finden alljährlich die Tagungen der Goethe- und Shakespeare-Eesellschast statt, denen stets auch das großherzogliche Haus beizuwohnen pflegte. Daneben haust die „Weimarische Landeszeitung Deutschland" in den Räumen des Geburtshauses der Freifrau von Stein. Ihr Direktor Knabe pflegt dort pietätvoll eine Fülle von interessanten Altweimarischen (Erinnerungen. Nur wenige Schritte vom Karlsplatz weiter gelangt man durch bte Wielandstraf^e zum Theaterplatz, der Stätte, auf die sich in den nächsten Tagen das allgemeinste Interesse konzentrieren wird. Das gewaltige Doppelstandbild Goethes und Schissers von Ritschel drückt ihm den Stempel auf. Auf diesem Platze erhob sich einst das alte Weimarische Hosrheater, in dem unter Goethes Direktion Schillers „Wallenstein" zum ersten Mal gespielt wurde und später Richard Wagner unter Liszts Leitung seinen „Lohengrin" aus der Taufe heben konnte. Auch Iffland und Kotzebue (letzterer bekanntlich ein Weimarer Kind) erlebten hier die Premiere ihrer Stücke, und Corona Schröter, Christiane Neumann, die „Euphrosine" des großen Olympiers, waren damals mit unter den Kräften, die dem Weimarer Muientempel zu Leben und Berühmtheit verhalfen. Bei den „Räuber"-Auf- Führungen wirkten noch bis in die letzte Zeit hinein auch jedesmal die Jeuenser Studenten mit. Mit einer „Iphigenie"-Vorstellung schloß das mehrmals abgebrannte Haus erst in unseren Tagen seine Pforten, um am 11. Januar 1908 als ein prachtvoller Neubau wiederzuerstehen, der nun den Abgeordneten der deutschen Nationalversammlung eine würdige Tagungsstättc sein wird.
Am »ergangenen Sonntag wurde der unter der Leitung bei Dichters Ernst Hardt stehende Betrieb des neuen Weimarer Nationaltheaters nach einer Aufführung von „Figaros Hochzeiss' eingestellt und seitdem sind Maurer. Schlosser, Tischler. Tap» zierer und Deroratsure eifrig beschäftigt, das herrliche Theater- gebäude für die Zwecke der Nationalversammlung umaugeftalte«. Aus dem Reichstagsgebäude in Berlin wurden nun TaII m-