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Cinrückungsgebühr:

Die ^gespaltene Petitzeile oder deren Raum 20 Pfg, im Reklameteil die Zeile 50 Pfg.

Rotationsdruck und Verlag der Duchdruckerei des verein, ev^ Waisenhauses in Hanau.

Amtliches Organ für Stadt- and Landkreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Bezugspreis:

Vierteljährlich 1.80 Mk., monatlich 60 Pfg., für Post­bezug vierteljährlich 2.10 Mk., monatlich 70 Pfg, Die einzelne Nummer kostet 5 Pfg.

Verantwort!. Redakteur: E. Schrecker in Hanau.

Itr. 203 M<r»sprecha»schl«k Nr. 230

Montag den 1. September

Fcrnsprechauschlittz Nr. 230, 1913

AmtNArS.

Eandkrets kjanau.

Bekanntmachung.

Seitens des Beziksamtes Alzenau i. Ufr. ist die Distriktsstraße von km 2 außerhalb Hanau bis zur Landesgrenze bei Emmerichshofen wegen Vornahme von Walzarbeiten von Montag den 1. September er. ab auf die Dauer von 7 Wochen für sämtlichen Verkehr gesperrt.

Der Verkehr wird während dieser Zeit über Kahl am Main geleitet.

Hanau den 29. August 1913. V 5957

Der Königliche Landrat.

J. V.: Karbe.

OrtssLatut betreffend Ausdehnung der Zuständigkeit des Gewerbe­gerichts zu Hanau auf den Gemeindebezirk Großauheim.

Auf Grund des Beschlusses des Magistrats der Stadt­gemeinde Hanau vom 15. April 1913 und der StadtverorL- neten-Versammlung vom 11. Juni 1913, sowie der Ge­meindevertretung in Großauheim vom 23. Mai 1913 wird in Gemäßheit des Eewerbegerichtsgesetzes in der Fassung der Bekanntmachung vom 29. September 1901 (R.-E.-Bl. S. 353) nach Anhörung von Arbeitgebern und Arbeitneh­mern für die Bezirke der Stadt Hanau und der Gemeinde Großauheim folgende Ortssatzung erlassen:

§ 1.

Vom Tage der Veröffentlichung dieser Satzung gelten die Bestimmungen der Ortssatzung für das Gewerbegericht der Stadt Hanau vom 7. April 1910 auch für Len Bezirk der Gemeinde Großauheim. Dadurch, daß die örtliche Zu­ständigkeit des Eewerbegerichts in Hanau auf die Gemeinde Großauheim ausgedehnt wird, wird an den Bestimmungen der Satzung vom 7. April 1910 nichts geändert, insbeson­dere nimmt die Gemeinde Großauheim nicht an der Wahl der Beisitzer des Eewerbegerichts teil.

Diese Satzung gilt nur bis zum 31. März 1915.

Hanau den 5. Juli 1913. 20241

Der Magistrat.

Dr. G e b e s ch u s. Glaser.

Großauheim den 24. Mai 1913.

Der Eemeindevorstand.

Grün. Hock. P. E r ü n.

Bescheinigung.

Es wird hiermit bescheinigt, daß das vorseitige Orts­statut gemäß § 142 der Neichs-Eewerbe-Ordnung nach An-

SiMekMeiMM im September.

Die Nähe der Sonne beim Himmelsäquator ihre Ab­weichung davon brträgt zu Anfang 8^2 Grad nördlich und gegen Ende 3 Grad südlich läßt die Nächte wieder wesent­lich länger werden. Für Mitteldeutschland findet Sonnen- Untergang anfangs um 7,51 Uhr und gegen Ende, über eine Stunde früher, um 6,49 Uhr Ortszeit statt. Das Herbst- . aequinoktium tritt am Nachmittag des 23. September ein. Wenn auch dann die Zeit der kürzesten Dämmerung folgt, so pflegt diese doch jetzt und in den beiden folgenden Monaten die größte Farbenpracht zu entwickeln.

Der Lauf des Mondes wird sicher in folgender Weise abspielen: Erstes Viertel am 7. September, Vollmond am am 15., letztes Viertel am 23. und Neumond am 30. Sep­tember. Vollmond und Erdferne fallen zusammen und ebenso ungefähr Neumond und Erdnähe. Die totale Finsternis, die oer Vollmond erleidet, wird bei uns nicht sichtbar sein, weil sie in die Mittagsstunden fällt. Auch die teilweise Sonnen- sinsternis, am 30. September können wir nicht beobachten, da der Halbschatten des Mondes hauptsächlich Südafrika und die Südpolargegenden bestreicht. In Mauritius, wo die größte Verfinsterung nur den vierten Teil des Sonnendurch- messers beträgt, wird man den ganzen Verlauf verfolgen können.

