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ès wohl zur tatsächlichen Befriedigung dieser Gelüste augenblicklich noch nicht kommen, da es Japan an der finanziellen Bereitschaft zu weitgreifenden Aktionen mangelt, die ungeheuer angewachsene Steuerlast und das Fallen japanischer Werte vielmehr eine ernste Mahnung zur Zügelung politischen Ehrgeizes enthalten.
Politische Rundschau.
Verabschiedete Offiziere als Journalisten in Sachsen, Der König von Sachsen hat unter dem 7. August befohlen daß Offiziere, die nach ihrem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst einen Zivilberuf ergreifen, der ihnen Konflikte im öffentlichen Leben bringen kann, z. B. als Redakteure und sonstige Mitarbeiter von Zeitungen politischen und ähnlichen Inhalts, in Zukunft nicht mehr zur Disposition gestellt werden sollen oder bleiben dürfen. Die Bezirkskommandeure sind veranlaßt worden, hierauf dauernd ihr Augenmerk zu richten. Diese Anordnung ist veranlaßt worden durch den Fall des Majors z. D. Hans Meißner, der Redakteur an der konservativen Halbmonatsschrift „Das Vaterland" war und als solcher den Leipziger Lehrerverein durch einen Artikel schwer beleidigt hatte. Zehn Mitglieder des genannten Vereins verklagten ihn seinerzeit vor dem Schöffengericht Leipzig, aber dieses lehnte das Verfahren gegen Meißner ab, da sich herausstellte, daß er zur Disposition stehe. Die Verhandlung mußte dann vor dem Dresdner Kriegsgericht erfolgen, das Meißner freisprach. Die neue Verordnung will verhüten, daß Preßprozesse vor dem Kriegsgericht verhandelt werden.
Die Ausstandsbewegung in Irland. Infolge der Zunahme der Streiks iinb Aussperrungen macht sich bereits überall erheblicher Mangel an Kohlen und Nahrungsmitteln, besonders an Fischen bemerkbar. Wenn die Landarbeiter in den benachbarten Ortschaften den Streik fortsetzen, wird die Zufuhr von Nahrungsmitteln bald vollständig aufgehört haben. So mußten bereits zwei Fischdampfer ihre ganze Ladung über Bord werfen, weil keine Arbeiter zum Ausladen der Fische zu erhalten waren.
Die Vorgänge in China.
Petersburg, 12. Septbr. Japan stellte außer der Forderung auf Bestrafung der Schuldigen, die Zahlung einer Entschädigungssumme und einer Entschuldigung in Tokio noch die weitere Forderung, daß General Changsuen sich bei dem japanischen Konsul in Nanking entschuldigen und mit Truppen vor dem Konsulat defiliere. Ungeachtet der Mäßigung der Forderungen, die der Einwirkung Englands zugeschrieben wird, wird bezweifelt, daß Changsuen sie erfüllt.
London, 12. Septbr. Reuter erfährt, daß infolge der andauernden Nichterfüllung der Bedingungen der letzten Anleihe durch die chinesische Regierung die Mächte auf diese einen Druck ausüben, ihre finanziellen Verpflichtungen genauer zu beobachten. Es wird Klage darüber geführt, daß Salz durch das ganze Land geführt wird, ohne daß ein Zoll dafür erhoben wird. Da die Anleihe durch Salzzölle garantiert ist, liegt in diesem Verfahren ein Nachteil für die Anleihe.' Vorstellungen wurden bereits vor einiger Zeit in Peking gemacht, doch ist bisher keine befriedigende Antwort gegeben worden.
Koloniales.
