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Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei de»

General-Anzeiger

Amtliches Organ für Stadt- and Landkreis Kanan.

Bezugspreis:

Vierteljährlich 1.80 Mk., monatlich 60 Pfg., für Pest, bezug vierteljährlich 2.10 Mk., monatlich 70 Pfg.

Die einzelne Nummer kostet 5 Pfg.

verein, ev. Waisenhauses in Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Verantwort!. Redakteur: E. Schrecker in Hanau.

Nr. 276

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Mittwoch den 26. November

^miFvredmnWiift Nr. 230* 1913

He heutige Mummet mW nutet öem ünterhaltungsblutt 13 Seiten.

Amtliche«.

Stadtkreis ßanau.

Zwecks Ausführung von Pflasterarbeiten wird die Kleine Hainstraße vom 26. d. Mts. ab auf die Dauer von 4 Wochen für den durchgehenden Fuhrverkehr gesperrt. Hanau den 24. November 1913. P 12978

Königliche Polizei-Direktion.

J. A.: Karbe.

Ansprache an die Bevölkerung

über die Bedeutung und die Ausführung der Vieh- und Obstbaumzählung am 1. Dezember 1913.

Am 1. Dezember 1913 findet im Deutschen Reiche ! eine allgemeine Viehzählung statt, mit der in Preußen die gleichfalls vom Bundesrate angeordnete Obstbaum- zählung verbunden ist. Die Fragen, die hierbei an die Bevölkerung gestellt werden, sind leicht verständlich, ihre Beantwortung verursacht nur geringe Mühe.

Es werden gezählt: die Pferde, Rinder, Schafe, Schweine, Ziegen, mit ihren Unterarten, ferner die tragfähigen und noch nicht tragfähigen Obstbäume.

Jeder Haushaltungsvorsteher oder sein Stellvertreter hat das ihm gehörende oder unter seiner Obhut befindliche Vieh, das in der Nacht vom 30. November zum 1, Dezember 1913 auf dem Gehöfte, wo er wohnt, steht, zu zählen und in die weiße Zählkarte (A), unter Beachtung der Erläuterungen, wahrheitsgetreu einzutragen; die auf dem Gehöfte und in dem anstoßenden HauSgatten stehenden tragfähigen und noch nicht tragfähigen Obstbäume sind vom Besitzer, Verwalter oder Pächter deS Gehöftes zu zählen und auf der Rückseite der weißen Zählkarte zu vermerken. Für die im freien Felde, an öffentlichen Wegen, auf Kanal­böschungen, Deichen usw. stehenden Obstbäume dient die blaue Zählkarte (A 1).

Ueber die in den Zählkarten enthaltenen, den Vieh- und Obstbaumbesitz des einzelnen betreffenden Nachrichten ist das Amtsgeheimnis zu wahren. Die Angaben dürfen nur zu amtlichen statistischen Arbeiten, nicht aber zu anderen Zwecken, insbesondere auch nicht zu Steuerzwecken, benutzt werden.

Die Ergebnisse der Vieh- und Obstbaumzâhlung dienen daher lediglich den Zwecken der StaatS- und Gemeindever- | Wallung und der Förderung wissenschaftlicher und gemein- nütziger Aufgaben, wie Hebung der Viehzucht und des Obst­baues ; insbesondere soll aber auch festgestellt werden, ob durch die heimische Viehzucht und den Obstbau das für die Volksernährung nötige Fleisch und Obst gewonnen werden kann. Nach Feststellung der Ergebnisse durch daS Königliche

erstes MMmMMzert Des MSmtelts.

Hanau, 26. November.

Das am vorgestrigen Abend in der Centralhalle statt­gehabte erste diesjährige Abonnementskonzert des Hock-Quartetts vollzog sich nach einem geschickt gewählten Programm, dem man insbesondere das nachrühmen muß, daß es bei all seiner Abwechselung und Vielgestaltigkeit den Anspruch auf ein all­gemeines Interesse und ein allgemeines Verständnis erheben durfte. Mendelssohn,Mozart und Hayden hatten das Wort, daneben vermittelte uns Frl. Alice Baumgartner aus Zürich eine Anzahl hübscher Gesänge bekannter Vokalkomponisten.

