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, Ebert-Scheidemann mobilifieren.

DDP. Berlin, 8. Januar. Die Reichsregierung, die preußischen Volksbeanftragten und Mitglieder der Zentralrats haben sich gestern nachmittag ix einer Sitzung im Reichskanflergebände eingehend mit den erfragen, insbesondere mit der Sage in der Provinz Posen, beschäftigt. Als Ergebnis der Beratungen wird heute eine Kund- «ebung erlassen werden, deren Zweck und Ziel fein dürfte, die In­teressen des Reiches zu wahren, ein energische» Vorgebtn zu ihrem Schutz vorzubereften und die dazu nötigen Kräfte zu mobilisieren. Bei dem Aufgebot militärischer Machtmittel, das allein noch zum Echntze führen kann, wird es sich um die Bildung einer Freiwilligenhecre» handeln, sodaß eine sofortige Wendung der Dinge nicht wahrschein­lich ist.

Dar bedeutet die Kriegscrklärrncg gegen Rußland und Polen. Wir fragen:

Ist nicht genug Blut schon geflossen?

klnd in welchem Auftrage handelt die neue bürgerliche Regierung Ui Berlin ?

SJal bedeutet nach diesem Vorgehen der »Grenzschutz' im Westen?

Die Bildung eines Freiwilligenheere« soll doch richtig heißen: Rationale Verteidigung. Wieviel Freiwillige werden sich finden, sich erneut als Kanonenfutter des Bürgertums gebrauchen zu lassen.

Der frühere Volksbeauftragte Barth hat in einer Versammlung gesagt, während seiner Zugehörigkeit zur Regierung b abe er eine Kriegserklärung an bie russische Räte-Re publik verhindert. Dies wurde amtlich demen­tiert. Unb jetzt haben wir schon die Mobilmachung. Volk! Augen am! ES geht etwas vor im Lande, für daS die neue Legierung rest­los verantwortlich gemacht werden mnß.

Die »Frankfurter Zeitung" schreibt in dem zweiten Morgenblatt ver .heutigen Nnmnier über den bezeichnenden Gegensatz, der zwischen Mehrheit-sozialisten und den links von diesen siebenden Gruppen zu verzeichnen ist. Wörtlich beißt eS:Man kann wohl sagen, daß zwiL»« der gegenwärtigen Reichsleitung und allen bürgerlichen Parteien auf der einen Seite und den Unabbängi- oen und Spartakurleuten auf der anderen Seite. tmbtrf Ähnliche Gegensätze bestehen. Wie heute derVorwärts" verlangt, hat Deutsch­land der Eroberungssucht der Polen mit Waffengewalt entgegen^«» treten; es verlangen daS Zentrum, liberale und konservative Blätter. Er ist in dieser trüben Zeit ein erfreulicher Beweis bc$ noch nicht erworbenen Nationalgefühl? und des Bewußtseins noch nicht erloschener Kraft, daß ohne Unterschied der Partei der Kampf gegen Raub an deutschem Volk und Boden verlangt wird.

Diefreifreit", daS Organ der Unabhängigen Partei, erhebt gleich uns Protest gegen biete«* neue Kriegstreiben und findet eS höchst verdächtig, daß rein deutsche Truppenteile gebildet und nach dem Osten in Marsch ersetzt werden tollen. Sie schreibt: »Neuer Krieg, neuer Krieg unter hoffnungslosen Bcd'ngnngen." Wir können auS eigenem Wissen hinzufüge», baf; von einzelnen Abteilungen des Grenzschutzes, der in unserem Umkreis liegt, gewaltige Mengen vonMnnition für Kanonen und Maschinen- g e w e h r e beim Soldatenrat in Hanau angefordert wurden, und auf Befragen stellte sich heraus, daß diele Munition für Berlin gebraucht werden soll.

