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Rotationsdruck und Verlag der Duchdruckerei des
General-Anzeiger
Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kanan.
Bezugspreis:
Vierteljährlich 1.80 Mk.. monatlich 60 Pfg., für Post- bezug vierteljährlich 2.10 Mk., monatlich 70 Pfg.
Die einzelne Nummer kostet 5 Pfg.
verein, ev. Waisenhauses in Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage. Verantwort!. Redakteur: 6. Schrecker in Hanau.
Nr. 280 K<r»n>re«a>ischl«s, Nr. 230.
Montan den 1. Dezember
Ferltsprechattschluf; Nr. 230«
1913
Tie heutige Nummer iimiaht anher dem MerWnWdluii 14 Seiten.
Ammans.
Landkreis Hanau.
Der Feldwebel Hermann Eggers ist von heute ab mit der probeweisen Vorsehung der Geschäfte des Kreis- vollziehungsbeamten beauftragt worden.
Hanau den 1. Dezember 1913. A 4875
Der Vorsitzende des Kreisausschusies.
F r h r. L a u r.
Stadtkreis Hanau.
Nachdem die Friedrichstraße mit einer Pflasterdecke versehen ist, werden die Anlieger dieser Straße auf die Vorschriften der Strahenpolizeiverordnung vom 27. März 1913 / 28. Mai 1909 aufmerksam gemacht.
Danach müssen die Straßen einschließlich der Bürgersteige und Rinnsteine längs der ganzen Frontlänge eines Grundstücks bis zur Mittellinie des Straßendammes gründlich gereinigt werden. Verantwortlich find die Eigentümer der angrenzenden Grundstücke oder die Mieter ganzer Häuser.
Die Verpflichtung zur Straßenreinigung beginnt am Mittwoch den 3. Dezember 1913.
Hanau den 18. November 1913. P 12745 Königliche Polizeidirektion.
3. A.: Karbe.
Einladung zur Sitzung der Stadtverordneten-Versgmmlung am Donnerstag den 4. Dezember 1913, nachmittags 5 Uhr.
1. Wahl eines Armenpflegers für Walz.
2. Wahl eines Sachverständigen zur Abschätzung von Flurschäden.
3. Neuwahl 5er Schiedsmänner.
4. Rechnung der Schlachthofkasse.
5. Rechnung der Stadtkasse Abteilung I für 1911.-
6. Rechnung der Stadtkasse Abt. II B für 1912
7. Rechnung der Stadtkasse Abt. II A für 1912.
8 Rechnung der Vegräbniskasie für 1912.
9. Rechnung des Betriebs- und Ausgleichsfonds für 1912.
10. Rechnung der Kasse der Besoldungen der Verwaltungs- Leamten bei den Werken.
11. Kabelverlegung in der Eberhardstraße».
12. Aufstellung und Versetzung von Laternen in der Ostbahnhofstraße.
13. Kabelverlegung von der Steinstraße bis zum Stadtschloß.
14. Verlegung von Gas-, Wasier- und Kabelleitungen in der Eoethestraße bis zu dem von Maltitzschen Neubau.
StütWr in Am.
„Püppchen".
