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Amtliches Grzils für S'tot= und Lsudkreis DMU«

Verantwortlicher Redakteur: Gustav ®d)teÄtt,f

Notationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des verein, ev. Waisenhauses in Hanau.

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I Är. 23

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Fernsprechanschl«ß

Redaktion gift Eppeln 'ian 238

Dienstag den 28. Januar

Fern!preckanschlutz Redaktion 646 Ervedition 236

191f

Wilson über den VöiKerbund.

Interessante Aeußerungen.

WB. Paris, 26. Ian. (Reuter.) Wilson hielt auf der Friedenskonferenz folgende Ansprache: Ich betrachte es als ein besonderes Dorrèft, daß ich die Erörterungen in der Konferenz über den Völkerbund eröffnen kann. Wir haben uns zu zweierlei Zwecken versammelt, um Vereinbarungen zu treffen, die durch den Krieg notwendig geworden sind, und um den Frie­den der Welt durch Abmachungen zu sichern. Der Völkerbund er­scheint mir für beide Zwecke notwendig. Es bestehen mancherlei komplizierte Fragen, die mit den gegenwärtigen Vereinbarungen Zusammenhängen und die vielleicht durch Entscheidungen, die wir hier treffen werden, nicht voll geordnet werden können. Es ist leicht begreiflich, daß manche Vereinbarungen noch nachherige Beratungen nötig machen und daß viele Entscheidungen noch später eine gewisse Aufmerksamkeit erfordern, denn sie entziehen sich gegenwärtig verläßlicher Beurteilung. Es ist daher not­wendig, daß wir irgend eine Einrichtung treffen, wodurch die Arbeit derKonferonz vervollständigt wird. Wir versammelten uns hier zu einem Zweck, der über die Festsetzung der gegenwärtig erforderlichen Vereinbarungen hinausgeht. Wir versammeln uns hier unter besonderen Verhältnisse,« der öffentlichen Meinung Md der ganzen Menschheit. Ich kann ohne Uebertreibung sagen, daß wir nicht die Vertreter der Regierungen, sondern der Völker sind. Es genügt nicht, irgendwo nur Regierungskveise zufrieden zu stellen, es ist notwendig, daß wir

die öffentliche Meinung der ganzen Welt

juftiebenfknen. Der Krieg hat in ungewöhnlichem Grade die Bevölkerungen aller davon betroffenen Länder in Mitleiden­schast gezogen.

Ich brauche vor Ihnen nicht das Bild zu entwerfen, wie die Jüsten des Krieges von der Front auf die Schultern der Greise, Frauen und Kinder in die Häuser der zivilisierten Welt zurück- sHlugen, wte>der wirkliche Druck des Krieges da zur Auswirkung kam wohin das Auge der Regierung nicht reichte, wo aber das f Herz der Menschheit ^ug. nun bitten diese Menschen, Friesen iu schließen, der sie schützt. Wir haben daher die heilige Pflicht, auerljafte Abmachungen zu treffen, die verbürgen, daß Gerech- 8 tigkeit geschieht und der Friede gesichert wird. Dies ist der I Hauptzweck unserer Zusammenkunft. Das Unternehmen der I Nationen für den Frieden der Gerechtigkeit muß für die Dauer I sein. In dieser Hinsicht sind die Vereinigten Staaten weniger I daran interessiert, als die anderen hier versammelten Nationen, I da bei ihnen weniger, als bei anderen Nationen, wahrscheinlich I ist, daß sie unter feindlichen Angriffen leiden werden. Der Eifer der Vereinigten Staaten entspringt nicht der Furcht oder dem I Argwon, sondern ihren Idealen. Die Vereinigten Staaten wür-, I den das Gefühl haben, nicht an der Garantie für diese europä- Wen Regelungen teilnehmen zu können, wenn diese Garantie nicht die dauernde Ueberwachung des Weltfriedens durch die v assoziierten Nationen der Welt einschließt. Daher müssen wir den

Völkerbund zu einer Lebensfrage

I machen, nicht zu einer formalen Angelegenheit, nicht zu einer velegenhcitssache, nicht zu einem Ding, das manchmal ins Leben i Rufen wird, um den dringenden Anforderungen zu gen gen, son- i lern zu einem Wefen, das alle Zeit tätig ist, um die Interessen I **r Nationen zu überwachen, dessen Fortbestehen notwendig ist. s Ls soll das Auge der Nationen sein, das über den gemeinsamen ' bittereren wacht. Wenn wir es nicht zu etwas machen, was I km Leben dient, was sollen wir dann tun? Wir werden dann fte Erwartungen der Völker enttäuschen.

