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Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei de«
General-Anzeiger
Amtliches Organ für Stadt- and Landkreis Kanan.
Bezugspreise
vierteljährlich 1.80 Ml., monatlich SO Pfg., föt Postbezug vierteljährlich 2.10 Mt., monatlich 70 Pfj^ Die einzelne Nummer kostet 6 Pfg.
verein, ev. Waisenhauses in Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage. Verantwortl. Redakteur: G. Schrecker in Hanan,
Nr. 298 Rmtfl>r«6<inWitf| Nr. 230.
Montan den 22. Dezember
Krrnsprrchaiikchlusi Nr. 230. 1913
Die Mt Nummer »mW Mn dem HnWtiiiiosW
13 Seiten.
Amtlich,«.
Stadtkreis Rana«.
Bekanntmachung.
Durch Verfügung des Herrn Regierungspräsidenten zu Eastel vom 21. August 1913 — A I 3678 b I Ang. — ist bestimmt worden, daß der Standesamtsbezirk Hanau- Kestelstadt, bestehend aus dem Stadtteil Hanau-Kestelstadt, dem domänenfiskalischen Gutsbezirk Wilhelmsbad und dem Gutsbezirk Schloß Philippsruhe mit Fasanerie vom 1. Januar 1914 ab als solcher aufgehoben und mit dem Standesamtsbezirk Hanau vereinigt wird.
Das Standesamt Hanau befindet sich im Stadtschloß.
Die Sprechstunden sind an Werktagen von 10—1 Uhr vormittags und 3—5 Uhr nachmittags; an Sonn- und Feiertagen und Samstag nachmittags ist geschloßen.
Hanau den 4. Dezember 1913. 30689
Der Magistrat.
Hild.
Ablösung her Aessgbn-Snlslgtlsnt«. .
Zur Ablösung der hier üblichen und gewiß ebenso wie an anderen Orten lästig empfundenen gegenseitigen Neujahrsgratulationen sind Listen ausgelegt in der G. M. A» hektischen und Fr. Königs Hofbuchhandlung (August Zippelius, den Expeditionen des Hanauer Anzeigers und der Hanauer Zeitung, dem Stadtsekretariat, dem Meldeamt, dem Standesamt sowie auf dem Armenamt.
In diese Listen kann jedermann seinen Namen und den von ihm gezahlten Betrag selbst eintragen.
Der Erlös soll für die von der Stadt und dem hiesigen evangelischen Waisenhaus unterhaltenen armen Pflege- und Waisenkinder verwendet werden. Insbesondere soll dadurch ein Grundstock für außerhalb der engeren Armenpflege liegende Aufwendungen, z. V. zu Weihnachtsbe- scherungen und dergl. geschaffen werden.
Die Namen der Zeichner werden rechtzeitig vor und nötigenfalls unmittelbar nach Neujahr in den hiesigen Zeitungen, jedoch ohne Angabe des gezahlten Betrages veröffentlicht werden, sodaß ein vollständiger Ersatz für die gegenseitigen Neujahrsgratulationen vorhanden ist.
Da diese Einrichtung sich an anderen Orten sehr bewährt hat, bitten wir auch hier recht regen Gebrauch davon zu machen.
Allen Gebern im voraus besten Dank.
Hanau den 15. Dezember 1913. 31767
Der Magistrat. Die Verwaltung des ev. Waisenhauses.
Hild. Ewald. .
Stadttheater in Hanau.
Weihnachts-Kindervorstellung.
Prinzessin Herzlied.
Märchen in 6 Bildern von Erica Grupe-Lörcher.
