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SinrüÜungsgeSvhr:

Die ögsspaltene Petitzeile oder deren Raum 20 Pfg. im Reklameteil die Zelle 50 Psg.

Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des

Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Sanas.

verein, ev. Waisenhauses in Hanau.

Nr. 199

Bezugspreis!

Vierteljährlich 1.80 Mk., nwnatlich 60 Pfg., für Post­bezug vierteljährlich 2.10 Mk., monatlich 70 Pfg.

Die einzelne Nummer kostet 5 Pfg.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn-und Feiertage, mit belletristischer Beilage. Verantwort!. Redakteur: E. Schrecker in Hanau.

Kerttsprechanschlittz Nr. 230.

Mittwoch de» 27. August

Fernsprechattschlitfz Nr. 230. 1913

AmiNchtS.

Landkreis banao.

Das Proviantamt hat mit dem Ankauf von neuem Hafer begonnen/

Die Einlieferung kann bis auf weiteres ohne vorherige Anfrage erfolgen oder es ist ein schriftliches Angebot über eine bestimmte Menge unter Einsendung einer Probe mit äußerster Preisforderung frei Magazin des Proviantamts zu machen.

An die Beschaffenheit des Naturals werden folgende Anforderungen gestellt:

Der Hafer muß aus reifen, gleichmäßigen, vollen, dünn­schaligen Körnern von nicht zu geringer Größe bestehen, rein von Brand und Rostpilzen sein und darf keinen fremd­artigen Geruch haben. Ferner darf der Hafer nicht mit ausgewachsenen Körnern und nicht in auffälliger Weise mit Rade, Wicken, Lolch, Trespe oder anderen Unkraut­samen, auch nicht mit minderwertiger oder sogenannter Sortiergerste besetzt, nicht staubig und mit Sand, Erdklümp­chen oder sonstigen Unreinigkeiten vermischt sein. Er muß eine gesunde natürliche Farbe haben.

Das Mindestgewicht von ^ Liter muß 112 Gramm be­tragen.

Hanau den 25. August 1913. M. 1519

Der Königliche Landrat.

. J. V.: Karbe.

Stadtkreis fianau. Bekanntmachung. Einquartierung.

In Ergänzung unserer Bekanntmachung vom 22. d. M. betreffend die Unterbringung des Füsilier-Regiments Nr. 80 wird folgendes bekannt gemacht:

1. Die Belegung der Stadt Hanau findet am 3. und 4. September er. statt,

2. die Quartierpflichtigen müssen für die Ausmietung selbst Sorge tragen,

3. die Anzeigen über die Umquartierung sind spätestens bis zum 29. d. M. einzureichen. Spätere Anmeldungen werden nicht mehr angenommen,

4. Wohnungen in einem Mietwert von über 800 Mark können im Bedarfsfalle noch herangezogen werden.

Hanau den 26. August 1913. 19893

Die Einquartierungs-Kommission. Ehrich.

Srinnerungen an Mm« in her Breslauer MM« MMIW.

Da sich nicht allzuviele Hanauer die Mühe gemacht ha­ben dürften, die einzig dastehende Historische Ausstellung zur Jahrhundertfeier der Freiheitskriege in Breslau zu be­suchen, interessiert vielleicht folgende Zusammenstellung der an Hanau erinnernden Gegenstände, soweit sie dem Schrei­ber dieser Zeilen auf seinen Besuchen der Ausstellung auf­gefallen sind. Eine genaue Durchsicht des 531 Seiten um- fassenden Katalogs wird wohl noch Ergänzungen ergeben.

