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SinrückuugsgebShr:
Die Kgejpaltene Petitzeile oder deren Raum 20 Pfg. tm ReNameteil die Zeile 50 Pfg,
Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des verein, ev. Waisenhauses in Hanau.
General-Anzeiger
Amtliches Organ für Äadt- and Fandkrers Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Bezugspreis:
Vierteljährlich 1.80 Mk., monatlich 60 Pfg., für Post, bezug vierteljährlich 2.10 Mk., monatlich 70 Pfg.
Die einzelne Nummer kostet 5 Pfg.
Verantwort!. Redakteur: G. Schrecker in Hanau,
Mk. 240 ffernsprechanschlittz Nr. 230»
Dienstag den 14. Oktober
Fernsprechanschlttft Nr. 230» 1913
Amtliches.
Stadtkreis Rana«.
Zwecks Ausführung von Pflasterarbeiten wird die Erimmstraße zwischen Neue Anlage und Eärtnerstraße vom 13. d. M. ab auf die Dauer von 3 Wochen für den Fuhr- verkehr gesperrt.
Hanau den 11. Oktober 1913. P. 11364
Königliche Polizeidirektion.
I. A.: Karbe.
Stadt- und Landkreis kjanau.
Warnung.
Die als Spielwaren vielfach in den Verkehr gebrachten ausgestopften japanischen Hühner- und Entenkücken sind nach dem Ergebnisse der amtlichen Untersuchung zum Zwecke ihrer Konservierung stark mit Arsenik bearbeitet. Hierdurch sind sie, sofern sie als Spiel- waren für Kinder Verwendung finden, geeignet, Gefahren für die menschliche Gesundheit hervorzurufen.
Die Ortspolizeibehörden und Gendarmerie-Stationen des Kreises weise ich an, mir von dem evtl. Vertrieb der Ware umgehend Anzeige zu erstatten.
Hqnau den 10. Oktober 1913. V 6845
Der Königl. Landrat und Polizeidirektor.
I. A.: Scheelhaase, Kreissekretär.
Städtisches Wasserwerk.
Diejenigen, welche mit Zahlung des Wassergeldes für Juli / September 1913 noch im Rückstände sind, werden hierdurch aufgefordert, diese Rückstände bis zum 20. Oktober d. J. bei unserer Kasse, Leipzigerstraße 17, während der Stunden vormittags von 10—12*/, Uhr einzuzahlen, da vom 21. Oktober d. Js. ab die zwangsweise Beitreibung der rückständigen Beträge erfolgen wird.
Bemerkt wird noch, daß die Mahngebühr auch dann zu zahlen ist, sobald die Mahnzettel zur Zustellung ausgegeben sind.
Hanau den 10. Oktober 1913. 24399
Die Wasserwerks-Direktion. von Gäßler.
Unter Bezugnahme auf vorstehende Bekanntmachung wird darauf hingewiesen, daß in Zukunft in den Zeitungen nicht mehr an die Bezahlung der Rückstände erinnert wird.
Die fälligen Beträge für Gas, Wasser und elektrischen Strom werden wie bisher üonsben Erhebern abgeholt. Wird der Konsument nicht angetroffen oder bezahlt er die Beträge nicht an den Erheber, so wird ein Anforderungszettel zurückgelassen, auf Grund dessen binnen 8 Tagen die Bezahlung bei der Kasse der städtischen Licht- und Wafferwerke, Leipzigerstraße 17, zu geschehen hat. Bei Nichteinzahlung innerhalb dieser Frist erfolgt die mit Kosten verbundene Zwangsbeitreibung.
Ein zweiter Rundgang unserer Erheber zwecks Einziehung der rückständigen Beträge findet also nicht mehr statt.
Hanau den 10. Oktober 1913. 24399
Die Direktion
der städtischen Licht- und Wafferwerke. von Gäßler.
Mi. FsrtMilWMle«. WUMMle.
