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Die SgespaNene Petitzeile oder beten Raum 20 PfA. im ReUameteil die Seite 60 Pj^

Bezugspreis«

vierteljährlich 1.80 Mk., monatlich 60W, str Post, bezug vierteljährlich 2.10 Mk., monatlich 70 Psg, Die einzelne Nummer kostet 5 Pfg.

Rotationsdruck und Verlag bet vuchdruckerri bei verein. ev. Waisenhauses in Hanau.

AMihts Grga« für Stabt« und Landkreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

verantwort!. Redakteur: 6. Schrecker in Hanau,

Nr. 266

^ernspreckanschlttst Nr. 230»

Donnr^tan den 13. November

^mifvredjanfdiht^ Nr. 230, 1913

Amtliche«.

Stadtkreis Ifanau.

Unter Bezugnahme auf die imHanauer Anzeiger" Nr. 259 vom 5. d. Mts. veröffentlichte Milchunter, suchung während der Monate Juli / Oktober d. 3s. wird zu lfde. Nr. 4 des Verzeichnisses ergänzend bemerkt, daß der daselbst aufgeführte Händler Heinrich Stettner, Langstraße 85 hierselbst wohnt.

Hanau den 12. November 1913. P 12532

Königliche Polizei-Direktion.

I. A.: Karbe.

Bekanntmachung.

Im Dachgeschoß des Hauses Sternstraße Nr. 2 ist eine Wohnung von 2 Stuben, 1 Küche und 1 Boden­raum sofort zu vermieten.

Auskunft wird auf Zimmer Nr. 27 des Rathauses erteilt.

Hanau den 8. November 1913.

Der Magistrat.

I. A: Ehrich.

Bekanntmachung.

Das an der Leipzigerstraße liegende städtische Grund­stück DD Nr. 54, 40,73 ar groß, soll

am Montag den 1. Dezember 1913, vormittags 11 Uhr, im unteren Rathaussaale öffentlich meistbietend ver­steigert werden.

Die näheren Bedingungen werden im Termin be­kannt gegeben.

Hanau den 4. November 1913. 27361

Der Magistrat. t

I. A.: Ehrich.

Bekanntmachung.

Ein Teil des an der Leipzigerstraße liegenden Hospital­grundstücks W Nr. 6, ca. 60,50 ar groß, soll am Montag den 1. Dezember 1913, vormittags 11 Uhr, im unteren Rathaussaale öffentlich meistbietend ver, steigert werden.

Die näheren Bedingungen werden im Termin be­kannt gegeben.

Hanau den 4. November 1913. 27363

Der Althanauer Hospitalrat.

Dr. E e b e s ch u s.

Bekanntmachung.

In das Handelsregister Abt. A unter Nr. 48 ist bei der Firma Friedrich Schreiber Söhne zu Rückingen ein­getragen worden:

Der Kaufmann Peter Krausgrill zu Rückingen ist aus der Gesellschaft ausgeschieden. Die Firma wird unter der bisherigen Bezeichnung fortgeführt.

Langenselbold den 8. November 1913, 27489

Königliches Amtsgericht.

Handelsregister.

Firma: J. Hermann in Hanau.

Der Kaufmann Isaak genannt Isidor Her­mann ist am 19. April 1913 verstorben. Seine '»Witwe Emma Hermann geb. Bluhm in Hanau führt das Geschäft ohne Aenderung der Firma weiter.

Eintrag des Königlichen Amtsgerichts 6 in Hanau vom 8. November 1913. 27465

Politische Rundschau.

Der Gesetzentwurf über Vie Sonntagsruhe im Handels­gewerbe ist dem Reichstage zugegangen.

Das österreichische Abgeordnetenhaus beriet am Mitt­woch über die Antwort des Ministerpräsidenten auf die In­terpellation betreffend die Einsetzung der Landesver­waltungskommission in Böhmen.

Die Ueberlegenheit der Krupp-Kanonen. Aus Brüssel wird derDtsch. Tgsztg." gemeldet: Auf eine neuerliche Mammeranfrage wegen Lieferung von Krupp-Kanonen in Belgien legte der Kriegsminister dem Kammerausschuß den Bericht des belgischen Oberkriegsrats vor, worin dieser die Ueberlegenheit der Krupp-Kanonen über alle anderen Ge­schütze bezeugt und gleichzeitig die vollkommene Korrektheit bei allen Vergebungen einwandsfrei feststellt.