Das Kgl. Armeemuseum München hat die Mehrzahl dieser Dinge ausgestellt, so in Raum 9, der die Erinnerungen an die Lützower und andere Freiwillige enthält, einen von Lützow eigenhändig unterzeichneten Abschied für den Frei­willigen Karl Müller aus Hanau (Nr. 91). Besonders zahlreich sind natürlich die Erinnerungen an die Schlacht bei Hanau selbst, die meist im Raum 30 (Bayern) unter­gebracht sind. Ein Glasschrank zeigt u. a. das Chevaux- iegers-Kolett, die Krawatte und die blutgetränkte weiße Aermelweste des 18jährigen Majors Kraft Fürsten zu Oet- Ungen-Wallerstein, der am 30. Oktober 1813 nach der schlacht tödlich verwundet auf dem Felde aufgelesen wurde und den Rock des Kapitäns Fritsch vom 1. leichten Infan­terie-Bataillon. Der rechte Aermel ist durch den Säbelhieb, der oen tapferen bald nachher zum Max Iosefsritter er­nannten Offizier schwer verwundete, der Länge nach aufge­rissen. Den jugendlichen Fürsten Oettingen zeigt ein Brust­bild in Oel, eine Kopie in Del nach Adam stellt den Rück­transport des Sterbenden vom Schlachtfelde dar. Auch Hauptmann Fritschs Oelbild ist vorhanden. Bekanntlich wurde der Führer der bayerischen Truppen, Graf (später Fürst) 'Brede, bei der Erstürmung der Stadt durch einen Bauchschuß schwer verwundet. Die Tafel auf der Kinzig­brücke bezeichnet den Ort des Vorfalles übrigens nicht ge­

Bekanntmachung.

Im Hause Marktplatz Nr. 14 ist der westlich ge­legene, neuhergerichtete Laden bestehend aus einem 65 qm großen Verkaufsräume, einem anschließenden Nebenzimmer und einem 62 qm großen Kellerraum zum 1. Oktober d. Is. zu vermieten.

Der Laden ist mit Zentralheizung und elektrischer Beleuchtung versehen.

Nähere Auskunft wird auf Zimmer Nr. 27 erteilt. Hanau den 18. August 1913. 19247

Der Magistrat.

I. A.: Ehrich.

Dienstnachrichten.

Unter dem Schweinebestande des Friedrich Wilhelm Biel in Langendiebach ist der Ausbruch der Schweineseuche fest­gestellt worden.

Die erforderlichen Schutzmaßregeln sind angeordnet.

Hanau den 26. August 1913. V.5893

M Menet Mlertnoe.

W. Posen, 26. Aug. Der Kaiser und der Prinzregent Ludwig trafen um 7 Uhr 15 Min. ein, letzterer in seinem, dem königlichen Sonderzuge eingefügten Salonwagen. Am Kaiserpavillon fanden sich zum Empfange ein: Der Kron­prinz, die anderen anwesenden Prinzen des königlichen Hauses, Fürst zu Fürstenberg, der kommandierende Gene­ral des 5. Armeekorps General der Infanterie v. Strantz, der Kommandant der Festung Posen Generalleutnant von Koch, der Oberpräsident o. Schwartzkopf und der Inspekteur der 1. Kavallerie-Inspektion Generalleutnant Brecht. Der Kaiser und der Prinzregent begaben sich nach dem könig­lichen Residenzschloß, wo sie Wohnung nahmen.

W. Posen, 26. Aug. Die Kaiserin begab sich heute mor­gen 9 Uhr in einem Automobil auf das Paradefeld bei Levice, etwas später der Kaiser im offenen Automobil, mit ihm der Kronprinz. Der Parade des 5. Armeekorps wohn­ten u. a. bei der Prinzregent von Bayern, die anwesen­den Prinzen und Prinzessinnen des königlichen Hauses, der Chef des Generalstabes, General der Infanterie v. Moltke, der Kriegsminister v. Falkenhayn, die Eeneralfeldmar- schälle Graf Haeseler und Frhr. v. d. Goltz, Generalleutnant Pollio der Chef des Generalstabes der italienischen Armee, und Oberst Graf Calderari di Palezzelo, italienischer Mi- litärattachee. Der Kaiser, der Prinzregent und die Prinzen stiegen zu Pferde. Die Truppen standen in zwei Treffen. Nach dem Abreiten der Front begann der einmalige Vor- ' beimarsch, wobei der Prinzregent sein Infanterie-Regi-

