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Hanauer K Anzeiger

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Verantwortlich für Politik n. Lokale»; ««flav Hamm« für bot gesamten übrigen Teil: G. Schrecker in Hanan.

^_u^.- II uijnwin im - - -^-^-nnil'! 11, bj - Tiriir ---------------nrT-r-wirwwnrn- - . _ t- Nr. 13 Redaktion 849 Sxpe^iHon 238 Donnerstag den 16. Jamar Redaktion 648 (El Position 238 1919

Ein verbrecherisches Komplott.

Erklärung.

Da die gegenwärtig preußische Regierung und ihr Uchützling, der nach Frankfurt a. M. entflobeue Negre- »nr;??at Schmid, unter Beihilfe der hiesigen Regierungs- jszialisten alles getan haben, meine Bemühungen zur ßicherstellnng der Lebensmittelversorgung der Stadt ^anea und der Jndustrieerte des Kreises zu vereiteln, fa ferner die mit dem Blut der Berliner Arbeiter be­steckte Regierung Ebert - Scheidemann such im hiesigen Kreise alle Bemühungen des Arbeiter- und Ssldatsn- «ates zum Schutze der Arbeiterschaft aeqen die Willkür and Ausbeutung des Kapitals hintertrieben hat, da end­lich. wie die Vorgänge des gestrigen Tages beweisen, lieferen kontrerevolutionären Elemente, die seit Wochen ihre Lügennachrichten über die hiesigen Zustände in die Welt setzten, nicht einmal davor znrückschrecken, ein Blnt- jad unter der hiesigen Bevölkerung anzurichten, das der sinabh. Soz. Partei nachträglich in die Schuhe ge­schoben werden sollte, so bin ich nrcht mehr in der Lage, tie öffentliche Ruhe und Sicherheit im Stadt- und Land­kreis Hanau, so wie bisher, zu gewährleisten und trete »aher mit dem heutigen Tage mit Zustimmung des Ar­beiter- und Soldatenrates von dem Posten als P-lizsi- »irektor und pro». Landrsts zurück und beschränke meine Mitarbeit nur noch auf den Arbeiter- und Sol» latenten. Dr. W a g n.e r.

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Frühling. Kain & Abel!«

Roch sind die Opfer in Berlin, die durch diePolizei- chergen und aufgeputichten jungen Fronttruppen von d^r Negis''ung Ebert-Scheidemann unter Anführung des Ober­kommandierenden des Freiwill igen-Heeres Moske nicht teerdigt, und schon plant man ein neues Blutvergießen, vas sich auf die Provinz erstrecken soll. Fürwahr, die Regierungsso-ialisten wollen unter Führung der aktiven Offiziere und mit Hilfe aufgeputschter Truppen ganze Arbeit machen. Durch den bürgerlichen Blätterwald incl ter regierungssozialisti'chen Presie wird das Blutbad in Perlin ausnahmslos den Führern der U. S. P, der kpartakusgruppe und Kommunisten in die Schuhe ge­schoben. Und es ist kein Wunder, daß das Bürgertum den verlogenen Meldungen Glauben schenkt, wird doch die U. S. P., überhaupt die oppositionellen Führer heute genau so infam beschimpft und verleumdet, wie zur Zeit des Sozialistengesetzes unter Führung des Reichskanzlers Bismarck seligen Angedenkens. Der rollende Rubel wirkt Nicht nur für den S^.qhlkampf, sondern auch für die Aus­rottung der Anhangs und Vertreter des wahren So­zialismus.

