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23. Dezember

Die französisch-türkischen Abmachungen.

Konstantinopel, 22. Dezember. Wie verlautet, wurden vor der Abreise des französischen Botschafters Bompard von diesem und dem Großwestr Uebfreinrommen unterzeichnet, bk sich auf die Errichrung französischer Schulen und anderer Anstalten beziehen und gleichzeitig die Verhältnisse gegen­wärtig bestehender Anstalten dieser Art regeln, sowie enb« gültig fest setzen, daß französische Staatsangehörige, gegen die Nnklâge erhoben wird, mit Ausnahme der Tunesier und Marokkaner in den französtchen Konsulargefângnissen unter« gebracht werden. Außerdem wurde ein Uebereinkommen unterzeichnet, nach welchem die Forderungen französischer Privatleute, die hinter das Jahr 1908 zurückreichen, auf rem Wege des Schiedsgerichts geregelt werden sollen. Frank­reich machte seine Zustimmung zur Erhöhung der Zölle und Einführung von Monopolen von der Regelung bieder Fragen abhängig. Die Uebereinkommen werden dem Sultan zur Sanktion unterbreitet, gleichzeitig mit den Verträgen über die Franzv'en zu erteilende Konzessionen für öffentliche Ar­beiten, für die Frankreich die Kotierung einer großen tür- ksschen Anleihe an der Pari'er Börse zulasten würde.

AuS Bulgarien.

W. Essta, 22. Dez. König Ferdinand sandte an den Kaiser von Rußland zu dessen Namenstags eine Depesche, R der er ihn bittet, dis innigsten Wünsche für sein Glück «tgkgenzunehmen. Der Kaiser erwiderte mit dem Ausdruck des DankeS für die Gratulation und die darin ausge- prochenen guten Wünsche.

W. Gosta, 22. Dez. Der Kongreß der Dauernbündler vurde heute geschloffen, nachdem eine Resolution angenom- nen worden war, nach der der Regierung jede Unterstützung »skweigert und dem Bauernbund untersagt wird, über eine Teilnahme an der Regierung irgendwie zu verbandeln. Die Regierung hofft trotzdem, daß ein Teil der Opposition für die Bildung einer Ärbeitsmehrbeit in der Sobranje zu ge­winnen sein wird, damit wenigstens das Budget und wichtige Vorlagen erledigt werden können.

W? Loka, 22. Dez. Gestern begann in Rustschuk in Anwesenheit deS HandelsministerS und des Ackerbau- MinisterS die größte Zuckerraisin rès Bulgariens ihren Betrieb. Das Unternehmen wird von belgischem Kapital ßnanziert.

Rekrutenmangel in Oesterreich.

(Von unserem militärischen Mitarbeiter).

Bekanntlich wird demnächst in den osteneichischen Dele« ASÜsuen eine Heeresvorlage beraten werden, nach welcher das Rekrurenkontrngeni des gemeinsamen Heeres jährlich um 31 000 Mann erhöht werden soll. Da die Kopsstârken der Truppen­teile, besonders der Infanterie, durch Abgaben an notwendige Reuformaiwnen ständig gesunken und jey» auf einem Fünfte angelangt sind, daß eine ordnungsmäßige Ausbildung der Kompanien gar nicht mehr möglich ist, wird die Mehrforde- rung ohne Zwrèfel bewrlligi werden. Zunächst wird ja noch die nötige Anzahl Rekruten ohne Mühe aufgebracht me»den können. We sich die Verhältnisse aber in Z i hin st gestalten werden, erscheint recht unklar. Ein Gradmesser dafür, wie die Leute anfangen zu fehlen, sind die Ersatz» eservisten. In Oesterreich sind dies Rekruten, die infolge von Reklamation, aber wer! sie überzählig waren, nach einer schtwöchigen Aus­bildung beurlaubt und später nur noch zu den regelmäßigen Waffenäburrgen herangezogen wer en. Dreie Erfatzre'rrmsten, dis den Formationen der ersten Linie angeboren, waren im Sabre 1912 noch tn einer Stärke von 61 000 Mann vor­handen, im Zähre 1913 waren sie auf 30130 Mann herunèergegangen, und nach amtlichen Berechnungen werden 1914 nur noch 10 000 Mann vorhanden sem. Dieser starke Rückgang in so verbälMismäßig futter Zett ist doch ganz auffallend, und es dürfte nur ein schwacher Trost lein, daß sich der Bestand an Ermtzre'ervislen bei bet österreichi­schen Landwehr in den beiden letz'en Jahren auf derselben Höhe 16 000 Mann erhalten ha».