I Die auserwöhlten Klaffen sind nicht mehr. Das Schicksal der Nenschheit liegt jetzt in der ganzen Welt in der Hand des ein- achen Mannes. Ihm Genüge tun, heißt nicht nur das Ver- rauen, das einer in einen gesetzt hat, rechtfertigen, sondern auch : kit Frieden errichten. Wenn man ihnen nicht Genüge tut, wird leine Abmachung, die man trifft, den Frieden der Welt errichten toer, festigen.

j Ich glaube, meine Herren, Cie können sich die Gefühle und I Absichten der Vertreter der Vereinigten Staaten, mit denen Sie «tejen großen Plan für den Völkerbund unterstützen, vorstellen. I betrachten ihn als

Grundstein des ganzen Programms,

in dem unsere Absichten ideal in diesem Kriege zum Ausdruck ge- langen, als etwas, was die assoziierten Nationen als Grundlage ! W1 die Regelungen annahmen. Wenn wir nach den Vereinigten Staaten zurückkehren, ohne alles, was in unserer Macht liegt, Aufgeboten zu haben, um, dieses Programm zu verwirklichen, wurden wir uns den wohlverdienten Zorn unserer Mitbürger suziehen Denn sie bUben eine große demokratische Gemeinde. Sie erwarten, daß ihre Führer ihre Gedanken aussprechen und nicht ihre eigenen Privat-Ziele verfolgen, sie erwarten, daß ihre Ver- treter ihre Djener sind. Wir haben keine andere Wahl, als ihrem Auftrage zu gehorchen Wir unterziehen uns dieser Aufgabe mit größten Begeisterung und Freude, und weil es sich um die Grundlage dieses ganzen Baues handelt, haben wir unser ganzes Pensen in feiner. Dienst gestellt wie in jede Einzelheit des zu »richtenden Baues. Wir würden nicht wagen, auch nur einen Einzigen Punkt des Programmes unserer Instruktionen umzu- cvßen; wir werden nicht wagen, als Vorkämpfer der Sache dieses â/tfriedens in irgend einem Punkte einen Kompromiß zu iXkfen. In dieser gerechten Haltung, in diesem Grundsatz, daß , jr nicht die Herren irgend eines Volkes sind, müssen wir daraus setzen, daß jedes Volk der Welt seine eigenen Herren wählen und rein eigenes Schicksal bestimmen soll, nicht wie wir es wünschen, ®c cs !^bst es wünscht.

»Wir sind kurz gesagt, zu dem Zwecke hier, darauf zu halten, M auch mit den Grundlagen dieses Krieges aufgeräumt wird, jenen Grundlagen, bie von kleinen Galerien von Herrschern «nd Militärstäben errichtet wurden, den Grundlagen des An- , Astles großer Mäcküe auf kleine, des Zusammenhaltens von Eichen mit widerstrebenden Untertanen durch den Zwang der Raffen und burdi die Macht, die kleinere Körperschaften von Unschön dazu zwingt, ihren Willen nuszuführen, die sick der "knfdjcn bedient, als ob sie Figuren im Spiele wären. Nichts : weniger als die

Befreiung der Welt

von diesen Dingen wurde der Friede herbeiführen. Sie können daraus ersehen, daß die Vertreter der Vereinigten Staaten aus diesem Crur.de niemals in Verlegenheit darüber gebracht wer­den, welchen Weg sie als den zweckmäßigsten einschlagen wollen, weil sie für sich unabänderliche Grundsätze festlegten. Diese Grundlinien für die Regelung wurden Coit sei Dank von allen hochherziger. Männern angenommen, die es mit denen, die diesem großen Unternehmen dienten, zu tun hatten. Ich hoffe, daß wir die Grundsätze des Völkerbundes angenommen haben und diese Grundsätze durch eine wirksame Aktion auszuvrbeiten beabsich­tigen, schon dadurch allein einen großen Teil Sorgen, die die Herzen der Menschen auf der ganzen Welt bedrücken, entfernen. Wir befinden uns in einer eigentümlichen Lage. Wenn ich hier duirch die Straßen gehe, sehe Wh überall amerikanische Uniformen. Diese Männer kamen in den Krieg, nachdem wir bereits unsere Zlbsichten ausgesprochen hatten. Sie kamen als Kreuzfahrer, nicht nur um den Krieg zu gewinnen, sondern um der guten Sache zum Siege zu verhelfen. Ich schulde ihnen die Verantwortung, denn mir fiel die Aufgabe zu, das Programm, für das ich sie zum Kampf aufforberte, zu formulieren. Ich muß ebenso wie sie als Kreuzfahrer für diese Dinge eintreten, um jeden Preis, und was immer auch geschehen muß, das Ziel, für das sie kämpften, zu erreichen.