45on Montag den 20. Oktober ab beginnt der Unter* richt 71/2, bezw. 81/» Uhr vormittags. Der wahlfreie englische Unterricht und der Unterricht in der Ver- 'nuserinnenklaffe endigt 8 Uhr 20 Minuten, der Unter- "lhi in den übrigen Klassen, wie bisher, um 12 Uhr. Hanau den 13. Oktober 1913.
Der Direktor. Pfeifer.
, unden : 1 Paar Handschuhe, 1 Brosche, 1 Handschuh im Stadttheater ; abzuholen auf dem Geschäfts- ? nimer der Armenverwaltung
Hanau den 13. Oktober 1913.
24469
ßeliinötiie und ummeue SeMiM 2t.
Gefunden: i brauner Damen-Gumm'igüctcl mit schwarzen T«ten, 1 la^enmeffer, 2 mal 2 Schlüssel je an einer Schnur.
Verloren: 1 weißer Pompadour mit rosaseidenem Taschentuch und 1 Paar weißen Damenhandschuhen, 1 Edierte Damenuhr mit Kette, 1 kleines braunes Damenportemonnaie mit 4.50 ML.
Zugelaufen: 1 junger halbgroßer schwarzbrauner Hund mit herabhängenden Ohren m. Geschl.
Hanau den 14. Oktober 1913.
Politische Rundschau.
Uebertriebene Befürchtungen. Die von einer Berliner Korrespondenz ausgestellte Behauptung, in den Berliner Regierungskreisen seien neue Bedenken gegen eine Lösung der braunschweigischen Frage auf dem jetzt eingeschlagenen Wege aufgetancht, die in der Befürchtung begründet seien, daß bei einem Ableben des Prinzen Ernst August ohne männliche Leibeserben die zur Nachfolge berufenen englischen Agnaten die Ansprüche des Welfenbauses auf Hannover erneuern und dadurch möglicherweise schwere internationale Weiterungen herbeiführen könnten, wird wie ein Berliner Vertreter meldet, von gutunterrichteter Seite entschieden bestritten. Wollte man derartigen Befürchtungen nachgehen, so könnt? man eine ausdrückliche Vcrzichtleistung des Prinzen Ernst August als wertlos bezeichnen und man würde sich mit der Forderung einer Verzichtleistuug auch an sämtliche etwa in Betracht kommende Verwandte des Hauses Cumberland wenden müssen. Derartige Befürchtungen werden aber an maßgebender Stelle keineswegs geteilt, und man weist darauf hin, daß ebensowenig wie die bisherigen Ansprüche der Cumberlander zu internationalen Weiterungen Anlaß gegeben hätten, derartige Weiterungen für die Zukunft zu besorgen seien. Dafür bürge am sichersten die Stärke Preußens und des Reiches.
Reise des Staatssekretärs Dr. Solf durch Togo. Staatssekretär Dr. Solf hat vom 4. Oktober ab unter Führung des Gouverneurs Herzog Adolf Friedrich zu Mecklenburg das Schutzgebiet Togo bereist. Am 5. Oktober kam der Staatssekretär in Anecho an und fuhr im Automobil durch den Bezirk bis Tokpli. Am 6. Oktober war er in Nuatjae und am 7. Oktober in Atakpame; er stattete der bei Kamina gelegenen großartigen Funkenstation einen Besuch ab. Im Anschluß hieran folgte eine Autofahrt durch den Bezirk So- kode. Der Staatssekretär hat von dem dortigen Gebiet die günstigsten Eindrücke und die Ueberzeugung von der Notwendigkeit der Erbauung der Nordbahn gewonnen. Am 9. Oktober erfolgte die Rückfahrt nach Lome. Am 10." und 11. Oktober fuhr Dr. Solf über Ho durch den Bezirk Misa- höhe bis zum Volta und besichtigte die vielversprechenden Kakaokulturen der Eingeborenen. Nach seiner am 12. Oktober erfolgten Rückkehr nach Lome hielt der Staatssekretär an die dortigen Eingeborenen eine Ansprache und hatte sodann eine Konferenz mit der Kaufmannschaft, die am Abend ein Fest gab. Am 13. Oktober hat der Staatssekretär auf dem Dampfer „Lucie Woermann" die Heimreise angetreten.