Nun hat, wohl nach einigem nicht unberechtigten Zögern, das „Püppchen" auch hier Einzug gehalten. Der Erfolg, den die dreiaktige Berliner Gesangsposie von Kurt Kraatz und Jean Kern mit den Eesanstexten von Alfred Schoenfeld und der Musik des Komponisten Jean Gilbert auf vielen deutschen Bühnen noch immer erzielt, hat die Direktion des Hanauer Stadttheaters veranlaßt, diesen . Kassen-Magnet" auch für Hanau zur Aufführung zu erwerben. Daß „Püppchen" für unseren Musentempel ein ganz guter „Kassen-Magnet" sein wird, bewies gestern abend das gut besuchte Haus. Selbstverständlich hat die Posse, die erfreulicherweise nicht mit der anspruchsvolleren Bezeichnung „Operette" firmiert, nicht die allergeringste literarische Bedeutung. Hier ist wieder als der ausschlaggebende Teil die Musik zu bezeichnen, die auch recht gefällige Melodien aufweist und dadurch den gebotenen sonstigen Unsinn genießbarer, wenn auch nicht so- ^i sagen verdaulicher macht. Wer kennt auch nicht den Schlager: „Püppchen, du bist mein Augenstern", den heute jeder Eassenbub zu trällern pflegt und nach dem man sogar schon auf der Kirmes in den entlegensten Orten „schiebt". Dann hören wir noch die schöne Aufforderung: „Geh'n wir mal zu Hagenbeck". Am liebsten hätte das Publikum wohl diese beiden populärsten Schlager mitgesungen. Nicht minder schlugen das Gesangs- und Tanzduett „Mach' dir nichts draus" und das Duett von der Extratour „Heut' geh'n wir gar nicht erst zu Bett .. ." an.
Die Vorstellung selbst war von Herrn Direktor S t e f f- t e r sehr geschickt inszeniert und an Dekorationen und Kostümen glänzend ausgestattet, was ja auch gerade bei dieser Posse unvermeidlich ist. Der gestrigen Aufführung merkte man an, daß ihr sehr viel Sorgfalt zugewendet worden ist,
15. Verlängerung der Gasleitung in der Karlstraße in Kleinsteinheim.
16. Beleuchtungseinrichtung der Turnhalle der Oberreal- schule.
17. Vereinfachung der Steuererhebung.
18. Reparatur des Kinzigsteges am Westbahnhof.
19. Bewilligung von Mitteln für die Hafenvorarbeitcn.
20. Nachtrag zum Kasernenbauvertrag vom 5. Februar und
4. März 1908 (Neubau Regt. Nr. 3).
21. Anschaffung einer Autokehrmaschine.
22. Arbeitslosenunterstützung.
23. Abrechnung des Hauses Röderstraße 2.
24. Abänderung des Fluchtlinienplanes durch den Durchbruch Große Dechaneistraße—Nordstraße.
25. Neuorganisation Leim. Bureau der gewerblichen Betriebe.
26. Nachtrag zur Ordnung betr. die Erhebung einer Hundesteuer.
27. Entfernung des Abraumes aus den Straßenbahnschienen.
28. Ausbau der Lamboystraße vor den Gebäuden des Eisenbahn-Regiments Nr. 3 und Nr. 2.
29. Ausstellung von Lehrlingsarbeiten im Jahre 1914.
30. Umwandlung einer Lehrerinnenstelle beim Lnzeum in eine Lehrerstelle.
31. Katalog der vereinigten Bibliotheken.
Hanau den 29. November 1913.
Der Stadtverordneten-Vorsteher. Uth, Justizrat.
• Aufgebot.
Die Ehefrau des Ackermanns Wilhelm Wacker III. Louise Marie geb. Lenz zu Langenselbold, vertreten durch ihren Ehemann daselbst, hat das Aufgebot folgender, angeblich abhanden gekommener 3*/,prozentiger Schuldverschreibungen der Ständischen Leihbank zu Hanau
1. Lit. E Nr. 490 über 200 Mark,
2. „ C Nr. 1039 „ 500
3. „ D Nr. 588 „ 300
4. „ C Nr. 567 „ 500 „ beantragt.
Der Inhaber einer jeden dieser Urkunden wird aufgefordert, spätestens in dem
auf den 7. Mai 1914, vormittags 9 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht, Zimmer 13, anbe- räumten Aufgebotstermin seine Rechte anzumelden und die^ Urkunden vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung der Urkunden erfolgen wird.
Hanau den 21. November 1913. 29331
Königliches Amtsgericht 2.
Zwangsversteigerung.
Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in der Gemarkung Langenselbold belegenen, im Grundbuchs von es klappte diesmal alles ausgezeichnet — abgesehen von einigen Kleinigkeiten, die wir übersehen wollen. Die Titelrolle verkörperte Herr H i e t e l, die ihm Gelegenheit gab, sein frisches Spieltalent in ausgiebiger Weise zur Geltung zu bringen. Eine anmutsvolle und sehr muntere Partnerin fand er in Frl. Trauner. Eine ebenso tanz-, spiel- wie gesangstüchtige Rechtsanwaltsgattin war Frl. Weißbach und Frl. Saling eine recht niedliche „Hilde". Beide im Auftreten stets voll Schick und Charme und immer gleich anziehend — auch ausziehend. Eine recht liebe „Marie" war Frl. C l e me n t, Herr Meyers gab mit gutem Humor den Amerikaner. Ein prächtiges Ehepaar schufen Herr W a n c z i ck y und Frl. Wald; beide in behaglicher Laune mit wirksamer, breiter Komik. Als Gatte-Rechtsanwalt bewahrte Herr M a r s ch a l l die vornehme Haltung des „Gents". Erfreuliches boten auch Frl. Göhler als verschrobene Dienstmagd und Herr Werthmann als „Leutnant Hallersdorf". Als musikalischer Leiter fungierte Herr Kapellmeister Weiskopfs, der seines verantwortungsvollen Amtes mit bekannter Umsicht und viel Geschick waltete.
Das Publikum unterhielt sich ganz vortrefflich und spendete den Darstellern lebhaften, wohlverdienten Beifall. Die Herren Direktor Steffter und Kapellmeister Weiskopfs, sowie die Hauptdarstellerinnen und -Darsteller konnten sogar wiederholt auf der Bühne erscheinen. Auch gab es für viele Darstellerinnen und Darsteller hübsche Blumenspenden. — psr. —
MM kes Wwereiiis „LieSeckanz", LmeMsW.
Das gestrige Konzert des Gesangvereins „Liederkranz" hat wieder bewiesen, daß dieser Verein ein beachtenswerter Faktor unter den Gel'anavereinen des Landkreises ist. Der
Langenselbold Blatt 2797 unter lfde. Nr. 1, 2 u. 7 des Bestandsverzeichnisses zur Zeit der Eintragung des Der- steigerungsoermerkes auf den Namen des Zimmermanns Albrecht Bäuschrr in Langenselbold eingetragenen Grundstücke:
1. Krtbl. 63 Nr. 27/17, Acker am harnischen Acker, 4,39 ar, 0,77 Tlr. R.-E.»
2. Krtbl. 63 Nr. 36/17, Acker am Hornischen Acker, 5,34 ar, 1,10 Tlr. R.-E.,
3. Krtbl. 63 Nr. 31/17, Acker am Hornischen Acker, 4,37 ar, 0,89 Tlr. R.-E.
am 6. Februar 1914, vormittags 91/» Uhr, durch das unterzeichnete Gericht — an der Gerichtsstelle — versteigert werden.
Langenselbold den 27. November 1913. 29329 Königliches Amtsgericht.
Zabern.
Der neueste Zwischenfall.