Also die Parole »gegen Vater und Mutter zu schießen' lebt noch, »bivohl »Wilhelm der Zechpreller"', wie er gellern abend in der öffent­lichen Versammlung von einem Diskussionsredner drastisch bezeichnet wurde, abgehalftert ist, und eine demokratische Negierung Ebert- Scheidemann das Heft in der Hand hält. Wir erheben unsere warnende stimme und fordern innere Freunde und Anhänger auf, s i ch nicht nochrinmal einseifen znlassen von denjenigen, die wieder mit der Verteidigung »deutscher' LandeSteile Stimmung für neues entsetzliches Morden machen wollen. Bâter nnb Mütter!

Eure Söhne, daß sie nicht in Anfechtung und sich der »Freiwilligen Armee" a n-

»ernt faslen

macht ganze Arbeit.

Die

braunschweizische Landesregierung hat gegen die Bildung von Freiwilligenkoros, besonders solchen zum Grenzschutz im Osten, nachdrücklich protestiert. Der Braunschweiger A.» und S.-Rat erblickt nämlich in den Freiwilligen- Korp» nichts andere» als Werkzeuge b er Gegenrevo­lution, bie lediglich den Bürgerkrieg heraufzubeschwören ae« eignet feien. Demzufolge beschloß der 21.« und S.-Rat, unverzüglich' da» ganze Land über den Zweck und die Ziele der Freiwilligen-Korv» aufzuflären, vor dem Eintritt zu wan:en Und jeden, der irgend­wie für Freiwilligeukorp» werbe oder sich zu solchen an io erben lasse, ohne Zögern verhakten und wegen Hochverrats bestrafen zu lassen. Ferner beschloß der A.- und k.-Rat, sofort an sämtliche A.» und S.-Räte in Deutschland heranzutreten unb sie in denselben radikalen Schritten »u veranlassen. Außerdem wird gleickzeitig im Freistaat Braun« schweig sämtlichen Zeitungen die Veröffentlichung von Bekannt­machungen und redaktionellen Darstellungen, die vom Kriegs­minister, von einem Generalkommando oder einer sonstigen auswärtigen Militärbehörde her» rühren, verboten und alle bereits erlassenen Bekanntmachungen usw. als für Braunschweig nichtig erklärt.

Eine« besonderen ?lnlaß zu diesem Beschlusse boten dem A. nub 6--Rat heute in ben Braunschweiger Zeitungen erschienenen Aufrufe für ein »Freiwilliges Schützenregiment Moldenhauer Truppenübungs­platz Zossen', in dem es heißt:

»Alle diejenigen, ivelche sehen, wie unser geliebte? Deutschland mehr und mebr unter den trostlosen Zuständen in Berlin leidet, und bie gewillt sind, für Rube und Ordnung zu sorgen, die Stahlen unb die Nationalversammlung zu sichern, werden zur Anmeldung auf» gefordert.'

Der A.» und S.-Rat faßte dann noch den Beichlutz, den in Braun» schweig persönlich bekannten Führer dieser Schützenregiments, Major und Regimentskommandeur Moldenhauer, sowie sämtliche hiesige« Offiziere verhaften und best rasen zu lassen.

BrattnfKwci-, 2. Jan. Die gestrige Sitzung des Arbeiter- and Soldatenrats endigte abends mit einer schweren Regierungskrise. Zur Beratung stand ein Antrag über die Einberniung des Landtags und eine Denkschrift über ein Negierungsprogramm, das der Volk?- kommissar für Inneres und Finanzen auSgearbeitet und zur Beschluß­fassung vorgelegt hatte. Die Aussprache gestaltete sich sehr Iciden- schaftlich. Der Konflikt erreichte seinen Höhepunkt, alS ein Antrag des Präsidenten der Rebuplik Braunschweig mit 24 gegen 20 Stimmen zur Annahme gelangte. Nack weiterer Beratung wurde dann die G«ze Denkschrift als unzweckmäßig abgelehnt und da'nr eine neue gemeinsame Denkschrift der Präsidenten und sämtlicher Volkskommissare gefordert. In dieser Abstimmung erblickten die fünf Volkskommissare ein Mißtrauensvotum und erklärten daher sofort ihren Austritt. Ter Arbeiter- und Soldatenrat will die Temiisiou jedoch nicht annehmen.

