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Rotationsdruck und Verlag der Vuchdruckerei des verein, ev. Waisenhauses in Hanau.
General-Anzeiger
ANtlilhes Organ für Sta-t- und Faudkrtis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Bezugspreis:
Vierteljährlich 1.80 Mk., monatlich 60 Pfg., für Post- bezug vierteljährlich 2.10 Mk., monatlich 70 Pfg Die einzelne Nummer kostet 5 Pfg.
Verantwort!. Redakteur: E. Schrecker in Hanau.
Nr. 221 ^n^vc^anWn^ Nr. 230.
Montag den 22. September
Fer»sprechansch!»fr 'Jir. 230. 1913
Amtliches.
Landkreis kjâns«
Es ist wiederholt die Beobachtung gemacht worden, bah den ausländischen Arbeitern bei der Entlassung seitens ihrer Arbeitgeber aus irgend einem Grunde die Heimatspapiere nicht ausgehändigt werden. Den Arbeitern entstehen dadurch beim Ueberschreiten der Grenze nicht selten Schwierigkeiten und Weiterungen, die zu berechtigten Klagen Anlatz geben. Die Heimatspapiere ebenso wie die Legitimationskarten sind Eigentum der Arbeiter und dürfen ihnen daher auf keinen Fall vor« enthalten werden, andernfalls sich der Arbeitgeber der Gefahr von Regretzansprüchen aussetzt.
Hanau den 17. September 1913. V 5594
Der Königliche Landrat.
I. A.: Scheelhaase, Kreissekretär.
Stadtkreis F)anau.
Bekanntmachung.
Der Entwurf eines Nachtrags zur Ordnung betreffend die Erhebung einer Hundesteuer vom 29. März 1899 liegt in Gemäßheit des § 13 der Städteordnung für die Provinz Hessen-Nassau auf dem Rathaus, Zimmer Nr. 35 (Stadtsekretariat) offen.
Einsprüche können während 2 Wochen vom 23. September 1913 an bei uns erhoben werden. Hanau den 15. September 1913. 22085
Der Magistrat.
Hild.
Zwangsversteigerung.
Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in Keffelstadt belegenen, im Grundbuchs von Kesselstadt Bl. 559 zur Zeit ter Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen der Eheleute Bauunternehmer Wilhelm Wild H. und Frau Susanne geb. Machenheimer zu Kesselstadt je zur ideellen Hälfte eingetragenen Grundstücke:
Krtbl. 10 Nr. 111 Landstraße Nr. 4 2,56 ar,
a) Wohnhaus mit Flügelbau links und Hofraum,
b) Seitenbau rechts (A),
Grundsteuermutterrolle Nr. 81, Gebäudesteuerrolle Nr. 176, jährlicher Nutzungswert — 850 Mk.
Nie Feier te 18. MM 1814 in Mm nnè MOM.
Einer alten Schrift, betitelt: „Des Teutschen Volkes feuriger Dank- und Ehrenteinpel oder Beschreibung wie das aus zwanzigjähriger französischer Sklaverei durch F ü r st e u - E i n t r a ch t u. Volks kraft gerettete Teutsche Volk die Tage der entscheidenden Völker- u. Rettungs- schlacht bei Leipzig am 18. u. 19. Oktober 1814 zum erstenmale gefeiert hat. Gesammelt u. heranSgegcbeu von Karl Hoffmann zu Rödelheim, Offenbach, 1815." entnehmen wir sagende Angaben, die Zeugnis ablegen sollen, wie unsere Vorfahren vor 100 Jahren ihrem Dank Ausdruck gegeben haben, zugleich aber auch geeignet sind, die Blicke unseres heutigen Geschlechts auf jene große Zeit der Befreiungskriege zu lenken.
Hanan.
