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VâüonSbrvck tmb Verlag der Buchbrnckrrc des derrtn. ev. Waisenhauses in Ha«m.

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Rsdoktion 648 Expâi'ion LS»

Manifest an die zwiiiflsrte Welt.

Der Krieg ist zu Ende. Der deutsche Imperialismus ist be­siegt und muß für seine Raublust harte Strafe leiden. Das vom Krieg gegeißelte, vom Hunger zermürbte Proletariat Deutsch­lands must die Siege teuer bezahlen, weil es sich der Politik seiner herrschenden Klaffen unterworfen hat. Die Sieger, die noch vor kurzer Zeit der ganzen Welt verkündeten, datz sie nur sirr den Triumph der Gerechtigkeit, für das Glück aller Völker Millionen Menschenleben zugrunde richteten, haben jetzt das be­siegte deutsche Volk gezwungen, Waffenstillsiandsbedingungen anzunehmen, die zehnmal härter sind als der Friede von Brest- . Litowsk, und die Deutschland unvermeidlich mit Hunger be­drohen. Der Zynismus der unmenschlichen imperialistischen Po­litik wird von Tag zu Tag deutlicher und bedroht die Völker immer offensichtlicher mit neuen Kriegen und neuem Blutver- gietzen. Präsident Wilson, gestern der beredte Verteidiger der Freiheit der Völker und des Rechts der Demokratie, rüstet heute eine gewaltige Armee aus für di«Wiederherstellung der Ord­nung" im revolutionären Rußland, wo das Volk, schon sein na­türliches Recht verwirklicht hat, die Macht in seine eigene Hand zu nehmen und nach bestem Vermögen danach strebt, den Grund zu einer neuen staatlichen Ordnung zu legen. Ich will nicht leugnen, daß diesem Aufbauen ein oft unnützliches Umstürzen vorausgegangen ist. Ich bin aber mehr als irgend ein anderer berechtigt und imstande, zu erklären, daß die kulturelle Umge­staltung, die unter besonders schwierigen Verhältnissen voi sich S«ht und heroische Kraftanstrengungen erfordert, jetzt nach und nach einen Umfang und eine Gestalt an nimmt, die in der mensch­lichen Geschichte bisher unbekannt waren. Das ist keine Ueber­treibung. Noch vor kurzer Zeit Gegner der Sowjetregierung und ^wer -«.>* J.H_.ix^ Dingen nicht mut .thr »in Uebe^Linstim-, milng, kann ich doch sagen, daß die Geschichtsschreibung dereinst bei der Bewertung der Arbeit, die von den russischen Arbeitern »ährend eines Jahres geleistet wurde, nur Bewunderung haben wird für die Größe der Kulturtaten dieser Zeit. Ich will keine Tatsachen aufzählen. Nur das will ich sagen, daß dieser Prozeß, der dem russischen Volk erst die Grndlagen der Weltkultur zu­gänglich macht, Herzenssache eines jeden ist, der nach der Er­neuerung der Welt strebt, und daß jeder von ihnen sich über die Kraft, die Schnelligkeit und den Eifer, womit das russische Volk sich bemüht, ein neues kulturelles Leben aufzubauen, nur freuen tonn und soll. Es ist wahr, daß bei dieser Arbeit, die Weltbe­deutung hat, in Rußland große Fehler gemacht und unnötige Grausamkeiten begangen worden sind.

Welche Bedeutung haben indessen diese Fehler im Vergleich hu den abscheulichen Verbrechen des Krieges, die die englischen und deutschen Imperialisten begangen haben. Dieser verruchte Krieg hat das Fieber in den Herzen aller europäischen Völker erzeugt und die ohnehin schwachen Begriffe der Menschen vom Wert des Lebens und der Ehre der Arbeiter getötet. Ziehen die Imperialisten Europas und Amerikas gegen die Revolutionäre Rußlands zu Felde, weil die russische Revolution gegen die Hu­manität verstößt, oder weil die russischen Arbeiter es an Edelmut gegen ihre besiegten Klaffenfeinde fehlen ließen? Nein, so schön, so idealistisch, wie die Zeitungen Englands, Frankreichs, Ame­

GeneralAnzeiger.

