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r iS» pfÄttttwe

I ^ien die- beiden Redner Dr. Wagner und Schnell- k Harb er vo. innerer Aufregung die großen und edlen Der» I Dienste unserer Gefallenen schildern, gleichzeitig wuchtige An- > kl«gen der sckSndlichen Regierung Ebert»Scheidemann ins | g^t schleudernd. Große Emvönmg herrschte unter den . Umvefenben und der SelbstdiS-^.ui der Hanauer Arbeiter- I ^gft ist es wohl nur zu banken, daß es zu keinerlei AuS» ' schreitungen auf der Straße !ta.

> Genosse Lamm stellte aus ter Mitte der Versammlung i yt Vertrauensfrage, ob der Arbeiterrat künftig weiter h amtieren soll. Einstimmig und unter starkem Verfall II mürbe von der tansendköpfigen Menge kundgegeben, daß der I Arbeiterrat weiter wirken ioll.

i Als Kampffonds wurden 334 M?. von den Anwesenden ! ^sammt't. Mut, Genoffen! Wir marschieren, trotzalledem i Md alledem!

i *..........- .......

Vollversammlung des Soldatenrats.

Gestern mittag 1 Uhr fand eine Vollversammlung des 6.=

s Rates der Garnison Hanau in den Geschäftsräumen Offizier- 1 Aasino, Sandeldamm, statt. Zugegen waren die Vertrauens- und * Obleute sämtlicher Kompagnien, Eskadrons, Bataillone, Schutz­wehr, Brigade und selbständiger Dienststellen, wie Lazarette, Proviantamt, Bekleidungsämter usw. Außerdem nahmen aus vorherigen Beschluß der Obmänner von sämtlichen Kompagnien, k Eskadrons usw. je 3 gewählte Leute als Gäste mit Stimm­recht teil. Zusammen waren es 201 Vertreter. Am Vormittag i hatten zum Teil auf Wunsch in den einzelnen Dienststellen Neu­wahlen der Vertrauens- und Obleute stattgefunden, bei denen aber zum allergrößten Teil die alten Vertrauens - und I Obleute wtedergewählt wurden. Als Hauptpunkt ? der Tagesordnung stand Neuwahl des Vorstandes zur

Beratung. Es fand über diesen Punkt eine mehrstündige Debatte statt. Das Ergebnis war, daß der alte Vorstand in der : Mehrzahl w iedergswählt und ihm somit das Vertrauen * und die Anerkennung über seine bisherige Tätigkeit ausgesprochen

wurde. Es wurden dem Vorstand verschiedene Fehler und Unter. I lassungen zum Vorwurf gemacht die zum Teil zugegeben wur­den, zum allergrößten Teil jedoch unberechtigt and unbegründet waren. Die Versammlung war auch ' dieser Ueberzeugung, was in der darauffolgenden Dorstands- wahl zum Ausdruck kam, insofern, als der alte Vorstand in seiner Mehrheit wiedergewählt wurde.

Ein Antrag Be l l, d^n Vorstand in einzelne Restarts einzu­teilen und zu diesem Zwecke zu erweitern, wurdq einstimmig ungenommen. Es erfolgte eine dementsprechende Zuwahl, sodaß ter jetzige Vorstand aus 9 Mitgliedern besteht. Die Parität ist durch Hinzuwahl gewährt und dürften somit An­schuldigungen auf einseitige politische Tätigkeit für die Folge ; unberechtigt sein. Der engere Vorstand erhält auf Antrag Bell den Namen Vollzugsausschuß des S.-Rates der Garnison Hanau, i Ein weiterer Hauptpunkt auf der Tagesordnung war Stellung- nähme zur Antwort der Reichsregierung auf den Antrag des

I Sâtss bet;. Durchführung der apf dsV Wt-kongrcß in Per-

I litt am 16.20. Dezember 1918 angenommenen sieben Ham- I bürget Punkte. '

Bei der hier einsetzenden Debatte wurde das Verhalten de, I Offiziere unter Leitung des Brigadekommandeurs der Eisenb- I Lruppen Herrn Oberstleutnant Meichsner scharf gegeißelt und

I durchaus verworfen.