Der 18. Oktober wurde zwar hier nicht, wie an andern Orten, durch religiöse Veranstaltungen gefeiert, weU die Regierung schon einen Feiertag auf den 30. Oktober, den "chtnistag der Hanauer Schlacht, angeordnet hatte. Ob- eich dieser inhaltsvolle hochwichtige Feiertag nun so nahe ’ew-itapb mit welchem natürlich so mannichfaltige Er- u!iw,ungen an die Entscheidungsschlacht bei Leipzig ver- waren, so entzog dies auch dem 18. Oktober hier nichts Herzen bewegenden Feierlichkeit. Es war ein ^usghutz erwählt worden, welcher die Anstalten für das Bunoesseuer, so wie für die ganze Feier des Festes, leiten sollte. Dieser hatte die Anhöhe von Windecken am gelegen- ।. des Tages gefunden, auch hatte derselbe eine religiöse Feier vor dem Anzünden der Bundesflamme ^u^ zweckmäßige Weise veranstaltet, deren seelenvolle Ausiuhrung kein Herz verfehlte. Das Ausführliche davon findet man unter dem Artikel Windecken, worauf man sich
Krtbl. 10 Nr. 164/110 Bienengasse Nr. 7 2,63 ar,
a) Wohnhaus mit Durchfahrt und Hofraum,
b) Scheuer mit Stallung,
c) Stallbau (B),
Erundsteuermutterrolle Nr. 81, Gebäudesteuerrolle Nr. 36, jährlicher Nutzungswert = 480 Mk.
am 14. November 1913, vormittags 10 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht an der Gerichtsstelle — Nutzallee Nr. 17, Zimmer Nr. 21 — versteigert werden.
Hanau den 19. September 1913. 22169
Königliches Amtsgericht 6.
Mitae Md «rinne EegeMnde x.
Gefunden: 1 eigenes Soldatenkoppel, 1 silberne Damenuhr mit vernickelter Kette, 1 Brille, 1 Blechbehälter mit Gips, 1 «Hausschlüssel.
Verloren: 3 Meter bläulicher Bieber mit schwarzen Streifen, ^2 Meter schwarzer Satin und 1 Meter grau Steifleinen.
Zuglaufen: 1 rehbrauner Dachshund m. Eeschl. mit Halsband.
Hanau den 22. September 1913.
PMLische Wundschan.
M. p. Die Aufstellung der Herbstformationen. Nach der Armee zugeganenen kriegsministeriellen Aussührungsbe« stimmungen zu der Kaiserlichen Kabineltsorder vom 4. Juli d. J. über die Errichtung der durch das Wehrgesetz pF den 1. Oktober bewilligten Neubildungen werden die neuen Truppenteile in voller Stärke aufgestellt. Die Rekrutierung der neuen Truppenteile ist für die Jäger-Regimenter zu Pferde 7 bis 13 von den Husareu-Negimentern 7 und 13 dem Kürassier- Regiment 8, dem 2., 8., 12. und 14. Ulanen-Regiment, für die Pionier-Bataillone 28 bis 30 durch das 3., 5. und 8. Pionier-Bataillon bei den Generalkolnmaudos angemeldet worden, bei denen diese Neuformationen hinzutreten. Außerdem rekrutieren das Generalkommando des Gardekorps das Eisenbahn-Bataillon 4 und das Flieger-Bataillon Nr. 1, das V (posensche) Armeekorps das Flieger-Bataillon Nr. 2, das VIII. (rheinische) Armeekorps das Flieger-Bataillon Nr. 3, das X. (hannoversche) Armeekorps das Telegraphen-Bataillon Nr. 6, das XIV. (badische) Armeekorps das Luftschiffer- Bataillon Nr. 4, das XV. (elsässische) Armeekorps das Flieger-Bataillon Nr. 4 und das XVII. (westpreußische) Armeekorps das Lustschiffer-Bataillsn Nr. 5. Die Regiments-, Bataillonkommandeure, die Adjutanten und Zahlmeister der
hier beziehen, und nur noch einiges dahin Gehörige nachtragen will.
