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Stnrückungsgebühr:

Die 6gespaltene Petitzeile oder deren Raum 20 Psg. im ReUametell^dte Zeile 50 Pfg.

Rotationsdruck und Verlag der Vuchdruckerei des verein, ev. Waisenhauses in Hanau.

General-Anzeiger

Anlil'chrg Organ für Äadt- und Landkreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Bezugspreis:

Vierteljährlich 1.80 Mk., monatlich 60 Pfg., für Post­bezug vierteljährlich 2.10 Mk., monatlich 70 Pfg.

Die einzelne Nummer kostet 5 Pfg.

Verantwort!. Redakteur: E. Schrecker in Hanau,

Nr. 215 M«r»svrecha»schl,«tz Nr. 230.

Montag den 15. September

Fernsprechattschlitsi Nr. 230, 1913

Amtliches.

Stadt- und Eandkreis Ranau.

Seit einiger Zeit tritt unter den Fischbeständen des Re­gierungsbezirks Cassel häufig eine Krankheit auf, welche leicht für den Forellenbestand gefährlich werden kann. Es handelt sich um die Furunkulose.

Um einer epidemischen Verbreitung der leicht übertrag­baren, sehr gefährlichen Krankheit vorzubeugen, mache ich die Interessenten auf das Auftreten der Krankheit aufmerk­sam und ersuche, mir von dem Auftreten der Krankheit in einem Gewässer des hiesigen Kreises sofort Anzeige zu er­statten, und andererseits alle aufgefundenen toten Fische aus den Gewässern sofort zu entfernen und durch Begießen mit Kalkmilch und Vergraben unschädlich zu machen.

Kenntlich sind die furunkulosekranken Fische an Ge­schwüren, die sich zuerst als erbsen- bis nußgroße An­schwellungen zeigen, dann aber aufbrechen und eine blutig- eitrige Masse mit zahlreichen Bakterien entleeren.

Im Zweifelfalle würden verdächtige Fische zur Unter­suchung an die Königlich bayerische biologische Versuchs­station für Fischerei in München zu senden sein.

Hanau den 11. September 1913.

Der König!. Landrat und Polizeidirektor.

J. V.: Karbe.

Candkreis hanau.

' Bekanntmachung.

Zwecks Herstellung von Dampfwalzarbeiten werden nach­stehende Straßen für Fuhrwerke über 20 Zentner Lade­gewicht sowie für Automobile aller Art gesperrt: 1. Land­weg Nr. 21 im Orte Rüdigheim von Station 5,36,0+60, d. i. von Beginn des Ortes Rüdigheim bis zum Landweg nach Marköbel, für die Zeit vom 16. bis einschl. 18. d. M. 2. Landweg Nr. 15 von Niederrodenbach nach Neuenhaßlau von Station 0,01,8, d. i. von Niederrodenbach bis zum Bahnhofsweg nach Langenselbold, vom 18. bis einschl. 28. September d. J.

Hanau den 13. September 1913. V. 6299

Der Königliche Landrat.

I, V.: K a r b e.

Oeffentlicher Wetterdienst.

Ich mache darauf aufmerksam, daß dieAnweisung zum Gebrauche der Wetterkarten" von dem Leiter der öffentlichen Wetterdienststelle zu Weilburg, Professor Freybe, im Auf­trage des Herrn Landwirtschaftsministers neu bearbeitet worden und daß der Neudruck nunmehr im Verlage von Paul Parey, Berlin SW. 11, Hedemannstraße 10/11, er­schienen ist. Diese Anweisung ist der Förderung des' Ver­ständnisses für den öffentlichen Wetterdienst äußerst dien­lich und kann den Abonnenten von Wetterkarten nur empfohlen werden.

Der Einzelpreis für das Heftchen beträgt 5 Pfg., beim Sammelbezuge stellt sich der Preis bei 50 Stück auf 1.25 Mk., bei 100 Stück auf 2 Mark.

Bestellungen, insbesondere von den Schulen, von denen die Wetterkarten gehalten werden, werden von mir bis zum 1. Oktober d. I. entgegengenommen.

Hanau den 15. September 1913. V. 6257

Der Königl. Landrat.

I. V.: Karbe.

Bekanntmachung. /

Wahlen der Mitglieder und Stellvertreter der Steueraus­schüsse der Gewerbesteuerklassen III und IV für den Land- kreis Hanau.

r Zur Vornahme der Wahlen von 5 Mitgliedern und 5 Stellvertretern für die Steuerausschüsse der Gewerbe- steuerklasse III und 9 Mitgliedern und 9 Stellvertretern für nie Steuerausschüsse der Eewerbesteuerklasse IV habe ich Termin angesetzt

a) für Klasse III

auf Dienstag den 23. September d. I., vormittags 9 Uhr, b) für Klasse IV

auf Dienstag den 23. September d. Z., vormittags 10 Uhr, im Bureau der Einkommensteuer-Veranlagungs-Kommis- pon, Hanau, Hainstraße 6, Zimmer Nr. 3.