Nach Durchführung bet geplanten Erhöhung des Rekruien-- ksnèmqents wird der H^âststand an Rekruten im Jahre 1918 mit 243 800 Mann erreicht sein. Nun sind nach den amt­lichen Zusammenstellungen im Jahre 1913 im ganzen 249 512 Rekruten auSgedsben, eine Zahl, die die Höchst zahl des JahreS 1918 wenn auch nur um ein Wemges übeUnfft. Trvydem muß sich dieser Hebend) tifc in einen Fehlbetrag um« sandeln, da nach dem österreichischen Gesetze vier vom Hunden sämtlicher Rekruten in die Eriatzreserve ü^ergesührt werden müssen. Bringt man bice vier Prozent von den zorhanbenen 249 512 Rekruten in Abzug, so erg bt sich bei zem Höchstbedarf von 243 800 Rekruten ein Fehlbetrag von 4260 Mann. Wenn sich also die Rekrutenzahl in den

nächsten Jahren nicht bebt, so muß man entweder mit der Ueberrveriunz an die Er'atzreserve heruniergehen, ober man wird nicht genügend Re!»Uten einstellen können. Daß sich die Zahl der auszuhebenden Rekruten erhöhen sollte, ericke nt gang ausgeschlossen, denn im Iah' e 1913 betrug die Zahl aer Z bei Aushebung fehlenden jungen Leute 193000 Mann. Woher diese erschreckende Zahl fommt, hat oer ^ fanbei ge« zeigt, den das Treiben einer ammfanifefern Schlffabrisgefell- Schaft bervorgerufen hat, die planmäßig junge »vehrpflrâige Leute über dre Grenze schmltggeite und sie ihrer ^tenMpp&i entzog, nur um die paar Kronen für die Utberka'rt im* Amerika zu verdienen. Diese Zahl robb aber größer wer­den, da sich unter den SnSreanberent a»ch viele junge teitte Sefanben, die das »vehrpflichtige Alter noch mcht erreich, hauen. Rechnet man noch hinzu, daß alljährlich von den schon eingestellten Rekruten viele w e^er entlassen werden müssen, weil sich bet chnen erst während der Dienstzeit Leiden heranssiellen, die sie b enftmibrauchbat machen -man rech­net mit 10 Prozent Ausfall - so w'w ,»eMtt.Mr.Ler. waltuna ihre Not Habnr, die vorgeschr e^ene ^ah. ( eki'.t-en Misztt,re'ben Es dürfte ihr nichts anveres übrig bleiben, als ihre Ansprüche an die KS perbeschaffenhert der Reknuen herav- zv'etzen, bis die Zett die Wunden, die Me ne.bmtierreb be­triebene Auswa.weiung der Wehrkraft DeUmw Ungarns geschlagen hat, geheilt sein werden.

Aus Hanau Stadt und Land.

Hana», 23 Dezember.

Die offenen Verkaufsstellen. Wir machen daraus aufmerkiam, daß am Abend des 24. Dezember (Bescherabend) die Läden wieder um 8 Uhr ne'cMoffen fein müssen.

* Legitimationskarten. Diejenigen Arbeitgeber, welche in ihren Betrieben ausländische Arbeiter beschäftigen, wer­den darauf aufmerksam gemacht, daß deren Jnlandslegi- timationskarten (Arbeiterlegitimationskarten) mit dem 31. D e z e m b e r d. J. ihre Gültigkeit verlieren und daher behufs Erneuerung seitens der Arbeiter mit den in Händen befindlichen Heimatpapieren im Zimmer 4 der Kgl. Polizeidirektion vom 2. Januar n. J. ab vorzulegen sind. LetzteVorlegefrist am 5. Ja­nuar 1914. Die nach dieser Frist zur Vorlage kommenden Karten werden nur bei Zah- lungder Legitimationsgebühren von 5Mk. neu ausgefertigt. Ferner wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Arbeiter die vorschriftsmäßige Umschrei­bung ihrer Legitimationskarten binnen einer Frist von drei Tagen nach Antrit des neuen Arbeitsverhältnisses zu beantragen haben. Diejenigen Kaufleute, Handlungs­reisende und Handelsagenten, die im Jahre 1914 eine Reiselegitimationskarte benötigen, können diese schon jetzt im Zimmer 4 der Kgl. Polizeiverwaltung beantragen.