Nun haben auch die Kleinen wieder i h r Stück. All- sährlich kurz vor Weihnachten erleben wir an unserem Stadttheater die Première irgend eines dramatisierten Märchens, das in den Kindern die Vorfreude zu ihrem Feste erwecken soll. Diesesmal ist es ein Märchen von Erica Grupe-Lörcher „Prinzessin Herzlieb", dessen durch Herrn Direktor Adalbert Stef ft er sehr farbenreich und glänzend hergerichtete Ausstattung so recht für das Kindergemüt geschaffen ist. Und die Handlung? Es war einmal ein König im Rosenreich, der hatte zwei Kinder, Prinzeß Herzlieb, ein tugendhaftes Mädchen, und den Prinzen Herzeleid, so vom Volk genannt, wegen der Ungezogenheiten, die er allenthalben verübte. Er riß dem Gärtner die Pflanzen aus und warf sie ihm an den Kopf, warf den Leuten die Fensterscheiben ein, nahm den Vögeln die Nester und dergleichen Garstigkeiten mehr; alle Ermahnungen sich zu bessern, waren umsonst. Die alte Waldfrau, die alles wußte, prophe- zeihte Herzlieb noch schlimmes für den Bruder und da, gerade als dieser seinem Lehrer wieder einmal ein Stück Brot an den Kopf warf, wurde er in einen Stein verwandelt. Das Schwesterchen beschloß nun bei der Waldfrau um Rat zu bitten, wie es das trotz seiner schlimmen Streiche geliebte Brüderchen wieder von dem bösen Zauber befreien könntè. Die Bedingungen, die die Waldfrau stellte, waren hart, Herzlieb sollte ein ganzes Jahr unter fremden Leuten sein und durfte dabei kein Wort sprechen. Die gütige Wassernixe spendete gegen einen Ring dem Prinzeßchen einen Rosenstrauß, den dieses pflanzen und pflegen sollte, er erhalte dann jeden Monat eine neue Blume. Wenn die zwölfte
Verdingung.
D'e zum Neubau der 5. Bezirks-Schule erforderlichen Entwäsierungsarbeiten außerhalb des Gebäudes sollen unter Zugrundelegung der Bedingungen für die Ausführung von Arbeiten und Lieferungen für die Stadt Hanau öffentlich verdungen werden.
Die Verdingungsunterlagen liegen im Rathaus, Zimmer 48, während der Dienststunden von 10—12)4 Uhr vormittags aus und können von dort zum Preise von 1 Mark bezogen werden.
Verschlosienc und mit entsprechender Aufschrift versehene Angebote sind bis zum Eröffnungstermin am Mittwoch den 31. d. M., vormittags 11 Uhr, bei genannter Dienststelle einzureichen.
Die Eröffnung der Angebote erfolgt im Beisein etwa erschienener Anbieter.
Zuschlagsfrist 4 Wochen.
Hanau den 22. Dezember 1913. 31805
Der Magistrat.
Dr. Gebeschus.
Wegen Abschlußarbeiten bleibt die Leihbank für den Sparkasienverkehr vom 24. bis 31. Dezember geschloßen.
31395 Leihbank Hanau.
Politische Rundschau.
Die Unterstützungsgesuche von ehemaligen Heeresangehörigen des MannschaitSstandeS und von Unterbeamten der Militärverwaltung werden häufig unmittelbar an das Krieg-ministerium gerichtet. Neber derartige Gesuche haben aber bestimmungsgemäß die örtlich zuständigen General« kommandoS allein und endgültig zu entscheiden. Um Verzögerungen in der Erledigung der Unterstützungsgesuche zu vermeiden, kann den Gesuchsstellern der vorerwähnten Unter* klaffen somit in ihrem eigenen Interesse nur dringend geraten werden, sich voikommcndenfalls an das für ihren Wohnort zuständige Bezirkskommando zu wenden, das die Gesuche dem ihm vorgesetzten Generalkommando vorzulegen hat.