Wahlberechtigt sind sämtliche zur Zeit der Wahl zur Ee- werbesteuer veranlagten Gewerbetreibenden des Veran- lggungsoezirks in ihrer Klasse. Die Wiederwahl der Mit­glieder des Steuerausschusses sowie der Stellvertreter ist gestattet.

Wählbar sind nach § 47 des Gewerbesteuergesetzes nur solche männlichen Mitglieder der betreffenden Klasse, welche das 25. Lebensjahr vollendet haben und sich im Besitze der bürgerlichen Ehrenrechte befinden.

Von mehreren Inhabern eines Geschäfts ist nur einer wählbar und zur Ausübung des Wahlrechts zugelassen. Aktien- und ähnliche Gesellschaften üben die Wahlbefugnis durch einen von dem geschäftsführenden Vorstande zu be­zeichnenden Beauftragten aus, wählbar ist von den Mit­gliedern des geschäftsführenden Vorstandes nur eines. Min­derjährige und Frauen können die Wahlbefugnis durch Be­vollmächtigte ausüben, wählbar sind letztere nicht.

Wird die Wahl der Abgeordneten und Stellvertreter seitens einer Steuergesellschaft verweigert oder nicht ord­nungsmäßig bewirkt, oder verweigern die Gewählten die ordnungsmäßige Mitwirkung, so gehen die dem Steueraus­schusse zustehenden Befugnisse für das nächste Jahr auf mich über.

Die Wahl erfolgt durch Abgabe von Stimmzetteln oder durch Zuruf.

Hanau den 13. September 1913.

Castan, Regierungsassessor.

Die Herren Bürgermeister und Eutsvorsteher weise ich an, die vorstehende Bekanntmachung zur Kenntnis der be­teiligten Gewerbetreibenden zu bringen und sie auf Grund der dort befindlichen Gewerbesteuerrolle und der Mittei­lungen über die Zugänge unverzüglich zu dem angesetzten Wahltermine zu laden.

Hanau den 13. September 1913.

, Castan.

Stadtkreis Ranau. Bekanntmachung.

Interessenten wollen etwaige innerhalb des Stadtkreises Hanau durch die Truppenübungen hervorgerufenen Flur­schäden bis spätestens 17. d. Mts. im Ralhause, Zimmer Nr. 37 anmelden.

Hanau den 11. September 1913.

Der Magistrat.

Hild.

Bekanntmachung.

Arbeitsuchende: 1 Ausläufer, 1 Bauschlosser, 1 Etuismacher, 1 Goldarbeiter, 1 Monatsfrau, 1 Silberformer, 1 Schlosser, 1 Waschfrau, 10 Taglöhner.

Gesucht werden: 2 Bauschlosser, 1 Bauschreiner, 1 Dienstmäd­chen, 1 Fabrikschuhmacher, 1 Schmied oder.Schlößer, 1 Schneider für Livree und Uniform, 1 Spengler, 1 Weißbinder.

Hanau den 13. September 1913. 21497

Städtische Arbeitsvermittelungdstelle.

Bekanntmachung.

In unserem Handelsregister wurde heute bei der Aktien-Zuckerfabrik Wetterau in Friedberg-Fauerbach eingetragen: Oekonomierat Heinrich Alles in Nieder-Florstadt wurde an Stelle des verstorbenen Ober­amtmanns Ferdinand Schwarz als Vorstands­mitglied gewählt.

Friedberg den 11. September 1913.

Großhl. Amtsgericht. 21423

Politische Bundschan.

Vom fernen Osten. In den ersten Septembertagen haben die chinesischen Regierungstruppen das wichtigste Bollwerk der Rebellen, Nanking, eingenommen. Die Rebellen haben die letzte Zeit ihrer Herrschaft zu gründ­licher Plünderung der Stadt ausgenutzt, und auch die I Negierungstruppen haben in den ersten Tagen nach der Besitznahme wild gehaust. Europäer sind, soweit bisher bekannt geworden ist, nicht verletzt worden, doch wird auch mancherlei europäisches Eigentum zu Schaden ge­kommen sein. Dagegen sind 4 Japaner getötet worden. ( Dieser Vorgang hat in Japan starke Erregung hervor­gerufen. Das Volk hat in den landesüblichen Kund­gebungen die Negierung zu scharfem Vorgehen gegen China zu treiben versucht. Die japanische Regierung hat sich aber mit mäßigen Genugtuungsforderungen begnügt, und es scheint, daß ein schwerer Zusammenstoß vermieden wird. Die Japaner haben sich offenbar in der Schätzung der revolutionären Kräfte verrechnet. Sie glaubten, daß die Renieruna Auanickikais mit der Rebellion nickt fertia