Eine Bewertung der Deutschostafrikanischen Zentral- bahn von Daressalam nach dem Tanganjikasee von belgischer Seite, die unseren Kolonialnörglern besonders zur Beachtung empfohlen werden kann, findet sich in einem „Deutschland, England und Belgien am Tanganjikasee" betitelten Aufsatz der belgischen Zeitschrift „Mouvement Geogra- phique". Der Verfasser vergleicht darin das Bestreben der drei Staaten, den Tanganjikasee durch einen Schienenstrang mit dem Indischen Ozean zu verbinden, und kommt zu dem Schluß, daß die zielbewußte deutsche Eisenbahnpolitik hierin einen vollen Erfolg zu verzeichnen hat, der Daressalam, die Hauptstadt Deutsch-Ostafrikas, zur „Hafenstadt des östlichen Belgisch-Kongo" macht. Bekanntlich wird die deutsch-ostafrikanische Mittellandbahn, die von Daressalam nach Tabora führt, Anfang 1914 mit ihrer Verlängerung den Tangajika- see bei Kigoma erreichen. Diese deutsche Bahnlinie ist dann der kürzeste Weg vom Tangajikasee zum Indischen Ozean, denn sie ist mit ihrer Länge von etwa 1200 Kilometer kürzer als die geplante englische Bahn Beira—Kituta, die 1600 Kilometer Länge aufweist, während die belgische Kongostrecke mit ihrem Anschluß durch die Lukugabahn bis zum Tanganjikasee 3200 Kilometer beträgt, wobei noch die Notwendigkeit des häufigen Umladens in Betracht zu ziehen ist, weil auf dieser Strecke Wasser- und Schienenweg einander ergänzen müssen. Deutschland erreicht zuerst den Tanganjikasee, die Belgier kommen infolge Arbeitermangels und langsamer Zuführung des Bahnmaterials viel später an ihn heran. Die Engländer sind ganz im Hintertreffen. Dazu ist Kigoma der beste Hafen am See und hat eine völlig geschützte Reede, was bei dem belgischen Tanganjikahasen nicht der Fall ist. In der Tat wird die ostafrikanische Zent'ral- bahn, die wir bekanntlich den Bemühungen Dernburgs verdanken, nach ihrer Fertigstellung nicht nur für Deutsch-Ost- afrika sondern auch für das erzreiche belgische Katanga- aebiet' und die nördlich davon gelegene mineralreiche Land- sckaft Urua von hervorragender Bedeutung werden und die Bilanz unserer Kolonie in positivem Sinne nicht unbedeu- . tend beeinflussen. Der Bau der ostafrikanrschen Zentralbahn ist geradezu typisch für den Bau von Kolomalbahnen überhaupt und beweist, daß wir in früheren Fahren mi. solchen Erschließungsbahnen in unseren Kolonien viel zu zaghaft vorgegangen sind, ganz im Gegensatz zu den Engländern und Amerikanern, die die Rentabilität derartiger Vahn- bauten in Neuländern stets als etwas C^^veruandümes empfanden und dem Grundsätze huldigten: Die Bahn l'-Mnt den Verkehr, nicht der Verkehr schafft die Bahn.
Die Lage auf dem Balkan.
König Konstantin und die Franzosen.
Athen, 12. Septbr. Die ganze Preffe und die öffentliche Meinung fährt fort, das durch die Rede des Königs Konstantin entstandene Mißverständnis zu kommentieren und drückt das Gefühl der Dankbarkeit Griechenlands für Frankreichs Dienste aus. Die öffentliche Meinung wünscht von ganzem Herzen, daß dem Mißverständnis ein Ende gemacht werde, umsomehr, als die Rede sich nicht gegen Frankreich gerichtet hat.
Rom, 12. Septbr. Die „Agenzia Stefani" veröffentlicht folgende Note: Die „Agence Ottomane" verbreitet eine aus Rom datierte Depesche, welche behauptet, daß man in Italien große Volksversammlungen vorbereite, welche die Annexion von Rhodos fordern sollten. Diese Nachricht entbehrt jeder Begründung. Italien hält an bem Grundsatz fest, daß keine Großmacht aus der gegenwärtigen Orientkrisis territoriale Vorteile ziehen darf.
Nom, 12. Septbr. „Tribuna" meldet aus Paris: Die französische Regierung ernannte den Oberst Allernand und den Konsul in Volo, Graillet, zu Delegierten für die internationale Kommission zur Festsetzung der südlichen Grenze Albaniens.
Türkische Anleihe in Amerika.
PC. Wien, 12. Septbr. Nach einer Konstantinopeler Meldung der „Neuen Freien Presse" ist die türkisch-amerikanische Anleihe soeben perfekt geworden. Die türkische Regierung hat mit einer amerikanischen Vankgruppe eine fünsprozentige Anleihe von 10 Millionen Dollars abgeschlossen. Ein Teil der Anleihe wird zur Anschaffung von Kriegsmaterial verwendet.
Die Greueltaten während des Valkankrieges.
PC. Paris, 12. Septbr. Eine offizielle Note der bulgarischen Regierung bestreitet auf das entschiedenste die den Bulgaren vorgeworfene schlechte Behandlung gefangener Serben. Eine weitere Note aus derselben Quelle behauptet dagegen, daß einer der reichsten Bulgaren, Spiro-Nurud- viv, an den Foltern, die er von den Griechen erleiden mußte, gestorben ist. Von griechischer Seite wird erklärt, daß man an sich nicht gegen eine internationale Kommission zur Untersuchung der im Verlaufe der Valkankriege begangenen Grausamkeiten ist, sondern nur wegen einzelner Mitglieder dieser Kommission Vorbehalte gemacht habe. Die griechische Regierung widerspricht ihrerseits auf das energischste allen Behauptungen über Grausamkeiten, die die griechischen Truppen im Kriege begangen haben sollen.