Was die Sichtbarkeit der Planeten berifft, so liegen die Bedingungen nicht besonders günstig. Gegen Ende des Monats wird Merkur, der am 16. September in. obere Konjuklion mit der ^onne tritt und die Sternbilder Löwe und Jungfrau durchläuft, Ende des Monats bis 5^4 Uhr abends, allerdings nur dein bewaffneten Auge, sichtbar sein. Jupiter im Schützen ist sodann tief im Südwesten anfangs bis 11 Uhr, gegen Ende bis 9 Uhr zu verfolgen. Das Auktauchen seiner Trabanten aus dem Schatten des Planeten

hörung beteiligter Gewerbetreibender unL Arbeiter abge­faßt worden ist.

Hanau den 5. Juli 1913.

Der Magistrat.

Dr. E e b e s ch u s.

(L. S.)

Vorstehendes Statut wird auf Grund Les § 142 der Reichs-Eewerbe-Ordnung (Reichsgesetzblatt von 1900 Seite 871) und des § 1 des Gewerbegerichtsgesetzes in der Fassung vom 29. September 1901 (Reichsgesetzblatt von 1901 Seite 353) genehmigt.

Gassel den 12. August 1913. B. A. 1503

(L. S.)

Namens des Bezirksausschußes.

Der Vorsitzende.

I. V.: Koppen.

Zwangsversteigerung.

Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in der Gemarkung Langenselbold belegenen, im Erundbuche von Langenselbold Blatt 2798 unter Nr. 1 des Bestands­verzeichnisses und Blatt 2797 daselbst unter Nr. 6 des Bestandsverzeichnisses zur Zeit der Eintragung des Ver­steigerungsvermerkes auf den Namen des Zimmermanns Albrecht Väufcher in Langenselbold eingetragenen Grundstücke:

1. Krtbl. 63 Nr. 28/17, Hanauerstraße Nr. 95

= 4,37 ar, 300 Mark j. N.-W.

a) Wohnhaus mit Hofraum und Hausgarten,

b) Werkstatt und Stall,

, 24 Mark j. N.-W.,

2. Krtbl. 63 Nr. 151 a) Fabrikbau für Holz- 10 ar Krtbl. 63 Nr. 16 s bearbeitungsmaschine 10 ar Krtbl. 63 Nr. 30/17 4,37 ar

175 Mark j. N.-W.

b) Dampfkesielgebäude mit Maschinenhaus, c) Sägehaus mit Balkenkeller, sowie die in Blatt 2760 des Grundbuchs von Langen­selbold zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvex- merks auf den Namen der Ehefrau des Zimmermanns Albrecht Väufcher, Emilie geb. Schulz in Langenselbold eingetragenen Grundstücke:

1. Krtbl. 64 Nr. 62/13, a) Wohnhaus mit 4,90 ar 2. Krtbl. 64 Nr. 63/13, Hofraum und 0,19 ar Hausgarten

240 Mark j. N.-W. b) Zimmerwerkstatt und Stall 36 Mark j. N.-W.

Hanauerstraße Nr. 65

kann zu folgenden Zeiten bequem beobachtet werden: 5. Sep­tember 9,39 Uhr 3. Trabant. 12. September 10,26 Uhr 3. Trabrant, 18. September 9,17 Uhr 4. (!) Trabant, 25. September 8,18 Uhr 1. Trabant. Der Vorgang erfolgt je­doch nichtplötzlich", sondern der Satellit (besonders der 4.) braucht einige Zeit, bis sein Licht die normale Helligkeit er­reicht. Wenn Jupiter allmählich nahe dem Horizont ver­schwindet, taucht gegenüber im Stier Saturn auf, der jetzt besondere Beachtung verdient, da er am 10. in Quadratur mit der Sonne tritt, wobei der Schatten des Planeten selbst auf seinem Ringsystem am breitesten ist. Die Form der Schattenkurve gewährt, weil sie nur selten dem zu erwarten­den geometrischen Schatten entspricht, einen gewissen Einblick in den Bau des Ringsystems. Im Stier und den Zwillingen folgt dann Mars, anfangs von 11 Uhr und gegen Ende von 10 Uhr abends an zu betrachten. Wenn er auch vorläufig unter einem recht kleinen Gesichtswinkel erscheint (7 bis 8 Bogensekunden), so wird doch unter günstigen Umständen allmählich einiges Detail auf seiner Oberfläche zu erkennen sein. Den Abschluß der Reihe der Planeten bildet Venus im Krebs und Löwen als Morgenstern. Sie kann anfangs von 2^/4 Uhr und gegen Ende von S1^ Uhr an eingestellt werden; ihr Durchmesser ist jetzt etma doppelt so groß als der des Mars (anfangs 15, gegen Ende 13 Bogensekunden).

Der Fixsternhimmel bietet im allgemeinen betrachtet im September ein weniger interessantes Bild. Für Fernrohr­besitzer inl besonderen sind jedoch auch diesmal eine große Reihe merkwürdiger Objekte zu untersuchen, so daß die klaren Abende reichlich ausgenutzt werden können. Die erste Orien­tierung wird diesmal am einfachsten im Norden begonnen, wo sich gerade der Große Bär oder Wagen aufhält. In be­kannter Weise gelangen wir, die beiden am weitesten von der Deichsel entfernten Sterne verbindend, nach einer Verlänge­rung dieser Linie um das Fünffache nach oben ans den Polar­stern. von dem auâ der Siebte Bâr Üch nach Wellen

am 4. November 1913, vormittags 9 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht an der Gerichtsstelle versteigert werden.