Noch einmal der Vorfall in Zabern. Die in einigen Blättern ausgestellte Behauptung, Leutnant v. Forstner habe schon mehrfach sich unfreundlicher Aeußerungen gegen die Elsässer bedient, so daß diese wohl berechtigt wären, ben

AusdruckWackes" nicht nur auf einzelne fragwürdige Elemente zu beziehen, wird an gut unterrichteter Stelle nach den bisher vorliegenden Nachrichten für unzutreffend erklärt. Die volle Aufklärung dürfte jedenfalls die gericht­liche Untersuchung bringen und bis zum Abschluß der Unter­suchung sei es wohl bester, wenn man sich jeden Kommentars unb jeder Kombination enthielte.

Konservative und Sozialdemokraten. Der engere Vorstand der Deutsch-Konservativen Partei hat in seiner Sitzung vom 8. November einstimmig folgende Ent­schließung angenommen:Die gegnerische Preste hat den Umstand, daß vereinzelte Mitglieder der Deutsch- Konservativen Partei wenn auch auf eigene Faust und ohne jede vorgängige oder nachträgliche Billigung der örtlichen Instanzen oder der Parteileitung in Verhandlungen mit Angehörigen der Sozialdemokratie zum Zwecke der Gewinnung von Wahlhilfe eingetreten sind, zu Angriffen auf die konservative Eesamtpartei be­nutzt. Der Vorstand der Deutsch-Konservativen Partei stellt wiederholt fest, daß er solche Machenschaften von Mitgliedern aufs entschiedenste verurteilt und daß er sie für unvereinbar mit der Zugehörigkeit zur Deutsch- Konservativen Partei erklärt. Es muß daher, wenn in Zukunft wider Erwarten solche Verirrungen vorkommen sollten, der Ausschluß der betreffenden Mitglieder aus der Deutsch-Konservativen Partei gemäß § 13 unserer Satzungen unverzüglich eintreten.

Eine Mastenanssperrung in bet dänischen Industrie. Der dänische Arbeitgeberverein hat, wie dasBerl. Tgbl.* meldet, beschlosten, alle der Arbeitnehmerorganisation an­gehörigen Arbeiter, das sind nahezu alle ungelernten Arbei­ter, am Mittwoch auszusperren. Es handelt sich um etwa 25 000 Arbeiter. Es droht eine Stillegung fast der gesamten dänischen Industrie einschließlich des Baugewerbes.

Russische Reichsduma. In der gestrigen Abendsitzung der Reichsduma sollte eine Interpellation der Sozialdemokraten an den Iustizminister über die Tätigkeit der Petersburger politischen Polizei bei der Anklage sozialdemokratischer Ab­geordneter der zweiten Duma zur Verlesung kommen. Der Präsident erklärte, er habe den Text der Interpellation ge­lesen und könne ihre öffentliche Verlesung nicht erlauben, da sie unzulässige Ausdrücke enthalte. (Beifall rechts.) Eine Reihe sozialdemokratischer Redner wies darauf hin, daß der Präsident die Hausordnung verletze, da die Zensur über Reden nicht seiner, sondern der Kompetenz der gesamten Duma zustehe. Drei Rednern wurde das Wort entzogen, weil sie von der Frage abschweiften. Der Präsident erstatte es in längerer Rede für seine Pflicht, mit der Würde der Duma unvereinbare Ausdrücke nicht zuzulaßen. Er halte deshalb seine Verfügung aufrecht. (Beifall und Rufe: Sehr richtig?) Der Präsident erklärte weiter, er habe nichts gegen die Interpellation, falls verletzende Ausdrücke vermieden würden, was ohne jede Aenderung des Sinnes möglich sei. (Anhaltender Beifall im Zentrum und rechts.) Die Ka­detten Adschemo und Miljukow sprachen dem Präsidenten das Recht ab, den Text der Interpellationen vor der Ver­lesung in der Duma zu beurteilen. Das Mitglied der Rech­ten Purischkewitsch sagte, in der zweiten Duma sei unter den SoziaLemokraten der Dieb Kusmezow gewesen, der vielleicht die Diebessprache in der Duma gebrauchen könne. (Starker Lärm links. Lebhaftes Heraus!) Der Präsident entzog Purischkewitsch das Wort und erklärte den Zwischen­fall damit für erledigt. Darauf verhandelte die Duma über die Antwort des Kriegsministers auf die Interpellation wegen der Explosion der Ochtawerkstätten im Jahre 1912. 193 Mitglieder der Oktobristenpartei brachten einen Antrag ein, in dem die Antwort des Ministers für ungenügend erklärt wird und die Nachlässigkeit der Verwaltung betont wird. Der Antrag fand einstimmige Annahme.