Stimmung in Frankreich über die energie­lose bürgerliche Regierung in Berlin.

Der »Tempr» schreibt heute zur Lage in Dentschlaud: Die Er- Zgnisse geben Elemenecau recht. Um eine ganz neue Welt zu bauen, braucht man neue Etcine. Man brancht vor allem ein ganz neu el Deutschland. Seit sieben Wochen pendelt die Berliner Negierung zwischen Reaktion und Sozialismus hin und her. Augenblick, lich scheint die Reaktion die Oberhand zu haben. Alle die Truppen, die nach Berlin kommen, scheinen bei dem Kontakt mit bett leidenden Massen die Disziplin zu verlieren. Ta» Blatt reiitt, daß alles darauf hindeutet, daß man nicht zu einer e ftRi11» e 11 Regelung der Weltv er ltn isse auf j»«r Friedenskonferenz kommen wird, sondern nur zur Regelung für ein Uebergangsstadium, da» sich auf ein Weiterbestehen Afi Bundes der Ententemächte ftiken werde u»d müü«. __

Heeresgut ist Reichsgut.

Gib heraus, was nicht Dir gehört. §

Rechsrefwartungsamt, Berlin W 8, FrleWchstr. 66.

Atts^anauStadt unbanb,

Hanait, 4. Januar.

Achtung, Sitzungen des Arbeiterrates!

Montag ben 6. Januar, mittags 3 Uhr, im DemobilmachuugS- aurschuß, Franz. Allee.

Montag, den 6. Ja 'nar abends 8 Uhr im Tewerkichafts» Haus. Pünktliches und vollzähliges Erscheinen ist dringend erforderlich.

Neuer Arrfmarsch proletarischer Massen!

Der «»abhängige sozckldemokratische ^ßa§ verein Hanau hatte für gestern abend eine Wähierveisammlung ins Ge- werkschafft?Haus einberufen. Und wenn wir in 'den letzten Wochen ein Masienbesuch unserer Versammlungen gewöhnt sind, so übertraf diese Versamin ung alle Eru'artungen. Um '/»8 Uhr mußten schon »feie, viele Besucher wieder umkèhren, w il ter große Saal vollkommen ü erfüllt war. Der Wirt- schaflsbetrieb war unterbunden, weil alle Tischreihen dicht besetzt waren, iodaß keine Maus krappeln konnte und auch auf der Galerie war k in P atz mehr. Die Veriammlungs- leitung entschloß sich, in den oberen Sälen des Gewerkschaf s- Haufes eine Parallelversammlung abzuhalien unb kaum war das bekannt gegeben, so war auch hier bald kein Platz mehr frei. Das war ein prächtiger Aufmarsch und zeigt, wo die Ärbe'ter und Arbeiterinnen sieben, welcher Partei sie Ver­trauen entgegen bringst trotz Verleumdung, trotz schamloser Hetze der RegierungS'ozialdemokraten. Aber wir sind noch nicht zufrieden, die Tat muß beweisen, daß die VersammlttNgs- te lnehiiier auch wissen, was sie wollen. Und diese Tat be­steht darin, die Reihen bet Unabhängigen Partei durch Zu­führung neuer Mitglieder zu stärken und für Sammlung für den Kampffonds zu werben, wo die Möglichkeit dazu vor- li-gt. Der Wahlkampf zur Nationalversammlung ist uns nicht Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck! Am Schluß der Versammlung konnte unter laut m Bravo der Vorsitzende, Genosse Lamm, mitteilen, daß neben den vielen Neuauf­nahmen in den oberen Sälen allein 20 Uebertritte von der alten Partei zu den Unabhängigen verzeichnet werden konnten. Kampfgeist bche.rschte die Versammlungen und so soll es bleiben immerdar. Vorwärts, drauf und dran 1

