EtmücknngsgeSühe:
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Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des verein. ev. Waisenhauses in Hanau.
General-Anzeiger
AMlichts Organ für Stadt- und Landkreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Bezugspreis«
Vierteljährlich 1.80 Mk., monatlich 60 Pfg., für Post, bezug vierteljährlich 2.10 Mk., monatlich 70 Pfg« Die einzelne Nummer kostet 5 Pfg.
Verantwort!. Redakteur: E. Schrecker in Hanau.
$L 225 Fernspr-chattschlttfr Nr. 230.
Amtliches.
Eandkreis k^anau
Anlegung von Leimringen an den Obstbäumen. An die Ortspolizeibehörden.
Im verflossenen Frühjahr hat der Froftspanner in einem großen Teil der Obstanlagen des Kreises großen Schaden angerichtet.
Sofern die Bekämpfung des Schädlings in diesem Herbste nicht allgemein und gründlich durchgeführt wird, steht zu erwarten, daß der Schädling sich weiter vermehrt und nicht allein die nächstjährige Obsternte zerstört, sondern auch den Fortbestand Ler OLstpflanzungen gefährdet.
Eine allgemeine und rechtzeitige Bekämpfung durch Anlegung von Leimringen an den Obstbäumen — insbesondere den Aepfel-, Birnen- und Kirschenbäumen ist daher dringend geboten.
Soll diese Mastregel ihren Zweck erfüllen, so müssen die Leimringe bald, spätestens im letzten Drittel des Monats Oktober angelegt und aus gutklebrigem Leim, der 4—5 Millimeter dick und wenigstens 8 Centimeter breit auf fettdichtem Papier aufgetragen ist, hergestellt sein. Auf 100 Bäume rechnet man durchschnittlich 75 Meter Papier und etwa 5—7 Kilo Raupenleim.
Als gute Bezugsquelle für diese Materialien ist zu empfehlen: Otto Hinsberg in Nackenheim a. Nh. Die Vermittlung übernimmt zu Vorzugspreisen der Hanauer Kreis- obstbauocrein durch Kreisobstbautechniker Walther.
Ich ersuche daher die Ortspolizeibehörden auf Grund des § 6h der Verordnung über die Polizeiverwaltung vom 20. September 1867 und des § 132 des Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltung vom 30. Juli 1883 sofort allen Besitzern von Obstbäumen die Anlegung von Klebgürteln an den vorgenannten Obstarten — mit Ausnahme der Zwergobstbäume in den Gärten — mit der Androhung "ufzugeben, daß, wenn diese Arbeit nicht rechtzeitig aus- geführt sein würde, die Ausführung polizeilich auf Kosten der Säumigen durch einen Dritten veranlaßt werden würde.
Ueber das Geschehene ist mix bis spätestens zum 1. November d. Zs. zu berichten.
Hanau den 25. September 1913. V. 6471
Der Königliche Landrat.
Z. A.: Scheelhaase, Kreissekretär.
Stadtkreis Hanau. Pferdevormusterung.
Die Pferdebesitzer vom Buchstaben A bis einschl. K haben ihre Pferde am 29. September, vormittags 10 Uhr, und die vom Buchstaben L bis Z ihre Pferde am 30."Sep- tember, vormittags 10 Uhr, zur Musterung zu gestellen. Eine Stunde vor dem Gestellungstermin müssen die Pferde
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Oeffentliches PrüfmrgskonzerL.
