Bezugspreise
vierteljährlich 1.80 Mk., monatlich 60 Mg., für Post, bezug oterteliährlich 2.10 Mk., monatlich 70 Pfg. Die einzelne Nummer kostet 5 Pfg.
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Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des verein, ev. Waisenhauses in Hanau.
General-Anzeiger
Amtliches Organ für Stadt- and Landkreis Kana«.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage. Verantwort!. Nedakteur: G. Schrecker in Hanau,
Nr. 294
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Mittwoch heu 17. Dnember
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14 Seite«.
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Mit Bezug auf die Allerhöchste Verordnung vom 8. Dezember d. I., durch welche die beiden Häuser des Landtages der Monarchie auf den 8. Januar 1914 in die Haupt- und Residenzstadt Berlin zusammenberufen worden sind, mache ich hierdurch bekannt, daß die besondere Benachrichtigung über den Ort und die Zeit der Eröffnungssitzung in dem Bureau des Herrenhauses hier, Leipzigerstraße Nr. 3, und in dem Bureau des Hauses der Abgeordneten hier, Prinz Albrechtstraße Nr. 5/6, am 7. Januar 1914 in den Stunden von 9 Uhr früh bis 8 Uhr abends und am 8. Januar 1914 in den Morgenstunden von 9 Uhr früh ab offen liegen wird.
In diesen Bureaus werden auch die Legitimationskarten zu der Eröffnungssitzung ausgegeben und alle sonst erforderlichen Mitteilungen in Bezug auf diese gemacht werden. (I. c. 4447).
Berlin am 10. Dezember 1913.
Der Minister des Innern, v. Dallwitz.
Candhrds hanaa.
Die Herren Bürgermeister ersuche ich um Anweisung der Gemeinderechner, die noch in ihren Händen befindlichen Empfangsbescheinigungen über Familienunterstützungen umgehend der Kreiskommunalkaffe anrechnen zu lassen.
Hanau den 16. Dezember 1913.
Der Vorsitzendes des Kreisausschuffes.
F rh r. L a u r.
Stadtkreis Ranau«
Diehseuchenpolizeiliche Anordnung.
Unter Bezugnahme auf die viehseuchenpolizeiliche Anordnung vom 13. d. Mts. in Nr. 291 und 292 des Hanauer Anzeigers wird in Erweiterung des Verbots der Abhaltung der hiesigen Viehmärkte auf Grund des § 18 des Viehseuchengesetzes vom 26. Juni 1909 zum Schutze gegen die Seuchengefahr noch folgendes bestimmt: Das Beschicken der hiesigen Wochenmärkte mit Schweinen wird bis auf weiteres untersagt.
Hanau den 15. Dezember 1913. 1* 13799
Königliche Polizeidirektion.
J. A.: Karbe.
Zwecks Ausführung des Anschluffes der Abortanlagen lm Hause Mittelgasie Nr. 2 an das Kanalnetz wird die Mittelgaffe zu Hanan-Kesselftadt zwischen Philippsruher ■■■■■MMW^^mmwmMW——Liiwiiiwiwmiwiimwnwiiw^M—csaa
Ausstellung Hanauer Künstler in der König!. Zeichenakademie.
Eine Führung durch die Ausstellung.
Die am vorigen Sonntag in der Kgl. Zeichenakademie eröffnete Ausstellung Hanauer Künstler enthält im Gegensatz zu den früheren Ausstellungen ausschließlich Werke von Hanauern. Dadurch wurde es möglich, den einzelnen Künstlern mehr Raum zu geben als es früher geschehen konnte. Im ganzen macht die Ausstellung einen geschlossenen Eindruck, zumal die meisten Ausstellungsobjekte jenes künstlerische Streben zeigen, daß der im guten Sinne modernen Richtung eigentümlich ist. Daß der Laie sich nicht ohne weiteres mit jeder neuen Ausdrucksform befreunden wird, ist verständlich, da gerade das große Publikum in der Kunst betont konservativ ist und die Traditionen nicht gern unbeobachtet sieht. Immerhin wird jeder vorurteilslose Betrachter den Ernst der neuen Bestrebungen anerkennen müssen und auch in den Bildern Schönheiten entdecken, wie sie der Künstler geschaut hat. Im folgenden sei ohne jede kritische Tendenz ein kurzer Kommentar zu der Ausstellung gegeben.