Zur Räumung von Dedeagatsch.
PC. Athen, 12. Septbr. Da die Großmächte sich bis jetzt auf die griechische Zirkularnote wegen der provisorischen Besetzung von Dedeagatsch noch nicht geäußert haben, wird die griechische Regierung eine neue Note herausgeben und um sofortige Beantwortung ersuchen. Mangels einer solchen wird sie zur endgültigen Räumung von Dedeagatsch schreiten.
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Von einem zur Zeit in der Schweiz weilenden Mitarbeiter wird uns geschrieben:
In einem führenden Schweizer Blatte fand sich dieser Tage eine drastische Zusammenstellung der Vorwürfe, die in der deutschen, der italienischen und der französischen Presse fast gleichlautend wegen der angeblichen Zurück- drüngung oder gar Unterdrückung der betreffenden Sprache in der Schweiz gegen diese erhoben werden. Nun ließe sich vielleicht eine Untersuchung darüber anstellen, ob diese Vorwürfe alle in demselben Maße unberechtigt sind; aber im großen und ganzen setzen sie sich doch gegenseitig ins Unrecht, und es wäre gut, wenn man gerade bei uns in Deutschland daraus lernen wollte, daß man mit derlei Insinuationen überhaupt auf einem falschen Wege sich befindet. Es ist nun einmal nicht so, daß in der Schweiz ein Stück Deutsches Reich, ein Stück Frankreich und ein Stück Italien in besonderer, republikanischer Regierungsform zusammengefaßt wären; trotz aller gelegentlichen Aeußerungen eines parti- kularistischen Kantönligeistes in Verwaltungsfragen ist vielmehr die eidgenössische Einheit und Einigkeit durchaus das Primäre und im Bewußtsein der gesamten Bevölkerung gewaltig Ueberwiegende. In allen großen Dingen sind die Eidgenoffen tatsächlich „ein einig Volk von Brüdern", und mit außerordentlicher Empfindlichkeit lehnen sie alles ab, was auch nur von fern nach einem Dreinreden der großen Nachbarn in ihre häuslichen Angelegenheiten aussieht. Die äußerste Zurückhaltung auf diesem Gebiet ist geradezu die Vorbedingung für ein freundliches vertrauensvolles Verhältnis.
Es hat Leute gegeben, die unter diesem Gesichtspunkt den vorjährigen Besuch des Kaisers bei den Schweizer Manövern als ein gewisses Wagnis ansehen wollten! Aber auch heute kann man nur konstatieren, daß diese Befürchtungen sich als gänzlich unberechtigt erwiesen haben und daß der Kaiserbesuch tatsächlich im allerbesten Andenken steht — dank dem außerordentlichen soldatisch-ritterlichen Takt und dank der herzgewinnenden Liebenswürdigkeit des Hohen I Gastes. Wo der Kaiser, entgegen der ursprünglichen Absicht, : nicht erschienen ist, wie z. B. in Luzern und im Berner | Oberland, da hört man heute noch Ausdrücke herzlichen Bedauerns und die Versicherung, daß man dem Kaiser einen unvergeßlichen Empfang bereitet hätte. Dagegen gibt es andere deutsche Gäste, die man offenbar sehr gern entbehren , würde, nämlich die deutschen Sozialdemokraten, denen man vielfach vorwirft, daß sie verschärfend, verhetzend und vergiftend auf die Arbeitsverhältnisse in der Schweiz einwir- ; ken, daß sie sich in ungebührlicher Weise an die Spitze der Organisationen drängten und dank ihrer M—undfertigkeit I einen Einfluß ausübten, der der Schweiz und der schwei- I zwischen Arbeiterschaft sicherlich nicht' zum Segen gereiche.
So war der Bericht der Züricher Staatsanwaltschaft über die letzten Streiks in wesentlichen Abschnitten geradezu eine Anklageschrift gegen die aus Deutschland importierten sozialistischen Hetzer!