M.p. Ein Säkulartag deS Eisernen Kreuzes. Vor hundert Jahren, an Weihnachten 1813, hat die Preußische General-Ordens-Kommission eine erste Liste von bis dahin erfolgten Verleihungen des Eisernen Kreuzes veröffentlicht. Der sehr selten gewordene Abdruck enthält auf 28 Quartseiten 858 Namen von Offizieren. Das Heft ist vom 25. Dezember 1813 datiert. Bis Ende 1813 waren insgesamt 4658 Kreuze, davon 3 Großkreuze, 162 Kreuze 1. Klaffe, 4493 Eiserne Kreuze 2. Klasse, verliehen worden. Die damaligen drei Großkrenzritter sind der Feldmarschall v. Blücher, der General d. Inf. v. Bülow und Kronprinz Johann von Schweden gewesen. Seit der Schlacht von Leipzig hatten sich die Anträge der Truppenteile und ihre Befürwortung durch die kommandierenden Generäle so gehäuft, es waren
Blume erblühte, dann sei das Prüfüngsjahr um und Herzlieb könnte dann zur Waldfrau zurückkehren. Trotzdem Herzlieb eben erst von dem Prinzen Edelmut aus dem Sonnenland zur Braut erkoren war, beschloß es, alles dem Bruder zu opfern, Heimat, Vater und Bräutigam, und hinaus in die fremde Welt zu ziehen. Auf ihrem Wege gelangte Prinzessin Herzlieb auch in das Schloß des Königs vom Sonenland, wo sie von dem alten bärenbeißigen Koch aufgenommen wurde. Es war gerade die Zeit, in der die zwölfte Blume ^an ihrem Blumenstock erblühen mußte. Das Prinzeßchen wurde in einen grauen Kittel gesteckt und erhielt daher den Namen „Erautierchen". Die Küchenjungen aber hatten aufrichtiges Mitleid mit dem armen Mädchen, das stumm war und nicht mit ihnen tollen konnte. Kurz und gut: Prinz Edelmut, der bisher vergeblich auf seine Braut Herzlieb gewartet hatte, wurde auf das „Erautierchen" .aufmerksam und da es ihm keine Antwort auf seine Fragen geben konnte, ging er zur Waldfrau, um der Küchenmagd Herkunft zu erforschen. Der Zufall brachte ihn dort mit „Erautierchen" zusammen, das ebenfalls zur Waldfrau gekommen war, um seinen inzwischen zur Krone gewordenen Ring zu holen. Beide sind nun glücklich vereint und als es auch noch Herzlieb gelingt, den Bruder aus der Versteinerung zu erlösen und dieser von nun an folgsam sein will, fehlt nichts mehr am Glück des Rosenreichs und des Sonnenlandes. Das schöne Märchen aber ist zu Ende.
Die kleine Gesellschaft unterhielt sich anscheinend ganz | köstlich. Man bemitleidete die Königskinder, wollte sich kugeln über die tollen Witze des Oberkochs und die Streiche der Küchenjungen. Daneben wurden die Tanzeinlagen der kleinen und großen Ballettdamen, die auch wirklich reizend waren, gebührend angestaunt. An rauschendem Beifall ließ man es ebenfalls nicht fehlen, das hatte man ja von den „Erwachsenen" gelernt.
Die mitwirkenden Künstler hatten sich mit großer Sorgfalt des Märchens anaenommen. Besonders Fräul. Sa- >
auch bei den in Deutschland noch fortdauernden Belagerungen französischer Besatzungen in preußischen Festungen so viele Auszeichnungen vorgekommen, daß — wie der Historiograph des Ei'ernen Kreuzes, der Vorleser Kaiser Wilhelm I., Geh. Hofrat Louis Schneider in „Das Buch vom Eisernen Kreuz" berichtet — König Friedrich Wilhelm III., der daS Kreuz in höchster Achtung erhalten wissen wollte und daher mit der verlängerten Dauer des Krieges immer sparsamer im Verleihen wurde, auf ein Mittel bedacht war, dem unzweifelhaften Ansvruch gerecht zu werden, ohne das Ehrenzeichen zu zahlreich im Heere erscheinen zu lassen. Aus diesen Erwägungen, die sich auf die alsbald verworfene Einrichtung einer 3. Klasse und einer gleichfalls abgelehnten Sonderdenkmünze erstrecken, entstand schließlich der Kronbefehl über die Vererbung des Eisernen Kreuzes, der im Hauptquartier zu Chaumont am 17. März 1814 erlassen wurde.
