Linrückungsgeböhr:
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Rotationsdruck und Verlag der Vuchdruckerei des verein, ev. Waisenhauses in Hanau.
Geucrai-Anzeiger
A«tliches Organ für Statt und Landkreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Bezugspreis:
Vierteljährlich 1.80 Mk., monatlich 60 Pfg., für Postbezug vierteljährlich 2.10 Mk., monatlich 70 Pfg.
Die einzelne Nummer kostet 5 Pfg.
Verantwort!. Redakteur: G. Schrecker in Hanau.
Nr. 233
^ernsprechattschlttst Nr. 230
Montag den 6. Oktober
Fernsprechaujchltts! Nr. 230
1913
Amtliches.
Eandkreis ljanau
Ws wir- hiermit zur Kenntnis gebracht, daß an der Königlichen Eürtnerlehranstalt zu Dahlem bei Steglitz (früher Wildpark) der neue zweijährige Lehrgang am 6. Oktober d. Is. beginnt.
Hanau den 4 Oktober 1913. V 6765
Der Königliche Landrat.
J. A.: S ch e e l h a a s e, Kreissekretär.
Stadtkreis Ranau.
Für die Zeit vom 20. Oktober bis Mitte Dezember d. Is. werden zwei gewandte Schreibkräfte eingestellt.
Beschäftigung über Dezember hinaus ist ausgeschlossen.
Meldungen sofort.
Hanau den 4. Oktober 1913.
Der Magistrat.
Hild.
Zwangsversteigerung.
Im Wege der Zwansvollstreckung soll das in der Gemarkung Rückingen belegene, im Grundbuchs von Rückingen Blatt 454 im Bestandsverzeichnis unter Nr. 1 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Goldarbeiters Ernst Kolb und Ehefrau Marie ^eb. Müller zu Rückingen — je zu */, — eingetragene Grundstück:
A 207, Acker, das Hattergaßfeld, 6 ar 28 qm,
1,11 Tlr. Reinertrag zu der der Ehefrau Kolb zustehenden ideellen Hälfte
am 12. Dezember 1913, nachmittags 2 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht in der Lang'schen Gastwirtschaft in Rückingen versteigert werden.
Langenselbold den 1. Oktober 1913. 23623
Königliches Amtsgericht.
Sderreaèfchule zu Hanau.
I. Beginn des Winterhalbjahres 1913/14:
Montag den 13. Oktober 1913 (Aufnahmeprüfung).
II. Beginn des Unterrichts:
Dienstag den 14. Oktober 1913, vormittags 8 Uhr.
Hanau den 4. Oktober 1913. 23613
Der Direktor der Oberrealschule.
Dr. Schmidt.
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Stadttheater in Hanau.
„Filmzauber", der reizende musikalische Schwank von Rud. Bernauer und Rud. Schanzer, hielt auch am Samstag abend wieder die Zuschauer in fröhlichster Stimmung. Alle Mitwirkenden waren voll und ganz auf ihrem Platz. Die Damen T r au- ner, Wald, Schönberger, die Herren Hietel, Wanczycki, Marschall, Wieberg, sowie das zahlreiche Nebenpersonal, sie alle setzten ihr Bestes ein, den Schwank, der von Kapellmeister Weiskopf mit feuriger Initiative geleitet wurde, zur vollendeten Wirkung zu bringen. Daß dieses Bestreben von gutem Erfolg begleitet war, dafür sprach der starke Beifall der nach jedem' Akt die in den Hauptrollen beschäftigten Künstler vor den Vorhäng rief.
„Die spanische Fliege".
Lustspiel in 3 Akten von Franz Arnold und Ernst Bach.
