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Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des

Gerleral-Anzeiger

Amtliihes GrgM für StiM ani FMKreis Kmas.

verein, ev. Waisenhauses in Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Bezugspreis:

Vierteljährlich 1.80 Mk., monatlich 60 Pfg.» fOt Post, bezug vierteljährlich 2.10 Mk., monatlich 70 Pfg.

Die einzelne Nummer kostet 5 Pfg.

Verantwortl. Redakteur: E. Schrecker in Hanau,

Nr. 259

RetniVteMntoWi Nr. 230.

Mittwoch bei! 5. November

ReiiifyredwiWilft Nr. 230. 1913

Amtliches.

Stadt- und Candhreis Hanau. BeKunntmaryung.

Seit einiger Zeit tritt unter den Fischbeständen des Regierungsbezirks Cassel die Furunkulose auf, eine Krankheit, die leicht für den Forellenbestand gefährlich werden kann.

Kenntlich sind die mit dieser Krankheit behafteten Fische an Geschwüren, die sich zunächst als erbsen- bis nutzgroße Anschwellungen zeigen, dann aber aufbrechen und eine blutig-eitrige Masse mit zahlreichen Bakterien entleeren.

Zur Bekämpfung dieser Krankheit empfiehlt sich als wirksames Mittel ein gründliches Abfischen der betreffen­den Wasterläufe, da hierdurch der Weiterverbreitung der Krankheit am besten vorgebeugt wird.

Hanau den 31. Oktober 1913. V 7306

Der Königl. Landrat und Polizeidirektor.

Frhr. Laur.

Stadtkreis Hanau.

Milchuntersuchung.

Im Stadtkreise Hanau sind imöffentlichen Unter» suchungsamk Hanau" während der Monte Juli bis Oktober d. Js. 24 Vollmilchproben untersucht worden.

~ Die Untersuchung hatte folgendes Ergebnis:

Lfde. ftr.

Name des Händlers

Wohnort

Fettgehalt

1

Paul, Jean

Langendiebach

2,9

2

Fischer, Georg

Mittelbuchen

3,1

3

Kegelmann, Karl

Dörnigheim

3,65

4

Stettner, Heinrich

Hanau

2,9

5

Zeiger, Leopold

3,35

6

Jbm, Wilhelm

3,05

" 7

Löhnert, Josef

3,35

8

Lißmann, Joh. Friedr.

Langendiebach

3,25

9

Löhnert, Josef

Hanau

3,65

10

Bechthold, Wilhelm

Bruchköbel

3,5

11

Lamm, Friedrich

Hanau-Kesselst.

2,95

12

Kaiser, Heinrich

*

4,15

13

Röhl, Katharina

W

2,48

14

ff ff

3,25 Stallpr.

15

Lamm, Friedrich

ff

4,4 Stallprobe

16

Jäger, Margaretha

Hanan

3,65

17

Schmidt, Katharina

2,35

18

Biermann, Heinrich

*

3,45

19

Zeiger, Leopold

*

2,25

20

Sauer, Wilhelm

Ostheim

3,3

21

Göbel, Wilhelm

Langendiebach

3,5

22

Emmerich, Margaretha

Hanau

1,45

23

ff If

ff

3,5 Stallprobe

24

Löhnert, Josef

ff

3,5

Konzert des Gesangvereins Sumset."

Keiner der bis setzt in dieser Saison auf dem Konzert­podium erschienenen Vereine hatte ein so zahlreiches Publikum zu verzeichnen als der GesangvereinSumser" in seinem gestern abend in den Sälen derCentralhalle" veranstalteten Konzert. Es ist seit einer Reihe von Jahren Sitte geworden, Sterne besonderer Größe in dem Vereinshimmel aufleuchten zu lassen; und solch lockenden Schein ließ man auch gestern abend in die stille Nacht hinausblitzen: Alexander Heine m a n n. Wer kennt ihn nicht, denwohlb^Ünnten Sänger" ? Wer kennt sie nicht, die gewaliige Lieder- und Balladenkunst dieses der Größten Einer, der, wo er auch hinkommt, das Wort des siegreichen Cälar aufs neue ver­lebendigt ? Auch diesmal übte sein Name den bekannten und begreiflichen Zauber aus. Und was uns der Name ver­bürgte, das gab uns wieder seine hohe meisterliche Siug- »nd Vortragsweise. Carl LoewesDas Er- k "® *c U h r",Hinkende Jamben" lindEdward" eröffneten sein Programm. Die beiden ersteu ui, ihrer gesühlstiefen Art, das dritte mit seiner Schelmerei, die düstere Edwardballade kamen zu wunder- samer Wiedergabe. Bis ins letzte durchdacht und ausge- nroeitel, man denke an die vielen Nuancen desO!" Wie das packte unb ergriff! Von lieblicher träumerischer Zart- he,t war weiterhin GriegsIm K a h n", dem sich zwei Gelange Hugo Kanns, eines unserer eigenartigsten, norddeutschen Tmrsetzer, anschlossen:Auf leisen Sohlen undDer Sieger". Der erste lyrisch mit vielen Feinheiten, z. B. dem der zweiten Strophe in der Smgstimme sich sonal lösendenLiede mich", während die Begleitung wie vorenthaltend noch auf der Dominante ver­weilt, der andere zügig, dramatisch, daß einem bei dem jährn Durschluß (Tor!") ein Grauen befällt. Herr-

Nach der Polizeiverordnung vom 10. August 1905 betreffend den Verkehr mit Milch, muß der Mindest­fettgehalt der Vollmilch 2,8°/o betragen, andernfalls die Milch als Magermilch angesehen wird. Daß dieser Fett- Mhalt erreicht werden kann, zeigen die fettgedruckten Ziffern.

