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Mauer

General-Anzeiger

EiMvSmrgsgebshr:

Die ögespaltene Petitzeile oder deren Naum 20 Pfg. im Reklameteil die Zeile 50 Pfg.

Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des verein, ev. Waisenhauses in Hanau.

Amtliches Organ siir Stadt- und Landkreis Sana«.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Bezugspreis:

Vierteljährlich 1.80 Mk., monatlich 60 Pfg., für Post­bezug vierteljährlich 2.10 Mk., monatlich 70 Pfg.

Die einzelne Nummer kostet 5 Pfg.

Verantwort!. Redakteur: E. Schrecker in Hanau,

Ul. 224 MernsprechaiNchluK Nr. 230.

Donnerstag de» 25. September

Fermsprechattschlittz Nr. 230. 1913

Amtliche«.

Stadtkreis kjanru.

Bekanntmachung.

Die Polizeioerordnung vom 23. Januar 1894, betr. das Einsperren der Tauben zur Saatzeit, wird mit dem Bemerken in Erinnerung gebracht, daß sämtliche Tauben mit Ausnahme der Pfautauben, Römer, Malteser, Carriers, engl. und franz. Kröpfer, Perücken, Show- Antwerps und Brünner, vom 25. September 1913 bis 25. Oktober 1913 eingesperrt zu halten sind.

Hanau den 23. September 1913. 22429

Städtische Polizei-Verwaltung.

Der Oberbürgermeister.

J. V.: Bartmutz.

VerLmgung.

Die zum Neubau einer 20klassigen Volksschule mit Doppelturnhalle und Schuldienerwohnung erforderlichen Erd-, Maurer-, Asphalt-, Basaltarbeiten wie Sockel und Granitstufen, sowie Sandsteinarbeiten für die Architektur­teile sollen unter Zugrundelegung der Bedingungen für die Ausführung von Arbeiten und Lieferungen für die Stadt Hanau öffentlich verdungen werden.

Die Verdingungsunterlagen, Zeichnungen und Details, liegen,im Rathaus, Zimmer 48, aus und können von dort zum Preise von

1,50 Mk. für Erd-, Maurer- und Asphaltarbeiten,

1, Mk. für Basalt- und Granitarbeiten,

1, Mk. für Sandsteinarbeiten, post- und bestellgeldfrei bezogen, werden.

Verschlossene und mit entsprechender Aufschrift ver­sehene Angebote sind bis zum Eröffnungstermin am 6. Oktober d. Z., vormittags 11 Uhr, bei genannter Dienststelle einzureichen.

Die Eröffnung her Angebote erfolgt im Beisein etwa erschienener Anbieter.

Zuschlagsfrist 6 Wochen.

Hanau den 22. September 1913.

Der Stadtbaurat.

Ehrich.

VLkQKnrmüchung.

Die Lieferung von 200 Malter Kartoffeln für die Ar­menverwaltung soll öffentlich verdungen werden. Die Ver-

Das Mm unseres Stnittieiters im neuen Gewand.

Wer in dieser Spielzeit unser Stadttheater besucht, wird freudig überrascht sein von der inneren Wandlung, die es durchgeinacht hat. Man wird viele Wünsche, die seither im Stillen gehegt wurden, erfüllt sehen und gerade hierin liegt ein besonderer Wert der Erneuerung. Der erste Raum, den wir betreten, die Garderobe, hat vermehrte Kleiderablagen erhalten, und als besondere Neuerung Bretter auf denen die Hüte abgelegt werden können. Die Gänge sind jetzt mit Linoleum belegt, so daß sich der Schall der Schritte in ihnen fast verliert, während die Wände mit Leinwand bespannt wurden, der in dreiviertelhöhe eine Holzleiste einen Abschluß gibt. Wir betreten den Zuhörerraum. Verschwunden sind

^ mit vergoldetem Zierrad überladenen Emporen, sie l>aben Brüstungen weichen müssen, die in einem einfachen, etwas abgetönten Weiß gehalten sind und auf denen nur eine geschmackvolle Stuckranke ihre Bogen zieht. Die un­schönen Säulen rechts und links der Fremdenloge sind eben- salls gefallen. Der Parterreraum ist dadurch, daß der Fuß- ooden um ca. 25 Zentimeter gehoben wurde, von seinen -teppc^en befreit, man hat es also hier jetzt mit einem Raum Ui tun, der in seiner ganzen Fläche vollkommen eben ist, ein t ker sicher von den Theaterbesuchern im Hinblick auf srnheren Unzuträglichkeiten mit besonderer Freuden begrüßt w, >.en wird. Dadurch ist auch das Orchester mehrin die Ber,enkung geraten", von ihm wird man also in Zukunft zu hören, aber nichts mehr zu sehen bekommen. n e'*W sst vollständig neu und im ganzen Partcrre- ranin einheitlich gehalten. Es ermöglicht einen äußerst be- bucmen Sltz, dadurch aber, daß bei ihm die Armlehnen fehlen ist zwu^en den einzelnen Stuhlreihen ein breiterer Durchgang enistauoen, der ein bequemes Passieren an den Sitzenden vorüber ermöglicht. Die Stühle auf dem ersten

öingungsunterlagen liegen im Bureau der Armenverwal­tung, Langstratze Nr. 43, Zimmer Nr. 2, zur Einsicht aus.