Die Hanauer Musikakademie veranstaltete gestern abend im Saale der „Centralhalle" als Abschluß des Unterrichtsjahres ein Prüfungskonzert, in welchem eine Anzahl Schülerinnen und Schüler der Unter-, Mittel- und Oberstufe zu Gehör kamen. Aus ihren wohlgelungenen, sorgfältig technisch und künstlerisch vorbereiteten Dar-, bietungen konnte man ersehen, wie an ihnen und mit ihnen erfolgreich gearbeitet wird, um ihr Spiel empfindungsvoll, ! warm und edel zu gestalten. Die Früchte dieser systema- ; Ischen Arbeit waren schon bei den Schülern der Unter- , stufe erkennbar und traten noch mehr durch recht gute Lei- ; stungen in der Mittel- und Oberstufe in den Vordergrund. Zusammenfassend kann auch diesmal wieder konstatiert werden, daß das Ergebnis der gestrigen Prüfung den aus- gezeichneten Ruf, dessen sich die Anstalt seit ihrer vor acht Jahren erfolgten Gründung mit Recht -erfreut, vollauf bestätigt hat. Geboten wurden: 1. „Schmetterlingsspiel" 00l! Paul Zilcher (Ilse Faulenbach, Klavierklasse des Frl. Emmy Radolsky); 2. Sonatine F^dur op. 36 Nr. 4, I. Satz Bon â Clementi (Berta Lang, Klavierklasse des Herrn Helnr. üppunn); 3. a) „Lied" aus op. 26, b) „Pastorale" ous op26 von H. Sitt (Johanna Wörner, Violinklasse des
^^ch^"chi 4- „Larghetto" a. d. Sonatine F^dur op. zJ Nr. 4 von Kuhlau (Fritz Becker, Klavierklasse des
Cmma Lieber); 5. „Reverie" von A. S. Tan6iew (^uliuv PP>m, Violinklasse des Herrn Max Kirchbach); 6. a) „Wäcyterlied", b) „Norwegisch", c) „Berceuse" aus „frische Stücke von E. Grieg (a und b Felicia Varam, c Johanna -bies, Klavierklasse des Herrn Heinr. Appunn);
7. Violinkonzert A=dur II. Satz von W. A. Mozart (Fritz Stern, Violinklasse des Herrn Gotthold Graf); 8. Fünf zweistimmige ^ugen: a) Fsdur, C=dur von Max Henning, b) A=moll, B=dur, F^dur von Joh. Seb. Bach (a Frl. j
Freitag den 26. September
S»^—> । | II ■ —r n.,..,, ■ ■...........—— zwecks Verlesung auf dem Eestellungsorte, Viehmarktplatz, sein.
Hanau den 25. September 1913. 22565 Der Magistrat.
I. A.: Bartmuß.
Handelsregister.
Firma: „Hellmann L Co. Gesellschaft mit beschränkter Haftung" in Bruchköbel.
Die Gesellschaft wird durch einen Geschäftsführer vertreten. Geschäftsführer ist Fabrikant Friedrich H o r st in Hanau. Beschluß der Eesellschafterversammlung vom 6. September 1913.
Eintrag des Königlichen Amtsgerichts 6 in Hanau vom 15. September 1913. 22501
Firma:
„Mitteldeutsche Creditbank, Filiale Hanau" Zweigniederlassung der Aktiengesellschaft in Firma „Mitteldeutsche Creditbank" mit Hauptniederlassung in Frankfurt a. M.
Der Direktor Ludwig Grießbauer zu Gießen und die Bankiers Hans Narjes und Paul Narjes in Hannover sind zu stellvertretenden Vorstandsmitgliedern ernannt.
Das Vorstandsmitglied Dr. August Weber wohnt jetzt in Berlin.
Der Prokurist Bernhard Andreae wohnt jetzt in Wiesbaden.
Die Eesamtprokura des Bankbeamten Ludwig Grießbauer ist erloschen.
Eintrag des Königlichen Amtsgerichts 6 in Hanau vom 17. September 1913. 22499
Handelskammer zu Hanau.
Die Plenarsitzung der Handelskammer mußte verlegt werden und findet
Mittwoch den 8. Oktober er., nachmittags 4^3 Uhr, statt.
Hanau den 26. September 1913. 22505
Die Handelskammer. Canthal.
Der Syndikus.
Dr. phil. Erambow.
PslMsche Rundschau.