Otto Craß zeigt sechs Plastiken, darünter eine großzügige Studie: Schmerz. Fritz Feger stellt eine große Anzahl Groß- und Kleinplastiken aus, deren Vorwürfe sämtlich interessant und eigenartig die verschiedenen Möglichkeiten plastischer Gestaltung erkennen lassen. Von Paul Fliegner sieht man neben einigen Medaillen eine reizvolle „Weibliche Figur" und das „Porträt eines kleinen Mädchens". O. G l e n z stellt seinen Denkmalsentwurf „Graf Eberhard zu Erbach" sowie einige Elfenbeinfiguren aus. Von Hans Reisner werden außer einigen kleineren Tierplastiken ein „Junges Mädchen" und ein „Sitzendes Kinderftgürchen" gezeigt. Derselbe Künstler stellt auch einige
Allee und Schwanengasse von heute ab bis zum nächsten Samstag für den durchgehenden Fuhrverkehr gesperrt.
Hanau den 15. Dezember 1913. P 13874
Königliche Polizeidirektion.
I. A.: Karbe.
Stadtkreis Ranau, Bekanntmachung.
Durch Verfügung des Herrn Regierungspräsidenten zu Gaffel vom 21. August 1913 — AI 3678 b I Ang. — ist bestimmt worden, daß der Standesamtsbezirk Hanau- Keffelstadt, bestehend aus dem Stadtteil Hanau-Kesielstadt, dem domänenfiskalischen Gutsbezirk Wilhelmsbad und dem Gutsbezirk Schloß Philippsruhe mit Fasanerie vom 1. Januar 1914 ab als solcher aufgehoben und mit dem Standesamtsbezirk Hanau vereinigt wird.
Das Standesamt Hanau befindet sich im Stadtschloß.
Die Sprechstunden sind an Werktagen von 10—1 Uhr vormittags und 3—5 Uhr nachmittags; an Sonn- und Feiertagen und Samstag nachmittags ist geschloffen.
Hanau den 4. Dezember 1913. 30689
Der Magistrat. Htld.
Städtische Sparkasse.
Wegen des Abschluffes wird die städtische Sparkaffe vom 27. bis einschl. 31. Dezember er. für den Verkehr mit dem Publikum geschloffen sein.
Hanau den 10. Dezember 1913. 31133
Der Vorstand.
Güterrechts-Negister.
Die Eheleute Eisenbahnarbeiter Franz Seraph Züngerle und Helene geborene Weber in Dörnigheim haben durch Vertrag vom 5. Dezember 1913 Gütertrennung eingeführt.
Eintrag des Königlichen Amtsgerichts 6 in Hanau vom 13. Dezember 1913. 31139
Politische Rundschau.