Was Frankreich anüelangt, so hat man es vielfach irriger Weise als Zeichen politischer Hinneigung der Schweiz zu dem westlichen Nachbar deuten wollen, wenn in einigen Teilen mit überwiegnd deutscher Bevölkerung, wie z. B. in Bern, das Französische als Umgangssprache bevorzugt wird. In Wahrheit hängt das aber einfach damit zusammen, daß man sich schriftdeutsch nicht so gewandt auszudrücken vermag, wie französisch, während man mit dem Berner Dialekt nicht durchzukommen und komisch zu wirken fürchtet. In Wirklichkeit sind die schweren wirtschaftspolitischen Kämpfe mit Frankreich keineswegs vergessen. Aber allerdings, das politische Verhältnis zu Frankreich ist weit besser als das zu Italien. Die angebliche Absicht hoher italienischer Offiziere, an den Eotthard-Manövern teilzunehmen, die speziell mit dem Problem der Abwehr eines vom Westen, vom Simplon her drohenden Angriffs sich beschäftigen sollen, wird in der ganzen schweizerischen Presse mit unfreundlicher Gereiztheit als grobe Taktlosigkeit erörtert und bekämpft, und diese Einmütigkeit beweist immerhin, daß in dieser Nachbarschaft irgend etwas faul ist.
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S. & H. Leipzig, 11. Septbr. Im Vordergründe des Interesses der heutigen Mitgliederversammlung des Bundes der Industriellen stand eine Erklärung des Vorsitzenden Kommerzienrats Friedrichs, die dieser über die bekannte Leipziger Mittelstandstagung und die dort proklamierte Gemeinschaftsarbeit von Reichsdeutscher Mittelstandsvereinigung, Centralverband deutscher Industrieller und Bund der Landwirte abgab. Kommerzienrat Friedrichs führte u. a. aus: Schon vor einem Monat war durch einen Artikel des Abgeordneten Gräfe eine Gemeinschaftsarbeit vom Zentralverband deutscher Industrieller und vom Bunde der Landwirte angekündigt worden. Ich muß sagen, daß mir damals diese Meldung ganz unglaublich vorgekommen ist, und anderen wird es eben so gegangen sein. Da später behauptet wurde, es handle sich um eine Irreführung durch die linksstehende Presse, halte ich mich an die doch wohl authentische Berichterstattung der agrarischen Presse. Nach diesen Berichten ist ein bis ins Einzelne gehendes Programm über eine Gemeinschaftsarbeit des Zentralverbandes deutscher Industrieller, des Bundes der Landwirte und des Reichsdeutschen Mitelstandsverbandes aufgestellt worden. Für die Industrie, für die ganze Oeffentlichkeit liegt die Bedeutung der Vorgänge darin, daß in geradezu programmatischen Erklärungen die Vertreter der drei großen Verbände sich für ein Zusammengehen und eine Ge- | meinschaftsarbeit aussprachen. Für unsere Stellungnahme, ' müssen wir die Tatsache herausgreifen, daß wir eine große industrielle Organisation Seite an Seite mit dem Bunde der Landwirte marschieren sehen, dem man zum Vorwurf macht,-daß er seine Erfolge erreicht hat unter rücksichtsloser Bekämpfung anderer Stände und des Interesses der Gesamtheit. Wir können nicht verschweigen, daß wir in der Tätigkeit des Bundes der Landwirte in den letzten zwei Jahrzehnten vielfach eine Bekämpfung und Schädigung der deutschen Industrie haben erblicken müssen. Bei jedem Gesetz verlangte er einseitige Vorteile für die Landwirtschaft, er hat die Industrie und deren Entwickelung als eine Gefahr für das deutsche Wirtschaftsleben hingestellt. Eine Organisation, welche solche Ziele verfolgt, ist für unsere Industrie nie und nimmer bündnisfähig. Ein Bündnis mit dem Bunde der Landwirte kann für uns nicht in Frage kommen, angesichts der Forderungen, die er für die Neuregelung der Handelsverträge aufgestellt hat und die in der Forderung des lückenlosen Zolltarifs gipfeln. Dieser würde aber für uns bedeuten eine weitere Verteuerung der Lebensmittel, Arbeitsstreitigkeiten und Lohnerhöhungen wohl in allen Industriezweigen. Wir sind überzeugt^ daß nicht alle Mitglieder des Zentralverbandes das Zusammen-
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Man begreife das ungemein Bedeutsame der merkwürdigen Wirkungsweise des Odols. Während andere Mund- und Zahnpflegemittel, soweit sie für die tägliche Zahnpflege überhaupt in Be- iv^v,^ tracht kommen, lediglich während der wenigen Sekunden des MundreinigenS ihre Wirkung ausüben, wirkt das Odol noch stundenlang, nachdem man sich die Zähne genutzt hat, nach. Durch diese ganz eigenartige Dauerwirkung des Odols werden die zahnzerstvrenden Gärungs- und Fäul- tüsprozesse im Munde stundenlang gehemmt bezw. unterdrückt.
Dreis: */i Flasche (Monate ausreichend) M. 1.50, Va Flasche Al. 0.85. 20687s