Wie verbrecherisch die -Reaktion zu Werke geht, um sich wieder in den Besitz der Machtmittel zu setzen, geht nur einem wohlvorbereiisten Plane hervor, dèr in der gestrigen Nacht in Hanau ausgsfShrt werden sollte. Die Details waren bis ins Kleinste ausgearbeitet, Maschinen- gewehre waren bereitgestellt und Handgranaten ausge teilt, um ein fürchterliches Blutbad in Hanau hervor^u rufen. Eingeweiht in diesen Plan waren Herren, die der Arbeiterschaft und dem BArgertum durch ihr seih heriges Wirken hinreichend bekannt sind. Schon lange war dem Arbeiter- und Soldatenrat bekannt, daß die um Hanau gelagerten Ortschaften mit neuen Truppen belegt worden waren, und daß besonders bei den dort liegenden Truppen eine Agitation gegen die Tätigkeit des Arbeiter- und Soldatenrates einsetzte und ein syste^ matischer Perleumdungsfeldzug insofern betrieben wurde, als der sogenannten Spartakusgruppe nachge'sgt wurde, die in Hanau ihren Sitz haben soll, die Wahlen zu' Nationalversammlung am Sonntag zu verhindern. Die^e und andere Gerüchte und Behauptungen wurden aber nicht nur allein den Truppen durch die Offiziere bekannt gemacht, sondern sie fanden auch ihren Weg nach dem Generalkommando in Bad Nauheim. Ja es wurde sogar dort geglaubt, daß die Garnison Hanau mit M a s ch i n e n s c w « h r e n auf dem Marsche nach Bad Nauheim sei, um das Generalkom. Mando auszuheben. Das Generalkommando in Bad Nauheim handelte auch sofort, ordnete, ohne den Coldatenrst in Hanau zu verständigen, weitere Verstärkung der Truppen bei Hanau an. ferner waren 250 Mann von Nauheim nach Hanau in der gestrigen Nacht kommandiert, um den geplanten Putsch zu unterstützen.

Das uefbebautrlicbe an der Saye aber ilt, daß e gerne Arbeit-brüder an der Seite der Reaktionäre gestanden h.aben,

denn kein anderer, als ein Führer der Schutzwehr, Iulius Hofmann, der der Arbeiterschaft in Hanau wohlbekannt ist, hatte sich als Werkzeug benutzen lassen und seit einigen Tagen schon dazu einen Plan entworfen. Nach diesem Plan sollte die Schutzwehr entwaffnet und alle diejenigen Kameraden beseitigt werden, die auf dem Boden der U. S. P. stehen. Nach seinen eigenen Angaben stand Hofmann in Unterhand' langen mit dem Leutnant Rödel aus Hanau, der der MehrheitspaUei angehöri und als solcher die Werbung freiwilliger Fronttruppen in der Hand hatte. Ferner unterhandelte Hofmann mit dem nach Frank­furt a. M. mit der Kreis kaffe entwichenen Reg.-Rat Schmid. Herr Hofmann stützte sich auf einen Teil irregeleiteter Mit­glieder der Schutzwehr und auf afitne Unteroffiziere, mit denen er wiederholt in Verhandlung stand. Weiter war ihm aber auch bekannt, dah von der Deutschnationalen Partei die Besetzung Hanaus durch die Franzosen erbeten werten ist. Hofmann, der Mitglied der alten sozialdemokratischen Partei und in engster Fühlung mit dem sozialdemokratischen Parteibüro Ra'chSchnabrich sieht, weiß von einem solch verbrecherischen Plan und meldet das nicht. Wie oft hat nicht die Volksstimme" davon geschrieben, daß alle Vorkommnisse auf­rührerischer Natur, dis heute noch der II. S. P. in Verbindung mit der Sparlakusgruppe unterschoben werden, und die Entente bestimmen, Frankfurt und Hanan zu besetzen. Welch böse Folgen eine Besetzung durch die Entente für die Br- völ'eriing Hanaus nach sieb ziehen würde, ist zunächst gar nicht zu üoerschaum. & f «^ -^ ^^

System drin liegt, daß die Honen v'ckts sehnlicher wünschen, als eine Besetzung. D^s soll e doch endlich der Arbeiterschaft und. dem Bürgertum im allgemeinen die Augen öffnen.

