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Erstes Bkâ

Hanauer K Anzeiger

Einrückungsgebühr:

Die ggespaltene Petitzeile oder deren Raum 20 Psg. im Reklameteil die Zelle 50 Psg.

General-Anzeiger

Rotationsdruck und Verlag der Vuchdruckerei des verein. ev. Waisenhauses in Hanau.

Amtliches Organ für Stadt- and Landkreis Hanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Bezugspreksr

Vierteljährlich 1.80 Mk., monatlich 60 Pfg., für Post­bezug vierteljährlich 2.10 Mk., monatlich 70 Pfg.

Die einzelne Nummer kostet 5 Pfg.

Verantwort!, Redakteur: E. Schrecker in Hanau.

Nr. 202 Kelk-wrechanschltts! Nr. 230.

Samstag den 30. August

Fer»sprech<mschl,ch Nr. 230. 1913

Sie Heutige Witwe «MI außer Hem IWaltiiwW 14 Seiten.

Amtliches

Stadtkreis Ranau.

Auf Beschluß des Bundesrats findet im Deutschen Reiche am 1. Dezember 1913 eine allgemeine Viehzählung - statt, mit der in Preußen eine gleichfalls vom Bundesrate angeordnete Obstbaumzählung verbunden ist.

Bei der Obstbaumzählung handelt es sich um die Fest­stellung, wieviel tragfähige und wieviel noch nicht trag­fähige Obstbäume vorhanden sind. Tragfähige Obstbäume sind solche, die schon getragen haben. Die Obstbaumbesttzer (auch Verwalter, Pächter usw.) und deren Vertreter for­dern wir auf, sich schon jetzt die zur Obstbaumzählung erfor­derlichen Angaben über die Tragfähigkeit und die Zahl der Obstbäume, gesondert nach den einzelnen Obstarten (Apfel-, Virn-, Pflaumen- und Zwetschen-, Kirsch-, Aprikoien-, Pfir­sich- und Walnußbäume) durch Besichtigung der Bestände zu beschaffen, damit sie diese am 1. Dezember d. J. richtig in die Zählkarten einzutragen vermögen.

Hanau den 26. August 1913. 20113

Der Magistrat.

I. A.: Bartmuß.

Arbeitsuchende: 1 Etuismacher, 2 Fahrburschen, 2 Haus- b urschen, 1 Kellnerlehrling, 2 Monatsfrauen, 1 Schlosser, 2 Schreiner, 1 Schuhmacher 5 Taglöhner. Gesucht werden: 1 Vauspengler, 1 Fahrbursche, 3 Schuh­macher.

Hanau den 29. August 1913. 20147

Städtische Arbeitsvermittelungsstelle.

Zwangsversteigerung.

Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in Hanau belegenen, im Grundbuche von Hanau Band 25 Art. 1555 unter Nr.'l, 2 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungs­vermerkes auf den Namen des Mechanikers Peter Bracker in Hanau eingetragenen Grundstücke:

Krtbl. N. Parz. 246, Kirchstraße Nr. 22 = 1.32 ar,

Krtbl. N. Parz. 247, bebauter Hofraum, mit 0.42 ar,

Hausgarten,

736 Mark jährlicher Nutzungswert, EeL.-St.-R. Nr. 208, Gr.-St.-M.-N. Art. 159,

am 31. Oktober 1913, vormittags 9^ Uhr, durch das unterzeichnete Gericht an der Gerichtsstelle, Nuß­allee Nr. 17, Zimmer Nr. 21, versteigert werden.

Hanau den 27. August 1913. 20141

Königliches Amtsgericht, Abt. 6.

Wissenschaftliche Betrachtungen.

Das Archimedische Prinzip und die Luftschiffahrt.