Genosse Schnellbacher führte aus, daß wir allen Anlaß haben, im Wahlkampf mit reinem Schild zu fechten. Und wer die politische Ueberzensung gewechselt ,hat wie man ein alte» Henid wechseltet. verwirkt,

(Sehr richtig!) Sowohl die Bürgerlichen wie die Regicrungssozial- bemofraten sind im Fahrwasser der Altdeutschen gesegelt. So wie plötzlich Herr Dr. Heraeus Demokrat wurde (Allg. Lachen), so sind über Nacht viele Anchlozialdemokraten Revolutionäre geworden. Be­klagenswert sind all die Opfer, die durch den Krieg der herrschenden Klassen zu verzeichnen find. Wir haben allein 4 Millionen Tote und Verwundete und das sind die besten Volkskräfte, die für den Pro­duktionsprozeß nicht mehr in Frage kommen. (Allg. Unruhe.) Die Zahlen beweisen aber auch, welch ungeheure» Elend in den Arbeiter- heimen eintehrte. Dieses Unheil hat feine« Ursprung in Potsdam, die Reichen freimüen die Millionen au» dem Schwede der Arbeiter­schaft und obenbrrin wurde die Nrbe'terschaft al» Blutopfer an die Schlachtbank geschleppt. Ungeheuerlich ist die Schuld-nlast, die das auSgeprehte Volk abgutragen hat. Kind und .Kindeskinder haben noch daran zahlen, ein Jahrhundert sind wir in der Kultur zurückgc- schleudert worden. Wenn daher setzt einzelne Parteien auftreten und' sich auf den Boden der Republik stellen, ohne Monarchen, so bedeutet da» kecke Neuderung der kapitalist' 'chen Systems. Und darum ist unsere Aufgabe, die sozialistische Republik zu erkämpfen, den Kapi­talismus durch den Sozialismus abzulö'cn. Berg» mib. Hüttenwerke sind sofort reif für die Sozialisteruug. Besonders wirft sich jetzt das Zeutrilin in die Brust und forbert die heiligste« Güter der Geistlich­keit zu wahren. ''Heiterkeit.) Vorgeschobpr wird allerdings die Religion, die angeblich beseitigt werden soll. Wir sagen demgegenüber nur, wer einen Geistlichen braucht, der soll ih» auch bezahlen. (Lehr richtig!) Ein weiterer gesetzlicher Zwang zur Zablung der Kirchen- steuern paßt nicht in den Rahmen der neuen Zeit. Unser Glaube soll bleiben der internationale Sozialismus. (Beifall.) Mit der Sozialisierung der Landwirtschaft hat es seine gute Wege.

Air die Euteignung der kleinen L andwirte denkt kein vernünftiger Mensch. Jedoch wollen wir einen Ausgleich schaffen dort, wo ungeheure Besitzungen z. B. der Fürsten, Landesherren und Junker brach liegen blieben, um zu kultivieren, unb diese Landslrecken im Interesse der Allgemeinheit zu veewalten.

Unser Verhältnis zur alten Partei ist besannt. Die ö er tretet dieser Partei wußten um die Friedensbemühungen Englands im März 1915 und bewilligte trotz Ab> l e b n n u g d n r ch die Regierung die Kredite l »ft i g weiter. Die Vertreter der alten Parte: ließen sich in Begleitung von Offizieren in der Etapv- nnd im Großen Hauptquartier von der Stimmung unter beit Truppen unterweisen. Was brachten die Herren nach Han c ? Wunderbare Photographien ihrer eigenen glanzvollen Person iPfni!) Niis kann b-e Nationalversammlung nicht das All­heilmittel sein. Wir führen den Wa'.lkampf, daß die Geister sich scheiben, daß d'c Massen klar sehen, um was es geht. Wir beginnen jetzt die zweite Periode der Revolution in Deutschland und hoffen, daß unsere internationalen Brüder in Ost und West znr Weltrevo- lution reif sind. (Bravo!) Der Bölkerfrieden kann nur ein Produkt der Volksniassen in allen Kulturländern sein. (Lebh. Bravo.) So lange aber in Deutschland die Herren Offiziere und hohen Regierungs- beaniten im Amte bleiben dürfen durch die Machtvollkommenbeit der Herren Ebert und Scheidemaiin glaubt man im Auslande nickt an die w a h r e Revolution in Deutschland. Wenn wir in Hanau die schärfsten Maßnahmen gegen die Kapitalisten ergriffen haben im Interesse der hungernden Arbeiter und Krieger- frauen, so begreifen Mr die Hetze dieser Gruppe. Wir begreifen aber nickt, daß manche Arbeiter sich noch dadurch blüffen lassen. Und wen« Herr Hoch auch wegen nuferer Arbeiterpolitik gegen uns Stimmung macht, so betreibt er damit die Geschäfte dieser herrschen­den Klasse. Und wenn wir die Massen wieder einmal aufritfen auf