Vom 9. November 1918 an bat der Ar 'ëster^ und Sol- ^ntenrat seine Aufgabe darin erblickt, das Bürgertum vor Unruhen zu bewahren, er hat weiter da ür geiorgt, daß Ord­nung herrschte und uiv öliges Blutvergießen vermieden wurde. Jetzt ist der Schleier gefallen, daß es nicht der Arbeiter-und Soldatenrat, daß es nicht die U. S. P., daß cs nicht Anhänger des Spartakusbundes sind, die ein Bluivergießen vorbercilen und planen, sondern gerade diejenigen Elemente, die bisher die Unabhängige Partei und den Ä.'-und S.-Rat in Ver- lammlnugen und in der Pr ff? als Terroristen verleumdeten. Heute steht fest, daß sie Arm in A-.m mit den Neak-ionären Vorhallen, em Blut-ad für Hanau zu organisieren, das nur durch b-e Wachsamkeit des Sicherheitsdienstes vereite t wurde. Unter der Parole;Frühling Kain u n b A b e l" sollten sich in der gestrigen Nacht die Ver- schwör'er sammeln, um Handgranaten und Sonstige Munition n empfangen, das LandMisam-, ©ffUerMiiro und den . Hanauer Anzeiger" zu umstellen und in Besitz zu nehmen. Redakteur Hrmmer sollte verbastet und gezwungen werden, ein Flugblatt im Sinne der alten sozialdemokratrschen Partei zu verfassen, das sofort gedruckt und verbreitet werden sollte. Drei besoi'ders benannte Personen waren Bestimmt, gegen die sofort Handgranaten geschleudert werden ollen, wenn sie sich we gern den, den Be ehlen der Gegen revoluiio äre Fo qe zu leisten. Die Leitung bie^ nächtlichen Neberfalles sollte ein von Bad Nauheim komme | er Offizier über» hmen, der ikânkti«Jhi« Hand^ in AanS mit den ^^rern der Restierun^Ksorialift ^» DU Geschäfte des Arbeiter- itud Soldatenrates leiten sollte. Von allem diesen wirr te aber auch Herr Hoch, der sich bereit erklärt hatte, in der Versammlung am Tage nach dem gelungenen Putsch zu sprechen.

Die lintei tagen hierzu habcn der A.- und S.-Rat aus en Aussagen eines Hauptrâdelsfülwers, der rechtzsttig ver­haftet weiden konnte und unter Zeugen folgende Aussagen machte. Zur besseren Orient eruuq drucken wir eines der Protokolle ab. Der zum künftigen Kommandanten der Schutz­wehr vorgesehene Hofmann sagt aus:

Ich gebe zu, mit folgenden Personen in Verbindung ge­treten zu sein zwecks Beseitigung der Schutzwehr mit Führer, sowie des Arbeiter- und Soldaten-Rates. Sollte d LH ei Widerstand geleistet werden, so wird der­selbe mit Gewalt beseitigt. Zu diesem Zwecke soll heute abend 5 Uhr (allo am 15. Jan. Red.) im.RestaurantZum Löwen­gärtchen" eine Schlrtzversammlung stattfinden. Dort sollen Handgranaten und andere Waffen verteilt werden. Als be­sonderes Kennzeichen der an der Verschwörung teilnehmenden Personen sollen weiße Binden verausgabt werden. Die Ver­schwörung soll solgcndcrniaßen vonstatten gehen:

Der Führer Hofmann von der Schutzwehr, der diese Woche die Ronde der Wache vorzunehmen hat, läßt um 1-Uhr resp, halb 2 Uhr die Sirenen, das Alarmsignal der Schutz­

wehr, in Wirkung treten. Er läßt daraufhin, wenn die Mit- glieder der Schutzwehr auf dem Kasernenhofe versammelt find, unter irgend einem Vorwand die Gewehre auf dem Hofe zu, sammensteven und leitet die Leute nach der Kantine, worauf eine Mitteilung über die Vorgänge erfolgen soll. Inzwischen hatten die über die Verschwörung eingeweihten Leute den Auftrag, die zusammengesetzten Eewchrr zu beseitigen, um somit die nicht mit dem Plane einverstandenen Leute der Schutzwehr vor Sie vollendete Tatsache zu stellen. Der Bruder des Führers Hofmann, der Gewerks ch^lftsLeamte Hofmann, erhielt von seinem Bruder Kenntnis und warnte denselben. Der Haupträdelsführer ist meines Erachtens Leut­nant Rödel sowie der Adjutant vom Infanterie-Regiment 88. Mit als Führer der Verschwörung ist das Mitglied der Schutz- wehr S ch i o w a tz o genannt Schirwatzo. Sch. hat mit Hof­mann diese Woche die Ronde. Leutnant Rödel ist als neuer Kommandant der Schutzwehr ausersehen. Sergeant Gürten oder Kürten hat die Aufgabe, zu der Verschwörung neigende Leute anzuwerben. Die Leitung der ganzen Verschwörung soll ein Offizier des A.-O.-K. 18 Bad-Nauheim übernehmen, derselbe bringt noch 250 Mann mit. Ob Offiziere oder Mannschaften ist mir unbekannt. Die Leute von Bad-Nauheim sollen heute am 15. Januar, nachts 2 Uhr, eintreffen, um den Plan zu unterstützen.