Um die Beteiligung Oesterreichs an der Einweihung des Völkerschlachtdenkmals besonders impcsant zu gestalten, wird der österreichische Thronfolger als Vertreter des Kaisers mit einer Suite von mehr als fünfzig Personen nach Leipzig kommen, darunter Nachkommen aller österreichischen Adels-
Aenne Wolff, b Frl. Else Bensing, Klavierklaffe des Herrn Karl Fr. Appel); ^. „Romanze" G=dur von L. v. Beethoven (Frl. Marga éoqu^t, Violinklasse des Herrn Max Kirchbach) ; 10. „Fantasie" c=moll von W. A. Mozart (Frl. Elisabeth Appunn, Klavierklaffe des Herrn Gustav Altvater); 11. „Violinkonzert" a=moll op. 9 von P. Rode (Emma Hamburger, Violinklasse des Herrn Gotthold Graf); 12. a) „Nocturne" fis=moll, b) „Walzer" As=dur von F. Chopin (Frl. Gretel Nicolaus, Klavierklaffe des Herrn Gustav Altvater). Das Publikum, welches durch sein außerordentlich zahlreiches Erscheinen sein reges Interesse an der Anstalt bekundete, spendete den einzelnen Vorträgen lebhaften Beifall, welcher neben dem Danke für die Leiter und Lehrerschaft zugleich ein Ansporn für die Schüler sein wird, mit Fleiß und Eifer weiterzustreben. Der benutzte Kon- zert-(Ibach-)Flügel, ein Instrument von großem, klangvollem, weichem und weittragendem Ton, war von der Firma Eduard Schaaf, Kommanditgesellschaft Frankfurt am Main, zur Verfügung gestellt worden und verdient weitgehendste Empfehlung. — Nach dem Jahresbericht betrug die Anzahl der Schüler, welche im verflossenen achten Schuljahre die Musikakademie besuchten (einschließlich der Hospitanten, aber ohne die beim Chorgesang hospitierenden Damen und Herren) 114. In dieser Frequenz der Anstalt zeigt es sich, daß die Musikakademie sich bei der hiesigen Einwohnerschaft einer fortgesetzten Beliebtheit zu erfreuen hat. Möge das Interesse für die Anstalt in den hiesigen musikalischen Kreisen sich unverkürzt erhalten und mögen sich fernerhin noch recht viele Eltern dazu bereit finden, die musikalische Ausbildung ihrer Kinder oder ihrer sonstigen Angehörigen der Musikakademie anzuvertrauen. Das Vertrauen, das dem Institut geschenkt wird, sucht die Anstalt voll und ganz zu rechtfertigen. Jedenfalls bietet wohl schon die Zusammensetzung des Lehrerkollegiums, welches aus lauter bewährten Fachleuten besteht, eine gute Bürgschaft für die Erreichung der hohen Ziele, die der Hanauer
Ferttsprechanschltts; Nr. 230. 1913
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geschlechler, deren Vorfahren an der Völkerschlacht teil* genommen haben, sowie ferner der Generalstabschef Conrad von Hoetzendorf, der Kriegsminister v. Krobatin u. a.
Erklärungen des Freiherrn Conrad v. Hoetzendorff. Der österreichische Generalstabschef Freiherr Conrad von Hoetzendorff erklärte einem Mitarbeiter der „Kronenzeitung*: „Es ist vollständig erlogen, daß ich die Absicht hatte, nach Rom zu fahren. Ich dachte gar nicht daran. Ferner entsprechen alle Kombinationen über ein mißliches Verhältnis zwischen dem Grafen Berchtold und mir absolut nicht den Tatsachen. Ich erkläre, daß ich den Grafen Berchtold als vollendeten Gentleman hochschätze und daß zwischen uns keine wie immer gearteten Mißstimmungen bestehen. Gleichzeitig nehme ich auch keinen Anstand, bei dieser Gelegenheit zu erklären, daß das Verhältnis zwischen Aehrentbal und mir gerade das entgegengesetzte war. Ich wurde vor ungefähr einem Jahre angesichts der Gestaltung der politischen Verhältniße neuerdings zum Chef deS Generalstabes ernannt. Aber der Dauer meiner Stellung lag keine Norm zugrunde. Ich bedauere, daß sich die Oeffentlichkeit so sehr mit mir beschäftigt. Es ist eine alte Tatsache, daß Generale, Korpskommandanten, Armee-Inspekteure nach einer gewissen Zeit jüngeren Männern Platz machen müssen; nur der Papst und die Regenten stehen für die Lebensdauer an der Spitze der Regierung 1"
Die Lage auf dem Balkan.