Ein amtliches Nach- und Mahnwort zum Krupp-Prozeß. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat sich mit ihrem in die Form einer Interpellation gekleideten Protest gegen den Ausschluß des Abg. Dr. Liebknecht aus der Kommission zur Prüfung der Rüstungslieferungen eine empfindliche Niederlage geholt. Das war vorauszusehen, unb es wäre daher kein Anlaß gegeben, auf die Behandlung der Angelegenheit im Reichstag zurückzukommen, wenn nicht der Staatssekretär des Innern Dr. Delbrück, in seiner Antwort auf die Interpellation über deren Gegenstand hinausgreifend, ein Nachwort und Mahnwort über den zweiten Krupp-Prozeß gesprochen hätte, von dem man den Eindruck empfangen konnte, daß es gesprochen wurde, um die schwere
Gemälde aus, darunter eine Landschaft „Eiswerk" und ein Stilleben „Chrysanthemen". R. Estlers Landschaften und Blumenstücke lassen eine sehr intime Naturbeobachtung erkennen. Reinhold Ewald, der aus Italien kommt, läßt einige Arbeiten von seiner Reise sehen. Ein kubistisches sehr farbiges „Stilleben", sowie ein Porträt zeigen die große Vielseitigkeit des Künstlers, dessen andere Werke übrigens zur Zeit im Frankfurter Kunstsalon Schames in einer Kollektivausstellung zu sehen sind. Hans F e h l - Haber liebt sanfte Farbengebung; ihm gelingen einige zarte Bildnisse und Landschaften. Seine „Sonnenblumen" zeigen dagegen kräftig-dekorative Töne. Ludwig Helbigs Bilder verraten eine kräftige Hand, während Else Hertels meist aus Hanaus Umgegend genommene Landschaftsmotive innige, liebevolle Versenkung verraten. W i l- h e l m H ö f l e r, der ebenso wie Ewald eine Zeit in Italien gemalt hat, führt neben den Früchten dieser Studienreise ein Bildnis sowie ein Bild „Heilige Nacht" vor. Koch- Honnefs Landschaften und „Selbstbildnis" zeugen von der ruhigen Meisterschaft ihres Schöpfers. Von Karl Neumann geben drei Farbenholzschnitte ein Bild von den Möglichkeiten dieser Technik. Wilhelm Ohlers Landschaften verraten Sinn für straffen Rhythmus, Hugo Schimke zeigt Blumenstücke auf verschiedenfarbigem Grund. Georg Schreiber ist durch einige landschaftliche Sujets sowie durch figürliche Darstellungen, denen eine tiefe Amüsiertheit eignet, vertreten. S p i e l m a n ns, an die Art von Volkmann und Marics erinnernde Bilder, sind nach der dekorativen Seite hin stilisiert; ein Selbstporträt von ihm wirkt recht unmittelbar. W. V i ck hat eine Anzahl leuchtender Stilleben und einige landschaftliche Bilder ausgestellt. Besonders erwähnt seien die „Chrysanthemen".
Otto Ulbrichs Elfenbeinmalereien sind von photographischer Treue. Sehr reizvoller Art sind die launigen Keramiken Annie O Ht e r d i n g e r s, deren Preise leider im Katalog nicht angezeigt sind. Erwähnt sei noch die
Benachteiligung deutscher Jndustrieintereffen im Auslande, die das Vorgehen des „öffentlichen Anklägers" Dr. Liebknecht und die Prozeßverhandlung im Gefolge gehabt hat, soweit möglich wieder gut zu machen. Allerdings hatte schon die Moabiter Strafkammer, in dem sie dem Antrag des Oberstaatsanwalts auf gleiche Behandlung der beiden Angeklagten und auf Verhängung von Gefängnisstrafe gegen beide nicht folgte, sondern den angeklaalen Direktor der Firma Krupp zu einer Geldstrafe, nicht einmal zu der höchsten zulässigen Geldstrafe verurteilte, für jeden, der den Verhandlungen aufmerksam gefolgt war, deutlich zu verstehen gegeben, daß die Firma Krupp in allen Ehren aus der Verhandlung hervorgegangen war, daß also für das Ausland nicht der mindeste Grund vorliegen konnte, das gute und vertrauensvolle Verhältnis, in dem es sich bis dahin zu der deutschen Waffenindustrie befunden hatte, einer