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Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des

verein, ev. Waisenhauses in Hanau.

Str. 279

General-Äuzeiger

Amtliches Orga« für Stakt- und Landkreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Verantwort!. Redakteur: E. Schrecker in Hanau.

^ernbreflnnfMitft Nr. 230.

Snm?tna den 29. November

^ernfprechanschltts; Nr. 230.

1913

Die heutige Mummet umfuil unser Dem tlulerhultuugsdiov

26 Seiten.

Amtliches.

Stadtkreis F>anau.

Bekanntmachung.

Der Bedarf der nachstehend aufgeführten Naturalien für die hiesige Kinderkrippe und Kleinkinderschule ist für ,bie Zeit vom 1. Januar bis 30. Juni 1914 im Wege des öffentlichen Angebots zu vergeben.

Für den obengenannten Zeitraum sind erforderlich:

ca. 250 Pfd. Ochsenfleisch, ca. 450 Pfd. Rindfleisch, ca. 100 Pfd. Kalbfleisch, ca. 250 Laib Brot, ca. 3650 Brötchen.

Angebote mit der AufschriftNaturalienbedarf für die Kinderkrippe und Kleinkinderschule" versehen, sind bis 10. Dezember 1913 einzureichen.

Hanau den 24. November 1913. 28789

Der Magistrat.

Glaser.

Bekanntmachung.

Im Hause Marktplatz Nr. 14 ist der westlich gelegene, neuhergerichtete Laden, bestehend aus einem 65 qm großen Verkaufsraum, einem anschließenden Nebenzimmer und einem 62 qm großen Kellerraum sofort zu vermieten.

Der Laden ist mit Zentralheizung unb elektrischer Be­leuchtung versehen.

Nähere Auskunft wird auf Zimmer Nr. 27 erteilt.

Hanau den 30. Oktober 1913. 26373

Der Magistrat.

Dr. Eebeschu §.

Bekanntmachung.

Arbeitsuchende: 1 Buchbinder, 1 Gärtner, 1 Glaser (Rahmenmacher), 3 Hausburschen, 1 Installateur, 1 Monatsfrau, 1 Schreiner, 4 Tagelöhner.

Gesucht werden: 1 Dienstmädchen, 1 Bau- und Möbel­schreiner, 1 Schneider, 2 Schuhmacher.

Hanau den 29. November 1913. 29137

Städtische Arbeitsvermittelungsstelle.

Wehm des KuWereivs Hanau vom 14. Dezember 1913 bis 11. Januar 1914 in der Königlichen Zeichenakademie.

Der Kunstverein hat sich in diesem Jahre die dankens­werte Aufgabe gestellt,Hanauer Kunst" zu zeigen und zu unterstützen. Zu diesem Entschluß wurde er wohl in erster Linie durch die in den letzten Jahren erfolgte starke Zu­nahme der Hanauer Künstlerkolonie gebracht. Sowohl die Mitglieder des Kunstvereins, wie auch die in Hanau an­sässigen Künstler haben freudig dem Plane zugestimmt. Letztere gründeten auf Anregung des Herrn Prof. Leven sofort einmütig eine Vereinigung, der vom Kunstverein die notwendigen Vorarbeiten für die Ausstellung, sowie die Vahl einer Hängekommission aus eigenen Reihen über­tragen werden konnten. Durch entsprechende Aufnahmebe­dingungen hat die Vereinigung Dilettanten, deren Aus- stellungswut in Hanau etwas zu weit geht, ferngehalten, und kommen daher nur Werke der Bildhauer und Maler von Beruf zur Ausstellung. Auf eine Jury mußte und konnte die Vereinigung verzichten, da die Malrichtungen der Mitglieder zu verschieden sind. Einer Jury würde es außerordentlich schwer gefallen sein, objektiv einen Maß­stab für alle Arbeiten zu finden. Die verschiedenen Rich­tungen und bte Juryfreiheit werden aber die Ausstellung für den Besucher sehr interessant und belehrend machen, wie es die großen juryfreien Ausstellungen der letzten Jahre in Berlin und München bewiesen haben. Da zahlreiche Anmeldungen vorliegen und wohl jeder Künstler Sei dieser internen Konkurrenz seine besten Arbeiten zeigen Mrd, können wir mit hochgespannten Erwartungen der Eröff­nung der Ausstellung entgegensetzen.

Dienstnachrichten.

Unter dem Schweinebestande des Vinzenz Gut und unter dem des Echweinehändlers Friedrich Cordes in Frankfurt a. M. ist die Schweineseuche und die Schweine­pest festgestellt worden.

Die Eehöftsperre ist verhängt.

Hanau den 28. November 1913. V 7919

In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Kaufmanns Karl Philipp Heß, Inhabers der Firma Karl Philipp Heß in Hanau, ist Vergleichstermin der nachträglich angemeldeten Forderungen auf

den 20. Dezember 1913, vormittags 11 Uhr, vor dem Königlichen Amtsgerichte 5 in Hanau, Nuß­allee 17, Zimmer Nr. 21, anberaumt.