Daß die Quartettmitglieder Hermann Hock, Fritz Dippel, Gotthold Graf und Heinrich Appunn ihr altbewährtes, herrliches Esemble uns wieder mitgebracht haben und überhaupt in jeder Beziehung voll und ganz auf der Hohe der Situation stehen, hat gleich die erste Programm­nummer in ihrer durchgeistigten Wiedergabe gezeigt. Dieses Mendelssohn'sche Hâur-Quartett ist eines der Anfangs­werke des sangesreichen Meisters. Ueberall aber trägt eS schon deutlich ausgeprägt die charakteristischen Züge eines echten" Mendelssohn. Die vorgestrige Darstellung dieses Quartetts war in Bezug auf eine musikâsthetisch-wertvolle Kennzeichnung des Komponisten eine ganz vorzügliche. In jedem der vier Sätze erschien mit kundigem Blick all den Partien ein besonderes Gewicht zuerteilt, die von der lieder­süßen Muse des Autors eine beredte Sprache sprechen. In löblicher Folgerichtigkeit wurde das melodische Moment, das nun einmal den Grundzug in Mendelssohns Eigenart bildet, aber auch dort hervorgehoben, wo es sehr leicht unter­tauchen kann unter der Hochflut rhytmisch zusammeugedrängter und harmonisch reich gesättigter, rauschender Touwellen. Eine solche Charakterisierung des fraglichen Quartetts bezeugte jedem einzelnen der Mitwirkenden eine abgeklärte Auf­

Statistische Landesamt in Berlin werden die Zähl­karten vernichtet.

Die Erreichung des bedeutsamen Zweckes der Zählung hängt zum großen Teile von der Mithilfe der Bevölkerung ab. An sie wird daher die dringende Bitte gerichtet, das Zählgeichâft durch bereitwilliges Entgegenkommen den Zählern, Ortsbehörden usw. gegenüber zu erleichtern. Wenn auch die Zählkarte in erster Linie von dem Haushaltungsvorsteher usw. selbst auszufüllen ist, so bedarf es doch außerdem einer großen Zahl freiwilliger Zähler, die bei der Ausübung ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit die Eigen sch a f t von öffent­lichen Beamten besitzen. Es steht zu erwarten, daß wie bei früheren Zählungen so auch diesmal sich in ge­nügender Zahl Personen finden werden, die bereit sind, dieses Ehrenamt zu übernehmen; sie würden damit dem allgemeinen öffentlichen Interesse einen wesentlichen Dienst leisten.

Endlich ist noch in geeigneter Weise, namentlich durch Besprechung in den Gemeindeversammlungen, in den Schulen und durch Abdruck dieser Ansprache in den amtlichen Blättern und in der Tagespresse der Zweck der bevorstehenden Zählung zur möglichst allgemeinen Kenntnis zu bringen.

Die Aufbereitung der Ergebnisse der Zählung geschieht durch das Königlich Preußische Statistische Landesamt in Berlin SW 68, Lindenstraße Nr. 28, das zur Behebung etwa auftauchender Zweifel auf jede Anfrage bereitwilligst Auskunft erteilen wird.

Die Veröffentlichung der Ergebnisse wird so gehalten werden, daß darin die Angaben des einzelnen HanshaltungS- vorsteherS in keinem Falle mehr erkennbar sind.

Berlin, im November 1913.

Königlich Preußisches Statistisches Landesamt. Evert, Präsident.

Wird veröffentlicht.

Hanau den 20. November 1913. 28269

Der Magistrat.

J. A.: Bartmuß.

Schulnachrichten.

Oberrealschule zu Hanau.

Anmeldungen zur Oberrealschule für das Schuljahr 1914 nimmt der Unterzeichnete von Montag den 24. November bis Samstag den 29. November er., vormittags von 11 bis 12 Uhr, im Schulgebäude, Erimmstraße 25, entgegen.

Hanau den 20. November 1913.

