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Hanauer K Anzeiger

Vinrückungsgebühr:

Die Kgespaltene Petitzeile oder deren Raum 20 Pfg. im RellameteU die Zeile 50 Pfg.

General-Anzeiger

Rotationsdruck und Verlag der Vuchdruckerei des verein, ev. Waisenhauses in Hanau.

Amlliihts Organ für Stadt- und Fandlrreis Sana«.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Bezugspreisr

Vierteljährlich 1.80 Mk., monatlich 60 Pfg , für Post­bezug vierteljährlich 2.10 Mk., monatlich 70 Pfg.

Die einzelne Nummer kostet 5 Pfg.

Verantwort!. Redakteur: G. Schrecker in Kanau.

Ml. 197 Aerttsprecharrschlittz Nr. 230*

Montag den 25. August

Fer»sprecha»schl>ttz Nr. 230. 1913

Amtliches.

Eandkreis Fjanau- Bekanntmachung.

Am 28. d. Mts. in der Zeit von 11 Uhr vormittags bis 2 Uhr nachmittags hält das Eisenbahn-Regiment Nr. 3 in der Sprenggrube im Bruchköbeler Walde Sprengübungen ab.

Hanau den 23. August 1913.

Der Königl. Landrat.

J. V.: Karbe.

Wegen Vornahme von Dampfwalzarbeiten wird der Landweg Nr. 13 von Ostheim nach Rommelhausen von Station 3,07,8 + 75 für die Zeit vom 25. bis einschl. 30. August d. Zs. für Frachtfuhrwerke über 20 Zentner sowie für Kraftfahrzeuge jeglicher Art polizeilich gesperrt.

Hanau den 22. August 1913. V 5805

Der Königliche Landrat.

J. V.: Karbe.

Bekanntmachung.

Wir machen darauf aufmerksam, daß wir nur ganz trockenes, mahlbares Getreide ankaufen. Feuchtes, nicht ganz trockenes Getreide können wir nicht annehmen.

Kornhausverwaltung Hanau. 19725

Zwangsversteigerung.

Die auf den 29. August 1913 angesetzte Zwangsver­steigerung der Häuser Krotzenburgerstraße Nr. 19 und 19a in Großauheim fällt aus.

Hanau den 20. August 1913. 19681

Königliches Amtsgericht. Abt. 6.

Zwangsversteigerung.

Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in Hanau- Kesselstadt belegenen, im Erundbuche von Kesselstadt Art. 484 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsver­merkes auf den Namen des Bauunternehmers Johann Heinrich Hack in Hanau eingetragenen Grundstücke : Krtbl. 2 Parz. Nr. 20 Acker an der Fasanerie 62,49 ar, 4"/ioo Tlr. Reinertrag,

Krtbl. 2 Parz. Nr. 18, Hochstädter Landstraße Ee- bäudefläche t. Treibhaus im Garten =43 qm, 36 Mark Nutzungswert,

. Krtbl. 2 Parz. Nr. 21, Acker an der Fasanerie 42,01 ar,

886/100 Tlr. Reinertrag,

Krtbl. 2 Parz. Nr. 22 Acker an der Fasanerie 37,29 ar,

673/ioo Tlr. Reinertrag,

Art. 330 der Grundsteuermutterrolle, Nr. 137 der Eebäudesteuerrolle

am 17. Oktober 1913, vormittags 10 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht, an der Eerichtsstelle, Nußallee Nr. 17, Zimmer Nr. 21, versteigert werden.

Hanau den 19. August 1913. 19683

Königliches Amtsgericht 6.

Konkursverfahren.

In dem Konkursverfahren über das Vermögen des früheren Handelsmannes jetzigen Metzgers Salomon Strauß II[. Liebmanns Sohn in Wachenbuchen ist Termin zur Abnahme und Prüfung der Schlußrechnung und zur Verhandlung über die den Mitgliedern des Gläubigerausschusses zu gewährende Vergütung auf

den 5. September 1913, vormittags 11 Uhr, nor dem Königlichen Amtsgericht, Abteilung 5, in Hanau, Nußallee Nr. 17, Zimmer Nr. 17, anberaumt.