Wir befinden uns in einer kritischen Jahreszeit, die mit ihren Uebergaugserscheinttngen der Gesundheit nicht besonders zuträglich sein soll. Eine nicht zu unterschätzende Medizin soll ein kräftiges Lachen fein, das den Körper in Bewegung dringt und schlechte Stoffe ausscheidet. Gelegenheit zu einer gründlichen Massage der sogenannten Lachmnskeln bietet der Schwank oder das Lustspiel „Die spanische Fliege", eine Novität die gestern abend vor ausverkauftem Hanse im hiesigen Etadttheater zum ersten Male gegeben worden ist. e> schwank bringt mit verblüffendem Raffinement Ver- wechstlungen in nicht zu knapper Zahl, Verwechselungen, die man nicht beschreiben kann, die man selbst sehen und belacban — muß. Schließlich wird alles richtig eingerenkt und zwei glückliche Pärchen verlassen die Bühne, nachdem das Publikum in die beste Stimmung versetzt roorben ist. Man mußte lachen und sich über den tollen Blödsinn amüsieren, der vom ersten bis zum letzten Akt in reichlichem
Politische Rundschau.
Mp. Der neue Herr im Kriegsministerium. Am 7. Oktober wird das Kriegsministerium v. Falkenhayn drei Monate im Amte sein. Die Aenderung und Verjüngung, die unsere Heeresverwaltung im Juli d. J. an Haupt und Gliedern erfahren hat, wirft schon jetzt seine u. a. parlamentarischen Schatten voraus. Es darf — wie die „Mil.- pol. Korresp." auf eine besondere Information hin schreibt — mit Sicherheit angenommen werden, daß mit dem neuen Kriegsminister ein nicht unerheblicher Systemwechsel in der Leipziger Straße eingezogen ist. So bringt die Herbstrangliste des aktiven Dienststandes, die aus Anlaß der Neuformationen des 1. Oktober und ihrer Offizierstellen- befetzung demnächst von der Geheimen Kriegskanzlei im Mittlerschen Verlage herausgegeben werden wird, einen weiteren und erheblichen Bruch mit dem früheren ungeschriebenen Adelsprivileg der Garde und gewisser Provinz- Regimenter. In den neugeschaffenen Stellen der Majore beim Stabe und der Stabshauptleute der Garde-Infanterie finden sich zahlreiche bürgerliche Offiziere, vereinzelt auch bei der Garde-Kavallerie. Sehr bestimmte Anzeichen deuten ferner darauf hin, daß man gewillt ist, über die Teilreform aus Anlaß des Erfurter Urteils hinaus den Wünschen des Reichstages nach einer Neuregelung des Militärstrafgesetzes entgegenzukommen. Die Öffentlichkeit des Kriegsgerichtsverfahrens soll erweitert, manche dem heutigen Empfinden zu hart erscheinende Strafbestimmung abgeschwächt werden. Aber auch im inneren Dienst des Kriegsministeriums weht ein anderer Wind. So alt wie das Vismarckfche Urteil über den Geheimrat als den ruhenden Punkt in der Flucht der Erscheinungen gehender und kommender Staatssekretäre und Minister, so alt auch ist die Klage aller Offiziere, die je im Kriegsministerium tätig gewesen sind oder mit dieser Zentralbehörde dienstlich viel zu tun gehabt haben, über den überragenden Einfluß der mittleren Beamten dort auf den Gang der Geschäfte. Die Rechnungs- und Kanzleiräte, die Geheimen Registratoren und Sekretäre sind im Laufe der Jahrzehnte durch ihre lange Kenntnis und Vertrautheit der Routinearbeit einflußreicher für viele Entscheidungen geworden, als es das Wohl des Ganzen verträgt. Manche Kriegsminister haben diesen Dingen den Lauf gelaffen, andere, wie der erste Vronsart, haben, mit nicht sehr starkem Erfolge freilich, Remedur zu schaffen gesucht. General v. Falkenhayn scheint mit erfreulicher Festigkeit jetzt hierin völlig reinen Tisch zu machen. Unter ein ähnliches Kapitel gehört die Intendanturfrage, die einer weitgehenden Reform harrt.
