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General-Anzeiger
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BeraMworilich für PoNtik u. Lokaler: ««sta» Ham»« für dar gesamt« übrig« Teil: ®. Schreck« m Harum
Mr. 15 R.d.WL'°-*W Samstag den 18. Jannar «JUflF-STaiMtt » 1919
ctnvint erwache!
Morgen finden die Wahlen zur Nationalversammlung statt.
Wahltag soll Zahltag
für das notleidende Proletariat in Stadt und Land werden.
Die Gegner und lauen Freunde der Revolution konnten den Wahltermin nicht früh genug haben. Denn das aus dem Revolutionssturme entstandene System der Arbeiter- und Soldatenräie, in dem der revolutionäre. Wille und die revolutionäre Macht deS arbeitenden Volkes zum Ausdruck sammt, ist ihnen ein Greuel. Sie fürchten, daß das Râtesystem ihrem Reichtum, ihrer sozialen Machtstellung, ihren Vorrechten ein Ende macht. Darum sind heute selbst Kapitalisten und Unternehmer, die bis vor kurzem die wütendsten Gegner jeder Demokratie waren, die lautesten Rufer nach der Nationalver- ssmmlnng, Um z^u verhüten, daß das werktätige Volk über sein künftiges Schicksal und über die Ziele der sozialen Revolution aufgeklärt werde, hat man den Wahltag so überaus früh angeietzt.
SRännet rmd Frauen des werktätige« Volkes, seid auf der Hut!
Laßt Euch nicht von den schönen Worten jener Pharisäer blenden, die Euch 52 Monate lang dar „Durchhalten* gepredigt haben und Euch jetzt um die Früchte der Revolution betrügen wollen. — Die Wahlen zur Nationalversammlung sind nicht gleichzustcllen den früheren Wahlen zum Reichstage. Die Nationalversammlung soll die Verfassung und damit daS künftige Schicksal deS deutschen Volkes festigen auf Jahrzehnte hinaus.
Männer und Frauen des werktätigen Volkes! Schon wird von den Mehrheitssozialdemokraten der Rücktritt der Regierung Ebert- Scheibemann gefordert. Eine Kundgebung des Frankfurter Arbeiterrats, der sich zu gleichen Teilen aus Mehrheitssozialisten und Unabhängigen zusammensetzt, spricht in aller Offenheit in ernstester Stunde das Folgende aus: .
Es ist unsere Ansicht, daß die Reichsregierung ei b is heute unterlassenhat, diejenigen Aktionen entschlossen vorzunehmen, die vor der Einberufung der Nationalversammlung hätten geschehen müssen, um die Revolution zu sichern. Es war nötig, die Tätigkeit der Arbeiter- und Soldatenräte durchgreifend zu schütz«, den reaktionären Geist in allen Verwaltungszweigen zu beseitigen, die Beschlüsse der Rätekonferenz sofort auszulühren, mindestens die Derstaatlickung des Bergbaues einzuleiten, die Familien-Fideikommisse zu beseitigen, die Krongüter einzuziehen, ein Enteignungsrecht des Staates dem Großgrundbesitz gegenüber festzulegen, die sozialen Grundrechte in her künftigen Verfassung als Grundgesetz zu proklamieren und den Staatsgerichtshof für die Kriegsverbrecher zu errichten. Wir glauben, daß diese Unterlassungen der Reichsregierung dazu mitgewirkt haben, daß die blutigen Vorgänge in Berlin möglich geworden sind. Diese Unterlassungen werden es auch bewirken, daß aller Voraussicht nach, wenn nicht mit aller Energie Einhalt geboten wird, daS Schicksal der Revolution in die Hände einer Bürgerlichen Mehrheit in der Nationalversammmlung gelegt sein wird. Die Rate- Regierung hat sich der Nationalversammlung gegenüber das Recht der Auflösung und des nochmaligen Appels an das deutsche Volk zu wahren, wenn die Nationalveisammlung die Ergebnisse der Revolution durch reaktionäre Beschlüsse zu beseitigen suchen sollte. Wir halten
die jetzige ReichSregierung nicht mehr für sätzig, ihre durch die Revolution gestellte Aufgabe zu erfüllen.
Wir ferder« ihren Rücktritt.
Wir wollen eine Regierung, die im Geiste der Einigkeit zusammengesetzt ist auS . Vertretern aller sozialistischen Gruppen, die auf dem Boden einer gemeinsamen, planvollen Aktion steht. Von dieser neuen Regierung erwarten wir die sofortige Verwirklichung de? ausgesprochenen Mindestforderungen.
An alle Arbeiter- und Doldatenräte Deutschlands ergeht der Ruf, ben furchtbaren Ernst der Stunde zu erkennen und, bereit zu jedem Kampfe, die Revolution zu schützen.
Scheidemann, dem von seinen eigenen Anhängern Unfähigkeit im Dienste der Revolution jygyjgMtei^ uyd sein und seiner Kollegen Rücktritt aus der Regierung verlangt wird, präsentiert sich als Kandidat zur Nationalversammlung. Keine Stimme für einen solchen Volksverräter!
Männer imb Frauen des werktätigen Volkes!
Erwartet von solchen Männern nicht die Vertretung der proletarischen Interessen auf der Nationalversammlung! Sie sind die Sachwalter bei engstirnigen, revolutionSfeind- lichen Kleinbürgertum?, daS jetzt in Scharen hinter ihnen herlâuft. Sie können oder wollen den Mächten des Kapitals nicht ernsthaft wehe tun. Ihr Ziel ist die Errichtung einer kleinbürgerlichen demokratischen Republik, in der der Arbeiter noch auf lange hinaus Lohnsklave bleiben muß.
Wer da will, daß die Revolution auch mit der Macht und den Vorrechten der besitzenden Klassen ein Ende mache,
wer da will,
daß das arbeitende Volk sein Geschick selbst in die Hände nehme, der wähle zur Nationalversammlung nur Männer und Frauen au8 der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands an deren revolutionärer und sozialistischer Gesinnung kein Zweifel ist.
Arbeitendes Proletariat! Denke daran, wer für Dich litt und starb. Räche Dein» Vorkämpfer für dm Sozialismus, die in Schutzhaft und Zuchthaus litten, weil sie offen und mutig unter dem Belagerungszustand
, für den Frieden stritten. Sie wurden unter dem Schutze der RegierungSsozialdemokraten ermordet und ihre Leichen geschändet.
Volk, ermanne und räche Dich!
Rüste den Kampf für dir revolutionären Errungenschaften, für Freiheit be8 Sozialismus in der Nationalversammlung durch Massenkundgebungen auch außerhalb der Nationalversammlung zu unterstützen! Nur so kommst Du zum Frieden, zur Freiheit, zum Völker- befreienden Sozialismus l Der Stimmzettel der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei in Hessen-Nassau trägt an der Spitze den Namen
Robert DiSmarm
Nnr dieser Stimmzettel ist zu benutzen.
zur Wahl!