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Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des verein. ev. Waisenhauses in Hanau.
Amtliches Organ für Stadt- and Landkreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Bezugspreis«
Vierteljährlich 1.80 ML, monatlich 60 Pfg., für Post» bezug vierteljährlich 110 ML, monatlich 70 Pfg, Die einzelne Nummer tostet 5 Pfg.
Verantwort!. Redakteur: & Schrecker in Hanau.
Nr. 228 BWffrttd)<mf<Wß Nr. 230.
Dienstag den 30. September
Ferusprechanschluk Nr. 230. 1913
AmMches.
Eandkreis Ranau.
Wegen Vornahme von Dampfwalzarbeiten wird die Niederrodenbacherstraße in Station 0,0—1,0, d. i. vom Beginn der Niederrodenbacherstraße bis zum Eisenbahnübergang hinter dem Forsthaus für die Zeit vom 29. September bis einschl. 4. Oktober d. I. für Fuhrwerke von mehr als 20 Zentner Ladegewicht sowie für Kraftfahrzeuge aller Art gesperrt.
Hanau den 29. September 1913.
Der Königliche Landrat.
I. A.: Scheelhaase, Kreissekretär.
Die Straßensperre auf der Kreisstraßenstrecke Offenbach-Mühlheim ist von Sonntag den 28. d. Mts. ab seitens des Großherzoglichen Kreisamts in Offenbach wieder aufgehoben.
Hanau den 29. September 1913. V 6601
Der Königliche Landrat.
J. A.: S ch e e l h a a s e, Kreissekretär.
Stadtkreis Ranau. Bekanntmachung.
Das hierher verlegte Eisenbahn-Regiment Nr. 2 trifft am 1. Oktober d. Js., vormittags 10.20 Uhr, hier ein. Die Bürgerschaft wird gebeten, aus diesem Anlaß die Häuser zu beflaggen.
Hanau den 26. September 1913. 22751
Der Magistrat.
Hild.
E^Lkanntmachung.
Betrifft : das Beschneiden der Hecken.
Die Besitzer, Pächter oder Nutznießer von solchen Grundstücken, welche mit lebenden Hecken umgeben sind, werden darauf aufmerksam gemacht, daß nach der Polizei- Verordnung vom 22. April 1892 das Beschneiden dieser Hecken nur in der Zeit vom 1. Juli bis 1. März er« folgen darf. Soweit Hecken an öffentlichen Wegen liegen, müssen sie bis zu einer Höhe von 4 Fuß und einer Breite von V/a— 2 Fuß beschnitten werden.
Hanau den 25. September 1913.
Der Magistrat.
I. A.: Bartmuß.
MWMMMW« für to Simrjair 1914.
Auf Grund des Artikels 40 Abs. 2 der Ausführungs- Anweisung vom 25. Juli 1906 zum Einkommensteuer-
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StaDttheater in Hanan-
Hanau, 29. Septbr.
Eröffnung der Winter-Spielzeit 1913/14.
