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ElurSSuugsgeMhrr
Die ögespaltene Petitzeile oder deren Raum 20 Pfg. im ReklameleU die Zelle 50 Pfg.
Rotationsdruck und Verlag der Vuchdruckerei des
Amtliches Organ für Stadt- und Favdlrreis Sana».
verein, ev. Waisenhauses in Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Nr. 195
Fernfprechanschluf; Nr. 230
Orcitag den 22. August
Bezugsprel«
Vierteljährlich 1.80 Mk., monatlich 60 Pfg., für Postbezug vierteljährlich 2.10 Mk., monatlich 70 Pfg.
Dir einzelne Nummer kostet 6 Pfg.
Verantwortl. Redakteur: G. Schrecker in Hanau,
®«uh>re<6a»!d)lii8 N». 230. 1913
Amtliches.
Stadtkreis fianau.
Bekanntmachung.
Im Hause Marktplatz Nr. 14 ist der westlich gelegene, neuhergerichtete Laden bestehend aus einem 65 qm großen Verkaufsräume, einem anschließenden Nebenzimmer und einem 62 qm großen Kellerraum zum I. Oktober d. Js. zu vermieten.
Der Laden ist mit Zentralheizung und elektrischer Beleuchtung versehen.
Nähere Auskunft wird auf Zimmer Nr. 27 erteilt. Hanau den 18. August 1913. 19247
Der Magistrat.
I. A.: Ehrich.
Bekanntmachung.
Am Montag den 25. d. Mts., vormittags 10’/< Uhr, findet im unteren Saal des Neustädter Rathauses, Zimmer 1, öffentliche Sitzung ded Eewerbegerichts statt. Hanau den 20. August 1913. 19515
Der Vorsitzende des Gewerbegerichts.
’S- V.: Bartmuß.
Dienstnachrichten.
Unter dem Schweinebestande des Landwirts Heinrich Berufes in Langendiebach ist der Ausbruch der Schweiue- feuche festgestellt worden.
Die erforderlichen Schutzmaßregeln sind angeordnet.
Hanau den 21. August 1913. V. 5787
Unter dem Schweinebestande des Landwirts Wilhelm Gasche zu Langenselbold ist die Schweineseuche ausgebrochen. Die erforderlichen Schutzmaßregeln sind angeordnet. Hanau den 21. August 1913. V. 5788
Handelsregister.
1. Unter der Firma:
„Wilhelm Gruber" betreibt der zu Dörnigheim wohnhafte Bauunternehmer Wilhelm Gruber in Dörnigheim als Einzelkaufmann ein Zimmer- und Maurergeschäft.
2. Firma:
„Oswald Jankowsky" in Hanau.
Dem Mechaniker Otto Jankowsky zu Hanau ist Prokura erteilt.
Einträge des Königlichen Amtsgerichts 6 in Hanau zu 1 vom 19. August 1913, zu 2 vom 20. August 1913.
Zwangsversteigerung.
Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das in Hanau- Kesselstadt belegene, im Grundbuchs von Kesselstadt Art. 484 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Bauunternehmers Johann Heinrich Hack in Hanau eingetragene Grundstück;
Krtbl. 2 Parz. Nr. 19 an der Fasanerie,
Hochstädter Landstraße Nr. 54 Hofraum 8,79 ar, a) Wohnhaus mit Anbau, Hofraum und Hausgarten (835 Mark Nutzungswert),
b) I. Seitenbau links (B) Eärtnerwohnung (180 Mark),
c) Stallgebäude, Kohlenställe, Bodenraum,
d) Waschküche mit Wohnung und offener Halle (D) (120 Mark),
e) Gewächshaus am Hause (F) (12 Mark),
f) II. Seitenbau links (G) mit Durchfahrt (210 Mark),
g) 2 Gewächshäuser (60 Mark),
h) Stallgebäude (J) Querbau (60 Mk.), 137 der Gebäudesteuerrolle, Wrt. 330 der Erundsteuermutterrolle.
nm 17. Oktober 1913, vormittags 10 Uhr, unterzeichnete Gericht, an der GerichtssteNe, Nußallee ar. 17, Zimmer Nr. 21, versteigert werden.
Hanau den 19. August 1913. 19449
Königliches Amtsgericht- ASt. 8. ■---^ -------—' ______________-______
©clunÈfiie Md Morm etoenitön^e ic.
Verloren: 1 Korallenhalskette für Kinder, 1 Schülermütze mit Wachstuchüberzug, 1 blaugraue Reisedecke.
Gesund en: 1 braunes Portemonnaie mit 5.42 Mark, 1 Zeitkarte für die hiesige Straßenbahn Nr. 27046, 1 Zirkel, 1 blaue Schülermütze mit Ueberzug.
Zugelaufen: 1 Hund, Dobermann, m. Eeschl., Farbe schwarz mit rot, 1 Wolfsdogge, m. Eeschl.
Hanau den 22. August 1913.
PvMUche Wundschau.
