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18. Oktober
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^ried. Zac. Geissell.
Den letzten Vers etwas langsamer und stehend zu singenI
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Größter Tag deutscher Geschichte,
Der erlöst das Vaterland
Aus der Schmach, die es erduldet Von des Korsen schwerer Hand! — Heil'ger Tag, der ein Zahrhundert Leuchtend deutschen Sinn durchglüht Und in hoher Feier Glanze Heut an uns vorüberzieht! —
Krone du der beispiellosen, Dpfermut'gen, großen Zeit, Die uns nimmer wird versinken Zn das Meer „Vergessenheit!" Za, im Zeitenstrom wird strahlen Sie in immer höhrem Licht; Uns verleihend in Gefahren Eintracht, Kraft und Zuversicht,
Die Schlacht bei Leipzig.
(Von unserem militärischen Mitarbeiter.)
Nach verschiedenen, mit wechselndem Erfolge geschlagenen Schlachten hatte Napoleon Mitte Oktober 1813 in nicht ganz klarer Erkenntnis der allgemeinen militärischen Lage beschlossen, seine sämtlichen Streitkräfte mit Ausnahme der Besatzung von Dresden bei Leipzig zu versammeln, um womöglich die Hauptarmee der Verbündeten zu schlagen, ehe sich diese durch die von allen Seiten heranrückenden Heeres- abteilungen verstärkt haben würde. Im Hauptquartier der Verbündeten hatte man immer noch gehofft, den Feind ohne das Wagnis einer Feldschlacht durch Bedrohung seiner rückwärtigen Verbindungen aus Deutschland hinausmanövrieren zu können. Schließlich sah man doch das Unmögliche dieser Idee ein und entschloß sich zum Angriff, zumal das Marschziel Leipzig von allen Heeresabteilungen im allgemeinen innerhalb zweier Tage erreicht werden konnte. So entstand das gewaltige tagelange Ringen, das wir unter dem Namen der Völkerschlacht bei Leipzig zusammenfaßen. Tatsächlich kämpften in ihr Angehörige fast aller Völker Europas, und auch was die Zahl anbetrifft trägt sie ihren Namen mit Recht, denn es standen sich 178 000 Mann mit 700 Geschützen auf französischer Seite und 305 000 Mann mit 1330 Geschützen auf Seiten der Verbündeten gegenüber, Zahlen, die für damalige Verhältniße große waren. Man sollte meinen, daß diese starke zahlenmäßige Ueberlegenheit schon allein den Verbündeten die Gewißheit des Sieges hätte verleihen müßen. Dem war aber durchaus nicht so, denn zunächst fehlte noch die Nordarmee mit 55 000 Mann und 255 Geschützen, und dann war die Stellung Napoleons eine recht günstige. Die mit einer Umwallung versehene,
Ja; LeWzer MeWschlteilml.
Zum 18. Oktober 1913.
ngc. Es hatte den Anschein gehabt, als wenn Deutschfand °aufs neue das Schicksal des 30järigen Krieges erleben müßte. So vernichtet lag es vor den Füßen des Korsen. Da fand deßen größtes Heer, dem Deutschlands Söhne widerwillig Gefolgschaft leisten mußten, seinen Untergang in Eis und Schnee. Und kaum war der Alp von Deutschlands Brust genommen, so erhob es sich, um das Joch des Auslandes abzuschütteln. Sieg folgte auf Sieg und Leipzig entschied Deutschlands Befreiung. Von hier an war Napoleons Spiel hoffnungslos verloren. PreußewDeutschland, Oesterreich, Rußland und Schwedens tapferes Heer kämpften gemeinsam und rangen den mächtigen Gegner nieder.
Was die Väter bei Leipzig begannen, was Belle-Alliance fortsetzte, fand seine Vollendung bei Sedan, Darum feiern wir Leipzig nicht nur als Jubeltag des Sieges über den Korsen, sondern als Grundlegung der Einheit des Vaterlandes, die 1870 sich vollendete.