werden würde, und sie haben mit den Rebellen unter der Hand engere Fühlung unterhalten, als ihnen jetzt lieb sein würde, zuzugestehen. Mit dem Abflauen der Rebellion haben sie sich mehr und mehr aus der Sache herausgezogen. Hierzu sollen übrigens auch energische Vorstellungen Englands mitgewirkt haben, das mit den anderen europäischen Mächten eine möglichst schnelle Rückkehr geordneter Zustande in China wünscht. Nun haben eine Anzahl der südchinesischen Führer, Sunyatsen an der Spitze, schon vor einiger Zeit Zuflucht in Japan gesucht. Diese Leute sind jetzt eine Verlegenheit für Japan. Die Engländer haben die nach der englischen Kolonie Hongkong geflüchteten Revolutionäre ausge­wiesen, sodaß ein sichtbarer Unterschied in der Haltung Englands und seines Verbündeten Japan hervortritt. Die japanische Presse sucht es zu rechtfertigen, daß Japan den Revolutionären Asyl gewährt. Die japanische Re­gierung verlange, daß sie keine Agitation treiben und den Frieden mit China nicht stören. Hoffentlich halten sich die Flüchtlinge an diese Weisung. Ganz einfach ist sie nicht durchzuführen, da bei dem wachsenden Haß zwischen Chinesen und Japanern immer wieder Zwischen, fälle möglich sind und dann stets aufs neue die Hoff­nungen der Rebellen auf Japans Hilfe sich erneuern werden.

Der japanisch-chinesische Gegensatz,

Peking, 13. Septbr. Die chinesische Regierung hat die Forderungen Japans hinsichtlich der vier Vorfälle in Nan­king, die am 11. September gestellt worden sind, angenommen.

Tokio, 14. Septbr. Dir japanischen Forderungen, die China, wie gemeldet wurde, annahm, gehen dahin, daß die Zentralregierung schriftlich ihr Bedauern über bit, Vorgänge von Nanking ausspricht. General Chang entschuldigt sich persönlich beim Konsul in Nanking. Den Hinterbliebenen der bei den Unruhen getöteten Japaner ist eine Entschädigung zu zahlen, die Schuldigen sind zu bestrafen, die in Frag« kommenden Offiziere zu entlassen. Für die Mißhandlung japanischer Offiziere ist gleichfalls von der Zentralregierung schriftlich Bedauern auszusprecken, die Schuldigen sollen auch in diesem Falle bestraft, die Offizier« entlasten werden. Die Behörden haben sich bei den betreffenden Konsulaten zu ent­schuldigen.

Peking, 13. Septbr. Die japanische Eisenbahnwache in Tschangli hat unter Führung eines Offiziers im Laufe eines Streites die chinesische Polizeistation angegriffen und fünf Mann erschossen.

Der chinesische Verkehrsminister hat einen Delegierten zur Untersuchung des Zwischenfalles bei Tschangli abgesandt. Eine Abordnung des Parlaments und der politischen Par­teien suchte Juanschikai auf und verlangte Aufklärung über diesen Vorfall. Juanschikai erwiderte, die Untersuchung sei noch nicht abgeschlossen.

Die Lage auf dem Balkan.

Die türkisch-bulgarischen Verhandlungen.

Konstantinopel, 13. Sept. Die Konferenz der türki« schen und bulgarischen Delegierten dauerte 2x/a Stunden. Ein offizielles Communiquè besagt: Die Ansichten über die Grenzfragen wurden ausgetauscht, wobei die von beiden Seiten vorgelegten Entwürfe geprüft wurden. Man konnte mit Genugtuung feststellen, daß man für beide Teile einer befriedigenden Lösung näher rücke. Die ottomanischen Dele­gierten überreichten den bulgarischen Delegierten die Entwürfe über die Frage der Staatsangehörigkeit, die Frage des Aus­tausches der Kriegsgefangenen und über weitere Fragen wirt­schaftlicher Natur. Die nächste Sitzung findet übermorgen, Montag, um 3 Uhr nachmittags statt. Nach der Sitzung der Friedenskonferenz erklärte ein Delegierter, die Verhand­lungen über die gesamte Grenzfrage haben Forischritte ge­macht. Es ist möglich, daß die Verhandlungen in der nächsten Sitzung zu einem Ergebnis führen. Dimotika und Kirkkilisse bleiben noch streitig. Türkischerseits glaubt man, daß die Verhandlungen nicht vor nächstem Donnerstag zum Abschluß gelangen könnten. Ein türkischer Delegierter er­klärte, daß grundsätzlich zugegeben worden sei, daß die Pforte für den Unterhalt'der Kriegsgefangenen keine Zahlungen

leisten werde.

Dis Unabhängigkeitsbewegung in Westthrazien.

Konstantinopel, 14. Sept. Der Großwesir erklärte beute beim Empfange der Deputation aus Westthrazien, er könne verspreche«, daß die Regierung '

thrazischen Frage beschäftigen werde. Den Blattern zu o ge sagte der Großwesir ferner, die Regierung könnte wegen ihre Note vom 19. Juli die Bevölkeruna von ©umulbfcbina nicht