Die gestrige Eröffnung der diesjährigen Winter-Spielzeit hatte nach verschiedenen Seiten hin besondere Bedeutung. Unter Aufwendung beträchtlicher Mittel in Höhe von nahezu 50 000 Mark hat unsere städtische Verwaltung dem Jnnenraum des Theaters eine umfangreiche Erneuerung angedeihen lassen, die bereits von uns in der Donnerstagsnummer einer eingehenden Würdigung unterzogen worden ist, gestern abend aber auch dem kritischen Auge der ständigen und' nichtständigen Besucher unseres Musentempels sich gezeigt hat. Wir sind der Ueberzeugung, daß sich unsere Auslassungen mit der Kritik des großen Publikums decken, dahingehend, daß von der Bauleitung, die in den Händen des Herrn Baumeisters Weiske gelegen hat, durch die Erneuerungsarbeiten in hohem Maße Anerkennenswertes ge- leistet worden ist, unser Theater sich jetzt im Innern als ein wahres Schmuckstück präsentiert, wie es ähnlich wohl selten eine Stadt von der Größe Hanaus aufzuweisen haben wird. Die weitere Bedeutung der Eröffnungsvorstellung ist darin zu suchen, daß uns gleichzeitig Gelegenheit geboten worden ist, einen Teil des neuengagierten Personals zu hören und zu sehen. Als Eröffnungsvorstellung hatte die Direktion den musikalischen Schwank „Filmzauber" gewählt, idie Klagen sind laut und berechtigt, daß der Kino Lem Musentevlpel erheblichen Abbruch tue. Aber es ist auch für viele ein eigener Zauber, jener Filmzauber, und vom Standpunkte der Theaterdichtung oder Theaterleitung aus bemessen, ist es zweifellos sehr verständig, augenblicklichen Neigungen der breiten Masse Konzessionen zu machen die oft schon ausgelost werden durch ein „g l ü ck l i ch" gewähltes Wort, wie es die Herren Bernauer und Schanzer für ihren musikalischen Schwank erfunden haben. Doch das nebenbei. Die Novität hat bereits ihren Siegeszug über die deutschen Bühnen gehalten und wird nach dem Erfolge der hiesigen Aufführung auch hier längere Zeit den Spielplan beherrschen.
Gesetz hat die Königliche Regierung in Cassel bestimmt, daß die zur namentlichen Feststellung der Steuerpflichtigen erforderliche Aufnahme des Personenstandes für das Steuerjahr 1914 am Mittwoch den 15. Oktober d. J. stattzufinden hat und, wenn sie nicht an diesem Tage beendet werden kann, an den nächstfolgenden Werktagen ununterbrochen fortzusetzen und in möglichst kurzer Zeit zum Abschluß zu bringen ist.
Die Gemeindebehörden des Veranlagungsbezirks ersuche ich, die gegenseitigen Mitteilungen von den nach der Personenstands-Aufnahme geschehenen Umzügen und von der Besteuerung der verzogenen Steuerpflichtigen mit größter Beschleunigung zu erteilen, damit die Veränderungen rechtzeitig berücksichtigt werden können (Art. 83). Auch ersuche ich zur Zeit der üblichen Umzüge auf die gesetzliche Ab- und Anmeldepflicht in ortsüblicher Weise hinzuweisen.
Hanau den 27. September 1913. '23037
Der Vorsitzende
der Einkommensteuer-Veranlagungs-Kommissiou, C a st a n.
Städtische Spur^offe.
Das EinlagebuH Nr. 9482, ausgefertigt für Hans Artur Eduard Lohne, ist angeblich abhanden gekommen. Der etwaige Besitzer dieses Buches wird aufgefordert, feine vermeintlichen Ansprüche auf das Guthaben binnen 3 Monaten beim Sparkassenvorstand geltend zu machen, widrigenfalls nach Ablauf der Frist ein neues Einlagebuch ausgefertigt wird.
Hanau den 2 7. September 1918. 23025
Der Vorstand.
Im Staatswalde der Oberförsterei Wolfgang ist eine Taschenuhr gefunden worden. Der Eigentümer wolle sich hier melden. 23089
Der Eutsvorsteher.
Fenner.
©Weite md Mime EWiKnde it.
Gefunden: 1 gelbes Portemonnaie mit 1,03 Mk., 1 silbernes Medaillon, Vorderseite Emaille, 1 graues Jakett, 1 schwarzes Visitenkartentäschchen mit Visitenkarten für Karl Peter Fues, 1 oxidierte Damenuhr mit Schleife.
Verloren: 1 silberne Damenuhr.
Zugeflogen: 1 Brieftaube.
Hanau den 30. September 1913.
