SinrLckungsgeLühr:
Die 6gespa!tene Petitzelle oder deren Raum 20 Pfg. im ReUameteU die Zeile 50 $fc
Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des verein, ev. Waisenhauses in Hanau.
General-Anzeiger Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kanan. Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Bezugspreis«
vierteljShrlich 1.80 Mk., monatlich 80 Pfg., für Po^ bezug vierteljährlich 2.10 Mk., monatlich 70 Pf-, Die einzeln« Nummer kostet 6 Pfg.
Verantwort!. Redakteur: ®. Schrecker in Hanan,
Nr. 283 vtfwwtedwMkA Nr. 230. Donnerstlig den 4. Dezember
ffcr»lvr<chan!ch>»ki Nr. 230. 1913
Die Heutige Kummer umloM außer dem iinterljaltuiigsöloti
13 Seiten.
Amtliches.
Stadtkreis Ranau.
Der prakt. Arzt Dr. med. Rudolf Roll, hier, Hospital- straße Nr. 45 wohnhaft, ist anstelle bei Königlichen Kreisarztes Dr. Sauberzweig auf Grund bei § 3 Absatz 2 der RegierungSpolizeiverordnung vom 31. Mai 1912, betreffend die Leichenschau, als amtlicher Leichenbeschauer für die Stadt Hanau — einschließlich Hanau-Kesselstadt — bestellt worden.
Hanau den 1. Dezember 1913.
Königliche Polizei-Direktion.
J. A.: Karbe.
Bekanntmachung.
Der Bedarf der nachstehend aufgeführten Raturalien für die hiesige Kinderkrippe und Kleinkinderschule ist für die Zeit vom 1. Januar bis 30. Juni 1914 im Wege des öffentlichen Angebots zu vergeben.
Für den obengenannten Zeitraum sind erforderlich * ca. 250 Pfd. Ochsenfleisch,
' ca. 450 Pfd. Rindfleisch, ca. 100 Pfd. Kalbfleisch, ca. 250 Laib Brot, ca. 3650 Brötchen.
Angebote mit der Aufschrift „Naturalienbedarf für die Kinderkrippe und Kleinkinderschule" versehen, sind bis 10. Dezember 1913 einzureichen.
Hanau den 24. November 1913. 28 789
Der Magistrat. , ' Glaser.
Bekanntmachung.
Nachstehende in der Gemarkung Hanau belegenen Grundstücke sind zu Martini 1913 pachtfrei geworden. Lit. HH Nr. 242/8, Land nördl. der Neuhofer Aepfel- allee an der Ostseite der Friedberger Bahn 42 qm groß,
Lit. HH Nr. 243/9 desgl. wie vor 2 ar 33 qm groß, Lit. 88 Nr. 433/24 am projektierten Diehmarkiplatz 10 ar 05 qm groß, Rohrgraben zwischen Bahn und Kinzigheimerweg Lit. W Nr. 49 Acker auf dem Klausenweg 22 ar 15 qm groß,
Lit. GG Nr. 307/11 Acker das neue Mühlfeld 28 ar 14 qm groß,
Lit WW Nr. 70 Weg und Land links der Druchköbeler- landstraße.
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Weihnachtsbücher.
. Im Verlag Jos. Singer- Straßburg erschienen mehrere Bücher, die sich ihres Inhaltes wie ihrer Ausstattung wegen vorzüglich zu Weihnachtsgeschenken eignen. Sie sind zwei größeren Sammlungen des Verlags entnommen: „Singer- Bücher" und „Helden und Schelme". AuS jener sind besonders „Das Balzac-Buch, Novellen und Erzählungen von Honorä de Balzac, übersetzt von Stadler, mit vielen Bildern der Zeit, ein stattlicher Band zu nur 3 Mk., sowie Edgar Allan Poes Seltlame Geschichten in hervorragender Ausstattung von Emil Preetorius, ebenfalls zu nur 3 Mk., empfehlenswert.