Ich fand zu meiner Freude von Tag zu Tag mehr, daß wir in dieser Sache nickst allein sieben. Denn überall befinden sich Verfechter dieser guten Sache. Ich sage das nur, damit Sie ver­sieben, warum gerade wir, die wir an der Politik dieses großen Krieges des Kontinents und des Orients nickst interessiert, sind so viel darauf Hinweisen, daß dies der Grundstein des Gebäudes ist. Warum un^er Präsident gerade mich dazu aufforderte, diese Debatte zu eröffnen, das geschah nicht, weil wir allein diese Idee vertreten, sondern weil es unser Vorrecht ist, uns mit Ihnen in Vertretung dieser Idee zu vereinigen. Ick versuchte nur. Ihnen in dem. was ich sagte, ein Bild von der Quelle der Begeisterung zu geben, bis wir für diese Sacke fühlen. Denn es scheint mir, daß diese Quelle aus all den alten blnbildsn und - Tv^n^kL' Wil ' J/XL f^ rs iK^H. doLbebdie- fem Unternehmen der innerste Pul..schlag ter Welt fühlbar wird.

Gegen den Landrsub.

Ein Funkentelegramm der Pariser Konferenz.

Die Vertreter der an der Friedenskonferenz beteiligten Grog, machte haben die Verbreitung folgender funkentelegraphischen Erklärung beschlosien:

Die Regierungen, die sich gegenwärtig auf der Konferenz zu dem Zweck vereinigt h-aben, einen dauerhaften Frieden zwischen den Nationen zu schaffen, werden sehr bewegt, durch die ihnen aus verschiedenen Teilen Europas und des Orients zu gehenden Nachrichten, wonach mehrmals Gewalt angewandt wurde, um von Gebieten Besitz zu ergreifen, über deren rechtmäßige Zu­erkennung die Friedenskonferenz sich äußern soll. Die Regie­rungen sind der Ansicht, daß sie die Pflicht haben, eine feierliche Warnung ergehen zu lasten und zu erklären, daß jeder burd) Gewalt erworbene Besitzstand denjenigen, die zu solchen Mitteln greifen, den größten Schaden bringen wird.

Diejenigen, die Gewalt anwenden, erwecken den Argwohn, daß sie an der Gerechtigkeit und Gültigkeit ihrer Ansprüche zweifeln, und daß sie die Absicht haben, den Besitz an die Stelle eines Rechstsbeweises zu setzen und ihre Souveränität eher auf die Eewaltauwendung als auf nationale Verwandtschast zu be­gründen. Dies schadet allen R«chtsansprück)en, die sie späterhin geltend machen könnten, und zeugt von ihrem Mißtrauen gegen­über der Konferenz selbst; dies kann nur zu den unheilvollsten Ergebnissen führen. Wenn sie die Gerechtigkeit wünschen, so müssen sie auf die Anwendung von Gewalt verzichten und rhre Ansprüche in die Hände der Friedenskonferenz in einer Art und Weise übergeben, die keinen Zwestsol über ihren güten Glauben läßt. ,

Nach Lage der Dinge kann sich diese sehr notwendige Er­klärung nur gegen die ^clen, die Tschechen und die Rumänen richtens da man nickt annehmen kann, daß Frankreich und Ita­lien ihre eigene Haltung so objektiv anseben werden. Denn im Grunde genommen, tun'diese beiden Großmächte im Elsaß und in Tirol'oder Dalmatien nübts anderes als ihre kleinen Ver­bündeten. Es ist übrigens reckst interessant, daß die'e warnende Stimme erst ertönt, da Deutschland im Begriffe ist, seine be­drohten Rechte selbst zu schützen. Sie- zeigt den Polen, daß ihr etwaiges wehleidiges Cefchrei, das sicher kommen wird, wenn man ihre Räubereien etwas schärfer zurückweisen sollte, bei der Entente kaum auf Gegenliebe stoßen wird.

Die Lebensmitte! für Deutschland.

Die Humanität der Wucherer und Erpresser. Arbeiten oder verhungern!

Ueber die in Trier gepflogenen Verhandlungen wegen der LeHenswitteleinfuhr teilt Antersiaatsselretär vonBraun, der Vorsitzende der deutschen Kommission für Lebensmittelfrageir, folgende Einzelheiten mit:

Wir sind, genau wie die Deutsche Wasfenstrllstandskommrssian selbst erst am 15. Januar verständigt worden, daß in Trier über bie Lieferung von Lebensmitteln an Deutschland durch dieintern allicd sood Commission verhandelt werden solle und konnten, ob­wohl ein Sonderzug gestellt wurde, erst am 16. Januar, nach- mitiags um halb 5 Uhr, dort eintreffen.