nau. Der Verwundete wurde in das Haus des Kommerzien­rats Kaula (Bangertstraße) gebracht, wo zwar die Kugel nicht entfernt werden konnte, indes trat doch nach einigen Wochen Heilung ein, sodaß Wrede an den weiteren Kämpfen in Frankreich sich stark beteiligen konnte. Bekanntlich empfing Wrede auf seinem Krankenlager den Besuch der Kaiser von Oesterreich und Rußland wie des Königs von Bayern. Ein farbiger Steindruck von Kraus, datiert 1847, stellt den Augenblick der Verwundung des tapferen Gene­rals dar, ein farbiger Stich zeigt den Besuch der verbünde­ten Herrscher an Wredes Krankenbett. Das in Raum 53 ausgestellte, von Wredes Urenkel Karl Philipp Fürsten Wrede dargeliehene prächtige Empfangszimmer aus Schloß Ellingen birgt weitere Andenken an die Hanauer Erleb­nisse des trefflichen bayerischen Heerführers. So das von ihm bei Hanau getragene durchschoßene Säbelkoppel und die erst nach seinem Tode (1838) bei der Sektion entfernte, jetzt in Gold gefaßte Musketenkugel, mit der durch ein gol­denes Kettchen das bayerische Verdienstkreuz für 1813/14 verbunden ist, ferner die Niederschrift über die Sektion der Leiche und die Auffindung der bei Hanau empfangenen Kugel, mit Begleitschreiben des Kriegsministers v. Besserer und eigenhändiger Randbemerkung des Königs (aus dem Kgl. Kriegsarchiv München), endlich einen farbigen Stich von Westermayr, der die Schlacht bei Hanau zeigt. Raum 30 birgt weitere interessante Erinnerungen an den tapfe­ren Kampfgenossen Blüchers vom Jahre 1814 (so den von Wrede bei Wagram getragenen, von einer Kanonenkugel zerrissenen Waffenrock) wie an Hanau überhaupt. Unter Nr. 190 finden wir einen Steindruck von H. Kohler nach Gemälde des C. von Heideck, welcher die Schlacht und den Rücktransport des Fürsten Oettingen-Wallerstein darftellt, unser Nr. 231 den eigenhändigen Entwurf zum Bericht des österreichischen Feldmarschall-Leutnants Grafen Fresnel an König Maximilian Joseph über die Schlacht bei Hanau und die Verwundung Wredes tabgedruckt in Karl Cäsar von

ment, der Kaiser das Regiment der Königsjäger zu Pferde vorführte. Der Kaiser begab sich nach der Parade mit dem Prinzregenten und den Prinzen zu Pferde an der Spitze der Feldzeichen gegen 11 Uhr nach Posen zurück.

Posen, 26. Aug. Der Kaiser verlieh dem Oberpräfi- denten der Provinz Posen Dr. Schwartzkopff den Kronen­orden 1. Klasie. Der Prinzregent speiste mittags bei dem kommandierenden General v. Strantz. Der Reichskanzler traf in Begleitung seines Adjutanten Frhrn. v. Sell um 1.55 Uhr hier ein und nahm an dem Frühstück bei dem Oberpräsidenten teil, das dieser zu Ehren des Prinzen Oskar gab.

Posen, 26. Aug. Heute abend 7 Uhr fand beim Kaiser­paar im Residenzschloß Paradetafel für das 5. Armeekorps im großen Festsaale und im Wisbysaale statt. Zur Tafel führte der Prinzregent von Bayern die Kaiserin, der Kaiser führte die Kronprinzessin, der Kronprinz die Prin­zessin August Wilhelm. Bei der Tafel saß der Kaiser rechts neben der Kaiserin; rechts vom Kaiser folgten zu­nächst die Kronprinzessin, Prinz Eitel Friedrich, die Ober- hofmeisterin Gräfin Brockdorff, Prinz August Wilhelm, Oberhofmeisterin Frau v. Alvensleben, Prinz Joachim, Ehrendame Gräfin zu Eulenburg, Generaloberst v. Plessen, Hofdame v. Klinkowström, Fürst Radolin, bayerischer Generalleutnant Walter von Walderstätten, Oberhofmar­schall Graf Eulenburg, links von der Kaiserin der Prinz­regent von Bayern, Prinzessin August Wilhelm, der Kron­prinz, die Fürstin Radolin, Prinz Oskar, Hofstaatsdame Fräulein v. Gersdorff, der Reichskanzler, Hofdame Gräfin Keyserling!, Fürst Fürstenberg, General Graf v. Mirbach, Oberpräsident Dr. Schwartzkopff. Gegenüber dem Kaiser­paar saß der kommandierende General v. Strantz, rechts von ihm G^neralfeldmarschall Graf Häseler, Generaloberst v. Kessel, Generaloberst v. Bülow u. s. f., linrs saßen Gene- ralfeldmarschall Frbr. o. d. Goltz, italienischer Generalleut­nant Pollio, Generaloberst v. Prittwitz und Gaffron, Gene­ral v. Moltke, der Chef des Generalstabes usw.