Wie Flaubert der künstlerisch vollkommenste, so ist Balzac der schöpferisch reichste unter den französischen Romandichtern. Er ist ein Genie der Erfindung, der leben* formenden Energie, der gestaltenbildenden Kraft. Aus seinem zewaltigen Lebenswerke, das mit Recht den Namen „Menschliche Komödie" führen darf, sind in dieser Singer-Ausgabe Heinere Stücke losgelöst, die nicht nur ein scharfes Bild des Rovellilten Balzac geben, sondern gleichsam im Kern die ganze Fülle und Vielseitigkeit dieses erstaunl chen Menichen- châpfers enthalten. In der kleinen Geschichte vom „Unbekannten Meisterwerk" sind die aus der Anstrengung einer ast übermenschlichen Kunstarbeit geholten Erfahrungen und Erkenntnisse über daS Wesen der Kunst in das melancholische Wissen um den ewigen und niemals zu versöhnenden Widerstreit zwischen der sinnlichen und geistigenWeltverwoben. Das „Mädchen mit den Goldaugen" ist eine Vision von Paris mit »allen seinen Abgründen, Schreckenskammern und hölli'chen !^chöuheiien,vielleichldasersteundjedeufallseinesder glänzendsten Gemälde, darinnen das Leben unserer modernen Großstädte Ausdruck gefunden hat. In der Erzählung „Chabert", erleben wir die erschütternde Tragödie eines Menschen mit, der an der Moderne in Grunde geht; aber der tragische Ausklaua
Pachtliebhaber werden zu dem am Montag den 8. Dezember 1913, nachmittags 3 Uhr, im Geschäftsraum der Stadthauptkasse, Marktplatz 18 I, stattfindenden Verpachtungstermin hiermit eingeladen.
Hanau den 2. Dezember 1913. 29623
Stadthauptkasie.
Zwangsversteigerung.
Im Wege der Zwangsvollstreckung sollende in Rüdig. heim belegenen, im Grundbuchs von Rüdigheim Blatt 536 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Landwirts Peter Göbel in Rüdigheim eingetragenen Grundstücke:
Grundsteuerrein-
Ge. bâude- steuer- nutz»
Kbl. Parz. WirtschastSart u. Lage
Größe ertrag
UNgS- wert
12 205/89 Acker im Breul
14 36/18 Wiese hinter« TeufelS-
kopf
11,26 ar 0,79M.
8,36 „ 1,81 „
9 10 Acker auf dem DüngeS
12,35 „ 1,45 „
9 18/9 Acker daselbst
24,80 „ 1,75 „
9 25/9
19,00 „ 2,23 „
9 29/9 ,
24,20 „ 2,84 „
9 33/9 „
HauS Nr. 71 Ravolzhâuser- straße
17,85 „ 2,10 „
16 899/382 *) Wohnbau» nebst
16 393 Hofraum und HauS-
16 575/368 garten
16 385 b) Scheuer mit Stall (A)
c) Kuhftall (B)
d) Schweinestall (0)
e) Schwernestall mit Abort
16 900/382 Hofraum an der Straße
3,77 „
0,48 „
0,59 „
0,88 ,
0,21 „
60 M.
Grundsteuermutterrolle Art. 491 Eebäudesteuerrolle Nr. 69
am 30. Januar 1914, nachmittags 3 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht in Rüdigheim in der Gastwirtschaft von Uhrig versteigert werden.
Hanau den 28. November 1913. 29619
Königliches Amtsgericht 6.
Bekanntmachung.
In der Zwangsversteigerungssache Grunewald wird das Haus Dorstadt Nr. 25 am 23. Januar 1914 nicht versteigert. Der Termin fallt aus.
