anauer
>
EinrSckungsgebühr:
Die ^gespaltene Petitzeile oder deren Raum 20 Pfg. im RâmeteU die Zeile 50 Pfg.
Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des verein, eo. Waisenhauses in Hanau.
General-Anzeiger
Amtliches Organ für Stadt- nad Fandkrels Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Bezugspreis:
Vierteljährlich 1.80 Mk., monatlich 60 Pfg., für Postbezug vierteljährlich 2.10 Mk., monatlich 70 Pfg.
Die einzelne Nummer kostet 5 Pfg.
Verantwort!. Redakteur: E. Schrecker in Hanau.
Mk. 216 ftmifaredjanWitfi Nr. 230.
Dienstag den 16. September
Ferttsprechanschlitfr Nr. 230. 1913
Amtliches.
Nach einer Mitteilung des Herrn Ministers des Innern wird auf Beschluß des Bundesrats im Deutschen Reiche am 1. Dezember 1913 eine allgemeine Viehzählung stattfinden, mit der in Preußen eine gleichfalls vom Bundesrate angeordnete Obstbaumzählung verbunden ist.
Voraussichtlich wird seitens der Ortsbehörden vielfach an Volksschullehrer das Ersuchen gerichtet werden, sich an der Ausführung des Zählgeschäftes zu beteiligen. Soweit hierzu ein Bedürfnis vorliegt und die Lehrer bereit sind, ihre Mitwirkung eintreten zu lassen, genehmige ich, daß der ihnen obliegende Unterricht an dem gedachten Tage ausfällt.
Berlin W. 8, den 21. August 1913.
Der Minister der geistlichen u. Unterrichts-Angelegenheiten.
J. V.: v. Chappius.
Landkreis hanau*
Bekanntmachung.
Zwecks Herstellung von Dampfwalzarbeiten werden nachstehende Straßen für Fuhrwerke über 20 Zentner Ladegewicht sowie für Automobile aller Art gesperrt: 1. Landweg Nr. 21 im Orte Rüdigheim von Station 5,3—6,0+60, d. i. von Beginn des Ortes Rüdigheim bis zum Landweg nach Marköbel, für die Zeit vom 16. bis einschl. 18. d. M. 2. Landweg Nr. 15 von Niederrodenbach nach Neuenhaßlau von Station 0,0—1,8, d. i. von Niederrodenbach bis zum Bahnhofstveg nach Langenselbold, vom 18. bis einschl. 28. September d. I.
Hanau den 13. September 1913. V. 6299
Der Königliche Landrat.
I. V.: Karbe.
Meine Kreisblattbekanntmachung vom 6. September 1913 — V. 6121 — im „Hanauer Anzeiger,, Nr. 209 und Nr. 211 betr. Pferdevormusterung wird dahin abgeändert, daß die Musterung in Niederdorfelden für die Gemeinden Gronau, Kilianstädten, Niederdorfelden, Oberdorfelden, Dottenfelderhof und Eronauerhof nicht um 10.15 Uhr vormittags, sondern um 12 Uhr mittags beginnt.
Hanau den 12. September 1913. .V. 6256
Der Königliche Landrat.
J. V.: Karbe.
Zwangsversteigerung.
Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in der Gemarkung Hanau belegene, im Grundbuchs von Hanau Blatt 3860 Abt. I Nr. 3 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Eeneralkommis- feggS!!«».»*™^^ ■ ..— .............. „■„■„—
8s«reN Ze; MWmiV Btritt am 16. Oktober 1913.
Solisten: 1. Herr Heinrich Zeller, Großherzoglich S. Kammersänger und Heldentenor der Weimarer Hofoper. Programm: I a. Rob. Schumann: „Dem Helden", b) H. Wolf: „Heimweh" ; II. Joh. Brahms: a) „Mainacht", b) „Wie bist du meine Königin", c) „Meine Liebe ist grün" ; III. R. Strauß: a) „Heimliche Aufforderung", b) „Heimkehr", c) „Cäcilie". 2. Der 13jähr. Violinvirtuose Lâszlü Jpolyi aus Budapest. Programm: I. F. M. Veracini (1685 — 1750): Kammersonate mit beziffertem Baß in E-molL (Largo — Allegro con ho co — Menuett — Giga); H. N. Paganini: Konzert in D-dur.
