Hanauer K Anzeiger
SimeLckvngsgebvhr:
Vie SgefpaNene Petitzeile oder deren Raum 20 Pfg. im Reklameteil die Zeile 50 Pfg.
Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des verein, ev. Waisenhauses in Hanau.
General-Anzeiger
Amtliches Organ für AM- und Landkreis Sanaa.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Bezugspreis:
Vierteljährlich 1.80 Mk., monatlich 60 Pfg., für Postbezug vierteljährlich 2.10 Mk., monatlich 70 Pfg Die einzelne Nummer kostet S Pfg.
Verantwort!. Redakteur: 6. Schrecker in Hanau.
Nr. 278 "krnil'rtchansäli Rr. 230.
^rritdfl den 28. November
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Smifvrtdiaiifdihif; Nr. 230. 1913
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14 Seiten.
Amtliches.
Stadtkreis Ranau.
Bekanntmachung.
Nach § 47 der Ausführungsvorschriften zum Vieh- feuchengesetz vom 25. Dezember 1911 darf der Beginn der Viehmärkte und des Auftriebs, falls nicht für ausreichende künstliche Beleuchtung gesorgt ist, nicht vor Tageshelle stattfinden.
Zn Abänderung des § 14 der Marktordnung für die Stadt Hanau vom 14. August 1901 wird daher der Beginn der Viehmärkte wie folgt festgesetzt:
a) in den Monaten Mai bis August auf 6 Uhr morgens, b) in den Monaten März, April, September, Oktober auf 7 Uhr morgens
c) in den Monaten November bis Februar auf S1^ Uhr morgens.
Der Auftrieb darf nicht vor Beginn des Marktes erfolgen, die Räumung des Marktes muh um 12 Uhr mittags beendet sein.
Hanau den 24. November 1913. 28887
Städtische Polizeiverwaltung.
Der Oberbürgermeister.
Z. A.: Bartmuß.
Nachweisung
der Johanni- und Martini-Durchschnittspreise in Hanau
für das Jahr 1913.
a) Johanni:
1. Weizen 100 kg . . . 21,25 Mark
„ 1 hl . 17,- „
2. Roggen 100 kg . 17,25 „
„ 1 hl . 12,77 „
3. Gerste 100 kg . 17,50 „
„ 1 hl . 11,55 „
4. Hafer 100 kg . 19,— „
„ 1 hi . 8,36 „
5. Kartoffeln 100 kg . , 4,75 „
6. Welschkorn 100 kg . . 16,25 „
7. Roggenstroh 50 kg . . 2,— „
8. Haferstroh 50 kg . . . 1,70 „
9. Gerstenstroh 50 kg r . 1,60 „
10. Heu 50 kg . . -. . 2,80 „
11. Buchenscheitholz 1 rm . . , 11,50 „
12. Eichenscheitholz 1 rm . . . 9,— „
13. Tannenscheitholz 1 rm . . . 9,75 „
Stadttheater in Hanau.
Donnerstag den 27. November:
Dritter Operetten-Abend.
Als erste Nummer des ersten Teiles wurde ein „Tanzlied" für gemischten Chor und Soli von Max Bertuch geboten. Wenn man im allgemeinen, im Gegensatz zu dem ersten Abend, darüber überrascht sein konnte, daß sämtliche Gesänge nur mit Klavierbegleitung in Szene gingen, so ist diese naive Anspruchslosigkeit insbesondere zu beklagen in Bezug auf die Komposition unseres zweiten Kapellmeisters, denn ein O r ch e st e rkolorit hätte uns doch wenigstens e i n zuverlässiges Mittel in die Hand gegeben, diese Komposition in musikalischer Beziehung zu würdigen. So aber waren wir auf lauter unzureichende Faktoren angewiesen. Zm „gemischten" Chor vermochten wir mit bestem Willen die unterschiedlichen vier Stimmen nicht zu erkennen, er setzte aber immer sehr korrekt ein. Das sehr unzweckmäßig pob ierte und verstimmte Klavier klang wie ein bekanntes Instrument aus dem vorvorigen Jahrhundert. Die Vertreter oer voli paßten stimmlich überhaupt nicht zusammen. Herr
Hi Etel zeigte sich im Besitz bedenklicher melodischer .'lnstcherheiten und sang seinen Part vom ersten bis zum letzten Ton in einem lAm^tgOnten Piano, was allerdings die Unzulänglichkeit zu Stärkesteigerungen trefflich maskiert. Andererseits hätten wir bei Frl. Lilly Schönberger, die sonst vorzüglich war, vielfach eine weichere Tongebung gewünscht. Was die Komposition selbst anbelangt, so müssen wir uns aus den vorher angegebenen Gründen auf das Nötigste beschränken: die Form korrekt, Motiv- und Melodiebildung etwas akademisch, sonst recht nett unter Verzicht auf zündende originelle Einfälle. — Herr Meyers ML Frl. Weißbach zeigten sich in ihren Duetten als
b) Martini:
1. Weizen 100 kg . ,
. 19,25 Mark
1 hl .
