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StnrvckunFsgebShr:

Die Sgespaltene Petitzeile oder deren Raum 20 Pfg. im Reklameteil die Zeile 50 Pfg.

Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei de« verein, ev. Waisenhauses in Hanau.

Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Sana».

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Bezugspreise

Vierteljährlich 1.80 Mk., monatlich 60 Pfg., für Pop. bezug vierteljährlich 2.10 Mk., monatlich 70 Pf^ Die einzelne Nummer kostet 5 Pfg.

Verantwort!. Redakteur: G. Schrecker in Hanan,

Nr. 289

Bernsprechanschlttst Nr. 230

Donnerstng de» 11. Dezember

iyernsprechanschltts; Nr. 23(1

1913

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Dit Heilige MM» «iiliatz! mzerhem linitrijiitogsNatt

13 Seiten.

AmINchr«.

Landkreis hanau.

Handbuch über Jugendpflege auf dem Lande.

Die von Fr. Lemke herausgegebene SchriftHand­buch der Jugendpflege auf dem Lande" erscheint geeignet, die Zwecke der Jugendpflege, besonders auch, soweit sie im Verein mit der ländlichen Fortbildungsschule ver­folgt werden, zu unterstützen. Ich mache deshalb die Leiter und Lehrer der ländlichen Fortbildungsschulen auf diese neue Schrift aufmerksam und ersuche, sie in das Verzeichnis der nach dem allgemeinen Lehrplan für land, liche Fortbildungsschulen zugelasienen Lehrmittel aufzu- nehmen und zwar auf Seite 23 unter B: 14 b. Fr. Lemke, Handbuch der Jugendpflege auf dem Lande. Verlag: Deutsche Landbuchhandlung, Berlin SW 11 3 M.

Der Preis der Buches, das nur gebunden geliefert werden kann, beträgt 3 Mk. Bei direktem Bezüge einer größeren Anzahl von der Sortimentsabteilung der Deutschen Landbuchhandlung ermäßigt er sich auf 2,75 M. das Stück. (A III Nr. 6511.)

Castel den 26. November 1913.

Der Regierungspräsident.

J. V.: v. Wussow,

Veröffentlicht mit dem Bemerken, oaß Bestellungen auf das Handbuch, das ich zur Anschaffung nur empfehlen kann, bis zum 1. Januar k. Js. von mir entgegen­genommen werden.

Hanau den 9. Dezember 1913. V 8254

» Der Königliche Landrat.

Frhr. Laur.

Bekanntmachung.

Das Hofmarschallamt Seiner Königlichen Hoheit des Landgrafen von Hessen zu Philippsruhe beabsichtigt bei eintretendem Schnee- nnd Frostwetter zur Vertilgung von Raben und Krähen in den landgräflichen Jagd- bezirken des hiesigen Kreises Ochsenblut mit Strychnin auszulegen.

Die Stellen, an denen das Gift liegt, find kenntlich gemacht.

Ich bringe das hiermit zur allgemeinen Kenntnis und ersuche, auch die Ortspolizeibehörden für weitere,

Weihnachtsbücher.

Bongs Schön-Bücherei.

Das durch seine Goldene-Klassiker-Ausgaben bekannte deutsche Verlagshaus Bong, Leipzig, will in seinem neuen UnternehmenBongS Schönbücherei" durch Herausgabe wichtiger Dokumente des menschlichen Herzens der Vertiefung unserer Kultur dienen.