die Straße zu gehen, dann werden wir nicht noch warnen, sondern ..... ' w i n g e n, s o fo rt d i e Fc ie r t ag e zu

die Unternehmer zwingen, sofort die Feiertage zu bezahlen. (Händeklatschen unb Beifall.)

Wenn der Regierungsrat Schmid geglaubt hat, sich hinter das Kapital zu verkriechen, so hilft ihm da? sehr wenig. Auch wenn er sich an seinen persönlichen Freund in Berlin, Herrn Hirsch, wandte, um wieder in Amt zu kommen, so stört uns das in Hanau nicht.

2118 Polizeidirektor hat er aurgrspielt, solange wir Arbeiter die Macht in der Hand haben. Der Herr bat sich in die neutrale Zone 6c« geben, um von dort au» die Arbeiter zu regieren. Vielleicht stellt er sich noch einmal in dieser Stelle vor, wenn auch nicht freiwillig. (Mn. Heiterkeit.» Auch werden mir rücksichtslos voraeben gegen die

Beamten, die sich ben Anordnungen der Arbeiter- und Soldatenrat» widersetzen. (Srbb. Bravo!)

Wir wollen keinen Stimmenfang treiben unb darum fâmbfen wir mit offenem Visier. Unser Kandidat, Dr. Wazner, ist bekannt, daß er offen unb mutig nur die Vertretung der Interessen der Arberklassen vertritt. (Lebb. Sebr ricktig.) Und so glaube auch ich führt bet Redner fort fein Wort über meine Kandidatur zur preußische« Landerver'ammlung verlieren zu brauchen. Was in meinen Kräften steht, soll geschehen, um bei bisher Unterdrückten zu dienen. (Lebh. Bravo!)

Ein Brief des Herrn Dr. Heraeus anläßlich der letzten Demonstration, worin er nm Bestrafung derRädelsführer und einer Rotte Menschen" ersticht, findet unter allgemeiner Zustimmung der Versammlung bit gebührende Antwort, die der Briefschreider wohl erfahre« wird.

Weiter ersucht der Redner, die Wählerlisten nachzusehe«, um sich da» Wahlrecht zu sichern, und schließt mit ben Worten: »I« den Kampf, cksichtslo» gegen die herrschende« Klas­sen, auf zum Kamp f, auf zum Sieg! (Tosender Beifall.)