I Der S.-Rat Hanau hatte auf Beschluß eine Vollversammlung I der Reichsregierung ersucht, sich bis Freitag zu erklären, ob sie bie Hamburger Punkte zur Durchjührung bringen will, andern- I falls der S.-Rat Hanau selbst zur Durchführung schreiten müßte. I Hierauf stellten die Offiziere der Garnison ein Ultimatum bis Donnerstag 6 Uhr zu erklären, ob er die Durchführung vor- Pehmen wolle, andernfalls sie am Freitag streiken v ü r d e n. Obwohl von Oberstleutn. Meichsner vorher mündlich

I erklär: wurde, daß erst die Antwort der Regierung abgewartet «erde» müßte und nur wieder eine Vollversammlung über die weiteren Schritte entscheiden könne, erfolgt« das Ultimatum.

I Die Antwort der Regierung traf am Freitag, 9 Uhr vormittags, ; ein und zwar dahingehend, daß die Ausführungsbestimmungen in den nächsten Tagen erlösten würden. Trotzdem blieben viele Offiziere dem Dienste fern, einige wollten sich beurlauben lasten, um die Sache zu umgehen, und nicht in den Geruch zu kommen, sie würden streiken. Dies wurde selbstver­ständlich von den Obleuten ab gelehnt. Verschiedene Offiziere tarnen trotzdem zum Dienst (in Zivil), sämtliche Sanitätsoffi­ziere der Lazarette pp. versahen in humaner und dankenswerter Weiss ihren Dienst, da ihnen das Wohl der Kranken mehr am Herzen lag als äußeres Flitterwerk. Die Versammlung sprach diesen Herren besondere« Dank aus, was hier öffentlich wiederholt werden soll.

Zu diesem Punkt wurde folgender Beschluß gefaßt:

Der S.-Rat Hanau fügt sich dem Beschluß der Reichsre­gierung und wartet die Ausführungsbestimmungen ab, umso­mehr als sie in allernächster Zeit erfolgen sollen. Er tut dies im Interesse der Ordnung und nicht im Interesse der Offiziere, da er der festen Ueberzeugung ist, daß es auch ohne sie geht. Eine Unterstützung der S.-Räte kann der S.-Rat Hanau jedoch in der Antwort der Regierung nicht erblicken.

3tim Schluß wurde noch ein Antrag Dell angenommen Zwecks Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung am Wahltage. Danach sollen die einzelnen Wahlbezirks militärische Patrouillen erhalten.

Sämtliche gestrigen Zeitungsnotizen über Absetzung des S.-Rates usw. beruhen auf Un­wahrheit. Die Vollversammlung steht geschloffen hinter dem Vollzugsausschuß und die übergroße Mehrheit der hiesigen Soldaten hinter diesem.

= Ostheim, 18. Jan. Frauenversammlung. Man schreibt uns: Gestern abend fand bei Gastwirt Hartenseller eine Nationale Frarevversammlung statt. Besonders Frauen der Arbeiter waren anwesend, was sehr zu bedauern ist. Viele von ihnen hatten an der von uns früher anberaumten Frauerver- fammlung. in der Genossin Zinckau das Referat gehalten hatte, Kicht teil genommen. Hoffentlich haben sich diese Frauen ein Anteil mit nach Hause genommen. Nach der Referentin sprach

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ein Herr, welcher mitteilte, daß Genossin Rosa Luxemburg und Genosse Karl Liebknecht erschossen worden seien. Da fand sich als einziger Herr, ein trauriger Held, der Krieger Vereinspräsident von Ostheim, der sich von seinem Platz erhob und einBravo" ausschrie. Wir kennen den Herrn zur Genüg« und nehmen ihm dieseHeldentat" nicht übel. Einem Menschen, der mit sich selbst nicht zufrieden ist, kann man so etwas auch gar nicht hoch an­rechnen. Daß er ein Hauptgegner der Arbeiter ist, besonders jetzt, wo der Arbeiter- und Bauernrat in der Gemeindevertre­tung mitzusprechen hat. Die Ostheimer Arbeiter werden sich diesen Herrn KriegervHreinspräfidenten von wegen dem großen Bravo wegen Rosa Luxemburg und Liebknecht merken. Das allertraurigste ist, daß auch noch Arbeiter in solch einem Kriegerverein stecken unter solch einem Führer. Hoffentlich kommen auch diese noch zur Besinnung.