Das Ministerkabinett der Vereinigten Staaten hat ein­stimmig die vom Präsidenten Wilson Mexiko gegenüber ein­geschlagene Politik gebilligt.

Ein Spionagefall.

W. Rom, 12. Novbr. Gestern wurde hier ein gewißer Tullia Menozzi verhaftet. Den Blättern zufolge handelt es sich um einen Spionagesall. Menozzi war seinerzeit wogen Fahnenflucht und Diebstahls vom Mailänder Gericht ver­urteilt worden. Seit Mai begab er sich zweimal von Nom nach Genf. Sein Helfershelfer war der Kavalleriefeldwebel Robert Petriglia aus Rom. Dieser entwendete wertvolle Schriftstücke, die Menozzi photographierte und dann zurück­stellte, um nicht entdeckt zu werden. Nach demGiornale de Italia" betrieb Menozzi die Spionage für Rechnung eines französischen Funktionärs, mit dem er vor einigen Mo­aten ein Uebereinkommen getroffen hatte. Auch Petriglia wurde verhaftet. Man fand bei ihm auf den Dienst der Kavallerie bezügliche Schriftstücke, die er Menozzi überfen- ben wollte. Dieser gestand ein, daß er für Rechnung einer geheimen Agentur handelte, die ihren Sitz in Gent habe

und ihn beauftragte, Manuskripte zu photographieren unL die Photographien ihr zu übersenden. Bei Menozzi muten außer Mobilmachungsplänen für Kavallerie auch ein Code für den Kriegsfall gefunden. Man nimmt an, daß Menozzi außer Petriglia keine Mitschuldigen habe. DerTribuna" zufolge hatte eine französische Agentur, welche die Spionage organisierte, an Menozzi geschrieben und ihn aufgefordert, ihr Abschriften gewißer Dokumente zu verschaffen und ihm 45000 Francs versprochen. Um Mystifikationen zu ver­meiden, verlangte sie die Photographien der Dokumente. Unter den bei Menozzi beschlagnahmten Papieren befinden sich gerade die Abschriften der verlangten Dokumente und die photographischen Platten. Menozzi wurde verhaftet, als er im Begriffe war, sie an eine französische Agentur in Genf abzuschicken.

Ehina.

Schanghai, 12. Novbr. DaS alte Parlament soll vor Jahresschluß aufgelöst werden und die Neuwahlen sollen im Frühjahr auf Grund der neuen Verfassung stattfinden. Jüanschikai ist sonst grundsätzlich abgeneigt, mit dem Parla­ment zu arbeiten. Die Maßregeln gegen die Kuomintang­partei werden überall aufs schärfste durchgeführt. Die Post verweigert die Beförderung von Drucksachen der Partei und erhielt das Recht, verdächtige Postsachen zu öffnen.

Die Umgebung JüanschikaiS erwartet «in Kompromiß und zwar derart, daß nur ein Unterhaus mit dreihundert Mitgliedern bestehen bleibt. Anstelle deS Oberhauses tritt der jetzt in Bildung begriffene ZentralauSschuß.

Die Lage in Mexiko.

New-Pork, 12. Nov. Wie dieCorning Post* meldet, wollen New-Dorker Danken Mexiko im Falle deS Rücktritts HuertaS eine groß« Anleihe gewähren. Obwohl dies fühl­bar Glauben findet, war bisher «in« Bestätigung in Nrw- Aorker Bankkreisen nicht zu erlangen.

