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da» Ostheer jetzt Zusammenhalten, pflichtbewußter als je handeln! Leb­hafter Beifall beschloß die «inständige ernst warnende Rede. An der kurzen Diskussion beteiligten sich einige Kameraden im Sinn« des Refe­renten. Kamerad Wetter» hob außerdem hervor, daß die Frei­willigen sich nur geniest»« hätten, um der heimkehrenden Armee die Bahnen und Verpflegnuqvmapazine zu schätzen. nicht um gegen die Svwjettruppen zu kâmvfen- Unter stürmischer Zustimmung rief er aus:Lieber werden die Freiwilligen mit den Bolschewisten, wie all Knechte de» Entente-Imperial,Smu» gegen diese kämpfen!" Kamerad Siewert erklärte, daß er im Henen denselben Gedanken hege, wenn man dem ausgesprochenen Gedanken s» zujubele, dann müsse man sich auch klar macken, war seine Folgen sein könnten. Wenn alle Kameraden, die diese» Wärt mit Händeklatschen be­grüßten, die Konsequenzen überschauen und den Mnt haben, sie auf sich zu nehmen und bis zum Bittersten Ende zu tragen, dann sei el recht und aut; sonst aber nur voreilig und schädlich! Jeder solle erst reiflich für sich selbst bedenken, wie zu handeln sei. Wenn dann im revolutionären Titanentrotz jeder deutsch« Mann sich weigere, Henker einer Revolution zu werden, dann, nur dann, könne dieser Opfermut der Heimat zum Segen gereichen, weil dieser Geist in aller Welt die soziale Revolution entfache. Damit schloß die ernste und doch so begeisterte Versammlung.

*

Wie wird Ihnen, Herr Mert?

Und war glauben Sie, daß di« 10. Armee tun wird, wenn sie ,n» ibre» Erzberger» offiziellen Veröffentlichungen und aus ihres Winnig geheimen Verhandlungen, die wir ans Tageslicht zogen, er­fahren wird, daß sie von ihrer Regierung freiwillig, dienstbereit der Entente all gegenrevolutionäres Kanonenfutter an geboten worden ist?

Wie dann, wenn die Armee erfährt, durch die amtlichen Do­kumente der Regierung Ebert, daß es die Antwort auf ihre ^raae : »Wer gefährdet unsern Abtransport?", die eine niederschmetternde ist!

big Regierung Ebert-Scheidemann?

Gegenrevolutionäre Umtriebe in Blankenburg.

In Blankenburg, dem Wohnsitz vieler pensionierter Ossiziere, ist e» am vorigen Samstag zu einem gegenrevolutionären Putsch ge» kommen. Nicht nur in Blankenburg, auch in den Nachbarstädten Halberstadt und Quedlinburg ! atte man schon seit einiger Zeit gegen die bestehende Ordnung gearbeitet. Zuerst ging der Widerstand von der Kreiedirektion aus. Die Umtriebe erwiesen sich als io schwer, daß selbst die Rechtssozialisten die Absetzung des Krei»direktor» und deS ihm beigeordneten Assessors forderten. Besonder» stark erwies sich die Gegnerschaft auch unter den aktiven Offizieren, denen eS ge- lunge» war, unter den aktiven Unteroffizieren Anhänger zu werben. Auch in den Garnisonen zu Halberstadt und Quedlinburg hatte man die Unterofsinere bürd; falsche Behauptungen einem gegenrevoluti,o- nären Streich zugängig gemacht und hoffte, mit deren Unterstützung ir Blankenburg die Macht zu erringen. Die Verräter hatten sich in den Besitz von Gewehren und Maschinengewehren zu setzen verstanden und beabsichtigten, den A.» und S.-Rat abzusetzen. Die Behörde hatte Kenntnis von diesem Plane und konnte rechtzeitig ihre Maß­nahmen treffen.