Hanau den 15. November 1913. 29077

Königliches Amtsgericht, Abt. 5.

In dem Konkursverfahren über den Nachlaß des ver, verstorbenen Landwirts Leonhard Bracker in Hanau ist zur Abnahme der Schlußrechnung des Verwalters, zur Erhebung von Einwendungen gegen das Schlußverzeichnis der bei der Verteilung zu berücksichtigenden Forderungen Termin auf den 23. Dezember 1913, vormittags 9 Uhr, vor dem Königlichen Amtsgericht Hanau bestimmt. Das Honorar des Verwalters wird auf 395 Mark festgesetzt, für das der Mitglieder des Gläubigerausschuffes werden 110 Mark in Aussicht genommen.

Hanau den 17. November 1913. 29079

Königliches Amtsgericht 6.

Gesunkene M verlorene Gegenstände rr.

Gefunden: 1 Ring Bindedraht Nr. 12, 1 Porte­monnaie mit 22 Pfg.

Stehengeblieben im Laden Gr. Dechaneistr. 39 bei Fräulein Ä. Roth: 1 Schirm, Empfangnahme daselbst.

Abhandengekommen: 1 Handpritfchenwagen mit grauem Anstrich, vordere Stirnseite mit Firma Huber u. Co. gezeichnet.

Verloren: 1 silbernes Panzer-Armband mit Schloß als Anhänger.

Hanau den 29. November 1913.

Politische Rundschau.

Einen außerordentlich sympathischen Eindruck hat I Kriegsminister v. Falkenhayn bei seinem ersten Auftreten I im Reichstage während der Beratung des Spionagegesetzes I gemacht. In vorzüglicher Haltung, frei und mit kräftiger,

ZahresSeriA 80er die nMmiWAMAn MnterhltungsaOenöe im LiadenM

Im abgelaufenen Vereinsjahre dem 4. feit Bestehen der Vereinigung fanden 12 Sitzungen statt. Davon fielen auf den Juni 2, da der Sommerferien wegen keine Unterhaltung in den Juli verlegt werden konnte; in jedem der anderen 10 Monate wurde eine Sitzung abgehalten. Sitzungsabend war jeder erste Montag eines Monats.

Insgesamt wurden über 50 kurze Berichte geboten, die an der Hand eines zahlreichen, vorzüglichen Anschauungs­material« aus dem ganzen Gebiete der Naturwissenschaften zeigten, wie jedes der Mitglieder in dem ihm bekannten Spezialgebiete gearbeitet bat.

Die knappen Referate waren z. T. folgenden Gebieten entnommen: Astronomie, Botanik, Bakteriologie, Chemie, Geologie, Medizin, Mineralogie, Physik und Zoologie; auch wurden interessante Reiseberichte gegeben. Ein Vortrag über die Gesteine des Spessarts (Jakob Fritz) zog sich durch mehrere Vereinsabende.

Im November 1912 zeigt Jakob Fritz Nasen­eisenstein und spricht über die Bildung desselben, die sich in wenigen Jahren vollzieht. Sanitätsrat Dr. L n e a n u S zeigt außergewöhnlich großes Mutterkorn. Jean Weidert hat aus den Dolomiten Basalt mitgebracht, in den Kalk ein- geMossen war. Dr. Hof spricht über das Heilmittel Salvarsan au der Hand des HeftesKurze Uebersicht über die zur Zeit chemotherapeutisch heilbaren oder günstig beeilt* flußbareu Infektionskrankheiten". Zobel zeigt Entladung des Jnduktionsstromes in 6 verschiedenen Skalaröhren und * daß auch mit einem kleineren Jnduktorinui von kaum 3 cm I Funken äuge Nesonauzversuche recht wohl sichtbar zu machen I sind (Resonanz mit Leydenerflaschen, Oudinresonator, Seibt- 1 foule unb Seibtröbre).

das Markante scharf hervorhebenden Stimme hat er seine Jungfernrede" gehalten und mit ihr im ganzen aufmerk­sam zuhörenden Hause eine tiefgehende Wirkung erzielt. Mit großer Entschiedenheit betonte er, daß er seine Haupt­aufgabe darin erblicke, die mächtige Waffe der Armee scharf, blank und schlagbereit gegen jeden Feind zu halten. Und nicht minder lebhaft hob er hervor, daß er auf der anderen Seite alle Bestrebungen, die dem Ansehen und den Interessen der Armee und des Reiches abträglich seien, nach Kräften unschädlich zu machen versuchen werde. Die grollende Unruhe auf der äußersten Linken ließ erkennen, daß man auch dort wohl erkannte, worauf der Kriegs minister hinaus wollte. Und als man schließlich von sozial­demokratischer Seite sich in einer die Schlagfertigkeit und Ehre unserer Armee herabsetzenden Weise gefiel, sah sich Herr v. Falkenhayn neuerdings veranlaßt, mit Tempera­ment und Schneidigkeit für das Heer und sein Offizierkorps einzutreten. Man muß aus dem ersten öffentlichen Auf­treten des Kriegsministers den Eindruck gewinnen, daß ein ganzer Mann von offener und freier Art und echt solda tischem Geist an der Spitze des für die Sicherheit des Reiches verantwortlichen Resiorts steht, in desien Hände eine starke Wehrmacht, über die das Vaterland nach der letzten großen Heeresverstärkung verfügt, aufs Beste aufgehoben ist.