Die Neichstagsersatzwahl im oberpfälzischen Wahlkreise Neumarkt wurde auf den 23. Oktober festgesetzt. — Bei der am 31. August stattfindenden Reichstagsersatzwahl im Wahlkreise Landshut werden die Liberalen unter Verzicht auf einen eigenen Kandidaten für den Bauernbündler Eisenberger eintreten.
Geheimer Justizrat Professor v. Bar f. Aus Göttingen wird gemeldet: Geheimer Justizrat Professor v. Bar, Mitglied des internationalen Schiedsgerichtshofes im Haag, ist auf der Reife nach Norwegen im 78. Lebensjahre gestorben.
Deutsche Generalstabsoffiziere auf dem Schlachtfeld von Kulm. Auf dem Schlachtfelde von Kulm trafen gestern deutsche Generalstabsoffiziere in Uniform in Begleitung von 13 österreichischen Offizieren und einem General ein und besichtigen das Schlachtfeld und die Denkmäler. Mittags fand ein Diner statt, wobei die Kapelle des 42. Infanterie- Regiments konzertierte. Es wurden herzliche Trinksprüche gewechselt. Um 1,40 Uhr mittags fuhren die deutschen Offiziere mit einem Dampfer nach Tetschen zurück.
Die Bischofskonferenz in Fulda ist am Donnerstag nachmittag mit einer Andacht geschloffen worden.
Schutz gegen die wirtschaftlichen Folgen von Streiks. Dem Dckustschen Jndustrieschutzverband, Sitz Dresden, haben sich-neuerdings außer einer Reihe von EinzeUirmen der Bezirksverband Schlesien des Verbandes Deutscher Steinbruch- und Steinmetzgeschäfte und die Korbmacherinnung zu Mühlberg angeschloffen. Die Mitgliederzahl des Deutschen Jndustrieschutzverbandes, der — ohne zu Aussperrungen zu verpflichten — Verluste aus Streiks und Aussperrungen nach festen Grundsätzen entschädigt und seinen Mitgliedern mit Rat und Unterstützung bei jeder Arbeiterbewegung zur Seite tritt, ist seit Jahresbeginn um rund 500 auf 4350 Firmen aller Branchen mit 316 000 Arbeitern angewachsen.
Die Teilnehmer am Friedenskongreß in Haag besuchten gestern den FriedenSpalast, wo bie Büste von Hugo Grotius enthüllt wurde. La Fontaine hob in einer glänzenden Rede hervor, der Palast sei das Ergebnis seiner pacifistischen Bemühungen. In der Sitzung des Kongresses protestierte der Franzos« Lefoyer gegen die Beschuldigung, die diplomatische Konferenz in London habe den Balkankrieg verlängert, statt ihn aufzuhalten. Redner zollte Grey Anerkennung, daß er außerordentlich zum Frieden beigetragen habe. Der Kongreß sandte an Carnegie ein HuIdigungS- telegramm ab.
Beschleunigung der russischen Mobilmachung. Die Entsendung der französischen Heeresabordnung unter der Führung des Generalstabschefs Generals Joffre, des künftigen Generalissimus des französischen Heeres, nach Petersburg zeitigt, wenn man dem „Matm" glauben darf, Ergebnisse, die in Deutschland der aufmerksamsten Beachtung wert sind. Das genannte Pariser Blatt behauptet nämlich, daß die Leitung der russischen Armee eine Anzahl von Maßregeln zur Beschleunigung der Mobilisation ergriffen habe. Diese Beschlüsse ständen im Zusammenhang mit der Anwesenheit der französischen Militärmission in Petersburg unter der Führung des Generals Joffre. Die russische Armee werde infolge dieser Maßregeln, die sich hauptsächlich/auf den Bau strategischer Eisenbahnen beziehen, ebenso schnell mobil gemacht werden können, wie die französische.
