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EinrückungsgebShr:

Die ögespaltene Petitzeile oder deren Raum 20 Pfg. im Reklameteil die Zelle 50 Pfg.

-Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei der verein. ev. Waisenhauses in Hanau.

General-Anzeiger

Nr. 249

Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Hanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Bezugspreis:

Vierteljährlich 1.80 Mk., monatlich 60 Pfg., für Post­bezug vierteljährlich 2.10 Mk., monatlich 70 Pfg Dis einzelne Nummer kostet 5 Pfg.

Verantwortl. Redakteur: E. Schrecker in Hanau,

Zyernsprechanschlutz Nr. 230»

Freitag de» 24. Oktober

Fer»sprecha»schI«s; Nr. 830. 1913

Sie heutige Nummer Mim Mir dem iiuterhuuNugMuit

14 Seiten.

Amtliches.

Eandkreis fianau.

Der Portefeuiller Friedrich Haschert in Fechenheim und der Schneider Konrad Walther in Windecken sind nach be­standener Prüfung zu amtlichen Desinfektoren ernannt, ersterer für den Bezirk Bergen-Enkheim, Bischofsheim, Dör­nigheim, Fechenheim, Hochstadt und Wachenbuchen, letzterer für den Bezirk Bruchköbel-Butterstadt, Eichen, Erbstadt, Eronäu, Kilianstädten, Mittelbuchen, Niederissigheim, Nie­derdorfelden, Oberdorfelden, Ostheim, Marköbel und Rotz­dorf, sowie für die Gutsbezirke Baiersröderhof, Kinzighei- merhof, Dottenfelderhof und Eronauerhof.

Ich verweise auf meine Bekanntmachung vom 5. Oktober 1907 A. 3514 (Nr. 18 der amtlichen Beilage zum Hanauer Anzeiger" vom 9. November 1907) nach welcher die auf Grund des § 8 des Gesetzes betreffend die Be­kämpfung übertragbarer Krankheiten vom 28. August 1905 (Gesetzsammlung Seite 373) vorzunehmende Schlutzdesinfek- tion, welche nach Genesung der Kranken, nach seiner etwai­gen Ueberführung in ein Krankenhaus oder nach seinem etlentl. Tode erfolgen mutz, in allen Fällen der im § 8 des Gesetzes aufgeführten Krankheiten von dem amtlich geprüf­ten Desinfektor auszuführen ist.

Die Kosten der behördlich angeordneten Desinfektion sind als Polizeikosten aus Gemeindemitteln zu bestreiten, wenn der Zahlungspflichtige Haushaltungsvorstand ohne Beein­trächtigung des für ihn und seine Familie notwendigen Unterhaltes diese Kosten nicht zu tragen vermag.

Die Desinfektoren haben folgende Vergütungen zu be­anspruchen

1. für jede Stunde ihrer Tätigkeit einschließlich der "Hin- und Rückreise gleich 0,75 Mark,

2. für jede notwendige Uebernachtung 1.50 Mark.

Die Desinfektionsmittel für die Schlutzdesinfektion wer­den auf Kreiskosten beschafft.

Hanau den 14. Oktober 1913. A. 4606

Der Vorsitzende des Kreisausschusses.

F r h r. L a u r. fr..-.-.. ., , -- -

Stadtkreis Hanau. Bekanntmachung.

Wahl des Steuerausschusses der Gewerbesteuerklasse in.