. 15,40
U
2. Roggen 100 kg . .
. 16,25
w
1 hl .
. 12,03
M
3. Gerste 100 kg .
. 17,25
99
1 hl .
. 11,39
4. Hafer 100 kg
. 17,38
1 hl .
7,65
5. Kartoffeln 100 kg ordinäres
4,88
»
„ 100 kg englische
. 14,-
99
6. Welschkorn 100 kg . .
. 16,—
V
7. Roggenstroh 50 kg
. 1,85
99
8- Haferstroh 50 kg
. 1,60
99
9. Gerstenstroh 50 kg
. 1,50
99
10. Heu 50 kg
. 2,90
99
11. Krauthäupter 50 kg ;
1,85
99
12. Buchenscheitholz 1 rm
. 11,50
99
13. Eichenscheitholz 1 rm
. 10,25
99
14. Tannenscheitholz 1 rm
. 10,25
99
Hanau den 20. November 1913. 28883
Städtische Polizeiverwaltung.
Der Oberbürgermeister.
Z. A.: Bartmuß.
Dedunntmacyung.
Das an der Leipzigerstraße liegende städtische Grundstück DD Nr. 54, 40,73 ar groß, soll
am Montag den 1. Dezember 1913, vormittags 11 Uhr, im unteren Nathaussaale öffentlich meistbietend versteigert werden.
Die näheren Bedingungen werden im Termin bekannt gegeben.
Hanau den 4. November 1913. 27361
Der Magistrat.
J. A.: Ehrich.
Bekanntmachung.
Ein Teil des an der Leipzigerstraße liegenden Hospitalgrundstücks W Nr. 6, ca. 60,50 ar groß, soll am Montag den 1. Dezember 1913, vormittags 11 Uhr, im unteren Rathaussaale öffentlich meistbietend versteigert werden.
Die näheren Bedingungen werden im Termin bekannt gegeben.
Hanau den 4. November 1913. 27363
Der Althanauer Hospitalrat.
Dr. E e b e s ch u s.
Schulnachrichten.
Oberrealschule zu Hanau.
Anmeldungen zur Oberrealschule für das Schuljahr 1914 nimmt der Unterzeichnete von Montag den 24. November .........................u h hi ■hm iiii ■AijmrwwjMwrjjimrc^rara'.uMJw.i^^
ebenbürtige Partner. Herr Meyers singt seine Kouplet- formen wie erforderlich, bei Frl. Weißbach hörten wir bei den Worten „im Schlafkoupee" erstmals immer eine recht hübsche Stimme, die sich allerdings nur über zwei halbe und zwei Viertelnoten erstreckte. — Frl. Trauner und Herr H i e t e l boten recht hübsch ein Duett aus „Walzertraum". Das Auftreten der Frl. Kätie K r e s s e b u ch, einer anmutigen jungen hiesigen Dame, halten wir für verfrüht, insonderheit ihrer Arie aus „Samson und Dalila" zeigte sie sich weder stimmlich noch seelisch gewachsen. Die feinen Lin'ensührungen der Melodie dieser Arle zur Charakteristik der darin enthaltenen großen Leidenschaft zu benutzen, hat eine große Sängerin mit sicherer Phonetik, frei gelegter Stimme und gesanglicher Routine ihre Mühe. Besser gelangen ihr die Lieder im zweiten Teile des Programms. Sie wurde durch Ueberreichung hübscher Blumenspenden geehrt. — Zm zweiten Teile wurde von Frl. Gertrud M i l d e und Frl. Eva Wendlaild der ungarische Tanz aus der Operette „Fledermaus" geboten. Dann folgten weitere Darbietungen des Operettenpersonals, der Damen Lilly Schön, berge r, Frl. Elise Weißbach, Frl. Else Trauner, der Herren Ak. M e y e r s und H i e t e l. Frl. K r e s s e b u ch wartete, wie schon erwähnt, noch mit drei hübschen Liedern auf, denen sich auf allgemeines Verlangen noch eine Zugabe anreihte.
Die Klavierbegleitung der Gesänge führte Herr Kapellmeister Bertuch aus.
Homburger Kurhaustheater.
^Direktion Adalbert Steffter.) „Die spanische Fliege."
Schwank in 3 Wen von Franz Wrnolö und Ernst Bach.
k. Die gestrige zweite Aufführung des tollen Sch'vankev mit seiner unverwüstlichen Situationskomik, feinen amüsanten
bis Samstag den 29. November cr., vormittags von 11 bis 12 Uhr, im Schulgebäude, Erimmstraße 25, entgegen.
Hanau den 20. November 1913.
Der Direktor der Oberrealschule.
Dr. Schmidt.