Hanau den 28. November 1913. 29621
Königliches Amtsgericht 6.
ist umwittert von bet fernen Gloriole von Napoleons Stern und Untergang. — Köstlich in der humoristischen Art, mit der uns ein Bild der kleinen Stadt gegeben wird, ist die Erzählung vom „Alten Mädchen". §ier ist die Provinz, wie sie lebt, itzt, trinkt, Geschäfte macht, Feste feiert, Politik redet, Klatschereien anipinnt, heiratet und begräbt. AuS den ; „Contes Drolatiques" ist die Novelle vom „Lustigen Pfarrer von Meudon" gewonnen, ein Hymnus auf den großen Meister Francois Rabelais, der dem Hof Hemricks IL von Frankreich in der Sprache der Fabel entzückend die Wahrheit sagt. Durch den hochinteressanten Inhalt, wie durch den künstlerischen Bilderschmuck erfüllt dieser Band alle Anforderungen, die man an ein wirklich gutes Buch stellen kann.
Auch die Edgar Poe-Ausgabe kaun als b e st e u s gelungen bezeichnet werben. Sie enthält die zwanzig besten Erzählungen des wohl größten Dichters Amerikas. Mit solcher suggestiven Gewalt wie Poe hat noch fein anderer das Grauen gestaltet, kein anderer hat jene unheimlichen Dinge aus den Grenzgebieten des Lebens, wo Traum und Tag, Schlaf und Tod ineinander übergehen, in so beängstigender Wirklichkeit dargestellt. Leidenschaft, Genie, Wahnsinn sind ■ die Triebkräfte seiner Menschen, deren Innerstes er mit feinstem psychologischem Spürsinn erkundet . . .
Aus der Sammlung „Helden und Schwänke" verdient die Ausgabe der „Inter! stauten Krimiualgeschichteu aus dem neuen Pitaval" (unter dem Titel „Das peinliche Gericht" eindringlicher Empfehlung. (Preis in eleganter Ausstattung, 600 Seiten, 3 Mk.). Diesen Geschichten, die in die dunkelsten Seelmgründe Hinableuchien, hattet nichts von schlimmem Seuialionsreiz an. Hat doch kein Geringerer als S ch l l l e r die „Rechtfälle des Pilaval" als Waffe gegen die Schundliteratur benutzt! Und das mit vollem Recht: beim ob sich auch Abgründe vor uns cmtiin, es bleiben ^invr erg' eisende, erschütternde M è »schlich- leiten, documents humains von lebendigster Wirkuna. 1
Berichtigung.
Zu 5tr. 279.
Die Bekanntmachung des Königlichen Amtsgerichts 5 in Hanau vom 15. November 1913 lautet richtig, wie folgt :
In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Kaufmanns Karl Philipp Heß, Inhabers der Firma Karl Philipp Heß in Hanau ist Bergleichstermin auf den 20. Dezember 1913, vormittags 11 Uhr, vor dem Königlichen Amtsgericht 5 in Hanau, Nußallee 17, Zimmer Nr. 17 anberaumt.
Der VergleichSvorschlag ist auf der Gericht-schreiberei bei Konkursgerichts zur Einsicht der Beteiligte« niedergelegt. Hanau den 2. Dezember 1918. 29677
Äoniqf*'*•■*•* ^.
Politische Rundschau.
Der Luftschiffbau der Heeresverwaltung. Wie wir auS bester Quelle erfahren, ist die Meldung emeS Berliner BlatteS, die Heeresverwaltung habe sich dafür entschieden, in Zukunft nur noch Luftschiffe bei starren System» bauen zu lasten, sodaß als« von einem „Siege" diese« System» über da« der unstarren bezw. halbstarren Luftschiffe gesprochen werden könne, dahin zu berichtigen, daß von irgend einer Entscheidung der Militärverwaltung in dieser Hinficht zurzeit noch keineSweq« die Red« ist.