WM MS WWmmm!

HlaNtag ist Zahltag!

Die Kandidaten der Unabhängigen Sozial­demokratischen Partei verpflichten sich, nur ist 3niertlti ter «Mim Beiëlltrnig zu vertreten.

Der MWsWD Äm muß unverändert und ohne jegliche Streichung abgegeben werden, sonst ist er «n|Bttig.

BanÄi'enpoMik.

Verbrecher sind am Wer^, in Hanau ein Blutbad trotz« alledem zu arrangle»en. Durch relegraphilche Meldungen sollenregierungstreue TnWpen" aufgewirgelt werden, das Generalkommando in Bad-Rauheim soll znm Eingreifen in Hanan bestimmt werden, obwohl Ruhe und musterhafte Ordnung in unserer Stadt herrsche«. Ein Beispiel, wie die erbärmlichen Schinken arbeiten, zeigt ein Arnkel über dieVorgänge in Hanau", der in allen Frankfurter Diät tern zum Abdruck gelangt. Hier ist er:

Die Borzsnze in Hanau.

Nu» Hanan, 16. Januar, berichtet unser r-Korrespoudent:

Hanau hatte gestern einen Tag voller Aufregung, und el scheint, als ob das erst der Anfang einer ganzen Reihe aufregen­der Tage sein sollte. Der Spariakusfübrer Dr. W a g « e r, der sich vonseinem" Arbeiterrat zu« provisorischen Landrat hatte wählen lassen, erklärte seinen Rücktritt als provisorischer Landrat und Polizeisirektor, da er bei dem Verhalten der Regierung sich außerstande sehe, für Ruhe, Ordnung, Sicherheit und Lebensmittel­versorgung garvnliere« #u iömâ W^LMtia brachte der v^ Spartakus anektierteHanauer Anzeiger", dessen fanatische Sprache noch die der BerlinerRoten Fahne" übertrifft, über die ganze Titelseite hinweg in Sperr- und Festschrift Enthüllungen über einen angeblichen Putsch der 'Mehrbeitssozialisten in Verbindung mit den Nationalliberalen, natürlich auch mit RegierungSrat Schmid, aber auch im Einverständnis mit Abgeordneten Hoch.

Bei dem Bekanntwerden dieser Geschickten füllte sich der Paradeplatz vor der Kaserne mit einer nach Tausenden zählenden erregten Menge. Inzwischen batten fick aber ganz andere Dinge abgespielt. Die regierungstreue« Eisenbahnerttuppen und Ulanen hatten eine gemeinsame Versammlung, in der die Unhaltb ar- keit der Lage in Hanau besprochen wurde. Der zum großen Teil imSparkatuSfahrwafferschwimmend: Soldatenrat wurde abgesetzt und soll heute ans einwandfreim Mitgliedern neu ge­wühlt werden. Dann Mangen bte Eisenbahner den Arbeiter­rat, der ebcnfaSr zum Rücktritt aufgefordert wurde, da» Landratsamt zu räumen, besten Bewachung sie übernahmen. Ebenso besetzten sie die Post, da» Proviantamt und so weiter und ließen auch überall Maschinenacwehr« auffahren, verhielten sich im übrigen aber abwartend, ließen auch die zahlreichen, verstärkten Patrouillen der Arbeiterwehr ruhig ihren Dienst in den Straß'» weiter machen. Die Arbeiterwehr stand inzwischen alarm­bereit im Hofe der Jnfa' èeriekaserne.

