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Verantwortlicher Redakteur: Gustav Schrecker, fürAnzeigen ».Reklamen: AugustBrodt, beide in Hanau.
Mr. 26
Fernsprechanschiuß 9?eboHfnn 649 — ®ry?b< ion 231
strcilan den 31. Januar
Fernfprechanschlutz Nedaktion 349 — Expedition 238
1919
Nm!I!<s>cs
Bei den Wahlen tut verfassunggebenden deutschen Nationalversammlung sind im 19. Wahlkreis, der die Provinz Hessen-Naffau sehne die Kreise Schaumburg und Schmalkalden), den Kreis Wetzlar tim Regierungsbezirk Coblenz sowie Waldeck umfaßt, entfallen:
I. auf Wahlvorschlag Dißmann . . . 42980 Stimmen, II. auf Wa lvor'chlag Luppe .... 230132 „ Hl. auf Wablvorschlag Müller-Fulda. 1^7579 „ IV. auf Wahlvonchlag Nießer . . . . 64405 „ V. ans Wablvorschlag Scheidemann . 468113 „ VI. auf Wahlvorichlag Veidt...... 106078 „
VII. auf Wahlvorschlag Waßmann. . . 279 „
Die zu einer Gruppe vereinigten Wahlvorschläge III iMüller- ssulda», IV lN'.eßer) und VI (Veidt) haben somit zusammen 858122 Stimmen-erhalten.
Gewählt sind:
1 1. Bürgermeister Dr. Hermann Luppe, Frankfurt a. M.
2. Oberbürgermeister Erick Koch, Cassel
3. Professor Walter Schücking, Marburg a. L.
4. Rentner Richard Müller, Fulda
5. Sekretär Iostph Becker, Berlin
6. Mittelschullehrer Jean Albert Schwarz, Frankfurta.M.
7. Universitätsprofessor Geh. Justizrat Dr. Jakob Rieß er, Berlin
8. Volksbeauftragter Philipp Scheidemann, Berlin-Steglitz
9. Sckriftstcller Dr. Max Quarck, Frankfurt a. M.
10. Stadtverordneter Georg Thöne, Cassel
11. Schriftsteller Gustav Hoch, Hanau
12. Schuhmachermeister Friedrich Brühne, Sachsenhausen
13. Ehefrau Johanna Tesch, Frankfurt a. M.
14. Rechtsanwalt Dr. Hugo Sinzheime r, Frankfurt a. M.
15. Pfarrer Karl Veidt, Frankfurt a. M.
Cassel den 26. Januar 1919.
Der Wahlkommissar des 19. Wahlkreises für die Wahlen zur verfassunggebenden deutschen Nationalversaminlung.
Fritsch, Oberlandesgerichtspräsident.
Bekanntmachung betr. Brotzusatzmarken.
Die bei der letzten Markenausgabe einbehaltenen grünen AnS- Weiskarten über Vrotzu'atzmarken gelangen bei der Markenausgabe am 3. F brnar d. Js. durch die Herren Beurksvorsteber an die Empfangsberechtigten wieder zur Ausgabe. Diezenigen Personen, denen die prüfte Ztrkatzkarte nicht wieder ansgehândigt wird, die aber glauben, noch Anspruch au' diese zu haben, werden anfge- fordert, sich am Mittwoch den 5. F-ebrnar, Donnerstag den 6. Februar ober Freitag den 7. Februar, vormittags von SVz—12 Uhr und nachmittags von 2-4 Uhr im Zimmer 1 des Rathauses — Magistratssaal, gleicher Erde — unter Vorlage des Brotausweises und evtl. der grünen Zusatzkarte zu titel» ett.
Hanau den 28. Januar 1919.
Der Magistrat. Hild.
Die Ausfertigung der Bezugsscheine nach Buchstaben wird aufgehoben, da sich arge Nnzuträolichkeiten ergeben haben. Statt dessen werden täglich eine bestimmte Anzahl Karten ausgegeben, und die Bezugsscheinansfertignug wird nächste Woche fortgesetzt, bis die gesamte Einwohnerschaft beliefert ist.
Hanau den 30. Januar 1919.
Der Magistrat. Bekleidungsstelle.
KMaammsmMiraaBmtwaMatBEM^^
Kohlen,ausgabe Freitag den 31. Januar 1619
<6. Bezirkslieferung)
auf rote Bezugsscheine Nr. 1—15 Bezirk 9
Kohlen oder Briketts,
aus grüne Bezugsscheine Nr. 1—80 Bezirk 5 KokS.