So wurde der Samstag zu einem großen Rein fall der Reaktionäre. Die Arbeiter stellten sich geschloffen hinter die Regierung. Sie zogen morgen! von den Harzer Werken nach den Kasernen und wurden dort bewaffnet. Die Führer der Gegenrevolutionäre, Oberleutnant Boye, Ofsiz-Stv Kälber, Feldw.Lotsch und ein Zahlmst,wurde verhaftet. Die erwarteteHilfc ans den Nochbarorganuationen blieb dank energi- icherMaßnahmen «US. In Blankenburg versuchten Offiziere keinen Wider­stand in leisten. Leider gelang es einem Zahlmeister mit der Kasse nach Dessau zu entweichen, auch war el vor einigen Tagen gelungen, die Bataillonskasse deS einen Truppenteils in Höbe von 42 000 'Mk. de« Generalkommando in Magdeburg zu überweisen.

s^-©« Wauuschaslen habur M reu Plänen der Offiziere und Unteroffiziere keine Kenntnis gehabt. Die Seele der Bewegung war der Oberleutnant Bove, der sich wohl gern ähnlicheLorbeeren" er- ringen wollte, wie der General LequiS. Gerade in den Harzorten ist t» noch vielfach gelungen, die Leute mit der Sozialdemokratie graulich zu machen und die Ziele derselben zu entstellen. Sie werden «im wissen, wo ihr Heil liegt und die richtige Antwort bei den Wahlen geben.

Aus ^anmt Stadt und Stand.

Hana«, 9. Januar.

Angestellte und Nationalversammlung.

Von Arthur Mayer.

Ob ix enger Bücherei

Dunst und Moder ihn umstäub«; Ob er Sklav' der Masse sei, Lieder oder Dramen schreibe;

Ob er um vernichten Lohn

Fremden Ungeschmack vertier«;

Ob er in gelehrter Fron Grichisch und Latein dozier«;

Er auch ist ein Proletar!

Ihm auch beißt es:Darbe! Borge!"

Ihm auch bleicht das dunkle Haar,

Ihn auch hetzt ins Grab die Sorge!

Mit dem Zwange, mit der Not

Wie die andern muß er ringen,

Und der Kinder Schrei nach Brot

Lähmt auch ihm die freien Schwingen!

Als Fe»dmând Freiligrath im Vormärz der bürge«lich'n Revolution von 1848 diese Worte schrieb^ hatte er selbst den Frsudiestde» Stehkragenproletariers" kennen gelernt. In Holland hatt« er, der m t Gefühl und Verstand die sozialen Gegensätze in scharfem Umriß erkannte, das Prole­tarierdasei« des Handlung-gehilfen miterlebt. Zu einer Zeit also schon, die noch ein Harmonieverhä!nis zwischen Unternehmer und Ang stellen erkennen ließ, das von patri­archalischem Geiste erfüllt war. Und doch schon damals ein drückendes Abhängigkeitsgefühl, schon da das Erkennen:Er auch ist «st, Pro Setar!"

Die Entwicklung der lapiiglistischen Gesellschaft mit ihrer Anhäufung der Produktionsmittel in den Händen weniger Aestdendcr hat, wie daS bei Jndustnearbeiier« auch das wirtschaftlich« Niveau des Hand'nngsqehiisen immer mehr ^rabgedrückt. Aber während der Industriearbeiter ycrhältnS- m5& schnell und sich r jeine ökonomilche Lage erfaßt und «kennt, ist der Hairdlungsgehitte unklar, unsicher, tamuelt ^n und her und gerät dabei immer wieder in Versuchung, ^n Schein mir btm Sein zu verwechseln und sich die D^n ^w erhoffte Lage statt her Wirklichkeit vorzusiesten. Daher iâfit die HandluiigSgkhilfeusch ist eS sich gern gefallen, daß die bürgerliche Geiellschaft sie all Angehörige einer .gehobenen Schicht" detrachitl unb glaub, ein Mittelding zu se n zwi- Ich«» Industriearbttterschaft und Uuieriiehmertiim, ein Mittel- das st« und «iitere gern, aber ga«z falsch, alsMittel- »and" bezeichneu.

516er der Handlungsgehilfe, dessen Blick nicht durch Bor- "li«ile getrübt ist, werd b» b klar erkevuri', daß feine öko- ü^wischr Sage btt bei Znvustnealbtit«»« verzweifelt ähnlich 'k i«, daß er, solang« er sich nicht der Machtmittel det Zn-

duflriearbeiters bedirnt, in seiner Lebenrhasiung «ntei der des ' Handarbeiter« bleiben muß. Für ihn trifft genau wie für dm Industriearbeiter zu, daß er Mrhrwerte schaff', in deren Genuß dar Unternehmertum tritt, « 6t er. Z« Betrird ist und bleibt er die seelenlose Kreatur, die man braucht, so­lange die Arbeitskraft vorhanden ist und die man wegwirft, sobald die Produktivität nachläßt.