Plötzlich gab el neue Aufregung. Dar kommunistische Mit- gfieb der Arbciterr.itS, Schwind, hielt auf der Straße eine An­sprache, daß Regiemngrtruppen mit Artillerie vor der Stadt stânden und bereu Führer, ein Oberstleutnant, verlangt habe, daß ihm bedingungslos die Kommandogewalt der Stadt übertragen werde. Man habe sich bereit erklätt, zu verhandeln, doch der Olfisier habe jede» Verhandeln abgelehnt und bebingunorloie Uebergabe gefordert. Er empfehle dahèr. die Straßen zu räumen, namentlich Frauen und Kinder heimmichicken. Gleichzeitig begann auch die Bewaffnung der Zivilisten. Zuerst schaffte man aus dem Bezirkskommando einfach die Waffen auf die Straße, und die Leute nahmen sie sich. Ich sah selbst einen 15jährigen Schlingel, bet versuchte, in eine geöffnete Kammer einen Ladestreifen einzu- filfiten, dabei aber den Lauf auf die Menge gerichtet hatte. Ein zufällig vorbeikommender Feldwebel nahm ihm die Waffe ab und gab ihm den verdienten Denkzettel. Später gab man die Gewehre nur an ältere Leute ab und an die Landbevölkerung, die fortgesetzt in Lastauto» herbeigeholt wurde.

Dabei wurde bekannt, daß an den letzten Abende« ein russi­scher Agent mit reichen Geldmitteln in den Orten der Umgegend von Hanan plötzlich einberufene Versammlungen abgehalten und dabei für den Eintritt in die Rote Garde geworben hatte. Für den Monat sagte er 5^0 Mark Löhnung zu. Daran» erklätt sich auch der rasche und starke Zustroin der Landbevölkerung zur Bewaffnung. Am Abend versuchten Leute in da» P r o v i a n t- amt einzudringen, wurden aber von der verstärkten Eisen- bahnwache gleich zurückgewiesen. Sonst kam el bisher zu keinerlei Ausschreitungen. Beide Militärparteien sieben fick, bis an 6ic Zähne gerüstet, gegenüber, doch kommt zwischen ihnen hoffentlich d-u e eine Einigung zustande. In Hanau wurde punkt 9 Uhr der elektrische Strom abgestellt; damit trat Ruhe ein unb bie Straßen leerten sich.

Und solcher Schwindel wird in der nächsten Umgebung Hanaus geglaubt. Wer ist die Kreatur, die in solch in- f-mer Weise bie breite Dessen flieh fett belügt? Ei« Jour­nalist, der im Solde des Regierung-rat Schmid steht und in dessen «uftrage putscht, nm einmal Regieruus-- truppen i«m Schießen zu veranlassen und dann der Entente Veranlassnnz 311t Besetzung zu geben. De Be- völke.u" > Hanaus mag sich selbst ein Urteil über diese Handlungsweise Hilden» unseres steht fest: Lumpenge­sindel!

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Wie dieFrankfurter Nachrichten" Lügen und hetzen.

Ans Fechenheim schreibt man derDolkSstimme": Du «Frankfurter Nachrichten" könnc« er trotz der Lektion, die ihnen vorige 'Woche von einer Anzahl Arbeitslosen zuteil geworden ist, nick' unterlassen, nach wie vor gegen die Arbeiterschaft und die Revolutto» zu hetzen. Jetzr sind sie das Sprachrohr des von Hanau nach Frank- furt a. M. geflüchteten kommissarischen Landrats Schmid und feiner Hintermänner. In der heutigen Stummer bringen sie einen Artike über bieHanauer Preß reibeit", in dem auch der Ar bester-Naz in Fechenheim zum Gegenstand einer Kritik gemacht wird. Die Frankf. Stachr." berichten von einer Beschlagnahme, weil sie auf Grund einer zuverlässigen Darstellung einen Artikel veröffentlichten der die Folgen der Absetzung der rechtmäßigen Bürgermeister» unb ber Gemeindevertre'nng durch den bortigen Arbeiter- und Soldatenrat behandelt. Zunächst ist eine Beschlagnahme bei Blatte» über­haupt nicht erfolgt, sonder» sie ist ihm nur angedroht worder für den Fall, daß bie Hetze gegen den Arbeiterrat in Fechenheim unb bie gegenwärtige Verwaltung der Bürgermeisterei todter ge­trieben wird.