Posen, 26. Aug. Zu der Paradetafel waren u. a. ge­laden: Oberbürgermeister Wilms, Regierungspräsident Wirkl. Geh. Oberregierungsrat Krahmer, Polizeipräsident v. d. Knesebeck. Der Kaiser trug die Uniform der Königs­jäger zu Pferde mit dem Bande des bayerischen Hubertus­ordens, die Kaiserin eine blaßrote Robe mit Silberstickerei und der Prinzregent Ludwig von Bayern die Uniform seines 47. Regiments. Im Verlaufe des Mahles brachte der Kaiser folgenden Trinkspruch aus:Mein Elas gilt dem 5. Korps, welches die Gelegenheit hatte, heute vor mir in tadelloser Verfassung zu erscheinen und damit die Probe in der Friedensausbildung zu leisten. Ich erwarte von dem Korps, daß es im Ernstfälle den Eeisbergstürmern nach-

LeonhardsEefchichtl. Darstellung der Schlacht bei Hanau", Hanau 1813 (1. Aufl. S. 84 ff.) und 1814 (2. Aufl. S. 86 ff.) Unter Nr. 232 ist ein Schreiben Schwarzenbergs an Wrede ausgestellt über die Ergebnisse desruhmvollen Gefechts bei Hanau", datiert Fulda, 1. November 1813; unter Nr. 233 ein Armeebefehl, München, 9. November 1813, be­treffend die Schlacht bei Hanau und die Fortschritte der Landesbewaffnung (Druck 2°. 2 Bl.) Nr. 235 ist eine Quittung des österreichischen Generals Varon Frimont über den Ertrag eines von dermusikalischen Akademie­direktion" zu München gegebenen Konzerts für die bei Hanau Verwundeten, Plancy, 14. März 1814. In Raum 31 finden wir: Nr. 47, Am dritten Tage der Schlacht bei Ha­nau, Oelgemälde von Wilh. v. Kobell (Neue Pinakothek, München), Nr. 48, ein Guaschebild der Hanauer Schlacht aus dem Städtischen Historischen Museum Frankfurt a. M.; Nr. 49 bis 57, ebenfalls Leihgaben dieses Museums, stellen Frankfurter Personen und Vorgänge aus derselben Zeit dar. Eine Leihgabe von Prof. Schulz in Schmargendorf ist Nr. 64, ein Schreiben Hippels an seinen Vetter von Tettau über die Verfolgung der Franzosen nach der Schlacht bei Leipzig und die Vorgänge bei Hanau, d. Fulda, 5. November 1813. Auch die in Raum 33 ausgestellten graphischen Vil- derreihen enthalten hierher gehörige Darstellungen, ^so unter Nr. 59 einen farbigen Kupferstich, erschienen bei Fr« Campe in Nürnberg, von der Hanauer Schlacht, ^n Naum 35 ist unter Nr. 70 ein dem Fürsten zu Waldeck gehöriges Oelbild des bei Hanau als Rittmeister im 1. Cheoaux- legcrs-Regiment tödlich verwundeten Prinzen Louis von Waldeck ausgestellt, unter Nr. 71 sehen wir Helm, und Schabracke dieses Offiziers. Raum 45 enthalt eine umfang« reich- Sammlung »an Münzen, Denkmünzen und nubta, -Uchen Ehrenzeichen. Die Nr. 155-161 stnd Münzen des Fürsten Primas, Nr. 561 eine auf Hanau bezügliche Denk­münze von Loos in Berlin, Nr. 704 eine andere Denkmünze auf die Schlacht bei Hanau«