Die bürgerliche Gesellschaft hat natürlich sein Interesse daran, den Handlungsgehilfen über seine äkonamische und soziale Lage aufzuklären, im Gegenteil: getreu dem Grund­sätzeTeile und herrsche" will sie durch künstliche Ver­schleierung der tatsächlichen Verhältnisse den Angestellten von den Arbeitern trennen. Mehr nach wie i n gewöhnlichen Zeitläuften trifft das für Wahlzeiten zu. Wer hat jetzt nicht alle sein Herz für die Angestellten entdeckt? War früher gegen­über den Kouservativen, Nationallibtralrn, Fortschrittlern, ^entrumslcuten u. bergt schon ein volles Maß von Mitz- trr -n am Platz«, so ist dies jetzt, wo diese Parteien unter g Namen auf der Bildfläche erscheinen, nicht weniger

i. Die alten Firmen mußten abgelegt werden, um neuen Kredit zu erwerben, nicht aber ist bie Stellung zu ben so- zchlen Fragen geändert. Dafür, daß dies geschehen, wäre erst der Beweis zu erb« fügen. Hub was aus der Ver­gangenheit an Sünden dieser Parteien noch in Erinnerung steht, das allein soll-e ja für ben denkenden Angestellten ge­nügen, um ihn zu veranlassen, ein für alle Mal das Tisch­tuch zwischrn sich und den bürgerlichen Parteien zu zer- schneiden.

Wie dar Zentrum denkt, hat ja Bischof Henle von Regensbura seinerzeit dem bayerischen Berkehrsmintster gesagt:Das Christentum hat sich mit der sozialen Frage jahrhundertelang nicht Leschäftigt. Wenn 6. Exzel­lenz die Güte haben wollten, die Paulinischen Briefe nacsszulesen, so würden Sie aus denselben entnehmen, daß der Apostel Paulus beständig dahin gewirkt hat, sich in bie gegebenen BerhSltnlffe zu schicken. Wer Knecht ist, soll Knecht bleiben, wenn er nicht freiwillig von seinem Herrn der Knechtschaft enthoben wird".

Wer Knecht ist, soll Knecht bleiben! Da« ist nicht nur der Leitstern des Zentrums jeder Vertreter einer anderen bürgerlichen Partei könnt« sinngemäß, wenn auch mit anderen Worten, dasselbe gesagt haben. Auch die bürgerliche Demokratie ist und kann nichts sein, als Geschäftsführerin der hürgerlichen-kapitalistischen Gesell, schaff. Für den klassenbewußten Angestellten kann die Orientierung im neuen Deutschland nicht schwer sein Es gilt fortzusetzen, was die Revolution sa Verheißung«, voll begonnen hat: Ueberbordwerfen überlebter An­schauungen, tatkräftige Mitarbeit in den Reihen des revolutionären Proletariats.

Die Stimmen der Angestellten gehören der Unabhängigen Sozialdemokratische» Partei, die den wirklichen Sozialis­mus verfischt.

Wenn die Nationalversammlung auch ein wichtiges Mittel im Kample zur Sicherung der Erruugenschân der Hevo- liition sein soll und kann, so ist es für uns dock nur ein Mittel und nicht das Msi'el. Es gilt die Köpfe aller Proletarier ob Hand- oder Kopfarbeiter zu revo­lutionieren und die Proletarier zu selbstbewußten Klassen- kâmpfexn zu macken. Deshalb ergeht an Euch Angestellte jeder Art der Ruf: Steht N'chl ruhig bei Seite, wenn andere für Euch kämpfen, werdet selbst Mitglieder und Mit­kämpfer der U. S. P.

Achtung,- sozialistische Jugend!

Donnerstag abend 7 Uhr

Ingendverfammluna im GewerkschaftsbauS, Zimmer 2. ZablrcickeS Erscheinen aller Iugc«dlichen erwünscht. Orgmiifehon.

Handwerker aller Berufsgrupp m.