Angebote mit Proben sind bis zum 6. Oktober d. Zs., vormittags 11 Uhr, im Zimmer 2 der Armenverwaltung einzureichen.

Hanau den 22. September 1913. 22311 Der Magistrat.

Sild. '

Dienstnachrichten.

Unter dem Schweinebestande des Iohannes Kaus zu Langenselbold ist die Schweineseuche festgestellt worden.

Die erforderlichen Schutzmatzregeln sind angeordnet.

Hanau den 24. September 1913. V. 6500

WM« md mim« EèWKnür rc.

Gefunden: 1 blaue Mädchenjacke mit grauem Futter und Matrosenabzeichen, 1 schwarzes Portemonnaie mit 3.22 Mark und einem Schlüssel.

Stehengeblieben bei Wirt Fleischmann, Mühl- stratze 2a: 1 Fahrrad (Marke Burgwart); Empfangnahme daselbst.

Verloren: 1 schwarzes Herrenportemonnaie mit et­was über 12 Mark, 1 goldener Herrenring mit Mono­gramm O. M., 1 Kneifer ohne Einfassung mit goldenem Mittelstück, 1 hellbraunes Portemonnaie mit 10.87 Mark (auf der Vorderseite zwei Fußballspieler), 1 Schlüsselbund mit mehreren Schlüffeln, 1 Knabenüberzieher, dunkelblau, mit hellbraunem Futter (Malrosenmantel^

Hanau den 25. September 1913.

Politische Rnndschou.

Einlenken Frankreichs in der Zollfrage. Die Aeußerung des französischen Finanzministers, die den Anfang eines Einlenkens Frankreichs in der Zollfrage erkennen läht, hat in Interessentenkreisen den Wunsch ausgelöst, man möge dafür sorgen, daß zum Zwecke der Beilegung aller Zolldiffe­renzen eine deutsch-französische Zollkonferenz einberufen würde. Wenn man, nach unserer Information, in Berliner diplomatischen Kreisen diesem Plane auch nicht unsym- pathisch gegenübersteht. so glaube man doch auf die außer­ordentlichen Schwierigkeiten Hinweisen zu müssen, die diesem Plane entgegenständen. Ein Vergleich mit der deutsch-ita­lienischen Zollkonferenz vom Jahre 1912 lasse sich keines­falls ziehen.

Goldene Worte hat der Minister für Landwirtschaft bei Eröffnung der Landwirtschaftlichen Provinzial-Ausstellung

Rang wurden mit Lederpolstcrung versehen. Auch die schwere gemalte Decke hat einer einfachen weißen mit schmalem Sluckstreisen weichen müssen, während man die Wände mit einem grünen Stoff bespannte. Auf der Galerie ist die Hintere Sitzreihe von der vorderen durch ein eisernes Ge­länder getrennt worden. Nur die Beleuchtungsanlage ist dieselbe geblieben, sie hat aber eine Ergänzung durch Anlage einer elektrischen Notbeleuchtung erhalten. Anstatt der alt­hergebrachten Kerzen sind jetzt über jeder Türe, in den Gängen und Ausgängen rote Glühbirnen angebracht, die auch während der Vorstellung brennen, aber nicht durch die Hauptleitung, sondern durch eine Spezialleitung gespeist werden. Rote Pfeile an den Türen meinen auf die Aus­gänge ins Freie hin. Ueberall merkt man das Bestreben, besondere Einrichtungen für den Schutz des Publikums bei unvorhergesehenen Vorfällen zu treffen und daran tat die Bauleitung besonders gut. Es überkommt den Theaterbe­sucher bei einigem Verweilen in den Raum ohne Zweifel ein Gefühl der Sicherheit, das ihn während des ganzen Aufenthalts nicht verlassen wird, denn es ist wohl nichts ungeschehen gelassen, was geeignet ist, dieses Gefühl des Geborgenseins und damit des ungestörten Geniessens der gebotenen Kunst zu erhöhen. Alles in allem ist der Gesamteindruck des Theaterinnerns dem Auge wohltuend. Trotz des beschränkten Raumes und last not least der haushälterischen Sparsamkeit der Bauleitung ist hier eine Wirkung hervorgeöracht worden, die gerade durch ihre stilvolle Einfachheit, ihre zarte Farbentönung be­sonders anspricht und wir glauben nicht zu viel zu sagen, wenn wir Herrn Baumeister Weiske, der d,ie Reno­vationsarbeiten leitete, ein hohes Maß technischer Routine in der künstlerischen Raumgestaltung zusprechen, die er in unserem Theater glücklich zur Geltung gebracht hat. Auch hinter dem eisernen Vorhang sind einige Neue­rungen entstanden, besonders solche die der Sicherheit des Künstlerversonals gelten. Durch das Herausnebmen der