Die mit den Vertretern von Amerika und der Entente über bie ScbeusmitteUicferungen gepflogenen Verhandlungen bezogen sich daher nur aus bie Ausführung der bereits gesüßten Be­schlüsse/ Nach diesen stand fest, daß während des Waffenstill­standes nur eine Nelausbib- an Lebensmitteln in Höhe von- etwa 30 Millionen Dcllar für Kranke. Kinder, werdende und stillende Mütter und ein-"Ine betontere Ardeirerkategorien er­folgen fern. Werden die Bedingungen erfüllt, und dazu ist er­forderlich, daß die Instandsetzung, und Ausrüstung der Schiffe aus deutschen Häfen in keiner Weise gestört oder verzögert wird, so kann damit gerechnet werden, daß

in zwei bis drei Wochen

mit der Lieferung der Notaushilfe begonnen werden wird. $3 Mengen von Lebensmitteln, die für den Betrag von 30 Million^ Dollar eingefübrt werden können, sind bei den hohen Weltmarkt preisen nicht sehr erheblich. Sie werden sich nach den von um geltend gemachten Ansprüchen vielleicht auf 70 000 Tonne« Speisefette, 50 000 Tonnen Weizen, dann gewisse Mengen vo» kondensierter Milch-, Hafermehl, Reis und Fleischpräparaten bei laufen und reichen deshalb zu einer allgemeinen Aufbesserung bef Ernährung in keiner Weise aus.

Nachdem wir uns selbst vollkommen wehrlos gemacht habei^ darf man sich nicht wundern, daß wir nun auch

bis aufs Hemd ausgeplündert

werden. Das ist einmal der Gang der Weltgeschichte und barern ändern auch die lockenden Pläne vom Völkerbund nichts.

Es wurde natürlich mit den Vertretern bei Entente unH Amerika auch über die weitere Versorgung Deutschlands ver^ handelt. Dabei gaben diese die Erklärung ab,, daß die Weltvor­räte an Fett und an Getreide ausreichend seien, um die gange Welt reichlich zu versorgen. Die Versorgung Deutschlands häng« nur von der Erfüllung der gestellten Bedingungen ab. Es liegt also in unserer Hand, die drohende Hungersnot abzuwenden, die durch die erzwnn-ftsne Abgabe einer ungeheuren Zahl von landwirtschaftlichen Maschinen auch für das kommende Ernte» fahr noch verschärft wird. Aber dazu ist erforderlich, daß wir uns durch die Ausfuhr von Kohlen, Kali und Industrieerzeug» nisten so rasch wie möglich Devisen im Auslande verschaffen, mit' denen die Lebensmittellie^erungen bezahlt werden können. Mit anderen Worten, wir können uns die Zufuhr von Lebensmitteln nur durch ango^ renale Arbeit und durch die Erzeugung von Gütern für die Ausfuhr selbst verdienen. Geschenkt oder geborgt werden sie uns von niemand. Nur die sofortige Rückkehr zur Arbeit kann uns vor dem Verhungern retten: Streiks und Arbeitseinstellungen sind jetzt das schlimmste Verbrechen, das man an der Zukunft Deutschlands begeben kann und ruinieren uns nicht nur finanziell, sondern führen rettungslos zur Hungersnot un? damit »um Chads.

NW nur für eine geordnete Renierunsi.

Erklärung des amerikanischen Nahrungsmittelkommist ans Hoove,

Rotterdam, 24. Jan. Der Nahrunqsmittelkommiffar Hoover, der nach Paris zuriickgekehrt ist, sagte einem Reuterve^treter, bas die Alliierten jetzt im Begriffe ständen, Hilfe abzusenden. Sic hoffen aber, daß alle Völker hi^ Notwendigkeit einten werden,, eine geregelte Regierung zu befestigen und schleunigst zur Rekonstruktion ihrer Länder zu schreiten. Die llntce'tützungSmaßregeln könnten nicht bis ins Unendliche fortgesetzt werden, und es sei von großem Werte, daß alle Völker so produktiv wie ich werden, damit oer Handel bald wieder ausgenommen werden könne. Die erste Sorge gelte den Alliierten, dann kämen bie Neutralen und schließlich die Feinde heran. Ein jeder muffe cs sich einprâgen, daß die Unterstützung nur ein; zeitliches Mittel sei, dazu bestimmt, über die Uebergangszeit hinweg» zukommen. Was Deutschland anbeireffe, io weise alles darauf hin, daß aus den Wahlen eine geordnete Regierung he-worgehen werde. Hoover richtete dann eine Mahnung an alle Zentralstaaten. Siti lautet: Errichtet eine geordnete Regierung, aan, gleich welchen-, Charakters. SSir sind bereit, Euch die Vorräte zu geben, die Ihr nötig habt, wenn Ihr uns zeigt, daß Ihr bestrebt seid, innerhalb Eurer eigenen Grenzen Frieden zu stiften und mit anderen Ländern zusammen den Frieden aufrecht zu erhalten!