Das Gutachten in der bayerischen Königsfrage ist jetzt von der bayerischen Regierung veröffentlicht worden.
Der bayerische Gesandte in Berlin, Graf Lerchenfeld, feierte gestern seinen 70. Geburtstag. Der Kaiser, der König von Sachsen, der Reichskanzler und andere hatten herzliche Glückwünsche gesandt.
Zur Heeresvermehrung in Oesterreich-Ungarn. Der „Pester Lloyd" meldet: Ueber die ziffernmäßige Höhe des neuen Rekrutenkontingents sowie über die Verteilung der finanziellen Lasten der neuen Wehrreform auf einen längeren Zeitraum ist zwischen der österreichischen und ungarischen Regierung Uebereinstimmung erzielt worden. Ministerpräsident Graf Tisza hat heute dem Monarchen in einer Audienz über die betreffenden Beschlüsse des ungarischen Ministerrats berichtet. &
Die letzten Formalitäten des türkisch-bulgarischen Friedensschlusses. Wie aus Konstantinopel gemeldet wird, haben der Großwesir und der bulgarische Delegierte Toschew am Sonntag die Auswechselung der Ratifikationen des türkisch- bulgarischen Friedensvertrages vollzogen.
Sie WerWe toiiisftilt.
Während der langen Regentschaft des Prinzen Luitpold von Bayern hat die öffentliche Meinung in Bayern niemals daran gezweifelt, daß die interimistische Ausübung der höchsten Gewalt im Königreich die Lebenszeit des ersten Regenten nicht überdauern werde. Man verstand, daß Prinzregent Luitpold die einschneidende Aenderung nicht vornehmen oder vornehmen lassen wollte; nachdem die ersten regierungstechnischen Schwierigkeiten überwunden waren — im Anfang wurden die Veamtenernennungen nur proviso- risch vollzogen und Verfassungsänderungen waren ausgeschlossen — hatten sich die Dinge vortrefflich eingelebt. Warum sollte der greise Regent, Jäger und Mäzen wie er war, noch am Abend seines Lebens nach der Krone greifen, die im letzten halben Jahrhundert so wenig Glück für ihren Träger bedeutet hatte? Auf der anderen Seite aber fand man allgemein, daß die Regentschaft lange genug gedauert habe und betrachtete es als aanz natürlich, dab der Rachfslaer Luit
polds sich die Krone aufs Haupt setzen werde, die dem ent* geisteten Kränken von Fürstenried doch schon lange entsunken ist. Für ganz selbstverständlich hielt man diese Lösung in dem Fall, daß die höchste Gewalt etwa direkt vom Großvater auf den Enkel übergehen sollte. Das galt keineswegs für ausgeschloffen, ja Prinz Ludwig selbst, der jetzige Regent, deutete gelegentlich an, es könnte sehr wohl sein, daß sein Vater, deffen „Alter blühte wie greifender Wein" ihn überlebe. Nun ist es doch anders gekommen, und die eine Zeit lang schwankende Gesundheit des jetzigen Regens ten hat sich so gekräftigt, daß er noch auf lange Jahre ungebeugten Wirkens und Schafens rechnen kann. Damit ist aber auch die Frage wieder brennender geworden, ob denn der Tod des jetzt 63jährigen, aber immer noch körperlich gesunden Königs Otto abgewartet werden soll, bis Bayern wieder einen Herrscher erhält, der die volle königliche Gewalt nach Namen und Würde, Form und Inhalt in sich neu einigt.