Schon Ernst Moritz Arndt drang darauf, an der durch das Blut der Vaterlandsbefreier geheiligten Statte eine Turminsel zu errichten. Aber erst fünfzig Jahre spater oe- gann man diesen Gedanken zu verwirklichen. 214 deutsche Städte legten am 19. Oktober 1863 den Grundstein zu einem Nationaldenkmal. Aber dann geriet der Gedanke in Ver- gessenheit. Die eingemauerten Urkunden des Grundsteins moderten in der Erde.
Da trat am 26. April 1894 der von dem Architekten Clemens Thieme in Leipzig gegründete Deutsche Patriotenbund auf den Plan. Er wandte sich an alle Kreise des deutschen Volkes. Als einer der ersten sandte der Kaiser dem Deutschen Patriotenbunde 10 000 Mark. Leipzig gab 70 000 Mark und den Bauvlatz. Die übrigen deutschen Städte
Die im letzten blut'gen Ringen
Mit dem unversöhnten Feind
Uns geführt zu stolzen Siegen,
Die unlöslich uns geeint — Neu die Macht erstehen ließen Alter Kaiserherrlichkeit, Die dem Schutze heut des Friedens
Und der Menschheit wohl geweiht. —
Preußens Königspaar, das edle, —
Tausende, die Gut und Blut Hingegeben, um zu strafen
Des Eroberers Uebermut;
Kühne Helden, die geführet, „Vorwärts" immer und voran Todesmutige Kämpferscharen Auf der stolzen Siegesbahn!
Segen sei mit unsres Kaisers Kraft und Weisheit immerdar! — Stolzen Flugs ob Uleer und Landen wache schützend, deutscher Aar! — Eigner Kraft und Gott vertrauend, Der uns half in trübster Zeit, wird man nie uns niederzwingen Bis in alle Ewigkeit!!--
damals noch kleine Stadt Leipzig war der Mittelpunkt, und wenn auch das sie umgebende Gelände im ganzen eben war, so gab es doch immerhin einige flach? Höhenrücken, die mit einer Anzahl fest und massiv gebauter Dörfer sehr gute Stützpunkte für die Verteidigung boten. Von besonderer Bedeutung waren aber drei Wasserläufe, die Elster, Pleiße und Parthe, die in jenen Tagen stark anschwollen und absolute Hindernisse waren. Die sumpfige, teilweise mit Buschwerk besetzte Umgebung der Flüße erschwerte dem Angreifer die Bewegung und störte die Uebersicht, während sie dem Verteidiger einen sicheren Flankenschutz gewährte.
Leider hatte der Oberstkommandierende der Verbündeten, Fürst Schwarzenberg, nicht wie es selbstverständlich gewesen wäre, mit Ruhe das Eintreffen aller Heeresabteilungen abgewartet, sondern war schon mit seinem linken Flügel zum Angriff vorgegangen, ehe die Nordarmee eingetroffen war. So kam es am 16. Oktober zu vereinzelten Gefechten bei Lindenau, Wachau und Möckern, die zeitweise einen derartig ungünstigen Verlauf für die Verbündeten nahmen, daß Napoleon in Leipzig schon einen großen Sieg verkünden ließ. Aber er hatte seine Rechnung ohne Blücher und York gemacht, die bei Möckern mit ebenso großer Tapferkeit wie Zähigkeit kämpften, und die, wenn sie auch keinen ausgesprochenen Sieg erringen konnten, doch die Schlacht zum Stehen brachten. Die Erschöpfung nach dem blutigen Tage war so groß, daß der 17. Oktober auf beiden Seiten in der Hauptsache zum Ausruhen benutzt wurde — für die Verbündeten ein außerordentlicher Vorteil, weil auf diese Weise am 17. Oktober abends die Vereinigung mit der herangekommenen Nordarmee endlich vollzogen werden konnte. Aber auch Napoleon hatte seine Truppen am 17. mehr gesammelt und seine Streitkräfte zusammen- spendeten zusammen 50 000 Mark und die Landgemeinden •20 000 Mark. Eine Pfennigsammlung unter den Schulkindern in Sachsen, Braunschweig und Anhalt ergab 25 500 Mark, VLchsensammlungen und Volksspenden 100 000, Mitgliederbeiträge 300 000 Mark. Ferner stifteten 800 Städte, Landgemeinden, Einzelpersonen und Vereine je 100 Mark. Sie erwarben damit das Anrecht, daß ihr Name im Innern 1 des Denkmals auf unvergänglichem Material der Nachwelt überliefert wird. Geldlotterien haben weitere Summen ‘ herbeigeschafft.