Die Brennstoffe müssen an dem bestimmten LlefernngStaze, spätestens aber bis zum Abend des nächsten Werktages abgeholt werb«, andernfalls verfällt der Lieferungsanspruch.
Brennholz - Verkauf
auf graue Kohlenkarte Nr. 1—300 Bezirk 1—4, 6—9, auf graue Kohlenkarte Nr. 1—500 Bezirk 5.
Hanau den 30. Januar 19IS. 1811
Der Magistrat. Kohlenverteilungsstelle. Philip».
Der Verkauf auf der Freibank findet am Samstag deu 1. tt. Mts, wie folgt statt:_________ ,______
in der Zeit von
8—9
9-9'/,
für die Nummern
1—250
251—400
Der Preis beträgt für 1 Pnmd Fleisch 1.50 Mark. DaS Höchstgewicht beträgt 2 Pfund und sind hierfür 34 Marken abzuliefern.
Die Schlachthofdirektion. Dr. Becker.
Jüngere gewandte Maschinenschreiberin, die daneben auch Tagebuch führen kann, für sofort gesucht.
Persönliche Vorstellung Hainstraße 12, Eingang Rückertstraß«, während der Vormittagsstunden.
Polizeidirektion.
Die Bagdadbahn in englischer Sand.
Aus Zürich wird gemeldet: Die britischen Behörden haben die Bagdadbahn übernommen. Der Eeneraldireltor der Auatolischen Bahn, ein Schweizer, wurde entlassen. Die Eisenbahnen in der europäischen Türkei sind in die Verwaltung der
K französischen Bahnen Lbergegangcn.
Damit ist wieder ein wertvolles Stücks deutscher Arbeit in bett Besitz res Feind es übergegaugen. Die Dagdadbahn, die in der Hauptsache mit deutschem Gelde erbaut ist, stellte die Verbindung zwischen Haidar Pascha — am asiatischen Ufer gegenüber Konstantinopel gelegen — durch ganz Kleinasien mit Bagdad, dem alten Kulturzentrum Mesopotamiens, her. Sie sollte dann nach Koweil am persischen Meerbu'en weiter gebaut werden. Doch hatten sich die Engländer diesen ins Auge gefaßten Endpunkt der Bagdadbahn längst durch Verhandlungen mit den Leinen Sultanen der Küste gesichert und suchten den Weiterbau der „deutschen" Bahn zu verhindern oder eine stärkere Beteiligung Deutschlands zu erzwingen. Ein deutsch-englischer Vertrag, der zu einem annehmbaren Vergleich über diese Frage hatte führen können, kam wegen des Ausbruches des Krieges picht mehr zur Unterzeichnung.
Im Kriege haben dann die Engländer mit indischen Truppen Schritt für Schritt in der Richtung auf Bagdad vorzudringen > gewußt. In dieser zähen Kriegführung gegenüber einer anfangs von Feldmarschall von der Goltz befehligten deutsch-türkischen Armee blieb die Kapitulation von Kut-el-Amara leider nur ein vereinzelter Rückschlag, und nacheinander fielen Bagdad und Mssul in die Gewalt des englischen Feindes. Dann kam auch in der Türkei der Zusammenbruch, und jetzt ist die ganze Bagdad- bahn im Besitz der Engländer, und sie werden voraussichtlich diesen wichtigen Ueberlandweg nach Indien nicht wieder herausgeben. Inwieweit sich noch ein Wsiterbestehen des deutschen Einflusses, der auf fleißiger deutscher Arbeit und deutscher Organisation beruht, ermöglichen lassen wird, läßt sich heute noch nicht sagen. Jedenfalls muß das eine gefordert werden, daß England nicht das ganze Unternehmen der Bagdadbahn gewissermaßen als Kriegsbeute betrachtet. Denn die in diesen Schienen- trängen und Hochbauten steckenden etwa 600 Millionen Mark ind Privatbesitz, und zwar etwa zur Hälfte deutscher Privat- desitz. Tritt also England das Erbs der deutschen Konzessionen an, so muß es hinfort auch Zinszahlungen für die englischen, französischen und demzufolge auch die deutschen Besitzer der Obligationen der Bagdadbahn übernehmen.