Wir hatten mit dem Archimedischen Prinzip unsere letzte Betrachtung beendet. Ein Körper verliert in einer Flüssig­keit soviel an Gewicht, wie die von ihm verdrängte Flüssig­keit wiegt. Die tägliche Erfahrung gibt uns von den Eigen­schaften der Flüssigkeiten und der festen Körper bestimm­tere Vorstellungen als von den Eigenschaften der Gase. Die Frage, ob ein fester Körper oder eine Flüssigkeit Gewicht besitzt, läßt sich offenbar ohne besondere Schwierigkeit be­antworten. Anders ist es bei Gasen oder der Luft, eines Gemenges mehrerer Gase. Der Nachweis, daß die Luft Ge­wicht besitzt und wie groß es ist, erfordert besondere Ver­suche. Durch zwei Wägungen, einer einmal mit Luft ge­füllten und dann luftleeren Glaskugel kann man sich von dem Gewichte der Luft und seiner Größe überzeugen. Unter gewöhnlichen Verhältnissen wiegt ein Kubikmeter Luft 1,3 Kilogramm.

Es fragt sich nun, ob das Archimedische Prinzip auch für feste Körper in ihrem Verhältnis zu gasförmigen gilt. In der Tat ist das der Fall. Wiederum beantwortet sich die Frage aus zwei Wägungen ein und desselben Körpers, von denen die eine im luftleeren Naum und die andere in der Luft ausgeführt wird. Die Wägung an der Luft ergibt ein geringeres Gewicht des Körpers. Hieraus folgt, daß der Körper an der Luft einen Auftrieb erleidet, der, wie sich zeigen läßt, ebenfalls gleich dem Gewichte der verdrängten Luftmenge ist.

Während man den Auftrieb, den das Wasser auf die Körper ausübt, als hydro st atischen Auftrieb bezeich­net, nennt man den durch die Luft hervorgerufenen den aero st atischen Auftrieb. Die beiden Fremdwörter dürften hinreichend bekannt sein, da man heute Worte wie Hydroplan und Aeroplan häufiger gebraucht.

Zwangsversteigerung.

Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in der Gemarkung Hanau belegenen, im Grundbuchs von Hanau . Band 50 Art. 2944 zur Zeit der Eintragung des Versteige­rungsvermerkes auf den Namender

a) Else Katharine Lechleder,

b) Auguste Christine Lechleder,

c) Karl Heinrich Christian Lechleder

zu je einem ideellen Drittel eingetragenen Grundstücke:

Ktbl. 8. Parz. 507/43, an der Eschenallee, Garten, 41 qm, Reinertrag 0.06 Tlr.,

Ktbl. 8. Parz. 508/43, Neue Anlage 49, Gebäuöesteuer-Rolle Nr. 2315, bebauter Hofraum, 9.50 ar, Nutzungs­wert 2332 Mark,

Ktbl. 8. Parz. 509/43, Garten an der Steinheimerland- straße, =; 67 qm, Reinertrag 0.11 Tlr., Art. 2125 der Erundsteuermutterrolle,

am 24. Oktober 1913, vormittags 10 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht an der Gerichtsstelle, Nuß- allee Nr. 17, Zimmer Nr. 21, versteigert werden.

Hanau den 19. August 1913. 20139

Königliches Amtsgericht 6.

Politische Rundschau.

Der Nachrichtendienst des Auswärtigen Amts. Zu den Ausführungen des Äbg. Erzberger imTag" über den heute völlig unzulänglichen Nachrichtendienst unseres Aus­wärtigen Amts, der eine Widerlegung ausländischer Preß­angriffe auf die deutsche Politik ermöglicht, schreibt die München-Augsburger Abendzeitung": Abg. Erzberger mo­niert mit diesen sehr zutreffenden Ausführungen ein Vor­haben, das schon ziemlich greifbare Gestalt angenommen hat. Uns werden 4 Millionen als die Summe genannt, die dem Auswärtigen Amt für diese Zwecke zur Verfügung ge­stellt werden sollen."

Beilegung bét deutsch-österreichischen Unstimmigkeiten. Zu den Preßerörterungen des bekannten österreichischen Historikers Dr. Friedjung über die österreichisch-deutschen Meinungsverschiedenheiten erklärt der Vertreter derKöln. Ztg." in Berlin, die letzteren seien zwischen den beiden Re­gierungen beigelegt. In leitenden Kreisen Wiens und Berlin betrachte man diese vorübergehenden Meinungsver­schiedenheit als abgetan. Deshalb verspreche man sich auch in Berlin wie in Wien an den maßgebenden Stellen keinen Nutzen von einer nachträglichen Erörterung dieser Dinge in der Presse. Nur sehr urteilslose Politiker könnten an­nehmen, daß Oesterreich mit Bulgarien nicht in guten Be­ziehungen leben wolle.