für Rhein-Preußen in Essen über die Notwendigkeit des festen Zusammenstehens von Landwirtschaft, Industrie und Mittelstand gesprochen. In sehr bemerkenswerter Weise hat er dabei auch auf die Gefährdung der Autorität sowohl des Staates wie des Arbeitgebers in Landwirtschaft, Industrie und Kleingewerbe hingewiesen und bei der Aufforderung zum festen Zusammenschluß auch hervorgehoben, daß der ge­meinsame Feind der Industrie, Landwirtschaft und des Mittelstandes zugleich auch der Feind des Vaterlandes sei. Diese Charakterisierung der Sozialdemokratie ist zwar für jeden, der sich nicht gewaltsam gegen ihre Ziele und ihren wirklichen Charakter verschließt, geradezu selbstverständlich. Ebenso selbstverständlich freilich ist es, daß diese Worte un­serer demokratischen Presse, deren politisches Ideal der Grotzblock nach badischem Muster ist, ernstlich auf die Nerven gefallen sind. Denn es ist klar, daß das Arbeitskarten von Landwirtschaft, Industrie und Mittelstand sowohl für die freihändlerischen, wie für die auf den Zusammenschluß der bürgerlichen und der sozialen Demokratie und ihrer Gefolg­schaft gerichteten Bestrebungen ein völlig unüberwindliches Hindernis bildet. Diese Sachlage gewinnt für die demokra­tischen Bestrebungen eine noch ungünstigere Gestalt, wenn, wie dies aus den Worten des Landwirtschaftsministers klar erhellt, die Regierung nicht nur mit jenem Zusammengehen von Industrie, Landwirtschaft und Mittelstand durchaus ein­verstanden ist, sondern diese Bewegung auch auf das kräf­tigste unterstützt und fördert. Daß die demokratische Presse mit ihrer Bekrittelung der Rede des Landwirtschaftsmi­nisters auf diesen wie auf die Regierung keinen Eindruck gemacht haben wird, unterliegt keinem Zweifel, höchstens wird Herr v. Schorlemer darin einen sicheren Beweis dafür erblickt haben, daß seine Essener Rede ins Schwarze getroffen hat. Nebenher mag darauf hingewiesen werden, daß auch bei dieser Gelegenheit sich wieder der völlige Mangel an Wahr­haftigkeit in bezug auf die Behandlung der preußischen Wahlrechtsfrage seitens der demokratischen Presse gezeigt hat. Sie stellt sich so an, als sei der Hinweis in der Thron­rede von 1908 auf die Notwendigkeit einer Wahlreform in Preußen die Zusage einer Umänderung des preußischen Wahlrechts im Sinne und in der Richtung des Reichstags­wahlrechts, während doch bei der ersten Ankündigung des Reformplanes seitens der Staatsregierung die Einführung des Neichstagswahlrcchts in Preußen als mit den Lebens­interessen des preußischen Staates unvereinbar und als Ziel der Reform ein Wahlrecht bezeichnet worden ist, das nach dem wirklichen Gewicht der Stimmen abgeftuft und bei wel­chem dem Mittelstand der ihm gebührende Einfluß auf die Wahlen wieder gesichert würde. Eines Kommentars be­darf es nicht, es genügt, diese Kampfesweise unserer demo­kratischen Presse niedriger zu hängen.

alten Holzgalerien ist dort ebenfalls bessere Raumver­wendung ermöglicht. Das Theater umfaßt nunmehr 510 Sitzplätze, dadurch daß auf der Galerie eine Aende­rung an der Deckenkonstruktion vorgenommen wurde, find dort einige Sitze mehr entstanden. So repräsentiert sich uns jetzt der Musentempel in seiner neuen Gestalt als ein würdiger Rahmen der in ihm gebotenen Kunst.

Herbststimmung.

Durch Wald und Feld,

Durch Wiesen und durch Hage, Geh' ich dahin bei rauhem Weh*n. Und über alles Sehe ich mit leiser Klage Des Herbstes kühle Schauer geh'n.

Vom Laub entblättert steht bald Baum und Strauch, Zugvögel zieh'n dahin ins ferne Land.

Und müde und mit bleichem Hauch Die Sonne steht am Waldesrand.

Von dichtem Nebelstor umgeben Ist ihr sonst purpurroter Glanz. Allmählich stirbt mit ihr das Leben, Wie bald verschwindet sie auch ganz.

Noch freuen will ich mich der schönen Tage,

Weil ich noch jung bin, Weil ich noch ein Kind. Wenn erst die Jugend ist hinüber, Dann fühle ich mit weher Klage, Dan auch mein Lebensherbst beginnt.

Marie Erker«.