Am Freitag mittag 1 Uhr findet eine Besvreckuna im Gewerk- schastshawS -Obere Säle) zwecks Verkauf von HandwerkSgegeiiständen und Werkzmgen aus den Befänden der Heeresverwalttmg durch die Reichsverwertungsgesellschaft statt. Interessenten sind zu dieser Be­sprechung einaelâden.

Der Arbeiter- und Soldatenrat.

J. A.: Friedr. Schnellbacher. Zander.

Freitag ben 10. Sammt, abend« 6 Uhr, im Saale der Brauerei Kaiser", Große Dechaneiftraße öffentliche Versammluna der Handlunqs- gehilfen und kaufmännischen Angestellten.

Tagesordnung: 1. Die Arbeit»- und Lobnbedingungcu der Handlung? idnlüm und Handlungsgehilfiuneu und fautmänuiwn Angestellten. Referent: Kollege Arthur M e v e r, sirauknirt a. M. 2. Die Gewerkschaften und Natioualversamiiilungrivahl. Referent: Herr Friedr. Schnellbacher, Hanau a. M.

LiandlungSgebilsen und kaufmännische Ange* stellten erscheint vollzählig in der Versam»ilu»g, es gilt eure Lohn- und Arbeitsbedingungen zu verbessern.

Unabhängige Sozialdem. Partei, Hanau.

Am Freitag abend 8 Uhr, findet im Gewcrkschaftshanse, Mühlstraße (großer Saal) eine

Mitgliederserssmmlnng

statt. Tagesordnung: 1. Vorbereitung zum Wahltag, 2. Die Kampfes- wt'se unserer Gegner, 3. Flngblattvrrteilung.

Genossen und Genossinnen ! Wir rrsuck.n, in dieser Versammlung vollzählig zu erscheinen. Die Pfiuht eine? jeden ist er, jetzt mit» - l)«lfen, damit der Wahltag ein Zahltag werde. Der Porftand.

He^r Schnabrich dementiert!

In herDolksstimme" lesen wir eine Notiz, die mit Sch. gezeichnet ist. in der es heißt:

»Spartakusphantasicn. In der Sitzung des Arbeiterraies am Montag wurde von Spartakusleutcn behauptet, die alte Partei wolle zusammen mit den Bürgerlichen am Mittwoch eine Demonstration machen, um Schnellbächer und Dr. Mag­ner von ihren Aemtern zu bringen. 91 n dieser Sache ist kein wahres Wort, Menn die alte Partei eine Aktion oder De­monstration durchführen will, so bedarf sie dazu keiner bürger­lichen Hilfe: sie wird dazu offen (nicht anonym, wie »s Spar­takus macht), einladend

Eine ähnliche Erklärung ging uns heute morgen von Schna?» rich und Rasch zu, in der zunächst behauptet wird, daß Regie­rungsrat Schmid wegen der Demonstration gegen den Arbeiter- uad Soldatenrat nicht bei ihm vargesprochen habe. Hingegen hatten Landwirte bei ihnen vargesprochen, die jedoch an Den proms. Landrat Dr. Magner verwiesen worden seien.

Letzteres entzieht sich unserer Kenntnis. Aber was die De­monstration andelanat bleiben wir bei unserer Behauptung denn Herr Schnabrick hat das selbst unter Zeugen erzählt. Es wäre nur die eine Möglichkeit, daß Michel ein wenig ge- fluukert hat und garnicht bie Tragweite seiner Flunkerei überschaute. Nach Rücksprache mit unserem Gewährsmann, der fest bet seinen Behauptungen bleibt, haben wir also nichts zurückzunehmen.

Herr Michel Schnabrich mag überhaupt etwas vorsichtig in feinen Erzählungen fein, weil er persönlich sehr phantastisch veranlagt ist,' wie seine,,Briefe als Landsturmmann" beweisen. Z- D. sprengte er vor Wochen die Behauptung aus, unsere G». kosten Schnellbacher und Wagner agitierten nur unter Be­gleitung von Maschinengewehren. Aks der Vorsitzende des Sol- datenrots davon Kenntnis erhielt, machte er gelegentlich ben phantosieLestabten Michel darauf aufmerksam,, daß er im Besitz einer Schnellfeuerpistole sei, die, wie et selbst behauptet hat, ihn auf feinen Auflläruvgsumzögeu begleite Daraufhin hat vsr wenigen Tagen Michel Schnabrich das große Kaliber abgeliefert, das jetzt wohlverwahrt im Geschäftszimmer des Soldätenrats stimmt das etwa auch nicht? Einer Erklärung in der Volksstimme sehen wir erwartungsvoll entgegen.