Der Auftrieb, den ein Körper im Master erleidet, ist naturgemäß größer als der, den die Luft auf ihn ausübt, da das Gewicht eines bestimmten Volumens Master bedeu­tend größer ist, als das des gleichen Volumens Luft. Soll demgemäß ein Körper in der Luft zum Schweben gebracht werden, so muß das Verhältnis seines Volumens zu seinem Gewicht größer sein, als wenn dies im Master erreicht wer­den soll.

Ein gutes Beispiel hierfür ist der Freiballon. Im Ver­hältnis zu seinem Gewicht von z. V. 330 Kilogramm muß er ein großes Volumen, eine bedeutende Luftverdrängung besitzen, etwa 1200 Kubikmeter.

Der Auftrieb des Ballons stellt sich dar durch: 1200 ver­vielfacht mit dem Gewicht eines Kubikmeters Luft. Diesem Auftrieb wirkt das Gewicht des Ballons, das sich zusammen­setzt aus dem Gewichte der Nutzlast und der toten Last, ent­gegen, sodaß der praktisch in Betracht kommende, der soge­nannte freie Auftrieb, gleich ist: Luftverdrängung ver­vielfacht mit dem Gewichte eines Kubikmeters Luft ver­mindert um das Gesamtgewicht des Ballons.

Dieser freie Auftrieb, den der Ballon besitzt, wird vor einer Fahrt durch Anhängen von Ballast in Gestalt doti Sandsäcken solange verringert, bis sich der Ballon nicht mehr erheben kann. Wenn wir die früher eingeführten Bezeichnungen, P für das Gewicht und A für den Auftrieb, beibehalten wollen, ist also P gleich A. Soll das Fahrzeug aufsteigen, so muß P kleiner als A gemacht werden, und zwar steigt der Ballon solange, bis wieder wie anfangs P gleich A ist. Hieraus erkennt man, daß A mit größerer Höhe abnehmen muß, da P sich gleichb leibt. Die Abnahme des Auftriebes mit größerer Höhe erklärt sich aus der ge­ringeren Dichte der Luft in weiterer Entfernung von der Erde. Soll der Ballon, nachdem er sich in einen Gleichge­wichtszustand eingestellt hat, noch höher steigen, so muß wieder P kleiner als A gemacht werden.

Das Sinken, die entgegengesetzte Bewegung, wird durch das entgegengesetzte Verfahren bewirkt. Während im ersten

Zur französischen Landesverratsaffare Dieu. Nach dem Temps" ist es dem Feldwebel Dieu des 11. Artillerieregi­ments nicht gelungen, bei seinem Landesverrat fremden Agenten wichtiges Material in die Hände zu spielen. Ein von ihm verratener Zünder stammt von Schneider-Creuzot und ist auch in der serbischen Armee eingeführt. Die Vi­siereinrichtungen, über die er Pläne lieferte, sind seit vier­zehn Jahren in der französischen Armee eingeführt und in- folgedessen auch dem Auslande längst bekannt. Sie sollen demnächst durch eine Neueinrichtung englischer Konstruk­tion ersetzt werden. Als Feldwebel ist es ihm gar nicht möglich gewesen, neue Instrumente zu photographieren oder abzuzeichnen, da diese nur Offizieren zugänglich sind. Die Angelegenheit des Verhafteten Dieu soll mit der des ge­flohenen Kanoniers Mullat in keinerlei Zusammenhang stehen.

Aus Hanau Stadt und Land.

Hanau, 30. August.