Hanau den 1. November 1913. P 12153

Königliche Polizeidirektion.

Frhr. Laur.

Bekanntmachung.

Für die mit Ende dieses Jahres ausscheidenden Mitglieder der Stadtverordneten-Versammlung für die Stadt Hanan ohne Ortsbezirk Hanau-Kesselstadt sind Ergänzungswahlen vorzunehmen. Es sind dies in der

III. Wahlabteilung.

Lithograph Max Fischer, Qberbahnassistent Wilhelm Kemp Weißbindermeister Jean Lückhardt, Kaufmann Karl Sommer.

II. Wahlabteilung.

Bauunternehmer Heinrich Franz, Holzhändler P h i l i v p M ü l l e r, Rentner Julius Schwabe, Fabrikant Julius S t ü b i n g.

I. Wahlabteilung.

Fabrikant Otto Backes, Rechtsanwalt Dr. Franz Malkmus, Kaufmann Wilhelm Schroeter, Rentner Karl Spatz.

Außerdem ist in der III. Wahlabteilung eine Ersatzwahl vorzunehmen und zwar für den Parteisekretär Robert Diß- mayn, bessert Wahlzeit Ende 1917 abläuft.

Die Wahlen finden wie folgt statt:

Die Wähler der TIL Abteilung wählen am Mon­tag den 10. November, Dienstag den 11. November und Mittwoch den 12. November d. Js. täglich von vormittags 10 Uhr bis mittags 1 Uhr und nachmit­tags von 48 Uhr und zwar die Wähler, deren Name mit den Buchstaben von AK beginnt, im un­teren Saale, die Wähler, deren Name mit den Buch­staben von LZ beginnt, im oberen Saale des Neu­städter Rathauses.

Die Wähler der II. Wahlabteilung wählen am Freitag den 14. November d. Js., vormittags von 10 Uhr bis mittags 1 Uhr und nachmittags von 48 Uhr im unteren Saale des Neustädter Rathauses.

Die Wähler der I. Abteilung wählen am Sams­tag den 15. November d. Js., vormittags von 10 Uhr bis mittags 1 Uhr im unteren Saale des Neustädter Rathauses.

Professor Heinemann riß in jeder Note, in jedem Wort mit sich fort und auch in seinen letzten Dar­bietungen, zu denen er sich SchubertsStändchen", Litanei" undErlkönig" auserwählt, stand er auf einsamer Höhe, die Goethe'sche Dichtung setzte sich in ein greifbares Bild um, das Kind, Geist und Vater in ge­spenstischem Nahmen scharf vor Augen führte. Düster, un­endlich düster zog es an unserer Seele vorüber. Das Ge­spenst, wirklich Gespenst, monoton, schattenhaft, blutleer, nicht der so oft mißhandelte, wie ein verliebter Anbeter girrende Geist, dem man die tötende Umarmung dann garnicht glauben mag. Nachdem der stürmisch gefeierte Sänger schonAuf leisen Sohlen" wiederholen hatte müssen, ließ man ihm auch jetzt keine Ruhe, bis er mit zwei altbekannten Liedern Hans und Liese" undPhyllis unb d i e Mutter" für die herzlichen Ovationen dankend quittiert hatte.

311 Herrn John M anelbord stand Herrn Pro- fessor Heinemann ein trefflich eingespielter Begleiter zur Seite, der seine eigene solistische Kunst gern den Gesangs- darbietnngen dienstbar machte. Als Klaviervirtuose trat er selbständig mit L i s z t's Ballade h - m o 11 Nr. 2 her­vor, die ihn im Besitz einer glänzenden Technik und vor­nehmen Vortragskunst zeigte. Auch unterstützte ihn der schöne Ibach-Flügel picht unwesentlich bei seinen Produktionen.

Das Chorprogramm verzeichnete sechs Nummern, unter denen sich einige besonders eigenartige befanden. Dem Heimat und Vaterland" von Gustav Balda­mus, einem musikalisch anspruchslosen Gesang, folgte das stimmnngsmäleude zur Naturcharakterisierung terzlose Drei- klänge heranzieh ndeA bend licd" von Heinrich Zöllner. Der Chor ist modulatorisch nicht einfach, detonierte auch verschiedentlich merklich. Außerdem hörten wir Anion Rubinsteins A s r a " , Ferdinand H u m m e l sDie R o s e im Tal", G u st. W o hl- gem u t h ' s A e n n ch c n " und Hebe r mut", sowie Hans He inr ich'sAbmarsch". DieRose im »

Zur I. Wahlabteilung gehören die in der Liste der Stimmberechtigten verzeichneten Wähler, welche an direkten Steuern (Staats- und Gemeindesteuern zusammengerechnet) in der Stadt Hanau 2 881.73 Mk. und mehr, zur H. Wahl- abteilung diejenigen, welche 227.88 Mk. und mehr bis einschl. 2 863.58 Mk. und zur KL Wahlabteilung diejenigen, welche 226.55 Mk. und weniger entrichten.