Serbien handelt in der Notwehr.
Dr. Iwanowitsch, der gegenwärtig für den beurlaubten Gesandten die Geschäfte der Berliner serbischen Gesandtschaft führt, hat sich zu einem Mitarbeiter des „Berl. Lok.- Anz." über die neueste Phase der Balkanfrage u. a. folgendermaßen ausgesprochen: „Als vor kurzer Zeit die Vertreter der Mächte in Belgrad an uns mit dem Wunsche herantraten, die auf albanischem Gebiet von uns besetzten strategischen Punkte ^'eder räumen zu lassen, wurde überall die Befürchtung ausgesprochen, daß die Erfüllung dieses Wunsches das Gegenteil von dem, was er bezwecken sollte, zur Folge haben würde. Diese Besorgnis war damit begründet, daß in Albanien noch keine organisierte Staatsgewalt bestand, wie sie zur Sicherung der Ordnung als ein verantwortlicher Faktor notwendig ist. So war Serbien gezwungen, allein für die Aufrechterhaltung der Ruhe in den fraglichen Territorien zu sorgen. Deshalb hielten wir die erwähnten strategischen Plätze besetzt. Trotz der klaren Erkenntnis der Situation willfahrte Serbien dem Wunsche der Mächte, und die Militärbehörden wurden angewiesen, die betreffenden Positionen zu räumen. So gab unsere Regierung auch bei dieser Gelegenheit den Beweis, daß sie den Willen der Mächte respektiert. Selbstverständlich mußten die Verantwortung für die unerwünschten Vorgänge diejenigen tragen, auf deren Initiative die Zustände beseitigt wurden, die eine Bürgschaft für die Aufrechterhaltung
Musikakademie gesteckt sind für die musikalische Ausbildung ihrer Zöglinge und damit für die Förderung des musikalischen Lebens in unserer Stadt!
Abonnements-Konzerte des Weins'schen Gesangvereins.
Saison 1913/14.
Die seit einer Reihe von Jahren mit Recht so beliebt gewordenen Abonnements-Konzerte des Weins- schen Gesangvereins bilden von je her den Treffpunkt unseres kunstverständigen Publikums.
Auch für diese Saison bringen die „Weinser" unter der bewährten Leitung ihres Chormeisters Adolf Müller von Frankfurt wieder ein Programm heraus, das in jeder Beziehung hochbefriedigen dürfte. Namentlich sind es die im V o l k s t o n gehaltenen Lieder, in welchen der Chor auf der Höhe i st und ganz hervorragendes leistet. Hierin liegt eben gerade die Kunst eines Gesangvereins einfache, schlichte Weisen in vollendeter, zu Herzen gehender Ausführung zu Gehör zu bringen. Es ist der Prüfstein kunstgerechter Schulung der Quartettstimmen, das Maß des Möglichen zu überschreiten streng zu vermeiden und das Hauptgewicht auf edleTonbildung zu legen. Wenn dabei noch das Wesen der deutschen Volkslied dich tung, die Innigkeit und Herzenswarme zum Ausdruck kommt, dann ist der Vortrag ein vo l len - d e t e r. Und gerade in dieser Hinsicht hat der W e i n s sm c Gesangverein schon mehrfach Proben seines un b e - st rittenen Könnens abgelegt.
Gleich in dem schon in 4 Wochen stattflndenden ersten Abonnements-Konzert findet sich das Volkslied in breitem Rahmen vertreten. Wir werden in einem späteren Artikel auf die Chöre noch besonders zu sprechen kommen, für heute möchten wir nur dem Solisten dieses Konzertes das Wort reden-