Der Direktor der Oberrealschule.

Dr. Schmidt.

Städtisches Lyzeum.

Anmeldungen zum Städtischen Lyzeum für das Schul­jahr 1914 werden von Montag den 24. November bis Samstag den 29. November er., vormittags von 11 bis IHMIIIIMIMUlllllllll HinIiwiim nii.ni «aiMWWMJLA^iMMisram^wMHKB^

fassung Mendelssohn'scher Kunst. Daß die vier Quartett­genossen hinsichtlich ihrer instrumentalen Technik allen An­forderungen des Lg-âur-Quartetts vollauf gewachsen sich er­wiesen, braucht eigentlich nicht besonders erwähnt zu werden es ist bei ihrer genugsam bekannten Kunstfertigkeit eine selbstverständliche Voraussetzung, daß aber das ganze Ensemble so vollständig lückenlos, so ganz wie aus einem Guß alle Mendelssohnschen Ausdrucksmittel restlos erschöpfte und daß bei der Darstellung der vier Sätze alle Gefühlsregungen, die gleichlaufenden wie auch die gegensätz­lichen, aufs feinste nüanciert in eine logische Verbindung untereinander gebracht wurden, das ist eine Kunstbetätigung, welche wahrlich nichts Alltägliches an sich hat und deshalb ganz besonders registriert werden soll. Ich erinnere hierbei an den unmittelbar hintereinander mit sicherer Hand voll­zogenen musikalischen Aufbau der tüfteligen Canzonetta und des lyrischen, in jedem Ton weit ausholenden An­dante espressivo; ich verweise ferner auf die mit ganzer innerer Hingabe entwickelten, tn der Darstellung prächtig verarbeiteten Gesangsthemen der beiden Allegro- s ä tz e am Anfang und zu Ende des Quartetts. Ebenso gut stilisiert wie das Mendelssohn-Quartett und ebenso klar in der musikali'chen Analyse trat daS Andante aus dem Mozartschen A -.d u r O u st r t e 11 in die Er­scheinung. Hübsche, einheitliche Schattierungen und liebevoll behandelte Details in der Ausführung nehmen dem breit an­gelegten Tonsatz die ermüdende Länge, welche sich leicht be­merkbar machen kann, wenn es wie gestern für sich allein, also nicht umflossen von dem erfrischenden Milian leichtbeschwingter anderer Sätze, zum Vortrag gelangt. Als letztes Kammermusitwerk gelangte Haydns <"-äur- Quartett zur Wiedergabe. Nach seinem berühmten zweiten, beut Adagio-Satze, der in wundervollen hör- manischen und .kontrapunklischen Gebilden das weltbckalnue Gott erhalte Franz, den Kaiser" variiert, führt es den NamenKaiser-Quartett". In Musikerkreuen hat

12 Uhr, im Schulgebäude, Steinheimerstraße 37, ent gegengenommen.

Hanau den 20. November 1913.

Der Direktor des Städtischen Lyzeums. . Bungen st ab.

Bei den Anmeldungen sind die Geburtsurkunde oder das Familienstammbuch und der Impfschein vorzulegen.

Mittel- und Volksschulen.

In den Volksschulen und den Mittelschulen der Stadt Hanau werden die Anmeldungen der Kinder, die am 1. April 1914 schulpflichtig werden, in der Zeit von

Montag den 24. November bis Samstag den 29.

November 1913, vormittags von 11 bis 12 Uhr, entgegengenommen.

Dabei sind die Geburtsurkunde (das Familienstamm« buchs und der Impfschein vorzulegen.

Die Anmeldung der Kinder, die die Mittelschule be­suchen sollen, werden im Gebäude der Eberhardschule entgegengenommen. Knaben sind bei Herrn Rektor Bartmuß, Mädchen bei Herrn Rektor Jckler an. zumelden.