Politischer Rückblick. Die „Norddeutsche Allgemeine 3eitung* schreibt in ihrer Wochenrundschau : Die letzte Woche Maße geboten wurde. Dazu kam noch, daß das Lustspiel recht flott gespielt wurde und alle Mitwickenden sich willig der Autorenlaune beugten. Im Mittelpunkt der Affäre steht der Mostrichfabrikant Klinke, den Herr Karl Wanczycki treffend, ohne die Grenzen zu überschreiten, zu verkörpern verstand. Seine sittenstrenge Frau Emma wurde durch Frl. Franziska Hesse in fein abgetönter Weise wiedergegeben, allerliebst als „Paula", Tochter des Klinkeschen Ehepaares, war Frl. Marianne Saling, die durch ihr gewandtes natürliches Spiel sich bei ihrem erstmaligen Auftreten auch sofort die Herzen der Theaterbesucher erobert haben wird. Dann tritt ein junger sächsischer Assyriologe auf, der das ihm zugedachte Mägdelein mit einem anderen verwechselt und als der Sohn einer spanischen Tänzerin angesehen wird. Für diese drollige Figur fand Herr Gg. Land den richtigen Ton, er war unübertrefflich. Weiter haben wir noch zu erwähnen, daß Walter Steinert einen ganz prächtigen „Rechtsanwalt" auf die Bühne stellte, Herr Hunold seinen „Reichstagsabgeordneteu" angemessen hervorzukehren wußte, Herr Hans W e r t m a u n den „Alois Wimmer" charakteristisch verkörpern konnte unb auch die weiterenVerlreter uudVertretennuen der vorfommenben^arHen, so die Herren Wieberg als „Tiedemeier", Marsch all als „Meisel", die Damen Frl. Wald als „Mathilde" und Frl. Clement als „Wally" ihre Aufgaben angemessen durchzuführen wußten. Der Regie des Herrn Wieberg ist gleichfalls mit Anerkennung zu gedenken.
Frankfurter Theater.
Opernhaus. Montag, 6. Oktbr., abends halb 8 Uhr: „Der liebe Augustin". Auß. Ab. Erm. Preise. — Dienstag, 7. Oktbr., abends halb 8 Uhr: „Mignon", Jm Ab. Gew. Pr. — Mittwoch, 8. Oktbr., abends halb 8 Uhr: „Wiener Blut". Auß. Ab. Erm. Pr.— Donnerstag, 9. Oktbr., abends 7 Uhr. Zur Vorfeier des 100. Geburtstages Verdis (10. Oktbr.): Zum ersten
brachte für die weitere Behandlung der albanisch-serbischen und der griechisch-türkischen Schwierigkeiten einige Erleichterungen. Den Großmächten wurde von Serbien in amtlicher Form die bestimmte Erklärung abgegeben, daß der auf den Londoner Beschlüssen gegründete Besitzstand des unabhängigen Albanien nicht angetastet werden soll. Die persönliche Aussprache zwischen dem Leiter der auswärtigen Politik Österreich-Ungarns und dem serbischen Ministerpräsidenten nahm nach dem, was über die von dem Grafen Berchtold und dem Ministerpräsidenten Paschitsch empfangenen Eindrücke beiderseits verlautet, einen befriedigenden Verlauf und eröffnete für die Zukunft die Aussicht auf eine Verständigung, besonders in wirtschaftlichen Fragen. — Auch für die Verhandlungen zwischen der Türkei und Griechenland, die Anfang dieser Woche in Athen von neuem ausgenommen werden, stehen die Vorzeichen nicht ungünstig, wenn auch eine Einigung in einzelnen Punkten noch eingehende Beratungen erfordert. Die Gefahr, die dieser Friedensarbeit durch ein vorzeitiges Aufrollen der Jnselfrage drohen könnte, scheint beschworen zu sein. Mit der militärischen Abrüstung in Thrazien soll begonnen werden. — Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" geht in ihrer Wochenrundschau auf