Kritiken über Herrn H. Zeller:
W e i m a r i s ch e s H o f t h e a t e r. Der unvergängliche Zauber, dFn die Wagnersche romantische Oper „Lohengrin" > ° wo hl im Hinblick auf Musik als Handlung ausübt, hatte
1 gestern abend in der 4. Vorstellung unseres auSwär- .Abonnements ein bis auf den letzten Platz auSver- ai s ev Haus zur Folge. Die Mehrzahl der Besucher hatte Lohengrin" schon zum so und so vielten Male ae >ort, und doch dürfte keiner unter ihnen gewesen sein, der Intendanz nicht Dank wüßte, diese Perle Wagnerscher i upsuugen mit in das Repertoir unseres Abonnements zu haben. So lange namentlich Herr Träger der Titelrolle figuriert, wird 'e diese Oper ausübt, eine ungeschwächte sein, doc^eme der glanzvollsten Rollen, in welcher der hoch- '' ganzen Zauber seiner stimmlichen und
1,1 Twente zu entfalten vörmag. So auch gestern
D e t E leaza r des Herrn Zeller war in jeder Beziehung vollende. Gesanglich und darstellerisch war der Künstler ganz vortrefflich. Er zeichnete den rachsüchtigen Juden mit scharf gesehenen Strichen ohne sich zu Ueber
sionszeichners Jukob Beyer in Hanau eingetragene Grundstück:
YY 468/60 Kurfürstenstraße 14, 2 ar 11 qm, Wohnhaus mit Hofraum, Gebäudesteuerrolle Nr. 3332
Nutzungswert 1515 Mark
am 12. November 1913, vormittags 10 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht an der Gerichtsstelle — Nußallee Nr. 17, Zimmer Nr. 21 — versteigert werden.
Hanau den 11. September 1913. 21529
Königliches Amtsgericht, Abt. 6.
Bekanntmachung.
Von Montag den 15. September d. Is. ab können die* Rekruten und Freiwilligen der Stadt Hanau und Kesselstadt ihre Gestellungsbefehle gegen Abgabe der Rekrutenurlaubspässe und Annahmescheine auf dem Geschäftszimmer des Vezirkskommandos in Empfang nehmen.
Königliches Bezirkskommando Hanau.
tëtjlillöHie Ad M!MM 8WMM 2t.
Gefunden: 1 lange weiße Herrenuhrkette, 1 Jung- Deutschland-Abzeichen, 1 altes gelbes Portemonnaie mit 38 Pfg., 1 Brille mit Futteral, 1 Mitgliedsbuch vom Deutschen Metallarbeiterverband für Alex. Adam.
Verloren: 1 Portemonnaie mit 8.93 Mark, 1 Trauring (gez. 24. 12. 09 M. H.), 1 Zehnmarkstück, 1 Portemonnaie mit 4 Mark, 1 goldener Kneifer (auf einer Bank am Main liegen gelassen), 1 silberne Damentasche mit silbernem Portemonnaie mit 2 Mark (auf dem Sportplatz zu Wilhelmsbad), 1 Portemonnaie mit-55 Mark und ausländischen» Geld, etwa 60 Zentimeter lange weiße Kleiderkrause.
Zugelaufen: 1 junger brauner Pinscherhund, w. Geschl.
Hanau den 16. September 1913.
Politische Rundschau.
Deutsche Militärinstrukteure für China? Die Meldung, daß China mit Deutschland ein Abkommen getroffen habe, nach welchem deutsche Offiziere, darunter eine Anzahl von Generalen nach China gehen werden, um eine Reorganisation des chinesischen Heeres in die Wege zu leiten, wird, wie unser Vertreter von wohlunterrichteter Seite erfährt, in Berliner militärischen Kreisen zurzeit als völlig unzutreffend erklärt.