Da ist z. B. ein SammelbandBriefe der Liebe" (karton. 2 Mk., Satin 3 Mk.), herausgegeben von Camill Hoffmann, erschienen. Ein ganz wunderbares Buch, das uns hervorragende Menschen in der persönlichsten Kund­gebung, im Briefe und in demjenigen Briefe, der am meisten das innerste Wesen des Schreibers verrät, im Liebesbriefe, zeigt. Eine lange Reihe hervorragender Menschen führt es an uns vorüber, Alte und Junge, Männer und Frauen, Dichter, Komponisten, Könige, Feldherren, Staatsmänner, Deutsche, Franzosen, Engländer; Charakter und Schicksal, Glück, Unglück, Hoffnung, Sehnsucht und Er­füllung, das alles klingt bezaubernd auf und bestrickt uns unmittelbar. Die Tragödie wie die Komödie des Lieber- Iptels lebt in gleicher Weise elementar und fortreißend auf. Zwar sind es nur Dokumente aus den letzten 2 Jahr- yundnten, aber welch eine Fülle der Gefühle! Der Heraus­geber hat cue Briefe zu K u l t u r k r e i s e n geordnet. Der erste charakterisiert gleich die ganze Entwicklungskette; es ist das 5 itstlter der Aufklärung, wo der Weg des politischen und sozialen Denkens vom V e r st a n d zum Gefühl führt. An der Spitze steht Gottscheds künftige Gattin, Jungfer Kuilmis. Der Zusammenprall des zierlich starren Rokokos, wie der Herausgeber ausführlich auseinandersetzt, mit der j Aufklärung leuchtet in ihr auf, wie in einem Kristall, ge­sammelt und rem. Das bürgerliche Zeitalter meldet sich'm Swift und Steele an. Pope, Diderot, Wieland, Lessing, ' Rousseau leiten über zum demokratischen Zeitalter, I das freilich erst am Horizont wetterleuchtet" . . . ! Die Mitte des 18. Jahrhunderts steigert den Ueberschwang des Empfindens: Klopstock, verhimmelnde Ueberspanntheit, ] erotisch-pieüstische Ekstatik. Dann tritt wieder eine Kläruna 1

ortsübliche Bekanntgabe zu sorgen.

Hanau den 9. Dezember 1913. V 8099

Der Königliche Landrat.

F r h r. L a u r.

Stadtkreis hanau. Bekanntmachung.

Gemäß § 160 der Reichsversicherungsordnung vom 19. Juli 1911 werden die Ortspreise zur Berechnung des Wertes der Sachbezüge für Versicherte im Bezirke des Stadtkreises Hanau wie folgt festgesetzt:

1. Wert der freien Kost pro Tag:

a) Für männliche Versicherte auf 1,25 Mk. Davon entfallen auf Frühstück = 0,25 Mk., auf Mittagessen = 0,60 Mk., und auf Abendeffen = 0,40 Mk

b) Für weibliche Versicherte auf 1,15 Mk. Davon entfallen auf Frühstück = 0,25 Mk., auf Mittagesien 0,60 Mk., und auf Abendesien 0,30 Mk.

2. Für freie Wohnung pro Tag 0,20 Mk. Hanau den 8. Dezember 1913. 30429

Das Versicherungsamt.

J. V.: Bartmuß.

Bekanntmachung.

Im 1. Obergeschoß des Hauses Wolfsgaste 6 find 2 Wohnungen, bestehend aus je 2 Stuben, Küche und kleiner Kammer, alsbald zu vermieten. Auskunft wird auf Zimmer 27 des Rathauses erteilt. Hanau den 5. Dezember 1913. 30223

Der Magistrat.

J. A.: Ehrich.

Marktordnung, detr. den Weihnachtsmartt.

Auf Grund der §§ 70 und 149 der Gewerbeordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 26. Juli 1900 wird mit Zustimmung des Magistrats nachstehende Markt- ordnuna für den Stadtkreis Hanau erlassen.

6 1.

Der Weihnachtsmartt findet an den Tagen des 16. bis einschließlich 24. Dezember auf dem Neustädter Markt­platz statt.

5 2.

