SinrückungSZöbLhr:
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Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des verein, ev. Waisenhauses in Hanau.
General-Anzeiger
Amtliches Organ str Stadt- «ad Fandirreis Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Bezugspreis:
Vierteljährlich 1.80 Mk., monatlich 60 Pfg., für Post, bezug vierteljährlich 2.10 Mk., monatlich 70 Pfg, Die einzelne Nummer kostet 5 Pfg.
Verantwort!. Redakteur: G. Schrecker in Hanau,
Nr. 269
Aeritsprechanschlrts; Nr. 230
Montag den 17. November
Mernsprechanschlittz Nr. 230
1913
«MM»««.
Stadtkreis kjsnau. ;
Bekanntmachung.
DaS Ergebnis der in der Zeit vom 10. bis 15. November ds. Js. vorgenommenen ErgänzungS- und Ersatzwahlen für sie Stadtverordneten-Versammlung für die Stadt Hanau ohne Ortsbezirk Hanau-Kesselstadt ist folgendes:
III. WahlaSteilung.
Es haben insgesamt 4288 Stimmberechtigte von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht; die absolute Stimmenmehrheit beträgt demnach 2145 Stimmen. Die absolute Stimmenmehrheit und zugleich die meisten Stimmen haben folgende Herren erhalten, die somit gewählt sind:.
a) Ergänzungswahlen:
1. Adrian, Ludwig, Oberpostschaffner,
2. Fischer, Max, Lithograph,
3. Gerhardt II., Georg, Kaufmann,
4. Pforr, Ernst, Spenglermeister.
b) Ersatzwahlen:
Barnickel, Andreas, Metallschmelzer und Vergolder.
II. Wahlabteilung.
Es haben insgesamt 602 Stimmberechtigte von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht; die absolute Stimmenmehrheit beträgt demnach 302 Stimmen. Die absolute Stimmen- Mehrheit und zugleich die meisten Stimmen haben folgende Herren erhalten, die somit gewählt sind;
1. Kämmerer, August, LandkrankenhauS-Jnspektora.D.,
2. Or Nußbau m, Max, Rechtsanwalt,
3. Reinhardt, Gottfr« b, Hofschneidermeister,
4. S 1 übing, Julius, Bijouteriefabrikant.
I. Wahlabteilung.
Es haben insgesamt 38 Stimmberechtigte von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht, sodaß die absolute Stimmenmehrheit 20 Stimmen beträgt. Die absolute Stimmenmehrheit und zugleich die meisten Stimmen haben folgende Herren erhalten, die somit gewählt find;
1. Dr. Ambrosius, Walter, Arzt,
2. Müller, Philipp, Holzhändler,
3. Schroeter, Wilhelm, Kaufmann,
4. Schwahn, Konrad, Bijouteriefabrikant.
Nach § 29 Absatz 2 der Städteordnung für die Provinz Hessen-Nassau vom 4. August 1897 kann von jedem Stimmberechtigten innerhalb zweier Wochen nach Bekanntmachung des Wahlergebnisses bei dem Magistrat Einspruch gegen das stattgehabte Wahlverfahren erhoben werden.
Hanau den 15. November 1913. 27935
Der Magistrat.
Hild.
Zum 1. Konzert des Oratorienvereins
am Bußtag den 19. November in der Marienkirche.
Als der Oratorienverein am 8. April 1898 die Johannes. Passion von Bach im Konzertsaal zur Aufführung brachte, mußte er Verzicht leisten auf die naturgemäße Forderung, ein derartig mächtiges und erhabenes Werk auf dem eigentlichen Heimatboden kirchlicher Musik, im Gotteshause,^ertönen zu lassen. Es fehlte die rechte Weihe des Raumes, es fehlte vor allem auch der Klang der Orgel, welche tragend und stützend oder auch begleitend sich mit Chor und Orchester verband. Von der vorjährigen Aufführung des „Messias" ist bekannt, daß die Marienkirche seit ihrer inneren Umgestaltung allen Anforderungen in Bezug' auf günstige Aufstellung von Säugern und Instrumentalisten, sowie aus imposante Klangwirkungen Rechnung trägt und daher mit Recht als der beste Ort für eine eindrucksvolle Wiedergabe der Bachschen Passionsmusik gelten darf. Der Verein hielt es darum für seine Pflicht, nach längerer Pause mit der Johannespassion vor die Oeffentlichkeit zu treten, um zu zeigen, welche Gemütstiefe bei aller kontrapunklischen Kunst der Bachschen Musik eigen ist, wie Kraft und Milde des Ausdrucks sich in unvergleichlicher Weise dem Schriftwort anpassen.
Wie sehr inmitten aller modernen Kunstanschauungen das Bestreben erwacht ist, die gesunde urdeutsche Art unseres großen Musikers Bach auf uns wirken zu lassen, das beweist üie intensive Pflege seiner Kunst an großen und kleinen Orten und bte stets wachsende Zahl der Hörer. Auch unsere ^tabt toll in dieser Beziehung nicht znrückstehen, und wenn der Oraiorienverein durch die Wahl der Johannespassion Bachs Kunst weiten Kreisen zugänglich macht, so hofft er auf verständnisvolle Teilnahme der breiten Oeffenttichkeit.