Genosse Dr. Wagner referiert in den oberen Sälen und schildert die Politik und da» Arbeiten der Militär toste nxb de» Kapitalismus vor dem Kriege, die ben Imperialismus züchtete. Die Gegensätze zwischen Arm und Reich führt er in überzeugenden Worten vor Augen.. Deutschland war in Folge seiner Politik die treibende Gewalt zum Kriege. Schuld an der langen Dauer de» Kriege? war der Verrat der Regierungssoziali sten. Hätten diese den schamlos«» Verrat nicht begangen, wäre der Krieg in 6 Wochen beendet gewesen, denn der Zorn der Volke? hätte die Kriegshetzer davongejagt. Wenn man bedenkt, wie im Krieg gewirtschaftet wurde, so kann man ver­stehen, daß die Revolution ausbrechen mußte. Dr. Wagner zeigt an Händen von Zahlen die kolossalen Verluste an Staatsreichtum und an Mensöhcnmaterial, die uns dieser Krieg brachte, ba können wir erst sehen, wie arm, bettelarm wir durch die Rrieglpolitrf geworden sind. Gerade die besten Arbeiter sind verloren. War in den von uns besetzten Gebieten zerstört wurde, was die U-Boote torpedierten, alles dieses müssen wir bezahlen. Auch die Regiemng»- soz:alisten haben den U-Bootkrieg nicht nur berhinbert, sonder» direkt befürworte:Wir, das Volk, haben jetzt für die Untaten der Vourgoisie und Regierungssozialisten, die das sozialistische Banner in dem Staub getreten haben, um den Mann auf den Wagen des Kapitalismus zu retten, zu büßen. Das deutsche Volk und die Volkswirtschaft sind durch diese Herren ruiniert wor­den. Und jetzt kommen sie und sagen, das Volk ist nicht reff, ohne Führung der Bourgeoisie neu auszubauen." Dieselbe Bour­geoisie, die ein Werk, das ein Jahrhundert zum Aufbau brauchte, tn 4N Jahren zerstörte durch ihre Politik und Kriegs Hetzerei. (Lebh. Bravo und fvhr richttgt) Mit diesen Leuten lehnen wir es dankend ab, zusammen zu arbeiten. Redner zeigte, was wir zu erwarten haben, wenn die National­versammlung bLrgerlvch-regieruugssozicflistrsch zusammengesetzt sein wurde, dabei zurückgreifend auf eine Berechnung des Na- tionaltiberalen Schiffer, für zu zahlende Steuern, eine Berech­nung, die noch darauf gestützt war, daß wir diesen Krieg nicht verloren haben würden. Ehe das Volk untergeht, soll der Kapitalismus «ntergehen. (Lebh. ZrHimmuna.)

Der Kapitalismus wird und muß umtergehen. An Hand dieser Zahlen fährt Redner fort können Sie ersehen, welche schwere Aufgabe die Nationalversammlung zu leisten hmt. Soll das Volk erhalten bleiben, muß sofort mit der Vergesellschaftli^lng der Produktionsmittel begonnen werden; der größte Teil der Be­triebe ist überreif dazu. Wir wollen auch die Kopfarbeiter nichtvonuns stoßen, sie sind genau so ausgebeu- tet worden, wie die Arbeiter; sie sollen nur zu uns kommen. Wird nicht eine sofortige Sozialisierung borge» nommen, so treiben wir der Anarchie, dem Chaos zu. Wenn die Nationalversammlung nicht sofort mit der Sozialisierung be­ginnt, so bekommen wir nicht nur Anarchie, sondern den Krieg-/ Wiederbeginn. Lesen Cie nur die bürgerliche«: und auch regte»'

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ausender, anhaltender

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Land« herrscht, da noch der alte preußische MÜitarismus, Hin­denburg und die anderen Eenerak« befehlen noch wie vor der Revolution. Darum helfen Sie alle mit, Mb skoziaMische Repu­blik zu erkämpfen, es gilt nicht der Kampf um di« Person, st dern nm die reine Sache des sozialsstischen Proletariats. A zum Kampf, auf zum Ei'rg! Brausender, anhal' Beifall.)