Aus aller Wett.

Der Verband bet Aerzte Deutschlands veröffent­licht folgende Erklärung: Di« Krankenkassenverbände suchen abermals bie Verantwortung für den Berliner VerztetagS- beschluß den Aerzten zuzuschieben und bezeichnen sich als die Angegriffenen, denn sie hätten keine Forderungen an bie Aerzte gestellt, wohl aber hätten die Aerzte sehr viele und ganz unangemeßene Forderungen an die Kaffen gestellt. Ersteres ist richtig, denn seit 30 Jahren haben die Kaffen den Aerzten lediglich Bedingungen vorgeschrieben, und sie find verwöhnt durch die Erfahrung, daß seither die Rücksicht aus bie Existenzmöglichkeit die Aerzte zur Nachgiebigkeit ge­zwungen hat. Demgemäß verschließen sie sich der Erkenntnis, daß es für die Aerzte auch höhere Rücksichten gibt, gegen deren weitere Unterdrückung sich nunmehr die Aerzteschaft geschloßen wehrt. Bei btt Zusammenkunft der beider­seitigen Vertreter im Savoy-Hotel in Berlin handelte eS sich zunächst nur um eineunverbindliche" Aussprache, die mit dem Ersuchen an die Aerzte endete, nunmehr ihre Vor­schläge chem BetriebSkrankenkaßenoerband schriftlich zuzu­stellen. DieS ist geschehen, auf ihren eigenen, in der münd­lichen Verhandlung verlesenen Vorschlag sind aber die Kaffen überhaupt nicht mehr zurückgekommen, sie brachen vielmehr die Verhandlungen durch bedingungslose Ablehnung bet ärztlichen Vorschläge einfach ab und entzogen sich dadurch einer Aussprache über die beiderseitigen Angebote. Den sachlichsten und gerechtesten Weg zur Beilegung von Gegen­sätzlichkeiten bildet allgemein ein paritätisches Schieds­gericht; ein solches ist in einwandfreier Zusammensetzung seitens der Aerzte angeboten worden für den Fall, daß es zu einer örtlichen Einigung über die Kassenverträge nicht kommt. Obwohl bie Aerzte für den Vorsitz im Schieds­gericht den zuständigen Landgerichtspräsidenten oder den Direktor des zuständigen OberversicherungSamteS vorschlugen, lehnten die Kassenoerbände dieses Schiedsgerichts und bannt die Möglichkeit einer angemessenen Entscheidung örtlicher Streitigkeiten ab, weil sie "sich eben zu irgend welcher An- erkennung der Aerzte als gleichberechtigte Vertragspartei nicht herbeilaßen wollen. Dabei war der Entscheidung des Schiedsgerichtes ein außerordentlich weiter Spielraum ge­geben, denn im Gegensatz zu der wiederholten Behauptung der Kassenverbände sollte die freie Arztwahl nichtallgemein durchaesetzt werden", die Aerzteorganisation hat vielmehr ausdrücklich zngestanden, daß die Verträge nach diesem System oder nach dem Kassenarztsystem, oder nach dem Distriktsarztsystem abzuschließen seien. Für die Bezahlung ferner sollte die Wahl zwischen Pauschalvergütung und Einzelleis! nuasvergütung offen bleiben, für beide Fälle sicherten die Aerzte Kontrollinstanzen zur Verhütung oder Einschränkung etwaiger unangemessener Inanspruchnahme der Kassenmtitel zu. Wenn eS also in der neuesten Er­klärung der Kassenverbände heißt,die Kassen würden schließ­lich mir noch Beiträge aufzubringen haben, um die durch die Aerzte verfügten (!) Ausgaben zu decken", so wißen bie Kassenverbände auS den in ihren Händen befindlichen Vorschlägen sehr wohl, daß davon garnicht die Rede sein soll noch kann. Den Kassenverbänden ist es lediglich darum zu tun, nach wie vor den Aerzlestand als einen Stand von Angestellten zu behandeln und der Gesamtheit der Aerzte ihr gesetzliches Recht auf NiederlaßunaSsreiheit und B«»