Die Schlußrechnung liegt zur Einsicht der Beteiligten auf der Gerichtsschreiberei auf.

Hanau den 21. August 1913. 19685

Königliches Amtsgericht, Abt. 5.

Gefunden: 1 gesticktes Säckchen mit Flaschen, 1 Portemonnaie mit 15 Pfg. Inhalt; abzuholen auf dem Geschäftszimmer der Armenverwaltung.

Hanau den 22. August 1913.

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Gesund en: 1 silberne Brosche (Jubiläums-Zwei­markstück), 4 Paket (Inhalt: Stoff zu einem Kinderkleid­chen und 1 Lätzchen).

Verloren: 1 silbernes Kettenarmband (Doppel­panzer), auf dem Wiesenweg nach Dörnigheim.

Zugelaufen: 1 junger schwarzer Spitz m. Eeschl., 1 junger schwarzer Dobermann w. Eeschl.

Hanau den 25. August 1913.

Politische Rundschau.

Konservativer Wahlsieg in Ragnit-Pillkallen. Die durch das Ableben des Grafen von Kanitz am 30. Juni d. J. notwendig gewordene Ersatzwahl im ostpreußischen Wahl­kreise Ragnit-Pillkallen hat vorgestern mit der Wahl des konservativen Kandidaten Gottschalk geendet. Ein Tele­gramm meldet: Bei der Reichsiagsersatzwabl im Wahlkreise Ragnit-Pillkallen wurden abgegeben für Gottschalk (kons.) 9452, für Ventzki lnatl.) 5983 und für Hofer (Soz.) 3241 Stimmen; 11 Stimmen sind zersplittert. Gottschalk ist somit gewählt. Der Wahlkreis Ragnit-Pillkallen (Gum­binnen 2) ist im Reichstage nur von 1871 bis 1879 durch einen Fortschrittler, seit dem 21. November 1879 aber un­unterbrochen durch einen Konservativen vertreten gewesen. Der letzte Mandatsinhaber, Graf von Kanitz-Podangen, war in der Ersatzwahl für den verstorbenen Abgeordneten von Sperber am 6. Dezember 1889 zum ersten Male und seit­dem immer wieder mit erheblicher Majorität gewählt worden. Seine Stimmenzahl schwankte zwischen 7494 im Jahre 1889 und 14 542 im Jahre 1907. Bei der letzten Haupt­wahl im^Jahre 1912 hatten die Konservativen von 19 220 Wählern 10 032, die Nationalliberalen 6216, die Sozial­demokraten 2964 Stimmen erhalten. Wahlberechtigt waren damals im ganzen 21 884. Der Wahlkreis ist ein rein ländlicher. Kaum 10 Prozent der Bevölkerung wohnen in den beiden Städten, nach denen der Wahlkreis benannt wird.