Die Anmeldungen für die Volksschule erfolgen:

1. für alle Knaben, deren Eltern oder Pfleger in der Altstadt und nördlich der Linie Kanaltor, Kanal­platz, Neustädter Markt, Nürnbergerstraße, Garten- straße ihre Wohnung haben, in der Bezirksschule I bei Herrn Rektor Dieterich, Johanneskirch- platz Ib,

2. für alle Mädchen, deren Eltern oder Pfleger in der Altstadt und nördlich der unter 1 angegebenen Linie wohnen, in der Bezirksschule II bei Herrn Rektor Jung, Iohanneskirchplatz la,

3. für alle Knaben und Mädchen, deren Eltern oder Pfleger südlich der angegebenen Linie ihre Woh­nung haben, in der Bezirksschule III bei Herrn Rektor Dienemann, Ostbahnhofstraße 9,

4. für alle Knaben und Mädchen, deren Eltern oder Pfleger im Bezirk Keffelstadt wohnen, in der Be­zirksschule IV bei Herrn Rektor F u r k e l, Haupt, straße 7.

In Bezirksschule V, Gärtnerstraße 67, werden aus schultechnischen Gründen Lernanfänger zu Ostern 1914 nicht eingeschult.

Schulpflichtig werden alle Kinder, die bis zum 31. März 1914 das sechste Lebensjahr vollenden werden. Ausnahmsweise werden auch die Kinder angenommen, die in der Zeit vom 1. April 1908 bis zum 30. Sept. 1908 geboren sind, vorausgesetzt, daß sie körperlich und geistig gut entwickelt sind. Die Schulpflicht dauert 8 Jahre.

Wenn schulpflichtig gewordene Kinder geistig und körperlich zurückgeblieben sind, so haben die Eltern oder Pfleger sie unter Darlegung der ärztlichen Bescheinigung BMaMtmaimMwiiiiiiirrswitnimrMi » iiuhri iiiiiwiimimji

man es jedoch nach seinem e r st e n Satze benannt. Da die Partitur über ganze Seiten hinaus in diesem ersten Satze ungezählte punktierte Sechzehntel mit nachfolgenden Zwei­unddreißigstel dem Auge entgeg^nhält, so heißt ei dort scherzhafterweise aber ganz dreskret natürlich dasHeidelbeerkuchen - Quartett". Mag sein, daß in diesem Scherzwort auch ein bitterer Ernst verborgen liegt, nämlich eine gewisse, berechtigte Abneigung ausführender Künstler gegen jenes Eingangsallegro. Denn die für dasselbe au^zuwendende große Mühe und außerordentlich schwierige Technik steht in keinem Verhältnis zu der fünfte lerischen Wirkung jenes Satzes. Die ihm anhaftende Sprödigkeit läßt sich auch bei der allerbesten Ausarbeitung nicht aus der Welt schaffen. Das H o ck-Q u a r t e t t griff vorgestern energisch in die Saiten. Es vermochte dadurch die harmonische Leere mancher Stellen durch üppige, große Klangfüllen auszugleichen, die bis hart an die Grenze des Möglichen gingen und oftmals zu einer ungeahnten, fast orchestralen Gewalt emporwuchlen. Das Adagio und das Menuett, zwei Sätze, welche das kunstgereifte Hock- Quartett louzertfertig aus dem Handgelenk zu spielen ver­mag, kamen zur vollen Geltung; sie waren reich ausge- stattet mit impulsiven, prächtig wirkenden Schattierungen. Verve und Schwung zeichnete das Finale aus. Seine Darstellung bildete einen würdigen Abschluß der vorgestrigen, glänzenden Leistungen der Konzertgeber.

In Fräulein Alice Baumgartner aus Zürich, der Solistin des vorgestrigen Abends, lernten wir eine junge Sängerin kennen, von der voraussichtlich über kurz oder° lang die großen Konzertinstitute Notiz nehmen werden. " Ausgestattet mit einer ungewöhnlich seltenen und reimen Begabung für das Koloraturfach hat sic vorgestern viele sehr schöne, teilweise sogar ganz überraschende Erfolge gezeitigt. Starke Erinnerungen an den heimatlichen Dialekt und der ebenfalls in der Heimat wurzelnde etwas gutturale Klang ihrer sehr umfangreichen, metallischen Stimme