* Die 20. Vollversammlung der Landw'.rtschaftskammer für den Re 'ierungsbez rk Raffel ist nach Beschluß deS Vor­standes auf Montag den 19. Januar und Dienstag den 20. Januar 1914 anberaumt worden. Die Ber^tunge»» finden im großen Saile des Stândehauses in Cassel statt. Auf der Tageso dittmg stehen die folgenden Punkte: Wahl- prüfungen, Neuwahl des Vorsitzenden der Landwirtschafts- kammer, be$ stellvertretenden Vorsitzenden, der Vorftanhs» Mitglieder, der stellvertretenden Vorsta^rdsmitglieder, der Mit­glieder der Ausschüsse. Ferner erfolgt d'e Zuwahl von Mit­gliedern und die Wahl wem drei Rechnungs Revisoren. Weiter wird Bericht erstattet über die 0-ntnrdMirog der Ver- sucbsstaüon, über die Tâtiakeit der Molkereikoinmission, der Geflüaelznchtkommission, der Pkerdezut tkommiifion, der Viebzuchikommission. der Ackerbaukommission und des Ge- nossenschaftSausschuffes. Ferner erfolgt der Jahresbericht über die Tätigkeit des Vorstandes der Landivirtscha'tskammkr, Vorlage der Rechnung für das Rechnungsjahr 1912, Fest­stellung des Etats der Landmirtschairskammer für 1914, f dann der für das Rechnungsjahr auszuschreib ndeu Vorlagen, und Vorlage eines neuen Planes für die Verwendung der regelmäßigen CtaatSbeihilien zur Hebung der T'erzucht. Weiter wird die Frage: Wclche Maßnahmen sind zur ivern* Haltuua der Mairl- und Klauenseuche nt ergreifen ? erörtert.

Von der Apotheker-Kammer für Hessen-Nassau. Auf Giuud der beslehmden gesetzlichen Bestimmungen über die Standesvertrelung der Npothek«'r wurden in die Apotheker- Kammer für die Provinz Hessen Nassau für die Jahre 19141916 und für den Wahlbezirk des NegierunaSbezirkes Cassel und das Fürsteninm Schaumbura-Lippe die solaendeu Derren gewähl»: Hof-Aporheker Wilhelm Nag-^ll Cassel, Stellverireier : Apotbekenbesitzer G. Tillmaun-Caffel; Apo« thekenbesitzer E. Fi'cher-Homberg, ©tedoeifreier: Apotheken- besitzer C. Jung-K rchhain; Apothekeubelltzer Th. Sander- Hofgeismar, Skellvertreter: Apoiheker C. Machledt-Marburg; Apotheker M. Nußbaum-Cassel, Stellvertreter: Apotheken- besitze' G. Schollmeyer-Marburg.

* Die Abteilung Hanau des Vereins der Hoch- spessartfreunde Rothenbuch hält am 1. W-.chmchisftienag im Veieinslokal ^zur Sonne" einen Familienabenb und bittet die M'igl»eder nur »ahlreiche Beteiligung. ?lafang 5 Uhr.

Gesangverein sicröhlichkeit. Am 2. Weihnachts- feiertag begehr wie alljährlich der GesangvereinFiöhlich- keit" imDeutscheir Hause" seine Weihnachtsfeier durch Veranstaltung einer Abeuduuterhaltu"g m t Ball. Ein bem Charakter des Festes an^epaßtes reichhaltiges Programm hat noch stets dem Verein einen Massen te'ucb geb'acht und ist es angczeigt, am 2. Feiertag sich rechtzeitig für einen guten Platz zu sorgen, die Saalöffnung ist um 5 Uhr. Am heiligen Abend um 9 Uhr findet die Bescherfeier für die Mitglieder des Vereins ebenfalls im großen Saale des Deutschen Hauses" statt und wird um pünktlichen Be­such gebeten.

St. Vineenzkrankenhaus. fffiuberboft an uns er­gangene Anfragen Veranlasse!» uns iniiuneilen, daß wir in« folge der neuen Reichsversicherungsorbnnng das bisherige D i e »t st b o t e u -- A b o n n e m e n t weiterhin nicht mehr aufrecht erbatun können.

6 Geschästsschluß vor Weihnachten. Wir weisen hierdurch nochmals darauf hin, daß die hiesigen Banksirmen % Benjamin, Mitteldeutsche Creditdank und Gebr. Stern, ihre Kassen am Mittwoch den 24. Dezember, naebmitiagä 4 Uhr schli ß?n.