Schwere antimilitaristische Ausschreitungen in Paris. Vom 24. ds. wird gemeldet: Während der Zapfenstreich auf dem linken Seineufer ruhig verlief, hat der Marsch der Ka­pelle des 31. Infanterie-Regiments durch das Arbeiterviertel von Belleville, rechts der Seine, zu Tumultszenen und Aus­schreitungen geführt, die von einer revolutionären Bewegung nicht mehr weit entfernt waren. Zum Schutze der Musik­kapelle und des v'or und hinter ihr marschierenden Zuges Infanterie waren 600 Munizipalgardisten und alle Polizei­reserven, im ganzen etwa 1000 uniformierte Schutzleute, auf­geboten worden. Dazu kamen mehrere Geheimpolizisten, die den Zapfenstreich in einem dichten Schwarm umgaben, so daß man scherzhaft von einemPolizistenzapfenstreich" sprach. Während des Marsches der Kapelle durch die Straßen blieb es, von einigen Rufen, wieNieder mit der Armee" und einigen Verhaftungen abgesehen, ruhig. Als jedoch das Militär in die Kaserne Les Tournelles einrückte, ertönte von dem Port de Lilas dieInternationale". Kaum hatte die Polizei mehrere hundert Demonstranten zerstreut, als es vor der Kapelle in der Rue de Belleville zu einem neuen Zu­sammenstoß kam. Rufe, wieEs lebe die Anarchie!" und Nieder mit der Armee!* wurden laut. Die Polizei wollte die Kapelle stürmen, wurde aber mit Gläsern, Flaschen, Stühlen und Tischen beworfen. Auf beiden Seiten gab es Verwundete. 20 Personen wurden verhaftet. Inzwischen hatten sich die Antimilitaristen am anderen Ende der Straße gesammelt und durchzogen das Viertel unter Absingen revo­lutionärer Lieder. Fensterscheiben wurden zertrümmert, Bänke und ausgerissene Bäume auf die Schienen der Straßen­bahn gelegt und mit Revolvern auf die Straßenlaternen ge­schossen. Als man in der Passage Gauthier die Polizei­stalion stürmen wollte, konnte die inzwischen zusammengezogene Polizennacht endlich vorgehen. Auf beiden Seiten fielen Ne- volverschnsse, die aber anscheinend nur wenige Personen ver­letzten. In ihrer Not alarmierte die Polizei die Feuerwehr, die viermal mit mehreren Schlauchleitungen vorging. Den kalten Wasserstrahlen endlich wichen die Antim'litaristen, so daß gegen 1 Uhr morgens wieder Ruhe herrschte. Bataille Syndicaliste" schreibt Henle morgen: Man hat ver­sucht, das alte Revolutionsquarlier zu verletzen, das die letzten Kämpfe der Kommunen sah, wo die Barrikadenkämpfe inder- blutigen Woche statNandeu. Das Pariser Proletariat, das oft genug durch die Torheit und die Verbrechen der Regie­rung herausgefoldert wurde, hat sich erhoben.

Die Vereinigten Staaten und Mexiko. Wie verlautet, sind Pläne ausgearbeitet worden, um eine Division, die an den Manövern an der mexikanischen Grenze teil­nimmt, ausaiebig zu verstärken. Gegenwärtig stehen

dort unter dem Kommando des Generals Carter 11 000 Soldaten, die den Waffenschmuggel nach Mexiko sowie Erenzüberschreitungen der von den Bundestruppen be­drängten Rebellen verhindern sollen. Diese Truppen sollen nun in den Stand gesetzt werden, ihren gegen­wärtigen Dienst wirksamer zu versehen oder sich im Be- darfsfall zu einem leistungsfähigen Expeditionskorps zu­sammenzuschließen.

Die Entwicklung auf dem Balkan.

Sofia, 23. Aug. Es muß, so schreibt dieKöln. Ztg/, die Aufmerksamkeit darauf gelenkt werden, daß sich aus dem Balkan ein neuer Zusammenstoß vorbereitet. Veranlaßt wird er durch das türkische Einrücken auch in das Gebiet weit westlich der Maritza. Die Meldung von der Besetzung Kirdschalis durch die Türken wird amtlich bestätigt. Die angeblichen Freiwilligen sind reguläre Mannschaften, die unter Offizieren ganze Truppenkörper bilden, so daß die Behauptung, nur bewaffnetes Landvolk stehe den Bulgaren gegenüber, nicht aufrechtzuhal'ten ist. Hier glaubt man, daß die Türkei den Krieg will und bei der Gelegenheit der griechischen Räumung von Xanthi, Gümüldschina und Dedea- gatsch das ganze Gebiet zwischen der alten bulgarischen Grenze und dem ägäischen Meere besetzen wird, da der bisherige Angriff auf den Londoner Frieden für die Türkei ein so günstige? Ergebnis gehabt hat.