Kriegervereinswesen. Die „Kyffhäusev-Korrespondenz" schreibt: Die in den letzten Tagen durch die Tagesblätter verbreitete Nachricht von dem Ausscheiden des Oldenburger Kriegerbundes und des Mecklenburger Kriegerverbandes aus dem Deutschen Kriegerbnude kann zu der Meinung führen, als ob es in der Organisation des deutschen Kriegeroereinswesens Mißhelligkeiten gebe und als ob sie zerfalle. Der Name „Deutscher Kriegerbund" kann diese Meinung aufkommen lasten. Der Deutsche Kriegerbund ist aber nicht die Zentralvereinigung des deutschen Kriegervereinswesens. Dies ist der Kyffhäuser-Vund der deutschen Landes-Krieger- verbände, der im Jahr 1899 unter wesentlicher Mitwirkung des Deutschen Kriegerbundes begründet worden ist. Kein einziger deutscher Kriegerverband denkt daran, aus diesem Kyffhäuser-Bunde auszutreten; sein Gefüge ist für alle Zeiten fest gegründet; er ist die führende Zentrale für die nationalen Aufgaben des deutschen Kriegervereinsmesens. Der Deutsche Kriegerbund, im Jahre 1873 gegründet, hat sich nach Bildung des Kyffhäuser-Bundes auf wirtschaftliche Fragen beschränkt; er ist eine wirtschaftliche, für gemeinsame Unterstützungszwecke bestimmte Bereinigung der Landes- Kriegerverbände von Preußen, der norddeutschen Staaten und von Elsaß-Lothringen. Für absehbare Zeit liegt es im Interests des deutschen Kriegervereinswesens, die wirtschaftlichen Kräfte im Deutschen Kriegerbunde zusammenzuhalten und zu stärken; das Ausscheiden einzelner Landesverbände aus diesem Bunde ist daher zu bedauern. Der Oldenburger Kriegerbund umfaßt übrigens nicht die Gesamtheit der Kriegarvereine des Eroßherzogtums Oldenburg; es gehören hierzu noch die Kriegerverbände der Oldenburgischen Fürstentümer Birkenfeld und Eutin; diese beiden Verbände bleiben im Deutschen Kriegerbunde. Die Nachricht von dem Ausscheiden des Landes-Kriegerverbandes Lübeck aus diesem Bunde beruht auf Irrtum.
Die Krankenkastenangelegenheit. Gestern vormittag fand im Reichsamt des Innern wegen der Krankenkastenfrage eine dreistündige Unterredung statt, an welcher von feiten der Regierung Staatssekretär Dr. Delbrück und Handels-
l i n g war eine niedliche Prinzessin Herzlieb, just so wie uns die Prinzessinnen aus dem Märchenbuch vorschweben. Ihr Spiel war von herzlicher Natürlichkeit, sie hat sich zweifellos die Kinderherzen tm Sturm erobert. Und in der Tat, Fräul. Saling erschien uns auch wie die Verkörperung des Märchens selbst, wenn sie die scheuen fragenden Kinderaugen aufschlug oder wenn ein glückliches Leuchten von diesen ausging. Die junge Künstlerin hat ihre Mission restlos erfüllt. Hervortretend waren weiter noch beschäftigt Frl. Siegel (Prinz Herzeleid), Frl. Elli Becker (Waldfrau), Frl. Wald (Prinzessin Rosalinde), Herr Wie- berg (König des Sonnenlandes), Herr Wanczycki (Oberkoch), Herr Lensch (Prinz Edelmut) und Herr Hunold (Zeremonienmeister). Sie alle trugen mit redlichem Bemühen zum Gelingen der Vorstellung bei. Wenn wir der übrigen Mitwirkenden zusammenhängend gedenken, so hat das seine Ursache in ihrer großen Zahl. Sie alle, die Küchenjungen, die Waldblumen und nicht zuletzt die Nixe und der Storch werden noch lange in den Herzen der Kleinen mit Recht ein bevorzugtes Plätzchen inne haben. Das stimmungsvolle Beiwerk aber, mit dem Herr Direktor Stetster die Handlung umwob, verdient volle Anerkennung
„Der gutsitzende Frack."
Komödie in 4 Akten von Gabriel Dregely.
Ein unterhaltender Abend wurde gestern im Stadt- theater durch die Aufführung der Novität „Der gutsitzende Frack" geboten. Bei ihrem Auftauchen auf den deutschen Bühnen verschieden beurteilt, doch überall günstig ausgenommen, kann diese Komödie unstreitig als ein originelles Werk bezeichnet werden, das allerdings eine gute Vertretung der Hauptpartie, des Schneidergesellen Melzer, erfordert. Herr Mathias Weyers, der uns diese Figur gestern abend glaubhaft zu machen batte. war hierfür wie ge-