Die Verkaufsbuden dürfen bereits am 14. Dezember aufgeschlagen werden, es sei denn, daß dieser Tag auf einen Sonntag fällt. Sie sind noch am Abend des 24. Dezember wieder zu entfernen.

und Gesundung ein: Herder, Pestalozzi, Voß, Bürger . . . Jenseits des Rheins wird die Liebe während dessen zur Orgie oder zur Verzweiflung; in die Liebe kommt das demo­kratische Gift. Diescits des Rheins dagegen wird sie um so kerniger und solider; durch Liebe wird Reife erkämpft: Goethe . . . Die heroische Zeit bricht an. Napoleons Liebes­briefe werden zum Beweis dafür, daß die kürzesten auch eindrucksvoll ohnegleichen sein können. Aber daneben schwärmt die Liebe auch wieder: die Romantik; doch das Schwärmen ist im Grunde tiefe Innigkeit und führt allmäh­lich zu Charakterfestigkeit: Ueber die Zeit der bürgerlichen Genügsamkeit (Uhland, Stifter, Geibel, Groth) gelangen wir zu derjenigen Art der Liebe, die Mut zu sich selbst hat, die sich Aufgaben stellt: Hebbel, Wagner, Ludwig,Tolstoj, Segantini.

Die Kreise sind allerdings nicht streng gezogen. Da es sich ja immer um Gefühle handelt, so ist es auch nicht möglich, aber wenn auch der Rhythmus wechselt, die Melodie bleibt und klingt ewig nach . . .

Ein ähnlichesdocament humain haben wir in der prächtigen SammlungGold gab i ch für Eisen": Deutschlands Schmach und Erhebung in zeitgenössischen Briefen und Tagebüchern. Wir kennen ja die Ereignisse der großen Zeit, mindestens aus der Geschichtsstunde unsrer Schulzeit. Was uns aber ganz fremd zu sein pflegt, ist der Geist der Zeit selbst, die Erlebnisse der einzelnen Menschen, die welthistorischen Vorgänge, wie sie sich in den Schicksalen der Zeitgenossen spiegeln. Mit diesem Buch ist der wohl- gelungene Versuch gemacht worden, die innere Geschichte der Zeit von 1806 1815 aus solchen Herzensbekenntnissen zusammenzusetzen. Viel tiefer erleben wir dadurch das Ringen um eine Wiedergeburt, viel tiefer all die Schrecken des Krieges und die große Siegesfrende mit. Das ganze Buch ein Seelenkristall von unvergleichlicher Strahlungskraft und Farbenschönheit! Ein Geschenkiverk, wie man sich in unseren Tagen der Jahrhundertfeier kein anderes herrlicher denken kann!

Bruno Wille hat in seinem SammelwerkLebens­weisheit" die Deutungen unseres Daseins tn Aussprüchen führender Geister aller Zecken und Völker zusammengestellt. In einem längeren Vorwort spricht er seine eigene Sinn- beutuna des Weltalls aus. Als der wichtiafte Grund-

S 3.

Da» Feilhalten auf dem Weihnachtsmarkt ist observanz- mäßig nur hiesigen Einwohnern gestartet und beschränkt auf sogenannte Weihnachtsartikel: Kinderspielwaren, Christbäume, Christgärten, Lebkuchen und Konditorwaren.

/§ 4.

Jeder Feilhaltende ist den marktpolizeilichen Anordnungen unterworfen. Zuwiderhandlungen gegen diese Ordnung werden mit Geldstrafe bis zu 30 Mk. oder im Unver­mögensfalle mit Haflstrafe bis zu 8 Tagen geahndet.

S 5.

Vorstehende Marktsrdnüng tritt mit dem Tage ihrer Be­kanntmachung in Kraft. Mit dem gleichen Tage wird die Polizeiverordnung vom 3. Dezember 1881 betreffend den WeihnachtSmarkt aufgehoben.

Hanau den 25. Januar 1910. 30463

Städtische Polizei-Verwaltung.

Der Oberbürgermeister. Dr. Gebefchus.

Schulnachrichten.

