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EinrSckungsgeVSHr:

Die kgespaltens Petitzeile oder deren Raum 20 Pfg, im Reklameteil die Zeile 50 Pfg.

General-Anzeiger

Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des

Amtliches

verein, ev. Waisenhauses in Hanau.

für Stadt- und Landkreis Kanan

Bezugspreis:

Vierteljährlich 1.80 Mk., monatlich 60 Pfg., für Post­bezug vierteljährlich 2.10 Mk., monatlich 70 Pfg Die einzelne Nummer kostet 5 Pfg.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Verantwort!. Redakteur: E. Schrecker in Hanau,

Nr. 234 fftrnfrttfionWnB Nr. 330.

Dienstag den 7. Oktober

Ferttsprechattschltts; Nr. 230* 1913

Amtliches.

Stadtkreis Fjanau.

Am Dienstag den 21. Oktober d. Js., vormittags

11 Uhr, werden im Kreishaus, Hainstraße 10 hier

24 ausrangierte Tuchmäntel,

26 ausrangierte Tuchröcke und

5 ausrangierte Helme der Schutzmannschaft gegen bare Zahlung versteigert, wozu Kaufliebhaber ein­geladen werden.

Hanau den 3. Oktober 1913. P 11174

Königliche Polizeidirektion.

' l ' I. A.: Karbe.

Hundesteuer-Veranlagung.

Zur Vermeidung von Weiterungen und Strafen werden alle Personen, welche in Hanau noch nicht versteuerte Hunde halten, aufgefordert, diese baldigst im Steuerbureau Markt 14, Zimmer 16, schriftlich oder mündlich anzumelden.

Wer einen über 3 Monate alten Hund hält, ohne Unter­schied, ob er selbst oder eins der noch in seinem Haushalt lebenden Familienglieder ihn als Eigentum besitzt 'der nur für einen Dritten in Verpflegung genommen hat, hat Hun­desteuer zu entrichten.

Versteuerte und bis 30. September d. Js abgeschaffte Hunde müssen bis einschl. 14. Oktober d. J. zur Abmeldung kommen, wenn die Steuer nicht für etwaige Ersatzhunde weiter entrichtet werden soll.

Abschaffungen nach dem 1. Oktober und Abmeldungen nnch dem 15. Oktober jeden Jahres bedingen die Fortent­richtung der Hundesteuer für das Laufende halbe Jahr.

Henau den 25. September 1913. 22817

Der Magistrat.

______________ Hild.

ZwangSVersteigerung.

Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in der Gemarkung Ravolzhausen belegene, im Grundbuche von Ravolzhausen Blatt 614a im Bestandsverzeichnis unter Nr. 1 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungver­merkes auf den Namen der Ehefrau .des Äckermanns Wilhelm Konrad Tag, Marie geb. Henkel in Ravolz­hausen eingetragene Grundstück:

Kltbl. 18 Nr. 20 Acker an den neuen Aeckern, 39,57 ar, 8,73 Tlr. R.-E.

am 30. Dezember 1913, nachmittags 3 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht in Ravolzhausen in der Gastwirtschaft Wilhelm Clauß III. versteigert werden. Langenselbold den 2. Oktober 1913. 23745

Königliches Amtsgericht.

Uebung.