Japan nimmt Deutschlands innere Kolonisation zum Vorbild. Aus Kioto wird der „Tägl. Rundschau" geschrieben:
treibungen hinreißen zu lassen. Im Ton traf er gleichfalls das Haßerfüllte ausgezeichnet. Mit mächtiger Wirkung gab er besonders den Fluch am Schlüsse des zweiten Aktes wieder. Zu überzeugender Größe endlich wuchs dieser Eleazar am Schluffe des vierten Aktes in der Arie „Recha, als Gott dich einst zur Tochter mir gegeben", durch dke er das Publikum zu spontanem Beifall hinriß. Trotz der großen stimmlichen Anstrengungen merkte man während des ganzen Abends nicht die geringste Ermüdung.
Herr Zeller mit einer bewunderungswürdigen Leistung als Eleazar. Hohe Intelligenz und feine Charakterisierungskunst unterstützen hier ein Material, das von Anfang his zum Schluß von einer staunenswerten Frische und Ausgiebigkeit in den höchsten Lagen ist. Mit hinreißender dramatischer Kraft, die an Niemann erinnerte, sang der Künstler den Schluß des 4. Aktes, der ihm einen donnernden Applaus der begeisterten Zuhörer eintrug.
Heinrich Zeller, der gefeierte Heldentenor der Weimarer Hofbühne, der am nächsten Freitag die Tenorpartie im Mendelssohnschen „Paulus" singt, ist als Opern- und Konzertsänger weit über die Grenzen unseres Vaterlandes hinaus berühmt. So war an den Künstler aus Helsingfors, der finnischen Hauptstadt, der Ruf ergangen, in der dramatischen Legente „Fausts Verdammnis" von Hektor Berlioz den Faust zu singen. Herr Zeller hatte die Partie nie vorher gesungen und mußte, da sein künstlerischer Ehrgeiz keine Absage kennt, die überaus schwierige Partie unterwegs (die Hinreise dauerte etwa 3 Tage) einstudieren. Trotzdem war die Leistung eine außerordentliche. „Paeivälehti", das Tageblatt von Helsingfors, schreibt, unter Bezugnahme auf die erschwerenden Umstände, dazu: „Herr Zeller aus Weimar hat ein erstaunliches Beispiel seiner musikalischen Begabung gegeben". Die gesamte Presse Helsingfors war des Lobes voll. Das „Hauptstadlblatt" berichtete: „Herr Zeller, welcher neulich mit glänzendem Erfolge in Berlin gesungen hat, war durch seine prächtigeLphengrin-WiederMbe noch manchem in angenehmer ©rimteiung. Die Stimme des Herrn Zeller ist ein schöner voller Tenor von warmem, sympathischem Klang. Die echt musikalische Interpretation des Künstlers und seine warmklinaende Stimme haben über den „Faust". gesanglich
Die japanische Regierung plant umfassende Maßnahmen für Schaffung von kleineren und mittlerem Grundbesitz. Zu diesem Zweck haben eine Anzahl Fachleute, darunter das Mitglied des Herrenhauses, Chojiro, Ito, Vorstandsmitglied des Zentralverbandes japanischer Genossenschaften, und Prof. Dr. Tanimoto die landwirtschaftlichen Verhältnisse Deutschlands zum Gegenstand von Studien gemacht und dabei besonders die innere Kolonisation berücksichtigt. Diese Studien werden zur Entwicklung einer Fachliteratur über den kleineren und mittleren landwirtschaftlichen Grundbesitz in Japan, über den bisher sehr wenig brauchbare Werke vorliegen, beitragen und das Genossenschaftswesen fördern Helsen.
Französische Disziplin. Ein merkwürdiger Auftritt ereignete sich gestern abend gegen 10 Uhr in Paris auf dem Boulevard Sebastopol. Ein Unteroffizier der Garde Repu- blicaine ging an einem Soldaten des 8. Eenieregiments vorüber, ohne daß dieser es für nötig hielt, ihn zu grüßen. Als der Unteroffizier den Soldaten stellen wollte, flüchtete derselbe. Der Unteroffizier lief ihm nach und zwei Soldaten der Garde Republiqaine, die zufällig daherkamen, beteiligten sich an der Hetzjagd. Sie mußten erst ein Auto zu Hilfe nehmen, um den Flüchtling ^einzuholen. Inzwischen war die Menge auf den Vorgang aufmerksam geworden. Als der Soldat festgenommen war, waren der Unteroffizier und die beiden Soldaten sofort von einer feindlichen Menge umringt, die Miene machte, den Gefangenen zu befreien. Die Haltung der Menge war jo agressiv, daß der Unteroffizier gezwungen war, sich mit seinen Leuten in ein Eaf6 zu flüchten Sofort'wurden Steine gegen die Fensterscheiben geschleudert und die Menge stürmte das Lokal, sodaß dem Unteroffizier nichts übrig blieb, als den Soldaten wieder freizulassen. Dieser wurde mit nicht endenwollendem Händeklatschen begrüßt, während die Menge, die unterdessen auf viele Tausende angewächfen war, nur durch das Eingreifen der Polizei daran gehindert werden konnte, sich an dem Unteroffizier und seinen beiden Leuten zu vergreifen.