Zur Vornahme der Wahl von 7 Mitgliedern und 7 Stellvertretern des Steuerausschusses der Gewerbesteuer- klasie III habe ich Termin auf Freitag den 7. November

1. Abonnements-Konzert des Weins'schen Gesangvereins.

Jn den Sälen der Centralhalle abend vor vollbesetztem Hause der ein sein 1. Abonnementskonzert. Gott, meine Z » v e r s i ch t" bert, der nicht recht zur Geltung führung etwas eintönig anmutete,

veranstaltete gestern Weins'sche Gesangver- Nach dem 23. Psalm von Franz Schu - kam und in der Aus-

, kam das Volkslied zu Wort, welches bei dem konzertgebenden Verein ja stets eine treue Pflege fand. Da war zuerst dasRheinische Volkslied", bearbeitet von Carl Reinecke, dessen schwer­mütig-leidvoller Charakter in dem sehr breiten Tempo rechte Würdigung fand. Da war dasMinnelied", bearbeitet von Fritz Char, dessen ungestillter Sehnsucht eine angemessene Wiedergabe ward. Am besten gelangen Feuer, Feuer!",Die schöne Schäferin", ^E i e an den Mond" undDer Leiermann". Hebe ich das erste, eine Schöpfung des berühmten englischen ucntrapunktikers Thomas Morley und das letzte, erne Volksliedbearbeitung A. v. Othegravens, beson- ers lervor, so geschieht das, weil sie durch ihre kunstvolle «nmmsuhrung und rhythmisch wie klanglich reizvolle Wir- rung Renner und Laien gleichermaßen fesseln. Der Chor ^'^^^^E.Schwierrgkeiten überall gewachsen und ent- ^^egrade, die angesichts seiner bescheidenen numerrschen Zusammensetzung auf ein treffliches- ausgiebi- ^ml schließen ließen. Schöne Schattierung zeigte Dt e schone Schäferin" (Volkslied, bearbeitet von Böhme), bei der die letzte Strophe in ein wunderbares pravo getaucht war^und Silchers Volksweisebearbeitung Brite a n den Mond", in der die dritte Strophe so feurig und lebensvoll, die letzte so träumerisch intoniert wurde. Warum, müssen wir aber hier fragen, stand kein einziges patriotisches Lied auf dem Programm? In einer

d. Zs., vormittags 10 Uhr, im Bureau der Einkommen­steuer-Veranlagungskommission Hanau» Hainstraße 6' Zimmer Nr. 3 angesetzt.

Wahlberechtigt sind die zur Zeit der Wahl zur Gewerbe­steuer veranlagten Gewerbetreibenden des Veranlagungs- bezirks dieser Klasse. Die Wiederwahl der Mitglieder des Steuerausschusses sowie die der Stellvertreter ist gestattet.

Wählbar sind nach § 47 des Gewerbesteuergesetzes nur solche männlichen Mitglieder dieser Klasse, welche das 25. Lebensjahr vollendet haben und sich im Besitze der bürger­lichen Ehrenrechte befinden.

Von mehreren Inhabern eines Geschäfts ist nur einer wählbar und zur Ausübung der Wahl berechtigt. Aktien- und ähnliche Gesellschaften üben Lie Wahlbefugnisie durch einen von dem geschäftsführenden Vorstande zu bezeich­nenden Beauftragten aus; wählbar ist von den Mitgliedern des geschäftsführenden Vorstandes jedoch nur eins. Minder­jährige und Frauen können die Wahlbefugnis durch Bevoll­mächtigte ausüben, selbst wählbar sind sie nicht.

Wird die Wahl der Abgeordneten und Stellvertreter durch die Steuergesellschaft verweigert oder nicht ordnungs­mäßig bewirkt, oder verweigern die Gewählten die ord­nungsmäßige Mitwirkung, so gehen die dem Steueraus­schusse zustehenLen Befugnisse für das nächste Jahr auf mich über.

Die Wahl erfolgt durch Abgabe von Stimmzetteln oder durch Zuruf.

Hanau den 22. Oktober 1913. 25531

Der Vorsitzende des Steuerausschusies der Gewerbesteuerklasse III und IV für den Stadtkreis Hanau.

C a st a n.

Bekanntmachung.