den königlichen Erlaß ein, durch den die italienische Kammer aufgelöst wird und schreibt darüber u. a.: „Von neuem wird durch die Kundgebung bekräftigt, daß der Dreibund die Grundlage der auswärtigen Politik des Königreichs bildet. Im vollen Einklang mit den deutschen Auffassungen wird zugleich betont, daß das Bündnis Italien nicht gehindert habe noch hindern werde, zu anderen Mächten die herzlichsten Beziehungen zu pflegen. DaS ergibt sich von selbst aus dessen der Erhaltung des Friedens rückhaltlos gewidmetem Zweck. Mit berechtigtem Stolz verweilt die Darlegung bei dem wichtigsten Geschehnis aus der jüngsten Geschichte Italiens, der Erobernng von Tripolitanien und der^Cyrenaika. Das Ereignis, das die hohe Leistungsfähigkeit der italienischen Wehrmacht bargetan hat, erfüllte feit langer Zeit ein von der italienischen Nation gehegtes Verlangen und brachte dem aus innerer Kraft entsprungenen Ausdehnungsbedürfnis Befriedigung. Darüber hinaus aber gab es dem gesamten nationalen Leben Italiens neue starke Antriebe, die in die ferne Zukunft hinein nachwirken werden. Alle Vorhersagen hinsichtlich nachteiliger Rückschläge des Krieges auf die wirtschaftliche Lage Italiens sind durch die Erfahrung schlagend widerlegt worden. Im Gegenteil beweisen die Jahresabschlüsse, daß die Finanzkraft Italiens ständig erstarkte und daß jede Aussicht auf eine Fortdauer des Aufstiegs gegeben ist. In Dentschland wird der Anfschwung Italiens, der nach allen Anzeichen erst im Anfang seiner Entwicklung steht, mit aufrichtiger Befriedigung begrüßt.
Male: „Don Carlos". Im Ab. Gr. Pr. — Freitag, 10. Oktbr., abends halb 8 Uhr: „Fidelio". Auß. Abonnement. Kl. Pr. — Samstag, 11. Oktbr., abends halb 8 Uhr: „Cosi fan tutte". Im Ab. Gew. Pr. Sonntag, 12. Oktbr., nachm. halb 4 Uhr: „Die Fledermaus". Auß. Ab. Erm. Pr. Abends halb 8 Uhr' „Violetta" (La Traviata). Im Ab. Große Preise.
Schauspielhaus. Montag, 6. Oktbr., abends 8 Uhr: „Das Geheimnis. Im Ab. Gew. Pr. — Dienstag, 7. Oktbr., abends 8 Uhr. Zum ersten Male: „Die weiße Weste". Im Ab. Gew. Pr. — Mittwoch, 8. Oktbr., abends 8 Uhr: „Die weiße Weste". Im Ab. Gew. Pr. — Donnerstag, 9. Oktbr., abends 8 Uhr: Liliom". Außer Ab. Erm. Pr. — Freitag, 10. Okt., abends 8 Uhr: „DaS Beschwcrdebnch". Auß. Ab. Erm. Pr. — Samstag, 11. Oktbr., abends 8 Uhr: Strindberg-Abeud: „Wetterleuchten". Hierauf: „Mit dem Feuer spielen" Jm Ab. Gew. Pr. — Sonntag, 12. Oktbr., nachm. 3 Uhr: „Püppchen". Auß. Ab. Erm. Pr. Abends 8 Uhr: „Die weiße Weste". Jm Ab. Gew. Pr.
Neues Theater. Montag, 6. Oktbr., abends 8 tthr: „Dir spanische Fliege". Shifi. Ab. Gew. Pr. — Dienstag, 7. Oktbr., abends 8 Uhr: Gastspiel von Albert Steiu- rück: „Der Angriff". 916. A. Gr. Pr. — Mittwoch,
8. Oktbr., abends 8 Uhr. Gastspiel von Albert Steinrück. Zum letzten Male: „Abschied vom Regiment". Hierauf: „Angele". Ab. A. Große Pr. - Don- nerstaa, 9. Oktbr., abends 8 Uhr. Letztes'Gastspiel von Albert Steinrück: „Der Angriff". Ab. A. Gr. P^ist — Freitag, 10. Oktbr., abends 8 Uhr: „Die spanische Fliege". Auß. Ab. Gew. Pr. - Samstag, 11. Oktbr., abends 8 Uhr: „Der Angriff". Ab. A. @em. Pr. — Sonntag, 12. Oktbr., nachm. halb 4 U6r: Professor Bernardi". Erm. Pr. Abends 8 Uhr: ^Die spanische Fliege". Auß. Ab. Gew. Pr.