Die Kosten des Denkmals betragen alles in allem etwa 5^ bis 6 Millionen Mark, wovon rund 3,2 Millionen für Bauarbeiten verbraucht worden sind.
Der erste Spatenstich zum Denkmal erfolgte am 18. Oktober 1898. Die Feier der Grundsteinlegung zwei Jahre später. Der Schlußstein wurde gelegt in feierlicher Form am 13. Mai 1913. Nun wird, wieder am 18. Oktober, die Einweihung des Völkerschlachtdenkmals erfolgen. Der Kaiser und die deutschen Bundesfürsten geben dem Festakt die Weihe. Oesterreichs Thronfolger, der Großfürst Kyrill als Vertreter des Zaren, die heutigen Träger der großen Namen aus der Völkerschlacht — ein York, ein Blücher, ein Bülow von Dennewitz, Fürst Schwarzenberg, ein Radetzky Bianchi, Folliot de Crenneville, Nostiz-Rieneck und Hardegg —■ vereinen sich, um in ihren Personen die Vergangenheit wieder lebendig werden zu lassen. Dazu kommen Vertreter des österreichischen Heeres, die Kommandanten der Regimenter, die vor hundert Jahren vor Leipzig mitkämpften. Die deutschen Generalfeldmarschälle und kommandierenden Generale, die Generalinspekteure, der Chef des General- stabes und der deutsche Kriegsminister repräsentieren das heutige deutsche Heer. Russische und schwedische hohe Würdenträger der dortigen He^e mit dem Kronprinzen von Schweden vervollständigen den erlauchten Kreis der Festteilnehmer. Außerdem bietet der Festplatz Raum für 60 000 Personen, die Tribünen für weitere 4000. Hier werden die
Melodie: „Strömt herbei, ihr völkecscharen.
Männer, die begeisternd weckten Uns zur Tat durch Schrift und Sang — Heut noch schwellt die Brust uns höher Zhrer Worte Macht und Klang!
Männer, geistesstark und eisern, Die gelenkt des Volks Geschick — Alle stehn in lichter Glorie Heut verklärt vor unsrem Blick!
Unauslöschlich eingeschrieben Steht ihr Name tief im Herz Unsres Volks in Flammenzügen, Ueberdauernd Stein und Erz! — Lasset ehrend uns gedenken Derer auch, die ungenannt, Einst den Heldentod gestorben, Freudig für das Vaterland!--
gezogen. So standen denn am Morgen des 18. Oktober auf verhältnismäßig engem Raum 150 000 Franzosen 290 000 Verbündeten gegenüber. Die Kämpfe am 18. waren außerordentlich blutig und wurden mit wechselndem Erfolge geführt. Der wiederholt zurückgeschlagene, aber immer von neuem unternommene Angriff der Verbündeten auf das Zentrum der französischen Stellung, das Dorf Probstheyda, konnte erst glücken, als Blücher und die Nordarmee im siegreichen Vordringen die linke feindliche Flanke bedrohten. Die hereinbrechende Nacht setzte dem blutigen Ringen ein Ziel, das mit einer völligen Einkreisung Napoleons hätte enden müßen, wenn auf allen Punkten des Schlachtfeldes auf feiten der Verbündeten dieselbe Energie aufgeboten worden wäre, wie sie Blücher, York, Gneisenau, Kleist, Bülow und die anderen preußischen Generale an den Tag legten. Napoleon gab aber selbst seine Sache verloren und entkam mit den Trümmern seines Heeres auf der einzigen noch freien Straße nach Weißenfels.