Revision zu unterziehen. Aber es war damit zu rechnen, daß die ausländische Konkurrenz, besonders unter Hinweis auf die Preisgebung von Geschäftsgeheimnissen im Krupp-Prozeß, die vermeintlich günstige Situation für ihre Zwecke ausnutzen würde. Wenn deshalb der Staatssekretär des Reichsamts des Innern Veranlassung genommen hat, gegenüber dem Abg. Dr. Liebknecht, der von einem „Panama" gesprochen hatte, in öffentlicher Reichstagssitzung unter Hinweis auf die mit außerordentlicher Gründlichkeit vorgenommene Untersuchung festgestellt hat, daß keineswegs Zustände vorliegen, die die Bezeichnung „Panama" rechtfertigen, wenn der Staatssekretär seinerseits mit Nachdruck von „unserer in der ganzen Welt geachteten und hochstehenden Waffenindustrie" gesprochen hat, so hat er damit Zeugnis abgelegt für die Ehrenhaftigkeit des deutschen Erwerbsund Geschäftslebens, für die moralische Integrität der Männer, die im Wirtschaftsleben Deutschlands an führender Stelle stehen. Dieses Eintreten für die Ehre und das Ansehen des deutschen Gewerbetreibenden, des deutschen Kaufmanns, werden dem Staatssekretär Dr. Delbrück nicht nur die zunächst beteiligten Kreise zu danken haben. Es geht die Allgemeinheit an, wenn solche Anschuldigungen erhoben werden, wie sie der sozialdemokratische Abgeordnete Dr. Liebknecht auf höchst zweifelhafte Unterlagen hin erhoben hat; es wäre daher in höchstem Maße wünschenswert, daß die Ehrenerklärung, die der Staatssekretär des Reichsamts des Innern im Jntereffe des Ansehens der deutschen Industrie und der Wahrung ihrer Interessen abgegeben hat, nicht nur im Auslande, sondern auch überall im deutschen Vaterlande und hier namentlich von unserer industriellen Arbeiterschaft, unter der die Sozialdemokratie mit Verdächtigungen und Beschimpfungen der deutschen Arbeitgeber planmäßig agitiert, als ein unantastbares Zeugnis für die innere Gesundheit und Reinheit unseres wirtschaftlichen Lebens beachtet und bewertet wird.
Japan verweigert seine Zustimmung zu dem russischen Vorschlag, die Truppen aus der Provinz Tschili zurückzuziehen.
bis ins einzelne durchgeführte Landschaft, die O. Hermann ausgestellt hat.
Die Ausstellung war bereits am Tage der Eröffnung stark besucht. Hoffentlich vergißt das Publikum nicht, daß die ausgestellten Kunstwerke zum Kaufen da sind, und die heimische Kunst sich nur dann in gleicher Weise wie bisher entwickeln kann, wenn sie durch die Gunst der Kunstfreunde auch andre als rein ideelle Erfolge sieht. t.
Kunst und Leben.
W Darmstadt, 16. Dezbr. Heute abend fand im Hoftheater die Uraufführung des dreiaktigen Trauerspiels „König Karl" mit dem Vorspiel „Das Völklein auf der Heide" von Ernst Freiherr v. Wolzogen statt. Das Trauerspiel bildet den zweiten Teil der Dramentrilogie „Der Weg des Kreuzes", dessen erster Teil „Die Maifreude" bereits früher zur Aufführung gelangt ist. Im Mittelpunkt des Trauerspiels steht die Herrennatur des Königs Karl und seine Liebe zu dem Sachsenmädchen Eersuinb, mit der die historische Tatsache der Verschwörung des Pipin und der fränkischen Grafen gegen das Leben des Königs zu einer spannenden dramatischen Handlung verflochten ist. Auch die Stellung des Königs Karl zur Geistlichkeit und die Frage der weltlichen und geistlichen Macht spielt eine Rolle in dem Stück, das eine sehr warme Aufnahme fand. Nach dem ersten Akt und zum Schluß wurde der Dichter mehrere Male hervorgerufen.
Albumblätter.
Wie der Schatten früh am Morgen, Ist die Freundschaft mit dem Bösen, Stund* auf Stunde nimmt sie ab. Aber ^rcunbic^aft mit dem Guten Wächset wie der Abendschallen,
Bis des Lebens Sonne sinkt. Rückert-