Es ist noch in frischer Erinnerung, wie der Versuch, die Frage unmittelbar nach dem Tode des Prinzregenten Luit-, pold zu lösen, an gewissen Bedenken der politischen Parteien gescheitert ist. Seitdem ist nun der Regentschaftseid Prinz Ludwigs als neues formelles Hindernis hinzugekommen. Trotzdem will die Frage nicht zur Ruhe gelangen und die Gutachten der Staatsrechtler folgen einander, wie die Kundgebungen der Politiker. Neue Nahrung hat die Erörterung auch durch die in dem neuen Etat vorgesehene Erhöhung der Zivilliste um etwas mehr als eine Million Mark erhalten, denn wenn auch jedermann zugibt, daß der neue Regent mit seiner großen Familie mit den bisherigen Bezügen nicht würdig Hof halten kann, so gehen die Meinungen in dem Punkt auseinander, ob es richtiger sei, die Zivilliste oder die Mittel für die Regentschaft zu erhöhen. So geht die Diskussion weiter, Tag für Tag, immer doktrinär und immer unerfreulich. Da kann man sich dem Eindruck nicht verschließen, daß es auch jetzt noch das Beste wäre, wenn Prinzregen?Ludwig mit kraftvollem Entschluß sich die Krone aufs Haupt setzte „aus eigenem Recht". Es wird zwar behauptet, die Zeit sei verpaßt und die entschwundene Gelegenheit nicht wieder herzustellen. In Wirklichkeit liegt die Sache aber auch heute noch so, daß jedermann im Stillen und wohl bald auch laut und öffentlich die vollzogene Lösung begrüßen würde, der tatsächlich nur innere Hinderniffe entgegenstehen, Hinderniffe, über die der Regent allein mit seinem Gott und seinem Gewissen sich auseinanderzusetzen hat. Und hierbei sollte nun eigentlich doch die Tatsache ausschlaggebend sein, daß niemandem ein Unrecht geschieht, ja daß auch nicht die leiseste und entfernteste Schädigung irgend eines Rechtes oder RechtsgefühlZ in Frage kommen kann, wenn Prinzregent Ludwig sich zum König erklärt, wie am 5. September 1856 Friedrich von Baden den Titel Eroßherzog annahm, obwohl der geisteskranke Großherzog Ludwig noch lebte. Es gibt eben Probleme, die immer verwickelter werden, jemehr man sie studiert und erörtert, die aber durch einen Entschluß leicht und rasch zu lösen sind.
Die bayerische Staatsregierung veröffentlicht allerdings gerade jetzt das ältere Gutachten, das den Äeg der Proklamation als ungangbar erklärt und erschwert sich dadurch einigermaßen das Einschlagen dieses einfachsten und kürzesten Weges. Aber es wird sich wahrscheinlich bald zeigen, daß die Schwierigkeiten, die sich einer Erledigung der Frage durch den Landtag entgegengestellt haben, inzwischen nicht geringer, sondern größer geworden sind.
Wer greiheiMer MMW.
8. & H. Bebra, 12. Oktober 1913.
Unter außerordentlich zahlreicher Teilnahme von Vertretern der Deutschen akademischen Freischar, des Bundes deutscher Wanderer, des Deutschen Bundes für freie Schulgemeinden, des „Wandervogels" des Jugendwander- vogels, Vaudatia Jena, des Deutschen der Aka- demischen Vereinigung Jena, der Burschenschaft Bundes abstinenter Studenten und des Deutschen Vortrupp- Bundes fand auf dem Hohen Meißner eine Erinnerungsfeier an die großen Errungenschaften der Freiheitskriege vor hundert Jahren statt, welche die Wandervögel Deutschlands und Oesterreichs in Form ihres Ersten deutschen Jugend tages veranstalte, hatten. Infolge der außerordentlich zahl reichen Teilnahme mußte die Veranstaltung zum Teil im Burghof der alten Burgruine Hanstein abgehalten werden. -- Der Leiter der Veranstaltung Schneehagen hob in seiner Begrüßungsansprache hervor, daß es sich zunächst um eine freie unverbindliche Aus'prache über die Zwecke und Ziele des Zusammenschlusses der deutschen Jugend handle, und daß die früher gepflogenen Verhandlungen bereits zu er- freu ließen Fortschritten geführt haben. — Dr. Lemk erinnerte in seinem Vortraa über das Thema ^Wa? wfi'