Das neu aufgestellte Verzeichnis der landwirtschaft­lichen Unternehmer von Hanau und Hanau-Kesselstadt liegt vom Samstag den 25. Oktober d. Zs. bis ein­schließlich Freitag den 7. November d. Zs. gemäß § 998 der Reichs-Versicherungs-Ordnung zur Einsicht der Be­teiligten im Rathaus, Zimmer Nr. 42, offen.

In denjenigen Fällen, in denen das Gesamtergebnis der Abschätzung die Zahl von 1500 abgeschätzten Mannes­arbeitslagen nicht übersteigt, können die Betriebsunter­nehmer gegen die Aufnahme oder Nichtaufnahme der einzelnen Teile und Flächen ihrer Betriebe in das Unternehmerverzeichnis innerhalb der Frist von einem Monat, welche von dem Tage der Beendigung der zwei­wöchigen Auflegungsfrist zu laufen beginnt, Wider­spruch bei dem hiesigen Stadtausschuß als Sektions­vorstand erheben. Dagegen steht ihnen nicht das Recht zu, die nach § 28 der Eenossenschaftssatzung in Verbin­dung mit â 994 der Reichs-Versicherungs-Ordnung der

der Erinnerung an große Ereignisse nachgehenden Zeit, die erst vor wenig Tagen die Wogen der Begeisterung hoch an- schwellen sah, hätte man wohl einen Widerschein in dem Vortragsverzeichnis finden dürfen.

Als Solist des Abends war Herr Joan Man6n aus Barcelona, einer der berühmtesten Geiger der Welt, gewon­nen worden, und wir wissen es dem Verein Dank, daß er dem hiesigen Publikum die Bekanntschaft dieses phänome­nalen Künstlers vermittelte. Jedes Wort über Man6ns Kunst bleibt weit hinter der Wirklichkeit zurück. Mit un­fehlbarer Technik verbindet er eine wundersame, unver­gleichliche Vortragsweise, die den Hörer bis ins Tiefste er­greift und erschüttert. Nach einer Sonate von P o r p o r a, des bekannten italienischen Tonmeisters und Lehrer- Haydns, spielte er Grave und Fuge für Violine allein von J. S. V a ch und zeigte dann noch seine eminente Virtuosität an drei mit Arpeggien und Flageolettönen gespickten Stücken:Introduktion et Presto" (Senaille).Der Kuckuck" (Daguin) undZapateado" (Sarasate) eigner Be­arbeitung, die ihm stürmischen Beifall eintrugen. Die Krone seiner Vorträge war der Reigen seliger Geister aus Glucks Orpheusoper, mit dem er wer hätte es nicht empfunden überirdische, göttliche Welten erschloß. Aber das Wort ist ja zu armselig. SchumannsTräumerei" war die freundliche Zugabe, mit der sich der East vom Audi­torium verabschiedete.

Herr Adolf Müller, der geschätzte Dirigent des Vereins, leitete seinen Chor mit gewohnter Umsicht und Feinfühligkeit. Am Klavier saß wieder Herr Gustav Altvater, der die Begleitung des Schubertschen Psalms ausführte und dem spanischen Geigerkönig als geschickter Begleiter über alle Klippen und in alle Tiefen gewandt und mitempfindend folgte.

Abschätzung zu Grunde gelegten Einheitszahlen zu be» streiten.

Bei der Abschätzung größerer Betriebe dagegen, in denen die Zahl der regelmäßig beschäftigten Arbeiter mehr als fünf beträgt, das Abschätzungsergebnis also die Zahl von 1500 Mannesarbeitstagen übersteigt, oder in denen der Betriebsunternehmer und sein Ehegatte weder der Zwangsversicherung noch der freiwilligen Versiche­rung unterliegen, ist jeder Betriebsunternehmer inner­halb der oben erwähnten einmonatigen Frist berechtigt, außer der Aufnahme oder Nichtaufnahme in das Unter­nehmerverzeichnis auch das Abschätzungsergebnis durch Widerspruch bei dem Sektionsvocstand anzufechten, so­fern er in der Lage ist, binnen einer weiteren vom Tage des Widerspruchs ab beginnenden Frist von drei Monaten seine abweichenden Behauptungen glaubhaft zu machen. Dabei würden die Widerspruch erhebenden Betriebsunternehmer den tatsächlich aufgewendeten Ar­beitsbedarf mindestens für die beiden letzten zurück­liegenden Jahre durch Vorlage ihrer Lohnbücher usw. oder in sonst geeignet erscheinender Weise nachzuweisen haben (§ 30 der Satzung).