Der am Dienktag m bettFranks. Nachr." erschienene Attikel Spartakuswittschast und Arbeiterelend" ist eine starke Entstellung der tatsächlichen Verhältnisse. Es wird darin gesagt: Seitdem in Fechenheim der Bürgermeister seines Amte» enthoben und die Ge­meindevertretung außer Kraft gesetzt worden fei, herrschten in bei hiesigen Gemeindeverwaltung geradezu anarchistische Zustände, bte so weit gediehen wären, daß er der Gemeinde unmöglich sei, Geld zu beschaffen. Die anarchistischen Zustände herrschen «icht jetzt, sondern haben unter der Verwaltung bei Bürger- weiftet» Fischer bestanden. Dieser Mann hat ein f8tm«4ef Lnderregiment in bet Gemeindeverwaltung geführt. Seine gany Durchs hrung über die Lebensmittelversorgung bet Gemeinde liegt ft sehr im Argen, daß sich niemand darin auskennt. Keine ordentkichi Uebersicht über die Einnahmen und Ausgaben, keine Ueberfichi über die Art der Verteilung; mit eine« Wort: Bürger­meister Fischer hat sich um eine geordnete Verwaltung ix der Ge­meinde fast nicht gekümmert und die wichtigen rechnerischen Aufgaben untergeordneten Persönllchkeiten wie dem Polizeidiener und den Feldschützen überlassen. Wenn der Arbeiterrat ^mit einer solche» Mißwirtschaft aufräumte, so lag da» im allgemeinen Bürgerschaft»« intereffe.

Auch die Gemeindevertretung ist nicht von dem gegok wärtig amtierenden Arbeiterrat außer Kraft gesetzt worden, sonder* vom früheren Bürgermeister Fischer, der die Gemeindever­tretung nur dann zusammenrief, wenn eine Ärieg»anleihe in Aussicht stand. Im übrigen hat Bürgermeister Fischer niemals die Gemeinde» Vertretung zu wichtigen Amtshandlungen jufammengerufen, sondern immer auf eigene Rauft operiert. Gerade daraus resultiert ein Teil der Mißstände. Die alte Gemeindevertretung ist nicht ab gesetzt, sondern amtiert weiter und zwar besser als unter Bürgermeister Fischer.

Weil aber auch der frühere Sanbrat von Hanau und Regierungs­rat Schmid diese Mißwirtschaft des Bürgermeister Fiscker geduldet und unterstützt haben, deshalb hat sich der Fechenheimer Arbeiterrat nach Berlin an die Regiernn« gewandt und e» unter Darlegung der miß­lichen Gemeirrdeverhältniffe durchgesetzt, daß Fischer nicht nur feines Amte» enthoben bleibt, sondern daß auch eil Disziplinarverfahren gegen ihn eingeleitet wird.

Unrichtig ist auch, daß e» der Gemeinde unmöglich sei, Geld z» beschaffen. Die gegenwärtig amtierende alte Gemeindevertretung da! anstandslos in Würdigung der Verhältnisse die Ausnahme einer Am leihe von 250 000 Mark bewilligt, nur der kommissarische Landrat Schmid hat versucht, Schwierigkeiten zu machen, glücklicherweise aber ohne Erfolg. Die Aufnahme dieser Anleihe war notwendig, um bi* mißlichen Finanzverhältniffe, tote sie durch die Mißwirtschaft bei Bürgermeisters Fischer herbeigeführt worden find, einigermaßen yr sanieren. Insbesondere ist es notwendig, eine Reihe von Rot. jumkierhuXt# m her^GEnde M. Ausführung zu bringen, zum anderen erforbert die Unterstütznn^ber Arbert»l 0 sed wie in ben Städten, so auch auf dem Lande immer größere Summen und diese sollen mit Hilfe dieser Anleihe gedeckt werden.