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Mittwoch den 15. Jannar »»Li.V^"-*W'.^m 1919

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rikas und Japans die Sache darstellen, ist sie nicht. Sie ist viel einfacher: die Imperialisten der drei Kontinente wollen die po­litischen Verhältniße und Einrichtungen stärken und festigen, mit binnen sie ihre Macht über den Willen der Völker sichern können; die Verhältnisse, die einer kleinen Minorität die Ver­fügung über Willen und Leben der Majorität einräumen, derselben Minorität, die das wahnsinnige Mutbad veranstaltet hat. Man sollte meinen, daß alle vernünftigen und ehrlichen Menschen der ganzen Welt die Finsternis, die Grausamkeit, den Egoismus, die Heuchelei und die Dummheit der Grundlagen des kapitalistischen Systems klar erkennen müßten. Die Zeit scheint gekommen, um alle wahrhaften und denkenden Menschen davon zu überzeugen, daß der Kapitalismus seine schaffend« Kra^ verloren ha^ daß er ein Ueberbleibsel der Vergangenheit, ein Hindernis der Entwickelung, der Weltkultur ist, daß er Feind­schaft stiftet zwischen Einzelnen, zwischen Familien, Klaffen und Völkern, und daß der schöne Traum der großen Brüderschaft der Völker nicht verwirklicht werden kann, solange noch der unver­söhnliche Kamps zwischen Arbeit und Kapital fortdauert.

Ich leugne nicht, daß der Kapitalismus seine Verdienste um den arbeitenden Teil der Menschheit hat, daß er aus seinem Fleisch und Blut die Voraussetzungen für einen llebergang zur neuen, vollkommenen und gerechten Gestaltung des Gesellschafts­lebens im Sozialismus geschaffen hat. Jetzt aber, da der infame Krieg die ganze Niederträchtigkeit, Unmenschlichkeit und den Zynismus des alten Systems zur äußersten Sichtbarkeit gebracht hat, jetzt ist sein Todesurteil gesprochen.

Wir Russen werden mit Recht als ein hinter der Kultur zu- rückgsbliebenes Volk angesehen,; wir sind ein Volk ohne Tradi­tionen, aber gerade daher kühner, rebellischer und von Einflüssen der Vergangenheit weniger abhängig» und so haben wir zu allererst den ^eg ^ut H«È^tM'S m ÜoerÄchten Zustände der kapitalistischen Gesellschaftsordnung betreten. Deshalb sind wir überzeugt, daß wir mit unserer großen Aktion das Recht auf die Sympathie und die Hilft der Proletarier der ganzen Welt und aller Leute erworben haben, bie schon vor dem Kriege an den sozialen Lebensverhältnissen der Völker scharfe Kritik geübt haben. War diese Kritik damals aufrichtig, dann müßten alle ehrlichen Manschen Europas und Amerikas unser Recht aner­kennen, unser Leben so umzugestalten, wie wir es für nötig hal­ten. Wenn manche geistigen Arbeiter wirklich ein Interesse für die Lösung der größten sozialen Frage haben, müssen sie sich gegen diejenigen erheben, die die Wiederherstellung des alten Regimes anstreben, die russische Revolution mit Strömen russi- schn Blutes austilgen, sich Rußland unterwürfig machen und es danach ausplündern möchten, wie sie vor dem Kriege die Tür­kei und andere Länder ausgeplündert haben, und wie sie jetzt die Ausplünderung Deutschlands vorbereiten. Dies ist der wahre Wunsch der Imperialisten, dies ist ihre heilige Aufgabe. Der Leiter des Feldzuges gegen Rußland ist Woodrow Wilson.

Die Fackel der russischen Revolution, die ihr Licht über die ganze Welt wirft, hält Lenin fest in seiner Hand. Das Prole- tariat und die Intelligenzen werden entscheiden, wer ihnen näher steht, der Verteidiger des alten Regimes, der Repräsentant der überlebten kulturvernichtenden Minoritätsregierung oder

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der Leiter und Lehrer neuer sozialer Ideen und Erregungen, der den schönen Gedanken aller Arbeiter vom Glück der freien Arbeit in der Brüderschaft der Völker verkörpert. Fast jedes Volk hat sich zu Zeiten als den Messias betrachtet, der berufen sei, die Welt zu retten. Es ist offenbar, daß die Geschichte jetzt dies« hohe Mission dem hungernden, durch drei Jahrhunderte geknech­teten und vom Kriege erschöpften russischen Volk auserlegt hat. Unter der Drohung räuberischer Vergewaltigung zu erliegen, spricht es zu den Arbeitern und zu den ehrlichen Menschen bet ganzen Welt: Folgt uns in das neue Leben, an dessen Gestaltung wir arbeiten, ohne uns selbst zu schonen, ohne irgendwen, ohn« irgendetwas zu schonen. Dafür arbeiten wir irrend und leidend, nur mit der heißen Hoffnung auf Erfolg und stellen alle unsre Taten den: gerechten Urteil der Geschichte anheim. Folgt uns in den Kampf gegen die alte Ordnung, helft uns arbeiten an der neuen Gestaltung des Lebens, an der Freiheit und Schönheit des Lebens! Maxim Gorki.