Mp. Bevorstehender Wechsel im Auswärtigen Amt. Der Kaiserliche Gesandte in Buenos Aires, Geheimer Legations­rat Dr. Hilmar Frhr. v. d. Bussche-Haddenhausen, bereitet seine Abfahrt nach der Heimat vor und trifft im Januar in Deutschland ein. Er kehrt, wie dieMil.-pol. Korrespondenz" aus Bundesratskreisen zuverlässig hört, nicht mchr auf seinen Posten zurück, sondern übernimmt die Stellung des Unterstaatssekretars im Auswärtigen Amt. Der jetzige In- Haber, Wirkl. Geheimer Legationsrat Dr. Alfred Zimmer­mann, ist für eine besondere Verwendung im diplomatischen Außendienst des Reiches ausersehn. Der künftige Unter­staatssekretar ist geborene» Hannoveraner, 47 Jahre alt und seit 1899 mit Senorita Eleonor Martinez de Hoz vermählt. Seine bisherige Laufbahn hat ihn außer nach dem Plata nach Tanger, Kairo, London und Washington geführt. Dem Auswärtigen Amt hat Freiherr v. d. Bussche bereits früher längere Jahre als vortragender Rat angehort.

Das orientalische Seminar als Diplomatenhochschule. Von gutunterrichteter Seite wird unserem Berliner Ver­treter versichert, daß im preußischen Kultusministerium zwar Erwägungen darüber angestellt worden sind, in welcher Weise das orientalische Seminar für die Vorbildung der diplomatischen Vertreter Deutschlands tm Auslande aus­gebaut werden könnte, daß aber die Absicht, auch die wirt­schaftliche Vorbildung unseres diplomatischen Nachwuchses mit dem genannten Seminar in Verbindung zu bringen, nicht bestehe.

Im Dezember 1912 redet Jakob Fritz über die Aceefforien des Granits und zeigt: Pegmatit, Beryll und Turmalin, Spessartin, Titaneisen, Apatit im Quarz, Titanit, Chlorit in Hornblendegneis, Rutil im Quarz. Sanitätsrat Dr. Lueanus. spricht über den Föhn und weist auf den Aufsatz von H. von Ficker hin: Die Erforschung der Föhn­erscheinungen in den Alpen ; eine meteorologische Studie (aus der Zeitschrift des deutschen und österreichischen Alpenvereins). Prof. Dr. Zingel berichtet über die moderne Ansicht be* Fjordbildung (nach Davis-Braun, Grunbzüge der Phys geologie). Mellingen zeigt kleinere Versteinerungen, aufgeklebt auf schwarzes Papier. Dr. H o f experimentiert: Reaktion auf freies Brom (Wasser mit Fuchsin etwa rot­weinartig färben, mit altem Entwickler oder Natriumsulfid entfärben und dann Wasserstoffsuperoxyd zugeben) ; er zeigt am Schlüsse des Vereinsabends noch Stereoskopbilder aus dem Gebiete der Zoologie. In der Januar- Sitzung wiederholt Dr. H o f seinen Versuch Reakiion auf freies Brom, nimmt aber statt Wasserstoffsuperoxyd Chlorwaffey Dr. B e r n g e s zeigt im Mikroskop Spirillen und i« Ultra-Mikroskop kollodiale Silberlösung. Dr. Schmidt zeigt bei der Reduktion der Sulfide im Wasserstoff künstlich gewonnenes Haarsilber und Haarkupfer.

Dr. H o f hat Typhnsbazillen mit Geiseln mitgebracht. Auf Wunsch der Anwesenden gibt Sanitätsrat Dr. L u - è a n u s einen Bericht über den Stand der Typhusepidemir im hiesigen Eisenbahnregimente und spricht über die mut­maßliche Enlstehungsursache der Infektion. Seidler redet über die verschiedene Dächtigkeitsdaner der Tiere und zeigt Photographie einer Luftspiegelung in Hamburg. Zobel regt die Frage an, warum im Stereoskop die beiden Positiv! vertauscht werden müssen. Im Februar macht Professor R a u s e n b e r g e r darauf aufmerksam, daß am 10. 2., etwa mittags 1 Uhr 15, der Mond in so nahe Konstellation mit der Venus tritt, daß diese bei klarem Himmel mit Feld­stecher zu beobachten sein muß. Jakob Fritz zeigt CleveiL