Die aktiven Unteroffiziere sind damit verwickelt und hatten dieselben gestern eine Versammlung anberaumt um 5 Uhr. Das Gebäude des Arbeiter-Rates (Landratsamt) und das Ge­bäude des Soldaren-Rates (SanLeldanun) JoSien b e j e tz t und jeder Widerstand mit Waffengewalt bsfeftigt werden. Hofmann wohnte mehreren Sitzungen bei Leutnant Rödel in besten Wohnung Frankfurterlandstratze, imLöwengärtchen" und zweimal in der Schützenstraße bei. Hofmann sagt, daß durch die Nationalliberale Partei die Besetzung Hanaus durch die Franzosen gefordert worden ist. Leutnant Rödel hat Hof­mann erklärt, daß Regierungsrat Schmid in Berlin gewesen ist und dort erklärt hat, daß er das Geld nach Frankfurt a. M. in Sicherheit bringen mußte, weil in Hanau schauderhafte Zu­stände herrschten und er ersuchje gleichfalls die Regierung, die Schutzwehr in Hanau aufzulösen und kein Geld mehr dazu zu genehmigen. Zu der Sitzung imLöwengärtchen" ist Hofmann durch Leutnant Rödel und Sergeant Imhoff vom Bezirks­kommando eingeladen worden. Munition müßte durch die Ulanen besorgt werden. Brüdigam hat den Aus­trag von Hofmann, zu dem Abgeordneten Hoch zu gehen und zu fragen, wie er sich zu der Sache verhält. Hoch erklärte, daß, wenn er aufgefordert werden würde, in der Versamm­lung am Tage nach dem Putsch zu sprechen, er dazu bereit wäre, sonst nahm Hoch keine Stellung zu der Sache. NachMeinung des Hofmann ist Rödel der Verbindungsmann zwischen Reg.- Rat Schmid und der Verschwörung. Außerdem ist Hofmann bekannt, daß Reg.-Rat Schmid am Tage nach dem Putsch (morgen) wieder nach Hanau kommt. Parole lautet: ,.Früh- 'ling und Kain und Abel". Ferner sagt Hofmann, er weiß, daß Beamte des hiesigen Postamtes an den A- u. S.-Rat ge« lichtste Telegramme abgefaßt und nicht bestellt haben.

Unterschrieben: Hofmann, Iulius.

Volksgenoffen in Stadt und Land 1 Zieht aus all dem Eure Schlüsse. " Dieses Hanauer Beispiel zeigt, wie systematisch gegen die Unabhängige Sozialdemokratische Partei gearbeitet wird. Mit Hundelien yon Menschenleben wird ein frevel­haftes Spiel getrieben, denn wenn anch nur im Geringsten der nächtliche Plan geglückt wäre, hatte am andern Morgen das revolutionäre Proletariat in Hanau yud Umgegend den Kampf gegen die Putschisten ausgenommen, dann, das sind wir sicher, wäre Bürgerblut geflossen. Die Garnison Hanau steht restlos hinter dem Arbeiter- und Soldatenrat; . eine Solidaritätserklärimg mit der kämpfenden Arbeiterschaft um Befreiung ihrer verhafteten Führer wäre ohne Zweifel er« folgt. Und darum grenzt er an Wahnsinn, was von de« Negierungssozialdemokraten in Hanau unter Leitung der Regierungsrats .Schmivt an der Beviisterunz geplant war, Diesen Verbrechern und Verrätern an dem arbeitenden Volke ist in der gestrigen Nacht die heuchlensche Maske vom Ge­sicht gerissen worden und Pflicht des denkenden Proletariats ist es nun, am Sonntaa, am Wahltag znr Nationalver» sammlung die Antwort bahir zu geben. Die Regicrnngs- sozialdemokraten haben sich als Werkzeuge der Reaktion be­nutzen lassen, sie wollten den Arbeiter- und Soldatenrat stürzens um damit dem gefährdeten Kapital, das d e n A.» n n d S. - R a t i n H a n a u n i ch t be­sonders in 6 Herz geschloßen hat, zu Lilfe zu k c m in e n. Die Maschen find zusnmmengezsgen,^«» Ver­rat am Proletariat liegt offen, die Schlächter der Äe»*