Die Ostern 1914 schulpflichtig werdenden und in der Zett vom 24. bis 29. vorigen Monats angemeldeten Kinder sollen auf ihre geistige und körperliche Schulfähigkeit durch den zuständigen Schularzt schon jetzt untersucht werden, und zwar:

Dienstag den 9. Dezember 1913, morgens 9 Uhr, in bet 3. Bezirksschule,

Mittwoch den 10. Dezember 1913, morgens 9 Uhr, in 8er 4. Bezirksschule

Donnerstag den 11. Dezember 1913, morgens 9 Uhr, in der Mädchenmittelschule,

Donnerstag den 11. Dezember 1913, nachmittags 2 Uhr, in der Knabenmittelschule,

Freitag den 12. Dezember 1913, morgens 9 Uhr, in der 1. Bezirksschule,

Samstag den 13. D-'ember 1913, morgens 9 Uhr, in der 2. Bezirksschule.

Es ist dringend erwünscht, daß bei dieser schulärztlichen Untersuchung ein erwachsenes FamiliengliÄ», am besten die Mutter des zu untersuchenden Kindes, zugegen ist, damit Auskunft über frühere Krankheiten des Kindes u. a. m. gegeben werden kann.

Hanau den 5. Dezember 1913. 29943

Der Stadtschulrat.

Dr. Derensmann.

Zwangsversteigerung.

Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in Hanau belegenen, im Grundbuchs von Hanau Artikel

satz gilt ihm:Alles Dasein ist Erlebnis!" Er glaubt fest an einen Aufstieg zum Bestern und legt daS beständige Streben nach dem Ideal dem Einzelnen al» Pflicht auf. Ueber der Welt der Materie, der niederen Leidenschaften, bei Kampfes und der Not eine höhere Welt aufzubauen, in der Klarheit, Reinheit und Harmonie herrschen, darin sieht er den Sinn des Leben» . . . Diesem Gedanken ist er in den Werken unserer größten Dichter und Denker nachgegangen und wo er ihn fand, hat er ihn immer behutsam! heransgehoben. So wächst Bruno Willes Lehre au» bet geistigen Arbeit der Menschheit hervor, und diese Blütenles« bald geistvoller, bald tiefsinniger, bald fröhlicher, bald auch skeptischer Aussprüche bilden zugleich in ihrer Gesamtheit, was der Titel verspricht, eine vollständige Lebensweisheit. Preis des Buche» 2 Mk., Satin 3 Mk.

Georg Hermann bietet in seiner Dokumentensammlung Das Biedermeier im Spiegel seiner Zeit" eine Füllevon Briefen,Tagebüchern,Memoiren,Zeitungsberichten, Gassenhauern, kurzalledietausendFormen, in denen jeneâußerlich so idyllische, innerlich so stark g ä r e n d e Zeit (etwa zwischen 1815 und 1848) sich ausspricht. Wir sehen da den uns ft vertrauten Biedermeier in seinen vier Pfählen, wir begleiten ihn in Konditoreien und Gartenlokale, wir lasten unS z» Tanz und Konzert führen, besuchen den Weihnachtsmarkt und machen den Stralauer Fischzug mit. Wir lernen auch den Hof, das Theater, die Literatur kennen. Auch daS politische Leben zieht an uns vorbei: Turner und Burschenschafter, Demagogenverfolgung usw., alles wird so lebendig, daß wir in Wirklichkeit dabei zu sein vermeinen. Unterhaltsam und aufschlußreich werden die verschiedenen Abschnitte von G. Her­mann eingeleitet. Dieses Werk dürste ein Lieblingsbuch aller derer werden, welche die Zeit, da der Großvater die Groß­mutter nahm, besonders lieben. Und wer wäre heute nicht in das geruhige Biedermeierleben verliebt? . . . Preis 2 Mark, Satin 3 Mark.

Bongs Schön-Bücherei verspricht eine Kulturtat ersten Ranges zu werden; man wird gespannt auf die weiteren Erscheinungen sehen . . Die Satinbände sind reizend; jeder Band ist feinem Charakter entsprechend nach einer besonderen Zeichnung angefertigt und tn wohltuenden Farbentönen ge­halten.d»