Wien, 23. Aug. Eine Meldung derPolitischen Korre­spondenz" aus Sofia bezeichnet den Vorschlag, durch eine Teilung Adrianopels zu einem Vergleich mit der Türkei zu kommen, für Bulgarien nur dann erörterbar, wenn er eine Wiederholung des früheren Vorschlages beuvstchtige, den Türken im bulgarische» Adrianopel daS Gebiet der Moscheen und heiligen Stätten zuzuerkennen.

Die Menschenverluste der beiden Balkankriege.

Mp. Ein preußischer General schreibt:

Eine jetzt in runden Zahlen wenigsten? mögliche Fest­stellung der Verluste an Kampffähigen in den beiden Balkan- kriegen beweist, wieviel blutiger der zweite, der sog. Bruder­krieg zwischen den bis dahin Verbündeten, gewesen ist, wieviel größer also auch die Energie der Kriegführung war. Die Türkei büßt ein an Toten, Verwundeten und Ver­mißten 150 0M Mann. Bulgarien verlor im ersten Kriege, trotz vielfach tollen Draufgehens, rund 73000, im zweiten Kriege aber 83 000 Mann, in beiden Kriegen zu­sammen also mehr al? die Türkei, ein Viertel dessen, waS es überhaupt an ausgebildeten Leuten, einschließlich Kriegs­freiwillige bis zum 17. Lebensjahr herab, besaß. Die Ver­luste Serbiens betrugen im ersten Kriege rund 30 000, im zweiten aber volle 43 000 Mann; diejenigen Griechen­lands im ersten Kriege 23 000, im zweiten 25 000 Mann. Montenegro verlor im ersten Kriege 10 000, im zweiten nur 1200. Serbien, Griechenland und Montenegro mit zu­sammen 67 200 Mann Verlust im zweiten Kriege bleiben weit hinter dem bulgarischen Verlust in diesem Kriege zurück. Im ganzen haben beide Kriege 426 000 Mann Kampf­unfähige und Vermißte an geschulten Leuten gekostet die sonstigen Menschenverluste sind heute noch nicht festzustellen. Unbestritten darf gesagt werden, daß Rumänien, daS keinerlei Verluste erlitten, sein Mobilmachungssystem, seinen Aufmarsch, Fernaufklärung und Manneszucht aber praktisch erprobt und glänzend bewährt gefunden, militärisch heute die Hegemonie besitzt, da, es alle'N ausgenommen, die sämt­lichen Balkanstaaten mehrerer Jahre zur Retablierung ihrer Armee bedürfen werden.

ÄitWiwthier Setifliistig fit MnMWrt.

S. & H. Konstanz, 22. Aug. Unter zahlreicher Beteili­gung von Vertretern der Behörden der beteiligten Staaten sowie von Delegierten der angeschlossenen Vereine trat hier der Deutsch-Osterreichisch-Ungarische-Schweizerische Verband für Binnenschiffahrt zu seinem 10. Verbandstage zusammen, um verschiedene Berichte über den Stand der Wasserstra'ßenfrage in den einzelnen Ländern entgegen­zunehmen. Den Vorsitz führte Geh. Kommerzienrat Stro­meyer (Konstanz). Es wurden Berichte erstattet über die Verhältnisse in Oesterreich, Ungarn, der Schweiz Bayern und Württemberg. Ueber die norddeutschen Verhältnisse referierte Geh. Oberregierungsrat Dr. Sympher, Bortrag. Rat im Ministerium der öffentlichen Arbeiten der, n seinen Ausführungen auch auf das ^chlssahrtsaLgâ gefet, zu sprich-» tam, ein S-s-tz. das d-n -netteren Ausbau unserer natürlichen Wasserstraßen Mr°b-und als Cntge dafür in der Form sehr mäßiger Abgaben einen Bruchten der Vorteile zu Gunsten des geldgebenden Staates zuruck- fordert, welchen die verbesserten Wasserstraßen den an der Schiffahrt Beteiligten gewähren werden. Die Hobe der