Deutschland hatte durch den Sieg bei Leipzig die französische Herrschaft abgeschüttelt, hatte diesen Sieg allerdings mit dem Tode von 46000 Streitern erkaufen müßen. Napoleons Stern war im Erbleichen, und es war ganz besonders wichtig, daß der Nimbus der Unbesiegbarkeit in offener Feldschlacht von ihm genommen war. Welchen großen Einfluß dieser bis zur Schlacht bei Leipzig auf die Unternehmungen der Verbündeten ausübte, zeigte klar das Verhalten des Fürsten Schwarzenberg, der aus Furcht vor der Ueberlegenheit Napoleons in der Leitung der Schlacht eine wahre Scheu davor hatte, ihn anzugreifen. Wieder waren es die preußischen Generale, die frei von allen derartigen Bedenken ihren Einfluß im Sinne eines kräftigen und entschloßenen Draufgehens geltend machten. Wenn daher am
Vereine und Einzelpersonen Platz finden, um dem.Festakt der feierlichen Denkmalsweihe bejzuwohnen.
Das Denkmal selber ist ein mächtiger pyramidenartiger Turmkuppelbau, der zu der Höhe von 80 Meter emporragt. Bruno Schmitz, der bewährte Denkmalsarchitekt, ist sein Schöpfer. Markig und trotzig steht der Turm im Süden der Stadt Leipzig da. Er erhebt sich auf der Stelle, von wo aus Napoleon am 18. Oktober die Schlacht leitete und dann den Befehl zum Rückzug gab, in der Nähe des Napo« leonsteines.
Nach der Idee von Clemens Thieme sollen drei Gedanken symbolisch in dem Bau zum Ausdruck kommen. Es soll sein: ein Ehrendenkmal für die gefallenen Helden, ein nuhmes, mal für das deutsche Volk und ein Mahnzeichen für kommende Geschlechter. So gliedert sich der Lau in ei ie K rypta, die dem Andenken der Toten geweiht ist. in eine 60 Meter hohe Kuppel, die Ruhmeshalle, und in < ■ nen Oberbau, .dessen bildlicher Schmuck die Lebenden mahnt, den Toten nachzueifern und ihre Tugenden zu pflegen.
In der Krypta halten zwei leidtragende Krieger die Totenwacht. Acht Pfeiler, die in Schicksalsmasken endigen, geben ihr Gestalt und ernste, düstere Würde. Dorthin steigt man über die Freitreppe empor, um weihevolle Stimmung in sich aufzunehmen. Darüber wölbt sich eine 60 Meter hohe Kuppel, die eigentliche Denkmalshalle, in deren vier Ecken vier große Figuren aufgestellt sind, die sitzend 9,5 Meter hoch sind. Sie verkörpern die Tugenden: Opfer- willigkeit, Tapferkeit, Glaubensstärke und Volksbewußtsein. Skulpturen und Malerei vereinigen sich hier zu stimmungsvoller Gesamtwirkung. Die Modelle zu sämtlichen Figuren stammen von dem Bildhauer Professor Metzner in Berlin, die Ausführung in Stein vom Bildhauer Cöllen in Leipzig. Der Oberbau zeigt an der Außenseite zwölf Kriegergestalten, von denen jede 12 Meter hoch ist. Sie sollen Deutschlands Mahner sein, das Erkämpfte festzuhalten und zu bewahren. Im Innern ist der obere Teil der Kuppel