Die Zukunft der deutschen Kauffahrteiflotte.

SH. Berlin, 24. Jan. Der deutsche Volkswirt Friedrich List schrieb das Wort:Eine Nation ohne Schiffahrt ist ein Söget ohne Flügel, ein Fnch ohne klonen, tm sabmiofer Löwe, ein Hirsch an der Krücke, ein Ritter mit hölzernem Schwert, ein Helote und eitr Knecht der Menschheit. Wer an der See keinen Teil hat, der ist aus«! geschlossen von den guten Dingen der Weit, der rt unsere? Herrgott» Stiefkind". An mcse Worte, die vor Jahrzehnten geschrieben wurden, und deren Bedeutung allen Seefahrt' und Ueber! erhandel treibenden Mächten der Welt Leitsatz sein können, erinnern wir uns in diesen Tagen, da schmerzliche Ereignisse uns tatsächlich von den guten Dinge« der Welt au»fch!ieße« und uns zu des Herrgotts Lueskmd machen 'n Trier wurde am 17. fauuar b. I. von der n t der Entente vereinbart. daß

zu woLen scheinen.

deutschen WafftnsftMandskommission

für die Dauer des :' -aff-uffillstoud-s

bie »rutschen Handc!s>chisfe der n Mächte und der Vereinigten tu- Feinde haben nach der Ab-

Kontrolle und der Flagge der allin

Staaten unterstellt werden sollen. _. wachung die Möglichkeit, teilweise beer gänzliche Beseitigung der derftsche» Scküffsbeßchmmcn zu versorgn sow" die Frachtraten zu. bestimmen. Diese Entscheidung ist o ie Besprechung nick den -ochver» ständigen Reedern getroffen worden, die kaum dw Möglichkeit hatten,' hiergegen zu protestieren und f» wieder, wie so oft. sich vor unab­änderliche Tatsachen gestellt sahen. Wenn, man bedenkt, daß un er Binnenverkehr durch Ab iejening eines großen Teils des Wagenvar^s^ nahezu lahmgelegt ist, kann man ermessen, daß uniert Ab chnürung und 'Erdrosselung durch i" fe Unterbindung der ü6cr>ecucben wirk» schriftlichen Möglichkeiten Voörtänb g geworden ist. - ir verliere« unsere See chiffahrr und damit n« -re Weltwirtschaft, d'c-n ohne Gel­tung zur See gleicht Deutiwkand einem Menschen, bau die Arme abgehauen ftnb. Die Funde betreiben mit raffinierter Kon» fcgitenj unsere Erdrosselung und die Abschniirung unserer

sämtlimen überseeis-'k« Handelsbeziehungen und cs ist schmerzlich, feststen zu müßen, daß unsere Vertreter ft* zur Unterzeich ung solcher Maßnahmen bereit gefunden l aben. I m neutralen Aus­land hat man sehr wohl ersannt, was di's bedeutet und vereinzelt regen sich Stimmen, die gegen biete ungeheuerliche Wehrlosmachung eine# besiegten Volfts Eurwrub tr ieben. Wir finb^ gezwungen, einen unglücklich verlaufenen Weltkrieg zu liquidieren, haben b^u Un« ruhen und Zwist in den eigenen Reiben, müssen Milliarden Kriegs» entschädigungeil entrichten und dazu unterbindet man uu3 auf Jahr­zehnte hinaus alle Entwickel>masmöglichkeiten von Handel und Schis» fahrt. Unsere Haken, bie seit viereinhalb Jahren brach liegen, werden wuterhill Friedhöfen gleichen und HunLerttauiende kräftige Arme werden feiern müssen aus Mangel an Arbeit. Dar Volk selbst wird diese bieljährige Hnngcrpcrwde weiterhin durchznmachen haben und Not, El'ud und Kran.best werden noch lange in der Arbeiterschaft und dem gesamten Volkskörper wüten. Wir liegen lief danieder am Bode» und können, wenn diese Erdrosselung, die wir seit zweinhalb Monate»; über uns ergehen lassen müssen, fortgesetzt wird, die ganze deutsch^