Es wird unbestritten viel Belustigendes, Humorvolles geboten, mit originellen Einfällen ist das Werk verschwenderisch ausgestaltet, doch hätten wir zur Einweihung unseres, wie schon erwähnt, mit Geschmack unL Geschick renovierten Theaters ein würdigeres Stück gewünscht, ein Schwank ist hierfür als nicht geeignet anzusehen. Der Prolog allein, der übrigens recht eindrucksvoll von Frl. Elly Becker gesprochen wurde, konnte über manches nicht hinwegtäuschen. Wenn wir nun der Darstellung an und für sich unsere Betrachtung widmen, so müssen wir zunächst betonen, daß die Regie (Herr Direktor Steffi er) einen guten Erfolg zu verzeichnen hatte. Das Zusammenspiel ging flott von statten, die einzelnen Szenen waren von großer Beweglichkeit. Ihre schauspielerischen Qualifikationen stellten die von der vorjährigen Spielzeit bereits bekannten Darsteller und Darstellerinnen, vor allem, bei ihrem Erscheinen auf der Bühne vom Publikum lebhaft begrüßt, Frl. Else Trauner, die im Laufe der auswärtigen Sommerspielzeit noch weitere Reife ihres prächtigen Talentes erhalten hat, ferner die Herren H i e t e l, der als „Adalbert Musenfett" vorzüglich war, und W i e b e r g in den Dienst der Sache und die neuengagierten Kräfte fügten sich teils mit mehr, teils mit weniger Gelingen dem Schauspielensemble ein, wobei wir nicht unterlassen wollen, anerkennend der Leistung des Herrn Wanczykki als „Friedrich August Käsebier" zu gedenken, der jedenfalls sofort nach seinem ersten Auftreten bewiesen hat, daß er als eine gute Stütze des Ensembles zu betrachten ist. Nun ist aber der „Filmzauber" nicht nur eine schauspielerisch darzustellende Posse, sondern ein musikalischer Schwank. Deshalb und weil auf dem Theaterzettel eben das „musikalische" Moment des Schwankes ganz besonders betont war, wird man von der Berichterstattung füglich erwarten, daß sie hierüber sich eingehender ausspricht. Das soll geschehen, jedoch mit dem Vorbehalt, daß unser Urteil nach dem einmaligen Hören der in Frage kommenden Ecsangs- kräfte selbstredend nicht als ein abgeschlossenes betrachtet werden kann. Herr Kapellmeister Karl Weiskopfs bot außer einigen drastisch ausgearbeiteten, unvermittelten klei
Politische Rundschau.
Zur Welfenfrage. Die Behanptung eines Berliner Mitlagsblattes, die vermögensrechtlichen Abmachungen zwischen dem Hohenzollernhause und dem Hause Cumberland, die der Thronbesteigung des Prinzen Ernst von Cumberland in Braunschweig voranzugehen hätten, bereiteten besonders Schwierigkeiten, deren Lösung noch schwerer sei als die Erledigung der politischen, in Bezug auf die Thronbesteigung aufgeworfenen Fragen, wird von unterrichteter Seite unserem Berliner Vertreter als unzutreffend bezeichnet. Die vermögensrechtlichen Angelegenheiten seien in der Hauptsache vielmehr schon vor der Heirat des Prinzen Ernst August mit der Prinzessin Viktoria Luise erledigt worden, und von irgend welchen Schwierigkeiten für die Erledigung des Restes dieser Angelegenheiten sei keine Rede.