Wie vielfach auch Wunderheilungen Gegenstand des Spottes und Angriffs geworden sind, in einer Beziehung wird man ihnen die Wirkung nicht absprechen können, wenn nämlich ein eingebildeter Kranker in dem Glauben an diese Wunderheilung seine Zuversicht findet. Die Zahl jener Per­sonen, die sich einbilden, ein Leiden zu besitzen, vor allem eine Schwäche, die sie zum Gehen oder zur Betätigung ihrer Arme unfähig macht, ist groß und nicht nur in den Kreisen der wohlhabenden Müßiggänger zu finden. Wenn nun eine solche Einbildung eine außergewöhnliche Schonung zur Folge hat, wenn die Arme oder die Beine nur ungenügend benutzt werden, so tritt zu der Einbildung sehr bald eine wirkliche organische Schwäche, weil die Muskulatur schwindet und die Benutzungsfähigkeit täglich geringer wird. Der Hin- zugezogene Arzt sand und findet keine Ursache für die ur­sprünglich eingebildeten, allmählich begründeten Klagen, und wenn er vielleicht durch zu große Objektivität nicht das dauernde Vertrauen des jetzt wirklich krank Gewordenen zu behalten versteht, wenn die Schwäche durch die gegen den ärztlichen Rat fortgesetzte Schonung fortschreitet, so werden ."^'âscher um Rat gefragt, bis zuletzt der feste Glaube an die Wunderwirkungen eines Bildes oder eines durch Wun- derbeilung ausgezeichneten Wallfahrtsortes entsteht, da das körperliche Leiden allmählich lästig empfunden und die Be­freiung von demselben jetzt ernstlich angestrebt wird. Unter solchen Umständen wird tatsächlichdas Wunder des Glau­bens liebstes Kind". Sobald eine Sehnsucht erfüllt ist, fühlt ein solcher Kranker mit dem Trunk des geweihten Wassers oder mit der Berührung des für heilig geltenden Gegen­standes neue Kräfte den Körper durchfließen, das bisher mit Unrecht geschonte Glied wird zu gebrauchen versucht, mehr und mehr hebt sich durch die Uebung dessen verlorene Kraft, und die Wiederherstelluna wird in Wirklichkeit die

MndM unb verlorene Gegenltänbe rr.

Gefunden: 1 Portemonnaie (Dachsfell) mit 1,80 Mk., 2 Kartons mit Wäsche, 1 Nickel-Kinderarm­band mit herzförmigem Anhänger mit grünem Stein, 1 Zollstock, 1 buntes Kindertäschchen mit Taschentuch, 2 chinesische Schalen.

Verloren: 1 goldene Brosche mit grünen, roten und gelben Steinchen, 30 Mk. (bestehend aus 3 Zehn­markstücken mit einer Quittung über 21,20 Mk.), 1 sil­bernes Kettenarmband.

Zugelaufen: 1 schwarzer Rehpinscher m. Eeschl. Entlaufen: 1 schwarzer deutscher Schäferhund.

Hanau den 7. Oktober 1913.

DEtische Rundschau.