Hanau den 20. Oktober 1913. 25505 Hessen-Nassauische landwirtschaftliche Verufsgenosienschaft

Sektion Hanau-Stadt.

Hild.

Bekanntmachung.

Im Hause Marktplatz Nr. 14 ist der westlich ge­legene neuhergerichtete Laden, bestehend aus: einem 65 qm großen Verkaufsräume, einem anschließenden Nebenzimmer und einem 62 qm großen Kellerraum sofort zu vermieten.

Der Laden ist mit Zentralheizung und elektrischer Beleuchtung versehen.

Nähere Auskunft wird auf Zimmer Nr. 27 des Rat» Hauses erteilt.

Hanau den 20. Oktober 1913. 25061

Der Magistrat.

Dr. Gebejchus.

&Ww md uetiorene WeMMe n.

Gefunden: 1 brauner Kinderpelzkragen, 1 Päckchen (5 Gramm) baumwollenes weißes Garn, 1 blauer Arbeits­kittel.

Verloren: 1 gelbledernes Damenportemonnaie mit 1 Mark.

Hanau den 24. Oktober 1913.

lieber dasTango-Fieber"

schreibt Max Adler imBerliner Lokal-Anzeiger": Wo seid ihr hin, ihr goldenen, ehrlichen Zeiten, da Hänschen und Gretchen beim Tanz ein­

ander fest und treu umschlungen hielten, da sie ihm offenen Blicks ins Auge sah und er sie noch etwas fester an sich drückte und leise mit der Musik summte:Ach, einen Walzer mit dir einen Walzer mit dir ganz allein" ... Wo seid ihr hin, ihr goldenen, ehrlichen Zeiten? Damals gingen wenigstens im Tanzsaal die beiden Geschlechter ge­meinsam durchs Leben. Heute trennen sie sich, gehen kühl nebeneinander her, spielen miteinander Fangball, ver­einigen sich stürmisch und stoßen einander wieder ab. Ach ja, das Leben wird immer komplizierter! Früher walzte man mit Hingabe, ja mit Selbstvergessenheit, und der Tanz war eine Angelegenheit des Gefühls, sogar des Her­zens. Der Tango aber? Eine eminente Aufgabe des Kopfes, eine Angelegenheit der Vernunft, die schärfste Auf­merksamkeit erfordert. Früher übte man in der Tanz­stunde Walzer und Polka, und was man sonst noch von den höheren Geheimnissen der Tanzkunst erfuhr, reichte gerade aus, um ein Menuett in Unordnung zu bringen. Und selbst diese Tanzstunde war eigentlich überflüssig, mehr ein Vorwand für die ersten Abenteuer des Herzens, denn tanzen hatte man, auf irgendeine geheimnisvolle Weise längst aelernt wie man ja die schönsten Dinge dieses Lebens ohne Lehrer zu lernen pflegt. Wenn der Kapellmeister den Arm erhob, rollte das achtzehnjährige Blut ganz von selbst im Dreivierteltakt durch die Adern, und man brauchte die Füßchen nur sich selbst zu überlassen. Früher lernte man das Tanzen lachend und spielend, heute ist es bereits ein kompliziertes Studium, das gleich hinter der griechischen Grammatik sammt; und morgen werden unsere Kinder in erster Linie Tanzkünstler sein und sich im Nebenberuf als