Die Feiernden zogen gleich nach Mittag, unter dem Läuten der Glocken, und unter Anstimmung patriotischer zweckmäßiger Lieder, in brüderlicher Vereinigung, ohne Rücksicht auf Stand und Verhältnisse, von hier nach dem Orte ihrer Bestimmung. Nie haben die feierlichen Töne der Glocken Menschenherzen wonnevoller bewegt, nie haben ihre holden Himmelsklänge eine, für alles Hohe und Heilige empfänglichere Versammlung zusammengerufen. Alle, welche verhindert waren, den ziemlich entfernten Ort der Feier zu besuchen,, begleiteten den Zug, den Unaussprechliches umschwebte, mit den erhabensten befriedigungsvollsten Empfindungen, und warteten des unaussprechlichen Augenblicks, wo die auflodernde Flamme ihre vaterländischen Wünsche, vereint mit den Gebäten derer, welche am Vun- des-Altare knieten, zum Ewigen emporbringen sollten. Welche Feder kann das, was an diesem heiligen Abend mit der lodernden Flamme emporstieg, beschreiben, welche Zunge ! kann es aussprechen?
Nachdem die hehre Flamme sich zu neigen anfieng, begaben sich die Feiernden, von dem mildesten Wetter be- ! günstigt, hierher zurück, wo eine, von dem Ausschuß besorgte, Zweckmäßige Beleuchtung des Neustädter Marktes, und die daselbst ausgestellte Musik, die Empfindungen, womit ein jeder so hochbefriedigt von den Vundesfeuern zurückkehrte, aus eine übereinstimmende Weise unterhalten sollten.
Das Bedürfniß einer religiösen Feier der großen Welt- begebenheiten, welches sich an diesem Tage hier so unzweideutig, so allgemein auf das erfreulichste ausgedrückt hatte, wurde am 30. Oktober, am Gedächtnitztage der Hanauer Schlacht, befriedigt. Nie waren alle Kirchen vollständiger besetzt, nie rührungsvoller, nie fielen Sammlungen für die Armen reicher aus, als die an diesem Tage, an dem es nur Wenige unterließen, vor dem ewigen Regierer der Menschenschicksale sich zu demüthigen.
neuen Truppenteile — für die die Stellenbesetzung am letzte Kaisermanâverlage bekannt gegeben wurde — ebenso bic Kompaniechefs und Feldwebel der neuen Luftschiffer- und Flieger-Bataillone und der Funkerkompanien, treffen bereits am 25. September in den Aufstellungsorten ein. Die Transporte der abzugebenden Mannschaften treten den Marsch oder die Eisenbahnfahrt am 1. Oktober an. Am 6. Oktober muß die Aufstellung beendet sein. Dem Kaiser ist davon Meldung, dem Kriegsministerium Mitteilung zu machen. Bei der Abgabe der geschlossenen Kompanien und Eskadrons sind ausgeschlossen: die Fähnriche und Fahnenjunker, die Einjährigen-Freiwilligen, die Lazarettkranken, die eine längere Freiheitsstrafe verbüßenden und die in gerichtlicher Untersuchung befindlichen Mannschaften, sowie geborene Elsaß- Lothringer, die außerhalb der Reichslande dienen und mit solchen geschlossenen Abgaben in einen reichsländischen Standort kommen würden. Die nicht im alten Regimentsverbande verbleibenden Kompanien und die an die Pferdejäger 7 bis 13 abzugebenden Eskadrons lassen Waffen, Feldgerät, Munition, Schanzzeug bei ihren früheren Truppenteilen zurück; nur die Unteroffiziere behalten die Seitengewehre bis zur Neubewaffnung. Die Verleihung von Feldzeichen an die neuen Regimenter und Bataillone ist der besonderen JBe« stimmung noch vorbehalten. Sie soll am Neujahrstage 1914 erfolgen. Zu der neuen Oifizier-Reitschule in Soltau, deren Kommandeur der bekannte Rennreiter Major v. Kayser vom Zieten-Husaren-Regnnent geworden ist, werden 40 Leutnants befehligt. Das Militär-Reit-Jnstitut in Hannover erhält ab 1. Oktober einen Zuwachs von je sieben Offizieren und Unteroffizieren als Schüler.