Für die Wahl kommt die Vorschrift des § 18 bei Städte - Ordnung für die Provinz Hessen - Nassau vom 4. August 1897 in Anwendung und müssen demzufolge von den in der KL Wahlabteilung zu Wählenden 3 Hausbesitzer, von den in der II. Wahlabteilung zu Wählenden 4 Hausbe­sitzer und von den in der I. Wahlabteilung zu Wählenden 1 Hausbesitzer sein.

Wahlberechtigt und wählbar sind nur diejenigen Personen, welche in der Liste der Stimmberechtigten verzeichnet sind.

Wir laden hiermit die Stimmberechtigten zur Teilnahme an den Wahlen ein.

Hanau den 24. Oktober 1913.

Der Magistrat.

Hild.

Bekanntmachung.

Das Oeffentliche Untersuchungsamt für die Kreise Hanau Stadt und Land, Gelnhausen und Schlüchtern Leitern Nahrungsmittel-, vereid. Gerichts- und Handelschemiker Dr. Braunmüller befindet sich Kanalplatz 3, Tel. 594.

Für die Arbeiten des Untersuchungsamts (Untersuchung von Nahrungsmitteln, chemisch-technische Untersuchungen jeder Art und physiologische Untersuchungen) ist ein von dem Herrn Regierungspräsidenten genehmigter Eebühren- tarif aufgestellt, der im Untersuchungsamt eingesehen wer­den kann.

Hanau den 17. Oktober 1913. 24837

Der Magistrat.

Hild.

Am 9. Februar 1912 ist zu Hanau die Witwe bei TabakspinnerS Heinrich Wilhelm Mago, Maria Katharina, geborene Ehrlich, Preußische Staatsangehörige, gestorben. Sie war die Tochter der zuletzt in Langendiebach wohnhaft gewesenen Eheleute Zimmermann Iohannes Ehrlich und Marie Amalie, geborenen Bröning. Da ein Erbe bei Nach­lasses bisher nicht ermittelt ist, werden diejenigen, welche« Erbrechte an den Nachlaß zustehen, aufgefordert, diese Rechte bis zum 15. Januar 1914 bei dem unterzeichneten Gericht zur Anmeldung zu bringen, widrigenfalls die Feststellung erfolgen wird, daß ein anderer Erbe als der Preußische Fiskus nicht vorhanden ist. Der reine Nachlaß beträgt un­gefähr 1000 Mark.

Hanau den 27. Oktober 1913.

Königliches Amtsgericht, Abt. 1.

Tal" des Berliner bekannten Komponisten ist ein bei aller Einfachheit echte Herzenstön» anschlagendeS Tonstück, daS rote das liebliche böhmische VolksliedAennchen" fein und klang­schön vorgetragen wurde. DerAbmarsch", ein von dem Mustkgelehrten Richard Batka mitgeteiltes altes Soldatenlied, fand eine reizvolle, höchst wirkungsvolle Wiedergabe. Du zweite Hälfte war im rechten Gegensatze zu der ersten kecken munterer gehalten. Und wie klang daSRumderidum" bald so kriegerisch frisch, bald so tränenschwer traurig. Und da­zu das drollige ewigeeins, zwei, drei". DaS plastisch herausgearbeitete Tonbildchen mußte wiederholt werden.

Der Dirigent des Vereins Herr K. Fr. Appel leitet» die sorgfältig einstudierten Chöre mit gewohnter Umsicht. Es war ein wohlgelungener Abend, an den alle Besucher wohl gerne zurückdenken werden.

Kunst Müh Leben.

Reinhardts Mirakel - Aufführungen in Frank« furt a. M. Die Leitung der Festhalle zu Frankfurt a. M. hat mit Professor M. Reinhardt den Termin für die Auf­führungen von Humperdinck-Vollmoeller's Mirakel, die als Gastspiel des deutschen Theaters zu Berlin stattfinden, nun. mehr definitiv sestgelegt. Die Premiere ist für den 25. Dezember angesetzt. Es werden 4 Aufführungen stattfinden. DaS Innere der Festhalle wird für dieses Gastspiel voll­ständig umgebaut. Auf Wunsch von Professor Max Rein­hardt wird der ganze Zuschauerraum als Amphitheater ein­gerichtet. Die Pläne für diesen Umbau haben die städtischen Instanzen bereits passiert und befinden sich gegen­wärtig beim zuständigen Ministerium in Berlin. Durch diese Neugestaltung der Halle wird die Möglichkeit geboten, dasMirakel" in Deutschland zum ersten Male in ähnlichem Stil wie seiner Zeit in der Olympia in London zur Darstellung zu bringen.