Bebels Nachfolger im sozialdemokratischen Parteivor. stand. Am vergangenen Freitag sind, wie in der sozialdemokratischen Treffe mitgeteilt wird, in Jena der sozial- demokratische Parteivorstand, die Kontrollkommission und der Parteiausschuß. zusammengetreten, um unter anderem auch die Frage der Nachfolgerschaft Bebels im Vorsitze der Partei zu erörtern. Einstimmig wurde beschlossen, dem Parteitag den Reichstagsabgeordneten Fritz Ebert als Vorsitzenden der Partei neben dem Reichstagsabgeordneten Haase vorzuschlagen. Ebert, seinem Berufe nach Parteisekretär in Berlin, ist bereits seit 1905 Mitglied deS Parteivorstandes. Er vertritt im Reichstag den Wahlkreis Elberfeld-Barmen.
eine nicht sehr dankbare Aufgabe, einen angenehmen Schimmer geworfen. Herrn Zellers Gesangleistung gehört zu dem Wertvollsten auf dem solistischen Gebiete was wir aus Deutschland bekommen haben." Eine andere finnische Zeitung, der „Suometar", schreibt: „Herr Zeller hat eine sehr schöne klangreiche Stimme, deren Farbe von solcher Art ist, daß sie besonders in den höheren Lagen durch alle anderen sich geltend macht. Herr Zeller singt mit warmem Vortrag und benutzt seine Stimme auf lobenswerteste Weise. Wir können dem Publikum nur Glück wünschen, daß wir einmal so einen Tenorsänger bekommen haben." — So die Urteile einer außerdeutschen, hauptstädtischen, völlig unbeeinflußten Kritik, der Herr Zeller bislang ein vollständig Fremder war
Kritiken über S â 8 31 6 Jpolyi:
„Sig nale für die musikalische Welt". Eine ganz ungewöhnliche Fülle reifer Früchte reichte der elfjährige Geiger Laszlo Jpolyi einem zahlreichen und begeisterten Publikum im Beethovensaal dar. Der kleine Bursche, der genau so aussieht, wie eine WestentascheiiAugabe von Jsaye, spielt die Geige wirklich wie ein kleiner Blaun nämlich mit einer glatten, geradezu untadeligen Technik einem schönen Ton, dessen dynamische Abstufungen überraschend reich sind, und mit einer Verve, die nichts Angelerntes oder Outriertes an sich hat. Bei diesem „Zunder- kinde" ist glücklicherweise insofern garnichts wunderlich-oe- fremdendes, weil alles so vorzüglich balanziert ist, durchaus spontanem Empfinden zu entspringen ^1” • f der kleine Jpolyi austeilt, ist hoffentlich noch lange nicht. |o groß und prächtig, wie was er unsun zehn A H 9 wird, aber es ist doch schon ganz köstlich,^ s g nichts von der traditionellen Wunderkmdle.stung an s ch hat, von dem mühsam-vqrzeitig-Errungenen Sem Spiel strotzt von Gesundheit. Ist es da zu verwundern Leute sich einem ganz zügellosen Enthusiasmus hing ^ Besonders in dem Paganinischen ^°nnöe.r* ™ Kleine eine Technik, um deren Makellosigkeit 'hn manchs längst erwachsene Virtuosen beneiden können. Jpolyi ist ein Schüler von Arrigo Serato, an dessen süßen Ton auch feine Tongebuna erinnert. Aua. Svanutb.