Nun wird gemeldet, so schreiben die „Leipz. N. Nachr.", daß auch der Generaldirektor der AnatolGchen Bahn entlassen worden sei. Co traurig auch der Verlust dieses zum großen Teil durch deutsche Arbeit geschaffenen Kulturwerkes für uns ist, das Verschwinden seines Generaldirektors bedeutet einen Akt nachträglicher Gerechtigkeit. Es handelt sich um den Welsch-Schweizer Huguenin, der einen geradezu verhängnisvollen Einfluß auf die deutsche Bagdadbahn ausgeübt hat und der ein Jahrzehnt lang allen Versuchen, ihn zu beseitigen, siegreich getrotzt hat. Weil er Wel^ch-Cchweizer war und französisch sprach, sorgte er für die an der Auatolischen Bahn angestellten französischen und wel'ch- ichweizerischen Beamten. Dieser eine Mann hat es durchgssetzt, daß die Betriebsspracke an der Auatolischen Bahn französisch wurde und französisch blieb. Und das, obwohl der amtliche und nichtamtlicke deutsche Einfluß am Goldenen Horn überall für deutsche Schulen sorgte und die Türken der Einführung der deutschen Svracke in ihren Schulen das größte und dankbarste Ent- Mgenkommen zeigten Und die Anatolüche Bahnge'ellsckaft und die hinter ihr stehende Deutsche Bank mit ihrer großen Kapitalmacht und all ihren deutschen Geldgebern in der Heimat, die die Obligationen der Auatolischen und ihrer Fort- leßlina, der Bagdalbabn, als eine gewirermaßen durch eine deutsche Hypothek gesickerte gute KApiKlsanlage betrachteten, die deutsche Botschaft am Goldenen Horn und die dortige deutsche Kolonie, die deutsche Kaufmannschaft und die deutschen Sleif'n» den auf der AuataMcken Bahn: sie alle ließen es sich gefallen, daß Herr Hugueriv von sick aus dekretierte: Die deutsche Ana- ioliscke Bahn "rridt amtlich sronzösistb
Co haben die Deutschen draußen Politik gemacht. Mit etwas weniger Lärm und Urberschwaug, etwa« weniger prahlerischen Statistiken über das Wackln des deutschen Einflusses, dafür aber etwas mehr nachdrücklichem Durchgreifen zur reckten Zeit Mito an der rechten Stelle wären wir sicher weiter gekommen und
hätten bpi unseren Freunden draußen auch den Eindruck vermieden, daß nur ein einzelner selbstbewußter Mann wie dieser Huguenin zu kommen braucht, um alle deutschen „Welterobe- rungspläne" wie mit einem Kehrbesen zusammenfegen zu können. Der Fall Hugunenin ist leider typisch. Wenn man heute daran zurückdenkt was über den unheilvollen Einfluß dieses Mannes, der im übrigen sicher ein guter Verwaltungsbeamter gewesen ist, in hebn Jahren alles geschrieben worden ist! Da aber alle Mll< Beschwerden bei den Stellen, die ihn amtlich und nichtamtlich hielten, obprallten und als „kleinliche Nörgeleien krittelnder Befferwisser" zu den Akten gingen, mußte sich Herr Huguenin schließlich selber als allmächtig Vorkommen. Das sind letzten Endes die Folgen einer Diplomatie,, die stets am falschen" Orte nachgiebig und an ebenso fallcker Stelle massiv wurde Nachdem die Erlasse des Herrn Huguenin bis zum letzten Tage des deutschen Einflusies in Kraft geblieben zu sein scheinen, während doch schckioßlick ein ernstes, unmißver^ändlickes Wort der Deutschen Bank nach der Richtung der deutschen Botschaft und der Verwaltung der Anatoli'chen Babn genügt hätte, um diesem welschen Unfug ein Ende zu wachem, ist er am Leben geblieben, bfs jetzt die Engländer gekommen sind, und nun kurzweg erklären werden: We arg rngli'b. Daß mit solcher lapidaren Sprackrerordnxüng im ehemaligen Herrscherbereich des Herrn Huguenin auck er selber mit über Bord gegarten ist. das bleibt, wie gesagt, nur eine nachträgliche kleine Genugtuimg für alle, die sein verderbliches Wirken seit einem Jahrzehnt ver- folaen. Wenn wir aus solchen Erfahrungen nur etwas für die Zukunft lernen wollten!
Der RirÄtriLL des Generals v.WiuLsrfeM.