Berlin, 29. Novbr. Wie die „Köln. Ztg." von berufener Stelle erfahrt, ist wegen der neuesten Vorfälle in Zabertl sogleich strenge Untersuchung eingeleitet worden. Ueber die gestrigen Vorgänge in Zabern wird von zuständiger Seit« mitgeteilt: Als gestern nach Beendigung der Turnstunde, die in der städtischen Turnhalle stattfand, die Offiziere sich nach Hause begaben, wurde von Zivilisten hinter ihnen her geschrien. Die Offiziere ließen die Leute durch Patrouillen festnehmen. Bei dieser Festnahme sammelte sich eine große Menge an, die den Offizieren folgte, und da kein Sicherheitsbeamter anwesend war, trat die Wache ins Gewehr und rückte auf den Schloßplatz vor der Kaserne. Mit Trom- melgewirLel wurde bekannt gegeben, daß die Straße sofort zu räumen sei, andernfalls würde von der Schußwaffe Gebrauch gemacht werden. Die Menge lief auseinander. Nur vier bis fünf Schreier blieben an einem Laden stehen und wurden festgenommen. Da sich inzwischen wieder weitere Leute zu sammeln De^djten, wurde die Hauptstraße vor dem Schloßplatz durch die Wache vollständig vom Volke geräumt. Mehrere Leute weigerten sich dabei, weiterzugehen und wurden festgenommen. Nachdem die Hauptstraße und der Schloßplatz geräumt waren, rückte die Wache wieder ein. Es wurden noch mehrfach Patrouillen ausgesandt, um die Hauptstraßen freizuhalten und den Offizieren, die nach Hause gehen wollten, die Möglichkeit zu bieten, Leute, die etwa hinter ihnen her schreien sollten, sofort festzunehmen. Im ganzen wurden 26 Leute festgenommen. Gegen 9 Uhr abends trat Ruhe ein. Unter den Festgenommenen soll sich ein Staatsanwalt befinden, der sich geweigert hat, weiterzugehen. Ob er inzwischen freigelasien ist, ist unbekannt. Von der Verhaftung anderer Gerichtspersonen ist nichts bekannt. Der Bürgermeister lag krank im Bette, der Kreisdirektor war in Straßburg. Wegen der angeblichen Ver- in allen Stimmen gut besetzte Chor war im großen und ganzen einwandfrei disponiert, nur beim 1. Tenor war zeitweise die Einheitlichkeit zu vermissen. Die Glanznummer des Konzerts bildete zweifelsohne Richard Wagners „^ilgerdjot* aus dem „Tannhäuser", dieses mit Recht beliebte Paradestück großer Gesangvereine. Tonlkch und plastisch gut auSgearbeitet, war dieser Chor eine Prachtleistung, die den Verein und seinen Dirigenten, Herrn Chr. Lander, mit Stolz erfüllen kann. Der Chor brachte nicht nur die sehr getragen und Piano gehaltenen ersten Gänge mit ihren schwermutSvollen Wendungen zur Geltung, er verhalf auch in glanzvoller Steigerung dem siegreich dahinbrausenden Gnadenmotiv „Der Gnade Heil ist dem Büser beschieden" mit dem „Halleluja in Ewigkeit" zu seiner vollen wuchtigen Höhe. Nächst diesem Chor war es vor allem noch der zur Erinnerung an Deutschlands Erhebung 1813 auf dem Programm stehende „Trompeter an der Katzbach" (Ferd. Möhring), an dem die Sänger (namentlich im 3. Vers) ihre Leistungsfähigkeit zeigten. Daß nach alledem auch WengertS gefühlvoller Chor „Der Fremdenleg'onär", Wohlgemuths ungemein viel HeimatSliebe und Heimalssehnsucht bergende? „Wie's daheim war", Jüngst'? „Braun Maidelein" und Podbertsky „Tief ist die Mühle verschneit" eine gute Wiedergabe erfuhren, ist selbstverständlich.
Von den Solisten sei zuerst Gotthold D i t t e r (Bariton) genannt, der in seiner Heimat Langendiebach ein gern gesehener Gast ist. Bei seinen Liedern fiel gleich von Anfang an auf, daß seine Stimme in letzter Zeit an Intensität g e- wonnen hat, namentlich inbezug auf die tiefen Lagen. Diese Tatsache kam vor allem seinem „Archibald Douglas" zugute, den er mit glücklicher Unterstreichung aller Gefühlsregungen bis zum Schluß gut herausbrachte, was bei dieser übermäßig laugen Ballade immerhin etwas bedeutet. Schubert („Der Doppelgänger" und „Ständchen"), Schumann („Der Hidalgo") gab der Solist ebenfalls mit gutem Erfassen der inneren Werle.