" Auszeichnung. D r Dampfkkffe!-N.l'erwachungsverein Fraithurt hat durch den Herrn Oberinzeu eur Zirrvogel im Ber'e n des $eirn Direktors Major Weidlich, des Betriebs- Direktors Herrn Baumann, des Betriebsleiters Herrn Mili­tär Baumeister Braun und des Deoiebsmeisters Dubrau, den 'Zern Joh. Heinrich Frick. Wilhelm R i n k e n b e r g e r, Joseph T h tt t e w s h ! und Peter Schnarr in der Königl. Pulverfabrik für treue und aufmerksame Bedienung bezw. Behandlung von Dampskesseln nach 20jâhriger Tätigkeit ein Wtihnachisgeschenk von 50 Mark überreicht.

* Errang. Kasino. Diejenigen Mitglieder des Evang. Kasinos, welche zu der gelegentlich unserer Weihnachtsfeier am - 4. Januar fiattfinbenben Verlosung irgend einen Gegenstand zu stiften gewillt sind, werden hierdurch er­sucht, diesen bis zum 31. d. M. bei Herrn Heß, Mühl­straße 6, abgeben zu wollen.

* Ev. Kusino. Die diesjährige Weihnachtsfeier findet am 4. Januar 1914 in der Concordia statt. Nach dem Programm zu u teilen, wird die Veranstaltung sich äußerst genußreich gestalten. Die Mitglieder werden daratls auf* s mertram gemacht, daß die Weihnachtsieier des gemischten

8 Ciw's in Groß-Stencheim am 2. Feiertag, abends 7 Uhr in I der Restauration zur Erhoirurg statlsindet. Um recht zahi- 1 reidie BeisUicung Wird gebeten.

* Landwirtschaftlicher Kreisverein Hanau. Die am Samstag abgehaltene letzte Versammlung des Jahres 1913 hatte sich mit einem für die wirtschaftlichen Interessen der Landwirtschaft hochbedeutsamen Vortrage des Herrn Prost Dr. Berghoff-Ising aus Darmstadt überDie deutsche Zoll­politik und unsere Lebensmittelversorgung" zu befassen. Der Vortragende betonte, daß die Sicherung der Nahrungs­mittelversorgung schon im Altertum die vornehmste Sorge der verantwortlichen Stellen gewesen sei und warf, darauf aufbauend, einen ebenso interessanten wie lehrreichen Rück­blick auf die früheren Verhältnisse, um dann in markanten Strichen die Entwickelung der deutschen Zollpolitik bis zur Jetztzeit zu zeichnen. Als erfreuliche Tatsache könne es be­zeichnet werden, daß die deutsche Landwirtschaft der wachsen­den Bevölkerung auch wachsende Produktion der landwirt­schaftlichen Erzeugnisse gegenübergestellt habe. Seine mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen schloß der geschätzte Redner mit dem Wunsche, daß auch die Zukunft eine nationale Wirtschaftspolitik zum Schutze unserer Land­wirtschaft bringen möge. In der Diskussion führte Herr Heinr. Lind aus Niederissigheim aus, daß der Vortra­gende, was dankbar anzuerkennen sei, seine Zuhörer in sach­licher Weise durch die Gebiete unserer Zollpolitik geführt habe. Ergänzend könne er noch betonen, daß es im wirt­schaftlichen Interesse liege und als erforderlich bezeichnet werden müsse, daß der feldmäßige Gemüsebau, der hauptsächlich in den Städten betrieben werde. Schutz er­halte. Das italienische Gemüse werde bekanntlich zollfrei und zu billigem Frachtsätze hier eingelassen und schädige unsere Gärtner. Deshalb fei es erforderlich, einen Gemüse­zoll einzuführen. Ferner müsse er erwähnen, daß unter dem Deckmantel der Futtergerste meist Braugerste eingeführt werde, wodurch dem deutschen Gerstenbau Schädigung er­wachse. Der Obstzoll werde vom 1. September bis zum 1. Dezember aufgehoben, also zu einer Zeit, in der der Obst­züchter, Gärtner und Bauer sein Obst verkaufe. Durch diese Maßnahme, die die Auslandskonkurrenz fördern, werde der deutsche Obstzüchter in seinem Hauplabsatz geschädigt. Auch diesem Mangel an Schutz müsse abgeholfen werden. Herr Prof. Dr. Berghoff-Ising führte aus, daß wohl alle Na­tionalökonomen auf dem Standpunkte stehen würden, un­serer Landwirtschaft die Eigenversorgung zu^usprechen, daß also die Landwirtschaft den Verbrauch auch selbst produziere, eine Unabhängigkeit vom Auslande zu erstreben sei. Ueber die E è n f u h r s ch e in e könne er mitteilen, daß diese im Osten geboren würden, für den Westen sogar preisdruckend wirkten. Es seien dies Maßnahmen, die als durchaus im Interesse des Handels liegend erachtet werden müßten. ° Hiermit war die Debatte über den Dortrag erschöpft. Es folgte dann eine Fortsetzung der Besprechung über die im Jahre 1915 abzuhaltende Kreistierschau. Als Ort der Ab­haltung wurde Langendiebach bestimmt. Bei dem PunktVerschiedenes" wurde das Wiederauftreten der Maul- und Klauenseuche erörtert und dem Wunsche Aus­druck gegeben, daß es durch Anwendung der fcharfsse« Äèaß» nahmen gelingen möge, der Seuche Herr zu werden.