Die Zahlmeister der Kaiserlich deutschen Marine. Mit der Vergrößerung unserer Marine und mit der Vermehrung der Offiziere und Mannschaften derselben hat auch eine be­deutende Zunahme des Marine-Zahlmeisterpersonals statt­gefunden. Im Jahre 1888 waren (nach den heutigen Dienst­gradverhältnissen bemessen) vorhanden: 3 Marine-Stabs­zahlmeister, 17 Marine-Oberzahlmeister, 24 Marine-Zahl­meister. Nach der Rangliste der Kaiserlichen Marine vom Mai 1913 sind vorhanden: 66 Marine-Stabszahlmeister, 116 Marine-Oberzahlmeister, 85 Marine-Zahlmeister. Es hat mithin in den letzten 25 Jahren eine Vermehrung von 63 Marine-Stabszahlmeistern, 99 Marineoberzahlmeistern und 61 Marine-Zahlmeistern, im ganzen also eine Vermehrung von 223 Zahlmeistern stattgefunden. Die jüngsten Stabs- Zahlmeister der Marine dienten im Mai dieses Jahres 18 Jahre (1888 gleich 33 Jahre). Der jüngste Marine-Ober- zahlmeister diente im Mai 1913 gleich 12 Jahre (1888 gleich 19 Jahre). Der jüngste Zahlmeister hatte im Mai dieses Jahres eine Marinedienstzeit von 9 Jahren (1888 eine solche von 11 Jahren) zurückgelegt. Da in der Marinerangliste auch die im Range der Deckoffiziere stehenden Personen auf­geführt sind, so werden darin auch die Marine-Zahlmeister- Aspiranten 'nachgewiesen. Es sind jetzt 20 Marine-Zahl­meisteroberaspiranten (im Range der Oberdeckoffiziere stehend) vorhanden. Im Jahre 1888 war der Dienstgrad als Zahlmeisteroberaspirant noch nicht vertreten. An Marine- Zahlmeisteraspiranten im Range der Deckoffiziere sind jetzt vorhanden 55 gegen 21 im Jahre 1888. Der jüngste Zahlmeisteraspirant diente im Jahre 1888 gleich 8 Jahre, gegenwärtig hat er eine Dienstzeit von 424 Jahren zurück­gelegt. Daß das ausgebildete Personal an Marine-Zahl- msisteraspiranten im Verhältnis zu den angestellten Zahl­meistern sich nicht entsprechend vermehrt hat, liegt an der raschen Beförderung in den Reihen der oberen Dienstgrade, letzte Folge. Dieses Beispiel ist leider ein recht häufiges und verlangt viel Geduld und Klugheit seitens des Arztes. Aber man kann daraus auch erkennen, wie außerordentlich wichtig im Leben die Betätigung ist, und wie sehr von ihr die Ent­wicklung der Kraft abhängt' Kein Sprichwort ist wohl be- rechtiZter als jenes altdeutscherast ich, so rost ich". Uebung und Betätigung kräftigen sowohl den Körper als auch den Geist, und wer in höherem Lebensalter zwecklos dahin ve­getiert, sich und anderen eine Last, der hat das zum großen Teil selbst verschuldet, weil er nicht ein lebensfroher und arbeitsfreudiger Mensch zu bleiben verstand. Wenn wir bisweilen hören, daß dieser oder jener unserer Bekannten kurz nach seiner Pensionierung gestorben ist, so ist in den meisten Fällen die einzige Ursache, daß er mit dem Auf­hören der Berufsarbeit sich nicht eine andere, eine befrie­digende Neigungsarbeit zu schaffen gewußt hat, und daß er dadurch seinem Leben dessen hauptsächlichste Stütze, nämlich die Arbeit, nahm. Nicht minder verkümmert auch der Geist, wenn ihn nicht Arbeit stählt, die systematische geistige Ar­beitsleistung hebt ohne die Frage ie Fähigkeit des Gehirns, und wenn diese frühzeitig einsetzt und in richtigen Grenzen gehalten wird, so kann sie sehr wohl zur Entstehung des Talentes niemals allerdings des nur auf Begabung ruhenden Genies führen. In der Gesundheitspflege spielt also die Uebung eine hervorragende Rolle, und jedes ein­zelne Organ hängt von ihr ab. Die übertriebene Schonung wird leicht ein zweischneidiges Schwert, und die oft gehörte Behauptung, mein Magen verträgt dieses oder jenes nicht, kann in ihrem letzten Ausklang dadurch recht verhängnisvoll werden, daß die zu ängstlich beschränkte Diät schließlich wirk­lich zu einer Schwäche des Magens führt. Ohne leichtfertig zu sein, soll man doch nicht sofort jeder kleinen Unregel­mäßigkeit, die sich so oder so äußert, zu große Bedeutung ! beilegen, etwas fester Wille kann sehr viel ausgleichend wir- j ken, wenn bisweilen dieses oder jenes Organ, oder dieser ° oder jener Körperteil nicht den Anforderungen ganz zu ae-