Erich Mühsam, sonst nicht unser Freund, hat sich das Ver­dienst erworben, dies Manifest in seiner ZeitungKain" den Deutschen zur Kenntnis zu bringen. Wir drucken es hier ab, da es dazu dienen konnte, die Verleumdung, die von Bürger­lichen und Reformsozialisten gegen unsere russischen Brüder schamlos getrieben wird, niedriger zu hängen. Gorki war bis vor kurzem ein Feind der Bolschewisten. Deshalb dürfte er viel­leicht um so eher berufen sein, di« Wahrheit über Bolschewismus zu verkünden. Wenn die Ebert und Scheidemann schon längst ihr« Strafe für den Verrat an den Sozialismus erhalten haben wer­den, werden Lenin und Trotzky noch als Vorkämpfer gefeiert werden.

B Nieder mit Ebert-Scheidemann !

An alle revolutinären A. - und S. -Räte Deutschlands.

Der große Leipziger Arbeiter- und Soldatenrat beschloß am Mittwoch den 8 Januar:

Nachdem die Ebert Scheidemrunsche Regierung nun seit dem 6. Dezember mitschuldig und schuldig an den drei Blut­bädern ist, die unter der Berliner Arbeiterschaft angerichtet worden sind, und nachdem sie in der Führung der politischen Geschäfte sich als völlig unfähig erwiesen hat, ist es die allerhöchste Zeit, daß sie vom Schauplatz ihrer schmachvollen Tätigkeit verschwindet. Sie hat sich nicht nur als Wort­führerin der Revolution als unfähig erwiesen, sondern sie sie hat sich als Gegenrevolutionär»: betätigt. Sie hat den Militarismus statt abzubauen noch gestützt, sie hat im Osten und Westen neue Heere aufgestellt, die die Gefahr eines neuen Kr eges in sich bergen, sie bat die Offiziere trotz des Beschlusses des Rätekongresses wieder in ihre früheren Macht- stellungen zu bringen ver'ucht, sie hat, statt die oberste Heeresleitung aufzulöftn, sie weiterbestehen und ihr unheil­volles Wirken gewähren lassen; sie hat, statt die parasitäri- schen Reichsgeschäfte zu beseitigen, sie meiterbestehen lasten; sie hat, statt in den Bergwerken den notwendiger: Schutz für die Arbeiter e nzuführe« und die Lohntage im Sinne der

Wahltag! Zahltag!

Scheidemann sagte kürzlich:Die ganzen H Kriegsjahre waren eine einzige Agitation für die Nationalversammlung."

Arbeiter! Arbeiterinnen! denkt nach, wer Eure Interessen während des Krieges vertrat, wer für Euch ins Zuchthaus gegangen ist.

Nur die U. S. P. hat die Kriegs kredite abgelehnt, hat die Kriegspolitik der alten deutschen Regierung bekämpft, während alle anderen Parteien der deutschen Regierung bte Nut el bewilligten, um den Krieg weiter zu führen. Nur die U. S, P. hat das

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abgelehnt, hat gegen diese neue

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gestimmt. Deshalb gehört die Stimme jedes Arbeiters der U. S. P. Hinein in die Organisation der U. S. P. Am 19. Januar trete ein jeder Arbeiter an die Wahlurne, um seine Stimme der U. S. P. zu geben, damit die Wahl eine Massendemonstration für die U. wen e, i völkerbefreiende, internationale I Jede Stimme, die für die U. S. P. abgegeben wird, ist ein

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und gegen die Kriegspolitik aller anderen Parteien.' Jede Stimme, die für die U. S. P. abgegeben wird, dient dem Aufbau der Inter, nationalen, dient zu der

Errichtung dev fe$ialtftif^en Weltorganisation.

Jede Stimme, die für die U. S> P. abgegeben wird, spricht gegen einen Gewaltfrieden, für einen Frieden der Verständigung, für d'§ Selbst. Bestimmungsrecht der Völker. Deshalb, Arbeiter und Arbeiterin, jede Stimme der

ltna&&ängigen ^oiial^emoSratif^en Partei.