Berlin, 30. Januar. (W.BJ General v. Winterkeldt hat an Staatsstkretär Ercheraer folgendes Telegramm gerichtet:
„Eurer Exzellenz darf ick melden, daß ich nach reiflicher Erwägung und nach eingehenden: Vortrag bei meinen militärischen Vorgesetzten an meinem Ent'cklnß, meine AbSernmng ans 'der Waffen- st'McindSkvmmlssion in Spaa zu erbitten, keffgebalten babe. Die Art der Durckfübrnng des Waffenffillffandes durch untre Gegner machte es mir unmöglich, meine Tätigkeit ^ort ursetzen. Gegenüber den Gerückten, als sei der KrnM meine? Rücktrittes in einem Zerwürfnis zwischen Eurer Exzellenz mb mir zu suchen, betone ich mit aufrichtigem Dank, daß ick bei Seifen stets nur Vertrauen und volles Entgegerikommen cefuuben habe. Nicht Zwistigkeiten im eigenen Lager, sondern lediolich das Verhalten des Gegners bestimmten meinen Rücktritt. Ick werde nach Uebergabe der Geschäfte in Spaa in ein in eit Tagen in Berlin sein und alsdann mündlich Bericht erstatten".
Truppsnentsendung nach Bremen.
WB. ’S erlitt, 30. Jan. Die R e i ch s reg i e r u ng bat sich znr Wiederherstellung geordneter Zuüände in Bremen genötigt gesehen, eine Trupp cna bteilun g dorthin zu entsenden. Die ersten Truppenzüge trafen bereits in Bremen ein. Die Stärke der für sonstige Zwecke bereitgestellten Truppen erfährt infolge des starken Zustroms von Freiwilligen keine Verminderung.
; Die Konferenz der Finanzmimsier.
WB. Berlin, 30. Januar. Die in Weimar begonnenen Ver« - banblnimen des ReickSschatztekretärs mit den einzelstaatlicken Finanzministern sind fortgesetzt und zu Ende geführt worden. Sie ergeben i eine völlige Uebereinstimmung dahin, daß die Deckung der dringenden gWh friste des Reiches allem aube^en voran machen habe, daß aber in dem hierdurch gezogenen Sahnten den Einzelligsten die zur Er- ' füllung ihrer wichtigen Kultur-iMoaben notwend ge finanzielle Be- /weguusSfreiheit zu erhalten sei. Unter diesen Gesichtspunkten wurde ras gesamte Gellet der Finanzen in seiner Bedeutung für das Reick, den ©mat mb die Gemeinde emer eingehenden Erörterung uuicrzoaen. Die vertrauliche mb unverbindliche Ansprache war so reich an Auf- klärnnoen und Anregunaeii, daß honten Teilnehmern der Wumck nach häufigerer Wiederholung solcher fUerawta'tungen sehr lebhaft geäußert wurde. Das ReichSschatzamt sagte die Erfüllung diej-s Wunsches zu-
h Die Steuerlast in Deutsch-Oes'erreich.
Wien, 25. Jan Der Staatssekretär dos Finanzamts Dr. Steinwender findet wegen seiner rigorosen Maßnahmen zur Eintreibung der rückfändigen und der neuen Steuer in den Kreisen der großen und der mittlern Steuerträger steigenden
Widerstand Beulich beschloß eine überaus zahlreich besuchte Versammlung der größeren und mittleren Gewerbetreibenden für Montag eine Ladensperre und einen Demonstrationszug vom Rathaus zum Parlament, gestern verlangte eine VerfammlunF von Mitte-lfiandsaugehörigen geradezu Steinwenders Rücktritt, und der € tabtrat stellte ebenfalls gestern eine lange Reihe van Mildernligsforderungen an das Finanzamt auf. Hinter Stein» wender stellt sich mit ganzer Kraft nur die Sozialdemokratie, da sie sein Vorgehen gegen die langjährigen Steuerhinterzieher, die Kriegsgewinnler und die mangelhafte Steuermoral bei breiten Volks schickten durchaus billigt als Forderung der vom ihr vertretenen Arbeiterschaft. Unleugbar bringt Steinwenders drakonische Eteucreintreibung, namentlich die Verfügung, die sonst ratenweise zahlbaren Steuern heuer auf einmal zu zahlen, auch für die ehrlichen und pünktlichen Steuerzahler große Härten- mit sich. Der Widerstand dagegen regt sich daher auch unter den kleinen Gewerbetreibenden und den Feftangesiellten. die unter dem Fiskalismus der Stererbehörd-sn nicht weniger, ja viel, leicht noch mehr leiden als die größern Steuerträger, und diesen Umstand macken sich nun wieder diese, namentlich die Uareb- lichen unter ihnen, zunutze, um hinter den Klagen der Kleinen als Schild mit Hilfe ihrer mächtigen Presse gegen Steinwender Sturm zu laufen. Letzterer hat sick daher bewogen gefühlt, die Zügel etwas nackzulafen und den ZaHUermin zu verdoppeln und -binauszuschieben. Bei einem drohenden Fehlbetrag von zwei Milliarden ist es jedenfalls verständlich, daß der Finanzstoats- fetretär auf ehrlichem und pünktlickem Steuer mahlen besteht. Anderseits begreift man, daß die Steuerzahler gegen die Vergeudung der Steuergelder, wie sie dis Sozialdemokraten aus Parteirucksichten und zum Stimmenfang betreiben, energiich Front machen.