Städtisches Lyzeum.
Anmeldungen zum Städtischen Lyzeum für das Schul» jahr 1914 werden von Montag den 24. November bis Samstag den 29. November ct„ vormittags von 11 bis 12 Uhr, im Schulgebäude, Steinheimerstraße 37, entgegengenommen.
Hanau den 20. November 1913.
Der Direktor des Städtischen Lyzeums. Bungen st ab.
Bei den Anmeldungen sind die Geburtsurkunde oder das Familienstammbuch und der Impfschein vorzulegen.
Mittel- und Volksschulen.
Zn den Volksschulen und den Mittelschulen der Stadt Hanau werden die Anmeldungen der Kinder, die am 1. April 1914 schulpflichtig werden, in der Zeit von
Montag den 24. November bis Samstag den 29.
November 1913, vormittags von 11 bis 12 Uhr, entgegengenommen.
Dabei sind die Geburtsurkunde (das Familienstammbuch) und der Impfschein vorzulegen.
Die Anmeldung der Kinder, die die Mittelschule besuchen sollen, werden im Gebäude der Eberhardschule entgegengenommen. Knaben sind bei Herrn Rektor Bartmuß, Mädchen bei Herrn Rektor Z ck l e r anzumelden.
Die Anmeldungen für die Volksschule erfolgen:
1. für alle Knaben, deren Eltern oder Pfleger in de Altstadt und nördlich der Linie Kanaltor, Kanal platz, Neustädter Markt, Nürnbergerstraße, Garten- straße ihre Wohnung haben, in der Bezirksschule I bei Herrn Rektor Dieterich, Johanneskirch- platz Ib,
2. für alle Mädchen, deren Eltern oder Pfleger in der Altstadt und nördlich der unter 1 angegebenen Linie wohnen, in der Bezirksschule II bei Herrn Rektor Zung, Zohanneskirchplatz la,
3. für alle Knaben und Mädchen, deren Eltern oder Pfleger südlich der angegebenen Linie ihre Wohnung haben, in der Bezirksschule III bei Herrn Rektor Dienemann, Ostbahnhofstraße 9,
4. für alle Knaben und Mädchen, deren Eltern oder Pfleger im Bezirk Keffelstadt wohnen, in der Be> zirksschule IV bei Herrn Rektor Furkel, Haupt, straße 7.
Zn Bezirksschule V, Gärtnerstraße 67, werden aus schultechnischen Gründen Lernanfänger zu Ostern 1911 nicht eingeschult.
Verwechselungen und sonstigen lustigen Narrheiten erziel:' einen stürmischen Erfolg. Das bis auf den letzten Play besetzte Theater kain Dank der flotten Aufführung und der schneidigen Regie, die Martin Wieberg leitete, aus seiner heiteren Stimmung nicht heraus und überschüttete an jedem Aktschluß die Darsteller mit wahren Lachsalven. Gespielt wurde durchweg mit Geschick und mit allen Finessen, sodaß bei den Tollheiten des Schwankes, die durch manche Darsteller noch besonders unterstrichen wurden, der tatsächlich demonstrative Erfolg nicht ausbleiben konnte. Carl Wanczyki als Mostrichfabrikant Klinke machte von seiner hochkomischen Partie reichen Gebrauch und schuf eine so treffliche Leistung, daß man ihm wohl den Löwenanteil des glänzenden Erfolges zusprechen kann. Franziska Hesse als Frau Klinke, diese sittenstrenge altmodische Dame, spielte mit großer Routine und Natürlichkeit. Entzückend und von erfrischender Ueberzeugungstreue gab sich Marianne Saling als Paula Klinke, eine Partie, die die guten Fähigkeiten der jungen Künstlerin in das rechte Licht stellte. Georg Land fand in der Rolle des „sanften Heinrich" aus Chemn-tz reichlich Gelegenheit, von seiner feinen Komik ausgiebig Gebrauch zu machen. Seine Maske, sein Spiel und seine Sprache verdienen alle Anerkennung und schufen eine lypische Figur, wie man sie selten nur findet. Karl Marschall und Therese Wald als Gottlieb Meisel und Frau blieben hinter den anderen Leistungen zurück. Schon der sächsische Dialekt „lag" ihnen nicht. Hervorzuheben ist noch Martin Wieberg als Tiedemeier und Hans Wertmann als Wimmer, der mit seiner ulkigen Maske viel Heiterkeit erzielte. Walter Steinert als Rechtsanwalt Gerlach spielte zwar sehr routiniert, konnte ab r etwas mehr Forsche und Schneidigkeit entwickeln. Otto Hunold spielte seinen Reichstagsabgeordneten Burwig sehr sympathisch und Tilly Clement als Wally Burwig gab sich mit frischer überzeugungstrcuer Beweglichkeit. Das Zusammenspiel konnte lückenlos befriedigen und machte der Reaie alle Ebr^