wie sich diese aus obigen Erläuterungen ergibt. An Gehalt beziehen: Marine-Stabszahlmeister 48005500 Mark und den Wohnungsgeldzuschuß für höhere Beamte nach Tarif- klasie 3. Vor 25 Jahren hatten diese ein Gehalt von 3300 Mark. Wohnungsgeldzuschuß wie vor. Die Marine-Ober­zahlmeister erhalten gegenwärtig ein Gehalt von 2500 bis 4200 Mark und den Wohnungsgeldzuschuß für mittlere Be­amte. Im Jahre 1888 hat das Gehalt der Marine-Oberzahl- meister und Zahlmeister jährlich 2100 Mark bis 3300 Mark betragen. Es war also damals in Bezug auf die Gehalts­zahlung kein Unterschied zwischen den ältesten Marine-Ober- zahlmeistern und Stabszahlmeistern. Sämtliche Marine- Zahlmeister der Marine erhielten früher den inzwischen in Fortfall gekommenen Personalservis. Die Zahlmeister-Ober­aspiranten (im Oberdeckoffizier-Range) erhalten jetzt ein Gehalt von 2580 Mark, die Zahlmeisteraspiranten (im Deck­offizierrange) ein solches von 2100 Mark. Im Jahre 1888 erhielten die Marine-Zahlmeisteraspiranten sämtlich 1500 Mark Gehalt. Hierbei darf nicht unerwähnt bleiben, daß die Ausbildung der Marine-Zahlmeister mit nicht unbedeuten­den Kosten verknüpft ist. Der Zahlmeister muß die Reife für Prima (früher Oberprima) einer höheren Lehranstalt nachweisen. Der Vater oder Vormund des Anwärters muß sich zur Gewährung ausreichender Beihilfen zum Unterhalt des Applikanten zum Mindestwerte von 50 Mark in späterer Zeit bis zur Beförerung zum Marine-Zahlmeisteraspiranten von 30 Mark monatlich verpflichten. Zur ersten Einkleidung sind 200 Mark und bei Beförderung zum Marine-Zahl­meisteraspiranten 600 Mark sicher zu stellen. Die Marine- Zahlmeister sind Reichsbeamte mit bestimmtem militäri­schen Range. Es haben den Rang der Leutnants zur Seo die Marine-Zahlmeister, den der Oberleutnants zur See die Marine-Oberzahlmeister und den der Kapitänleutnants die Marine-Stabszahlmeister. Da die Marine-Zahlmeister bestimmten Offizierrang haben, so erhalten diese weder im Dienst noch beim Ausscheiden aus demselben einen höheren Beamten-Charakter wie den Zahlmeistern der Armee beut« der Charakter als Rechnungsrat verliehen wird. Bei der Pensionierung der Marine-Stabszahlmeister werden diese seit dem letzten Jahre Allerhöchsten Orts zu Marine-Ober­stabszahlmeistern mit dem Range eines Korvettenkapitäns (Major) ernannt und erhalten hierbei die Uniformabzeichen der Korvettenkapitäne, jedoch statt in Gold solche von Silber. Die Marine-Zahlmeister erhielten bisher schon wie auch die Seeoffiziere beim Ausscheiden aus der Marine die Erlaub­nis zum Weitertragen der Uniform. Weitere Erläuterungen erhalten die vor kurzem erschienenen Bestimmungen über die Dienstverhältnisse und die Ergänzungen des Marine- Zahlmeisterpersonals, welche durch die Buchhandlungen be­zogen werden können.

nügen scheint, ganz besonders kann man auch in der Er­ziehung der Kinder durch einige rücksichtsvolle Energie deren geistige Entwicklung in bester Weise beeinflußen und för­dern, und man sollte bei einer mittleren Begabung niemals unterlassen, durch sorgfältige Uebung die geistigen Fähig­keiten des Kindes zu heben, wobei man allerdings die rich­tigen Grenzen nicht verlassen und nicht durch geistige An­strengungen das Kind körperlich gefährden darf. Man wirll niemals durch Uebung aus Zwergen Riesen machen, aber man kann sehr. wohl durch sie einen schwachen Körper zu einem lebenskräftigeren und einen schwerfälligen Geist zu einem solchen heben, der mittelmäßigen Ansprüchen durch­aus gewachsen ist. Eine wirkliche Kinderstube und sorgfältig angepaßte Jugenderziehung werden aus der gleichen An­lage in Körper und Geist einen in jeder Beziehung lei­stungsfähigen und der Allgemeinheit nutzbringenden Men­schen entstehen lassen, wo Verzärtelung oder übertriebene Rücksichtnahme zur Verkümmerung führen.

Kunst UND Leben-

Baltische Ausstellung Malmö 1914. Das Interesse 8er deutschen Industrie an der nächstjährigen großen internatio­nalen Ausstellung in Malmö ist erfreulicherweise ein sehr großes. Die Anmeldungen sind so zahlreich eingegangen, daß der deutsche Ausstellungspalast, der ursprünglich mit 15 000 Qmtr. Größe angenommen war, entfernt nicht mehr dem Bedürfnis genügt, vielmehr erheblich erweitert werden muß Der deutsche Generalkommissar hat daher Erweite- rungsbauten von ca. 7000 Qmtr. in Auftrag gegeben. Um nun aber endgültig disponieren zu können, ist als Schluß­termin für die Anmeldungen der 15. Oktober d. J. bestimmt worden Dieser Zeitpunkt muß auch aus dem Grunde ein­gehalten werden, damit die vielfachen Wünsche der Aus- steifer bei der Platzverteilung berücksichtigt werden können. Anmeldungen nimmt entgeaen und Auskünfte erteilt das