Die Lebensmittel für kranke Soldaten!

Ein Feldpostbrief, den ein Stabsarzt Dr. Grünbaum an einen Herrn Naftali Loeb ht Frankfurt schrieb und ben der Wind der Redaktion derVolèsstrmme" zuwehte, lautet:

Vayr. Kriegslaz. 132, D. Feldpost 267, 2. 18. Meine Lieben!

.- Ich schick« Euch eine Kiste mit Bohnen. Erbsen und Linsen und Speck, der eigentlich für die Kranken bestimmt war, H!) da Fett ja ein recht notwendiges Nahrungsmittel ist. Der Sveck kostet das Kilo 10.50 ML. bie Linsen und Erbsen kosten das Kilo 4.35 Mt. Die Verpackung ist dabei mitge« rechnet, Da ich nicht meh, weiß, wieviel ich Euch schickte, ss wiegt die Menge ab und schickt das Geld der lieben Meta

Dieser Brief spricht für sich selbst. Der Herr Stabsarzt Dr. Grünbaum scheint für seine Verwandtschaft besser gesorgt zu haben, wie für die ihm anvertrauten Kranken. Denn wenn er schon selbst zugibt, daß der Speckeigentlich für bie Kranken bestimmt war , so läßt das interessante Schlüsse zu. Aber dieser Dr. Grünbaum ist nicht der einzige, der sich an Lebensmitteln bereichert hat, die eigentlich anderen zustanden; so haben es noch manche andere Aerzte, Laza« rettinspektoren usw. gemacht. Und erst die Herren Feldwebel, Offiziere und Zahlmeister an bei Front und in der Etappe! Während die armen Soldaten Hunger leiden und Rübea undHeldenfett" essen mußten, führten die Herren Dar­gesetzten einLebeninSausundBrausundschjckten obendrein die Lebensmittel noch kistenweise nach Hause. Und dann wunderte man sich, wenn bie Stim, mungcher Soldaten mehr und mehr verloren ging. Die Sol­daten sahen eben immer deutlicher, wie viele Vorgesetzte sie und den Staat begaunerten. Und mit diesen Kriegsparafiten geht jetzt die Regierung Scheidemann durch dick und dünn und bildet mit ihnen einen Ring, die proletarische Revolution niederzu- schkagen. Wir fordern: Hinweg mit ben Parasiten, fort mit bet Öffizrersraste!

* Sie Berechnung des FLrsorgebetroo.es bei verkürzter Ar­beitszeit findet nach den heutigen viesbezuglich^u amtlichen Vor- vielgenannten 70 Prozent sind nickt mehr von dem Lohn bei voller Arbeitszeit zu berecknen, sondern von dem Verdienst bei gekürzter Arbeitszeit. Auch wird nicht mehr der doppelte Für, sorgebetrag, sondern bet einfache zum Vergleich herangezogen. Der Arbeiter erhält ben Fehlbetrag zwischen 70 Prozent seines Lohnes bei gekürzter Arbeitszeit uns den einsacken Fürsorge­betrag. Bestehen bleibt die Bestimmung, daß Verdienst und Fürsorgebetrag zusammen den Verdienst bet voller Arbeitszeit nicht überschreiten dürfen. Beispiele: Lohn bei voller Arbeits­zeit 80 Mk.. bei gekürzter Arbeitszeit 60 Mk., der Arbeiter ist a) ledig, aber über.21 Jahre, b) verheiratet ohn- Kind, c) verheiratet mit' einem Kind, d) verheiratet mit 2 Kin­dern. und e) verheiratet mit 4 Kindern. 1. Beispiel: 70 Pro­zent von 60 Mk s= 42 Mk., Fürsorge betrag 28.80 Mk. der Arbeiter erhält keinen Zuschuß. 2. Beispiel: 70 Prcq. von 60 Mk. 42 Mk., einfacher Fürsorgebetrag 37.50 Mk. der Zuschuß fällt weg 3 Beispiel: 70 Proz. von 60 Mk. = 42 Mk., einfacher Fürsoraèbetrag 46.80 Mk.. Zuschuß: Fehlbetrag zwischen 42 und 46.80 Mk. = 4.80 Mk. 4. Veisr'el: 70 Proz. von 60 Mk. - 42 Mk , Fürlorgebetrag 65.80 Mk., Erwerbslolenfürsorge = 18.80 Mb, 5. Beispiel: 70 Proz von 60 Mb 42 Mk. ein­facher Fürsorpebetraa 67 20 Mk., der Arbeiter bekommt Mk 15.20 Erwerbslosenfürsorge.