Um das Verständnis für den Bau 'beö Werkes dem Nichteingeweihten zu erleichtern, sei in kurzen Zügen das hierzu Wesentliche mitgeteilt.
Bekanntmachung.
Zur steten Aushilfe bei der Bedienung und Reinigung in der Badeanstalt am Steinheimertor wird Freitags, Samstags und Montags eine saubere und unabhängige jüngere Frau gesucht. Die Arbeitszeit während dieser 3 Tage beträgt 33 Stunden und werden 25 Pfg. für die Stunde vergütet. Meldungen sind alsbald beim Stadtbauamt, Zimmer 48, einzureichen.
Hanau den 14. November 1913. 27937
Der Magistrat.
Dr. E e b e s ch u s.
Bekanntmachung.
Die Ausführung von Pflasterarbeiten in der Lamboystraße soll unter Zugrundelegung der Bedingungen für die Ausführung von Arbeiten und die Lieferung von Materialien für die Stadt Hanau öffentlich verdungen werden.
Die Verdingungsunterlagen liegen im Rathaus, Zimmer 20, zur Einsicht aus und können von dort gegen Entrichtung von 50 Pfg. bezogen werden.
Verschlossene, mit entsprechender Aufschrift versehene Angebote sind bis zum Eröffnungstermin am Samstag den 22. d. M., vormittags 11 Uhr, einzureichen.
Die Eröffnung der Angebote erfolgt im Beisein etwa erschienener Anbieter.
Zuschlagsfrist 8 Wochen.
Hanau den 13. November 1913. 27781
Der Magistrat.
J. A.: Ehrich.
Bekanntmachung.
Im Dachgeschoß des Hauses Sternstraße Nr. 2 ist eine Wohnung von 2 Stuben, 1 Küche und 1 Bodenraum sofort zu vermieten.
Auskunft wird auf Zimmer Nr. 27 des Rathauses erteilt.
Hanau den 8. November 1913.
Der Maoistrat.
J. A,: Ehrich.
Bekanntmachung.
Das untenstehende Bezirkskommando stellt noch in diesem Herbst einen zweijährig Freiwilligen (Schreiber) ein. Geeignete Bewerber wollen umgehend Lebenslauf, Zeugnisse und Meldeschein hierher einreichen.
Königliches Bezirkskommando Hanau.
Die bei den verendeten Gänsen des Lehrers Strauß hierselbst — nicht des Bürstenmachers Jean Ehristanz — festgestellte Geflügelcholera ist erloschen.
Gelnhausen den 13. November 1913. J.-N. 555411
Der Königliche Landrat.
Graf von Wartensleben.
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Die Passionsmustken haben seit aller Zeit den Zweck verfolgt, die biblische Darstellung von Christi Leidensgeschichte durch Dramatisierung der Vorgänge lebendig vor uns erstehen zu lassen. Rede und Gegenrede werden verschiedenen Personen in den Mund gelegt, die Ausrufe des Volkes, wie überhaupt einer Mehrzahl von Personen dem Chor zuerteilt, während die eigentliche Erzählung des Evangeliums eine Tenorstimme, der Evangelist bezeichnet, übernimmt. Bach's Passtonsmusiken, deren eine nach dem Evangelium Matthäus, die andere nach dem Evangelium Johannes komponiert wurden, folgen diesem alten Vorbild, sind aber durch freie poetische Zusätze und durch ausgiebige Verwendung des Chorals bedeutend erweitert. Hier sind die für eine große Kuustform unentbehrlichen Ruhepunkte gegeben, welche dazu dienen sollen, den dramatischen Gang der Ereignisse zeitweise eiuzuhalten und dem Zuhörer ein inneres Miterleben des Geschehenen zu ermöglichen. Die Johannespassion gibt uns hiervon zahlreiche Belege, wie denn über- Haupt dies Werk der mufangreicheren Matthäuspassion an Größe der Erfindung und Kraft des Ausdruckes keineswegs nachsteht. Wie diese ist auch die Passionsmusik nach dein Evangelisten Johannes eingerahmt von zwei mächtigen, nach freien Texten komponierten Eingangs- und Schlußchören.
Die Verwendung des Chorals „O große Lieb', o Lieb' ohn' alle Maße" erfolgt nach der Begegnung Jesll mit den Häschern, um schon hier am Beginn der Marterstraße die große Heilandsliebe schlicht und innig erklingen zu lassen und der Gemeinde zuzurufen ein ergreifendes: für dich in den Tod gegangen. — Aehrrlich bezieht sich der Choral „Dein Will' gescheh, Herr Gott, zugleich auf Erden wie im Himmelreich" mif die vorausgehenden Worte Jesu: „Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir mein Vater gegeben hat?" Auch die beiden folgenden Choräle nehmen direkten Bezug auf die vorausgeWlden Bibel- worte und legen sie gewissermaßen für die Gemeinde aus Ganz ähnlich treten die Choräle des 2. Teils als mächtige
Hanauer Ortskrankenkasse.