Mp. Das Preffedezernat des Kriegsministeriums. Aus der Bestimmung des erst zehn Monate in seinem Dienstgrad befindlichen Majors Deutelmoser von der Armeeabteilung zum Preffedezernenten im Kriegsministerium gehE hervor, daß die Heeresverwaltung mit der neuen Cinrich^ tung nicht sofort voll die Wege des Reichsmarineamts gehe« will, das im übrigen aber mit seiner dem Kapitän z. 6. Lühlein unterstehenden Nachrichtenabteilung für die se* plante militärische Parallelstelle durchaus vorbildlich blei? den soll. Während das Tirpitzsche Reffort eine Abteilung besitzt, die mit drei Offizieren besetzt ist, öto> sich General v. Falkenhayn voraussichtlich zunächst nur mit einer, der Ministerialabteilung anzugliederân Sektion für den Verkehr mit der öffentlichen Meinung begnüg«. Es Wird dadurch eine Vortragende-Rat-Stelle im Etat von 1914 nötig, an deren Bewilligung durch de« Reichstag kein Zweifel besteht. . Erst bei einer später«, roer^» auch wohl ziemlich bald notwendig werdende« Verstärkung des Personals wird man zur Einrichtung einer eigen« Nachrichtenabteilung schreite«, die dann einem Oberst« ober Oberstleutnant im Range und mit den Gebühr« der Regimentskommandeure zu unterstell« wäre. Major Deutelmoser ist, wie alle Offiziere der Armeeobteilung der Kriegs-- ministeriums, durch den Generalstab gegangen und war dort einer der besonder« Schüler des jetzig« Oberquar- tiermeisters Frhrn. v. Freytag-Loringhov«, 8es bekannten Kriegshistorikers, der auf der letzt« Rordlaudreife de« Kaiser mehrere Vorträge gehalten hat.
Die kaufmännisch« Erfatzkaff« nach der Neichsverstche- rungsorduung. Die tatkräftige Arbeit der Angestellte»? verbände gelegentlich des Zustandekommens 8er Reichs. verficherungsordnung hat bewirkt, daß die Handlungsgehilfen in diesem neuen Gesetz eine ihrem Stande entsprechende bevorzugte Stellung einnehmen. Vom 1. Januar
nen Gegensätzen zwischen forte und piano mit seinem Orchester weiter nichts Belebendes. Verschiedene durch Her. vorhebung einzelner Stimmen bewirkte Schattierung« im Orchesterkolorit waren gewiß gut gemeint, erzielt« aber in ihrer oft verzweifelten Zusammenhanglosigkeit mit dem Ganzen und durch die unreine Stimmung verschiedener Instrumente das Gegenteil von der beabsichtigten musikalisch ästhetischen Wirkung. Die rhythmischen Veränderungen, wie sie die naiven Tanzbewegungen am Schluffe einzelner Gesangsnummern erheischen, waren gut und sicher dirigiert, ebenso fand auch die dezente Begleitung der verschiedenen Gesänge unseren Beifall. Herr Eugen Hietel wie auch die sonst vorzügliche Frl. Else Trauner legten das Hauptgewicht ihrer gesanglichen Darbietungen auf eine übermäßig prononzierte Deklamation ihrer Texte. Dadurch trat der geringe Ausgleich ihrer Stimmregister doch zu sehr in die Erscheinung. Wenn ja auch aus den avisierten „Gesangsschlagern" nicht gar zu viel zu machen ist, so hätte sich doch manchmal auch Gelegenheit geboten, zu zeigen, daß man auch singen kann. Frl. Cilly Schönberger ging mit ihrem Gesang scharf ins Zeug: viel mehr Milde in der Tongebung bringen ihre Darbietungen erst auf das Niveau, bei dem man anfangen kann, den kritischen Maßstab anzulegen. Daß sie den Refrain der zweiten Strophe von „Machen wir zusammen eine Firma auf" in ausdauernder Beharrlichkeit ein gut Stück über der Tonhöhe gesungen hat, braucht kein Zeichen eines mangelnden musika- lischen Gehörs zu sein, es kann am Uebereifer oder an dem Gefühl sorgloser Erfolggewißheit liegen. Herr Erich Möller hat ein sympathisches Organ, was werter noch zum Singen gehört, muß er uns noch zeigen. Werter waren noch beschäftigt Frl. Wald als ^ufemia Brertsprecher , Nerr ^tto Hunold als Papendick, Frl. Franziska Hesse als .Cordula" usf. Nach dem 2. Bild wurden verschiedenen früheren Mitgliedern Ehrungen durch Ueberreichen von Blumenspenden bereitet, so Frl. Else Trauner und Herrn Rietet Auch Herr Direktor Steffter wurde hervorgerufen und mit einer großen Kranzspende ausgezeichnet, ebenso mußte der neue Kavellmeister auf der Bühne erscheinen.