Langenselbold den 15. August 1913. 20279

Königliches Amtsgericht.

AMm M »trlniene WM» it.

Gefunden: 1 grauer silberdurchwirkter Damen» gürtel.

Verloren: 1 schwarze Damentasche mit Porte­monnaie mit 1820 Mk. Inhalt, 1 schwarze kleine Handtasche mit einigen Schlüsieln und einem Kranken­kassenbuch für Anna Schreiber.

Eingefangen: 1 weißer Stallhase mit schwarzen Ohren.

Entlaufen: 1 schwarze Voxerhündin.

Hanau den 1. September 1913.

Politische Rundschau.

Delcasses Rücktritt. Aus Paris wird berichtet: Die seik einigen Tagen in diplomatischen Kreisen zirkulierenden Ge­rüchte vom Rücktritt Delcasses vom Petersburger Votschaf- terposten werden von der ihm nahestehendenLiberte" be­stätigt. Delcasse wird seine Tätigkeit in Petersburg garnicht wieder aufnehmen, sondern in einigen Wochen nur auf, kurze Zeit zur Ueberreichung seines Abberufungsschreibens an den Zarenhof zurückkehren. Diese Nachricht kommt um so überraschender, als Delcasse erst im vergangenen Monat sein Botschaftermandat verlängern ließ. Delcasie scheint beim Antritt seines Uulaubs noch keine Rücktrittsgedanken ge­habt zu haben. Erst in Paris hat er den Entschluß gefaßt. Der Gegensatz zwischen Delcasie und Iswolski ist gU bekannt, als daß man nicht in de... russischen Botschafter denjenigen sehen müßte, der Delcasie zum Rücktritt getrieben habe. Neuerdings verlautet, daß Delcasses Rücktritt auch den Iswolskis zur Folge haben wird.

Gedenkfeiern.

W. Zobten, 31. Aug. In der Stadt Zobten wurde heute in Gegenwart des Kronprinzen das Denkmal des betenden Lützowers enthüllt. Der Feier ging ein Gottesdienst in der Kirche in Rogau voraus, in der die Lützower Freischaar vor hundert Jahren für den Kampf gegen Napoleon geweiht wurde. Zu dieser Feier fanden sich Prinz Friedrich Wilhelm von Preußen aus Camenz, der Oberpräsident von Schlesien Dr. v. Günther sowie hohe Offiziere ein. Nach einem Chor- gesang sprach Pastor Vogt aus Zobten Lie Eingangsliturgie. Dann hielt Eeneralsuperintendent Nottebohm die Fest­predigt. Die Schlußliturgie hielt Pastor Peters aus Loben- dau, ein Enkel des Pastors, der vor hundert Jahren die

hin erstreckt. Auf dessen anderer Seite befindet sich, sym­metrisch zum Wagen gelegen, der Kepheus. Diese beiden Sternbilder verbindet der Drache. Unter seinem Kops treffen wir auf den sehr ausgedehnten Herkules, ein Sternbild, das nach seinem griechischen Namen eigentlichDer Knieende" heißen sollte. Unter diesen hat man den Schlangen­träger oder Ophiuchus mit der Schlange an den Himmel ver­setzt. Der noch verbleibende Nordwest-Abschnitt wird von der schönen Krone, dem großen Bootes mit Arkturus und den Jagdhunden ausgefüllt. Östlich vom Schlangenträger, in der Gegend des Schützen, zeigt die Milchstraße einen ganz beson­ders verwickelten Bau; zahlreiche Sternhaufen und Lichtwolken machen schon bei schwacher Vergrößerung den Anblick hochin­teressant. Weiter hinauf gelangen wir in der Milchstraße zuerst zum Adler, mit Atair als Hauptstern, und dann zum Schwan. Zwischen diesem und dem Herkules fällt dem Beo­bachter sogleich die sehr helle Wega in der Leier, übrigens einer der heißesten Sterne, ins Auge. An dem oben genann­ten Kepheus vorbeigehend, gelangen wir zu dem bekannten großen W der Kassiopeia, zum Perseus und nahe dem Hori­zonte zum Fuhrmann. Der Bogen des Perseus weist aus den großen Sternhaufen der Plejaden im Stier. Die übri­gen Tierkreisbilder: Steinbock, Wassermann, Fische und Wid­der enthalten weniger auffallende Sterne. Auch der Walfisch im Südosten hat nur am Kopfe einen hellen Stern. Über den Fischen und dem Wassermann bemerkt man sogleich das große Viereck des Pegasus, an das sich links oben die Andro- meba anschließt. Den Freund der Himmelskunde, der Einze - objekte studieren will, möchten wir zum Schluß aus Professor H. I. KleinsHandbuch der allgemeinen Himmelsbeschreibung Hinweisen.