Der künftige KolonialgerichtShof. Wie aus parlamentarischen Kreisen verlautet, herrscht bei der ReichSregie- rung keine Neigung, dem bei der Beratung der Vorlage über die Schaffung einet obersten KolonialgerichtShof«« angeregten Gedanken, diesen Gericht-Hof alt einen besonderen Senat dem Reich-gericht anzüglichem, Folge zu geben. An den maßgebenden Stellen hält man nach wie vor daran fest, daß sich all Sitz des künftigen KolonialgrrichtShofe» lediglich Berlin empfehle.
Krankenkasse« und Aerzte. Im Gegensatze zu dem unserer neulichen Meldung von der bevorstehenden Einleitung einer Vermittelung de« Reich-amt« bei Innern zwischen den Krankenkaffen und den Aerzten von einigen Blättern zuteil gewordenen Dementi erfahren wir von gut unterrichteter Seite, daß die nötigen Vorbesprechung«« für eine solche Vermittelung so gut wie abgeschloffen sind, so daß die Vermittelung-tätigkeit bei genannten Reichsamte» bereit- in allernächster Zeit ihren Anfang nehmen dürfte.
Gegen die deutsche Militarmifsiou in der Türkei wird jetzt noch von der Londoner treffe Stimmung gemacht. Die Entsendung wird all ein Bruch der internationalen Vereinbarungen über die Neutralität der Dardanellen bezeichnet.
Die funkentelegraphische Verbindung in nuferen Kolonien in der Südsee. Die erste Teilstrecke de« deutsche« TelefunkennrheS in der Südsee ist jetzt mit der Inbetriebsetzung der Ttatwn-n Bav und Nauru dem öffentlichen Ver- ff""^——I” ..„...^^^—.„^....^. —I^— W—B^^™—I die dem eindringenden Geist reiche Anregung nach der psychologischen und kulturellen Seite hin geben . . . Einen eigenen Reiz geben dem Buch Bilder von Goya, Hogarth, Käthe Kollwitz, Rubin, L. v. Zumbusch.
In derselben Sammlung erschienen auch „Die drei Musketiere" von Alexander Duma«. Dem alten Duma» ein neue- und vielleicht zum ersten Male künstlerische- deutsches Gewand zu geben, war eine Notwendigkeit, der sicher jeder zustimmt, der deutsche DumaS-Uebersetzungen schon einmal in der Hand hatte. Ulrich Rauscher hat diese Aufgabe gelöst. DaS reiche Lob, daS man dessen Rabelais- Ausgabe spendete, wird auch diese sorgfältige, formschöne Übersetzung begleiten, und die Vielen, denen DumaS in dieser künstlerischen Verjüngung Freude macht, werden eS ihm zu danken wissen, daß er durch geschickte Streichungen die Gedrängtheit der Darstellung erzielte, wie sie unserm Geschmack heute entspricht. Die zahlreichen Bilder von Philippotrati geben in ihrer eleganten Kunst Darstellungen jener Heroischeil Zeit, die eines DumaS wirklich würdig finb. (Preis auch nur 3 Mk.)
Ferner sind in her Sammlung „Singer-Bücherei erschienen eine Auswahl von August Strindbergs Werken; Selma Lagerlöfs „Jeru'alem" (nur 2 Mk.) und John Habbcrtons „Helenens Kinderchen und anderer Leute Kinder". In der Sammlung „Helden und Schwänke" sind außer den erwähnten gute Ausgaben von Don Quichote, vom Gil B l a § und Rabelais „Gargantua und Pantagruel" etftienen; Werte der Weltl-keratur, befreit von störenden Weitschweifigkeiten. Jeder Band ist etwa 600 Seiten stark, auf Zollfreiem Papier gedruckt, in großer schöner Schrift. Die Bücker dieser Sammlung eignen sich vor allem zu Ge- fcbenf;irec?en für reifere Knaben; ohne Bedenken können sie ihren in die Hand gegeben werden, sie haben baue' ude» Wert für sie, auch wenn sie schon erwachsen sind. -d.