Des Feiertags wegen werden die Beiträge für freiwillige Mitglieder diese Woche am Donnerstag den 20. November erhoben.
Hanau den 17. November 1913. 87903
Der Vorstand.
Kiefer, Vorsitzender.
LandtsirtMlichtt Krelsvereis Kam.
Nächste Versammlung Samstag den 22. d. Mts., nachmittags 21/« Uhr, im Gasthaus „zum goldnen Löwen" hier.
Tagesordnung.
1. Geschäftliche Mitteilungen.
2. Besprechung über Landkrankenkassen.
3. Fortsetzung der Besprechung über die im Jahre 1915 abzuhaltende Kreistterschau.
4. Mitgliederaufnahme.
5. Sonstiges.
Die Herren Bürgermeister wollen vorstehende Be. kanntmachung in den Gemeinden in ortsüblicher Weise bekannt machen lassen.
Hana« den 16. November 1918.
Der Vorsitzende.
%? ^ Frhr. Laur, Landrâ
©etunbene md Berforene WMM «.
Gefunden: 1 silberne Lorgnette mit Kettchen.
Liegen geblieben in einer Droschke: 1 Sammet. Lasche mit Portemonnaie mit 24 Mark und einem Trauring ohne Zeichen.
Verloren: 1 silbernes Kettenarmband (in Wilhelmsbad).
Zugelaufen: 1 Hund (Kreuzung zwischen Dobermann und Pinscher) mit braunen Abzeichen an Kopf und Füßen, halblanghaarig. Ohren «nL Schwanz gestutzt.
Hanau den 17. November 1913.
Politische Rundschau.
Hk. Besteuerung der Versicherungsscheine. Nach dem Neichsstempelgesetz vom 3. Juni 1913, in Kraft getreten am 1. Oktober, wird eine Reichsstempelabgabe erhoben von den Versicherungsscheinen bei der Feuerversicherung, Einbruchsdiebstahl- und Glasversicherung, Transport- und Lebensversicherung (Unfall- und Haftpflichtversicherung bleiben frei). Abgabenpflichtig ist der Versicherte; zur Vereinfachung der Steuererhebung wird die Abgabe jedoch von der Versicherungsgesellschaft an die Steuerbehörde bezahlt. Während früher die Stempelabgabe nur einmal, nämlich bei der AuSfettigum der Volize. erhoben wurde, wiederholt sie sich jetzt bei jedeg
Bestandteile deS Ganzen hervor und lassen in ihrer Schlichtheit die ganze Glaubenstiefe Bach's erkennen, die hier auf den Hörer so unmittelbar einwirkt. Als einen der schönsten nenne ich den Choral: „In meines Herzens Grunde dein Nam' und Kreuz allein." Er schließt an an die Worte deS Pilatus: waS ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben. So wie Pilatus Jesu Namen und Königswürde an's Kreuz schrieb, also soll im Christenherzen der Heilandâname eingeschrieben sein zu Freude und Trost der Seele. In besonderer Weise verfährt Bach mit dem Choral „Jesu, der du wärest tot"; er wird mit der schönen und innigen Arie für Baß „Mein teurer Heiland, laß dich fragen" dergestalt verbunden, daß die Solostimme im Vordergründe steht, während die einzelnen Choralzeilen, durch größere Abstände getrennt, als zarter harmonischer Untergrund erklingen. Dieses Stück von unsagbarem Klangreiz gehört zu dem tiefsten und em- psindungsvollsten was Bach geschrieben. Noch sei des mächtigen Schlußchorals „O Herr, laß dein lieb' Engelein" ge- dacht, der zeigt wie Bach sich am Schluß seines Werkes noch einmal an 'die Gemeinde wendet und in der einfachen, schlichten Weise des kirchlichen Volksgesanges ihr das Schlnßwon zuruft.
Soviel über Stellung und Bedeutung des ChoraS in der Passionsmusik bei Bach!
Die großen Chorsätze stehen, wie schon erwähnt, am Anfang und" Schluß des Werkes. Sie sind auf freie Texte, an denen Bach selbst, verbessernd oder neugestaltend mitarbeitete, aesetzt. Machtvoll aber von herbem Ausdruck der Einleitungs- chor, zart und milde versöhnend der Schlußchor, sind sie ein Bild der beiden Endpunkte der Passiousgeschichte von ihrem bitteren Anfang bis zum verklärenden Schluß beim Ausblick des Meiischenherzcns auf eine herrliche Auferstehung. Es ist als ob Meister Bach uns fragte: Mußle nicht Christus solches leiden und zu seiner Herrlichkeit entgegen ?
Neben diesen Chören stehen alle übrigen im Dienst des