In der Diskussion ergreift Den. Sammet das Wort und führt aus, daß künftig weder Herr Heveau«. noch ein anderer Kapitalist einen solchen Brief wie ihn Denosss Schnellbacher ver­lesen konnte, schreiben darf. Und zwar dadusH, daß in allen Be­trieben, wo den Arbeiter und Arbeiterinnen von Ausschrchmit- gliedern das Flugblatt unterschlagen, diese Ausschußmitglieder als Dertrauenspersonen der Arbeiterschaft verschwinden, denn sie haben die Interessen des kapitalistischen Eeidschrankes vertreten. Die Ausrede, es habe jegliche Unterschrift gefehlt, kann in der Revolutionszeit nicht stichhaltig sein. Vielleicht sind wir gezwungen, die Arbeiter schon bald wieder zur Demonstra­tion aufzurufen, denn es geht etwas vor! In Berlin wird m obi l i fier t! (Kört, hört!) EinFreiwilltgen"-Heer soll nach Polen und Rußland geworfen werden; da k arbeitend« VolksollneueBlutopfer, diesmalimAuftrage der neuen Regierung der Mehrheitssozial- d em o k r a ten bringen. Der Rest jungen Wrbeiterblutes soll fließen. (Brausendes Pfui!) Und vor wenigen Stunden sprachen Soldaten vom Grenzschutz beim Soldatenrat vor und forderten ungeheure Mengen Munition für Artillerie und Ma­schinengewehre. (Hört, hört!) Der Vorstand des Soldatenrats bekam auf Befragen heraus, daß die Munition für «Jie Ostfront gebraucht würde, aber auch für Berlin, ange" Regierung zu stürzen. (Pfui!) Die Genosse: haben natürlich die Herausgabe der Munition verweigert, aber wer bürgt, daß sie nicht an anderen Stellen, vielleicht in Eassil verabreicht wird.DIe blauen Bohnen gelten uns und uwfere Volksgenossen und wollen wir neues Blutvergießen verhüten, dann müssen wir kämpfen unter dem Banner der Unabhängigen Soz. Partei für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, für die sozialistische Republik. (Anhaltender Beifall.)

Ein Feldgrauer, Genosse Z w i l l e r, geht in seinen Aus­führungen auf das freudevolle Leben der Geistlichkeit mit der Weinflasche in der Hand in der Etappe und auf dem Mckzuge ein und ist der Ansicht, daß das von der Religion, die jetzt wieder so in den Vordergrund des Mahlkomv^es gedrängt wird, sehr weit obweicht. Der Redner erntete für seine weiteren interessan­ten Ausführungen lebhaften Beifall der Versammelten.

Weiter sprächen noch die Genossen Handke, Rehbein, Schmidt, C ch m u ck. Merz und Springer. AUe,Redner fanden das Ohr der Versammlung und forderten den riicksichts- losen Kampf gegen die neuen Kriegshetzer im bürgerlichen Lager und im Lager der Regiernngssozialisten. Genosse Springer,^der eben aus Berlin zurüükehrte, überbrachte dem revolutionären Proletariat in Hanau die Grüße des revolutionären Berliner Proletariats, der Genossin Luxemburg und Liebknecht und der russischen kämpfenden Dolksmässe. (Stürmisches Bravo!) Die werteren Ausführungen des 'Redners wurden mit stürmischem Beifall ausgenommen. ,

Genosse Schnellbacher geht zum Schluß auf die Mel­dung der Matrosen aus Aschasfedtnng ein. wonach die Offiziere vorüberxebend die Herrschaft an sich gerissen haben. Sollte sich das bewahrheiten, bann sei unsere Forderung: Entwaffnung, und Beseitigung der Offiziere und Bewaffnung des Proleta­riats! (Lebh. Handeklatsèn und tosender Beifall.) Im Reben- Ersatz-Park haben die Arbeiter den Regierungssozialdemokraten Gustav Hoch nicht an hören wollen und haben sogar den Arveitervertreter, der Rcgièrungssozialdemokrat ist, seines Postens als Bertraucnsmann im N.-E.-P. ciwtiolm. Die arbeit« feindlicke Politik dieser Hrrren zeitigt Friickte und wir woll«! die Zeit nutzen, mit aller Kraft unsere Forderungen in M« Kreise der Arbeiterschaft zu treiben, dann wird und muß unser der Sieg sein. (Anhaltender Beifall.)

Darauf wurde dl« Berlonunlun« um bald 11 Uhr geschlossen!