Koloniale Strafexpedition. Ueber den Verlauf der Strafexpedition gegen die Ulekeit in Nordwest-Vainingen (Deutsch-Neuguinea) teilt das „Deutsche Kolonialblatt" nach einem Bericht des Hauptmanns Prey folgendes mit: In Herbertshöhe erschien um die Mitte Februar der Häuptling To Magaga von Ravir, landeinwärts von Mandres, und zeigte an, daß eines Morgens viele Wir-Leute von Ulaget nach seinem Dorf gekommen seien und von seinen Leuten 32, darunter zehn Frauen und zehn Kinder, erschlagen hätten. Nach dem Ueberfall raubten die Wir-Leute das ganze Dorf aus und steckten es in Brand. Die Strafexpedition brach am 21. Februar auf; sie bestand aus Hauptmann Prey, Polizeimeister Jahn, 50 Soldaten und 69 Trägern. Am 24. Februar überzeugte sich die Expedition in = dem überfallenen Platze von der Wahrheit der Angaben des Häuptlings. Die Leichen waren meist in gemeinsame
Gruben geworfen, einige lagen noch umher. In der Frühe des anderen Tages wurde mit einigen Vainingern der Eilmarsch auf Ulekeit angetreten. Die Träger und das Gepäck folgten. Gegen Mittag war es geglückt, unbemerkt an Ulekeit heranzukommen. Der Führer beabsichtigte, die Leute einzukreisen und aufzufordern, sich zu einer Untersuchung über den Ueberfall zu ergeben. Soweit die geringe Zahl der Soldaten es gestattete, wurde der von dichtem Gebüsch umschlossene Platz umstellt. Den nun folgenden Versuch, sich den Ulekeit verständlich zu machen, beantworteten diese sofort durch einen Angriff mit Speeren, Aexten, Keulen und Steinschleudern. Es gab einen kurzen, aber heftigen Kampf mit den von allen Seiten zugleich aus dem Gestrüpp hervorspringenden Soldaten. Mehrere Ulekeit wurden in dem Handgemenge mit dem Bajonett getötet und 6 er-- schaffen. Von der Expedition wurde ein schwarzer Untere offizier schwer verwundet. Ein Soldat erhielt einen Schleuderstein ins Gesicht, der scheinbar schon irgendwo angeschlagen hatte, sonst wäre der Mann nicht mit dem Leben davongekommen. Außerdem trugen einige Soldaten leichte Quetschungen durch Keulenhiebe davon. Die Dolmetscher behaupteten, daß sie sich mit den Ulekeit nicht verständigen könnten. Da keine Möglichkeit bestand, sich bei einer Vernehmung oder bei Ausrichtung einer Botschaft zu kontrollieren, hielt es der Expeditionsführer für das geratenste, die wenigen Gefangenen zu entlassen, nachdem er ihnen, so gut es ging, zu verstehen gegeben hatte, daß er die Feindschaft nunmehr als beendet betrachte. Nachdem ein Lager bezogen war, wurde jedoch eine Patrouille aufs neue von den Ulekeit mit Steinschleudern angegriffen. Als der vorderste von ihnen erschaffen war, flohen die übrigen. Am 7. März traf die Truppe wieder in Herbertshöhe ein.
Rückkehr der Reservisten des Wiener Hau»regimentS<
PC. Wien, 21. Aug. Zu begeisterten Ovationen kam es heute vor dem Staatsbahnhofe anläßlich der 870 Reservisten des Wiener Hausregiments der Hoch- und Deutschmeister Nr. 4, die während der ganzen Zeit der Krise in Bosnien und der Herzegowina gelegen haben. Vor dem Bahnhöfe hatte sich eine vieltauseud'opfige Menge, sowie das ganze dienstereie Deutschmeister-Regiment eingesunden. Di« gesamte Generalität, an der Spitze der Generalkommandeur General von Ziegler und Erzherzog Karl Albrecht waren erschienen.
Zum Streit zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko.
PC. New-Jork, 21. August. Der „New-Dork World» zufolge hatte Präsident Wilsons Sondergesandter John Lind General Huertas folgende Bedingungen unterbreitet: 1. Sofortige Einstellung der Feindseligkeiten. 2. Rücktritt General Huertas zu Gunsten eines provisorischen Präsidenten. 3. Festlegung eines baldigen Wahltermins. 4. Verzicht General HuertaS auf eine Präsidentschaft-kandidatur. Diese Bedingungen wurden von Huerta abgelehnt.
Die Entwicklung auf dem Balkan.
Zur Adrianopelfrage.
PC. Petersburg, 21. Aug. Diplomatische Kreise behaupten, daß die aus Einwohnern von Adrianopel bestehende Gesandtschaft, die auf eine dauernde Zugehörigkeit der Stadt zum türkischen Reiche hinarbeitet, in amtlichen russischen Kreisen keinen Erfolg gehabt hat. Der Minister des Aeutzeren Sasonow lehnte ihren Empfang ab und beauftragte den Ministerialrat Fürsten Erubetzko, mit der Entgegennahme der Denkschrift. Die Gesandtschaft ist nach Berlin weitergereist.
Die Haltung der Mächte in der Adrianopelfrage.
PC Paris 21. Aug. Der türkisch-bulgarische Streit um Adrianopel hat nach Ansicht der Pariser Diplomatie allo Schärse oerloren. Eine neue Störung des Friedens Hall man für ausgeschlossen. Der halbamtliche aentps Èetont dah man in Wien die Frage erörterte, ob »mW bei der Türkei uerbleiben solle. wahrend man shHin Deutschland zur Losung der Frage für den B ' Verhandlungen zwischen Konstan mopel und 'W« «« spreche» hat Frankreich wird, wie man ^befond *Bttont ich der Haltung Ruhland- und England, °nschl,egen. aa° diese beiden Mächte °°n °>°""",.?^-' -"„^ösisch- R-- tinopel abschen wollen. io spii hl M^^ ^olitif 0US| gierung bannt zugunsten einer a türkischbulaa- d. 6. man befürworte.
rischen Verhandlungen mit dem o , osmanischen Reich zu lassen.