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General-Anzeiger
Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kavan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Bezugspreis t
vierteljährlich 1.80 Mk.. monatlich 60 Big., für Post» bezug vierteljährlich 2.10 Mk., monatlich 70 Pfg. Die einzelne Nummer kostet 6 Pfg.
verantwort!. Redakteur: L. Schreck« in Kamm,
Nr. 300
Zyernsvrechanschlttst Nr. 230.
Mittwoch freu 24. Dr^tmlikr
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Alles
Sieh,
^^^ Der Weil)nacHlsengek. ^w
Don Karl
Ueber
Sterne wandeln durch die blauen weihnachtlichen Himmelsweiten. Meine Träumeraugen schauen Bild um Bild aus Jugendzeiten. — Durch das Heimatdorf, das ferne, im verschwiegnen Werragrunde, Macht mit Spieß und mit Laterne jetzt der Wächter seine Runde. Schnee liegt auf des Kirchleins Schiefer, auf den Kreuzen und den
einem Grab die Kiefer steht dort wie in stummem Weinen Steinen;
Horch er klopft — und leis und schnelle will ich mich ins Kiffen ' * hüllen:
Doch schon seh' ich eine Helle groß und schon die Kammer füllen. In der Tür: wer steht im grauen Alltagskleid und ohne Prangen?
Engelhard.
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schläft. , , Im Schulhaus flimmert noch ein Licht, geht auf und nieder. sein ruhlos Wandern schimmert in den Kirchenscheiben wieder.
„Unsre Stock' hat elf geschlagen —", langsam schleicht des Wächters Schemen.
Könnt ich wie in Kindertagen einmal noch dies Lied vernehmen!.. Aber, was so spät bedeutet noch im Haus des Lichtes Gleiten? Ach, in meinem Herzen läutet mirs von Iugendfeligkeiten. Eingekuschelt in die Kissen lieg ich, glaubensfroher Knabe. Später, ach, um Weisheit Wissen, wie ich da gelitten habe!
Leise heb ich mich und lausche nach der Kammertür hinüber:
Ist es nicht, als ob es rausche hinter ihr geheim vorüber? Durch das Schlüsselloch fällt golden jetzt ein Streif auf meine
Decke —:
Eines Engels, eines holden. Widerstrahl? — Wie ich erschrecke;
Seltsam-süß . . . Auf meinen Händen laß ich jetzt das Glimmen spielen:
O, was wird er mir wohl spenden? Neulich sah ich auf den Dielen Schon ein Goldhaar von ihm blinken: „Ja, er ist schon dagewesen!" Und mit ahndevollem Winken hab' ich cs mir aufgelesen.
In mein Griffelkästlein schloß ich es mir ein mit Frohgenügen —: Nie im Leben mehr genoß ich D o r glück mit so tiefen Zügen! . .,
Einen Engel wollt ich schauen! Ach, und wäre schier vergangen Dor dem Bild das ich mir machte, oft von ihm mit Glanz und Glimmer!
Zwar — derMund, dasAuge lachte! Doch einEngel war es nimmer! Kein Gewand aus Rosendüften, keine langen, goldnen Locken! Auch kein Lichtgutt um die Hüften, Diadem und Silbersocken?
„Bist du wach?" *,, Dann trug sie küffend mich ins helle Christ« baumzimmer . . .
Aber ich — nun war ich wisiend; trüb war mir der Weih- • nachtsschtmmer!
Denn nun war mir aufgegangen: Lang schon lebt' ich nur im Traume!
Zwar die Mittnachtglocken klangen; manch Geschenk lag unterm Baume.
Doch — die Mutter nur, o Jammer, war bet Engel! Konnt' ich's fasten?
Ach, ich möcht mich in der Kammer dann vor Schluchzen nicht mehr lasten! ..,
Jahre sind seitdem vergangen . .. Jener Engel schloß die Lider; Der einst ohne Schmuck und Prangen auf mein Bett sich neigte nieder;
Der mit süßem Wort mich küssend trug ins grüne Ehristbaum- gletßen . . .
Jene Nacht, da ward ich wissend! , , Jene Nacht, ich will sie preisen!
Nur die Mutter! ... Ach, zerrissen war der schöne Za^erschleier. Doch mir ward ein He r z e n » w i s s e n, eine Hefte Traumesfeier! Wie gar schwer ist's, ew'ge Wahrheit aus dem Irdischen zu lesen! Dunkle Stunden bringen Klarheit,,, Engel ist sie doch gewesen!
Geh'» erst müssen wir durch Schmerze» — und auch Träume müssen werden!
Schauet bis ins Herz im Herzen! Wahrlich, Engel gibts auf Erden!
Amtliches.
Landkreis Hanan.
Bekanntmachung betreffend Anmeldung zur Rekrutierungsstammrolle.
Die Militärpflichtigen werden darauf hingewiesen, daß die Anmeldung zur Rekrutierungsstammrolle in der ö°m 2. bis 15. Januar 1314 zu erfolgen hat. Nähere Bekanntmachung hierüber erfolgt unmittelbar nach Weihnachten.
Bei der Anmeldung, die bei der Ortsbehörde des Wohnortes zu bewirken ist, haben die im Jahre 1894 geborenen Militärpflichtigen das standesamtliche Ge- burtszeugnis, die älteren Militärpflichtigen den im ersten Jahre erhaltenen Losungsschein vorzulegen.
Militärpflichtige, die die erforderlicheit Papiere nicht in Händen haben, müssen sich diese sofort beschaffen.
Hanau den 24. Dezember 1913. M 2343
Der Königl. Landrat.
J. A.: Scheelhaase.
Stadtkreis Ranau»
Bekanntmachung.
Durch Verfügung des Herrn Regierungspräsidenten zu Castel vom 21. August 1913 — AI 3678 b I Ang. — ist bestimmt worden, daß der Standesamtsbezirk Hanau- Kestelstadt, bestehend aus dem Stadtteil Hanau-Kestelstadt, dem domänenfiskalischen Gutsbezirk Wilhelmsbad und dem Gutsbezirk Schloß Philippsruhe mit Fasanerie vom 1. Januar 1914 ab als solcher aufgehoben und mit dem Standesamtsbezirk Hanau vereinigt wird«
Das Standesamt Hanau befindet sich im Stadtschloß.
Die Sprechstunden sind an Werktagen von 10—1 Uhr vormittags und 3—5 Uhr nachmittags; an Sonn- und Feiertagen und Samstag nachmittags ist geschloffen.
Hanau den 4. Dezember 1913. 30689
Der Magistrat.
Htld.
Mlösssg her NeMrr-SratiMioven.
Zur Ablösung der hier üblichen und gewiß ebenso wie an anderen Orten lästig empfundenen gegenseitigen Neujahrsgratulationen sind Listen ausgelegt in der G. M. Atüertifchen und Fr. Königs Hofbuchhandlung (August Zippelius, den Expeditionen des Hanauer Anzeigers und der Hanauer Zeitung, dem Stadtsekretariat, dem Melde, amt. bem Standesamt sowie auf dem MrmenamL