Als „Familienzulage" haben in zahlreichen Städten die Verwaltungen ihren Arbeitern im Interesse der Förderung der Kinderpflege und Jugendfürsorge Erziehungs- prämien bewilligt. Es handelt sich dabei um eine Staffelung der Löhne, je nach dem Familienstand des Arbeiters, um eine gesunde Aufzucht einer größeren Kinderzahl zu ermöglichen. Derartige Familienzulagen sind bereits von Len städtischen Verwaltungen zu Charlottenburg, Halberstadt, Halle, Hanau, Frankfurt a. M., Düsseldorf, Krefeld, Königsberg, Mainz und Straßburg eingerichtet worden. Die Zulagen sind verschieden gestaltet. So erhält z. V. in Krefeld ein Arbeiter nach mindestens fünfjähriger Dienstzeit für eheliche Kinder unter 16 Jahren einen monatlichen Zuschuß von 4 Mark, wenn er bis zwei Kinder hat, 8 Mark für drei bis vier Kinder und monatlich 12 Mark Zuschuß für vier und mehr Kinder. Mietszuschüsse außer Lohnerhöhungen gewährt die Stadt Frankfurt a. M., um den Kindern der Arbeiter eine gesunde Wohnung zu verschaffen. Verwitwete und geschiedene Arbeiter erhalten, wenn sie Kinder haben, dieselben Zulagen wie verheiratete.
Windekken.
Beschreibung.
Voraus mutz für manchen Leser bemerkt werden, daß die Anstalten zu diesem Feste hier keineswegs auf Vollkommenheit Anspruch machen. Aller Anfang .ist schwer. Wir laden aber jeden geistvollen Teutschen ein, seine bessern Vorschläge bei der künftigen Festfeier zu bewähren.
Nachdem im Voraus schon durch Arndt's Schriftchen: „Die Feier der Leipziger Schlacht" — ein guter Geist in Hinsicht der Anordnung des Festes im Allgemeinen verbreitet worden war, hatte auch ein edler Teutscher in Frankfurt a. M. — man nennt ihn mit Achtung — der Groß- herzogl. Hessische, Gräfl. Solmsische Justizrat und Obrist des Landsturms, Dr. Hoffmann, durch Umlausschreiben in die Nähe und Ferne Feuer ausgeworfen in teutschdenkende und teutschfühlende Herzen.
Ein großer Theil der Einwohner von Hanau erwählte sich für die bevorstehende Feier die Höhe des Wartbaums bei Windekken. Männer von hellem Kopfe und warmem teutschen Herzen trafen mit Eifer alle Anstalten, so viel Zeit und Umstände es nur zuließen. Die Regierung mischte sich nicht — wie an andern Orten geschehen — in diese Angelegenheit. Indessen wurde aus den herrschaftlichen Waldungen doch bereitwillig Holz zum Feuer gespendet. Nun sah man tags vorher schon, aus dem höchsten Punkte, zwei 30 bis 40 Fuß hohe — Holzstöße pyramidenförmig errichten. Am Abhange der Höhe,, nach Hanau zu, stand eine einfache Rednerbühne; dicht dâran, zur Rechten, eine kleine Fichte, mit einer Herbstblumenkrone geschmückt, dieser im Grunde eine größere Fichte, um welche sich Tänze schlingen sollten, hin und wieder Hütten für einzelne Gesebichajten, U^d Buden für Speise und Trank.
Der Gang des Festes am 18. Oktober selbst war folgender: Um fünf Uhr abends wurde in den benachbarten Ortschaften mit den Glocken das Zeichen zur Verta«mlmra