* Hanauer Tierschutzverein. Gestern abend wurde im Restaurant Mohr die Jahres-Hauptversammlung 8es Hanauer Tierschutzvereins abgehalten. Nach der Eröffnung Ler Versammlung durch den Vereinsvorsitzenden, Herrn Pfarrer Hufnagel, wurde von dem Schriftführer, Herrn Redakteur Schrecker, der Jahresbericht erstattet, der Kenntnis gab von der auch im abgelaufenen Jahre wiede­rum in zielsicherer Weise entfalteten reichen Vereinstätig­keit. Ueber die Tätigkeit des Vereins auf dem Gebiete Les Vogelschutzes berichtete das Vorstandsmitglied Herr Lehrer Hebebrand, der zum Ausdruck bringen konnte, daß der Verein auch auf diesem Gebiete im letzte" Geschäfts­jahr redlich bemüht gewesen ist, nach Kräften zu arbeiten unb Erfolge zu erzielen. Im Dezember 1912 wurden als Anerkennung für verdienstvolle Leistungen an zwei Damen silberne Medaillen und an 8 Herren künstlerisch ausge­stattete Urkunden überreicht. Die wachsende Teilnahme der Bürgerschaft an den Vogelschutzbestrebungen führte dem Verein eine größere Anzahl von Mitgliedern zu, wodurch die erforderlichen Mittel bereitgestellt werden konnten, in weiterem Umfange für den Vogelschutz in unserer engeren Heimat tätig zu sein. Die Winterzeit, die Zeit schwerer Not für unsere Schützlinge, gab dem Verein Veranlassung, seine Tätigkeit in ausgedehntem Maße zu erweitern. Wäh­rend er »seine Aufmerksamkeit den hungernden Vögeln außerhalb des Weichbildes Hanaus zuwandte, bat er wie­derholt seine Mitbürger in der Stadt und in den Dörfern, Herz und Hand für unsere schönen Bestrebungen offen zu halten, und fand überall ein williges Gehör und freund­liche Unterstützung. Das laufende Jahr, das Jubiläums-

Falle P verringert wurde, mutz man jetzt notwendig A ab­nehmen lasten. Da sich der Ballon stets in einen Gleichge­wichtszustand einzustellen sucht, läßt sich seine Höhensteue­rung durch Aenderung des Verhältnisses von Gewicht zu Volumen bewirken. Das Gewicht wird verringert durch Auswerfen von Ballast, das Volumen und damit der Auf­trieb durch Ablassen von Gas. Für jeden Kubikmeter des ausgelassenen Gases nimmt A um mehr als 1 Kilogramm bei Wasterstoffüllung ab.

Der Kugelballon, das älteste Luftfahrzeug, besten Vor­wärtsbewegung in der Luft durch Windströmungen bewirkt wird und dessen Flugrichtung demgemäß die jeweilige Windrichtung ist, ist ein Flugzeug, das sich durch seinen freien Auftrieb von der Erde abhebt. Anders ist dies bei den lenkbaren Luftfahrzeugen. Meistens ist hier kein freier Auftrieb vorhanden, vielmehr ist P gleich A, d. h. sie schweben in der Luft. Es gilt dies jedoch nur für Luftschichten in näherer Umgebung der Erde. Ihre Bewegung in vertikaler wie in hori­zontaler Richtung mutz durch Maschinenkraft bewirkt werden. Noch anders liegen die Verhältnisse bei den Flie­gern. Bei ihnen ist praktisch gar kein Auftrieb vorhanden. Es ist P bei weitem größer als A, das für die Praxis gleich Null ist. Schon das Abheben von der Erde mutz durch Motorenkraft bewirkt werden. Man erkennt leicht dre ver­schiedene Bedeutung der Maschine für die beiden zuletzt ge­nannten Arten der Luftfahrzeuge.

Zum Schluß sei noch bemerkt, daß bei der gegebenen Darstellung nur das Prinzip der Verhältnisse behände werden sollte und infolgedessen mancher Faktor, < gewisse Bedeutung zukommt, nicht berücksichtigt konnte. Durch bic scheinbar so naheliegende Anw°^ Archimedischen Prinzips auf gasförmige K°rper, «wbeson. dere auf die Luft. die jedoch non Archlmedes "«i>t gemacht wurde. sind wir zu den Gasen geführt worden, von denen wir nächstens etwas Genaueres hören wollen,