Die Koblenuot im Reiche.
Mehr Koblettzüge $ugesagt.
Dem BolkSbeauktragten Ebert gegenüber le ?*' der ßtc.coskoist«» kommiffar Gebeimrat Slutz anläßlich einer Veipreckimg eine geradezu t r 0 ft 10 f e Sitnati 0 n der K 0 hlenderf 0 rew » 0 bar und unterbreitete ihm Vorschläge, die ans tue Erhöhung der Förderung im schlesischen Kohlenrevier abzicltett. Volks^auftragter Ebert stimmte, wie wir hören, den Ansichten und Vorschlägen des Koblenkommiffars zu. Ob die Regieruug^die Kraft und die Macht haben wird, sie axch durchzuführen, das wird sich in den nächsten Tagen feigen.
Mit dem Minister für öffentliche Arbeiten verhandelte der Reick?« koblenkommiffar wegen Bereitstellung einer größeren Zahl von Wagen und von neun Lokomotiven, die unbedingt rrforderlick seien, damit aus dem Rubrr biet räglick drei Kolitenzüge mehr abs.-laffen werden können. Nichts charaUmfi’rt die deprimierende wirtschaftliche Lag« mehr als die Tatsache, daß die Aufrechterhaltung unserer Industrie, eines großen Teiles unserer Verkehrsmittel und unserer Belencktuna davon abhängt, ob der Ei'enbahnmmister imstande sein wird, neun Lokomotiven mehr anfmtreiben.
Die Kohlenkatatzrovd- droht, weil die Produktion in unseren Kohlenrevieren auf ein Mindestmaß gesunken ist. Aber selbst das, was in dem schlesischen und Ruhrgebiet gefördert wird, kann nicht abtransportiert werden, weil es trotz der geringen Anforderungen doch nock an Wagen gestellt wurden, können doch die Kahlcnzüge nicht abgelaffen werden, weil die Lokomotiven nicht da sind.
Der Eiienbahnmmistcr hat die Bereitstellung b?v geforderten neu« Lokvm-tiven zugesagt, dadurch wird die vollständige Katastrophe toenioftenb etwas hinaudoc choben.
Die gegenwärtige Kohlenförderung im Ruhrgebiet beträgt nach Aeußerungen" des Reichskotlmkommissars gegenüber einem unserer Mitarbeiter zwischen 900 > und 10 000 Tonnen gegen 34 000 wt Frieden und 24 000 während des Krieges. Angeforbert wurden zum 'Abtransport vorgestern u B. 2100 Wagen, gestellt wurden nur 1000 — die anderen 1’00 fehlten. Im Mannar 1918 verfügte das Richr- g-biet über eine Koblenreserve von 3 Millionen Tonnen, gegenwärtl- ist überhaupt lerne Reserve vorhanden. In Oberschicsien beträgt bie tägliche Förderung 2000 Waggons gegen 14 000 im Frieden und 11000 im Kriege Auch da ist die Waz mbereitstellung nicht ganz hinreichend bte ' Sterben sind i hr gering, mt ganzen 128000 Tonnen. Ta? Lausitzer mb Hallenser G biet kommen mit ihrer geringen Förderung nicht wesentlich in Frage.
Due ©frnbahnen sind mit K Ren sehr schlecht versorgt, bi« DireklionSbezirke östlich der Elbe verfügen noch durchschnittlich über Siebten für neun Tage «einzelne Bezirke über noch weniger, so Dnnp, für vier Tage). Der SirettmnSbeurt Berlin steht mit Kohle« für zehn Tage noch verhältnismäßig günstig da.