* Auszeichnungen. In der Kochbrauere i^iöffe am 17. d. M. der Kellermeister Aug. Ullrich fein 25= jähriges Jubiläum, wozu ihm seitens der Brauerei und seiner Kollegen Geschenke überreicht wurden; der Bier­führer Leop. Siebert wurde für langjährige treue Tier­pflege seitens des Hanauer Tierschutzvereins am 21. d. M. prämiiert und endlich erhielt am 22. d. M. der Heizer Maschinist Joh. Flach eine Ehrengabe von 50 M seitens des Dampfkessel-Ueberwachungsvereins Frankfurt am Main für 20jährige treue und gewissenhafte Dienst­leistung.

* Die Spielwarenindustrie in Deutschland und der Spielwarenbedarf in Hanau. Die Hochsarson der deutschen Spielwarenindustrie ist die Weihnachtszeit, da bekannter­maßen in einer Meihnachtswoche mehr Kinderspielsachen gekauft werden, als während der übrigen Zeit des Jahres. Der größte Teil dessen, was emsige Hände im Laufe in es Jahres geschaffen haben, wird in der Weihnachtszeit für die Fabriken und Spielwarengeschäfte klingendes Geld, für die Kinder aber helle Freude. Man weiß vielfach nicht, wie sehr jedes Spielzeug dazu dient, eine ganze Industrie lebensfähig zu machen und wieviel Menscken von den Spielsachen unserer Kleinen ihren Lebensunterhalt haben. Deutschland ist bekannt als das Land der Spielwarenfabri- kation. Unzählige Heimarbeiter, die entweder für die 200 Spielwaren-Exportfabriken oder die 1200 Spielwaren­fabriken arbeiten, sind es nicht allein, denen die Her­stellung der Spielwaren obliegt, denn in den Svielwarem febrilen werden meist schon maschinelle Kräfte in den Dienst gestellt, die es möglich machen, daß heute noch sehr billige Spielsachen zu haben sind. Außer den angeführten Fabriken pflegen eine große Zahl nur Spezialitäten^ So gibt es in Deutschland noch etwa 250 Fabriken, die Spiel­sachen aus Blech, 70 Fabriken, die Spielsachen aus Glas unb 350 Fabriken, die Spielsachen aus Holz und Pavve an­fertigen. 70 Fabriken stellen Musikspiele her und 55 Fa­briken haben zu tun, um das Bedürfnis an Unterbaltungs- spielen zu befriedigen. Für Zinnsoldaten und Zinnspiel­sachen allein sorgen 40 Fabriken. Besser noch als diese Fabriken lassen die Spielwaren-Eeschafte erkennen, wie beliebt und begehrt die Kinderspielzeuge in Deutschland sind. Nicht weniger als 4400 Geschäfte existieren allein oder doch hauptsächlich durch den Verkauf von Spielsachen. Sie verteilen sich auf Ostpreußen mit 110, auf Westpreußen mit 75, auf Posen mit 105, auf Pommern mit 138, auf Brandenburg mit 225, auf die Rheinprovinz mit 240, auf Westfalen mit 260, auf Hessen-Nassau mit 250, auf Hannover mit 200, auf Schleswig-Holstein mit 110, auf Mecklenburg, Oldenburg und die Hansastädte mit zusam- men 295, auf die Provinz Sachsen mit 242. auf die Provinz Schlesien, das Königreich Sachsen, die Fürstentümer unb Braun'chwerg mit zusammen 869, auf Bayern, Württem- b^'^â" und Elsaß-Lothringen mit zusammen 984 und auf Hessen mit 264. Neben diesen Spielwaren-Kleinbond- lnngen gibt es 650 Firmen, die den Gvotzverkauf unb den