Ebenso unrichtig, war dieFrankst Rackr." über die Fabrik 6affella & 60 berichten. Die Fabrik hat den Betrieb infolge Kohle «mangels eingestellt. Daß für diesen Koblenmangel der Fecherrheimer Arbeiterrat nicht verantwortlich gemacht werden kann, werden auch >vohl dieFrankf. Nachr." einsehen. Die Arbeiter sind aber der Meinung, daß bei gutem Willen die Fabrik Cassella & Eo. sehr wohl noch einen großen Teil der Arbeiter mit Hof- und anderen Arbeiten beschäftigen könnte. Daß man da» nicht tut, erklätt sie aus dem. Umstande, daß Direktor Hoffmann ein guter Freund und Beschützer der Bürgermeisters und des Landrats ist und mit diese: Betriebreinstellung dem gegenwärtig amtierenden Arbeiterrat Schwierig leiten machen will. Die Chemische Fabrik Cassella & Cor hat im Laufe der Kriegszeit so gute Geschäfte gemacht, daß sie wohl in bei Lage wäre, den feiernde« Arbeitern nicht nur die Hälfte, sondern dem ganzen Lohn auszuzahlen. Sie würde dadurch der Gemeinde eine erhebliche Last abnehmen, die sie heute in Form von Arbeits­losenunterstützung tragen muß. Da» wäre um so berechtigter, all mit Hilfe des früheren Bürgermeister? Fischer der Steuersatz so niedrig gehalten wurde, daß die Fabnk Cassella & Co. Million«» an Steuern gespart hat.

Aber es wirken eben hier Direktor Hoffmann als Leite: ber Fabrik- der kommissarische L a n d r a t S ch m i b und andere Kräfte zusammen, um der Gemeinde so viel wie möglich Schwierigkeiten zn bereiten. Trotzdem wird der Arbeiter­rat die Kraft besttzcn, dieser Schwierigkeiten Herr z« werden. Bor einer Spartakuswittschast kann in Fechenbeim keine Rede sein, beim diejenigen, die auf dem Ratbaus das Heft in ben $änben haben, sm» keine Spattakusanhänger, sondern Mehrheitssozialisten und Unab' hängige.

Wenn dieFrankf. Nackr." ihre Hetze gegen bex Fechcnbermel Arbeiterrat und die gegenwärtige Gemeindevettretung weiter fortsetzen, dürften fie fiâ nicht wundern, wenn eines schönen Tage» ben Av- heitern der Geduldsfaden reißt und mit den ehtmals alldeutsch- patriotischen Herrschaften ein^rnfteS Wort gesprochen wird. Bis legt ist es gelungen, Vorkommnisse wie in Berlin von Frankfurt fern jv halten. Aber dieFrankf. Nachr." dürfen nicht glauben, daß fie kl Preßfreiheit jetzt mißbrauchen können, um eine Hetze gegen die Revo­lution unb ihre Vertreter in Szene zu setzen. Tun sie da», bann müssen sie auch bie Verantwortung für dir Folgen, die daraus ent­stehen, tragen. .

Plenarsitzung der Handelskammer zu

Hanau am 11. Januar 1919.

Ihren allvcrehrten seitherigen Vorsitzenden, Herrn Geb. Kommer­zienrat Eanthal, welcher seit 1876 Mitglied und seit 1881 Vorsitzender der Handelskammer gewesen ist, wählte die Plenarversammlung jur» Ehrenvorsitzenden unb gedachte tn dankbarer Anerkennung ihres kürz' lich verstorbenen Mitgliedes, Herrn Kommerzienrat Brüning.

Der Vorsitzende, Herr Albert Deines, gedachte anschließend der schweren Verluste, welche da» deutsche Wirtschaftsleben durch den un­glücklichen KriegSauSgang und feine Folzewirkungen betroffen baten, gab einen Ueberblick über die gegenwärtige Wirtschaftslage unb richtete an die HandelSkammermitglieder einen Appell, zu tätiger Mitarbeit an dem Wiederaufbau von Industrie und Handel auch unter neuer Staatsform bereit zu sein. , ___ ~ ;

In die Handelskammer sind neugewählt die Herren DM Jng.j Otto Bracker zu Hauau unb Abraham Sichel,r. zu Schlüchtern, weitere Ersatz- und ErgänznngSwahlen beschloß die Handelskammer in der zweiten Hälfte bei Rebrar vornehmen zu lassen. Set bar, Konstituierung für 1919 wurden zu« Vorsitzenden £err Hlbcrt Deines, zum stellvertretenden Vorsitzenden Herr Paul Pbillp» «»» zum RechnungSführer Herr Rudolf Treusch gewählt. Die Haâlr- kammer setzte sobans ihre AllSfchüsfc Md Fachau-schM si^ M»