* PoftdicnftlicktS. Vom 9. 6t? eimdjL 12. Januar können im unbesetzten Deutschland zewölmkichc Pakete, eingenommen sperrige, nach britischer Besatznng»zone (O. P. D. Bez. Köln, Brückenkopfg-biet Köln silbischer Teil bei Bezirk» Aachen mit Düren Montjoi« Schleiden Malmedy St. Vith) angenommen werden.

* etabttNeater. Seutt abend bleibt dos Tbeater geschlossen, breitet gelangtFuhrmann Henschel" um ^t Hit zur Wiederholung Samstag bleibt da» Theater ebWtifH geschlossen.

* Zur Beachtung! Wir möchten auch an dieser Stelle auf die Bekanntniachnng bei Magistrats in der vorliegenden Nummer, in welcher vor jedem unnützen Wasserverbrauch« gewarnt wird, aufmerk­sam machen. Wenn ein hoher Wasserverbrauch auch während bei Trupvendurchmanches und der starken Euiguart'erungen, von welchen Hanan ganz besonders betroffen wurde, erklärlich war, so müßte der­selbe doch jetzt wieder auf ein normales Maß zurückgehen. Er wurden aber auch in den letzten Tagen noch durchschnfttllch auf den Kopf der Bevölkerung 250 Liter Wasser im Tage verbraucht, eine Menge, dir selbst in Großstädten während der heißesten Sommertage nicht er­reicht wird. Besonder» auffallelid ist der starke Verbrauch auch während der Slachtzeit, der in einer Stunde noch über 200 Kubik­meter beträgt und unmöglich durch eine normale Verwendung bei Wassers verursacht werden kann, besonder» jetzt nicht, da durch bie Lichliverre das ganze WirbschaftSleben in dieser Zeit vollständig ruht. Es geht daher allein hieraus schon hervor, daß her hohe Gcsanitver- brond) durch unnützes Weglauftn des Wassers au» offenen und un« dichten Zapfstellen und Klosettspülkästen verursacht wird. Beherzige daher jedermann die Warnung des Magistrats und sorge im eigenen, sowie im Interesse der Allgemeinheit für baldige Abstellung der Mängel an den Hau»wasscrleituugen, damit nicht auch noch für die Abgabe bei Leituugèwasscrs Sperrstunden festgelegt werden müssen.

* Höchstpreis« für Echlachtschnf«. Die Bczirkssieischstell« für ben Regierungsbezirk Paffei in Cassel hat folgende Höchstpreise für Schlacktschgse festgesetzt: Für 50 l^x Lebendsewicht: Klaffe!: voll, flc schige Lämmer und Jährlinge (Hämmel und uxgelimmte Schaf«) 100 Mk.; Klasse II: vollfieischigc und fette Mutterschafe 90 Mk.; Klasse HI : ningtre und gering genährte Schifte anch Zuchtböcke 70 Mk.; Klasse IV: mindcrwrrlme unb abgemagerte Sckgfe 50 Mk.

* Knochenbrizhr. Mor^n früh 8 Uhr Knochenbrühe auf bet Freibank.

* Unfälle. Am Dienstag vormittag wurde her Anfteher Spahn von hier in der Nähe der Pulverfabrik von einem Lastauto überfahren und so frinurr verletzt, daß er dem Krankenhaus zugesübrt werden mußte. Der ISjäbripe August Helfrich von Bruchköbel fand am Aukgang der Dorfes eine jedenfalls von durchziehenden Truppen weggeworsene Svrcngkavsel. Während der Junge noch mit der Kapsel hantierte, explodierte diese, wodurch ihm mehrere Finger der rechte» Hand weggcrjsscu und lonstige Verlchungen an anbereu Körperteil« *igcf#gt wurden. )